LIV
_ ERRON
: DERINDOGERMANISCHEN
SC VEPBEN
LI y
LEXIKON
DER INDOGERMANISCHEN
VERBEN
DIE WURZELN
UND IHRE PRIMÄRSTAMMBILDUNGEN
Unter Leitung von
HELMUT RIX
und der Mitarbeit vieler anderer
bearbeitet von
MARTIN KÜMMEL, THOMAS ZEHNDER,
REINER LIPP, BRIGITTE SCHIRMER
Zweite, erweiterte und verbesserte Auflage
bearbeitet von Martin Kümmel und Helmut Rix
WIESBADEN 2001
DR. LUDWIG REICHERT VERLAG
Dic Deutsche Bibliothek — CIP-Einheitsaufnahme
Ein Titeldatensatz für diese Publikation
ist bei Der Deutschen Bibliothek erhältlich
© 2001 Dr. Ludwig Reichert Verlag Wiesbaden
ISBN 3-89500-219-4
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ist unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für
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Druck: MZ-Verlagsdruckerei GmbH. Memmingen
Printed in Germany
Inhalt
Vorbemerkungen und Vortag l
1. Gegenstand und Ziel des Lexikon... 1
22. Die WUrZe ar een en er nr 5
3,..DiesPrimanstämme..rse nee essen er ee eier 10
1. Präsens; we ae ie ati matt er HN tee 14
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S. EE EE TEN 21
4. Kausativ - Iterativ an... Nd dee AR 22
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5. Das Projekt und seine Mitarbeiter... 28
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Abkürzungen und: SyImbolë:. eier 41
Abkürzungen „ass ees 41
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Belegstellenanpaben zn ee ern sen Ee 43
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1. Rückläufiger Index der Wurzeln, иин нинен 703
2. Index der rekonstruierten Stammbildungen........................................... 711
3. Index der einzelsprachlichen Wortformen............................................. 725
Vorbemerkungen und Vorwort
1. Gegenstand und Ziel des Lexikons
Wie in den meisten Sprachen der Welt spielt das Verbum im Urindogermani-
schen, in den altindogermanischen Sprachen und fast immer auch in deren jünge-
ren Phasen eine zentrale Rolle. Es nennt die Sachverhalte, in denen die Gegen-
stände gesehen werden, und setzt sie in den Kontext der Rede. Die erste Aufgabe
wird in den altindogermanischen Sprachen von Wurzel und Primär-
stamm erfüllt, die zweite von Sekundärstamm und Endung. Endungen und Se-
kundärstammbildungen des Urindogermanischen und der indogermanischen
Sprachen sind in den einschlägigen Handbüchern wiederholt behandelt. Eine sy-
stematische Sammlung und Bearbeitung der Verbalwurzeln und der von diesen
gebildeten Primärstämme gibt es dagegen bisher noch nicht. Diese Lücke will
das Lexikon der indogermanischen Verben (LIV) ausfüllen. Sein Ziel ist es ein-
mal, die im Urindogermanischen durch Verben ausgedrückten Sachverhalte zu
registrieren und so eine Grundlage für ein zu entwerfendes Bild von der Lebens-
und Vorstellungswelt der Sprecher dieser Sprache zu liefern. Zum anderen soll
es die Möglichkeit bieten, die Entwicklung der Formen und Inhalte der Verben
vom Urindogermanischen in die Einzelsprachen zu verfolgen.
Seinem Ziel entsprechend enthält das LIV drei Klassen von Informa-
tionen. Die erste ist eine nach dem lateinischen Alphabet geordnete Liste der
für das Urindogermanische rekonstruierbaren Verbalwurzeln, genauer: der
Wurzeln, von welchen nach unserer Kenntnis im Urindogermanischen primäre
Verbalstämme gebildet wurden. Die Wurzeln werden wie Lexeme behandelt; so-
wohl Lautstruktur als auch präsumptive Bedeutung sind angegeben. Sie sind die
Lemmata, unter denen das Material der beiden anderen Klassen angeordnet wird.
Verbalwurzeln sind im Urindogermanischen im allgemeinen ebenso problemlos
identifizierbar wie im vedischen Indisch, dessen Grammatiker den Begriff der
Wurzel geprägt haben. In den meisten indogermanischen Einzelsprachen ist aber
die Verbalwurzel infolge von lautlichen Veränderungen, vor allem infolge von
Segmentverlusten (z.B. Schwund von intervokalischem s, i, u im Griechischen),
nicht mehr überall und vor allem oft nicht mehr in einer für den Sprachvergleich
verwertbaren Weise feststellbar. Die Liste der Wurzeln ist darum hier wie üblich
auf das Urindogermanische beschränkt.
Die zweite Klasse von Informationen umfaßt die im Urindogermanischen
unmittelbar von den einzelnen Wurzeln gebildeten verbalen Primärstämme;
auch sie sind durch Rekonstruktion gewonnen. Hier ist normalerweise nur die
Morphostruktur, nicht aber auch die Bedeutung angegeben; wo sich diese nicht
aus der Wurzelbedeutung, aus der danebenstehenden Bezeichnung der paradig-
matischen Kategorie und aus den Bedeutungen der einzelsprachlichen Entspre-
chungen ergibt, ist in einer Anmerkung das Nötige vermerkt. Unter Primärstäm-
men sind dabei die Verbalstämme verstanden, die die Kategorien der Dimension
Aspekt-Aktionsart ausdrücken, also etwa Präsens-, Aorist- und Perfektstamm
(s.u. 3.). Unmittelbar von der Wurzel werden diese Stämme nur bei primären
Verben gebildet; nur diese sind darum Gegenstand des LIV. Denominative und
deverbative Verben, bei denen die verbale Basis zusätzlich zur Wurzel noch ein
Affix enthält, sind nicht berücksichtigt.
Die dritte Klasse von Informationen schließlich bilden die in den einzelnen
indogermanischen Sprachen belegten verbalen Primärstämme
primärer Verben. Diese Stämme sind bei spärlicher Bezeugung in der in den
Texten belegten Form, sonst in der für die jeweilige Sprache üblichen Flexions-
form zitiert und jeweils mit knappen, aber hoffentlich ausreichenden Bedeu-
tungsangaben versehen. Sie sind innerhalb der Lemmata nach den urindogerma-
nischen Primärstämmen geordnet, die sie lautgesetzlich oder mit morphostruktu-
rellen Umbildungen fortsetzen. Auf eine gleich vollständig dokumentierte An-
ordnung nach den Primärstammbildungen wurde verzichtet, da sie den Umfang
des LIV verdoppelt hätte; ein Ersatz sind die Listen der Wurzeln im Registerteil,
zu denen im Urindogermanischen sicher oder wahrscheinlich ein bestimmter
Primärstamm gebildet wurde. Quellen für das angeführte Material waren das
IEW, die etymologischen Wörterbücher altindogermanischer Einzelsprachen und
die neuere, Verbalprobleme behandelnde Spezialliteratur, gegebenenfalls auch
die persönliche Materialkenntnis der Bearbeiter.
Die immense Materialfülle war nur zu bewältigen, wenn die Zuordnung der ab-
geleiteten Einheiten zu den Basiseinheiten, also die Zuordnung der urindogerma-
nischen Primärstämme zu den Wurzeln und die Zuordnung der einzelsprachli-
chen Primärstämme zu den grundsprachlichen im Text allein durch die gra-
phische Anordnung erfolgte. Wo die Zuordnung nicht evident war, wird
sie in einer Anmerkung begründet. Anmerkungen erläutern auch Rekonstruktio-
nen von urindogermanischen Wurzeln und Primärstämmen, die nicht unmittelbar
evident sind. Der reiche Anmerkungsapparat - ein Novum in der Textgattung -
kann die lapidare Kürze des Textes etwas kompensieren.
Mit Julius POKORNYs Indogermanischem etymologischen Wör-
terbuch von 1959 (Bern; Indexband 1969) hat das LIV manches gemeinsam,
formal die Anordnung des Materials nach urindogermanischen Wurzeln, inhalt-
lich etwa die Intention, alle indogermanischen Sprachen und alles einschlägige
Material aus diesen zu berücksichtigen. Gewichtiger sind freilich die Unterschie-
de zum IEW. Seinem Gegenstand entsprechend hat das LIV nominale Bildungen
in den Lemmata nicht aufgeführt; nur wo diese einen Beitrag zur Bestimmung
der Wurzelbedeutung leisten, sind sie in eine Anmerkung aufgenommen. Es han-
delt sich also nicht um ein etymologisches Wörterbuch, wenn man unter Etymo-
logie das Wissen um Lautform und Bedeutung eines Wortes zum Zeitpunkt sei-
ner Entstehung oder gar noch die Suche nach dem Benennungsgrund des Be-
zeichneten versteht. Die Veränderung der Wurzelbedeutung durch ein Primäraf-
fix, etwa wenn ein Nasal-Infix-Präsens gegenüber der Wurzel faktitiv oder ein
redupliziertes Präsens iterativ ist, wird man nicht ohne weiteres unter den Begriff
der Etymologie subsumieren. Weitere Unterschiede gegenüber dem IEW sind:
(a) die konsequente Rekonstruktion der urindogermanischen Primärstämme, die
die einzelsprachlichen Veränderungen schärfer erkennen läßt; (b) die Begrün-
dung von Rekonstruktionen und von Umbildungen in dem schon erwähnten An-
merkungsapparat, der das Vorgehen der Bearbeiter transparent macht; (c) der
Verzicht auf den Begriff der Wurzelerweiterung, also auf die Annahme synchron
funktionsloser Morphe; (d) ein rücklšufiger Index der für das Urindogermani-
sche angesetzten Verbalwurzeln und schließlich (e) die konsequente Berücksich-
tigung der Laryngaltheorie, ohne welche Morphostrukturen und Bildungsregeln
des Urindogermanischen nicht verständlich sind; unter den verschiedenen Aus-
prägungen dieser ‘Theorie’ (die eigentlich eine Hypothese ist) ist die trilaryngali-
stische, also der Ansatz der drei Laryngale /h//, /h,/ und /h/, gewählt, weil sie am
weitesten verbreitet ist und im Detail die wenigsten Zusatzhypothesen erfordert.
Wir haben uns bemüht, in die kanonischen Auffassungen vom indogermanischen
Verbum die Ergebnisse der neueren Literatur und eigene Überlegungen einzuar-
beiten. Gleichwohl ist das LIV keineswegs als Abschluß der einschlägigen For-
schung gedacht; es kann vielmehr nur eine Zwischenbilanz sein. Die Fülle
der ungelösten Probleme ist uns erst während der Arbeit klar geworden: bei vie-
len Wurzeln die ursprüngliche Bedeutung, der Sachverhalt, den sie ursprünglich
bezeichneten; das semantische Verhältnis zwischen Wurzel und durch ein Affıx
charakterisiertem Primärstamm, ein altes Problem, das, da nur in der Vorge-
schichte des späten Urindogermanischen lösbar, in der Indogermanistik strenger
Observanz lange verpönt war, aber neuerdings wieder aufgegriffen wird (z.B.
von Gerhard MEISER, FS Rıx 280-313); die Geschichte der Primärstammbildun-
gen nicht nur im Urindogermanischen selbst, sondern auch in den verschiedenen
Einzelsprachen (die Feststellung von Entsprechungen ist noch keine Sprachge-
schichte), weiter etwa die Ablautverhältnisse bei Nasal-Infix-Präsentien und
beim Essiv; Regeln oder Nicht-Regeln bei der grundsprachlichen und der einzel-
sprachlichen Thematisierung athematischer Primärstämme, das Phänomen der
Wurzelerweiterung und manches Andere. Von den vielen Fragezeichen, die wir
bei der Rekonstruktion von urindogermanischen Wurzeln und Primärstämmen
setzen mußten, können sicher einige bei eingehender Untersuchung mit guten
Gründen beseitigt werden. Bis die Möglichkeiten von Lösungen ausgeschöpft
sind, bleibt - so unser Eindruck - für indogermanistische Forschung noch vieles
zu tun. Schließlich ist auch zu befürchten, daß es uns nicht immer gelungen ist,
das Material vollständig zu erfassen und richtig zu deuten, so daß auch im Detail
noch manches nachzutragen und zu korrigieren ist.
Die beiden Zentralbegriffe des LIV, Wurzel und Primärstamm, verlangen noch
einige etwas eingehendere Bemerkungen.
2. Die Wurzeln
Die Wurzel ist ein notwendiger Bestandteil der Verbalform. Sie trägt
den Kern der Bedeutung, die Vorstellung von einem Sachverhalt, die in allen von
der Wurzel gebildeten Formen erkennbar ist. Sie ist für das rekonstruierte Urin-
dogermanisch für jedes primäre Verb anzusetzen, auch wenn sich bei der Be-
stimmung von Morphostruktur und Bedeutung gelegentlich Probleme ergeben.
Für die Lautstruktur der urindogermanischen Verbalwurzel gelten gewisse
Regeln und Beschränkungen. Eine Verbalwurzel ist grundsätzlich einsilbig (zu
einer scheinbaren Ausnahme gleich). Sie besteht aus mindestens zwei konsonan-
tischen Radikalen und einem Ablautvokal. Die Erkenntnis, daß eine kontextrefe-
rentielle Wurzel des Urindogermanischen, also eine Verbal- oder Nominalwur-
zel, mindestens zwei konsonantische Radikale hatte, wird der Laryngaltheorie
verdankt. Nach oben ist die Zahl der Radikale durch eine Kombination von So-
noritätsprinzip, Identitätsverbot und numerischer Beschränkung begrenzt: Vom
Silbengipfel aus zu den Silbengrenzen (Silbenanfang, Silbenende) hin sind die
konsonantischen Radikale in drei Klassen von abnehmender Sonorität gereiht.
Zuerst kommen die Liquiden, /i/ und /n/, dann /u/ und /m/, dann die Okklusiven.
Im Anglitt wie im Abglitt der Wurzelsilbe stehen in der Regel nur zwei dieser
Radikale und nicht zwei aus der gleichen Klasse. Von den einschränkenden Prin-
zipien weitgehend ausgenommen sind die frikativen Obstruenten, d.h. der Sibi-
lant /s/ und die Laryngale /h,, һу, hy: letztere können fast jeden Platz einnehmen
und an fast jeder Stelle zusätzlich zu den anderen Radikalen stehen; eine Laut-
folge wie /ehu/ gilt als ein-, nicht als zweisilbig. Danach ist die Zahl der Radi-
kale einer Wurzel theoretisch höchstens sechs; tatsächlich ist diese Zahl nie er-
reicht. Einzelheiten und Ausnahmen (etwa *pster- ‘niesen’) brauchen hier nicht
diskutiert zu werden, ebensowenig weitere Beschränkungen der Wurzelstruktur.
Auch der Ablautvokal war im Urindogermanischen gewissen Beschränkun-
gen unterworfen. Hier ist angenommen, daß es im Urindogermanischen in jeder
Wurzel nur einen Ablautvokal gab und daß dieser seinen festen Platz hatte.
Zweisilbige Wurzeln (etwa **teres-) und der sogenannte Schwebeablaut (Wech-
sel der Position des Ablautvokals in Wurzeln mit mittlerem Resonanten, etwa
**jers/tres-) sind also ausgeschlossen; als Schwebeablaut interpretierbare Phäno-
mene gelten als erst einzelsprachlich entstanden (etwa umbr. *persk- ‘bitten’ für
*porsk- < *prsk- < *prk-ske- zur Wurzel *prek-). Die Position des Ablautvokals
hat vielmehr distinktive Funktion, z.B. in *ters- ‘vertrocknen’ gegenüber *tres-
‘zittern’. Der Ablautvokal der Vollstufe ist normalerweise /e/. Doch sind hier ei-
nige Wurzeln mit Ablautvokal /a/ angesetzt, dann nämlich, wenn für einzel-
sprachliches /a/ die Vertretung eines Laryngals ausgeschlossen ist und andere In-
terpretationen des /a/ zumindest in der gebotenen Kürze nicht zu begründen wa-
ren. Es steht jedem Benutzer frei, im Einzelfall eine solche Begründung zu lie-
fern und die Wurzel mit Ablautvokal /e/ anzusetzen.
Ein Problem für jede an Wurzeln orientierte Darstellung des urindogermanischen
Wortschatzes sind die sogenannten Wurzelerweiterungen.Eine Wur-
zel wird als erweitert bezeichnet, wenn sie sich von einer bedeutungsgleichen
oder -ähnlichen Wurzel nur durch einen zusätzlichen Radikal am Ende unter-
scheidet; dieser Radikal, meist ein Obstruent, “erweitert” gewissermaßen die ein-
fachere Wurzel. So sind etwa im IEW (рр. 1022-7) zur Wurzel (s)ter-, stera-,
strē- “starr, steif sein, starrer, fester Gegenstand, bes. Pflanzenstamm oder -sten-
gel; steif gehen, stolpern, fallen, stolzieren’ ohne weitere Bedeutungsangaben die
(teilweise nur in Nominalbildungen belegten) Erweiterungen (s)ter-g-, (s)tre-g-,
(s)ter-k-, (s)ter-t-, (s)ter-d-, (s)ter-dh-, (s)ter-p-, stre-p-, ster-bh-, stre-bh-,
stre-mb-, stre-mp-, stre-i-, stre-ig-, stre-idh-, ster-i-, ster-ibh- und stre-u- (dies
wieder mit Erweiterungen) angeführt. Sicherlich können durch Uminterpretation
von nominalen Suffixbildungen oder von Verbalkomposita (etwa mit der
Schwundstufe von *deh,- ‘stellen, legen, setzen’ als Hinterglied) schon im Urin-
dogermanischen neue Wurzeln entstanden sein, was freilich von Fall zu Fall
nachzuweisen wäre. Ohne einen solchen Nachweis bleibt der Begriff der Wur-
zelerweiterung rein synchron-deskriptiv und damit ohne Bedeutung für eine
historische Analyse. Im vorliegenden Werk sind so die scheinbar oder anschei-
nend erweiterten Wurzeln als eigene Lemmata registriert; wo es angebracht
schien, ist in einer Anmerkung auf die Möglichkeit einer Erweiterung einer ein-
facheren Wurzel hingewiesen.
In den Bereich der Wurzelerweiterung gehört im weitesten Sinn auch das s
mobile, das Phänomen, daß gewisse Wurzeln sowohl mit einer Anlautgruppe
sC,- (5 + Konsonant) als auch mit dem Апаш C,- (gleicher Konsonant ohne s)
auftreten können (*steg- : teg- “decken’), ohne daß grundsätzlich zwischen s-hal-
tigen und s-losen Formen ein Unterschied der Bedeutung oder der Stammbildung
besteht. Der Ursprung des s mobile ist noch nicht befriedigend erklärt. Die mit s
mobile auftretenden Wurzeln sind hier mit einem in Klammern gesetzten (s) im
Alphabet unter s aufgeführt.
Die Rekonstruktion der Morphostruktur einer urindogermanischen
Verbalwurzel ist unproblematisch, wenn genügend einzelsprachliches Ver-
gleichsmaterial zur Verfügung steht. Um anzugeben, daß wegen nicht ausrei-
chender Bezeugung mehrere Möglichkeiten des Ansatzes bestehen, sind folgen-
de Verfahren gewählt.
1.) Das Coversymbol H steht für einen der drei Laryngale Лу, h, und h;, wenn
die Beleglage keine Entscheidung für einen von diesen ermöglicht.
2.) Das Coversymbol А steht für uridg. /r/ und A4, wenn zwischen diesen nicht
unterschieden werden kann, weil als Quelle nur das Indoiranische zur Verfügung
steht.
3.) Gibt es im Bereich der Tektale weder ein Argument für den Ansatz eines
Labiovelars (aus den Kentumsprachen oder dem Armenischen) noch ein Argu-
ment für den Ansatz eines Palatals (aus den Satemsprachen), so ist tentativ ein
Velar angesetzt. Dadurch erscheinen hier, was zu beachten ist, mehr Velare als in
der Grundsprache tatsächlich vorhanden waren. [Ур]. jedoch S. 32!]
4.) Ermöglichen die Beleglage und die urindogermanischen Wurzelstrukturre-
geln keine Entscheidung zwischen Media und Media aspirata, so ist eine der Al-
ternativen im Text angesetzt und auf die andere in einer Anmerkung verwiesen.
5.) Ein Fragezeichen vor der Wurzel bedeutet, daß der Ansatz der Wurzel we-
gen zu spärlicher und zu junger Bezeugung grundsätzlich fragwürdig ist. Es
schien jedenfalls besser, die Wurzel tentativ anzusetzen, das einschlägige Mate-
rial zu präsentieren und dem Benutzer die Entscheidung zu überlassen, ob er den
Vorschlag des Bearbeiters übernimmt oder nicht, als auf einen Ansatz überhaupt
zu verzichten.
Schwieriger als die Rekonstruktion der Morphostruktur einer urindogermani-
schen Wurzel ist die Rekonstruktion der Wurzelbedeutung, anders
ausgedrückt: die Feststellung des Sachverhalts/der Sachverhalte, auf die die von
der Wurzel ohne Primärsuffix gebildeten Formen angewendet wurden. Zwar
vollziehen sich auch semantische Veränderungen in gewissen Bahnen wie
Erweiterung, Verengung, Übertragung, Annäherung, Kontrastierung. Doch abge-
sehen davon, daß hier im Detail mehr Möglichkeiten der Veränderung bestehen
als im Lautbereich, haben die Bedeutungsveränderungen normalerweise indivi-
duellen Charakter. Die Veränderung eines lautlichen Merkmals, allgemein oder
in bestimmten Lautumgebungen, betrifft grundsätzlich das Vorkommen des
Phonems in allen Wörtern der Sprache, die Veränderung eines Bedeutungs-
merkmals im Prinzip nur ein einzelnes Lexem; ein Schluß von einem Lexem auf
ein anderes hat bestenfalls heuristischen Wert. Der Bedeutungsansatz einer urin-
dogermanischen Wurzel erfordert also in jedem Fall eine individuelle Überle-
gung. Nicht überall ist diese Überlegung so einfach wie etwa bei *hyei-, wo der
suffixlose Primärstamm im Wurzelpräsens belegt ist und dessen einzelsprachli-
chen Fortsetzer übereinstimmend auf eine Bedeutung ‘gehen’ weisen. Oft diver-
gieren die einzelsprachlichen Bedeutungen; oft ist die primärsuffixlose Bildung
nicht belegt; nicht selten ist beides der Fall.
Die aus diesen Situationen resultierenden Überlegungen können recht kompli-
ziert werden und nicht selten eingehende Detailuntersuchungen er-
fordern. Vorarbeiten sind nicht zahlreich. Die im IEW kodifizierte Phase der
Indogermanistik begegnete dem Problem mit der Angabe von sehr breiten, wenig
spezifischen Bedeutungen für urindogermanische Wurzeln; die einzelsprachli-
chen Bedeutungen wurden dann als Folge von Spezifizierungen verstanden. Es
ist aber die Frage, ob nicht oft umgekehrt die älteste Bedeutung einer Verbalwur-
zel verhältnismäßig eng war und zur sprachlichen Fassung eines ganz spezifi-
schen, oft recht konkreten Sachverhalts diente. Zur Feststellung dieses Sachver-
halts können neben einzelsprachlichen Bedeutungen von Verbformen etwa die
von nachweislich alten Nominalbildungen herangezogen werden, aber auch
Vermutungen über die Lebenswelt der Sprecher des Urindogermanischen, d.h.
Ergebnisse der indogermanischen Altertumskunde oder der allgemeinen Ethno-
logie. Überlegungen dieser Art sind in einzelnen Fällen durch Anmerkungen an-
gedeutet worden, in anderen aus dem Bedeutungsansatz zu erschließen. Die we-
sentliche Arbeit ist hier aber noch zu leisten, etwa auch durch Differenzierung
quasisynonymer Wurzeln, wozu das vorliegende Werk als Ausgangsbasis dienen
kann.
Was von uns auf diesem Gebiet neben der Analyse der einzelsprachlich be-
legten Bedeutungen besonders versucht wurde, ist einmal die Feststellung, ob
die Wurzel vor der Durchführung der Aspektopposition im Urindogermanischen
telisch oder atelisch war, d.h. ob sie nach Einführung der Aspektopposition einen
Wurzelaorist oder ein Wurzelpräsens bildete. Zum anderen wurden zur Feststel-
lung der Wurzelbedeutung mögliche von den Primärstammsuffixen getragene
Funktionsmodifizierungen in Rechnung gestellt, etwa eine Faktitivfunktion bei
Nasalpräsentien. Schließlich wurden auch die Diathesen in die Überlegung ein-
bezogen, gegebenenfalls etwa gefragt, ob nicht ein Medium im Griechischen die
ursprünglich intransitive Bedeutung einer Wurzel auszudrücken übernahm, wozu
dann ein transitives Oppositionsaktiv gebildet werden konnte. Gerade hier bleibt
weiterer Forschung noch ein weites Arbeitsgebiet.
Weitere Forschung erfordert auch das Problem der homonymen Wurzeln.
Homonymien sind immer ein Störfaktor im Kommunikationsprozeß. Ihren Ur-
sprung verdanken sie wohl stets einem sprachhistorischen Vorgang, etwa einem
lautlichen Zusammenfall (Musterbeispiel avest. dä-, in dem ипар. *deh;- > игіг.
*da- ‘geben’ und uridg. *d"eh,- > uriir. *dha- ‘stellen, legen, setzen’ zusammen-
gefallen sind) oder einer die ursprüngliche Polysemie verdunkelnden Bedeu-
tungsdifferenzierung (z.B. 2.*sek*- ‘sagen’ über “Worte anschließen’ zu 1.*sek*-
10
‘sich anschließen’), vielleicht auch einmal einer Entlehnung oder einer sponta-
nen, etwa onomatopoetischen Neuschöpfung. Wo die Situation nicht eindeutig,
und das hieß stets: keine Bedeutungsdifferenzierung evident war, erschien es der
Aufgabe des LIV eher angemessen, homonyme Wurzeln anzusetzen, diese durch
Ziffern zu differenzieren und, wo möglich, in einer Anmerkung auf ältere
Zusammenhänge hinzuweisen, als eine einheitliche Wurzel anzusetzen und die
Bedeutungsdifferenzen unerklärt zu lassen.
3. Die Primärstämme
Unter Primärstamm des Verbums ist hier derjenige Teil einer indogermani-
schen Verbalform verstanden, der zum Ausdruck der Kategorien von Aspekt und
Aktionsart dient. Im Normalfall ist dies die Kombination aus Wurzel und Pri-
märaffix; doch kann auch die Wurzel allein, sozusagen mit einem Zero-Primäraf-
fix, den Primärstamm bilden. Als mit Hilfe der Primärstämme unterschiedene
Kategorien der Dimension Aspekt-Aktionsart werden hier angenommen: Aorist,
Präsens, Perfekt sowie in mehr oder weniger großer Abweichung von der com-
munis opinio Kausativ-Iterativ, Desiderativ, Intensiv, Fientiv und Essiv. Vom
Primärstamm aus werden vermittels der Sekundäraffixe die Sekundär-
stämme gebildet, die zum Ausdruck der Kategorien von Tempus und Modus
dienen: Präteritum, Parontiv (Gegenwartsbezeichnung), Konjunktiv, Optativ so-
wie mit Zero-Sekundäraffix Injunktiv und Imperativ. An den Sekundärstamm
treten die Endungen, die zusammen mit Akzent- und Ablautunterschieden im
Sekundärstamm in erster Linie die Kategorien von Person, Numerus und Diathe-
se, in Einzelfällen auch die von Modus (Imperativ) und Aspekt-Aktionsart (Per-
fekt : redupliziertes Präsens) unterscheiden.
Für vier der urindogermanischen Aspekt-Aktionsartkategorien gibt es nur je eine
einzige Bildungsregel, für das Intensivum, den Fientiv, den Essiv und
auch für das Perfekt; die in mehreren westlichen Einzelsprachen zur Bildung des
Perfektstamms gebräuchliche Dehnung des Wurzelvokals ist eine nachurindo-
germanische Umbildung der grundsprachlichen Bildungsregel mit Reduplika-
tion. Bei den anderen Kategorien der Dimension sind jeweils mehrere im ganzen
11
funktionsgleiche Regeln im Gebrauch, zwei bei Desiderativ und Kausativ-Itera-
tiv, drei beim Aorist und mindestens zwanzig beim Präsens. Es ist klar, daß diese
Allomorphien sekundär entstanden sind, und dies, aus der Zahl der Allo-
morphe vor allem beim Präsens zu schließen, nicht allzu lange vor dem Ende der
grundsprachlichen Periode, d.h. vor der ersten Ausgliederung einer (heute noch
greifbaren) Einzelsprache. Die Vermutung liegt nahe, daß dies bei der Ablösung
eines reinen Aktionsartensystems durch die Einführung der Aspektopposition ge-
schah, bei der einige Aktionsarten im perfektiven Aorist und viele Aktionsarten
im imperfektiven Präsens zusammengefällen sind. Einige der alten Aktionsarten
haben bei der Zuweisung zu einem Aspekt ihre spezifische Bedeutung bewahrt:
Kausativ-Iterativ, Desiderativ, Fientiv, Essiv. Auch bei einigen grundsätzlich in
Aorist, Präsens und Desiderativ aufgegangenen Bildungsweisen sind in der spe-
zifischen Bedeutungsrelation zwischen Wurzel und Primärstamm noch Spuren
der alten Aktionsartbedeutungen bewahrt. Eine konsequente Untersuchung dieser
Relationen könnte die Prototypen später generalisierter Suffixe bzw. Bildungsre-
geln ermitteln; diese Aufgabe im Rahmen des LIV durchzuführen, fehlte die Zeit.
Bevor im Folgenden die hier angenommenen Regeln für die Bildung von Pri-
märstämmen vorgeführt und, soweit nötig, kommentiert werden, sind noch ei-
nige grundsätzliche Bemerkungen vorzutragen. Eine erste Vorbemerkung betrifft
die einzelsprachlichen Umbildungen der für das Urindogermanische ange-
setzten Primärstammbildungen. Es ist sicher nicht sinnvoll, die einzelsprachli-
chen Primärstammbildungen alle ut sic lautlich ins Urindogermanische zurück-
zutransponieren, das vom LIV intendierte historische Bild würde damit ver-
fälscht. Vielmehr wurde versucht, bei jedem Verb die jeweils für eine Aspekt-
Aktionsartkategorie für das Urindogermanische als am wahrscheinlichsten zu er-
schließende Bildungsregel zu ermitteln, wobei - vor allem beim Präsensstamm -
durchaus auch mehrere Varianten zugelassen wurden, die dann aus der Vorge-
schichte des spätgrundsprachlichen Systems zu erklären wären. Das bei dieser
Ermittlung angewendete Verfahren variiert von Fall zu Fall und kann hier nicht
im Detail beschrieben werden; grundsätzlich sind sicher immer wieder auch an-
dere Lösungen als die vom Bearbeiter vorgeschlagene denkbar. Vor eine als um-
gebildet verstandene einzelsprachliche Form ist eine eckige Klammer gesetzt.
12
Nicht evidente Umbildungen sind in einer Anmerkung erläutert; evidente Um-
bildungen wie Thematisierung oder Verlust der Reduplikation bleiben meist
ohne Kommentar.
Eine der häufigsten Umbildungen ist die Thematisierung. Es ist unbestreit-
bar, daß in der Geschichte der indogermanischen Einzelsprachen die themati-
schen Primärstämme sowohl an der Zahl der Typen als auch an der Zahl der
Mitglieder einzelner Typen zunehmen, während die athematischen Primärstäm-
me entsprechend im Rückgang begriffen sind. Für einige indogermanisch-anato-
lische Sprachen (nicht gerade für das Hethitische) kann man noch von einem
Überwiegen der athematischen Primärstämme sprechen. Im Altindischen ist die
Tendenz zur Vermehrung thematischer Präsensstämme auf Kosten der athemati-
schen schon im Vedischen deutlich (L. RENOU, Grammaire sanscrite, Paris 1984,
287-8); in den altiranischen Sprachen ist es nicht anders. Im homerischen Grie-
chisch ist die Zahl der Wurzelpräsentien und -aoriste schon stark zurückgegan-
gen und die Thematisierung von Nasalpräsentien im Vormarsch; im sigmati-
schen Aorist ist eine neue Art der Thematisierung entwickelt (alphathematische
Flexion). In den westindogermanischen Sprachen ist das athematische Präsens
auf wenige Verben reduziert; nur in den Fortsetzungen von alten Perfekt- und
Aoriststämmen hat sich die athematische Flexion mehr oder weniger gut be-
wahrt. Zur Vermehrung der thematischen Präsentien hat zweierlei beigetragen.
Einmal folgen neue Stammbildungstypen und neue Verben fast ausschließlich
(eine Ausnahme etwa die griechischen vv- Präsentien) der thematischen Flexion,
und zum anderen sind athematische Präsentien und Wurzelaoriste zu themati-
schen Stämmen umgebildet (Wurzelpräs. *g“"en-/g"n- ‘schlagen’ zum ie-Präs.
in gr. hom. 6eivo; Wurzelaor. *g“em-/g“m- "kommen" zum themat. Perfekt osk.
-bened). Zum Rückgang der athematischen Primärstämme in den Einzelsprachen
hat natürlich auch beigetragen, daß dort Verben mit ursprünglich athematischen
Primärstämmen verloren gegangen sind.
Die Frage der Thematisierung ist zwar oft für konkrete Fälle, aber offenbar noch
nie monographisch für eine Einzelsprache oder gar für die gesamte Indogermania
untersucht worden. Es ist nicht auszuschließen, daß eine solche Untersuchung
13
gewisse Regularitäten oder Beinahe-Regularitäten feststellt, die heute nicht er-
kennbar sind. Im LIV wird mit dem Begriff der Thematisierung recht unbefan-
gen umgegangen. Thematische Verbalstämme der Einzelsprachen, die auf athe-
matische Primärstämme des Urindogermanischen zurückgehen, sind zwar stets
mit der eine Umbildung signalisierenden eckigen Klammer eingeleitet, aber nur
dann durch eine Anmerkung erläutert, wenn sie nicht evident oder mit einer
Komplikation belastet sind.
Eine weitere Vorbemerkung gilt den in kleineren Typen am Ende der einzelnen
Lemmata als Neubildungen deklarierten einzelsprachlichen Primärstäm-
men. Hier sind diejenigen Primärstämme angeführt, die mit hoher Wahrschein-
lichkeit als einzelsprachliche Neubildungen zu verstehen sind. Sie folgen einzel-
sprachlich produktiven Bildungsregeln und sind (a) entweder in Kategorien ge-
bildet, die in der Grundsprache für das betreffende Verbum aus semantischen
Gründen ausgeschlossen waren, etwa germanische Präterita oder lateinische Per-
fekta zu Verben, die die Bedingung für die Bildung eines grundsprachlichen Per-
fekts nicht erfüllen, den am Subjekt erreichten Zustand ausdrücken zu können,
oder (b) sie stehen neben Bildungen der gleichen oder anderer Einzelsprachen,
die einen höheren Anspruch haben, als ererbt zu gelten. Wo die Entscheidung
nicht evident ist, wird sie durch eine Anmerkung erläutert. Es ist klar, daß die
Verweisung in diese Zone vor allem Primärstämme aus erst spät bezeugten Ein-
zelsprachen betrifft. Daß eine solche auf der Entscheidung des Bearbeiters beru-
hende Zuweisung mit neuen Gründen oder mit neuem Material revidierbar ist,
versteht sich von selbst.
Ein Wort schließlich noch zum Fragezeichen. Ein Fragezeichen vor dem
Ansatz eines urindogermanischen Primärstamms bedeutet, daß das einzelsprach-
liche Material nicht ausreicht, um diesen Ansatz mit Sicherheit für die Grund-
sprache anzunehmen, daß aber doch eine gewisse Wahrscheinlichkeit dafür be-
steht (etwa wenn ein Primärstamm nur in einer spät bezeugten Einzelsprache
nach einer dort gültigen Regel gebildet ist, aber doch einer schon im Urindoger-
manischen gebräuchlichen Regel folgt und keine konkurrierende Primärstamm-
bildung neben sich hat). Gelegentlich ist in solchen Fällen in einer Anmerkung
14
ein alternativer Ansatz angedeutet. Verwendung oder Nichtverwendung des Fra-
gezeichens implizieren keinen kontradiktorischen Gegensatz unsicher : sicher.
Ein solcher Gegensatz existiert auf dem Gebiet der Rekonstruktion nicht, wie Je-
der weiß, der schon rekonstruiert hat; die Grenze zwischen ‘sicher’ und ‘unsi-
cher’ ist abhängig von der individuellen Bewertung der Argumente. Wer sich auf
von anderen vorgelegte Ergebnisse stützt, wird sich immer die expliziten oder
impliziten Argumente des Autors klar machen müssen. Die Setzung und Nicht-
setzung eines Fragezeichens gibt aber einen Hinweis auf die Bewertung der Ar-
gumente durch den Bearbeiter.
Soweit die generellen Vorbemerkungen. Nun das Material: Folgende Bil-
dungsregeln wurden hier für die einzelnen Primärstämme des Urindogerma-
nischen angenommen (zu jeder Regel ist die auch in den Lemmata gegebenen-
falls verwendete Kurzschreibweise angegeben):
1. Präsens
(la) amphidynamisches Wurzelpräsens z.B. *ghen-/g""n- zu gen-
Kurzschreibweise R(&)-/R(z)-: g""en-/g“"n-
Wurzel vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv und im
Konjunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder
Sekundäraffix);
hier für das Uridg. bei 152 Wurzeln angesetzt (106 Fälle sicher, 46 unsicher).
In den Einzelsprachen sind die Stämme dieses Bildungstyps oft umgebildet, etwa
zu einfach thematischen oder zu ie-Präsentien; so ist der Typ z.B. unbedenklich
angesetzt, wenn einzelsprachlich nur einfach thematische Präsentien teils mit
vollstufiger, teils mit schwundstufiger Wurzel belegt sind.
(1b) akrodynamisches Wurzelpräsens z.B. *dek-/dek- zu *dek-
Kurzschreibweise R(&)-/R(&)-: *dek-/dek-
Wurzel dehnstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv,
sonst vollstufig und betont, auch im Konjunktiv;
hier für das Uridg. bei 52 Wurzeln angesetzt (32 Fälle sicher, 20 unsicher).
15
Es ist möglich, daß diese Regel sekundär aus verschiedenen Quellen entstanden
ist und dann generalisiert wurde, aber sicher noch im Urindogermanischen.
(lc) schwundstufiger Wurzelstativ z.B. *tuk-(é) zu *tuek- ‘sichtbar sein’
Kurzschreibweise R(z)- Stat.: tuk- Stat.
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Endungen des Stativs im Indikativ/Injunktiv (z.B. *-e in der 35), stets betont;
hier für das Uridg. bei 5 Wurzeln angesetzt (2 Fälle sicher, 3 unsicher).
Die mit Stativendungen flektierenden Wurzelpräsentien (dieser und der folgende
als Typ (1d)) sind selten und offenbar der Rest eines im früheren Urindogermani-
schen weiter verbreiteten Typs (Stativwurzeln?), der im Späturindogermanischen
und in den Einzelsprachen die Flexionsendungen anderer Diathesen - vor allem
die des Mediums - übernahm, so daß ег nur noch ausnahmsweise identifizierbar
ist. Der Ansatz von eigenen Präsensstammtypen schien sinnvoll, da er dem Be-
nutzer das Aufsuchen der Einzelbeispiele erleichtert. Wer sich nicht zum Ansatz
von Stativwurzeln oder Stativpräsentien entschließen mag, kann die Bildungsty-
pen (lc) und (ld) als unregelmäßig flektierende Wurzelpräsentien (la) bzw. (1b)
ansehen.
(14) vollstufiger Wurzelstativ z.B. *kei-(e) zu *kei- ‘liegen’
Kurzschreibweise К(6)- Stat.: *kei- Stat.
Wurzel in allen Formen vollstufig und betont;
Endungen des Stativs im Indikativ/Injunktiv (z.B. *-e in der 3s), stets unbetont;
hier für das Uridg. bei 12 Wurzeln angesetzt (9 Fälle sicher, 3 unsicher).
Das zum vorausgehenden Typ (1с) Bemerkte gilt auch hier. Bei Verzicht auf den
Ansatz von Stativpräsentien wäre hier der akrodynamische Typ (1b) anzuneh-
men.
(le) Präsens mit Suffix -u- z.B. *terh>-u-/tyh>-u- zu *terhz-
Kurzschreibweise R(é)/R(z)-u-: *terhz/ty'h>-u-
Wurzel vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv und im
Konjunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder
Sekundäraffix);
16
Suffix in allen Formen schwundstufig und unbetont;
hier für das Uridg. bei 20 Wurzeln angesetzt (12 Fälle sicher, 8 unsicher).
(1f entfällt (s. p. 37)
(1р) e-redupliziertes athematisches Präsens z.B. *d*e-d"oh,-Id*e -dhh,- zu *d"eh,-
Kurzschreibweise C )e-R(o)/R(z)-: *d"e-droh,ld"h,-
Wurzel o-stufig und unbetont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv, sonst
schwundstufig und unbetont, auch im Konjunktiv;
Reduplikationssilbe stets mit e und betont (Endungsbetonung im Plural und
Medium etc. erst einzelsprachlich nach Typ (Ih) (M. K.));
hier für das Uridg. bei 53 Wurzeln angesetzt (24 Fälle sicher, 30 unsicher).
(1h) i-redupliziertes athematisches Präsens z.B. *sti-steh,-/sti-sth>- zu *steh>-
Kurzschreibweise C ji-R(e)/R(z)-: *sti-stehy/sth>-
Wurzel vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv und im
Konjunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder
Sekundäraffix);
Reduplikationssilbe mit í und unbetont;
hier für das Uridg. bei 57 Wurzeln angesetzt (36 Fälle sicher, 21 unsicher).
Manche der im Urindogermanischen hierher gehörigen Stämme sind in einzelnen
Einzelsprachen thematisiert (ved. tísthati, lat. sistit gegenüber gr. iornuı).
(li) i-redupliziertes thematisches Präsens z.B. *si-sd-é/ó- zu *sed-
Kurzschreibweise Cyi-R(z)-é-: *si-sd-e-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Reduplikationssilbe mit i und unbetont;
Suffix = Themavokal überall betont;
hier für das Uridg. bei 10 Wurzeln angesetzt (7 Fälle sicher, 3 unsicher).
Offensichtlich eine schon spätgrundsprachliche Thematisierung des vorausge-
henden Typs. Es ist nicht auszuschließen, daß einzelne der hier eingeordneten
Stämme im Späturindogermanischen noch athematisch waren (also zu Typ (Ih)
17
gehörten) und erst in den verschiedenen Einzelsprachen unabhängig voneinander
thematisiert wurden; nachzuweisen ist dies aber nicht.
(ІК) Nasal-Infix-Präsens z.B. *li-ne-k*-/li-n-k*- zu *leik“-
Kurzschreibweise R(C C>)-ne/n-R(C ;)- oder R(C )-ne/n-R(C>)-: *li-ne/n-k*-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Infix vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv und im
Konjunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder
Sekundäraffix), jeweils eingesetzt vor dem letzten Radikal der Wurzel;
hier für das Uridg. bei 248 Wurzeln angesetzt (168 Fälle sicher, 80 unsicher).
Alle Nasal-Infix-Präsentien sind hier nach dieser (hysterodynamischen’) Regel
rekonstruiert. Die Hypothese, daß diese Regel nur für die zweiradikaligen Wur-
zeln und für die (mindestens dreiradikaligen) Wurzeln mit Vollstufe II galt (etwa
für *p/-n-eh,-/p[-n-h,- zu *pleh,- ‘voll werden, sich füllen’) und daß für Wurzeln
mit Vollstufe I eine andere Regel angewendet wurde (‘amphidynamisch’
*ster-n-h;-/str-n-h;- bzw. ohne Vollstufenformen defektiv li-n-k“-; z.B. STRUNK
53-4; ders., KZ 83 (1969) 216-26; ders., E. BENVENISTE aujourd’hui, Paris 1984,
151ff.; MCCone 19, 26-40; Rıx, GS KURYLOwICZ 401ff.), wurde von den Bear-
beitern der Lemmata als unzureichend begründet angesehen und nicht berück-
sichtigt. Das Register, aus dem die Wurzeln mit Vollstufe I ohne Schwierigkeit
zu entnehmen sind, ermöglicht jederzeit eine Überprüfung des Sachverhalts. -
Bei Nasal-Infix-Präsentien sind sekundäre Thematisierungen verhältnismäßig
häufig; nirgends ist dabei grundsprachliches Alter erweisbar.
(11) Präsens mit Suffix -neu-/-nu- z.B. *h,r-neu-Ih;r-nu- zu *hzer-
Kurzschreibweise R(Z)-new/nu-: *h;r-neu/nu-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Suffix vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv und im
Konjunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder
Sekundäraffix);
hier für das Uridg. bei 52 Wurzeln angesetzt (35 Fälle sicher, 17 unsicher).
Schon іп der Grundsprache aus dem vorher genannten Typ (1 К) entwickelt, in-
dem das Nasal-Infix-Präsens zu dreiradikaligen Wurzeln mit Vollstufe II und
18
schließendem /u/ als zweiradikalige Wurzel mit Suffix -néu/nu- interpretiert
wurde.
(1m) Präsens mit Suffix -neH-/-nH- z.B. *rki-neH-Itki-n-H- zu *rkei-
Kurzschreibweise: R(z)-neH/nH-: *tki-neH/nH-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Suffix vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv und im
Konjunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder
Sekundäraffix);
hier für das Uridg. bei 2 Wurzeln angesetzt (1 Fallsicher, 1 unsicher).
In beiden Fällen endet die vollstufige Wurzel auf *-ei; -neH/nH- ist möglicher-
weise erst nachgrundsprachlicher Ersatz für -ne/n-i- eines normalen Nasal-Infix-
Präsens des Typs (1k) (M. K.) in Anlehnung an die häufigen Nasal-Infix-Präsen-
tien zu Wurzeln mit H als letztem Radikal.
Bei thematischen Bildungstypen (im Folgenden Typen (In) bis (1v), im Voraus-
gehenden Typ (11)) ist hier nirgends paradigmatischer Akzentwechsel und Ab-
laut angenommen (abgesehen vom Wechsel e/o beim Themavokal selber).
(In) Präsens mit vollstufiger Wurzel und Suffix -e/o- z.B. *bfer-e/o- zu *bher-
Kurzschreibweise R(&)-e-: *bhér-e-
Wurzel in allen Formen vollstufig und betont;
Suffix = Themavokal überall unbetont;
hier für das Uridg. bei 426 Wurzeln angesetzt (224 Fälle sicher, 202 unsicher).
Viele einfach thematische Präsentien (Typen (In) und (1o)) sind nur in west- und
nordindogermanischen Sprachen belegt, wo diese Bildungstypen zur normalen
Präsensstammbildung geworden waren; sie mögen dort in vielen Fällen, auch
wenn sie zu einer Wurzel in mehreren Sprachen belegt sind, andere, nicht mehr
feststellbare Bildungen des Uridg. ersetzt haben.
(lo) Präsens mit schwundstufiger Wurzel und Suffix -é/ó-
z.B. *sup-e/ö- zu *seup-
Kurzschreibweise R(z)-e-: *su p-é-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Suffix = Themavokal überall betont;
hier für das Uridg. bei 52 Wurzeln angesetzt (20 sicher, 32 unsicher).
(1р) Präsens mit Suffix -ske/ö- z.B. *g!mı-skelö- zu *g"em- ‘gehen, kommen’
Kurzschreibweise R(z)-ske-: *olim-ske-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
im Suffix der Themavokal überall betont;
hier für das Uridg. bei 74 Wurzeln angesetzt (52 Fälle sicher, 24 unsicher).
(lq) Präsens mit schwundstufiger Wurzel und Suffix -ie/ö-
z.B. *£nh,-ielö- zu *genh,-
Kurzschreibweise R(z)-ie-: *Snhy-ie-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
im Suffix der Themavokal überall betont;
hier für das Uridg. bei 189 Wurzeln angesetzt (96 Fälle sicher, 94 unsicher).
(Ir) Präsens mit vollstufiger Wurzel und Suffix -ie/o-
z.B. *spek-ielo- zu *spek-
Kurzschreibweise R(6)-ie-: *spek-ie-
Wurzel in allen Formen vollstufig und betont;
Suffix überall unbetont;
hier für das Uridg. bei 50 Wurzeln angesetzt (19 Fälle sicher, 31 unsicher).
(15) Präsens mit Suffix -6/е/о- z.B. *trp-eielo- zu 1.*trep-
Kurzschreibweise R(z)-eie-: *typ-é ie-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
im Suffix der erste Vokal überall betont;
hier für das Uridg. bei 36 Wurzeln angesetzt (15 Fälle sicher, 21 unsicher).
(10) Präsens mit Suffix -de/o- z.B. *kleuH-delo- zu kleuH- “wohin geraten’
Kurzschreibweise R(&)-de-: *kleuH-de-
Wurzel in allen Formen vollstufig und betont;
20
Suffix überall unbetont;
hier für das Uridg. bei 4 Wurzeln angesetzt (alle Fälle unsicher).
(lu) Präsens mit Suffix -d’e/o- z.B. *pleh,-d"elo- zu *pleh,-
Kurzschreibweise R(&)-d"e-: *pleh,-d"e-
Wurzel in allen Formen vollstufig und betont;
Suffix überall unbetont;
hier für das Uridg. bei 12 Wurzeln angesetzt (7 Fälle sicher, 5 unsicher).
(1v) Präsens mit Suffix -te/o- z.B. *plek-telo- zu *plek- ‘flechten’
Kurzschreibweise R(é)-te-; *plek-te-
Wurzel in allen Formen vollstufig und betont;
Suffix überall unbetont;
hier für das Uridg. bei 3 Wurzeln angesetzt (alle Fälle sicher).
2. Aorist
(2a) Wurzelaorist z.B. *g“ém-/g"m- zu *g"em-
Kurzschreibweise R(é)-/R(z)-: *g“ém-/g“m-
Wurzel vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv und im
Konjunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder
Sekundäraffix);
hier für das Uridg. bei 409 Wurzeln angesetzt (265 Fälle sicher, 144 unsicher).
Die unredupliziert thematischen Aoriste sind hier sämtlich als erst nachurindo-
germanisch thematisierte Wurzelaoriste oder als Neubildungen angesehen, auch
wenn sie bei der gleichen Wurzel in mehreren Einzelsprachen belegt sind (wie
ved. ávidat, gr. eldov, Wurzelaorist in lat. uidi fortgesetzt)
(2b) Aorist mit Suffix -s- (sigmatischer A.) z.B. *a'eig"-s-/d’eig"-s- zu *d"eig"-
Kurzschreibweise R(&)/R(&)-s-: *areig"/d"eigt-s-
Wurzel dehnstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv, sonst
vollstufig und betont, auch im Konjunktiv;
hier für das Uridg. bei 177 Wurzeln angesetzt (78 Fälle sicher, 99 unsicher).
21
Der Wurzelablaut ist beim Indikativ/Injunktiv in Jeder Einzelsprache in die eine
oder die andere Richtung ausgeglichen. Viele sigmatische Aoriste der Einzel-
sprachen können Ersatzbildungen für Wurzelaoriste sein.
(2c ) redupliziert-thematischer Aorist z.B. *ue-uk*-elo- zu *uek*-
Kurzschreibweise C e-R(z)-e-: *ue-uk*-e-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Reduplikationssilbe stets mit e und betont;
Suffix = Themavokal überall unbetont;
hier für das Uridg. bei 18 Wurzeln angesetzt (5 Fälle sicher, 13 unsicher).
Der wohl erst im späten Urindogermanischen entstandene Bildungstyp hat dort
komplexiv-iterative Bedeutung (BENDAHMAN 246); die kausative Bedeutung im
Griechischen und die paradigmatische Zuordnung zu Kausativ-Iterativ-Präsen-
tien im Vedischen ist erst einzelsprachlich entwickelt. Auch die athematische
Flexion (ved. djigar, gr. ion. єѓло) wird hier als einzelsprachliche Neuerung an-
gesehen, ebenso die nur vedische i-Reduplikation.
3. Perfekt
(3a) redupliziertes Perfekt z.B. *bhe-bhóidh-/bhe-bhiqh- zu *bheidh-
Kurzschreibweise C;e-R(ó)/R(z)-: *bhe-bhóidh/bhiqh.-
Wurzel o-stufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv und im Kon-
junktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder Se-
kundäraffix),
Reduplikationssilbe stets mit e und unbetont;
Endungen des Stativs im Indikativ/Injunktiv (z.B. 3s -e), im Sing. unbetont,
sonst betont;
Bedeutung: als Folge einer Veränderung am Subjekt erreichter Zustand;
hier für das Uridg. bei 281 Wurzeln angesetzt (144 Fälle sicher, 137 unsicher).
Daß in den Formen mit o-stufiger Wurzel diese und nicht das e der Reduplikati-
onssilbe betont ist, wird der im Späturindogermanischen wirksamen k*etuöres-
Regel verdankt (é - o - V > e - ó - V). Späturindogermanisch war der Akzent mo-
bil (‘hysterokinetisch’). Möglicherweise war er vor der Wirkung der k*etuöres-
22
Regel stabil auf der Reduplikationssilbe (KÜMMEL, Stativ Ge: Perfekt 58); sonst
(bei urspr. amphidynamischer Flexion) müßte deren konstantes e analogisch
nach Singular und Konjunktiv (und der Position zwischen Obstruenten: TT >
TeT) sein. - Aufgrund seiner Bedeutung konnte das Perfekt im Urindogermani-
schen nur zu einer beschränkten Anzahl von Verben gebildet werden; der erst
nachurindogermanische Wegfall der Beschränkung des erreichten Zustands auf
das Subjekt machte zahlreiche Neubildungen möglich, von denen viele der ererb-
ten Bildungsregel folgten; es gibt also beim Perfektstamm viele morphostruktu-
relle Gleichungen, die nicht auf das Urindogermanische zurückgehen (Neoper-
fekt). - Als Stativ stand das Perfekt außerhalb der Opposition Aktiv : Medium;
nach dem Rückgang der Diathese Stativ wurden die Perfektstämme ins Aktiv
überführt. Auch eine Opposition Aktiv : Medium konnte entstehen (über das
Passiv des Neoperfekts?). Die Einzelheiten warten noch auf eine gezielte Unter-
suchung. - Die in westindogermanischen Sprachen als Konkurrenz zum redupli-
zierten Perfekt auftretende Regel der Perfekstammbildung durch Dehnung des
Wurzelvokals (lat. Jee, got. gebum, air. fich) wird hier als nachurindogermani-
sche Generalisierung einer Umbildung angesehen, die ihren Ursprung in der
Schwundstufe von Wurzeln mit Obstruenten neben dem Ablautvokal hat.
4. Kausativ - Iterativ
(4a) Kausativ-Iterativ mit Suffix -ё/е/о- z.B. *mon-eielo- zu *men-
Kurzschreibweise R(o)-eie-: *mon-eie-
Wurzel in allen Formen o-stufig und unbetont;
Suffix überall auf dem ersten Vokal betont;
Bedeutung: (1.) Veranlassung, einen Sachverhalt zu realisieren,
(2.) Wiederholte Realisierung eines Sachverhalts;
hier für das Uridg. bei 440 Wurzeln angesetzt (237 Fälle sicher, 203 unsicher).
Kausative und iterative Bedeutung der Bildung sind beide gut belegt (*mon-eie-
“daran denken machen’ = “ermahnen, erinnern’ in lat. monëre zu 1.*men- ‘einen
Gedanken fassen’, *spond-e ie- “wiederholt, d.h. seitens der beiden Vertragspart-
ner libieren’ = ‘geloben’ in lat. spondere zu *spend- "bueren" Für die Vertei-
lung der beiden Bedeutungen ist keine Regel erkennbar; sie scheint lexikalisch
23
kondizioniert. Die Doppelbedeutung des Bildungstyps ist eher verständlich,
wenn die Bildung denominalen Ursprungs war. Ein Stamm dieses Bildungstyps
konnte im Späturindogermanischen grundsätzlich wohl von jeder Wurzel gebil-
det werden, auch wo ein Stamm des viel selteneren zweiten Kausativ-Iterativ-
Typs (4b) daneben stand (*sod-eie- neben *söd-ie- ‘setzen’ zu *sed ‘sich set-
zen’).
(4b) Kausativ-Iterativ mit Suffix -ie/o- z.B. *suöp-ielo- zu *suep-
Kurzschreibweise R(ö)-ie-: *suöp-ie-
Wurzel in allen Formen o-stufig, dehnstufig und betont;
Suffix überall unbetont;
Bedeutung: kausativ und iterativ wie bei (4a);
hier für das Uridg. bei 24 Wurzeln angesetzt (12 Fälle sicher, 12 unsicher).
Die beiden Bedeutungen sind gut belegt (kausativ *suöp-ie- “einschläfern’ in lat.
söpire zu *ѕнер ‘schlafen’, iterativ *k“ölh,-ie- “oft wohin gehen’ in gr. rwA&ouaı
zu *k“elh,- ‘sich umwenden’). Auch sonst gilt - abgesehen von der Häufigkeit -
das Gleiche wie beim vorausgehenden Typ.
5. Desiderativ
(5a) Desiderativ mit Suffix -s- z.B. *ueid-s-uid-s- zu *ueld-
Kurzschreibweise R(é)/R(z)-s-; *ueidluid-s-
Wurzel vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv und im
Konjunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder
Sekundäraffix);
Suffix in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Bedeutung: Wunsch des Subjekts, einen Sachverhalt zu realisieren;
hier für das Uridg. bei 77 Wurzeln angesetzt (27 Fälle sicher, 50 unsicher).
Die Notwendigkeit, einen unreduplizierten Desiderativstamm als Quelle ver-
schiedener einzelsprachlicher Futurstämme und einzelner isolierter Lexeme (z.B.
lat. иіѕеге) anzunehmen, scheint unabweisbar; über den grundsprachlichen An-
satz läßt sich diskutieren. Auch die Abgrenzung gegenüber dem Konjunktiv des
24
s-Aorists und die Entwicklung der Desiderativa in den Einzelsprachen verlangen
noch weitere Untersuchungen.
(5b) Redupliziertes Desiderativ mit Suffix -se/ö- z.B. *ui-un-selö- zu *uen-
Kurzschreibweise C;i-R(z)-sé-: *ui-un-se-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Reduplikationssilbe stets mit i und unbetont;
ım Suffix der Themavokal überall betont;
Bedeutung wie bei (5a);
hier für das Uridg. bei 36 Wurzeln angesetzt (9 Fälle sicher, 27 unsicher).
Bei Wurzeln auf Liquida und Nasal tritt (ebenso beim vorher genannten Typ
(5a)) einzelsprachlich zwischen Wurzel und Suffix ein Laryngal (bzw. dessen
Entsprechung) auf (*wi-un-H-se- > ved. viväsa-, *g"hi-g""n-H-se- > ved. jí-
ghänsa-, air. -gena zu *g*en- “schlagen’), der sicher von Set-Wurzeln abstra-
hiert ist; wie weit dieser Einschub schon grundsprachlich ist, wäre noch zu unter-
suchen.
6. Intensiv
(6a) Redupliziertes Intensivum z.B. *k#ér-k#or-/Ik#ér-k#r- zu *k“er-
Kurzschreibweise C/eCz3-R(o)/R(z)-: *ker-k*or/kXr-
Wurzel o-stufig und unbetont im Singular von Indikativ/Injunktiv Aktiv, sonst
schwundstufig und unbetont, auch im Konjunktiv;
Reduplikationssilbe besteht aus dem ersten Wurzelkonsonanten, dem stets be-
tonten Reduplikationsvokal é und dem zweiten Wurzelkonsonanten;
Bedeutung: wiederholte Realisierung eines Sachverhalts;
hier für das Uridg. bei 14 Wurzeln angesetzt (5 Fälle sicher, 9 unsicher).
Die Reduplikationssilbe ist in den Einzelsprachen vielfältig umgebildet (vgl.
SCHAEFER 22-35). Die Bildung ist im Indoiranischen produktiv; daher ist Bezeu-
gung allein im Indoiranischen kein sicheres Indiz für grundsprachliches Alter ei-
nes Intensivstammes.
25
7. Fientiv
(7a) Fientiv mit Suffix -éh;-/-h;- z.B. *mn-Eh,-/Imn-h;- zu *men-
Kurzschreibweise R(z)-Ehy/h,-: *mn-Ehjlh;-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
Suffix vollstufig und betont im Singular von Indikativ/Injunktiv und im Kon-
jJunktiv, sonst schwundstufig und unbetont (betont sind dann Endung oder Se-
kundäraffix);
Bedeutung: Eintritt des Subjekts in einen neuen Zustand;
hier für das Uridg. bei 61 Wurzeln angesetzt (20 Fälle sicher, 41 unsicher).
Diese in den üblichen Darstellungen des urindogermanischen Verbalsystems
nicht aufgenommene Kategorie wurde im Anschluß an RINGE, Sprache 34
(1988-90) 83-9 und RASMUSSEN, FS SZEMERENYI 2 III 480-3 nach HARDARSON,
FT Innsbruck 323-339 angesetzt.
8. Essiv
(8a) Essiv mit Suffix -h,ie/ö- z.B. *lip-h,ie/ö- zu *leip-
Kurzschreibweise R(z)-h,ie-: *lip-hie-
Wurzel in allen Formen schwundstufig und unbetont;
ım Suffix der Themavokal überall betont;
Bedeutung: Zustand des Subjekts (im Unterschied zum Perfekt (3a) ohne Beto-
nung des Eintretens in den Zustand);
hier für das Uridg. bei 99 Wurzeln angesetzt (42 Fälle sicher, 57 unsicher).
Der Ansatz der Kategorie beruht auf der gleichen Literatur wie der des Fientivs
(7a). Es sieht so aus, als würde diese Kategorie im Späturindogermanischen die
stativischen Präsentien (lc) und (14) zu ersetzen beginnen.
4. Struktur der Lemmata
Dem Ziel entsprechend, den äußeren Umfang des Werkes in einem vertretbaren
Rahmen zu halten, sind die Angaben in den einzelnen Artikeln knapp gehalten.
Standardinformationen sind formalisiert, teils durch die Anordnung, teils durch
Symbole. Eine reibungslose Nutzung der gebotenen Information setzt Vertraut-
26
heit mit den Prinzipien voraus, die den Aufbau der einzelnen Artikel bestimmen.
Folgendes ist dazu zu bemerken:
Erster Block (Kopfleiste): die urindogermanische Wurzel, und zwar
links: Lemma (im Fettdruck): rekonstruierte Morphostruktur der urindoger-
manischen Wurzel; Fragezeichen davor: urindogermanischer Status
der Wurzel unsicher;
Mitte: erschlossene oder vermutete Bedeutung der rekonstruierten urindo-
germanischen Wurzel, beschrieben mit neuhochdeutschen Verben
oder Verbalphrasen; š
rechts: Seitenzahl(en) der Stelle(n) in POKORNYs IEW, an der die Wurzel
(unter dem gleichen oder unter einem anderer Ansatz) aufgeführt ist;
bei tiefergreifenden Unterschieden gegenüber POKORNYs Auffas-
sung, z.B. bei anderer Verteilung von einzelsprachlichem Material
auf die urindogermanischen Wurzeln, ist diese Angabe in eckige
Klammern gesetzt; ist das aufgeführte Material im IEW gar nicht
verzeichnet, steht ein waagrechter Strich (IEW A.
Zweiter Block: als urindogermanisch anzusetzende Primärstammbildungen
zur Wurzel und ihre direkten oder umgebildeten Fortsetzungen in
den Einzelsprachen.
Senkrechte Gliederung:
Wenn für das Urindogermanische nur eine Primärstammkategorie rekonstruier-
bar ist, bleibt der zweite Block in der Senkrechten ungegliedert.
Wenn für das Urindogermanische mehrere Primärstammkategorien rekonstruier-
bar sind (Präsensstamm, Aoriststamm etc.), ist der zweite Block in der Senk-
rechten in mehrere Teilblöcke aufgeteilt, wobei für jede Primärstammkatego-
rie ein eigener Teilblock vorgesehen ist.
Die Kategorie, für die Identität des Primärstamms mit der Wurzel belegt oder zu
erschließen ist, d.h. Präsens bei Wurzelpräsens, Aorist bei Wurzelaorist, wird
27
als erste genannt, darauf die Jeweils andere dieser beiden Kategorien, gefolgt
von Perfekt, Kausativ-Iterativ, Desiderativ, Intensiv, Fientiv und Essiv.
Sind für eine Primärstammkategorie mehrere Bildungen für das Urindogermani-
sche angesetzt, sind sie untereinander aufgeführt.
Waagerechte Gliederung:
Linke Kolumne: Bezeichnung und Rekonstruktion der urindogermanischen
Primärstammbildungen;
Fragezeichen davor: Ansatz unsicher.
Rechte Kolumne: die einzelsprachlichen Verbalstämme, die direkt oder umge-
bildet (dann hinter öffnender eckiger Klammer angeführt) die urindo-
germanische Bildung der linken Kolumne fortsetzen, jeweils mit An-
gabe der Bedeutung durch neuhochdeutsche Verb(alphras)en.
Reihenfolge der Sprach(grupp)en, deren jede mit einer neuen Zeile beginnt:
Anatolisch, Indisch, Iranisch, Armenisch, Phrygisch, Griechisch,
Messapisch, Italisch, Keltisch, Germanisch, Baltisch, Slavisch, Al-
banisch, Tocharisch.
Belegangabe: Die einzelsprachlichen Verbalstämme sind in üblicher Weise in
der ältesten greifbaren Form angegeben, wenn ausreichend belegt, in
der Zitierform, sonst in den belegten Formen. Kommt ein Verbal-
stamm in mehreren Sprachen einer Sprachgruppe (z.B. des Germani-
schen oder Slavischen) in jeweils lautgesetzlicher Entsprechung
(oder mit sekundärer Umbildung) vor, so ist eine repräsentative Form
angeführt und hinter dem Sprachennamen ein eingeklammertes Plus-
zeichen (+) gesetzt.
Dritter Block (in Petit): einzelsprachliche Neubildungen von Primärstäm-
men, die nicht als Umbildungen urindogermanischer Morphostruktu-
ren verständlich sind, vielmehr solche nach einzelsprachlichen Mus-
tern ersetzen.
Wenn nur eine einzige Primärstammbildung als Neubildung festzustellen ist,
bleibt der dritte Block in der Senkrechten ungegliedert,
28
sonst ist er in Teilblöcke aufgeteilt, wobei je ein Teilblock einem Bildungstyp
entspricht.
Jeweils linke Kolumne: Bezeichnung von Primärstammkategorie und
-bildungstyp,
jeweils rechte Kolumne: einzelsprachlich belegte Bildungen mit Angabe der
Bedeutung.
Vierter Block (in Petit):
Anmerkungen, die durch Zitat von Sekundärliteratur oder durch Andeutung
von Argumenten Ansätze und Anordnung in den "vorausgehenden
Blöcken begründen sollen.
(Die Anmerkungen unmittelbar unter dem Lemma anzuordnen schien über-
sichtlicher als eine Anordnung am Ende der Seite)
Rechts unter dem Ende des dritten Blocks, oberhalb der Anmerkungen, ist mit
seinen InitialenderName des Redaktors angegeben:
M(artin) K(ümmel), Th(omas) Z(ehnder), Riemer) L(ipp), B(rigitte)
S(chirmer), H(elmut) R(ix).
5. Das Projekt und seine Mitarbeiter
Das LIV ist in Gemeinschaftsarbeit entstanden. Es ist das Produkt eines For-
schungsprojekts, das vom Unterzeichneten konzipiert, von der Deutschen For-
schungsgemeinschaft gefördert und vom 1. 7. 1991 bis 31. 3. 1997 an der Uni-
versität Freiburg durchgeführt wurde. Gerhard Meiser und Jön Axel Haröarson
haben mir in der Planungs- und Antragsphase, letzterer bis zum Beginn der Re-
daktionsphase mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Martin Kümmel hat seine
immense Arbeitskraft und seine profunde indogermanistische Information in das
Projekt eingebracht; nicht zufällig steht auf dem Titelblatt unter den Namen der
Bearbeiter der seine an erster Stelle. Ludwig Rübekeil hat die Grundlage für die
für das Projekt verwendete Datenverarbeitung gelegt, die dann Reiner Lipp, Tho-
mas Zehnder und Martin Kümmel weiter vervollkommnet haben. An der Samm-
29
lung des Materials aus den Wörterbüchern und an der Auswertung der Sekundär-
literatur waren neben J. A. Haröarson auch Jadwiga Bendahman, James Cohen,
Olaf Hackstein (dem wir manche Interpretation tocharischer Formen verdanken),
Pamela Kösling und die späteren Redaktoren beteiligt.
Die Redaktion der Lemmata, die entscheidende Arbeit am Projekt, war Martin
Kümmel, Thomas Zehnder, Reiner Lipp und Brigitte Schirmer anvertraut. Jeder
Redaktor hat die von ihm redigierten Lemmata mit seinen Initialen gekennzeich-
net, so daß sein Anteil am Ganzen erkennbar ist. Innerhalb der vorgegebenen
Strukturen der Lemmata und unter Berücksichtigung der gebotenen Kürze waren
die Redaktoren in formaler wie inhaltlicher Hinsicht frei. Die daraus resultieren-
den formalen Unterschiede zwischen den Lemmata der einzelnen Redaktoren,
etwa hinsichtlich der Expliziertheit der angenommen Umbildungen oder der an-
geführten Parallelen, tun wohl dem Ganzen keinen Abbruch. Das Aufkommen
schwererwiegender inhaltlicher Unterschiede, etwa im Ansatz der urindogerma-
nischen Primärstammbildungen, wurde durch einen intensiven Gedankenaus-
tausch zwischen den Redaktoren und mit dem Projektleiter weitgehend vermie-
den. Darüber hinaus tragen die Redaktoren und die Redaktorin die Verantwor-
tung für die von ihnen abgefaßten Lemmata. Die Tätigkeit des Projektleiters be-
schränkte sich im Redaktionsprozeß weitgehend auf Diskussion und Beratung.
So ist die Ausführung des Projektes im Wesentlichen die Leistung einer Gruppe
von jungen Wissenschaftlern.
Das Verzeichnis der Sekundärliteratur haben Thomas Zehnder und Martin Küm-
mel redigiert, das Abkürzungsverzeichnis Brigitte Schirmer. Die Register der ur-
indogermanischen Phänomene (rückläufiger Wurzelindex, Index der Primär-
stammbildungen) hat Martin Kümmel zusammengestellt, den Index der zitierten
einzelsprachlichen Wörter und Formen derselbe zusammen mit Thomas Zehn-
der.
Unser Dank, der Dank der Redaktoren, der Redaktorin und des Projektleiters,
geht an alle, die zum Zustandekommen des LIV beigetragen haben. Er gilt den
Kommilitonen, die bei der Materialsammlung geholfen haben, und den Kollegen,
die an den Vorbereitungs- und Anfangsarbeiten beteiligt waren, - ihrer aller Na-
30
men sind oben genannt; er gilt den Mitarbeitern in der Verwaltung der Universi-
tät Freiburg, die den administrativen Teil des Projektes betreut haben, besonders
Christel Hiesel und Irene Hildenbrand vom Sprachwissenschaftlichen Seminar;
er gilt Eva Tichy, die als meine Nachfolgerin in der Direktion des Sprachwissen-
schaftlichen Seminars der Universität Freiburg dem Projekt jede Hilfe hat zuteil
werden lassen; er gilt der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die das Projekt in
großzügiger Weise finanziell und ideell gefördert hat, und er gilt schließlich Ur-
sula Reichert, die das Buch in ihrem Verlag erscheinen zu lassen bereit war, und
Ute Hempen, die das Werden des Buches im Verlag betreut hat. Wir würden uns
freuen, wenn das Ergebnis unserer Arbeit sich als dieser vielfältigen Hilfe wür-
dig erweisen sollte.
Freiburg, den 1. September 1997 Helmut Rix
Zur zweiten Auflage
20 Monate nach seinem Erscheinen war das LIV vergriffen; von den 600 Exem-
plaren der Auflage war keines mehr verfügbar, und die Nachfrage hörte nicht
auf. Bei aller Freude über den nicht in diesem Ausmaß erwarteten Erfolg standen
Verlag, Herausgeber und Mitarbeiter vor der Frage, wie diese Nachfrage zu be-
friedigen sei. Zunächst wurde ein Nachdruck erwogen, in dem nur kleinere Ver-
sehen behoben werden sollten, etwa das Fehlen der letzten zwei Zeilen auf S.
462. Bald aber überwog der Gedanke, die Chance inhaltlicher Ergänzungen und
Verbesserungen zu ergreifen und eine Neubearbeitung vorzulegen. Ein Titel
LIV? würde auch die von Verlag und Herausgeber durchaus geschene, aber nicht
sehr ernst genommene Interpretation von LIV als ‘54’ ausschließen (2916 wird
niemand als LIV? schreiben); auch die Assoziation mit einem großen Namen der
Leinwand drängt sich nicht mehr so sehr auf.
Die Zumutung für den Besitzer der Erstauflage, nach zwei Jahren einen weite-
ren dicken, bibliotheksbelastenden Band zu erwerben und die bisher eingetrage-
nen Anmerkungen in diesen zu übertragen, vermeiden wir dadurch, daß wir die
Neuerungen auch in einem eigenen Ergänzungsband zusammenstellen, in einem
Addidamentum zum LIV (das aus technischen Gründen etwas später als LIV? er-
scheinen wird). LIVAdd soll auf den WWW-Seiten des Dr.-Ludwig-Reichert-
Verlages abrufbar sein und auf Bestellung auch als gedrucktes Exemplar verfüg-
bar gemacht werden. In LIVAdd werden die Zusätze zu ШУ! unter dem ein-
schlägigen Lemma mit dem zum Verständnis nötigen Zusammenhang geboten;
bei Korrekturen erscheint zusätzlich der zu tilgende Text als durchgestrichen.
Den Vorwurf, daß wir die Neuerungen nicht schon in die Erstauflage aufge-
nommen haben, müssen wir hinnehmen. Zur Verteidigung können wir vorbrin-
gen, daß unser Fach lebendig ist und so immer wieder neue Erkenntnisse ermög-
licht; außerdem ist manches Neue von Rezensenten vorgeschlagen oder wenig-
stens provoziert worden. Im übrigen haben wir das Buch nie als abschließende
Summa, sondern als Basis für weitere Arbeit verstanden, und auf diesem Weg ist
schon jetzt eine erste Etappe erreicht.
32
1. Korrekturen und/oder Ergänzungen sind von E. TICHY, Th. ZEHNDER, R.
РР, Н. Rıx, M. KÜMMEL und (brieflich) B. FORSSMAN, M. JANDA, M. MEIER-
BRÜGGER, G. NEUMANN, R. PLÖCHL, J. REINHART, B. SCHULZE-THULIN und St.
SCHUMACHER vorgeschlagen worden. Manche Verbesserungsvorschläge sind in
den uns bisher bekannt gewordenen Rezensionen enthalten. C. GARCÍA CASTIL-
LERO hat uns das Manuskript seiner These über die Präsensbildungen des
Oskisch-Umbrischen zugeschickt; desgleichen standen uns auch die Dissertation
von B. SCHULZE-THULIN sowie die Diplomarbeit von K. PRAUST zur Verfügung.
Abgesehen von einigen wenigen, von H. Rıx redigierten neuen Lemmata (und
von diesen Vorbemerkungen) wird die Durchführung der Neubearbeitung gänz-
lich M. KÜMMEL verdankt. Die einzelnen Korrekturen und Ergänzungen sind na-
türlich an Ort und Stelle vorgenommen; dabei ist zu beachten, daß die Zählung
der Anmerkungen (auch bei Umstellungen) in der Regel beibehalten wurde, so
daß in Einzelfällen die numerische Reihenfolge im Lemmatext nicht mit der ge-
druckten übereinstimmt; neu eingefügte Anmerkungen erhalten Nummern mit
Buchstaben (la, 16 usw.; zu Beginn des Lemmas vor der alten Anm. 1 stehen 0,
Оа usw.). Hier ist nun nur noch über eine generelle Neuerung zu handeln.
Im LIV! sind die Tektale traditionell transkribiert, die Palatale und die Labio-
velare mit diakritischen Zeichen an den Tektalbuchstaben Letz, tz etc.), die
Velare mit unmarkierten Tektalbuchstaben (<k> etc.). Mit unmarkierten Tektal-
buchstaben sind aber auch sowohl die Tektalsegmente transkribiert, bei denen
nicht zwischen Palatal und Velar zu unterscheiden ist, weil brauchbare Belege
aus den Satemsprachen fehlen, als auch die Tektalsegmente, bei denen nicht zwi-
schen Labiovelar und Velar zu unterscheiden ist, weil brauchbare Belege aus den
Kentumsprachen fehlen. Damit erhalten die Velare, wie E. SEEBOLD, IF 104,
288, vermerkt hat, ein ihnen nicht zukommendes statistisches Übergewicht. Wir
sind jetzt SEEBOLDS Empfehlung gefolgt und klammern das diakritische Zeichen
des Tektalbuchstaben ein, wenn zwischen Palatal oder Labiovelar und Velar
nicht zu unterscheiden ist: «>, <> etc. Die alphabetische Einordnung der be-
treffenden Wurzeln im Lemmateil bleibt aber gegenüber LIV’ unverändert; fünf
Klassen von Tektalen zu etablieren - drei mit eindeutigem und zwei mit mehr-
deutigem Tektal - schien zu weit von aller bisherigen Praxis entfernt und darum
wenig opportun (zumal es den Aufwand für LIVAdd deutlich erhöht hätte). Im
33
rückläufigen Wurzelindex wurde dies jedoch durchgeführt, um die Erstellung ei-
ner Statistik zu erleichtern.
2. In den Besprechungen' ist das Werk positiv aufgenommen worden, auch
wo Kritik angemeldet wurde. Soweit die Kritik Generelles, also in der Einleitung
Besprochenes (oder nicht Erwähntes) betrifft, soll hier dazu Stellung genommen
werden.
(a) Zur Ermittlung der Wurzeln bleibt, in Ermangelung muttersprachlicher
Kompetenz oder eines Textkorpus, nur der Weg über die Literatur, in der die Er-
gebnisse einer fast zweihundertjährigen Forschungsarbeit niedergelegt sind. Der
Materialsammlung zugrundegelegt wurde J. POKORNYs Indogermanisches Ety-
mologisches Wörterbuch von 1959. Zusätzlich wurden die einzelsprachlichen
etymologischen Wörterbücher ausgewertet, besonders das des Altindoarischen
von M. MAYRHOFER (EW Aia) und das des Griechischen von H. FRISK. Auch die
übrige mit dem Verbum befaßte Sekundärliteratur der letzten 40 Jahre wurde he-
rangezogen, besonders die Monographien von SEEBOLD, OETTINGER und KLIN-
GENSCHMITT. Bei der Auswertung der Literatur mußte den Exzerptoren eine ge-
wisse Freiheit der Entscheidung auch darüber zugebilligt werden, inwieweit ein
nur in einer einzigen Sprache belegtes primäres Verb aufgenommen werden
sollte. Dabei konnte es auch zu Fehlentscheidungen kommen, wozu etwa der
Ausfall der Wurzel *neg“- “dunkel werden’ gehört, die nur im Hethitischen ver-
bal belegt (nekuzzi) und darum im IEW nicht unter den Verbalwurzeln aufge-
führt ist. Daß im LIV nicht der Gesamtbestand der urindogermanischen Verbal-
wurzeln erfaßt ist, sondern nur die davon erworbene Kompetenz der Forschung -
genauer: die Kompetenz des Teams von dieser -, braucht nicht betont zu werden.
So wird die Liste der Wurzeln wohl noch manche Ergänzung erhalten; schon die
zweite Auflage verbucht etwa ein halbes Hundert (während andererseits etwa ein
Dutzend Wurzeln gestrichen wurden).
"An Besprechungen sind uns bekannt geworden:
A. BAMMESBERGER, HS 111 (1998), 376-7.
E. POLOME, ЛЕЗ 27 (1999), 212-3.
E. SEEBOLD, IF 104 (1999), 287-95.
M. MAYRHOFER, Die Sprache 39,1, 138-9.
J. T. KATZ (erscheint in ‘'Gnomon’).
J. Т. KATZ und М. MAYRHOFER sei herzlich dafür gedankt, daß sie uns die Manuskripte ihrer
Besprechungen vor dem Erscheinen zukommen ließen.
34
(b) Elmar SEEBOLD hat die “Unbesorgtheit’, mit der im LIV Verbalwurzeln
für das Urindogermanische angesetzt sind, Unbehagen bereitet, und er vermutet
das gleiche Unbehagen auch bei anderen (IF 104, 287). Nun beruht Jeder Ansatz
einer urindogermanischer Wurzel auf einer Hypothese. Das trifft aber auf jedes
Lexikon und auf jede Grammatik einer Sprache zu, die ja nicht unmittelbar zu
beobachten, sondern nur aus Texten oder daraus erworbener Kompetenz zu abs-
trahieren sind. Selbstverständlich bestehen Unterschiede in der Fundierung die-
ser Hypothesen. Den Grad der Fundierung kann aber im LIV jeder Benutzer
selbst abschätzen, auch unabhängig von Hinweisen des Bearbeiters. Die materi-
elle Basis für den Ansatz einer Wurzel ist stets geboten, und niemand ist daran
gehindert, sie als dafür ungenügend anzusehen; das Unbehagen, das die Notwen-
digkeit einer Entscheidung dem Benutzer verursachen kann, kann ihm nicht ab-
genommen werden.
Grundsätzlich ist dabei zweierlei zu beachten. (1) Es ist damit zu rechnen, daß
es im Urindogermanischen relativ mehr Wurzeln gegeben hat als in den Einzel-
sprachen. Denn die in diesen reichlich genutzte Möglichkeit, spezielle Sachver-
halte durch denominative Ableitungen von suffigierten Nomina auszudrücken,
war im Urindogermanischen offenbar noch kaum ausgebildet; Gleichungen wie
ved. saparyäti ‘verehrt’ - lat. sepelit ‘bestattet’ zu *sep-el- ‘Ehrung’ sind sehr
selten. (2) Es kommt durchaus vor, daß neue Wurzeln entstehen, etwa durch
Wurzelerweiterung (uridg. *kleus- ‘zuhören’ zu *kleu- ‘hören’, LIV! 299), durch
Rückbildung aus Nomina (ved. gup- ‘hüten’ aus go-pa- ‘Kuhhirt’ bzw. dem De-
nominativum gopäyäti “hütet’) oder bei Entlehnung (‘starkes’ Verb mhd. prisen,
Prät. preis, entlehnt aus altfranz. preisier < mlat. pretiare ‘schätzen’). Solche
Wurzeln sind im LIV nicht aufgenommen, wenn sie nachweislich erst einzel-
sprachlich sekundär entstanden sind. Ohne einen konkreten Hinweis auf einen
solchen Vorgang ist die Behauptung, eine einzelsprachlich abstrahierte Wurzel
sei erst nachurindogermanisch entstanden, nicht weniger willkürlich als ihr An-
satz für das Urindogermanische. Sicher, je mehr Einzelsprachen eine Wurzel be-
zeugen, desto weniger wahrscheinlich ist erst einzelsprachliche Entstehung. Man
darf aber (pace MEILLET) den Schluß nicht umkehren und annehmen, daß eine
nur in einer einzigen Einzelsprache belegte (nicht als sekundär erweisbare) Wur-
zel nachurindogermanisch sei; das hieße, den Zufall der Überlieferung zum
35
Maßstab für das rekonstruierte Lexikon zu machen. Hätten wir solche Wurzeln
nicht im LIV aufgenommen, hätten wir die zukünftige etymologische Forschung
möglicher Anhaltspunkte beraubt.
Bei der Unterscheidung der urindogermanischen und der einzelsprachlich ge-
neuerten Primärstammbildungen ist wohl in einiger Zeit die eine oder andere
Änderung gegenüber dem LIV zu erwarten. Die bisherige Forschung, mehr an
der Feststellung der morphologischen Regeln und an der Ermittlung charakteri-
stischer Beispiele interessiert, hat die Frage nach dem mutmaßlichen Alter der
einzelnen Beispiele nicht konsequent thematisiert (am ehesten noch bei den Na-
salpräsentia). Bei spärlicher Bezeugung einer Wurzel ist es manchmal nicht
leicht zu unterscheiden, ob eine Primärstammbildung ererbt, umgebildet oder
neugebildet ist. Das heißt nicht, daß die Einordnungen unreflektiert vorgenom-
men wurden; es heißt aber, daß sie auf Grund von Argumenten durchaus verän-
dert werden können.
(c) Die im LIV für die einzelnen Wurzeln angesetzten Bedeutungen haben,
ungeachtet mancher reflektierter Neuansätze, im Ganzen den wünschenswerten
Zustand noch nicht erreicht; die Kritik ist hier grundsätzlich berechtigt (daß Bir-
kenrinden nach einem Regen in der Sonne glänzen, ist eine andere Sache; dies zu
IF 104, 288). Es besteht auch kein Zweifel daran, daß zur Bestimmung der Wur-
zelbedeutung alte Nominalbildungen unentbehrlich sind und im LIV noch öfter
hätten herangezogen werden können. Nur: die Monographien, die zu einer all-
seits befriedigenden Darstellung der Wurzelsemantik nötig gewesen wären, phi-
lologische Untersuchungen in Einzelsprachen und Wortfeldanalysen der grund-
sprachlichen Rekonstrukte, konnten unmöglich alle geschrieben werden, sollte
das Buch in absehbarer Zeit erscheinen. Das LIV hat der Indogermanistik in die-
sem Bereich sicher nicht weniger Aufgaben gestellt als Lösungen geboten; ein
Beispiel für Wortfelduntersuchungen (die auch einen Beitrag zur Klärung des
grundsprachlichen Alters von Wurzeln leisten könnten), hat neuerdings M. N.
NIEPOKUJ vorgelegt (Differentiating synonyms: Some Indo-European verbs of
cutting, In: Festschrift for Егіс P. НАМР, Vol. II = JIES Monograph Series 25,
Washington D.C. 1997, pp. 97-109). Das Ziel, über die Verbalwurzeln einen
Einblick in die Weltsicht der Sprecher des Urindogermanischen zu vermitteln,
wird wohl eine Zeit auf seine Verwirklichung warten müssen.
36
(d) Der im LIV vertretene Ansatz der verbalen Primärstämme und Primär-
stammkategorien ist in der Tat ohne Vorgang. Er ist aber wohl überlegt und er-
scheint inzwischen auch in Einführungen, so in M. MEIER-BRÜGGER, Indoger-
manische Sprachwissenschaft, Berlin-New York 2000, pp. 157-165, und in E.
TICHY, Indogermanistisches Grundwissen für Studierende sprachwissenschaftli-
cher Disziplinen, Bremen 2000, pp. 88-92, 103-14, 124-8 (Fientiv und Essiv sind
dort nicht akzeptiert). Er basiert auf der Annahme, daß im Urindogermanischen
zur Zeit der Ausgliederung der ersten Vorstufe einer späteren Einzelsprache ein
älteres System von Aktionsarten gerade in ein Aspektsystem übergegangen war.
Dabei wurden alle Wurzelbildungen und (fast?) alle derivierten Aktionsartkate-
gorien einem der beiden Aspekte zugewiesen; telische Wurzelbildungen und Ak-
tionsarten wurden als perfektiv, atelische als imperfektiv interpretiert. Nur ein-
zelne der alten Aktionsartbildungen behielten dabei den Status als Kategorien,
d.h. sie behielten ihre Bedeutung bei und konnten von allen Wurzeln gebildet
werden, soweit keine semantischen Restriktionen bestanden (Perfekt!). Einzel-
sprachlich wurden einige dieser Kategorien dem aus Aorist- und Präsensstamm
bestehenden Verbalparadigma eingefügt, vor allem das Perfekt, aber auch die
Desiderativa (als Futurstämme), der Fientiv (z.B. im Griechischen als Passiv-
aorist) und das Intensivum (im Indoiranischen). Kausativ-Iterativ und Essiv wur-
den in einigen Einzelsprachen die imperfektive Basis und damit der Präsens-
stamm zu selbständigen Verben mit neugebildeten Aorist-, Perfekt- und/oder Fu-
turstämmen. Die übrigen vorurindogermanischen Aktionsartkategorien waren
beim Übergang zum Aspektsystem in den neuen Kategorien (perfektiver) Aorist
und - so die Mehrzahl - (imperfektives) Präsens aufgegangen; sie waren funktio-
nal Allomorphe geworden. Die Allomorphie hat sich bei einigen Verben bis in
die älteren Einzelsprachen erhalten (‘Mehrfachpräsentien’), gelegentlich mit se-
mantischem Unterschied (*hyr-ske- > ved. rcchäti ‘erreicht’, transitiviert
*h,r-néu/nu- > ved. -rnöti “bringt’); von semantisch selbständigen ‘Mehrfachprä-
sentien’ konnten in Einzelsprachen neue Aktionsartkategorien gebildet werden
(-nu-Kausativa im Anatolischen, -ske-Incohativa im Lateinischen etc.). Gewöhn-
lich hat sich aber nur eine der im Präsens oder Aorist aufgegangenen Stammbil-
dungen durchgesetzt, manchmal unter Vermittlung ihrer alten Aktionsartbedeu-
tung an das neue Verbum. Bei den telischen, zum Aoriststamm gewordenen
37
Wurzelstämmen standen für den Ausdruck des Präsens fast immer imperfektive
Aktionsartstämme zur Verfügung. Für den Ausdruck des Aorists bei atelischen,
zum Präsensstamm gewordenen Wurzeln mußte dagegen eine neue Bildungsre-
gel geschaffen werden, der sigmatische Aorist; das alte Aktionsartsystem ver-
fügte nur in Ausnahmefällen (reduplizierter Aorist) über eine formal charakteri-
sierte Bildung, die sich als perfektiv interpretieren und als Aorist einordnen ließ.
Unter besonderen (noch nicht genauer erforschten) semantischen Bedingungen
sind zu einem Averbo formal uncharakterisierte Stämme von verschiedenen
Wurzeln zusammengetreten, wobei der Wurzelstamm eines telischen Verbums
als Aoriststamm, der eines atelischen Verbums als Präsensstamm fungierte (Sup-
pletivismus).
Es wäre sicher nicht überflüssig gewesen, diese Überlegungen in der Einlei-
tung zur ersten Auflage vorzutragen; es war damit zu rechnen, daß sie nicht für
jeden Benutzer so selbstverständlich waren wie für den Verfasser. Die Forde-
rung, die Einleitung zu einer detailliert begründeten Teilgrammatik des urindo-
germanischen Verbums auszubauen, konnte jedoch nicht erfüllt werden; dazu
fehlen noch zu viele Vorarbeiten. Die Semantik der verschiedenen im Präsens
aufgegangenen Aktionsartbildungen anhand der einzel- oder zwischensprachli-
chen Mehrfachpräsentien zu untersuchen ist derzeit Gegenstand eines DFG-ge-
förderten Forschungsprojekts (J. L. GARCÍA RAMÓN, Köln), ebenso der Suppleti-
vismus. Eine Auseinandersetzung mit der in manchem andersartigen Konzeption
des urindogermanischen Verbums, wie sie von J. JASANOFF und seiner Schule
vertreten wird, hätte den Rahmen des Buches gesprengt, weil dabei auch andere
verbale Dimensionen einzubeziehen waren. Die Diskussion darüber, ob die im
LIV angesetzten Präsensstammbildungen, vor allem die selteneren wie -d"e/o-,
-delo- oder -te/o-Präsens (das singuläre -s-Präsens, Typ If, ist nun gestrichen
worden), zu Recht für das Urindogermanische angesetzt sind oder ob noch ande-
re Bildungen anzusetzen waren, etwa nichtreduplizierte Präsentien mit o-Stufe
der Wurzel, haben wir späterer Forschung überlassen, bei der etwa auch die Vor-
stellungen über das Verhältnis von Wortakzent und Ablaut bei der o-Stufe zu
überprüfen wären (s. jetzt M. KÜMMEL, Zur o-Stufe im idg. Verbalsystem, Vor-
trag auf der Tagung „Indo-European Word Formation - Inventory and Analysis“,
Kopenhagen, 20.10.2000). In der zuletzt genannten Frage folgten wir dem Prin-
38
zip des entia non sunt multiplicanda: Wo die Bildungen eines Typs als Umges-
taltungen eines von uns als grundsprachlich angesetzten Typs zu verstehen waren
(wie wir glaubten), haben wir den Typ nicht als grundsprachlich angesetzt (etwa
ein thematisches Präsens mit o-Stufe der Wurzel, das als Thematisierung eines
der Reduplikation verlustig gegangenen e-reduplizierten Präsens - Typ 1g, р. 16
- zu verstehen ist). Das Prinzip sollte später, nach einer besseren Erforschung der
Materie, durch ein weiteres ergänzt werden, daß nämlich nur solche Präsens-
stammbildungen für das Urindogermanische angesetzt werden sollten, für die im
Vorurindogermanischen eine besondere Aktionsartbedeutung plausibel zu ma-
chen ist - formale Kontaminationen solcher Typen eingeschlossen.
Für das Verständnis einzelner Kategorien und Stammbildungen sei hier noch
einige zusätzliche Literatur genannt (Abkürzungen nach dem Literaturverzeich-
nis pp. 45ff.; weiteres bei M. MEIER-BRÜGGER; Indogermanische Sprachwissen-
schaft, Berlin / New York 2000, 153-166):
Zu (1b), akrodynamisches Wurzelpräsens: J. NARTEN, Zum „proterodynami-
schen“ Wurzelpräsens, FS KUIPER 9-19 = КІЅеһг I (1995), 97-107. - K.
STRUNK, Flexion mit akrostatischem Akzent und die sigmatischen Aoriste, FT
Berlin, 490-514. - HARDARSON 57-71. - M. KÜMMEL, Wurzelpräsens neben
Wurzelaorist im Indogermanischen, HS 111 (1998), 191-208.
Zu (Ic-d), Stative: N. OETTINGER, Der indogermanische Stativ, MSS 34 (1976),
109-149. - ders., Zur Funktion des indogermanischen Stativs, FS Rix, 347-361.
- H. Rıx, The Proto-Indo-European middle, MSS 49 (1988), 101-119. -
KÜMMEL, Stativ passim.
Zu (1р-1), reduplizierte Präsentien: J. A. HARBARSON, Bemerkungen zum
reduplizierten Präteritum II im Tocharischen und zum Kausativaorist in Altin-
dischen, FS BEEKES, 95-102.
G. K. СІАММАКІЅ, Studies іп the syntax and semantics of the reduplicated pre-
sents of Homeric Greek and Indo-European, Innsbruck 1997.
Zu (lk), Nasal-Infıx-Präsens: K. STRUNK, Anhaltspunkte für ursprüngliche Wur-
zelabstufung bei den indogermanischen Nasalpräsentien, Incontri linguistici 5
(1984), 85-102. - ders., Zum Verhältnis zwischen gr. zrapvuuaı und lat.
sternuo, MSS 46 (1985), 221-242. - J. E. RASMUSSEN, Zur Abbauhierarchie des
Nasalpräsens - vornehmlich im Arischen und Griechischen, Koll. Basel, 188-
39
201. - G. MEISER, Zur Funktion des Nasalpräsens im Urindogermanischen, FS
Rıx, 280-313.
Zu (2a), Wurzelaorist: HARDARSON passim.
Zu (2b), sigmatischer Aorist: NARTEN passim. - B. A. DRINKA, The sigmatic ao-
rist in Indo-European, JIES monogr. 13, 1995.
Zu (2c), redupliziert - thematischer Aorist: BENDAHMAN passim. - K. STRUNK,
Über Laryngale und einige reduplizierte Verbalstämme, Laryngaltheorie, 563-
582. - J. А. HARDARSON, FS BEEKES (s. oben zu 1 g-i), 96-98.
Zu (За), Perfekt: KÜMMEL, Stativ 8-9. - ders., Perfekt passim. - DI GIOVINE pas-
sim.
Zu (4a), Kausativ - Iterativ mit Suffix -eie-: JAMISON passim.
Zu (4b), Kausativ - Iterativ mit Suffix -ie-: G. KLINGENSCHMITT, Zum Ablaut
des indogermanischen Kausativs, KZ 92 (1978), 1-13.
Zu (5a), Desiderativ mit Suffix -s-: Rıx 224-225. - ders., Das keltische Verbalsy-
stem auf dem Hintergrund des indoiranisch-griechischen Rekonstruktionsmo-
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Freiburg im Breisgau, den 1. 11. 2000 Helmut Rix
41
Abkürzungen und Symbole
Abkürzungen
Abkürzungen, bei denen lediglich das Suffix -isch weggelassen ist, werden nicht
aufgeführt (so z.B. got. = got-isch).
Sprachen
aalb. altalbanisch chwar. chwaresmisch
aav. altavestisch frz. französisch
abret. altbretonisch germ. germanisch
acech. alttschechisch gr. griechisch
ae. altenglisch heth. hethitisch
afr. altfriesisch hluw. hieroglyphenluwisch
afrz. altfranzösisch hom. homerisch
арер. altgegisch idg. indogermanisch
ahd. althochdeutsch iir. indoiranisch
aheth. althethitisch jav. jungavestisch
ai. altindisch jheth. junghethitisch
air. altirisch keltib. keltiberisch
aksl. altkirchenslavisch khot. khotan(sak)isch
akymr. altkymrisch kluw. keilschriftluwisch
alat. altlateinisch ksl. kirchenslavisch
alb. albanisch lat. lateinisch
alit. altlitauisch lit. litauisch
an. altnordisch mbret. mittelbretonisch
ap. altpersisch mhd. mittelhochdeutsch
aphryg. altphrygisch mi. mittelindisch
apr. altpreußisch mir. mittelirisch
ark. arkadisch miran. mitteliranisch
arm. armenisch mkom. mittelkornisch
aruss. altrussisch mkymr. mittelkymrisch
as. altsächsisch mnd. mittelniederdeutsch
aschw. altschwedisch mnl. mittelniederländisch
atosk. alttoskisch mp. mittelpersisch
av. avestisch тук. mykenisch
bal. Баіоё пе. neuenglisch
bret. bretonisch nhd. neuhochdeutsch
bsl. baltoslavisch nisl. neuisländisch
čech. tschechisch nnl. neuniederländisch
42
nnorw.
np.
nschw.
nsorb.
nur.
osorb.
oss.
pal.
Sonstige
Abstr.
akrodyn.
amphidyn.
athem.
Bdtg.
с.
denom.
Desider.
dial.
f.
fakt.
Fut.
Fut. ex.
gem.
Gramm.
Hap. leg.
id.
Inf.
Inj.
Int.
intr.
ipf.
Ipf.
Ipv.
Iter(at).
Kaus.
Kaus.-It.
Koll.
Konjug.
neunorwegisch
(nynorsk)
neupersisch
neuschwedisch
niedersorbisch
nuristani (= „kafirisch‘“)
obersorbisch
ossetisch
palaisch
Abstraktum
akrodynamisch
amphidynamisch
athematisch
Bedeutung
(genus) commune
denominativ
Desiderativ
dialektal
Femininum
faktitiv
Futur
Futurum exactum
gemäß
grammatische Literatur
Hapax legomenon
idem
Infinitiv
Injunktiv
Intensiv(um)
intransitiv
imperfektiv
Imperfekt
Imperativ
Iterativ
Kausativ
Kausativ-Iterativ
Kollektiv(um)
Konjugation
pkt.
r.-ksl.
skr.
s.-ksl.
slov.
toch.
ukr.
Wruss.
[R(e) usw.
redupl.
refl.
sek.
st.
Stat.
suppl.
sw.
them.
tr.
VAdj.
versch.
viell.
v.l.
Vollst.
prakrit
russisch-kirchenslavisch
serbokroatisch
serbisch-kirchenslavisch
slovenisch
tocharisch
ukrainisch
weißrussisch
Konsonant
lexikographische
Literatur
Maskulinum
mündlich
Medium
Nasalpräsens
Optativ
Neutrum
perfektiv
Plusquamperfekt
Prekativ
Partizip
s. gleich unten]
redupliziert
reflexiv
sekundär
stark
Stativ
suppletiv
schwach
thematisch
transitiv
Verbaladjektiv
verschieden
vielleicht
varia lectio
(Textvariante)
Vollstufe
43
Andere Abkürzungen werden wie im „Duden“ üblich notiert oder verstehen sich
von selbst.
Coversymbole
Es werden die bei MAYRHOFER, Lautlehre 178-9 verzeichneten Coversymbole
verwendet mit folgenden Ausnahmen:
R bei der Rekonstruktion von Wurzeln, die nur im Indoiranischen
belegt sind, für *r/*l.
T jeder Dental.
Zusätzliche Symbole:
R(e) e-Vollstufe der Wurzel
R(ë) e-Dehnstufe der Wurzel
R(o) o-Vollstufe der Wurzel
R(6) o-Dehnstufe der Wurzel
R(z) Schwundstufe der Wurzel
Belegstellenangaben
Griechische Autoren werden nach LIDDELL-SCOTT-JONES zitiert, lateinische nach
dem Oxford Latin Dictionary, indische Belegstellenangaben nach Сото S. 15-18
(Ausnahmen: Y V statt YS und RV-Kh. statt Khil.), avestische nach BARTHOLO-
MAE (jedoch mit Komma statt Punkt zwischen den Ziffern).
Im Text verwendete Symbole
e l. Vor objektsprachlichen Lauten, Formen, Stämmen: durch Rekonstruk-
tion erschlossen.
2. Vor einer Bedeutungsangabe: die Bedeutung ist nur (für eine frühere
Zeit) erschlossen.
3. Hinter einer Form: Die konkrete einzelsprachliche Form ist als solche
(zufällig) nicht belegt.
l. Vor dem Wurzelansatz: der uridg. Status der betreffenden Wurzel ist
fraglich.
2. Vordem Ansatz einer grundsprachlichen Stammbildung: der uridg.
Status der betreffenden Stammbildung ist fraglich.
44
3. Vor einer einzelsprachlichen Bildung: Fraglich ist, ob diese einzel-
sprachliche Bildung tatsächlich die uridg. Stammbildung fortsetzt.
4. Vor der Umbildungsklammer: Fraglich ist, ob die einzelsprachliche
Bildung die uridg. Stammbildung fortsetzt; die einzelsprachliche Bildung
wäre im positiven Fall nach einem geläufigen Muster umgebildet worden.
(?) Hinter einem Bedeutungsansatz: entspricht einem Kommentar (= unsi-
cher).
(+) Hinter der Abkürzung für eine Einzelsprache: die betreffende Stammbil-
dung ist auch in wenigstens einer anderen Sprache dieser Sprachgruppe
belegt.
Beispiel: got. (+) bedeutet, daß die Stammbildung in wenigstens einer
anderen germanischen Sprache fortgesetzt ist.
[ Vor einem einzelsprachlichen Beleg: Es handelt sich um eine Umbildung
der betreffenden grundsprachlichen Stammbildung nach einem produkti-
ven einzelsprachlichen Muster, wie z.B. Thematisierung. Ungewöhnliche
Umbildungen werden in den Anmerkungen erläutert.
|] l. Gemäß den epigraphischen Konventionen: Buchstaben innerhalb der []
fehlen im Original.
2. Zum Ausdruck einer phonetischen Struktur: [*äie].
3. [IEW ...]: kein eigenes Lemma im IEW.
4. Enthält eine zusätzliche Angabe, z.B. 1992 [1994].
Lautgesetzlich entstanden aus.
Wird lautgesetzlich zu.
Entwickelt sich zu.
Ist hervorgegangen aus.
РОА
Kennzeichnet die Trennung im Wort ап einer Nichtmorphemgrenze;
auch: Kompositionsfuge.
Argumenti causa falsch durchgeführte Rekonstruktion.
Emendierte bzw. konjizierte Form.
Mitarbeitersiglen
В. S. Brigitte Schirmer O.H. Olav Hackstein
H. R. Helmut Rix R.L. Reiner Lipp
J А.Н. Jón Axel Harðarson Th. Z. Thomas Zehnder
M.K. Martin Kümmel
45
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ABAEV
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*bhag-' “als Anteil bekommen" IEW 107
Aorist *bhág-/bho- [gr. ёроуоу ‘aß (auf)?
Präsens *b"äg-e- ved. bhajati ‘teilt zu’, bhajate "bekommt Anteil’
Jav. bazat ‘teilt zu, verteilt’
Kausativ *b"og-eie- ved. bhäjäyati ‘läßt Anteil nehmen’
Perfekt ?*bfe-b"ög/b"g- ved. bheje ‘hat (als Anteil bekommen)’,
babhäja ‘hat zugeteilt”?
Desider. ?*b"ág/b",g-s- [ved. abhaksayam ‘genoß, trank’*
ау. baxsaiti ‘teilt aus’, baxsaite ‘bekommt als
Anteil”
?*bři-b*g-sé- ved. bhiksate ‘wünscht, (er)bettelt’®
Neubildungen: s-Aorist ved. Блак ‘teilt zu’, ábhaksi ‘habe Anteil bekommen"!
aav. Konj. baxsaiti ‘soll zuteilen’, 35 Inj. Med. baxštā ‘nimmt
Anteil’
(B.S., М.К.)
Oder *bheg-, wenn /а/ in gr. &payov Schwa secundum ist; für altes *a spricht jedoch toch.B
pake, A pak m. ‘Anteil’ = ved. bhäga- m. “Wohlstand, Besitz’ < *bhágo- m.
Zum Ansatz der Grundbedeutung vgl. GOTÖ 221-2.
Suppl. zu Eodiw bzw. Eöw, s. *hjed-.
Die alte Bedeutung wird vom ved. Medium fortgesetzt, mit Anpassung an die Diathese des
Präsens, während das Aktiv als faktitive Oppositionsbildung dient; Neubildung kann aber
nicht ausgeschlossen werden, vgl. KÜMMEL, Perfekt 333-5.
Falls Iterativbildung zu einem Desider. *bhäksa- (das im Ved. nicht sicher belegt ist, s. GOTÖ
222469) und nicht mit EWAia II 239 denominativ zu bhaksd- m. “Genuß, Trank, Speise’.
Oder zu einer s-Erweiterung von *b”ag- (aus dem s-Aor.?), jedenfalls ist keine Spur desidera-
tiver Bedeutung mehr zu erkennen.
*‘ Anteil bekommen wollen’; daraus Neowurzel bhiks abstrahiert: z.B. Perf. bibhikse ChU.
Vgl. NARTEN 179-80; Neubildung schon uriir.
66
*břed"hz-' ‘stechen, graben’ IEW 113-4
Präsens *bhé-bhoqhh;,/bhdhh,- heth. paddai ‘gräbt”?
Dat. fodið, -ere ‘graben’
[aksl. bodo, (bosti) ‘stechen’®
*bhédhh,-e- lit. bedù, (bèsti) ‘stechen, graben’
Neubildungen: s-Aorist aksl. -bas» stach?)
Perfekt toch.A pätar ‘pflügten”
Iterativ lit. Радаи, badyti ‘stechen, stoßen’
(B. S., M. K.)
|! Heth. dd spricht für *°h>-, lat. fodiö und PPP fossus dagegen (doch sind beide wohl sekundär
gebildet, vielleicht erst nach dem Schwund des Laryngals); vielleicht liegt im Heth. eine
Wurzelerweiterung vor (JASANOFF, Heth. u. Idg. 8723).
Zur Lesung und Lautung s. MELCHERT, AHP 33-4 mit Lit.; dd für *dh ist nur aus einer
Gruppe *d"h, erklärbar, vgl. JASANOFF, l.c. 87; MELCHERT, AHP 77.
Aus deredupliziertem *bhodh- weitergebildet; mit neuem Dehnungsperfekt födi.
Nach VAILLANT III 151 wird o-stufiges *bada- auch vom арг. Ptz. Prät. em-baddusisi ‘hin-
eingesteckt’ vorausgesetzt.
Mit a-Umlaut < *peta- < *b"od"-a-, keine anderen Formen belegt.
*bheg-! ‘brechen (tr.)’ IEW 114-5
Aorist *bhéo-/bho- arm. ebek ‘brach’?
Präsens *b"-neln-g- ved. bhandkti “bricht (tr.)’
arm. bekanem ‘breche’”
lit. bengin, (bengti) ‘beenden’®
?*bhég-e- air. do:aith-biuch ‘schaffe ab’, t-aid-begar "wird
aufgelöst’
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. ved. Pass. bhajyate ‘wird zerbrochen’
khot. bajäte *(zer)bricht (intr.)’®
Perfekt ved. babhänja ‘hat zerbrochen’
(B. S., M.K.)
Ved. und balt. ist aus dem Nasalpräsens eine nasalhaltige Wurzel *bheng- abstrahiert, vgl.
KLINGENSCHMITT 184-5; air. bong- gehört dagegen zu 2.*bheug-, s.d. Daneben gleichbedeu-
tend *bhre%'-, viell. urspr. identisch damit, vgl. die Lit. in EWAia II 243.
Vgl. KLINGENSCHMITT 273.
Eher Neubildung zum Аог.
67
Wenn < *‘abbrechen’, semantisch ungeklärt. Problematisch auch wegen WINTERs Gesetz (5.
Anm. | zu *р'ер“-), das Akut erwarten ließe; denkbar wäre Übertragung der (in offener Silbe
erhaltenen) Vokalkürze aus thematischen Formen.
Im Ir. teilweise mit bong- vermischt, vgl. MCCONE 43.
Iir. Neubildung zum Nasalpräsens; vgl. EMMERICK 91-2.
*bhegu- ‘davonlaufen, fliehen’ IEW 116
Aorist ?*břég!-/b"eg"- [aksl. -běg» ‘lief, floh’
Präsens ?rbheg#-Ibreg-" [gr. феВошол "fiche"
alit. begmi, [lit. begu, (begti) “laufen, fliehen’
[aruss. (+) begu, (běči) ‘laufen?
Kausativ *bhog!-éje- рг. доВёо “verscheuche’, gopéouai “еһе”
Neubildungen: Nasalpräs. aksl. (+) -begnori ‘laufen, fliehen’
Fientiv aksl. bëza ‘lief (davon)’
Essiv aksl. (+) bëzo, běžati “laufen, fliehen’
(B.S.,M.K.)
Formal möglich wäre auch *bhégu-/bh дй, die bs]. Vokallänge ist nämlich durch WINTERs Ge-
setz erklärbar: im Anschluß an МАТАЅОМІС, LP 37 (1995) 57-70 wird hier angenommen, daß
WINTER-Dehnung urspr. kurzer Vokale und Diphthonge vor Media nur in (urbsl.) kurzer
Silbe vor Vokal unterblieb, in allen anderen Umgebungen aber stattfand, also auch in athema-
tischen Paradigmen vor konsonantisch anlautenden Endungen, von wo aus der Langvokal
durch paradigmatischen Ausgleich verallgemeinert werden konnte. Neben dem möglichen
Wurzelaorist ist hier aber in jedem Fall ein akrodynamisches Präsens wahrscheinlich.
Mit Durchführung der R(e) aus phonotaktischen Gründen.
d Vgl. VAILLANT III 382-3; Słownik prastow. I 226; das them. Präs ist im Slav. selten und
meist (so schon aksl.) durch die Ableitungen aksl. (+) beZari und begnori verdrängt (s. aber
Anm. 4).
Könnte das Nebeneinander von urslav. *рёро und *běži- auf Umbildung des athem. Präs. be-
ruhen? Vgl. Ptz. gorgšt- neben Präs. gori- bei goreti ‘brennen’, s. *g""er-.
?*bheh;-! ‘wärmer’ IEW 113
Präsens ?*b"éh-ie- ahd. (+) Баеп ‘bähen, durch Umschläge wärmen’”?
(B. S.)
' Nur germ., dazu auch ahd. (+) bad < *bapa- ‘Bad’ < *bhá,-to-, vgl. LLOYD-SPRINGER 423-4;
die angebliche Erweiterung *b"ög- ist zu trennen, s. *breh;g-.
68
2 Vgl. LLOYD-SPRINGER 425.
*hheh,d”- “bedrängen’ IEW 114
Präsens *b"eh,d"-e- ved. bädhate ‘drängt, bedrängt””
Kaus.-It. ?*bfohjd"-&ie- ved. ápa badhaya АУ 12,1,49 ‘dränge weg!”
Desider. ?*b"i-b"n,d"-se- [ved. (YV) abibhatsata ‘empfand Abscheu’*
Neubildungen: Perfekt ved. babädhe ‘hat bedrängt’
Intensiv ved. babadhe ‘drängt (fortwährend)”
| (В. $.)
"Vgl. wohl lit. beda ‘Not, Kummer’ = aksl. (+) běda (falls nicht zu *bhedhh;-); á im vedischen
Intensiv und Desiderativ ist sekundär rhythmisch gekürzt.
2 Vgl. бото 216.
Nach JAMISON 102 Augenblicksbildung.
< *‘von sich drängen wollen’, vgl. Сото 217“; mit rhythmisch gekürztem a < 2 (Wurzel-
form badh durchgeführt).
$ Daneben Perfekt badbadhe ‘hat immer wieder bedrängt’, vgl. SCHAEFER 156-7; rhythmische
Kürzung wie im Desider.
*Бһер, ё". “ärgerlich werden, in Streit geraten’ IEW 115
Präsens ?*bheh,g"-e- ahd. bägan ‘streiten, schelten’?
Perfekt ?*bfe-brön,g"/btn,g*- Пек. buóZuós, (buözties) ‘die Haare sträuben;
sich ärgem”
(M. K.)
Dazu auch air. bág f. Kampf < *b"oh,g"-eh,- mit denom. bágaid °prahlt, droht; kämpft’.
Auch schwach, vgl. SEEBOLD 93-4.
? Vgl. ENDZELIN, KZ 52 (1924) 118. Herleitung aus Perfekt ist nicht zwingend, auch Umbil-
dung einer anderen Bildung mit R(o) oder sekundärer Ablaut wäre möglich.
1.*bheh,-! “glänzen, leuchten, scheinen’ IEW 104-5
Präsens *pbhéh,-/bhh,- ved. bhäti ‘glänzt, strahlt’
jav. fra-uuaiti “leuchtet hervor”?
69
gr. ф@утог Adurovra Hsch. ‘leuchtend’
[osorb. (+) baju so, (рас) ‘glimmen”
*bh-néln-hz- агт. banam ‘öffne’
[gr. gæv- ‘sichtbar machen, zeigen’,
Med./Pass. ‘sichtbar werden, erscheinen’
[alb. bën ‘macht, tut”
5
Neubildungen: Perfekt (gr. Fut. zeprjoeraı 11. 17,155 ‘wird erscheinen”
(В. S.)
Auch morphologisch homonym mit 2.*bheh;- ‘sprechen, sagen’, wohl urspr. identisch (se-
mantische Entwicklung etwa ‘leuchten’ — *‘hell machen’ — *‘klar machen’ — ‘sagen’),
vgl. EWAia II 260 mit Lit.
Vgl. KELLENS, Verbe 89 mit Anm. 3. Hierher auch viuuaiti Yt. 8,40, s. FORSSMAN, Koll. Er-
langen 103-5.
Nur sorb., vgl. Stownik prastow. I 194.
Vgl. KLINGENSCHMITT 112-3; dazu neu Aor. ebac‘ ‘öffnete’, vgl. KLINGENSCHMITT 285.
Auf dem Stamm des Nasalpräsens *p"an- (nach KLINGENSCHMITT 113 auf thematisiertem
*pfane-) beruht das ganze gr. Paradigma: Präs. oof, Aor. &priva ‘zeigen’, Präs. paivouaı,
Aor. going, Perf. re&paoyatı (att. auch aktiv zéorva) ‘erscheinen’.
Is bëj, ageg. /bañ/ < *banie- (= *ban- < *bhnh,- wie im Gr.), vgl. KLINGENSCHMITT 113; zur
Semantik vgl. OREL 22 mit Lit.
Einzige gr. Form (außer der Hesych-Glosse фута, s.o.), die nicht auf dem Nasalpräs. beruht.
2.*bheh,-' ‘sprechen, sagen’ IEW 105-6
Präsens *pbhéh,-/bhh;,- arm. bay ‘sagt’?
gr. ent, dor. ф@иї, äol. ф@ц1 ‘sage’
аг. for, fari ‘sprechen’
ae. böfia)n sw.2 ‘prahlen’!
[aruss. (+) baju, (bajati) ‘erzählen; zaubern”
P*b"-neln-hy- [ved. bhänati ‘spricht”®
?[khot. banare “schreien auf”
Desider. ?*bhéh,/bhh,-s- Ier. Еш. pńow “werde sagen?
Neubildungen: ske-Präs. gr. Epaoxov "sagte"
+ UUN-
(В. $.)
Zur Homonymie mit 1.*bfehz- s.d.
Nur zur Einleitung der wörtlichen Rede, ebenso 15 рат, 25 bas, s. KLINGENSCHMITT 84.
Wohlzum ie-Präs. erweitert, vgl. WALDE-HOFMANN 1 525-6.
Nach SEEBOLD, FT Wien 483 viell. zu *ëñueH- ‘rufen’.
70
` Vgl. VAILLANT III 264-5.
Wenn (mit trivialer Akzentverschiebung) thematisiert aus *bhand- < *bhnéh;- und nicht zu ei-
ner Parallelwurzel *b*en(H)-, die auch in аһа. (+) bannan “aufbieten, vorladen’ (kaum mit
SEEBOLD 89 aus *bhh,-nu-) vorliegen könnte, vgl. LÜHR, MSS 35 (1976) 92.
Hierher nach EMMERICK 93, doch semantisch problematisch.
Dazu erst nachhomerisch Aor. Epnoa.
Früh nur Ipf., Ind. Präs. erst spät.
*bhehsg- ‘braten, rösten’ IEW 113
Präsens *bhéh,g-/bhh;g- [gr. att. буо ‘brate, röste’ -
[ae. (+) bacan ‘brate, rüete
Aorist ?*břéhg/břéh;g-s- рт. ion. att. go 'röstete’
Iterativ ?*bhoh,g-éie- russ. (+) bažú, bazít' ‘wünschen, begehren’?
(B. S., M. K.)
Ahd. neben bahhan auch frànk. backan und mnd. mnl. bakken, mit Assimilation eines sekun-
dären n-Suffixes (< *bak-n°) oder sekundärer Gemination, vgl. SEEBOLD 87-8; LLOYD-SPRIN-
GER 1419-21.
2 Nach IEW und VASMER I 38 viell. hierher als ‘heiß begehren’.
*bheid- ‘spalten’ IEW 116-7
Aorist *bhéid-Ibhid- ved. abhet ‘hat gespalten’!
?[keltib. biöeruö K.1.1 ‘soll abschlagen Of
Präsens *bfi-neln-d- ved. bhinätti ‘spaltet’
flat. findö, -ere ‘spalten’
Prpheid-e-? ?[khot. bitte “durchbohrt””
gr. peidouaı ‘spare, schone’*
got. (+) beitan ‘beißen’
Kausativ ?*bhoid-éie- an. (+) beita ‘zäumen; weiden lassen”
Desider. ?*b"eid/b"id-s- ?[keltib. Konj. ro-biseti K.1.1 ‘soll(te)
abschlagen (?)”°*
Neubildungen: s-Aorist ved. abhaitsam AVP 9,6,6 ‘habe zerschlagen”
gr. Epeıodunv ‘sparte, schonte’
redupl. Aor. gr. hom. megiðéoĝa ‘schonen’
71
К(2)-/е-Ргаѕ. ved. bhidyate ~ bhidyäte “zerbricht, geht enzwei’”
Perfekt ved. bibheda ‘hat gespalten’®
lat. fidi ‘spaltete’”’
got. (+) bait ‘biß’
(B.S., M. K.)
! 2510). Med. bhitthäs Y V ist wohl bereits zum s-Aorist umgedeutet, s. NARTEN 180.
la < *bid-e-töd, viell. thematisierter Aor. (zum Іру. Aor. im Keltib. vgl. tatuö, s. *deh,); zur Be-
deutung (jedoch unter Zuweisung zu *bheiH ‘schlagen’) vgl. ESKA 87 mit Lit.; MEID, Botorri-
ta 106. Hierher viell. als Konj. mit unklarem Präverb ka”-biö-e-ti, vgl. МІН IV 414, 501,
506, 570-1; RUBIO ORECILLA, HS 112 (1999) 107, 116.
2 Vermutlich liegen eher Umdeutungen des Konj. Aor. vor als ein altes them. Präs.
3 < *bida-, s. EMMERICK 96. Vielleicht mit R(z) vom PPP bista-.
* Semant. Entwicklung noch ungeklärt: „nur einen abgespaltenen Teil verwenden“?
5 Vgl. SEEBOLD 97.
5а *bid-se-, wenn zu biðetuð; mit R(z) vom Aor.? Vgl. MLH IV 412, 519-20, 571.
6 Vgl. NARTEN 180.
@ Vgl. KuLıkov, FT Innsbruck 343-4, 346-7.
% Vgl. KÜMMEL, Perfekt 350-1.
7 Wenn aus Komposita für *fi-fidi, dagegen nach MEISER, Habil. 8219 Reimwortbildung zu
scindere : scidi.
*bheidh. ‘sich anvertrauen, Vertrauen fassen’! IEW 117
Aorist *bhéiqh-Jbhiqh- [gr. ёлїӨбиту ‘gehorchte’
Präsens *b"i-neln-d"- [alb. bind “überzeugt. überredet’'*
*bhéidh_e- gr. лєібошоп ‘gehorche””
lat. fidö, -ere ‘vertrauen’
?got. (+) beidan "warten"?
Kausativ *bhoidh-éie- got. (+) baidjan ‘zwingen’®
aksl. bëzdo, běditi ‘zwingen’
Perfekt *bhe-bhóidh/bhidh- gr. лёлогда ‘vertraue’
Jan. (+) beið ‘wartete’
Neubildungen: redupl. Aor. gr. ер. remdetv ‘überreden’, remdEodaı ‘gehorchen’
s-Aorist gr. ёлғ1со ‘überredete’””
(B. S., M. K.)
Die Grundbedeutung ist in einer Situation anzusetzen, an der mindestens zwei Parteien
beteiligt sind („Relations“-Wurzel). Die eine Seite „vertraut sich an“, indem sie der anderen
die Verantwortung und Befehlsgewalt überläßt und gehorcht; die andere Seite übernimmt Be-
fehlsgewalt und Verantwortung, vgl. SCHIRMER 84-9.
la Vgl. DEMIRAJ 101; OREL 25f. mit Lit.
72
Dazu faktitives Aktiv zeí@o “überrede’, das das verlorene Nasalpräsens ersetzt.
3 Semant. Verhältnis nicht klar, viell. ‘(er)warten’ aus ‘vertrauen (auf etwas Künftiges)’, vgl.
BENVENISTE, Institutions 119-20; nach SEEBOLD 94-5 aus semant. Gründen von *bfeid"- zu
trennen, doch bliebe das germ. Verb dann etymologisch isoliert.
4 Zur Semantik vgl. BENVENISTE, Institutions 120; an. ahd. auch ‘verlangen, fordern’, s. auch
SEEBOLD 95.
Bei Homer nur vereinzelt, wohl Neuerung für zezıdeiv.
*bheiH-° ‘schlagen’ IEW 117-8
Präsens *b"i-neln-H- alat. Konj. perfines ‘du sollst zerschlagen’'
[air. -ben, -benat ‘schlagen’'*
?[alb. (m-)bin ‘keimt, sproßt’
?*bħiH-ié- ?aksl. Бо, (biti) ‘schlagen’?
Aorist ?*břěéiH/b"éiH-s- aksl. bi, bišę ‘schlug, schlugen’
Neubildungen: Perfekt air. bí, béotar ‘schlug(en)”?
(B. S., M. K.)
° Hierher vielleicht auch рг. фіто ‘Keim, Sproß’ (zur Semantik vgl. das alb. Verbum unten), s.
jedoch Anm. 15 zu *р^ией›-.
! perfines perfringas Fest. pp. 222 L., setzt ein -fināre voraus (vgl. RIX, GS KURYŁOWICZ 404),
das allerdings auch als sekundäre Bildung zu zeien. gehören könnte.
Flexion mit konstantem *-na- spricht nach MCCONE 11 für *h, (jedoch nicht zwingend).
Hierher viell. auch keltib. (ne-)bintor К.1.1, wenn 35 ‘soll nicht geschlagen werden’; vgl.
MLH IV 500-1 mit Lit.
Ib < *bi-n-ie-, vgl. РЕМІКАЈ 100-1; zur Semantik vgl. nhd. ausschlagen ‘sprießen, treiben’; s.
jedoch *b"uehz-.
Nach VAILLANT 111275 sekundär zum Aorist.
? Vgl. МССОМЕ 125.
2
*hheih,-" “in Furcht geraten’ IEW 161-2
Aorist *bhéíh,-/b?ih,- ved. mä bhema ‘laß uns nicht in Furcht
geraten!”'
Präsens *bfeihz-e - ved. bhäyate ‘fürchtet sich’
?aav. baiiente Y. 34,8 “fürchten”?
Perfekt *bhe-bhóih,/bhih,- ved. bibhäya “fürchtet sich”
jav. Ptz. bißiuuah- “in Furcht’*
73
[ahd. (+) bibën ‘zittern, beben’”
lit. Ьай, (bijöti) “sich fürchten”
[aksl. bojo se, (bojati se) ‘sich fürchten’’
Neubildungen: Kausativ ved. bhäyayanti AVP 2,57,5 “erschrecken jmdn.”
8
(B. S., М.К.)
Ansatz mit *Л›- nach HAJNAL 125-6, 157°! wegen kluw. piha-, lyk. pixe-/pige- ‘Furcht’.
Daraus schon im R V verdeutlichender s-Aorist ábhaisma, ábhaisur, vgl. NARTEN 180-1.
Obwohl gegenüber biientē schlechter bezeugt, ist diese Lesung wegen des Ved. und jav.
baiiente (s.u.) vorzuziehen; zur Bdtg. vgl. HUMBACH, Die Gathas 1 107, II 45 mit Lit.; hinge-
gen nehmen z.B. BARTHOLOMAE 927; KELLENS-PIRART I 127; Ш 118 faktitive Bdtg. ‘er-
schrecken’ an. Diese ist jedenfalls anzusetzen für jav. baiienre Yt. 17,12f.; intr. dagegen ni-
Biieiti Р. 20 ‘hat Furcht’, Fehler für Med. *ni-Baiiere?
Später zum Präsens bibheri umgebildet, schon im КУ Ptz. bibhyat-, vgl. WACKERNAGEL, KZ
41 (1907) 305f. = КІ. Schr. 494#; KÜMMEL, Perfekt 59-60; 336-8.
So jedenfalls Yt. 11,5; 13,41; möglicherweise auch Yt. 19,48; 50 zu lesen, doch dort anschei-
nend mit faktitiver Bedeutung ‘furchterregend’, vgl. HINTZE 264-5; KÜMMEL, Perfekt 649-51.
Vgl. zur Herleitung aus dem Perf. NARTEN, Sprache 27 (1981) 10 = КІ. Schr. 242; der Umbil-
dungsprozeß verlief wohl so: *bhebhóih,-/bhebhih;- > urgerm. *bebai-/bibi- > *bibai-Ibib ja-
nach der 3. schwachen Klasse (J. A. H.), vgl. KÜMMEL, Perfekt 338.
Bildung unklar, offenbar ist *bhih,- mit einem Suffix *-@- (bedeutungsmäßig mit dem Zu-
stands-Suffix *-ё- vergleichbar) erweitert; im Lett. neben bijäju, bijât ‘fürchten’ auch bisruos,
bities ‘sich fürchten’; vgl. STANG, Gramm. 324-5.
Vgl. STANG, Verbum 24, 146; VAILLANT III 392; KÜMMEL, Perfekt 338.
S. Сото 225°”®,
Prpheld-' ‘klopfen’ IEW 124
Präsens ?*bfeld-e- [lit. béldžiu, (belsti) “klopfen, pochen"
Neubildungen: R(z)-e-Präs. lit. bildu, (bildeti) ‘dröhnen’
(B.S)
Nur balt. und viell. in germ. *bulra(n)- ‘Bolzen’.
*bhelgh-! ‘schwellen”? IEW 125-6
Präsens ?*b"elg"-e- ае. (+) belgan ‘zürnen””
Kausativ ?*b*olĝ"-é ie- an. belgja “aufbauschen’, ae. (+) -belgan ‘erzürnen’
(В. $.)
74
Verbal пиг gem. und möglicherweise, mit *b”erĝ”- (Gd) zusammengefallen, in der ved.
Wurzel barh- ‘kräftigen, groß machen, fest machen’, vgl. EW Aia II 212-4 mit Lit.
Im Verbum meist zu ‘zornig werden, zürnen’ weiterentwickelt; vgl. Nominalbildungen wie
av. barəziš- n. ‘Kissen, Polster’, air. bolg f. ‘Blase’, bolg m. ‘Sack, Bauch, Hülse, Hose’, got.
(+) balgs m. ‘Schlauch’.
Grundbedeutung noch im an. Ptz. bolginn ‘angeschwollen’; vgl. SEEBOLD 99-100.
9?*bhe]H-! “tönen, агӧһпеп”? IEW 123-4
Präsens ?*břélH-e- ae. bellan ‘brüllen’, ahd. bellan ‘bellen’?
?*bh|H-ié- an. (+) Буја ‘dröhnen’* Š
Ierativ ?*bholH-éie- ап. belja ‘brüllen”
Neubildungen: Perfekt mhd. ball ‘bellte’
sta-Präs. lit. pra-bilstu, (-bilti) ‘zu reden anfangen’
(M.K.)
Nur gem. und bel, z.T. schwer von *b*leh,- ‘heulen’ abzugrenzen.
Genauere Untersuchung der Bedeutungszusammenhänge erforderlich.
Vgl. LÜHR, MSS 35 (1976) 77.
Oder denom. zu bylr “Windstoß’ < *b*/H-i-?
Unklar das Fehlen der Resonantengemination (regulär neben o-Stufe?).
vw b QÓ H =
9*bhelk-! ‘stützen’ IEW 122-3
Präsens *Ь/К-1ё- lat. fulciö, -ire ‘stützen (durch Balken usw.)’
(В. $.)
Nur lat. und in gr. ф@Актс m. ‘Balken’, viell. mit sekundärem *k (verschleppt aus Stellung
vor *r) aus *b"elg- in an. bjalki m., ahd. (+) balko m. ‘Balken’; anklingende bel, Wörter
lassen sich nicht von *b"el$*- ‘schwellen’ trennen, so daß der Ansatz mit Palatal unsicher
bleibt.
Yrhhen-' ‘krank werden’? IEW 126
Kausativ ?*bfon-eie- aav. banaiion ‘sie machen krank"?
(В. S., M. K.)
75
Nur iran., möglich, doch weniger wahrscheinlich auch *bhenH- oder gar *ben(H)-; mir. epit f.
‘Sichelmesser’ und kymr. bony ‘Axt’ sind semantisch kaum vermittelbar; got. (+) banja
‘Schlag, Wunde, Geschwür’, an. (+) bani ‘Tod; Mörder’ sind besser mit SEEBOLD, FT Wien
477-8 zu gelen. ‘schlagen’ zu stellen (anders LLOYD-SPRINGER 460-2).
Vgl. jav. banta- "erkrankt mit irregulärer R(e).
Oder denom.?
?*bħřend-' ‘glücklich sein, sich freuen’ IEW 126-7
Präsens *bhénd-e- ved. bhandate ‘fühlt sich glücklich’?
(B. S.)
' Nur iir., vgl. ved. bhadrá- 'glückverheiñend' (Superl. bhändistha-), jav. hu-baóra- ‘sehr
glücklich’ (falls dies nicht zu got. batiza ‘besser’ usw.).
2 Vgl. GOTO 223-4.
*bhendh-! ‘binden’ IEW 127
Präsens ?rb"end"-e- got. (+) bindan ‘binden’
Neubildungen: nä-Präs. ved. dbadhnät ‘band’?
got. and-bundnan ‘entbunden werden’
Kaus.-It. ved. (SB) abandhayat ‘ließ binden’
jav. bandaiieiti “bindet”
ae. (+) bendan ‘binden, spannen’
Perfekt ved. (AV) babändha ‘hat gebunden’*
got. (+) band ‘band’
(B. S., M. K.)
Nach OLSEN, FS RIX 370 urspr. *brendh,- mit schon grundsprachlicher Entwicklung zu
*b"end"-, der Laryngal sei noch in ved. badhnä- < *b"nd"-neh,- «< *b"nd-ne-hj- reflektiert.
Hierher nach JANDA, Eleusis 128 mit Lit. auch рг. Goran ‘іп Leid geraten’ usw. (vgl.
*k''endh-) als ‘gebunden, verstrickt werden’; in diesem Fall müßte die Wurzelbedeutung von
*bhend"- intr. angesetzt werden.
Nach HOFFMANN bei KELLENS, Verbe 138° Umbildung nach dem Synonym sind-.
Nach KELLENS, Verbe 138 Substitutions-Präs. [aber wofür?].
Schwacher Stamm analogisch nasallos bedh-, vgl. KÜMMEL, Perfekt 328-9.
76
*hpreng"- ‘dicht, fest machen" IEW 127-8
Präsens *bfeng"-e- aav. do-bazaiti, jav. bazaiti "fester?
Kaus.-It. *b"onĝ"-éie- ved. (YV) bamhayate ‘stärkt, läßt anwachsen’
(B. S., M. K.)
Vgl. Nominalformen wie *b’n$"-u- іп heth. panku- ‘all, gesamt’, ved. bahu- ‘dicht, reichlich,
viel’, gr. лат ‘dick, dicht, feist’; *breng"o- in an. bingr ‘Haufen’.
*db- des Aav. scheint auch sonst im Iran. vorzukommen, z.B. in sogd. öß’nz ‘dick’. Als Phä-
nomen unerklärt (viell. Rest eines Präverbs *(H)d-, vgl. 3.*sel”?).
Sher. “tragen, bringen" IEW 128-32
Aor./Präs. ?*bhér-/bhy-1 ved. bhärti mäer),
2d Іру. (YV) bhartäm/bhrtäm “bringt!”
aav. baratü Y. 33,9 ‘soll bringen!’
gr. Ipv. gépre Il. 9,172 ‘bringt!’
Präsens *bM1i-bhér/bhy- ved. bibhárti äer?
*bhér-e- ved. bhárati “trägt, bringt”
aav. baraiti “trägt, bringt’
arm. berem ‘trage, bringe’
phryg. aß- pepet ‘bringt’
gr. фёро ‘trage, bringe’
lat. ferö, ferre ‘tragen’?
air. -beir, -berat ‘tragen, bringen’
got. (+) bairan ‘tragen, gebären’
2. beriü, (berti) ‘streuen, ausschütten””
aksl. (+) berọ, (barati) ‘sammeln, nehmen’
toch.B akt. paräm, A med. pärtär ‘trägt,
bringt, nimmt"
[alb. bie ‘trägt, bringt
Aorist 2?*bhér/bhér-s- ved. abhär ‘hat gebracht
air. birt, -bert “trug”!
39b
‚10
Iterativ *bfor-eie- gr. ФОрё@ ‘trage’
[alb. m-ban ‘hält, äer)?
Neubildungen: Perfekt ved. jabhära ‘hat getragen, hat gebracht”,
9a
77
»13
babhre, (ŠB) babhara ‘hat getragen’'*
jav. baßrara "haben gebracht’ 5
got. (+) bar ‘trug’
(B. S., M. K.)
Die Formen einer Wurzelbildung, die sich weitgehend auf den Ipv. beschränken und nicht si-
cher als Aor. bzw. Präs. bestimmbar sind, werden verschieden gedeutet: nach SZEMERÉNYI,
Syncope 189-99 sind alle Formen sekundär, dagegen STRUNK, IF 73 (1968) 187; nach
WACKERNAGEL, IF 45 (1927) 320-1 = KI. Schr. 1260-1; SCHMITT, Dichtersprache 262-4 sa-
kral- bzw. dichtersprachliche Reliktformen.
Nur RV 1,173,6; (vô 6,13,3; nach Сото 227 dem Ipv. Du. nachgebildet; nach SZEMERÉNYI,
Syncope 197-8 sekundär zu redupliziertem bibhárti.
Möglicherweise Aorist, vgl. SZEMERÉNYI, Syncope 197; Сото 227.
Falls nicht doch baratü zu lesen; dazu viell. noch jav. barətu, bərətam, deren Lesung jedoch
unsicher ist. Vgl. SZEMERÉNYI, Syncope 198; SCHMITT, Dichtersprache 263-4; KELLENS,
Verbe 86, 87".
Alte Form mit optionaler Synkope aus фёрєтє nach SZEMERENYI, Syncope 199.
Mantrasprachlich auch bíbhar-; anders als bhára- nur durativ in der Bedeutung ‘tragen’, fast
immer ohne Präverb, vgl. GOTÖ 226-7.
Im RV noch ‘tragen’ neben ‘bringen’, später nur noch ‘bringen’, vgl. Сото 225-6.
Die athematischen lat. Formen (3s fert usw.) sind am besten als synkopierte Allegroformen zu
erklären, gegen Relikte athem. Flexion spricht besonders der Konj. feram usw. (nicht Tferim),
vgl. SZEMERÉNYI, Syncope 198-9. Erwägenswert bleibt allerdings Einfluß einer (deredupli-
zierten?) Fortsetzung des reduplizierten Präsens, MEISER, LLF 224.
Zur Semantik vgl. HERMANN, Studi Baltici 3 (1933), 65-8; dazu auch byrù (d.h. birù), birti
und birù, bireti ‘verstreut werden’.
Nur Präsens, dazu suppletiv B Konj. āssäm, Іру. /p-asa-/ zu ās- unklarer Herkunft, A Konj.,
AB Prät. *kama- (s. *gem-). Vgl. auch В premtsa ‘schwanger’ < *bhérontih;-, ADAMS, ОТВ
420 mit Lit.
Wegen r-Schwunds auf voralb. *ber-ie- zurückzuführen, Umbildung unklar, vgl. OREL 24 mit
Lit. Dazu suppl. Aor. pruva (wohl zu 1.*per-).
Vgl. NARTEN 183, die mit Neubildung rechnet; im Av. scheint der Aor. zu bara- suppletiv
von *ЛупеЁ (s.d.) gebildet zu sein.
Vgl. WATKINS, Celtic Verb 171; MCCONE 67-8.
< *bar-nie-, umgebildet zum nie-Präs., s. OREL 248 mit Lit.
Synchron Perfekt nur zum Präsens bhárati, Redupl. mit *ja- stammt von jahára, vgl.
KÜMMEL, Perfekt 338-43.
Synchron Perfekt zu bibhärti, s. KÜMMEL, Perfekt 342-3.
KÜMMEL, Perfekt 653-4.
?*bħerd-! “erbeuten, einnehmen’ ’? [IEW 138]
Aorist *bhérdh-Jbhrdh- [gr. ёлро@оу “erbeutete, nahm ein
$
Präsens *pbMhérdh-e- gr. лёрӨо ‘erbeute, nehme ein’
78
Iterativ *brord®-eie- gr. лорӨќо “erbeute, nehme ein’
Neubildungen: s-Aorist gr. ¿zepoa ‘erbeutete, nahm ein’
(B. S., M. K.)
Zur Wurzelform s. JANDA, Eleusis 240; ibid. 241-2 wird eine alte Univerbierung *bher-dhh,-
“Beute machen’ (mit einem Wurzelnomen von *bher-) vorgeschlagen, dann wäre späturidg.
*bherd"h,- anzusetzen.
Zur Semantik des gr. Verbums s. JANDA, Eleusis 229-40.
*pherg-' “braten, rösten’ IEW 137
Р
Präsens *břrĝ-ié- меа. (< mi.) bhrjjáti ‘röstet”?
(B. S.)
Der Sitz des Vollstufenvokals ist unsicher, weder ved. bhrästra- n. ‘Röstpfanne’, bei dem
Metathese vorliegen könnte, s. Ai. Gr. I 212-4, noch alat. ferctum “Opferkuchen’, das von der
R(z) *forg- beeinflußt sein könnte, sind aussagekräftig. Eine Entscheidung für *bhreë- könnte
umbr. frehtu liefern, wenn dessen Zugehörigkeit semantisch sicher wäre.
2 Nach КЕМА II 520 volkstümlich für *bhrjyá-; nach ІЕМ 137 ske-Präs., doch hätte *bhr8-
ské- in jedem Falle zu *bhrsËé- > ved. Tbrcchá- geführt.
*pheygh-! ‘hoch werden, sich erheben” IEW 140-1
Aorist *bhergt-/bhrgt-? heth. parktaru ‘soll sich erheben’
[агт. ebarj ‘hob auf, trug’, barjaw “erhob sich’
[toch.B parka, A pärk “erhob sich"?
Präsens *b’rg"-ie- heth. parkiyanzi “werden hoch; machen hoch”
?gr. gpdoow, att. рратто ‘verschanze,
befestige"
Kausativ *b"orĝ”-éie- ved. barhayā sám ‘ich will stärken’,
п... barhäyas ‘schmetterst nieder’®
jav. Konj. us ... barazaiieni Yt. 10,108 ‘werde
aufziehen’*
air. di-bairg “wirfl’; mkymr. bwrw ‘wirft?’
Perfekt ?r*bhe-bhörg"/bhrg"- ved. babrhand- ‘fest, stark?
Neubildungen: is-Aorist ved. ní barhit ‘schmettert(e) nieder’?
R(e)-e-Präs. spätved. (АрМ) ќра barhasva “ер (den Arm) unter! 9
5a
6a
79
Nasalpräs. [ved. (SB) pári brrhhati “befestigt ringsum"?
[агт. рағпат ‘hebe auf, hebe, trage’ ''
Intensiv ved. úpa barbrhi RV 10,10,10 “leg (den Arm) unter!’'?
Essiv toch.A pärkatär “erhebt sich"?
(В. S., М.К.)
Zur Frage eines Set-Ansatzes vgl. KLINGENSCHMITT 109: dafür spräche nur das arm. Präs.,
wenn alt; dagegen wohl nur der jav. Nom. Sg. des Wurzelnomens раг (nicht Tbarəziš).
Zur fientiven Grundbedeutung vgl. KLINGENSCHMITT 108.
Dazu könnte als ehemaliges Ptz. das Ай). *bhrëh-¿nt- ‘hoch’ in ved. brhänt-, av. barozant-
und kelt. und germ. Eigennamen gehören, vgl. EWAia II 232.
< urtoch. *parka < vorurtoch. *b"erg"s-r «< *bhergt-r.
Vgl. OETTINGER 356 mit Anm. 207, MELCHERT, InL 20 (1997) 84, 90 mit Lit. Nach PUHVEL,
HS 112 (1999) 69-74 auch ‘fence off, put beyond reach’.
Hierher nach PUHVEL, HS 112 (1999) 73-4. Dazu neu s-Aorist paar.
Im lir. könnte Vermischung mit *b*elg*- eingetreten sein, vgl. NARTEN, MSS 14 (1959) 45 =
Kl. Schr. 8; EW Aia II 212-3.
Hierher wohl auch oss. æm-bærz- ‘bedecken’ < *sam-barz-, digor. i-verz- ‘versprechen, ver-
heißen’ < *vi-barz-, deren Bedeutung über “erhöhen, (oben) befestigen, festmachen’ vermit-
telt werden kann; schon wegen des auslautenden Palatals kaum mit ABAEV I 137-8; 554-5 zu
*bhergh-,
< urkelt. *borgi- ‘werfen’ < ‘hochbringen’; vgl. PEDERSEN, МКС II 476; SCHRIJVER, BCHP
55-6.
KÜMMEL, Perfekt 329-30
Neubildung zum Präs. ní barhaya-, vgl. NARTEN 179. Vielleicht könnte aber Fortsetzung des
Wurzelaorists vorliegen, s. KÜMMEL, Perfekt 33057.
S. Сото 215.
Umbildung nach айлап “festigt’, vgl. Сото 215.
Wohl Analogiebildung zum Aor. nach dem Vorbild einer Set-Wurzel. Falls *b*erg"H- anzu-
setzen ist, kann natürlich eine alte Bildung *b*r$"-n-H- vorliegen, vgl. KLINGENSCHMITT 109-
10, der auch Umbildung aus *b’y-n(e)-&"- erwägt.
Vgl. SCHAEFER 157-9.
Neubildung zum Prät.
?*phergh-! ‘beachten, bewahren’ IEW 145
Präsens ?*bferg"-e- got. (+) bairgan ‘bergen, verwahren’ '*
aksl. (+) пе-ргёро, (-bresti) ‘vernachlässigen’?
*bhrgh_éie- Jav. bərəjaiiat ‘hieß willkommen, ehrte””,
khot. buljäte “ehrt’*
Yan. byrgja ‘einschließen’, ае. byrgan “begraben’”
Essiv Zebra. bie. ae. borgian ‘leihen’
аһа. borgen ‘sorgen, schonen”
(B.S., М.К.)
80
Vgl. noch ostlit. biFginti ‘sparen’. Hierher vielleicht ved. bfh- ‘Verehrung’ (im GN bfhas
páti-), Jav. baraj- ‘Willkommen, Preisung’ usw., wenn aus *‘Beachtung, Ehrung (der Götter)’
(M. K.; zum Problem vgl. KELLENS, Noms-racines 350-3). Die von ABAEV I 137-8; 554-5 an-
geschlossenen oss. @m-berz-, i-verz- gehören dagegen zu *b"er $"-, s.d. Anm. ба.
Vgl. SEEBOLD 106-7.
Aksl. nur negiert belegt; vgl. russ. (+) beregü, (bere£‘) ‘hüten, bewahren, schonen’.
Das av. Verbum wird mit Gen. konstruiert, was gut zu einer Grundbedeutung "auf jmdn. ach-
ten’ paßt.
S. EMMERICK 102.
Oder *bfrg"-ie-; innergerm. nicht als Denom. erklärbar, aber vielleicht mit jav. barajiia- in
barajiiastama- am besten verehrend’ zu vergleichen.
Vgl. SEEBOLD 107.
*hherH-' “mit scharfem Werkzeug bearbeiten’? IEW 133-5
Präsens *be-btorH/b"rH- [alit. barti "scht", [lit. barù, (bärti) ‘schelten’,
refl. ‘sich ғапкеп”°
[aksl. borje, (brati) "kämpfen"?
*br-neln-H- ?ai. (DhP) bhrnäti “droht, schimpft’
?[alb. bren “парї, zerfrißt”®
Iterativ *bhorH-éie- an. (+) berja ‘schlagen’’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lat. feriö, -ire ‘stoßen, schlagen’”
alb. bie ‘klopft, schlägt; fällt’?
(B. S., М.К.)
Vgl. noch jav. tiži.bāra- ‘mit scharfer Schneide’.
Die Zugehörigkeit der bsl. Wörter mit der Bedeutung ‘streiten, kämpfen’ (balt. ‘mit Worten
streiten’) ist umstritten; ‘kämpfen, streiten’ kann sich aber aus ‘(einander) schlagen’ ent-
wickelt haben.
Möglich auch Intensiv *bhér-bhorHIbhrH-.
Mit Reduplikationsverlust, vgl. MEILLET, MSL 19 (1915) 185; STANG, Gramm. 312, 333, 380.
Im Lett. sek. je-Präsens baru, vgl. STANG, Gramm. 380.
Südslav. später zu boriti normalisiert, VAILLANT III 298.
*bran-io- ~ *bran-i- aus *b"rnH- nach RASMUSSEN 228; anders OREL 34-5: *brain-ja- zu
*bhreiH.
Mit fehlender Resonantengemination wegen o-Stufe?
Nach JASANOFF, Heth. u. Idg. 84 Weiterbildung des schwachen Stammes von nichtredupli-
ziertem *b"örH-/*bherH-, dessen starker Stamm in den oben unter *bhé-bhorH- genannten
Verben fortgesetzt sei; ebenso alb. bie (M. K.).
Vgl. HULD 142-3; OREL 24-5. Aor. suppl. ra, rashë (s. *reh,s).
81
*bherh,-' ‘sich schnell bewegen’ IEW 132-3
Präsens *bhérh,-/bhrhx- heth. parahzi ‘hetzt, greift an”
[ved. bhuräntu ‘sollen sich tummeln’
?[jav. Ptz. barant- ‘stürmend”
flat. furö, ere ‘rasen’””
Neubildungen: Intensiv ved. jörbhuriti "bewegt sich hin und her”
?gr. mopypüpeı чуор
(В. $.)
1! Denkbar auch *b’reh,-, da R(e) nicht sicher belegt. Unsicher ist Zusammenhang mit *bheru-
‘sieden, wallen’, 1.*b'reuH- ‘sprudeln’.
2 Stamm parh-; vgl. OETTINGER 213-4. Nach OETTINGER, Grammatica ittita 236 könnte auch
das Deverbativ heth. parhanniye- ‘hetzen’ ererbt und mit ved. bhuranyaäti ‘ist rührig’ zu ver-
gleichen sein.
3 Nach КЕШЕМ, Verbe 57, 59°, 106"? mit weiteren hierher gestellten Belegen zu bar ‘tragen’.
Nach WALDE-HOFMANN I 571 aus *d"use-, das er mit gr. lesb. Өоѓо ‘stürme, rase’ vergleicht;
s. *dheuH-.
5 Nach HOFFMANN, IF 60 (1952) 264 = Aufs. 45 analogische Neubildung nach járbhr- zu bhr-
‘tragen’, nach SCHAEFER 161-2 aber viell. Umbildung eines älteren *bárbhur(i)-.
Nach TICHY, Onomatop. 284-5 ist Herleitung aus *p"erp*urie- < *ber-b"rhz-ie- möglich,
doch eher sei mit einem einzelsprachlichen Onomatopoetikum zu rechnen. Ein Zusammen-
hang mit gúpw ‘benetze, bespritze’ ist semantisch unwahrscheinlich.
*bheru-! ‘sieden, wallen’ IEW 143-5
Präsens *bhéru-e- lat. feruð, -ere ‘sieden, wallen’
kymr. berw- ‘sieden, wallen’
ñ РР А; = . 2
Iterativ ?*bforu-eie- [lat. ferueö, -ere ‘sieden, wallen’
(В. S.)
Vgl. R(z) *b*ru- in lat. defrutum n. “eingekochter Most’, air. bruth m. ‘Hitze, Wut’, an. (+)
broð п. ‘Brühe’. Zusammenhang mit 1.*b*reyH- ‘sprudeln’ unklar, zur Trennung der Wur-
zeln vgl. SCHRIJVER 253-6.
Mit R(e) nach feruo.
82
?*bhes-! ‘(zer)kauen’ IEW 145-6
Aorist *bhés-/bhs- ved. Konj. bhásat ‘soll kauen’
Präsens *pbh¿-bhos/bhs- ved. babhasti ‘zerkaut’
(B. S.)
! Nur ved., sonst in Erweiterungen (s. *b’seH-), vgl. EWAia II 257; nach KOIVULEHTO, FS
SCHMITT 246-51 urspr. ‘reiben, kratzen’, dazu ahd. (+) besmo m. ‘Besen’.
?* břeud-' ‘schlagen’ IEW 112
Präsens ?*břé-břoud/břud- [ae. (+) bēatan ‘schlagen, stoßen’
Perfekt *bře-břóud/břud- air. bibdu ‘schuldig, Feind’?
ае. beafton ‘wehklagten”
(M.K.)
! Vgl. viell. lat. füstis m. ‘Stock, Prügel’, auch air. bodar “betäubt, taub, verwirrt’?
2 <Ptz. Akt. *bhe-bhud-uot- (?). Wird auch zu anderen Wurzeln gestellt, vgl. VENDRYES B-49.
? Моћ Rest der reduplizierten Bildung neben geneuertem Бёог, vgl. SEEBOLD 90.
*preudH- ‘wach werden, aufmerksam werden?" IEW 150-2
Aorist *bhéudh-Ibhudh- ved. 3p Inj. Med. budhänta ‘sie erwachen’?
[gr. Erv8öunv ‘erfuhr’
Präsens *břu-né/n-d*- [gr. rvvðávoua “erfahre, nehme wahr”?
[air. ad:boind ‘verkündet; weist zurück’
lit. bundu, (busti) “erwachen’*
?[aksl. (+) уъ2-ръпоѓі “erwachen’*
*bhéudh-e- ved. bödhati “bemerkt, beachtet”
aav. baodant- “aufmerksam”®
рг. reüdouaı “erfahre, nehme wahr’
got. ana-biudan ‘befehlen, anordnen’,
an. (+) bjóða ‘(an)bieten, zu erkennen geben’
lit. baudZin, (bausti) ‘strafen, züchtigen’’
aksl. (+) bljude, (bljusti) “achten auf, beachten;
bewachen’
83
zb Ae. ved. budhyadhvam “erwacht!”
jav. 35 Opt. Med. buiöiiaeta ‘möge bemerken’,
Ptz. fra-būiôiiamna- ‘aufwachend’
Kausativ *р^оиа?-ёіе- ved. bodháyati ‘weckt auf
jav. baoöaiieiti ‘läßt erkennen’
aksl. (+) -buždọ, -buditi ‘wecken’
Perfekt *bhe-bhóudh/bhuqh- мей. Konj. búbodhati ‘soll beachten’,
Ptz. Med. bubudhāná- “erwacht’”®
gr. nenvoyaı ‘habe erfahren, weiß, kenne’
air. a-t:bobuid ‘wies es zurück’
[got. (+) -baup ‘bot’
[toch.B Орг. pautoy “würde schmeicheln”®
Desider. ?*bfeud"/b"ud"-s- рг. лєбсошоп "werde erfahren’
air. Konj. -bo ‘soll verkünden’
Fientiv *b"ud"-Ehj/hy- aksl. Ръаё ‘wachte’
Essiv * pud"-h,le- lit. budžiù, (budėti) “wachen, wach sein’
aksl. (+) ръ2а0, (bvdeti) ‘wachen’
?[toch.B pautorär, A potatär “schmeichelt’””
Neubildungen: s-Aorist ved. abhutsi ‘bin erwacht’
7a
7b
aksl. (+) bljus® “achtete auf, beachtete, bewachte’
redupl. Aor. ved. abübudhat ‘hat aufgeweckt’
gr. hom. zerv6orro ‘“erführe’
(B. S., M. K.)
Im lir. (doch av. nicht konsequent) Spaltung in Aktiv ‘bemerken, beachten’, Med. ‘erwa-
chen’, vgl. Сото 217-20.
Aus dem medialen Wurzelaor. umgebildet ist der s-Aorist bhuts-, s.u. Der aktive is-Aorist-
Коп). bodhisat setzt vielleicht indirekt eine 3s Wurzelaorist Akt. *bodhit mit verdeutlichter
Endung voraus (M. K.).
Erst ab Od., Neubildung zum them. Aor. möglich.
Bedeutung vom Medium, falls nicht Neubildung nach produktivem Muster.
Stirbt relativ früh aus und wird dann durch büdhya- ersetzt, vgl. Сото 217-21; der reguläre
Іру. bodhi dürfte aus bödha umgebildet sein.
Nach KELLENS, Verbe 111 vielleicht thematisierter Wurzelaorist. Hierher auch khot. Med.
butte, buväre ‘wahrnehmen’ < *bud-a- (EMMERICK 101) mit R(z) nach dem PPP busta-?
Vgl. STANG, Verbum 125.
Später übernimmt budhya-" als Ersatz für ausgestorbenes bödha-" (s.o.) auch dessen Bedeu-
tung ‘bemerken, beachten’, s. Сото 219,
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 332-3.
Konj. *pauta- «< *broud"-. Zur Semantik (‘beachten’ > ‘ehren’) vgl. LANE, Language 14
(1938) 27.
Mit R(o) уот Konj., falls nicht überhaupt Neubildung zu diesem.
84
1.*bheug- “entfliehen, freikommen’' IEW 152
Aorist *bheug-Ibrug- (ау. büjat Yt. 4,3 ‘befreit’?
[gr. &pvyov ‘floh, entkam’
lat. fagi “floh”
Präsens *břu-né/n-g- [pāli pari-bhunjati ‘reinigt’
jav. bunjainti Yt. 14,46 ‘befreien, retten"
*bhug-ie- lat. fugiö, -ere ‘fliehen’
?*bħug-éie- jav. bajaiiamna- Yt. 1,17 ‘sich befreiend von"
Perfekt *bhe-bröug/b"ug- Ier. hom. Opt. zepeüyoı ‘wäre entkommen”
Kausativ ?*bhoug-éie- ?mp. bwz-, parth. bwj- ‘befreien’ -
got. us-baugjan ‘ausfegen’®
Desider. *b"eug/brug-s- рг. peifouaı "werde fliehen’
Neubildungen: К`(е)-е-Ргӣѕ. gr. ёхуд еһе, entkomme’
ske-Präs. mp., parth. bwxs- ‘freikommen’
sta-Präs. lit. bügstu, (bügti) “erschrecken (intr.)’
(B. S.)
= з с un e
Daraus faktitiv ‘befreien’ (> ‘reinigen’) im lir. (und Got.?), vgl. KRETSCHMER, Glotta 30
(1943) 138. Man könnte allerdings auch erwägen, die iran. Wörter zu 2.*b"eug- ‘Nutzen brin-
gen’ zu stellen, oder mit partiellem Zusammenfall beider Wurzeln rechnen.
Unsicher, da korrupte Stelle (Sg. für Pl.), möglicherweise eher *bajaiiat zu lesen, dann zu
Präs. bü jarianına-.
Vgl. MEISER, Habil. $ 291 mit Lit.
Vgl. KELLENS, Verbe 165; viell. auch *bunjaiieinti zu lesen, s. ibid. Anm. 6.
Dazu mit sekundärem Nasalinfix bunjaiiat V. 7,71, vgl. KELLENS, Verbe 135-6.
Mit sekundärer R(e), dazu Ptz. mepevyöres neben лєфиббтєс und Med. repvyuevog.
Wohl miran. Ersatz für das Nasalpräsens; vgl. auch arm. Lehnwort bowZem "rette, befreie’.
Mitnach rein formaler Analogie von *b’eug"- ‘biegen’ übertragenem *g*-? Oder liegt einfach
diese Wurzel vor?
2.*bfeug-'" ‘jmdm. nützen, Nutzen bringen”? IEW 153
Aorist *bfeug-Ibug- ved. Inj. má bhojam ‘möchte ich nicht büßen!”,
Konj. Med. bhöjate ‘wird genießen’
arm. bowci ‘“ermährte, fütterte’
Präsens *b"u-ne/n-g-* ved. bhundkti ‘schafft Genuß’,
3p Med. bhunjäte ‘genießen’
д ' 5
[arm. bowcanem ‘emähre, füttere’
85
[lat. fungor, -i ‘genießen, erleiden, überstehen”
air. bongid “bricht, entet”
Neubildungen: R(z)-e-Präs. khot. ham-busdä ‘genießt
Perfekt ved. bubhujmähe ‘wir haben genossen’
Kausativ ved. (AV) bhojaya ‘laß genießen!”
(B.S)
! Offenbar homonym mit 1.*bheug- “entfliehen, freikommen', viell. auch mit *b*eug'”- ‘sich
зм о w bk ra
biegen’, vgl. KEWA II 504-6.
So im ved. Aktiv mit Akk. der Person, im Medium mit Instr. ‘durch etwas Nutzen haben, et-
was genießen’, erst sekundär auch transitiv konstruiert.
Vgl. HOFFMANN, Їп}. 96, dort auch zur sekundären Entstehung der 1р Opt. bhujema.
Zugehörigkeit von alb. bung m. “Traubeneiche’ fraglich, vgl. DEMIRAJ 112-3 (M. K.).
Vgl. KLINGENSCHMITT 182-3.
Mit АКК. und Abl.; später in der Bdtg. wie Gror ‘gebrauche, verwende’ (s. Anm. 4 zu *ier-).
Hierher nach MCCONE 43, der von einer Grundbedeutung ‘teilen, verteilen’ ausgeht, aus der
sich sowohl ‘jmdm. Nutzen bringen’ als auch ‘brechen’ ableiten ließen; nach THURNEYSEN,
KZ 48 (1918) 65-6 eher zu *b*eug?- ‘biegen’.
EMMERICK 143.
Neubildung zum Med., vgl. JAMISON 173.
*hheug"-' ‘sich biegen”? IEW 152-3
Präsens *břéug"-/b"ug"- [ved. pari-bhujät “umschlingt””
[khot. ham-busdä ‘neigt sich, beugt sich
nieder’*
[got. (+) biugan ‘biegen, beugen’, [ae. (+) bügan
‘sich biegen, sich neigen; nachgeben, fliehen”
[russ. bgar', ukr. bhäty “biegen”
Perfekt *bfe-bhöug"/b"ug"- ved. 25 Plapf. рагі... dbubhojis RV 1,33,9
‘hieltest umschlungen’”
[ae. (+) beag ‘bog sich’
Kausativ ?*broug"-eie- ап. (+) beygja “beugen, biegen’
Neubildungen: je-Präs. ?got. (+) bugjan ‘kaufen’?
(В. S., M. K)
Im Germ. (und wohl slav.) mit Aspiration des Auslauts, ved. (wohl sekundär, s. Anm. 3)
ohne. Möglicherweise hierher mit Metathese *g'eub"- (bzw. *g"eubt-), s.d.
Für urspr. intr. Wurzel spricht bes. das Perfekt.
*“umschlingen’ aus ‘sich um etw. herumbiegen’; vgl. KÜMMEL, Perfekt 351-2. Im Konsonan-
tismus durch 1.*b*eug- “freikommen’ beeinflußt.
86
< *ham-bujati, vgl. EMMERICK 143.
Dabei scheinen Formen mit R(e) transitiv (got. ahd.), solche mit gedehnter R(z) intransitiv zu
sein (ае. as.), vgl. SEEBOLD 110-1. Vielleicht wird so die Differenz von Aktiv *beug- >
*beug-e- und Medium *bug- — *büg-e- reflektiert (M. K.).
Vgl. SADNIK-AITZETMÜLLER, VWSS 110.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 351-2.
Semantisch unsicher, vgl. SEEBOLD 111.
Prhhled-' ‘sprudeln”? IEW 155
Präsens ?*b"ld-ie- Agr. ri oi er ‘platschen, plätschern””
аһа. uz-ar-pulzit ‘sprudelt hervor’
Iterativ *b"löd-ie- air. ind:läidi ‘prahlt, rühmt sich’
lett. blaZu, (bläst) ‘schwatzen’
(M.K.)
Vermutlich liegen eher einzelsprachliche Onomatopoetika vor als ererbte Bildungen. Nicht
hierher jedenfalls aus semantischen Gründen рг. gAæðeîv ‘zerreißen (іпїг.)”.
Auch “Worte hervorsprudeln’ — ‘reden, schwätzen, plappern’, auch in gr. @A&dwv, -ovog m. f.
‘Schwätzer’, pAeööves f. Pl. ‘Geschwätz’.
Nach TICHY, Onomatop. 248-52 onomatopoetische Neubildung zu einer Basis *phlag-phlag-.
*bhleg- ‘glänzen’ IEW 124-5
Präsens *Ь']ё2@-/Ь]@- [gr. фАёуо ‘entzünde, verbrenne; brenne, leuchte’!
toch.B Konj. II Opt. palysitär ‘soll sich quälen”,
[Präs. B palkäm, A pälkäs “leuchtet”,
[Prät. В palyka, А pälkat ‘sah’,
[lat. fulgo, -ere ‘blitzen, schimmern, glänzen”
Aorist *bHleg/bhleg-s- (ак. fulsi “blitzte, schimmerte’®
[toch.B pelykwa ‘habe gequält’, Med. p[a]lyks[atai
“bist gequält worden?”
Kaus.-It. *b"lo@-Eie- аһа. blecchen ‘glänzen, funkeln’”®
Essiv *bhJo-hiié- [lat. fulgeö, -ere ‘blitzen, schimmern, glänzen’
toch.B pälkerär ‘brennt’
Neubildungen: se-Präsens toch.B palksäm ‘verbrennt etw.’, A pälkse ‘sie quälen’
(B. S.)
87
Nach HACKSTEIN 113 wahrscheinlich urspr. Konj. des Wurzelpräsens. Dazu neugebildet Ae-
уёбдо “entzünde, verbrenne; brenne, leuchte’.
Stamm B /pəlyśə-/, A pläs-Ipälsä-* < *bhleg'-e-, s. HACKSTEIN 113.
Mit durchgeführter R(z), vgl. HACKSTEIN 113. Im Toch. paradigmatische Spaltung in pälk-
‘leuchten’, pälk- ‘(ver)brennen, quälen’ sowie pälka- ‘sehen’, s. HACKSTEIN | 10:38.
palyk- < *bhle%', pälk- < *b"[$-. Suppl. zu *laka-; semantischer Übergang unklar, nach
HACKSTEIN 112-3'° mit Bedeutungsverschiebung wegen Suppletion, doch setzt die Supple-
tion semantische Nähe voraus. Zum Prät. sekundär Konj. B pälkam, A pälkämar.
Alt und poetisch, später durch fulgëre verdrängt, s.u.
Wohl eher Neubildung, jedenfalls mit R(z) vom Präs.
Vgl. HACKSTEIN 111 mit Anm. 6; 114 mit Anm. 20.
Mhd. auch faktitiv ‘sehen lassen, entblößen’ neben ‘sichtbar werden’.
oe A с u
*hhleh,- ‘heulen’! IEW 121-2; 154-5
Präsens *b*leh,-/b*]h,- [lat. Дед, flere ‘weinen’
[lat. /10, flare ‘blasen, (Metall) gießen”?
[ahd. (+) Баеп ‘blasen’, mhd. blæjen “blöken;
blasen, blähen”
Пек. Б/ёји, (bler) *blöken, meckern’*
[r.-ksl. bleju, (blějati) ‘blöken’*
Desider. *b*leh,/b"Ih,-s- [got. (+) -blesan ‘blasen’
(H.R)
Daraus einerseits ‘blasen, wehen’ vom Wind, andererseits “blöken, meckern’.
Eher sekundäres je-Präs. als (mit SCHRIJVER 403) Verallgemeinerung der R(z) des Plurals.
Die beiden Bedeutungen sind im Lat. formal differenziert.
Zum ѓе-Ргаѕ. umgebildet. Doppelbedeutung von ‘heulen’ wie schon uridg. (und Lat.).
Zum ѓе-Ргӣѕ. umgebildet.
Trbhleh,g- ‘schlagen’ IEW 154
Präsens ?*b”léh g-e- lat. *flagö, -ere ‘schlagen’?
?* bhh g-ské- [lit. blaškiù, (blöksti) ‘(hin- und her)schleudern”?
Neubildungen: je-Präs. an. blekkja ‘schlagen’
(M. K.)
Nur ital., germ. und balt.; Laryngalfarbe nur sicher, wenn lat. flag- die R(e) fortsetzt, sonst
könnte auch zb, oder *h; vorliegen.
88
2 Aus den Ableitungen flagitäre ‘(urspr. durch Schläge) dringend fordern’ und flagitium ‘Züch-
tigung, Schande’ zu erschließen; vgl. SCHRIJVER 185.
? Mit analogischem Ersatz von schwundstufigem *bil$k° durch blask°; aus dem Präsens Neo-
wurzel blask abstrahiert, dazu Iterativ blaskau, blaskyti.
7 Oder denominativ von blak ‘Schlag’, jedenfalls mit analogischer Biz) *blak- für Fbulk-, nach
der R(e) *blök-.
*hhleh;-' ‘blühen’ IEW 122
Präsens ?*b#leh;-ie- ae. (+) blöwan ‘blühen’
З (В. 5.)
|! Verbal пиг germ., vgl. lat. flös, flöris m. ‘Blume’ < *bħléh;-os- usw. Zum Laryngal s. SCHRIJ-
VER 131 mit Lit.
?*bh]eid-! “aufschwellen, überfließen’ IEW 156
Aorist ?*bhl|éid-/bhlid- [gr. &pAıöev- öigppeev Hsch. ‘zerfloß’
Präsens ?*bfli-ne/n-d- [gr. gAıödaver cappe? Hsch. ‘zerfließt’
Perfekt *bhe-bHlöid/b"lid- рт. dianepAoıdev- Öiak&yvraı Hsch. ‘ist
zerflossen’
Iterativ *bhloid-éie- gr. pAoıdovuevog Lyc. 35 “sprudelnd, siedend’
(M. K.)
|! Nur gr. (marginal) und in ne. bloat ‘anschwellen’, wohl < *blaitö-;, die lett. Verben blieZu,
bliest und blistu, blist ‘dick werden’ haben ie, i < Zen, *in und sind daher fernzuhalten, s.
LESKIEN, Ablaut 321-2.
*břleiĝ- ‘schlagen’ IEW 160-1
Präsens *b"leig-e- lat. fligö, -ere ‘schlage’'
[lett. bliezu, (bliezt) “schlagen; schleppen’
Prphleiglbhlig-u- Ter. äol. ion. @4íño ‘drücke, quetsche”?
Aorist ?*bh|Zió/bhléió-s- lat. flixi ‘schlug’
Iterativ ?*bhloió-éie- [lett. bla izu, Ыагтїї “quetschen; schlagen’
(B.S)
89
l Oder mit sekundärem g nach Perf. flixi aus *fliue- < *bhléió-ue- umgebildet.
2 Wohl iotazistisch für *pAeißw aus thematisiertem *bhleió-ue-; falls 3 z.B. уоп pfßw bezogen
sein sollte, könnte auch Umgestaltung eines *gAerye- < *b*leig-e- vorliegen.
Prphleig-' ‘glänzen’ IEW 156-7
Präsens ?*bHleig-e- ae. (+) blican “leuchten, schimmern”?
*phlig-ske-” [lit. blýškiu, blysketi “funkeln, schimmern’*
[aksl. blosto, blostati "glänzen"?
Kausativ ?*bhloig-éie- afr. blösza ‘sichtbar machen’
(B. S.)
Nur germ. und bsl.
2 Vgl. SEEBOLD 118-9.
3 Im В]. ist aus dem Präs. *bliske- < *bligske- (der Verlust von Se muß vor dem Wirken von
WINTERS Gesetz eingetreten sein, da sonst Vokaldehnung stattgefunden haben müßte, s.
Anm. 1 zu *bhegu-) eine Wurzel *bleisk- abstrahiert, vgl. ablautende Nominalbildungen wie
aksl. МїзКъ oder r.-ksl. blěskə ‘Glanz’
4 Mit sekundärer Vokaldehnung. Daneben auch blizgü, blizgeti “flimmern, glänzen’ mit abwei-
chendem Konsonantismus.
5 Dazu Inchoativ Ыъѕпогі “erglänzen, blitzen’; nach VAILLANT Ш 171 könnte das slav. Präs.
auch zu *b*leg- gehören, also für *bilske- < *bh|(g)ské- stehen.
Prbhjend"-" үйре werden’? IEW 157-8
Präsens ?*bflend"-e- [lit. blendziu, (blesti) ‘schlafen; mit Mehl
anrühren’”
aksl. bledo, (blesti) ‘irren, schwatzen’
*bhé-bhlondh/bhlnqh- [got. blandan sik “sich abgeben mit’,
an. (+) blanda ‘(hinein)mischen’
Kaus.-It. *břlond*-éie- ae. (+) blendan ‘blenden’
lit. blandaus, blandytis ‘die Augen
niederschlagen, sich schämen’
aksl. blozdo, bloditi “irren, sündigen, huren’
(B. S.)
Nur germ. und bsl., falls nicht ved. bradhnd- ‘rötlich, fahlrot’ hierher (s. EW Aia 11 235).
Zu den semantischen Verhältnissen vgl. SEEBOLD 116-7.
Dazu neugebildet bi{sru, bl{sti ‘dunkel werden; sich trüben; quellen’.
90
?*bh|eudh,- “zerflieñen' IEW 159
Präsens ` ?*pbhlud-néln-h,- Tor. ёк- gAvvödveı Hp. ‘bricht auf (Geschwür)”?
?*bh|udh>-ié- gr. @3206@ Нр. ‘zerfließt, ist паб’
(M. K.)
Nur gr., vgl. noch A vdapög “weich, matschig’ < *bhludh;-ró-.
Mit sekundärer Nasalierung aus *pAvdave- «< *b"lud-n-hz-.
3 Oder *bhludh,-éie-.
1.*b"IeuH-' “überstrómen' è IEW 158-9
Präsens *bhléuH-IbhluH- Ier. att. pAdeı ‘fließt über’;
Leider ‘sprudelt, kocht über”
[lat. fluð, -ere ‘fließen, strömen’
lit. bliáuju, (bliáuti) *brüllen, blöken, meckern”
[aksl. bljujo, (bljevati) ‘sich übergeben’
2a
Neubildungen: s-Aorist gr. - EpAevoe ‘floh über’, рг. é&pA voe ‘sprudelte, kochte über’
lat. gët Поб, strömte’“
(B.S., M. K.)
Für Set-Wurzel spricht der Akut im Balt., kurzes u im Gr. ist aus dem Präsens *phlue- <
*bhluH-e- übertragen. Hierher auch das іп LIV’ unter *b*leug* Aufgeführte, vgl. WEISS, MSS
55 (1994[95]) 139-40.
Wohl Thematisierung von verschiedenen Ablautstufen; gåve- ist kaum mit FRISK II 1026,
RISCH 336 alter Aorist: &pAve Il. 21,361 ist eindeutig Imperfekt. Daneben wohl geneuert gr.
фА®й@ ‘sprudle über (auch von Worten)’, das keine alte Wurzelvariante *b"leug'®- bezeugt.
2а Wohl einfach *bhluue- < *b"IuH-e- neben *b"leuH- in flamen; die zugehörigen lat. Formen
wie con-flüges mit g lassen sich analogisch erklären, s. WEISS, MSS 55 (1994[95]) 139-40.
Semantisch viell. von *blē- ‘blöken’ (lett. bier, s. *b*leh,-) beeinflußt; dazu Inchoativum bliū-
nù, bliäti ‘zu brüllen anfangen’ neugebildet.
Analogisch zu -flüges > flüctus, s. WEISS, Le,
22.*bHleuH-' ‘schlagen’ IEW 125
Präsens ?*bleuH-e- got. (+) bliggwan ‘schlagen’
(B. S.)
! Nur germ., vgl. SEEBOLD 120-1.
91
Prphleuk-' “ЫаВ werden’ ПЕМ 159]
Präsens ?*b"lu-neln-k- ?[kymr. blyng- ‘zomig werden’?
[lit. blunku, (blùkti) ‘fahl werden, verblassen’
(B. S., M. K.)
! Unsicheres Material; aus semantischen Gründen zu trennen ist ahd. b/luhhen ‘brennen’, mhd.
ver-bliehen ‘erlöschen’, vgl. LLOYD-SPRINGER I 203-4.
2 Falls aus ‘(vor Zorn) erblassen’ — “hell werden’.
9*phpeqh-! ‘waten’ IEW 164
Präsens ?*b"réd"/brd*- — Tit. bredù, (bristi) ‘waten’
[ksl. (+) bredọ, (bresti),
ačech. (+) brdu, (břísti) ‘waten’?
[alb. bredh ‘springt, һйрЁ??
Iterativ ?*bhrodh-éie- [lit. bradau, bradýti ‘waten’
ksl. brozdo, broditi ‘waten’
(B.S., M. K.)
Oder *bhred- (bei Gültigkeit von WINTERS Gesetz (zur hier angenommenen Fassung s. Anm.
1 zu *b"eg*-), müßte dann Verallgemeinerung der antevokalischen Wurzelform angenommen
werden), nur bsl. und alb. sowie vielleicht in Ortsnamen.
Stamm *bred- neben *brod-, viell. aus urslav. *brodo, *bresti, vgl. KOCH 587-8.
*bred-a-, OREL 34. Zur semantischen Entwicklung vgl. z.B. an. уада ‘waten; eilen’ (M.K.).
*hhreß-! ‘brechen (intr.)” IEW 165
Präsens ?*bfr-neln-$- (at, frangë, -ere ‘etw. (zer)brechen”*
9?*bh yg- ié- [air. braigim ‘furze’”*
Perfekt 9*bhe-bhró@'/bhyó'> [lat. fregi *(zer)brach etw.’
mir. ro-bebraig ‘hat gefurzt’
[got. (+) brak ‘(zer)brach etw.’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. got. (+) brikan “etw. (zer)brechen’
ske-Präs. ?lit. brasku, (braškě ti) ‘krachen, knacken"?
(В. 5.)
92
1! Daneben gleichbedeutend *bheg-, viell. urspr. identisch damit, vgl. die Lit. in EWAia II 243.
Der übliche Ansatz mit Palatal beruht auf der irrtümlichen Annahme, daß lit. brašk° diesen
zeige: dort ist aber (wenn überhaupt etwas Altes vorliegt) der Auslautskonsonant der Wurzel
vor *sk ausgefallen. Somit kann auch Velar vorliegen.
Die (unsichere) Zugehörigkeit von mir. braigid und lit. braskerti spräche für fientive Grundbe-
deutung, im Lat. und Germ. kann die Bedeutung des (im Germ. verlorenen) faktitiven Nasal-
präsens vorliegen.
` Mit Reduktionsstufe *b'r,ng- für *brng'-; nach SCHRIJVER 478 könnten das lat. und kelt. Prä-
sens unabhängige Umbildungen eines verlorenen (Wurzel-?)Präsens darstellen. Wahrscheinli-
cher dürften unabhängige Neubildungen zu einem verlorenen Wurzelaorist sein.
4 Wohl mit Reduktionsstufe wie im Lat.; semantische Entwicklung nicht klar.
5 Ур]. MEISER, Habil. 8186.
Eher onomatopoetische Neubildung.
*bħreh;ĝ'- ‘erstrahlen, erglänzen’ IEW 139-40
Aorist ?*bfreh,g-Ib"rh)8- ved. ábhrat ‘ist erstrahlt’'*
Präsens *bfrehj$-e- ved. bhräjate ‘glänzt, strahlt’
jav. brazaiti ‘glänzt’
*phrh,ß-ske-” [lit. breksta, (breksti) ‘anbrechen (vom Таре)”
[poln. (+) o-brzasknad ‘hell werden"?
(B. S., M. K.)
Hierzu wohl die Wörter für ‘Birke’ in ved. bhūrjá-, 055. bærz(æ), ап. (+) biork, lit. béržas,
russ. (+) berëza, s. EW Aia II 269-70 mit Lit. und oben Einleitung p. 35.
lê Könnte auch s-Aorist sein (andere Formen nicht belegt); daneben gleichbedeutend ábhrāji,
vgl. KÜMMEL, Stativ 79.
Daraus ist offenbar urbsl. eine Wurzel *brēšk- mit sekundärer R(e) abstrahiert worden, die al-
len bsl. Formen zugrunde liegt.
Prät. breskau.
Daneben im Slav. auch *brëzg- mit stimmhaftem Auslaut.
*pfreiH- ‘schneiden’ IEW 166-7
Präsens *bfri-ne/n-H- ved. bhrinänti RV 2,28,7 ‘sie verletzen’!
ау. Inj. pairi.brinayha ‘hast dir (die Haare)
geschnitten”?
got. (+) brinnan "brennen"?
9*bhriH-ié- r.-ksl. brijo, (briti) *scheren°
93
Aorist 2?*bhrëiHIbhyéiH-s- ved. Коп). bhresate RV 7,20,6 ‘wird sich
verletzen"
air. Konj. -bria ‘soll verletzen, schädigen’”
(B. S.)
! Mit analogischem ; nach der R(z) bhri für tbhrin®.
2 Vgl. KELLENS, Verbe 60-1, 177; zum Iran. insgesamt s. SCHAFFNER, MSS 54 (1993[94]) 229-
40.
? Falls mit LÜHR, MSS 35 (1976) 78-9 mit Ablautentgleisung aus *b"ri-n-H- ‘brennenden
Schmerz verursachen’, doch s. unter *guher-,
4 Vgl. HOFFMANN, FS SCHUBRING 19-24 = Aufs. 29-34.
5 Suppl. Konj. zu bronnaid, setzt ein verlorenes air. Präs. *brenaid voraus, vgl. CAMPANILE,
EC 19 (1982) 151-4; H. WAGNER, ZCPh 39 (1982) 83-5.
?*bħreiHk-' “sich sträuben, sich aufstellen’ IEW 166
Präsens ?*bfriHk-ie- gr. pploceı ‘sträubt (sich), starrt (vor etwas)’
Perfekt *bhe-bhróiHk/bhriHk- Ier. лёфоїкє ‘starrt (vor etwas); schaudert’”
Neubildungen: s-Aorist gr. ёротёє “sträubte; starrte (vor etwas); erschauderte’
(M.K.)
Oder *b*rieHk- (2), Biel nicht belegt; nur gr. und wohl in kymr., bret. brig ‘Gipfel’ < *briko-.
Mit Verallgemeinerung der R(z).
?rbiRek- ‘schärfen’ [IEW 168]
Kaus.-It. *b"Rok-eie- ved. ní bhrasayant- RV 10,116,5 “stumpf machend’
M.K.)
Nur ved., vgl. noch bhrăśiya- ‘zu schärfen’ und d-ni-bhrsta- ‘unabgestumpft’; zu trennen von
*bhRenK-. S. Сото 231-2.
*bħrek!- ‘zusammendrängen’ IEW 110-1
Aorist Prphrek#-/birk&- Пах, frequēns ‘gedrängt, häufig’
94
Präsens *bhrk#-ié- ?gr. gp&oco, att. фойтто ‘umzäune’
*bhrem-! ‘brummen, brüllen’ IEW 142-3
Präsens *bhrém-e- parth. brm-, mp. blm- ‘heulen, weinen’
Iterativ *b*rom-eie- khot. (+) brem- ‘weinen, Һешеп”?*
ае. (+) bremman ‘brüllen”
Essiv P*b"rm-hjle- poln. brzmie, (brzmieć) ‘summen, tönen”
(B.S., M. K.)
*h"remH-' “unstet sein" [IEW 132-3]
Präsens *bfremH-e- ved. (ВАО) bhrämasi “flackerst, Іойегѕі”?
b"rmH-ske- jav. brasat Yt. 19,34 ‘irrte umher’*
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. spätved. (SvetU) bhrämyate "attert, schweift umher’
Kausativ spätved. (Sü.) bhrämaya- ‘hin- und hertreiben’
M.K.)
1
2 i
lat. farciö, -ire ‘vollstopfen, mästen”?
(В. S.)
Mit irregulärer Biel, nach EICHNER, GS KRONASSER 19!” akrodyn.; es könnte auch ein Prä-
senspartizip vorliegen.
Wenn < *‘dränge zusammen’; dazu neugebildet s-Aorist ё&рраёа usw. Oder zu *bher8h- s.d.
Zum Vokalismus vgl. EICHNER, Le: SCHRIJVER 488, 495-6.
2
lat. fremö, -ere ‘brummen, brüllen’
kymr. bref- ‘blöken, brüllen’
[mhd. brimmen ‘brüllen”?
Das Fehlen der Gemination in ahd. (+) bremo ‘Bremse’ spricht gegen Set-Wurzel; allerdings
wäre mhd. brimmen leichter von *bhremH-e- aus erklärbar. Zu gr. Воёшо s. *g“rem-.
*brama-, vgl. BAILEY 316b mit Lit.
Ahd. nur Prät. pram, vgl. SEEBOLD 135-6, LLOYD-SPRINGER 316-8. Gemination expressiv?
*brāmaya-, vgl. EMMERICK 107; BAILEY 316 mit Lit.
Vgl. SEEBOLD 135.
Urslav. *brométi.
Auf eine Set-Wurzel weist jav. brā-sa- (< *bhrmH-sËé-), falls а nicht sekundär, sowie inner-
ved. der Ablaut von bhramyate. Wohl nur iir., falls nicht an. brim, brimi “Brandung? hierher
(das gegen Set-Wurzel spräche, jedoch auch zu *bhrem- ‘brüllen’ gehören kann).
95
2 Konkret ‘flackern’ vom Feuer, ‘umherschweifen, umherirren’ von Menschen.
3 Vgl. бото 232.
4 Vgl. HINTZE 192-3.
9*bhrend-! “quellen, schwellen’ IEW 167-8
Präsens *bfr-neln-d- [air. do:e-prinn ‘quillt hervor, sprudelt”?
Kausativ ?*b"rond-eie- mir. bruinnid “läßt hervorquellen’’
Neubildungen: sra-Präs. lit. brestu, (bresti) ‘reifen’, br{stu, (br{sti) ‘aufquellen’
(М. К.)
! Oder zbbrendh- nur kelt. und bsl.; lautlich möglich, doch unwahrscheinlich ist Anlaut zb,
2 <*brenne- < *branne- < *brannd- < *bhrn-n-d-, vgl. MCCoNE, FS WATKINS 468; Im Präsens
ist der Stamm *brenne- (den Konj. -bre, Еш. -bibuir, Prät. -bebarnatar voraussetzen) nur in
Komposition mit to-ess- belegt; der Vokalismus von do:bruinn ‘fließt’ ist problematisch und
muß irgendwie analogisch (vom Kaus.?) beeinflußt sein.
? Oder ran. Neubildung?
rhiRenk-' ‘abfallen’ IEW 168
Aorist *b"Renk-/b"Rnk- [ved. má bhrasat RV 10,173,1 ‘soll nicht abfallen!’
Präsens *b"Renk-e- ved. (YVP) bhranisate “fällt ab’
*p"Rnk-ie- ved. (ТА) bhrasyate “fällt ab”?
khot. brasıä ‘fällt?
(M.K.)
Nur iir., vgl. Сото 231-2 zu Beleglage und Abgrenzung von *b"Rek-.
Aufgrund der Gleichung mit dem Khot. trotz der relativ späten Bezeugung wohl alt.
Vgl. EMMERICK 107; nicht hierher dagegen oss. elvesyn, s. ABAEV I 131-2.
1 ç 3
?*bhrenk- anschwellen IEW 167
Aorist 2*bhyénk-/bhrnk- [ит]. *brece ‘schwoll ап’?
Neubildungen: Nasalpräs. russ. (+) na-brjaknut’ ‘anschwellen’
(M.K.)
96
Nur germ. und bsl.; vgl. an. bringa f. *Brust(korb)', lit. brankä f. ‘Anschwellen’.
Nicht belegt, aber vom Pràsens *brekno vorausgesetzt.
1.*bfreuH- “sprudeln"” IEW 144-5
Präsens ?*bfreuH-e- [ае. (+) breowan ‘brauen’
Neubildungen: s-Aorist gr. Gz- Eppvoev- ал-&бксєу Hsch. ‘braute’
(В. 5.)
Nach SCHRIJVER 253-4 (dort 254-6 auch zur Abgrenzung von *b!eru-, anders RASMUSSEN
97) *bfreh,u- wegen arm. atbiwr ‘Quelle’, gr. gpéap, - атос ‘Brunnen’ und got. (+) brunna m.
‘Brunnen’, aus denen ег *bfröhu-f ~ bfruhj-n- rekonstruiert; Ze im Arm. und Gr. läßt sich
aber als Dehnstufe auffassen (die allerdings nicht mit *b"ruh,-n- in einem Paradigma zu verei-
nigen ist), so daß die Biel genauso gut *b'reuH- lauten kann.
Vgl. die in Anm. 1 zitierten Wörter für ‘Quelle, Brunnen’; daraus ‘sieden’, faktitiv ‘zum
Sprudeln bringen’ — ‘gären lassen, brauen’.
2.*brreuH-' ‘aufbrechen’ IEW 169
Präsens ?*bfreuH-de- an. (+) brjóta “brechen”
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. briaujuos, (briäutis) ‘eindringen’
(В. $.)
Vgl. viell. ved. bhründ- п. ‘Embryo’, falls aus *‘gesprengte Eihaut' < *b*ruH-nö- ‘gesprengt,
aufgebrochen’, s. ЕМ Ата II 283 mit Lit.
Dazu neu Kaus.-It. an. breyta ‘ändern’, ae. brftan ‘brechen’.
PrhhreuHg-' “genießen, gebrauchen’ IEW 173
Präsens *bhruH%'-ié- got. brükjan, [ae. (+) brücan ‘brauchen’
lat. fruor, frui ‘genießen’?
(B.S)
' Nur italisch und germanisch, R(e) nicht belegt.
Nach SCHRIJVER 233 lautgesetzlich *früuör < *fraiör < *frügiör, anders ist das Fehlen von
*o im Lat. kaum zu erklären.
97
?rphreuk-" ‘abschaben’ IEW 170
Aorist ` Prbhreuklb'ruk- [ursl. *brose ‘rasierte, schabte’”?
Präsens *bfruk-ie- bulg. (+) borsa “abwischen’
Iterativ *brrouk-eie- r.-ksl. o-brusu, -brusiti “abreißen’,
skr. (+) brüsiti “wetzen, schärfen, schleifen’
Neubildungen: Nasalpräs. ksl. (+) brosnuti ‘rasieren, schaben’
(M.K.)
' Nur slav., daneben in ähnlicher Bedeutung *bhreuk- (s.d.); vgl. SADNIK-AITZETMÜLLER,
VWSS L, 217-20.
? Vorausgesetzt vom Präs. *brosng (s.u. Neubildung).
?*pfreuk- ‘streichen, streifen’ IEW 170
Präsens *b"ruk-e- lit. bruku, (brükti) *hineindrängen, -drücken;
Flachs brechen’
Neubildungen: Nasalpräs. lett. brüku, (brukt) “abbröckeln’
R(e)-ie-Präs. lit. braukiü, (braukti) ‘streichen, abstreifen’
(M. K.)
! Nur bsl., im Slav. (semantisch etwas abweichend) nur nichtprimär russ. (+) brykdt’ “ausschla-
gen’; daneben *bfreuk-, s.d.; vgl. SADNIK-AITZETMÜLLER, V WSS 1, 220-1.
*hhreus-' ‘zerbrechen’ IEW 171
Präsens *b’rus-ie- air. bruid ‘zerbricht, zerschmettert”?
Kaus.-It. *b"rous-eie- ae. briesan* ‘zerschlagen””
Neubildungen: nä-Präs. air. -bronna ‘verletzt, schädigt’
(B. S.)
Verbal nur kelt., vgl. noch lat. frustum ‘Brocken’.
Vgl. auch gall. *brus-, das von afrz. bruiser ‘zerschmettern’ vorausgesetzt wird.
Vgl. SCHRIJVER, BCHP 341 mit Lit.
< *bhrusnä-, da wohl eine Anit-Wurzel vorliegt, ist Neubildung anzunehmen.
> ei N e
98
9*bhseH-!' ‘kauen’ IEW 145
Präsens *b"seH-/b"sH- ей. (АУ) psätu ‘soll kauen’
(В. 8.)
1 Nur ved., Erweiterung von *bhes-, s.d. Aus semantischen Gründen ist рг. yáw ‘reibe’ usw.
besser zu trennen.
*hf'yeh,-' ‘wachsen, entstehen, werden’ IEW 146-50
Aorist *bfueh>-/bruh,-” [ved. abhät ‘ist geworden’
[aav. Коп). buuaiti “wird werden”;
[ap. Орг. biya ‘möge sein’
[gr. Zo ‘wuchs, wurde, entstand’
alat. Konj. fuas ‘sollst sein”,
[lat. Perf. (ot “war”
[air. 35 boí ‘war’, 3p -bátar ‘waren’;
mkymr. (+) bu war?”
?[Konj. gall. bueti(-d), air. beith, -bé ‘soll sein’
[alit. bit(i) ‘ег war?
[ак]. 25, 35 Бузгъ “war, wurde
‚11
8
DI
Präsens *b"éuhz-e- ved. bhávati ‘wird; ist
jav. bauuaiti *wird'*!2
an. byggva ‘bauen, wohnen’ !?
*bħuh,-ié-'* ?gr. att. púouar ‘wachse, werde’ >
lat. fiö, fieri ‘werden, entstehen’'®
air. -bí, -biat ‘zu sein pflegen’!
?[ae. (nordh.) beom, biad ‘bin, seid’'?
% [alb. (m-)bin ‘keimt, sproßt’'”
Perfekt *bfe-bruöhz/b"uh,- [ved. babhüva ‘ist (geworden)
jav. babuuara Yt. 13,150 ‘sind geworden”
gr. repdaon ‘sind (gewachsen)’ °
[osk. Perf. fufens "waren"?
Ipf. (< Plgpf.) fufans "waren"
[an. Prät. bjó ‘wohnte’
Desider. ?*bfuehzlbruhy-s- 9[ved. bhavisyati “wird werden’
?[jav. basiiant- ‘der sein wird’?
[lit. bùs ‘wird sein’, [büsiu “werde sein"
r.-ksl. Ptz. bysest-, byšošt- uéëiÄmv "D
320
24
99
?*bhi-bhu ho -sé- ved. bubhüsant- "werden wollend’
[air. bieid, -bia ‘wird sein’?
Neubildungen: 5-Аогіѕї рг. ёроса ‘ließ wachsen’
R(z)-e-Präs. gr. ep. eut ‘wachse, werde, entstehe’”"
R(z)-ie-Präs. got. (+) bauan ‘wohnen, ein Leben führen”?!
Kausativ ved. (AV) рага bhävayati ‘läßt zugrunde gehen’”
aksl. (+) iz-bavljo, -baviti ‘retten, erlösen’”
Intensiv ved. bobhaviti “wird immer wieder”
(B. S., M. K.)
Wegen weitgehender Verallgemeinerung der R(z) beruht der Ansatz von Vollst. II fast nur
auf dem lat. Konj. fuā- und dem ital. Ipf.-Suffix *-ßa-; die Vollst. I im them. Präs. (von wo
aus sie sich analogisch ausbreiten konnte) kann sekundär sein, um den Laryngalhiat zu ver-
meiden, s. Anm. 11. Zusätzlich sprechen für Vollstufe II verschiedene Wörter, die einzel-
sprachlich *b"ä-/*b"5- aufzuweisen scheinen, das auf *b"uä-/*b"uö- zurückgehen könnte, vgl.
alb. botë “Erde, Welt’ < *рага-, рг. pwAeög ‘Lager, Höhle’, an. bór ‘Hof, Haus’ < *böfw)i- (s.
auch unten Anm. 33 zu slav. bav-).
Fast überall mit verallgemeinerter R(z), nach MEISER, Habil. $290 zumindest im Ind./Inj.
schon grundsprachlich; die R(e) könnte noch im alat. Konj. fuā- < *b"ueh,-e- erhalten sein,
nach manchen aber auch im ital. Ipf.-Suffix *-Ba- (doch s. Anm. 24) und in air. ba, lit. buvo
‘war’ < *bh(u)ueh;-t (RIX 214, doch s. Anm. 7, 8, 9).
Zur Lesung buua- (nicht bauua- mit HOFFMANN, Inj. 236-7°°°, KELLENS, Verbe 354!!) Ур].
INSLER 19, 132; KELLENS-PIRART 1 50 mit Anm. 1; Сото 230 ти Anm. 496 erwägt bei
Lesung bauua- Verwendung des them. Präsens als Коп). wegen futurisch interpretierbarer
Bedeutung.
Kontaminiert aus *h(i)ya- Gul Sheet und *būyā-, s. BRANDENSTEIN-MAYRHOFER 111.
Mit analogischem fu- statt tf- < *fu- aus *fuäs < *b"uehz-e-s, vgl. EICHNER, Sprache 34
(1988-90) 231°, Meisen, Habil. 583; Вх, HS 110 (1998) 263-4; Typ fast nur in Prohibitiv-
sätzen wie në fuäs (s. RIX, Le 256-61 mit Lit.), daher auch Herleitung aus hier funktionell be-
rechtigtem Inj. *b*(u)weh>-s (mit erhaltener R(e) und LINDEMAN in einsilbiger Wortform,
R. L.) plausibel, vgl. Rıx, Le 264.
Wohldirekt aus *fü- abstrahiert, vgl. MEISER, Habil. 8290.
Einzelheiten umstritten; nach MCCONE 131-3 < *b’uwe-, thematisiert aus *b’ü-/bYuu-. JASA-
NOFF, FS POLOME 299-308 führt air. -boí auf *bewe < *bheue < Perfekt *be-b"u-e < *bhe-
b"uhz-e zurück.
Nach MCCONE 115-24 mit Lit. aus *b"wer(i) < *b"uhz-e-t(i) mit verallgemeinerter R(z) wie
Konj. ved. bhúvat, aav. buuaiti. Im Britann. (z.B. кут. 3p bônt) zu *bwäse- umgebildet,
MCCONE 123-4.
Nach KLINGENSCHMITT 222” ist biti neugebildeter Ind. zum Inj. *bì < *bfir, der nach dem
Präsens *bfrie- aus *b’ür umgestaltet sei; nach STANG, Gramm. 380-1 dagegen urspr. Ipf. zu
Präs. *brie-. Neulit. durch reguläres bilvo ersetzt, s. ibid.
Wohl analogisch zu ls bych» usw. (mit Se erweitert) nach dem Vorbild von dach» : dast>
‘gab’; die Kurzform by ist nach Ausweis der Beleglage jüngere Kürzung aus byst», also kaum
aus *b"ür ererbt. Völlig unklar ist die Entstehung des Präsens- bzw. Futurstammes bode-.
Nach HOFFMANN, Inj. 236-7°° urspr. Konj. Wurzelaorist, der im Aav. noch erhalten sei, doch
s. dagegen Сото 229-30, zum Aav. oben Anm. 3; mit Vollst. 1, um die Folge *eh;e zu ver-
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meiden (vgl. gr. ошол ‘werde leben’ < *g“eih;-e- zu *g"ieh;-), s. СОТО 45-6. Ganz anders
JASANOFF, FS PUHVEL I, 173-186: aus 35 *b"aua < *b"eue, dissimiliert aus Perfekt *breb"ue
< *bhé-bhuh;-e. Dagegen spricht die Bedeutung ‘werden’ des Präsens.
Nach Сото 230 viell. auch аау., s. oben Anm. 3.
Wohl lautgesetzlich aus *beww-e/a- < *bhéuh;-elo-, s. RASMUSSEN, АМЕ 104 (1989) 1-9 =
Sel. Pap. 365-74.
Aus *b"üie- entwickelte sich wohl gemeinwestidg. *b"iie-, vgl. LÜHR, Koll. Freiburg 1981,
31, 56-72%! mit Lit. Zum Lautgesetz s. THURNEYSEN, Diss. 22-3; KLINGENSCHMITT setzt
*bhūie- > *b"iie- auch für das Lit. (s. Anm. 9) und Gr. (s. Anm. 15) voraus.
Könnte anders als hom. @úouet auf altes *přūie- zurückgehen, falls nicht einfach der Langvo-
kal aus Aor. und Fut. übernommen ist (zu angeblichem йо]. pviws. TUCKER 386). KLINGEN-
SCHMITT 222” setzt wegen gr. pirun. ‘Keim, Sproß’ lautgesetzliches *bhrie- < *b"nie- ап,
dann müßte *pfäie- in jedem Fall analogische Neubildung sein. фіто könnte aber auch zu
*bheiH- ‘schlagen’ gehören (s.d.) oder aus *pörv dissimiliert sein (FRISK IT 1021).
Vgl. THURNEYSEN, Diss. 22-3; ebenso osk., im Umbr. wurde analogisch die Wurzelform *fi-
(s. Anm. 23) eingeführt: Kon). fuia, Fut. fuiest, vgl. RIX, Koll. Udine 101.
Vgl. LÜHR, Koll. Freiburg 1981, 31, 56°° mit Lit.; kymr. bydd-, bret. beth- geht aber auf *bii-
zurück; kann dies sekundär aus *bii- entstanden sein? MCCONE 122 setzt kelt. *bwiye- an (<
*b"uiH- mit Metathese aus *b’uHi-?).
Nach LÜHR, Koll. Freiburg 1981, 31-2; 57% aus germ. *bi(a)- < bitte, < *bhuh>-ié-; falls
THURNEYSENSs Gesetz fürs Germ. nicht gilt, kann germ. *büa- als lautgesetzlicher Fortsetzer
des idg. ѓе-Ргаѕепѕ angesehen werden, s. Anm. 31.
Vgl. MEYER 36-7; KLINGENSCHMITT 22277, OREL 251. Aus lautlichen Gründen (i statt ü für
*7) zweifelhaft nach DEMIRAJ 100-1, der Anschluß an *b"eiH- ‘schlagen’ vorzieht.
Mit verallgemeinerter R(z); vgl. KÜMMEL, Perfekt 344-50.
Die einzige Belegstelle der Form bietet allerdings Probleme: das Perfekt steht neben ayhara
‘sind gewesen’ und hanri ‘sind’, vgl. KELLENS, Verbe 415! mit Lit. Die 35 pairi buuäuua Yt.
13,2 ‘umgibt’ ist morphologisch regularisiert für uriir. *b"ab"üua, s. STRUNK, KZ 86 (1972)
21-7; anders RASMUSSEN 352°, der hier uridg. „‚*b"u-bröuh)-e“ fortgesetzt sieht, während die
Зр „*b'e-b’uhj-r“ in bäbuuara vorliege. Vgl. KÜMMEL, Perfekt 651-3.
Im Sg. k-Perfekt лєрок- , das dann auch in den PL übertragen wird: 3р eko)
Stamm *fufue- < *feßuue- < 35 *feßūe. Aus dem antevokalischen Stamm *fu-ßu(w)- wurde
im Ital. ein Stamm *fu- ‘sein’ abstrahiert, der als Basis für die Futurbildung (osk. umbr. fust,
Kon). Ipf. osk. fusid, lat. foret) und lat., umbr. auch als Präsensstamm fungierte (umbr. Іру.
futu, lat. Inf. fore), vgl. Rıx, Koll. Udine 101-3.
Aus vollstufigem *b’e-b"ueh,- > *fe-B(u)ä — *fu-Bä-; aus dem Plapf. *fußä- ist das ital. Ipf.-
Suffix *-ßa- abstrahiert, vgl. PETERSEN, Language 3, 175-83; RIX, Koll. Udine 101-2";
MEISER, HLF 179-80.
< *beßü- < *bhe-b"ü-, Pl. biuggum mit gg < *ggw < *ww von der (sek.) R(e) *beww <
*bħeuh,-. Nach LLOYD-SPRINGER 413 mit erhaltenem Ablaut: bió < *beßau < *beßaww,
biuggum < *beßuwwum mit analog. ww. Hierher nach JASANOFF, Le 174° auch аһа. 3p
biruun mit analogischem r < *bibuun.
Könnte innerved. Neubildung sein, hat jedenfalls die Vollst. I vom them. Präs. übernommen.
Auffälligerweise gegen die iir. Regel mit R(z) gebildet, entweder ererbt oder Neubildung zum
Aoriststamm bü-.
Die Entwicklung des balt. Futurs ist im Einzelnen noch unklar, besonders das Verhältnis der
endungslosen 3. Person (*Sg., offenbar mit Sekundärendung) ohne -i- zu den übrigen mit -i-;
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3
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101
vgl. STANG, Gramm. 397-9; JASANOFF, The Baltic future, Нагу. Ling. Report 2 (1975) 90-
100; RASMUSSEN, FT Berlin 3842.
Vgl. VAILLANT II 559f.; III 104; s. jedoch AITZETMÜLLER, GS BRANDENSTEIN 11-16: Bedeu-
tung meist und ursprünglich nur ‘geworden seiend (yevnzös)’, sekundäre Neubildung zur 3p
Aor. byse.
Nach МССОМЕ 124, 126 < *biwäse-, dissimiliert < *bibwäse- — *bibüse-.
Dazu faktitives Aktiv gúw ‘bringe hervor’; wegen der Kürze des v muß hier *bhuh;-e- vorlie-
gen und nicht *b"uh,-ie-, das zu фоє- geführt hätte. Nach TUCKER 386-8 viell. aus themati-
siertem Aorist.
Urgerm. *büa- < *büia-, im Got. іт Hiat zu böa- <baua->, ebenso aschw. рда; muß nur dann
Neubildung sein, wenn mit LÜHR (s. Anm. 18) auch für das Germ. *ai > *ri gilt, andernfalls
liegt hier die Fortsetzung von *b"uhzie- vor. Anders LLOYD-SPRINGER 411-4: Int. *bhë-
bhuoh;lbhuh;- germ. *beßö-/*beßü- > *böa- ~ *büa- (wodurch sich *ó außerhalb des Got.
und Ostnord. erklären ließe).
Neubildung zu рагай bhavati ‘geht zugrunde’, vgl. JAMISON 116; wegen der späten Bezeugung
wohl kaum aus altem *b"öuh,-ie- umgebildet, wie RASMUSSEN 146 annimmt.
Mit slav. Dehnstufe nach der antekonsonantischen R(e) *beu- < *bhéuh,- (die allerdings in
keiner slav. Bildung mehr belegt ist). Oder *ba- < *buö- < *bhuoh;- mit hiattilgendem v wie
in staviti zu *stehz, s.d. (M. K.)?
Vgl. SCHAEFER 162-3. Zum Ansatz einer vielleicht älteren Intensivbildung s. Anm. 31.
102
*d-
?*ДеН-! “mähen’ ПЕМ 175]
Präsens *deH-/dH- ved. dëtt ‘mäht, schneidet ab’
(M.K.)
Nur iir.; für das Iran. bezeugt durch *220ға- ‘Sichel’ іп np. (+) das = ved. dätra- n. ‘Sichel’.
Zur Trennung von *deh;( i)- ‘teilen’ s. NARTEN, Sprache 14 (1968) 130 = КІ. Schr. 92.
1.*deh;- ‘binden’ IEW 183
Aorist *déh-/dh;- [gr. &önoa "band"
Präsens *di-déh,/dh,- gr. hom. boiot. Siôn ‘binde’?
P*dhy-ie- heth. tiya *binde!”34
ved. (2, sám) dyati ‘bindet’?
aav. Ipv. Präs. Med. ni.diiātąm ‘soll angebunden
werden"?
рг. óéo ‘binde’
Neubildungen: Perfekt ved. (á, sám) dade ‘ist gebunden’”
gr. d&öguan ‘bin gebunden”°, тук. de-de-me-no ‘gebunden’
(R. L., M.K.)
; Umbildung proportional zu Präs до; vgl. BARTON, REArm 22 (1990-91) 35; Aor. Pass. att.
EdE@mv regulär mit R(z).
2 бїдпиї wahrscheinlich alt, vgl. RASMUSSEN 278; TUCKER 19-20, 23, 191; nach Auffassung
уоп ІЕМ 183, SCHWYZER 688, FRISK I 375 jedoch sekundär zu Еш. örjownach ridnuı ` Өсө.
Deverbativpräsens auf Grundlage des Wurzelaor. *deh,-/dh,-. Vgl. jedoch Anm. 3b.
3% S. WATKINS bei MELCHERT, IF 91 (1986) 106.7; WATKINS, How to Kill a Dragon: Aspects
of Indo-European Poetics, Oxford 1995, 248.
3 Nach KULIKOV, Koll. Erlangen 267-79 besser als dy-d- < *dh,i-e- zu analysieren, was einen
Wurzelansatz als *deh;(i)- voraussetzen würde (vgl. RASMUSSEN 51), gegen den nichts zwin-
gend spricht.
R Graphisch für *°diiatem; KELLENS, Verbe 21-2 mit Anm. 6, 120-1 mit Anm. 4; BEEKES,
Gramm. 46, 171, 206; HUMBACH, Die Gathas I 26, II 78; KELLENS-PIRART І 61; nach HUM-
BACH, The Gäthäs II 201 jedoch Passiv zu av. ni.da ‘niederlegen’.
“2 KÜMMEL, Perfekt 242.
5 Dazu sekundär das Aktiv att. ека.
103
22.*deh;-' “aufspüren, (an)treffen”? ПЕМ 217]
Aorist ` ?*déh,-/dh;,- ved. Konj. abhi-däti SV 1,336 ‘stellt jmdm.
(feindlich) nach”?
Desider. *déh;/dh-s- [ved. abhi-däsati ‘stellt nach, feindet an"
gr. hom. ер. Fut. örjeıg ‘wirst finden, antreffen”
(M. K.)
Oder *deh,-, das Gr. läßt keine Entscheidung zu, da nur hom. belegt. Nach JANDA, Eleusis
121 gehört ved. abhí da Jedoch zu dä- ‘binden’ (1.*deh;,-), dann bliebe das gr. Verb isoliert.
Bedeutung nur durch das Griechische bestimmbar, im Vedischen weitgehend vom Präverb
abhí ‘zum Schaden von jmdm.’ abhängig.
3 = JSI35,5; vgl. NARTEN, KZ 78 (1963) 56-63 = Kl. Schr. 26-33; es könnte auch Wurzelprä-
sens vorliegen. Nach INSLER 209 hierher auch aav. aibi dainti (für *dainti) ‘they ensnare’ Y.
32,15.
4 Der „deutlich voluntative Charakter“ der Verbalbedeutung (NARTEN, l.c. 59 = 29) spricht
gegen alten Konj., jedenfalls außerhalb der (nicht belegten) 1. Person.
Auch örere ll., önouev Od. Dazu wohl auch Eönev’ eüpev Hsch. (s-Aorist)?
*deh;(i)-" ‘teilen’! IEW 175-6
Aorist *déh,-/dh,(i)- ved. (Y V) disva ‘teile zu!?,
(MS) дуа adat ‘hat abgetrennt”?
Präsens ?*qh,i-é- ved. (Y V) ava-dyati ‘trennt аЬ”
*dh,-éie- ved. däyate ‘verteilt’*
Ier. боѓошол ‘verteile’’
alb. ageg. për-dah /-dal ‘teilt’
Neubildungen: s-Aorist gr. #болодитуу ‘schmauste”
alb. (n-)dava ‘ich teilte’!
nu-Präs. gr. daivgu ‘gebe ein Festmahl’, daivuuan ‘schmause”
(M.K.)
0
Durch diesen Ansatz läßt sich die Verbreitung von gr. бол- < *dah;i- (vgl. auch PN Лоѓтор)
neben бо- < *dh,- leichter verstehen, zudem sind dann germ. *tīdi- < *dih;-ti- “Zeit” usw.,
апт. fi ‘Zeit’ < *dh;(i)ió- anschließbar; vgl. RASMUSSEN 51.
Vgl. noch *deh;-lo- in air. dál m. = mkymr. dawl ‘Teil’ mit denom. air. -däl(a)i, mkymr. doli
(s. auch Anm. 6 zu *delh,).
Vgl. EWAja I 717 mit Lit., ‘abtrennen’ — ‘abteilen’ nur mit áva; kein Zusammenhang mit
iir. *da- ‘mähen’, s. *deH-.
Mit d statt *dh < *dh,; nach dem Aor. dā- < *dehz-, ebenso bei däyate. Morphologische Ana-
lyse (nicht *dhz-ie-) nach KULIKOV, Koll. Erlangen 267-79.
104
4 vgl. бото 172-3.
болє- nach dem Aorist Ac. (s.u.) für *dae- < *dhzeie-, dazu suppl. Aor. #б@ссогто (von der
Basis *dat-, die aus Nomina mit 1-Suffixen abstrahiert ist).
< *daiet nach KLINGENSCHMITT 117!*; modern umgebildet (n-)dan, vgl. KLINGENSCHMITT,
MSS 40 (1981) 108.
7 Von der Wurzelform *dahzi- > бол- ; ebenso Futur баїсо Il. 19,299 ‘werde ein Festmahl ge-
ben’; allerdings synchron durch semantische Spezialisierung von dalouaı getrennt (Präsens-
neubildung, s.u.!).
Falls mit KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 114 auf einem zum Präsens *da( i)e- neugebilde-
ten *da-s- beruhend; zur Entstehung der alb. v-Aoriste aus dem s-Aorist s. ibid. 102-15.
Analogisch zum s-Aorist.
*dehzp-' ‘zerteilen’ IEW 176-7
Präsens *dh;p-ié- gr. dato ‘zerfleische, verzehre””
Neubildungen: s-Aorist gr. Edawa ‘zerfleischte’
(M. K.)
Erweiterung von *deh;-? Verbal nur gr., spezialisiert auf das Zerteilen von Fleisch (durch
Tiere); vgl. Nomina wie arm. tawn (i-Stamm) ‘Fest’, lat. daps f. ‘Opfermahl’, an. tafn n. ‘Op-
fertier, -mahl’; semantisch weiterentwickelt gr. далсул f. ‘Aufwand, Kosten’, lat. damnum п.
“Verlust, Schaden’. Verbindung mit toch.A tāp- ‘essen’ scheitert am Lautgesetz *d > toch. rs.
Dazu neu iterativ-distributiv бор-болте- < *dap-dap-ie-, vgl. TICHY, Onomatop. 329-30.
*deh,u-' “in Brand geraten” IEW 179-81
Präsens *du-neln-h>-” [ved. (AV) dunöti “zündet an, verbrennt?
Pr dhzu-ske- [ahd. zuscen* “brennen”
Perfekt *de-döhzuldhu- Ier. hom. ögöne “lodert, brennt
Kausativ *аоћ,и-ёіе- mir. *döid “zündet an, verbrennt
А 8
mkymr. kynneu- ‘апгйпаеп’
Neubildungen: ie-Präsens gr. боїіо ‘zünde an, fache an’, доѓєтол "brennt?
(M. K.)
In R(z) Metathese zu *duh,;-, z.B. іт ved. VAdj. dünd- "verbrannt,
Fientive Bedeutung vom Perf. vorausgesetzt.
Infixbildung zur metathetierten R(z) *duh;- (statt urspr. **dh,-né-u- oder **d-né-h;-).
Aus *dunäti, vgl. z.B. ksinö- AV+ «< ksind- RV (s. *qdhgmho i-).
2 ei nN —
105
Nur in Glossen, Vokalquantität unklar (viell. eher *züscen — duhz-sķé-).
Mit regulärem Ersatz von *oh, durch *eh, im gr. Perfekt.
Erst spät belegt, alte Länge des Vokals nicht sicher.
Wegen mkymr. (+) kynnut ‘Feuerholz’ < *kom-douto- < **-dohzu-to- viell. besser als o-stufig
zu interpretieren und nicht als Entsprechung von рг. dio; vgl. SCHUMACHER 159.
Ansatz nach PETERS 37. Es dürfte eine innergriechische Neubildung (zu einem verlorenen
Aorist) vorliegen. Hierher wohl auch Konj. б@ттол Il. 20,316 = 21,375, vgl. CHANTRAINE,
Gramm. Hom. I 167.
o мз с u
*deh;- ‘geben’ IEW 223-5
Aorist *dehz-/dhz- [heth. dai, danzi ‘nimmt, nehmen’!
ved. ádat ‘hat gegeben”
i aav. 2р Іру. data “реБ!”
| агт. 3s et ‘gab’
gr. &öouev ‘wir gaben’, [&dwxa ‘ich gab”
venet. doto ‘gab’
lat. ce-dö, ce-tte ‘gib, gebt!’’;
[falisk. por-ded “schenkte”
> [lat. Präs. 4б, däre "geben"
?keltib. Іру. tatuð /datnd/ К.1.1 ‘soll gehen
[aksl. (+) doch *раЬ?!!
alb. ageg. /бат/ ‘wir gaben’?
Präsens *dé-doh;/dh;- ved. dádāti ‘gibt’
Jav. daöaiti ‘gibt’
arm. tam ‘gebe’ ”
[gr. бїбөшї ‘ребе’!
[lat. prö-dö, -dere ‘verraten’'”
[vestin. (+) didet ‘gibt’
?keltib. (Konj.?) ðiðonti KI) ‘geben’ !®?;
[air. do:rat(a)i ‘kann geben’'®,
[kymr. rhoddaf Schei
[alit. duosti ‘gibt’!
[aksl. (+) damb, (dati) pf. ‘ебет’!
Desider. ?*di-dh;-se- ved. ditsati “möchte geben’
Neubildungen: s-Aorist mkymr. Konj. rod(h)oe “gäbe”?
106
` e na u
10
21
23
Perfekt ved. dadáu ‘hat gegeben”?!
aav. дайа ‘hat gegeben’
gr. бЁботол Il. 5,428 ‘ist gegeben’
lat. dedi, osk. (+) deded ‘gab’”
(M. K)
Zur ls Prät. Med. *dahha < *dh;-h;é wurde ein neues Präsens *dahhai > dahhe gebildet, dann
in die (aktive) hi-Konj. überführt, vgl. EICHNER, FT Regensburg 93-4; OETTINGER 500-1; Be-
deutung aus reflexivem ‘sich geben’, vgl. ved. á da Med. ‘nehmen, bekommen’.
Der Aorist ädat ‘hat genommen’ zu á da Med. ‘nehmen’ ist kein alter Stativ (Bedeutung er-
fordert reflexives Medium), sondern Ersatz für tátta, vgl. HARDARSON 135-6.
Im Iran. ist *deh,- weitestgehend mit *d”eh,- zusammengefallen, Abgrenzung im Einzelnen
schwierig.
< *e-deh;-t, Stamm etow- (teilweise zum s-Aorist umgebildet); aus dem Aorist Med. ist um-
gestaltet Präs. tani- ` Aor. tar(a)- ‘wegführen, mitnehmen’, vgl. KLINGENSCHMITT 198-202.
Im Sg. Ind. zum x-Aorist umgebildet, daher Ablaut erhalten, vgl. HARDARSON 146.
Nicht Med., sondern zo der Deutlichkeit wegen für schwindendes *-r, vgl. HARDARSON 38°.
Vgl. MEISER, Habil. $129.
$. MEISER, Habil. 8131!
Vgl. MEISER, Habil. $130-1; dagegen nach LEUMANN 527-8 aus dem Präs. *didä-/dida- dere-
dupliziert.
/аа-/ < *dh;-, vgl. МІН IV 411-2; 524, 571; RUBIO ORECILLA, HS 112 (1999) 110; R(e) und
R(z) nicht zu unterscheiden. Dazu (und nicht zu *d*eh,-) nach RUBIO ORECILLA, Le 107-13
auch nf. raunei, ti-öaunei sowie Inj. 3p au-ö-anto, Коп). 35 au-ö-eti.
Zum s-Aorist umgebildet, daneben 25, 3s dast» (sekundär da), wohl mit *dad- nach dem Prä-
sens oder altes Imperfekt (STANG, Verbum 70-1).
Modern dhamë, danach auch R(z) in 35 dha; ls dhashë ist Neubildung, vgl. KLINGEN-
SCHMITT, MSS 40 (1981) 97, 123°; OREL 157 mit Lit. Präsens suppl. (j)ep (s. *h,ep-).
Mit Verlust der Redupl. aus *de-dh;- nach KLINGENSCHMITT 85-6; dagegen nach BARTON,
REArm 22 (1990-91) 45 neugebildetes /е-Ргаѕепѕ *dh;-ie-.
Mit sekundärer i-Redupl.
U.a., die Komposita gehören 2.Т. zu *d*eh,-, s.d.
Vgl. MEISER, Habil. $130; mit sekundärer i-Redupl.
Vgl. МІН IV 534, 571; RUBIO ORECILLA, l.c. 107, 109-10.
< *-ro-ad-däla-, dazu Prät. -rat < *-r(o)-ad-ass usw., vgl. MCCONE, GS SCHINDLER 360-3.
Aus *ro-da- — *pro-dedö- (mit Reduplikationsverlust im Kompositum?) ist Neowurzel *rod-
abstrahiert.
Modern thematisiert ddodu, dúoti; im Bsl. wurde *ded- < *de-dh;- analogisch zu *död- umge-
bildet, um Homonymie mit *ded- ‘setzen’ < *d"e-d"h,- zu vermeiden, vgl. STANG, Verbum
21-2. Oder frühere Umbildung *de-dh;- > *do-dh;- nach Aor. *dö- mit anschließender WIN-
TER-Dehnung?
Umbildung wie im Balt., s. vorige Anm.
*ro-däset < *pro-döseti, durch Neuanalyse als *rod-äse- ein möglicher Ausgangspunkt des
*äse-Konjunktivs, vgl. ISAAC 365-7.
Aus einem vorauszusetzenden Perf. Med. *dade ‘habe mir gegeben, habe genommen’ >
‘halte’ ist eine neue Wurzel dad ‘halten’, Präs. dadate abstrahiert, s. бото 171-2 mit Lit.
Aktiv erst Pi.+
Vgl. MEISER, Habil. 8267.
107
?*deh;u-! ‘geben’ IEW [218], 225-6
Aorist *dehzu-Iduh,- lat. Opt. duim “ich gäbe’?
[lit. Prät. дауѓай, 35 däve ‘gab’
Präsens ?*duh;-ie- [umbr. Konj. Präs. dia /dear/ ‘es ist möglich’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. falisk. douiad ‘er gebe’,
umbr. -douitu “soll geben"?
(M.K.)
| Vgl. MEISER, Lautg. 186-91; R(z) mit Metathese *duh;-, auch im umbr. РРР -dito- < *-dito- <
*-dū-to- < *duh;-tó-, ibid. 187, 189, 191; dazu ved. düvas- ‘Gabe’, ibid. 187; offenbar Erwei-
terung von *deh;-, aus einem nominalen u-Stamm abstrahiert (RIX bei MEISER, l.c. 187 mit
Anm. 3)?
*duui- aus *duh;-ih,-, schwacher Stamm verallgemeinert. Vgl. MEISER, HLF 184 8122,3.
Suppl. zu düodu, düoti (s. *deh,), könnte aus *dau- < *dou- < (antekonsonantisch) *doh;zu-
umgebildet sein. Vgl. auch STANG, Gramm. 380-1.
< ‘es wird gegeben’, Reliktform in Sonderbedeutung, sonst ist *die- durch die Neubildung
*dou-ie- ersetzt, vgl. MEISER, l.c. 189-91.
Neubildung zum Wurzelaor. *dou- < *dehzu-, vgl. MEISER, l.c. 191.
*deih,-' ‘dahinjagen” IEW 187
Präsens *deih,-/dih,- gr. біғутол ‘jagen dahin, eilen’,
бївобол ‘verjagen, verfolgen”
?[lett. deju, (diêt) *hüpfen, tanzen
?*dih-néu/nu- ` Tor. óivéo, ólveúca ‘wirble herum, drehe (mich)'°
?*dih,-ie- ved. diyanti fliegen”
(M.K.)
Vgl. wohl air. dían ‘schnell’; dazu auch das morphologisch unklare gr. боку ‘dahinjagen;
jagen, verfolgen’.
Im Gr. auch transitiv ‘(ver)jagen’, im Ved. spezialisiert auf ‘(in der Luft) dahinjagen’ > ‘flie-
gen’; skeptisch zur Verbindung des gr. mit dem ved. Verbum FRISK I 399; EWAial 701.
Aus Зр *dih,-Entoi ist der neue Stamm *die- abstrahiert, dazu thematischer Konj. öinraı, Opt.
öioıto, vgl. RIX 208; HARÐARSON, FS RIX 162; der Konj., Inf. auch in Aoristfunktion, vgl.
LfgrE II 298.
MÜHLENBACH 483-4 mit Lit.
Aus *di-neu- thematisiert, daneben до]. öivvrvreg Sapph., divvo Hdn., wohl mit nn < *nu;
Einzelheiten, auch semantische Entwicklung, unklar.
Umbildung des Wurzelpräsens?
108
*deih>-' ‘“aufleuchten’ IEW 183-4
Aorist ?*déih,-/dih,- [gr. ark. ögafonJroı IG V 2, 343 ‘sollte scheinen’?
Präsens *deih>-/deih>- рг. бёото Od. 6,242 ‘schien, hatte den Anschein”?
Perfekt *de-döih,ldih,- “[ved. didäya ‘leuchtet’
(M.K.)
Vgl. noch gr. önAog ‘offenbar, deutlich’ < *deaAog und denominatives divao ‘blitze, strahle’,
s. FORSSMAN 61.
Zum Umbildungsprozeß vgl. HARDARSON 225; dazu auch hom. добсосото ‘schien, hatte den
Anschein’, Konj. добооєтол, falls für *óg&ocaro mit o nach synonymem ёбоёє und nicht zu
einem Deverbativ * 50460, s. CHANTRAINE, DELG 255 mit Lit.
? Sonst nur noch ark. Konj. öearoı (IG V 2, 6) und Hsch. dedumv, dearaı, Durativbildung zum
Wurzelaor., Semantik wie bei nhd. scheinen. Falls *H > Ø /i t gilt, müßte Einführung von
alla: aus der Зр *deih,-nto > *de(i)anto angenommen werden, vgl. HARDARSON, FS RIX
166”.
* Alt nur Perf. (mit Prät. ádidet); daraus „umgebogen“ vereinzelte Formen eines redupl. Prä-
sens (z.B. Ptz. dídyat- RV) und solche einer Neowurzel did, zur Entwicklung s. NARTEN, 811
13/14 (1987) 149-61 = K1. Schr. 367-79; Länge des Reduplikationsvokals wohl von der R(z)
di übertragen. Vgl. KÜMMEL, Perfekt 227-30.
1.*deik- ‘zeigen, weisen’! IEW 188-9
Aorist *deik-Idik- ved. ädista ‘hat gezeigt”,
[Ptz. disant-, disamäna- ‘zeigend
?[osk. Еш. ex. dicust ‘wird gesagt haben’
Präsens *de-doik/dik- ved. didestu ‘soll zuweisen’*
*deik-e- lat. dicö, -ere ‘sagen’; osk. deikum ‘sagen’
got. ga-teihan ‘anzeigen, verkündigen’;
ahd. (+) zihan ‘zeihen, beschuldigen’
‚2а
Iterativ *doik-eie- Jav. daösaiieinti "zeigen"?
Intensiv *déi-doik/diķ- ved. Ptz. dedisat- Gegend, verherrlichend”°
aav. 35 Іп). daedöist ‘zeigt’
?[gr. deideyaraı ‘begrüßen”®
Neubildungen: 5-Аогіѕї aav. 2s Inj. dāiš ‘zeige!’
gr. Edeida ‘zeigte’
lat. dixi ‘sagte’
nu-Präs. gr. бєїкуйи! ‘zeige”
2a
109
Perfekt ved. (AV) didesa ‘hat gezeigt”
umbr. Еш. ex. dersicust ‘wird gesagt haben”
got. (+) ga-taih ‘zeigte an’
(B. S., M. K.)
Zur Semantik der Wurzel vgl. TICHY, MSS 38 (1979) 171-228; ibid. 216-9 auch zur Abgren-
zung von 2.*deik- ‘werfen’.
Kann wegen R(z) kein alter s-Aorist sein, auch wenn keine eindeutige Form des Wurzelao-
rists belegt ist, vgl. NARTEN 140-1. Aufgrund der iran., gr. und lat. Evidenz könnte ein grund-
sprachlicher s-Aor. angesetzt werden (zum iterativen reduplizierten Präsens?), doch handelt
es sich wohl eher um frühe Neuerungen.
Eindeutige Präsensformen erst ab AV belegt, man könnte also mit einem thematisierten
Aorist rechnen, der sekundär zum Präsens wurde, vgl. KÜMMEL, Perfekt 247.
Kann auch Neo-Perfekt mit Reduplikations-Verlust sein; vgl. umbr. dersicust.
Nur Ipv. und Konj. sowie 3s Inj. Med. didista; gegen Zuordnung zum (eindeutig erst später
bezeugten) Perfekt (s.u.) spricht die Semantik (kein altes Zustandsperfekt möglich) und die
Endung -ta der Injunktivform, die bei einem Perfektstamm *-ar lauten sollte, s. KÜMMEL,
Perfekt 246-8. Reduplikation mit i vor i-haltiger Wurzel obligatorisch.
Weitere iranische Belege bei EMMERICK 46.
Vgl. SCHAEFER 132-5.
Zugehörigkeit aus semantischen Gründen problematisch, s. Anm. 22 zu *dek- “annehmen,
aufnehmen’.
Neu zum s-Aorist, kaum Umbildung eines alten *dik-nu-.
KÜMMEL, Perfekt 248.
< *didikust.
2.*deik-' ‘werfen’ IEW —
Aorist *deik-/dik- [gr. (Pi.+) xov ‘warf, schleuderte”?
Iterativ *doik-eie- khot. diss- “werfen”
(M.K.)
Zur Trennung von 1.*deik- ‘zeigen’ vgl. TICHY, MSS 38 (1979) 216-9.
Zur Semantik vgl. TICHY, Le 206-17.
Vgl. TICHY, l.c. 217-9 mit Lit.
*dek- ‘(an-, auf-)nehmen, wahrnehmen’ IEW 189-90
Aorist *gek-Id.k- arm. etes *$аһ?!
gr. hom. d£xto, &öek ro ‘nahm (an), nahm entgegen,
empfing’, тук. de-ko-to?
110
Präsens *dek-/dek- ved. dästi ‘wartet auf, verehrt, huldigt, bringt dar’,
Konj. däsat, Ptz. dasat-”
av. *das- in VAdj. jav. dasta° “dargebracht’“;
[khot. das- “annehmen, ehrenvoll aufnehmen’’
gr. hom. ö&yaraı Il. 12,147 “erwarten im Hinter-
halt, lauern auf’, Ipf. &ödeyunv ‘(er)wartete, nahm
an (d.h. vermutete)’, Ptz. ö&yuevog “Ausschau
haltend, erwartend”®
*d.k-neulnu-” [ved. däsnöti RV 8,4,6 ‘wartet auf, huldigt
[gr. hom. ógucvÚuevoç “begrüßend, zutrinkend’'',
[hom. deıxavöavzo ‘sie begrüßten, tranken zu’'?
‚12а
Perfekt *de-dökld.k- ved. dadäsa ‘hat aufgewartet, hat gehuldigt’ ^,
[Ptz. dasvanıs-"”
рг. hom. Іру. óéóg£o “empfange!”'*,
hom. Ptz. deöeyuevog “auflauernd, erwartend’'°;
‘genommen habend, besitzend’
[lat. didici ‘habe gelernt’ — ‘kenne, weiß’'®
Kausativ *dok-eie-"” [heth. dakki, takkanzi “gleicht, gleichen?
gr. бокєї schein"
lat. doceö, -ere ‘lehren, unterrichten’
Desider. *di-dk-se- ved. diksate ‘weiht sich’?
[lat. discö, -ere "enen"?
‚10
Intensiv *dek-dokld.k- gr. hom. deıö&yaraı “begrüßen, bewillkommnen,
trinken (einander) zu’, Ipf. öeiöexto, deıöeyaro”
Essiv *dek-hjé- [lat. decet ‘ziemt sich, ziert, paßt’, umbr. пей?
Neubildungen: R(e)-e-Präs. gr. ion. Sol, dor. &éxoua,, att. d&yonaı ‘nehme an, nehme
(als Gast) айр?“
s-Aorist gr. (6)6ото ‘nahm (an), empfing’, тук. de-ka-sa-to?°
(R. L.)
Zum Aor. hinzugebildet Präs. resanem, SCHMITT, Armen. 146, 190; KLINGENSCHMITT 228.
PETERS, FS RISCH 318“. Dagegen nach HARDARSON 201-2 zum s-Aorist.
Akrodyn. Wurzelpräs. iterativ-durativ ‘stetig wahrnehmen’ = “Ausschau halten, erwarten’.
Vgl. auch KÜMMEL, HS 111 (1998) 198-200.
< *‘erwartet (als Gast)’, funktionelle Präs Bedeutung.
NARTEN, FS KUIPER 14 mit Anm. 33, 15 mit Anm. 43 = Kl. Schr. 102-3, HARDARSON 64-5,
EWAia I 722, däsema z.B. КУ 7,3,7 metrisch v-, d.h. *das- gem. TICHY, Glotta 54 (1976) 80
mit Anm. 23, STRUNK, FS HOENIGSWALD 389, KLINGENSCHMITT 129°; nach TICHY vielleicht
bis zur orthoepischen Diaskeuase als *däsima erhalten (akrodyn. Opt. *dek-ih,-).
Für *dašta- < *d.k-1ö- nach Präs. *das-.
< *das-ya-; BAILEY 157a/b.
Alte Präsensstammformen gem. NARTEN, FS KUIPER 15“ = КІ. Schr. 103*°. Im Wurzelaus-
20
21
22
23
24
111
laut für x erscheinendes x bzw. у infolge regulärer paradigmatischer Analogie, SCHWYZER
772 mit Lit. Bewahrung der ursprünglich funktionellen Präs.-Bdtg. ‘Ausschau halten, erwar-
ten’ gegenüber Aor. hom. öexzo ‘nahm’.
Nasalpräs. semant. transitiv “als Gast aufnehmen’.
Aus *dasnöri umgebildet nach synonymem dasti 5.0.
Umbildung von *бєк- vu. nach semant. nahem Aeiägrozor (s.u.), vgl. TICHY, Glotta 54 (1976)
77 mit Anm. 14. deırvöuevog ‘begrüßend, zutrinkend’ ist wegen der Bedeutung nicht eine (als
*бтк- vv- anzusetzende) produktive Umbildung des akrodyn. Präs., da die daraus hervorge-
gangenen gr. Fortsetzer ö&yaraı usw. die funktionelle Präsensbedeutung ‘Ausschau halten,
erwarten’ aufweisen. Das voreinzelsprachliche Nasalpräsens hat demgegenüber semant.
transitive Funktion (vgl. Anm. 9).
eı in deıkavöwvro metrische Dehnung, vgl. deravaraı: болтббєтол Hsch.; dexavae- Ersatzbil-
dung für *dexvv-, deren Motivation nicht geklärt ist.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 242-5.
Vielleicht Ptz. Perf. Akt. *de-dk-uös- dissimiliert zu *dek-uös- > *dad-uäs-, dann umgeformt
nach Präs. *dāć- > ved. däs- zu ved. das-vänis-/-üs- und nach dem Ind. dadäsa verdeutlicht
zu dadas-üs-, vgl. dazu KLINGENSCHMITT 129°; KÜMMEL, Perfekt 243-4.
< *‘habe, besitze!”’.
< *‘wahrgenommen habend’. Vgl. auch KÜMMEL, HS 111 (1998) 200.
Statt *de-dic-i mit di- nach Präs. discö ‘lerne’; LEUMANN 586.
Kausativ ‘jmdn. etw. wahrnehmen lassen’ > “lehren; den Eindruck erwecken: gleichen, äh-
neln, scheinen’, zur semant. Entwicklung TICHY, Glotta 54 (1976) 81, 83. Das ved. Нар. leg.
adäsayat SB 1,6,2,5 ist eine Augenblicksbildung (das Verbum das war schon nach dem RV
ausgestorben), die der Etymologisierung von purodäsa- ‘Opferkuchen’ dient (M. К.).
3p takkanzi < *dok-Eio-nti “lassen etw. wahrnehmen’; im Heth. infolge a-Vokalismus der
Wurzelsilbe Übertritt in hi-Konjugation, OETTINGER 427-8, vgl. TISCHLER Ш 32 mit Lit.
= *‘erweckt den Eindruck’ — *‘läßt etw. wahrnehmen’, óox@ ‘meine, glaube’ — бок@ шог
eigentlich: “ich scheine mir, erwecke bei mir den Eindruck’, TICHY, Glotta 54 (1976) 8 12,
< *‘will verehren, begehrt zu opfern’; EWAia I 727, КЕМА II 44; *di-dk-se- > *dikse- (Dis-
similation) > indoar. *diksa- > ved. diksa- (sekundäres і), daraus Neowurzel diks (vgl.
KÜMMEL, Perfekt 245-6).
< *‘wahrnehmen wollen’; *di-dk-se- > vor-lat. *dik-se- > *dik-ske- (> disce-, vgl.
LEUMANN 203, 586), für die Umbildung zum sk-Präs. vgl. рӣѕсо “lasse weiden’ gegenüber
heth. pahs- ‘schützen’, aksl. pas- ‘weiden, hüten’ < *peh;-s- (s. *peh;).
Intensiv in prägnanter Funktion *‘herzlich aufnehmen’; *dek-dek- > gr. öeıdex- regulärer
Wandel gem. TICHY, Onomatop. 296. FORSSMAN, Sprache 24 (1978) 3-24 stellt gr. беїбєў-,
бєібіскє- (> ógótoKke-), eixvv- (> deıxavae-) als ‘grüßen’ zu *deik ‘zeigen’; dagegen HAR-
DARSON 62-3”.
< *dek-ehj-ie- ‘angenommen sein, annehmbar sein’. Anders HOFFMANN in EWAia I 710,
Тїснү, Glotta 54 (1976) 83-4 mit Anm. 32: decet < *dekeiieti < *dekes-ie-ti = ved. dasasyati
‘erweist jmdm. Ehre, huldigt’, Denominativ zum Resultativum *dek-os n. ‘was wahrgenom-
men wird’ in lat. decus ‘Zierde, Schmuck, Würde, Ehre’. Diese Herleitung des lat. Verbums
ist jedoch aus lautlichen Gründen ausgeschlossen, vgl. lat. eius = [eiius] < *esio + -s.
< Konj. Aor. *dek-e-, zur Genese vgl. Präs. бќркорол ‘blicke’ aus dem Konj. des Wurzelaor.
von *derk,; att. ö&yoyaı hat sekundäres y nach dem alten ает, Präs. hom. 3p gxaraı (5.0.),
das funktionell durch die them. Neubildung abgelöst wurde, oder erklärt sich durch direkte
Umbildung von d£r-araı zu ö£r-ovraı mit Ersetzung der im System isolierten Medialendung
112
-araı durch them. -ovraı, u.U. vergleichbar ist hom. Sol, dor. xéæraı ‘sie liegen’ > hom.
KéovraL.
Neubildung eines s-Aor. wegen formaler Identität des Wurzelaor. ö&x- (бёкто, ёбєкто
‘nahm’) mit Ipf. дёк- (Eö&yumv ‘erwartete’).
25
*deks- “taugen, tüchtig sein’ [IEW 189]
Präsens *deks-e- ved. Іру. daksata “macht es recht!”,
Med. däksate ‘ist tauglich, ist brauchbar”?
Kausativ ?*doks-eie- ved. (MS+) daksayanti “machen tauglich’
Neubildungen: Perfekt ved. (SB) dadakse ‘war brauchbar’
(M.K.)
Verbal nur indoar., gegen LIV' besser von ау. daxš- (s. *dek®'s-) zu trennen und zu *deks- in
ved. daksina- = av. dasina-, gr. öe&ıög ‘rechts’ usw. zu stellen; anders EW Aia I 689-90; Сото
171%,
2 Vgl. бото 171.
"dei. "zeigen [IEW 189]
Präsens *dek'"s-e- aav. daxsat Y. 43,15 ‘offenbart, lehrt (?)”?
Kaus.-It. *dok't)s-é ie- aav. fra-daxsaiiä ‘belehre!”,
jav. fradaxsaiiö “еһе”?
(M.K.)
Der iran. Gesamtbefund spricht für Trennung der av. Verben von ved. daks- ‘tauglich sein’,
das semantisch nur schwer vermittelbar ist (s. *deks-). Vgl. besonders av. daxsta- ‘Kennzei-
chen, Merkmal’, fradax$tar- ‘Lehrer’ und mp. dax$ak ‘Merkmal, Kennzeichen’ (daneben
auch ‘Aufgabe, Geschäft’ wie np. daxs, vielleicht ‘kennzeichnende Aufgabe, typische Tätig-
keit > Geschäft’). Das öfter mit av. dax$- verglichene heth. rekkuss- ‘zeigen’ ist fernzuhalten,
s. jetzt RIEKEN 210-1.
Umstritten, nach HUMBACH, Die Gathas I 115 vielmehr ‘macht es recht’ und zu ved. daks
(das dann nicht mehr auf *deks- zurückgehen könnte); innerav. empfiehlt sich aber Anschluß
an daxsaiia- “(be)lehren’, wogegen im Kontext nichts spricht, vgl. zur Stelle INSLER, IF 67
(1963) 341-4; KELLENS, Verbe 108°.
2 Vgl. NARTEN, Die Ama$a Spantas im Avesta, Wiesbaden 1982, 37; 37-810.
113
*qel8h-! ‘fest werden’ IEW 197, 254
Aorist Prdelg"-/d]g"- ?aav. dörast Y. 49,2 ‘befestigt’
Präsens *0/-пё/п-5"- [ved. dfmhati “macht fest”?
Prdelg"-e- gall. 1s деви ‘enthalte’
Pralg"-ie- ved. df'hya, dfhyasva ‘sei fest, werde fest!”
Perfekt ?*de-dölg"d|g"- ved. Plgpf. ddadrhanta ‘waren fest geworden”®
Kausativ *dolĝ"-éie- jav. darazaiieiti “bindet fest, fesselt’,
khot. dals- ‘fest machen, laden’
Essiv *q]g"-hjie- flat. in-dulgeö, Gre ‘gewähren lassen, nachsichtig
sein, nachgeben’’
[mkymr. deily ‘hält (fest)’, abret. delgim "halten"?
Neubildungen: s-Aorist jav. Konj. han-daraZanti N. 101 ‘sind aneinander ange-
schlossen’?
lat. indulsi “ließ gewähren, gab nach’
Desider. aav. didara2ö Y. 44,15 ‘willst festigen
(Th. Z.)
Zum Wurzelansatz vgl. got. tulgus "Test, standhaft" SZEMERENYI, KZ 93 (1979) 109-10.
*daršt, hierher wegen des Vokalismus, KELLENS-PIRART III 232; vgl. HOFFMANN-FORSSMAN
64. Traditionell als Variante von s-Aorist dārəšt Y. 43,13 ‘hält’ aufgefaßt (s. *dher-). Faktiti-
ve Bedeutung nach dem Nasalpräsens?
Thematisiert; Nasalpräs. in faktitiver Funktion. Aus dem Präs.-Stamm dfmha- wurde die
Neowurzel drrih- abstrahiert: Aor. adrmhit (VS), Kaus. Ipf. Med. adrihayata (AV) ‘wurde
fest”.
* Nach VENDRYES, EC 7 (1955) 13-4 aus *delg-e-. Bedeutung faktitiv: ‘fest machen’ — ‘hal-
ten’ — ‘enthalten (das Gefäß Flüssigkeit)’.
Nur Іру. іт R V, daher Bedeutung nicht genau feststellbar (‘sein’ oder ‘werden’?).
° Vgl. KÜMMEL, Perfekt 234-6 mit Lit.
‘Gewähren lassen’ mit Akk. der Person alat., z.B. Ter. Hau. 988. Könnte formal auch zum
Kaus.(-It.) *dol$"-Eie- gehören. Die semantische Verbindung ist ungewiß und bedürfte noch
der Klärung.
Kelt. *dalgi- (*d.!g"2-);, vgl. KLINGENSCHMITT 197°.
Vgl. BARTHOLOMAE 698; WAAG 99-100.
Mit faktitiver Bedeutung nach Kaus. darazaiieiti.
*delgh-! ‘spalten, behauen’ IEW 196
Präsens ?*dl-ne/n-g"- [аіг. as:dloing ‘spaltet’?
114
Kaus.-It. ?*dolg"-éie- an. telgja ‘behauen, zerschneiden”?
(M.K.)
Vgl. noch apr. doalgis, lit. dalgis ‘Sense’.
*dli-n-g- aus unbekannten Gründen zu *dlong- umgebildet; gegen altes *d/ung- spricht die
e-Reduplikation im Prät. -dedlaig, vgl. MCCONE 45.
Denom. möglich.
*delh,-' ‘behauen, spalten”? IEW 194-6
Präsens *delh,-e- lit. Zemait. delu, (dilti) ‘sich abnutzen, schwinden’,
lett. delu, dilt “abnehmen, sich verschleißen”?
*delh,-ie- lat. 2010, äre “behauen, bearbeiten"
Iterativ *dolh,-eie- lat. doleö, -ere ‘schmerzen’ — ‘Schmerz
empfinden’”
mkymr. (d)ethol- “auswählen”®
(M.K.)
*h, wegen lat. dolöre; sollte dieses anders zu erklären sein, wäre auch *h,, *h; möglich; ai. ep.
klass. dal- ‘bersten’ gehört zu *der-, s. КЕМА II 24.
Vgl. lit. dalis ‘Teil, Anteil’ (> denom. dalýti ‘teilen’), russ. dölja ‘Teil, Anteil’.
Bedeutung von fientivem oder patientivem Medium *‘gespalten, behauen werden’; hochlit.
neugebildet dilstu und айй,
< *delaie-; für ein Primärverb spricht auch das Nomen instrumenti doläbra ‘Hacke’ (für *do-
läbra < *delh,-d"reh>- mit а vom Verbum), da bei einem Denominativ fdolämentum zu er-
warten wäre; vgl. RIX, GS SCHINDLER 527f.
< *‘immer wieder schlagen’, urspr. unpersönlich (R. L.), ähnlich ved. amaya- ‘schmerzen’ zu
*h,emh;- ‘anpacken’; vgl. RIX, Le 528.
35 ethyl, < *(do-Jexs-doli- “herausspalten’, vgl. SCHULZE-THULIN $156 s.v. *dol-i-, auch zur
Lautentwicklung *ksd > mkymr. th. Davon zu trennen air. -däl(a)i, mkymr. doli “austeilen’
usw., denom. zu air. dal bzw. mkymr. dawl ‘Teil’ (s. Anm. 1 zu *deh,), vgl. ibid. Anm. 8.
1.*demhz- _‘(zusammen)fügen, bauen” IEW 198-9
Präsens *demhz-e- hluw. Prät. tamata, tama"ta “baute, bauten”?
рг. бёпо ‘baue’
got. (+) ga-timan ‘geziemen, passen"
toch.B Коп). II Inf. tsamtsi “schaffen, wachsen
lassen’?
‚5а
Kaus.-It. ?*domh,-éie- khot. Med. pa-dimäte “macht
115
Desider. Y*demh,/dmhz-s-° [myk. Ptz. Fut. de-me-o-te = /demehontes!’
?[toch.B tsamst "du schaffst, läßt wachsen’,
А tsmäs ‘schafft, läßt wachsen’®
Fientiv ?*dmh,;-éh/h- ?[heth. /dame-t-/ с. “Überfluß’, /dame-ta(r)! n.
“unbeweglicher Besitz’?
?[toch.B Prät. tsama ‘wuchs’!
Essiv *dmh>-hjie-"" Loch D tsmetär ‘wächst’,
Neubildungen: s-Aorist gr. ёбєцша ‘baute
[A śamantär ‘sie wachsen’?
313
toch.B Prät. tsemtsa ‘schuf, ließ wachsen’'*
Perfekt gr. dedumtan “ist gebaut’, dedunuevog, dor. бёбитоал
toch. B Konj. tsmäntär “werden wachsen’,
A Abstr. tsmälune
R.L.)
Zum Ansatz mit *h; (nicht *h/) vgl. рг. брас n. ‘Körperbau, äußere Gestalt’, dor. ves-döuarog
‘neuerbaut’, Perf. dor. ö&öuaraı. Hierher auch das Nomen rei actae Nom. **dömh>-s, АКК.
**dömh>-m, Gen. **demhz-s *‘Bau’ — ‘Haus’ > (mit regulärem Laryngalschwund CoRHC >
CoRC) Nom. *döms, АКК. *dömm > Nom. *döm, АКК. *döm (arm. town, gr. hom. 0) >
Gen. (analog.) *dem-s (aav. däng paiti-, gr. d&o- mörng).
Telisch? Wurzelaorist ist zwar unbelegt, das them. Präs. *demhz-e- könnte jedoch aus einem
prospektiven Konj. des Wurzelaorists hervorgegangen sein; zum einschlägigen Umdeutungs-
mechanismus s. Rıx, Modussystem 14-5, 2520.
Präs 35 AEDIFICARE+MI-ri+i(-i) = *tamari ‘baut’ (-ari < *-adi < *-a-ti), MORPURGO DA-
VIES, FS SZEMERENYI 1 590; OETTINGER, Grammatica ittita 243241; zur Bezeugung von hluw.
tama- s. HAWKINS, RHA 29 (1971) 116ff., 129ff.
< Med. *‘sich fügen’. Irreguläres Fehlen der Resonantengemination unerklärt, einfaches m
von Formen mit R(z) übertragen?
= *Samtsi zu *demhz-e-, mit Anlaut ts- nach dem paradigmatisch verbundenen Präs. VIH
tsamst, vgl. HACKSTEIN 139-40. Zur Semantik und lautlich-etymologischen Abgrenzung von
toch.AB tsäm- ‘wachsen; schaffen’ gegenüber AB täm- ‘geboren werden; erzeugen’ (s. *tem)
s. WINTER, IF 67 (1962) 26-8.
Vgl. EMMERICK 69 mit Lit. Oder weitergebildet aus them. *dam-a- < *demhz-e- (M. K.)?
Einzelsprachlich fortgesetztes *demh;-s-e- ist Konj. des Desiderativs.
< *dem-eso- mit produktivem *-eso- sekundär zum Präs. ёшо statt *dema-so-; im gr. Fut. ist
-£0- < *-eso- (< *-hj-so-) bei fast allen Wurzeln eingeführt, die als letzten Konsonanten syn-
chron Liquida oder Nasal aufweisen, vgl. z.B. hom. кєрќғги, att. кєреѓи 2и Keipw von *(s)ker,
каџеїгоп zu Aor. #коиоу уоп *kemh,, диєїтол zu ди- уйи von duo- < *h;emh;, RIX 224.
< *tsəms° < *dmhzs-E-. Ist wohl eher neugebildetes se-Präs. zum s-Prät., s.u. Neubildung
s-Aorist.
Viell. deverbale Abstraktbildung, WATKINS, Heth. u. ldg. 282-3; zu anderen etymolog. Ver-
knüpfungen s. TISCHLER Ш 81-3 mit Lit.; gegebenenfalls mit produktivem -ё- < *-eh,- statt
umgefärbtem *[°h;-ah,-] und mit Assimilation von h; an den vorangehenden Resonanten.
< *dmhz-h,- mit schwundstufigem Suffix, falls nicht Rückbildung zum Präs. tsmetär.
Zum Typ des іп den toch. Präsensklassen Ш und IV fortgesetzten Essivs auf *-h,ie- s. RINGE,
116
TIES 1 (1987) 98-138; Sprache 34 (1988-90) 83ff.
Mit irregulärer R(ë) *sem- < *demh,-, die der Erklärung bedarf.
Sekundär zu Präs. duo. |
Wohl dazu als paradigmat. Ergänzung Präs УШ А tsmäs ‘schafft, läßt wachsen’, В tsamst
‘du schaffst, läßt wachsen’ (doch so Desiderativ); s-Prät. toch.B tsemtsa < *semtsa <
*demhz-s- funktionell Kausativbildung zum intr. Prät. | toch.B rsama ‘wuchs’ (s.o. Fientiv),
von dem der Anlaut ts- analogisch übertragen wurde.
2.*demh;-
Aorist
Präsens
Iterativ
Desider.
Fientiv
Essiv
*demh>-Idmh>-
*dm-neln-ha-
*domhz>-eie-
*demhyldmh-5-"
?*di-dmh;-sé-
*dmh,-éh;,/h;,-
SA
*dmh>-hie-""
Neubildungen: Perfekt
‘zähmen, bändigen, gefügig machen" IEW 199-200
gr. Ptz. öduavr-” z.B. in dvöpo- Öko,
[Eöduao(o)a "bändigte”
[ved. damäya- ‘bändigen, bezwingen,
unterdrücken’*
gr. рупи, Sol, д®и ми: ‘bezähme, bändige,
bewältige’
air. -damna ‘bindet fest, bändigt’
ved. damäyati ‘bezwingt, bändigt’
khot. dim-", oss. dom-Id@m- “bändigen, zähmen’
lat. дото, däre ‘zähmen, bändigen””
got. ga-Tamjan “bezähmen, bezwingen’,
ahd. (+) zemmen ‘zähmen”®
[heth. damaszi ‘(be)drückt, (be)drängt’*,
kluw. damasti *bedrückt'?
[gr. Һот. Еш. daud ‘wird bändigen’'”
[air. Konj. -dama “würde dulden’''
[air. Fut. -didma “wird dulden" "7
[gr. &ö&unv ‘wurde bezwungen’'
ved. (BÄU) Іру. damyara ‘seid ruhig, seid zahm!”'”
air. -daim ‘duldet, gesteht zu’'®
3
gr. Хдр пшоп ‘bin bezwungen (worden) "
air. -dámair ‘duldete, gestand zu’"®
(R. L.)
Vielleicht urspr. identisch mit 1.*demh;- '(zusammen)fügen, bauen’, KLUGE-SEEBOLD 804b.
< *dmh;-ént-; vgl. HARÐARSON 50, 215.
Sëcäuootolog < dama-s- — Wurzelaor. *dama- < Pl. *dmh- (mit sekundär kolumnalisiertem
Akzent) bzw. abstrahiert aus 3p *dama-nt < *dmhz-Ent, HARDARSON 50, 163 mit Anm. 76,
117
215, 225; bildet somit keine Gleichung mit heth. /damaszil, s. Anm. 8; zu Aor. ё8бнас(с)а
neugebildet Präs. Auto Aor. Pass. Edaudodnv, Еш. dauacow.
damayá- (Transponat *dm-nhz-ie- << *dm-n-h;-, vgl. phonotaktisch *iu-n-g-) mit -yd- ab-
geleitet vom ursprünglichen Stamm der Ip, 2p von Wurzeln auf Konsonant: Typ. ved.
grbhä-yd-ti (neben grbhnäti < *g"rb-ne-hz-) zu *ghrbh-a-mál-tá < *°C-n-H-mel-te (> ved.
-ni-mä, -tá nach ри-пі-тӣ, -td), daneben Нар. leg. damanyat КУ 10,99,6 mit -an-ya- zum
ursprünglichen Stamm der 3p von Wurzeln auf Konsonant Typ ved. isarı-yd-ti (neben isnäti
< *h,is-ne-hz-) zu *is-an-anti < *°C-n-hz-Enti (> ved. -n-anti nach pu-n-anti).
Vgl. EMMERICK 45.
< *dom-aie- < *domhz-Eie-, zu reanalysiertem *doma-ie- ist das Perfekt *doma-uai > domui
neugebildet.
< *dom-eie- mit Ersatz von *°h>-eie- > *-aie- durch reguläres *-eie-, wenn es sich nicht um
ein von germ. *tama- ‘zahm’ gebildetes Faktitivum handelt; аһа. zamön ‘zähmen’ ist Deno-
minativum zu ahd. zam ‘zahm’ (d.h. bildet keine Gleichung mit lat. domäre, das wegen Per-
fekt domui gegenüber dem Denominativtyp /аиайиї kein Denominativum sein kann). Das
Fehlen der Resonantengemination beruht nach LÜHR, MSS 35 (1976) 84 auf Analogie zum
VAd)j. germ. *tumda- < *dmhztö-.
Einzelsprachlich fortgesetztes *demhz-s-e- ist Konj. Desiderativ.
Ми sekundärem Ablaut Sg. damass- : Pl. damess-, vgl. OETTINGER 114, 122-5; anders VAN
DEN HOUT, GS SCHWARTZ 305-19. Wegen anatol. atelischer Bedeutung kaum Kontinuante
eines s-Aor., der bei dieser Wurzel außerdem nicht uridg. war (s. Anm. 3). Heth. /damaszi/ <
*dmh;s-ti < *demhz-s-ti “will bändigen’, vgl. den Ausgleich (Präs.) *k*els- : *k#/s- > anatol.
*k#|s- > heth. gulaszi = /kulszil ‘ritzt ein’, s. *k“els-.
Entspricht genau heth. damaszi, OETTINGER 124.
Nach Präs und Aor. баш? umgebildet aus *ögudeı < *dema-se- < *demhz-se-.
< *demä- < *demase- < *demhz-se-, dagegen nach МССОМЕ 30, 107, 159-60, 163 nicht De-
sider., sondern Konj. des im Kelt. expansiven s-Aor.
< *di-dem-äse- — *di-dmä-se-, MCCONE 160-1, 162-3.
Im Gr. *[dmhz-äh,-] > *damä- als funktionelle Bildung regularisiert zu *dam-2- > éĝáunv.
Zum Essiv auf *-h,ie- und speziell zu *dmihz-h,ie- s. RASMUSSEN, FS SZEMERENYI 2 Ш,
480-3, bes. 482.
Nur zweimal BAU 5,2,1; 3 (= ŠB 14,8,2,2; 4).
< *“ist zahm, ist gefügig’.
Danach sekundär Aor. Pass. Zë,
< *döm-, generalisierter Stamm mit Vokalqualität des Singulars (*de-dom°) und Vokalquanti-
tät des Plurals (*dem- für *de-dm?°).
*denk-' ‘beißen’ IEW 201
Aorist *denk-Idnk- [ved. Präs. dáśati ‘beißt’?
[gr. ёбокоу ‘biß”
Präsens ?*dnk-neulnu- — [gr. Axen ‘beiße”
118
Kaus.-It. *donk-eie- spätved. (Sü.) damsayati ‘läßt beißen’
ап. tengja ‘verbinden’, ae. tengan ‘eilen,
vorwärtsdrängen”
Neubildungen: Perfekt ved. dadasvärıs- ‘gebissen habend’”
gr. бёбтунол°, dor. dedayuevog ‘gebissen
(worden) sein”
ae. ge-tang ‘bedrängte’”?
Intensiv ved. dándašana- RV 10,95,9 "schnappend
(R.L.)
Das von KRAUSE-THOMAS I 67 845, 2; WINTER, IF 67 (1962) 18, 22; van Вкоск, KZ 85
(1971) 290; NORMIER, KZ 94 (1980) 262°, 270 Апт.; PINAULT 49 etymologisch mit gr.
бакуш, ved. däsati verbundene Verb toch.B tsāk- ‘stechen, beißen’ mit Nasalpräs. гѕакпат
läßt sich lautlich z.B. aus *dak- bzw. *d,k-, nicht aber aus *dnk- herleiten; dagegen plausible
Herleitung von toch.B tsāk- aus *dřiHg"- “hineinstecken’ (s. *d*eiHg"-) bei RINGE, Sprache
34 (1988-90) 71.
Wurzelaor. 3p *dasan > them. Aor. *dasd-, umgegliedert ins Präs. mit sekundärem Akzent
dasa-.
Dazu sekundär Futur ion. dadouaı, att. Ѕўёоцол (nach dem Muster E&Aaßov: Ariwouaı), FRISK
1343-4.
kum statt lautlich zu erwartendem *dakdavo — 3p *dnk-nu-onti (vgl. ep. ікбуо < *ікауро
< 3p *sik-nu-onti, s. *seik) erklärt sich aus der Tatsache, daß gr. Nasalpräsentien auf - vo, so-
weit sie nicht auf Nasal-Infix-Präsentien zu Wurzeln auf zb, und seltener *h, beruhen (Typ
gr. &ААф < *Вал vo — *g"alne- < *g“|-n-h,-, gr. кбшию < 3p *kam-n-onti — *kam-n-anti <
*km-n-hz-Enti), lautlich entsprechend den nu-Präsentien mit postvokalischem Ausgang der 3p
gebildet sind (Typ att. vo, ion. тошо: < *k“i-nu-onti), s. dazu RIX 210-1. Andererseits
könnte Präs. ö&xvo auch neugebildet sein zu Aor. ёдакоу nach xu vo ` Ekauov.
< germ. *rangija- “zusammenkneifen, zusammendrücken’; zur Bedeutungsentwicklung s.
wurzelverwandtes ап. голе, ae. fang, tange, ahd. zanga f. ‘Zange’ < *donk-ä ‘Kneifwerkzeug,
Gerät zum Zusammenbeißen’, vgl. IEW 201.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 226.
Dazu sekundär Aor. Pass. Eönyonv.
Perfekt analog zu Aor. Edaxov z.B. nach Perf. Aeinka: Aor. EAakov (s. *lehzk-), vgl. SCHWY-
ZER 770.
Hap. leg., Präsens nicht belegt; vgl. TORP, Wortschatz der Germanischen Spracheinheit, Göt-
tingen 1909, 152, SEEBOLD 502.
*dens- ‘kundig werden, kunstfertig werden”! IEW 201-2
Präsens *di-dens/dns-” aav. Inj. Akt. didas ‘lehrt””,
ls Med. didainhe “erfahre, lerne kennen’
[gr. Siscorw “lehre’”*
119
Aorist *dé-dns-e- gr. hom. ögöae ‘lehrte’,
Med. öeödaodcı Od. 16,3 16° ‘jmdn. erforschen,
sich bei jmdm. erkundigen’
Perfekt *de-döns/dns- gr. hom. дебес ‘kundig’’
Kausativ *dons-eie- ved. damsäyas RV 10,138,1 “machst
leistungsfähig’
Neubildungen: Fientiv gr. Eöcnv ‘lernte (kennen)”°
(В. L.)
Telische Wurzelbedeutung wegen Existenz eines alten Zustandsperfekts im Gr.; vgl. Verbal-
nomen *dens-os/-Es- n. mit resultativer Bedeutung іп ved. dänisas-, jav. daņhah- ‘(wunderba-
res) Können’, gr. hom. örjvea РІ. ‘Pläne’.
2 Faktitiv ‘kundig machen’, KLINGENSCHMITT, MSS 28 (1970) 84°.
ZS KELLENS, Verbe 67, 185 mit Anm. 3-4, KELLENS-PIRART II 259; kaum richtig ‘kennt’
(EW Aia I 689 mit Lit.).
Mit Zusatz von iterativem *-ske-.
Gr. бёбае ‘lehrte’ — **machte kundig’ (= “machte lernen’) ist funktionelle Faktitivbildung zu
Aor. Eöamv ‘lernte (kennen) und aoristische Entsprechung zum faktitiven Präs. Auer
‘lehre’; vgl. aber auch BENDAHMAN 69-71.
° Zerdehnt aus *deddoaı < * 6edaroden, vgl. BENDAHMAN 71 mit Lit.
öeöa- wie іп 3p, Ptz. Fem. (< *de-dns-), vgl. LEJEUNE 135, 8130"; deöanka ‘bin kundig,
kenne’ umgebildet nach Aor. Zä, CHANTRAINE, Morphologie 319, 8365.
š EWAia l 688 mit Lit.
*dens-Idns-, HARDARSON, FS BEEKES $6.
*der-' ‘zerreißen (intr.), zerspringen’? IEW 206-8
Aorist *der-/dr- ved. därt ‘zerstiebt; zerspaltet’”
[ksl. -drë “гів” За
[toch.B 15 tsräwa ‘wurde getrennt’?
Präsens *der-e- gr. ёро ‘häute ab’
got. (+) ga-tairan ‘zerreißen (tr.)’
lit. žem. derù, (difti) “abhäuten’*
aksl. (+) dero, (derati) ‘reißen, schinden’®
Zoch A Konj. III sra- in Ger. II sral ‘trennbar’
alb. djerr ‘zerstört’?
Perfekt *de-dór/dr- ved. dadára RV 6,27,4 ‘ist zerstoben’””
?gr. (nachhom.) бедертол “ist abgehäutet’
?got. (+) ga-tar ‘zerriß’
6
Für äol. *dedadwg, ion. *deönosg, *ógógóç mit verallgemeinertem antevokalischem Stamm
< *dns-Eh,-, wohl fientive Ersatzbildung für einen ursprünglich vorhandenen Wurzelaorist
120
Kaus.-It. ?*dor-éie- [ved. darayat ‘bricht auf, zersprengt’,
Ptz. daräyant-"”
jav. pairi.däraiieinti Yt. 14,56 ‘reißen etw. aus’
Essiv ?*dr-h;ié- toch.B tsretär, A tsratär ‘wird getrennt"
Neubildungen: s-Aorist ved. Konj. därsat ‘wird zerstieben; wird zersprengen’
gr. ёбғіра *häutete ab’
Nasalpräsens ved. Opt. (SB) dpniyät ‘soll zersprengen’”“
jav. *darananti ‘reißen’, Ptz. auua.daranant-""
got. ga-taurnan ‘zerreißen (intr.)’
R(z)-e-Präs. ` kel, dor, drëtt reien"
[lit. aukštait. diriu, (dirti) ‘schinden’”
R(e)-ie-Präs. gr. (Hdt.+) deipw “häute ab’? o
Intensiv ved. därdarsi, Konj. dardirat “aufbrechen, zersprengen’””
vw
3a
3b
6a
7a
7е
jav. niž-darədairiiāt У. 18,38 ‘risse heraus"?
Fientiv gr. (Hdt.+) £ôdpn ‘wurde abgehäutet’
(M.K.)
Die Erweiterung *derH- (s. KOCH 445-7; LIV! s.v.) ist wohl nicht als alt anzusetzen, die da-
für sprechenden einzelsprachlichen Formen sind anders erklärbar, s. PRAUST, Koll. Erlangen
425-41.
Das Vedische deutet auf urspr. intransitive Wurzel (vgl. NARTEN 145; KÜMMEL, Perfekt 230),
das transitive R(e)-e-Präsens (wenn alt) paßt aber nur dazu, wenn man mit einem faktitiven
Oppositionsaktiv rechnet.
In fientiver Bdtg. nur RV 6,27,5, sonst agentiv-transitiv.
Vgl. KocH 447, die Beleglage erlaubt jedoch keine eindeutigen Aussagen über Intonation
und ursprünglichen Typ.
Analog. entpalatalisiert für *sara- < *der-H-, dazu (mit regulärem Ablaut) Ip och A tsara-
таз, s. SCHMIDT 49-5]. Dazu іп B auch Konj. V in Abstr. tsräliie ‘Trennung’, zum problema-
tischen Konj. Ш im Osttoch. s.u.
Dagegen im Hochlit. j-Präs. und akutierte Intonation, s.u.
Im Westslav. sind *dero, *dorati ‘reißen’ und *аьго, *dreti ‘schinden’ semantisch differen-
ziert, vgl. KOCH 706°.
Muß wegen der Palatalisierung auf eine Bildung mit R(e) zurückgehen (zum Konj. III vgl.
auch Anm. 15 zu *genh,). Der nur osttoch. Konj. III paßt allerdings nicht zu dem sonst im
Toch. vorliegenden Paradigma einer Set-Wurzel (s.u.).
Vgl. OREL 69 mit Lit., dazu wohl auch v-djerr ‘verlieren’ (anders OREL 496-7).
Dagegen Ptz. дайгуйтзаз RV 4,1,14 ‘die gesprengt hatten’ agentiv-transitiv; vgl. KÜMMEL,
Perfekt 230-1, auch zu weiteren Formen.
Verinutlich eher mit JAMISON 94 Denominativ zu -dard- und somit kein Indiz für Set-Wurzel,
vgl. PRAUST, l.c. 426 mit Anm. 3. Erst ab Br. auch däraya-.
Vielleicht Neubildung zum Prät. (oder umgekehrt?).
Junge Neubildung nach semantisch nahestehendem mirnáti, srnäti, vgl. PRAUST, Le, 426-7.
Vgl. HOFFMANN, Unvala Memorial Volume, Bombay 1964, 269-70 = Aufs. 160-1; PRAUST,
І.с. 427-8; 438-9. Aus *darn- mit analogischer R(e) mp. np. darr- ‘zerreißen’.
Zur Bezeugung s. KOCH 704-5°°, zum Bedeutungsunterschied im Westslavischen s. Anm. 5.
121
7 Umbildung von *dirö, vgl. KOCH 445-6; zur Variante duriù, (dùrti) mit Vertretung von *r als
ur stattir vgl. FRAENKEL 113.
Neu zum s-Aorist.
Fungiert als gewöhnliche Präsensbildung, vgl. SCHAEFER 135-6. Daneben auch Set-Formen
wie dardarimi, die auf Fehlinterpretation des SIEVERS-bedingten -dir- beruhen, PRAUST, Le,
428-31; dort 431-6 auch zum Ptz. dardrat-.
10 Wohl < *dar-dr-iāt, PRAUST, l.c. 438-9.
Prderb"-' ‘(Grasbüschel) zusammenbinden, flechten’? IEW 211-2, 257
Präsens *drb"-e- ved. Ptz. f. drbhänti- SB 7,2,3,2
“Büschel formend’
lit. dirbu, (dirbti) ‘arbeiten, anfertigen’?
(Th. Z)
1 Nicht-aspirierte anlautende Media wegen germ. *rurb- ‘Rasen, Torf’ (GRIEPENTROG 403-19).
2 Urspr. ‘Flechtwerk herstellen’; vgl. wruss. dörob “Schachtel, Sieb’. Die lit. Akutierung (auch
іп därbas m. ‘ Arbeit’) ist unerklärt.
?*derdh-! ‘(ein)schlafen’ [IEW 226]
Aorist ?*derd"-Idrd"- (г. hom. ёраб “schlief”?
(M.K.)
Nur gr.; für Vollst. I spricht die analogische R(z) рг. att. 5000:. Daneben in gleicher oder ähn-
` licher Bedeutung 2.*drem- und *dreh;,-, s.d.
? Dafür att. &öapsov mit ар nach (nicht belegter) Biel *ógo8-; dazu sekundär Präs. барӨ@иш,
Perf. daöcpenza. Später zum &-Aor. -£ôápðnv umgebildet.
?*derHg"-' ‘ziehen, zerren’ IEW 210
Präsens ?*derHg"-e- alb. dial. nordgeg. djerg ‘fällt hin, liegt darnieder”?
Kaus.-It. *dorHg"-eie- ae. (+) ti(e)rgan “quälen’°
alb. Med. dergjet ‘ist bettlägerig, liegt damieder’*
Neubildungen: ne-Präsens russ. (+) dërnut' ‘ziehen, zupfen; plötzlich anziehen’
sta-Präsens lit. dirgstu, (dirgti) ‘nachgeben, schwach werden’ °
(M. K.)
122
*H wegen der bsl. Akutierung.
Vgl. DEMIRAJ 131 mit Lit.; besser nicht mit LIV! zu *suergh-, da *su- > alb. d- zweifelhaft.
Zur Bedeutung s.u. zu derg jet, das aktive Grundverb sollte aber eigentlich transitiv sein.
< *targjan, zur ursprünglichen Semantik vgl. auch nhd. dial. zergen ‘reißen, zerren’.
Bedeutung aus ‘hat das Reißen’ o.ä. (vgl. auch ved. rup- ‘Schmerzen haben’ zu *reup-, s.d.).
Neubildung vielleicht zu einem them. Aor. *dorZe-, der wiederum auf einen Wurzelaorist
zurückgehen könnte. Dazu Iterativ russ. (+) dergar', -aju ‘ziehen, zupfen; plötzlich anziehen’.
Dazu Kausativ dirginti ‘bewegen, erregen, reizen’.
*derk- “hinblicken, erblicken’' IEW 213
Aorist *derk-Idrk- ved. därsam “еһе”?
aav. darasam ‘sehe’
рг. öpaxevr- Pi. ‘geblickt habend’;
[&öpaxov ‘blickte’
Perfekt *de-dörkldrk- ved. dadarsa ‘hat gesehen”,
Med. dädrse ‘ist sichtbar"?
jav. dādarəsa ‘habe geschen
gr. hom. éðoprev ‘blickt’
[air. ad:con-dairc ‘hat geschen"
Kausativ *dorķ-éie- ved. (AV) darsayati ‘zeigt’
?got. ga-tarhjan “kennzeichnen”
Neubildungen: R(e)-e-Präs.’ gr. öepkonaa ‘blicke, sehe an’
3a
4a
air. Pass. ad:ro-darcar ‘kann gesehen werden’?
(М. K.)
Agentiv ‘hinblicken’ gegenüber fientivem *ueid- ‘erblicken’, vgl. die Bedeutung des gr. Ver-
bums und die ved. Suppletion mit páśya- < *sp.kie- (zu *spek- ‘schauen, spähen’). Im ved.
Med./Pass. ‘sichtbar werden, erscheinen’.
Ind. ádarśma, adysan TS; zum ved. Befund (alt nur Wurzelaor., kein them. Aorist belegt) vgl.
HOFFMANN, IIJ 4 (1960), 119-20 = Aufs. 146-7; NARTEN 146-8.
Vgl. HARÐARSON 50 mit Lit.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 231-3.
Synchron als Präsens eingeordnet, daher Akzent auf die Reduplikationssilbe verschoben, vgl.
KÜMMEL, Stativ 67; Perfekt 233-4.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 644.
Aus *dedorke mit lautlich bedingtem Reduplikationsverlust, vgl. THURNEYSEN 431; LEWIS-
PEDERSEN 294; nur deuteroton pf., suppletiv zu :ac-cae ‘sah’ (s. *k“eis-).
Mit analogischem Ausgleich des gramm. Wechsels oder denom.
Urspr. Konj. Aorist?
Nur deuteroton pf., suppletiv zu ad:cither, :ac-castar (s. *k“eis-). Nach LEWIS-PEDERSEN 352
hierher auch als Simplex no-m:dercædar ‘der mich sieht’.
123
*des-' “finden, antreffen’ IEW 217
Präsens *de.s-ske- alb. n-dieh ‘sich befinden’?
Iterativ *dos-eie- ?r.-ksl. dose, dositi “finden, begegnen’,
?[aksl. deso, desiti “finden”
alb. n-desh ‘trifft (an), begegnet, findet’
(М.К)
Nur bsl. und alb.; zu рг. бў 5. 2.*deh;-.
Hierher nach JOKL, Studien 60-1; nach OREL 285-6 mit Lit. gehört neualb. n-dien jedoch zu
di (s. *d*eiH-).
Aus *dositi mit Vokalismus nach einem nicht erhaltenen Grundverb *des-. Die slav. Formen
könnten allerdings auch zu *dek- ‘(wahr)nehmen’ gehören.
*en-das-i°, Vgl. JOKL, Studien 60-1; OREL 284 mit Lit.
*deuh;-' ‘zusammenfügen’ [IEW 218]
Aorist *déuh,-Iduh;- toch.B tsuwa “fügte ѕісћ”?, A tswānt “fügten sich’
Präsens *du-neln-h>- gr. Öövayıaı "kann, vermag”
Kausativ ?*douh>-eie- got. гаијап "machen"?
Neubildungen: Essiv toch.B tswetär “fügt sich”
(M.K.)
Zum Wurzelansatz vgl. RINGE, Sprache 34 (1988-90) 74°; MSS 52 (1991) 145°. Ansatz
vielleicht besser (2.)*dehzu- wegen germ. *tōwija- ‘Werk’, *töwula- ‘Werkzeug’, die ein
*röwa- < *deh;uo- voraussetzen; рої. faujan usw. dann < *dehzu-ie-, womit das Problem der
fehlenden Gemination entfiele. Gr. dövayuaı vielleicht aus ‘schaffe’. Vielleicht zu trennen von
*dehju- ‘fügen’ im Toch. und germ. *rewa- ‘Ordnung? (J. A. H.).
Mit verallgemeinerter R(z) *tswa- < *duh;- oder mit analogischer Entpalatalisierung aus
*śuwa < *deuh,-t.
Anschluß erwogen von RINGE, l.c. Bedeutungsentwicklung viell. ‘sich zusammenfügen’ >
‘passen, geeignet sein’ — ‘fähig sein’; wegen analogischer Syllabifizierung *duna,- für
T*dunhz- ist gr. *duna- jedenfalls besser auf ein n-Infix-Präs. zurückzuführen als auf ein
Wurzelpräs. zu einem *duenh;.
Unklar das Ausbleiben der Verschärfung (nicht fraggwjan); daher unsicher.
Neubildung zum Prät., dazu auch Konj. А tswatär.
124
*deuk-" ‘ziehen’ IEW 220-1
Präsens *deuk-/duk- [oss. (+) duc-/doc- ‘melken’!
[lat. dücö, -ere ‘ziehen’
[mkymr. dwc ‘bringt’?
[got. (+) tiuhan ‘ziehen’
?[toch.A Prät. Zut ‘trank’; tskāt ‘zog heraus’
[alb. n-duk ‘zieht, zerrt (heraus)”*
x z i Е 5
*duk-ié- gr. д0-5бсооцоп "werde zerrissen’
3
Aorist *dëukldéuk-s- lat. düxi ‘zog’ š
akymr. Konj. duch, mkymr. duwch "brächte?
toch.B tsauksa° ‘zog, trank”
Kaus.-It. *douk-eie- ап. teygja “verlocken, antreiben’
Neubildungen: na-Präs. och A tsäknarär ‘zieht heraus’?
se-Präs. toch.B Ipf. rsäksyeric ‘zogen ab’, A Ptz. rsäksant
N
о о A а
10
‘“entziehend’
toch.B /tsu]ksem ‘ziehen auf”
Perfekt mkymr. duc ‘brachte’ !’
got. (+) tauh ‘zog’
(M. K.)
Vgl. auch heth. rukzi-, tukkanzi- “Zucht (von Pflanzen und Tieren)’ nach MELCHERT, Ktema
24 (1999) 17-23.
Auch махі діс-, рагаёі dūč-, vgl. MORGENSTIERNE, GS NYBERG II 77-8; semantisch viel-
leicht von uriir. *dhaugh- ‘melken’ (s. *d*eug"-) beeinflußt (vgl. aber frz. traire ‘melken’ +-
lat. trahere ‘ziehen’), doch lautlich nicht damit vereinbar.
< *duket{i), thematisiert mit R(z); 15 dygafldygif, Verbalnomen dwyn.
Kann еп toch. Prät. auf ein Imperfekt zurückgehen? Andernfalls nur als Neubildung ver-
ständlich. Der Set-Charakter (OG Prät, Klasse 1, Konj. V tsokam) der Wurzel im Osttoch. muß
sekundär sein.
Wohl *en-duka- mit R(z), OREL 288-9 mit Lit.
Nur Sophr. 117 und Hsch.; *dukie- mit Präverb ба- = öta- ‘auseinander’; die Variante öaı-
övoceodcaı ist vielleicht von бобо beeinflußt, anders TICHY, Onomatop. 342-3, jedenfalls se-
kundär (R. L.); eine Spur des Präs.-Stammes viell. auch in O- övooeüg zu *ó- Övooe-.
S. ISAAC 365.
Vgl. HACKSTEIN 146.
S. HACKSTEIN 141-3; dazu Prät. tskāt, tsakar.
Zu toch. tsäk- (alte Schwundstufe) ‘ab-, herausziehen’ bzw. tsuk- (geneuerte Schwundstufe)
“trinken; (auf)ziehen’ vgl. HACKSTEIN 140-6.
< *douk-e mit Reduplikationsverlust.
125
?*deus-! ‘bedürfen, ermangeln’ ПЕМ 219]
Präsens ?*deus-e- gr. ion. att. ќо, ño]. ep. devouaı “ermangele,
bedarf, bin unterlegen’?
(М. К.)
Wegen äol. deyu- kaum aus *deu- ohne *-s herleitbar, doch muß dann бєїтєрос ‘zweiter’
Neubildung sein. Sichere außergr. Verwandte fehlen; semantisch paßt zwar gut spätved.
dosa- ‘Mangel’, doch gehört dieses Wort zu einer ved. Sippe ‘verderben, schlecht machen’,
die früh auch düs- zeigt, die Verbindung bleibt daher unsicher, vgl. EW Aia I 749.
Die außerpräs. Formen (Aor. deno-/öeuno- usw.) hängen vom Präsens ab.
Prdieut-' “aufblitzen, aufleuchten’ IEW 185
Aorist Pr dieut-/diut- ved. dyutand- “aufgeleuchtet””
Perfekt ?*de-didut/diut- ved. didyute ‘ist aufgeblitzt””
Kausativ ?*diout-eie- ved. dyotayat ‘läßt leuchten’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. ved. dyötamäna- ‘leuchtend’*
(М. К.)
Nur indoarisch; ist wohl Erweiterung der Wurzel von uridg. *diéu- m. *Himmel(sgott); Тар’,
vgl. EW Aia 753-4; sekundär im Ved. auch mit jy°, vgl. ibid. 604-5.
35 *ádyot verdeutlicht zu ddyaut, vgl. NARTEN 148; adyutat JB ist wohl aus der 3p *ád yutan
thematisiert.
Dazu auch Plapf. > Aor. ddidyutat, vgl. KÜMMEL, Perfekt 250-2; unklar ist die 35 Akt.
ädidyöta AV 6,24,2, s. ibid. 252.
Finite Formen erst ab AV. Präs. dyörate wohl durch Wortfeldanalogie nach röcate (s. *leuk),
vgl. Сото 176.
Prdreg"- ‘betrüben’! IEW 226-7
Präsens ?*dréĝ”-e- an. trega ‘betrüben, bekümmern”?
Essiv Prdrg"-hie- lit. drižiù, (driZeti) ‘sich scheuen, sich fürchten’
Neubildungen: n-Infix-Präs. Пи. drinzu, (ariZti) “zaghaft sein, bekümmert sein”
(М. К.)
Bedeutungsansatz sehr unsicher.
126
2 Starkes Ptz. Prät., aber schwaches Prät.; dazu as. Präs. tregan ‘leid sein, betrüben’. Vgl. SEE-
BOLD 506.
3 Balt. Intransitivbildung unklaren Alters.
*dregh-! ‘festhalten’ IEW 213, 254
Präsens *dr-né/n-g"- [jav. drazaite “hält”?
[gr. бо@ссоцоа ‘fasse (mit der Hand)”
[air. dringid ‘(er)klettert”*
?*drg"-é- khot. Med. 35 drysde, 3p drjsäre "halten"
Fientiv ?*drg"-Ehjlh,- aksl. (+) droZa ‘hielt’
Essiv P*drg"-hle- aksl. (+) 4гъ20, (droZati) ‘halten’
Neubildungen: s-Aorist gr. #ёброё@иту ае’?
Perfekt gr. (Il.) deöpayuevog ‘hineingreifend, umkrallend’
Denken) halten’
(Th. Z., M. K.)
Ansatz ohne Nasal v.a. wegen des Slav., nasalhaltige Formen im Iran. und Kelt. (vgl. dazu
MCCone 47) können auf das Nasalpräsens zurückgeführt werden; Anlaut *dh ist wegen gr.
бойосоцол ausgeschlossen. Aus lautlichen Gründen deswegen nicht hierher toch.B treñk-, A
tränk- Med. ‘hängen an, haften’ Gd > Ø / г).
Kann aus *drng"-ia- entstanden sein (vgl. KELLENS, Verbe 122°) und somit vom schwachen
Stamm des Nasalpräsens abgeleitet sein; möglich allerdings auch Fortsetzung eines them.
Präs. *dreg"-e-. Aus dem Stamm des Nasalpräsens *drng*- (> uriir. *drag"-) ist eine nasalhal-
tige Neowurzel *drang"- abstrahiert worden, zu der das Iterativ jav. dranjaiieiti ‘setzt fest,
lernt auswendig’ gebildet ist.
Falls aus weitergebildetem *drng*-ie- und nicht auf ein primäres je-Präsens *drgh-ié- zurück-
zuführen.
4 Vgl. MCCONE 47.
42 < *drja-, EMMERICK 46-7.
Neubildung zu Präs. öpaooouaı.
Desider. aav. Med. (ä)-didrayzö.duiie Y. 48,7 ‘wollt euch (an das Gute x
?*dreh;-' ‘schlafen’ IEW 226
Präsens *dreh,-/drh,- ved. (Br.) Opt. ni-drayat ‘möge schlafen’,
(AV) Ptz. -draná- ‘schlafend’?
(M.K.)
127
Ansatz mit *h, aufgrund des viell. mit 2.*drem- (s. d.) kontaminierten slav. drem--, das aber
auch anders erklärt werden könnte.
Selten (wegen Homonymie mit dra- ‘laufen’?, EWAia I 758); außer dem Präsens nur noch
Fut. drasyáti.
1.*dreh;-' ‘(weg)laufen’ IEW 204
Aorist *dréh,-/drh,- ved. Іру. drëm ‘soll laufen”?
gr. att. Өл-#бр@у ‘lief weg”
Präsens ?*drh>-ske- Ier. att. @ло-бїйр&ок@ ‘laufe weg"
Perfekt ?*de-dróh,drh;- ved. dadrur RV 1,62,11 ‘sind losgelaufen’;
dadränd- RV 10,55,5 “einherlaufend’*
Desider. ?*dreh,ldrh>-s- ved. Konj. dräsat ‘soll buten"
gr. att. @ло-додооцол "werde weglaufen”
(M. K)
Vgl. auch die Varianten *drem- und *dreu-, s.d.
Ein Präsens Tdräti existiert nicht, vgl. NARTEN, Sprache 14 (1968) 114 = КІ. Schr. 76.
Bei Нот. nur Ptz. Gzo- рос.
Die Wurzel bildete viell. urspr. kein Präs., vgl. die ved. Suppletion mit dräva-; - :ӧрбоско in
diesem Fall Neubildung.
4 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 254.
Vereinzelte analogische Neubildung nach NARTEN 149; Neugebildet auch Ind. sis-Aorist
adrasit KS; vgl. ibid.
Oder < Konj. s-Aorist wie im Ved.; mit restituiertem s.
d vun.
22.*drehz-" ‘tun’ IEW 212
Präsens ?*dr-neln-h>- [gr. hom. ion. öpaivo ‘will tun”?
*drh,-ié- gr. doe “tue, mache’
Aorist ?*drëh,dréh,-s- gr. att. Eöpaoa “tat, machte’
(M. K)
Nur gr., da lit. darýti “tun, machen’ wohl mit FRAENKEL 83 als Iterativ zu дегет! ‘taugen,
brauchbar sein’ (s. *d”er-) gehören dürfte; möglich auch *derh;- und Verallgemeinerung der
R(z) im Gr.
Weitergebildet aus *öpav- < *drn-; oder analogische Neubildung zum Aor. nach z.B. paivo:
ёрпоо?
128
1.*drem-' ‘(wohin) laufen’ IEW 204-5
Aorist *drem-Idrm- [gr. &öpauov “lief?
Perfekt *de-drömldrm- gr. hom. @уо-бёброце ‘тарі auf
Kausativ *drom-eie- khot. dremäte ‘treibt мер”
Neubildungen: Intensiv ved. (KathU) dandramyamäna- *umherlaufend’*
(M. K.)
Vgl. auch die Varianten 1.*dreh>- und *dreu-.
l
2 Präsens suppl. тоёүш (5. *d'reß"-), z.T. auch 0éo (s. *d"eu-).
3 EMMERICK 48; vgl. dramda ‘has gone’ nach BAILEY 166b.
4 Einzige Form der Wurzel im Ved., vgl. aber dard. khowär drom- ‘to flee the country’, TUR-
NER 6621.
2.*drem-' ‘schlafen’ IEW 226
Präsens *drm-ie- lat. dormiö, -ire ‘schlafen’
?[aksl. (+) -drëmljo, (-dremati) “schlummern °
(М.К)
Vgl. auch die Variante *dreh;-.
Viell. *drmie- mit *dreh,- Kontaminiert zu *dr&mie-, oder mit KLINGENSCHMITT, FS MEID
81° als innerslavische Intensivneubildung zu erklären.
*drep- “abschneiden, (ab)reißen’' IEW 211
Aorist "*drep-Idrp- [gr. öpanov Pi. “gepflückt habend’?
Präsens *drep-e- gr. ópézo ‘pflücke, schneide ab’
?*drp-ié- slov. dípljem, (dfpati) “теіВеп”
Neubildungen: s-Aorist gr. Eöpeya ‘pflückte, schnitt ab’
R(e)-ie-Präs. gr. Öpertw ‘pflücke, schneide ab’*
Nasalpräs. skr. dřpnuti ‘reißen’
(M. K.)
! Vgl. viell. noch ved. drāpí-m. ‘Mantel, Gewand’, lit. drāpanos f. Pl. ‘Kleidung’ «< *‘Abge-
schnittenes’, EW Aia 1 758.
Auch Sol Konj. öpözworv А1К.; sonst dafür der neue s-Aorist Eöpewer.
129
3 Auch skr. dial. drpljem, (dřpät), standardsprachlich neues Präsens dfpam. Dazu auch gemein-
slav. (jedenfalls nicht primäres) *drapati ‘kratzen, reißen’, viell. Iterativ zu einem *dropiti.
4 Neu zum s-Aorist.
*dreu-' ‘laufen’ IEW 205-6
Präsens *dréu-e- ved. drávati “läuft”
Kausativ ?*drou-eie- ved. drāváyati ‘läßt laufen”
Neubildungen: redupl. Aor. ?ved. ádudrot ‘ist gelaufen”
Perfekt ved. (Br.) dudrava ‘lief
(M.K.)
Verbal nur indoar. (angebliche iran. Verwandte s. unter 2.*dhreu-); dazu werden europäische
Gewässernamen gestellt, vgl. EWAia 1 756. Vgl. auch die Varianten 1.*dreh>- und *drem-.
Vielleicht ist aber eher das bedeutungsgleiche *duer- (av. duuara-, s.u.) zu vergleichen: iir.
*dräu- könnte analogisch zu einer R(z) *dru- < *dur- entstanden sein, KELLENS, Verbe 108".
2 Als Aorist suppl. drā- (s. 1.*drehz-), s. NARTEN 149-50.
3 Vgl. JAMISON 114; daneben einmal Iter. dravayanta ‘laufen? RV 10,148,5, s. GoTó 178 mit
Anm. 308; IIJ 31 (1988) 308.
Dazu auch Konj. dudrávat, vielleicht dem (eindeutig erst spät bezeugten) Perfekt zuzurech-
nen, KÜMMEL, Perfekt 253-4. Wenn alter Aorist, wohl zum Iterativ dravaya-, Сото 19829.
?*dreuH-' ‘niederschneiden’ IEW 208
Präsens *dru-né/n-H- ved. (КУ) drünandá- *niederschneidend”2,
(MS) drunäti ‘schädigt’
mp. drün- ‘schneiden, mähen””
(М.К)
Nur iir., vgl. zum Ansatz EW Aia I 756 mit Lit.
Metrisch als drun? zu lesen.
Mit analogischem й nach R(z) drü- wie in der RV-Überlieferung.
*dueH-' ‘(ein)tauchen’ (intr.) IEW 217-8
Aorist *dueH-/duH- ?[arm. enerk “tauchte etw. ein’?
(er. 50и “tauchte ein’ (intr.)”
130 |
Präsens *аи-пё/п-Н- [gr. Avon ‘tauche ein’ (intr.)”
Perfekt *de-duöHl/duH- ` Ter. hom. бёбоко ‘bin eingetaucht’
Neubildungen: s-Aorist gr. Gët “tauchte etw. ein’
R(z)-e-Präs. gr. Aw ‘tauche etw. ein’, Med. ‘tauche ein”
(M.K.)
Wegen der formalen Parallelen zu *b*uehz- (s.d.) wohl so und nicht als *deuH- anzusetzen,
vgl. KLINGENSCHMITT 222; HARDARSON 194.
Viell. umgebildet *ni-erk aus *ni-dueH-, dann Augment analogisch, vgl. KLINGENSCHMITT
221-3; wegen der vieldeutigen Lautgestalt unsicher, zu anderen Möglichkeiten s. ibid. 223.
Dazu neues Präsens nerkanem.
Mit verallgemeinerter Biz) *duH- wie bei &pov zu *bhueh;-. -
Mit ū nach dem Wurzelaorist, von dem auch die (nicht faktitive) Bedeutung stammen kann.
Selten auch Age mit Länge.
*duei-' ‘in Furcht geraten, erschrecken’ IEW 227-8
Aorist *аиёі-/аш- [arm. erkeaw ‘fürchtete sich”?
[gr. hom. zepi ... Aie ‘geriet in Furcht’
Präsens *dui-ske- [arm. erknčim ‘fürchte mich”
Perfekt *de-duöildui- [luw. Präs. kuwaya- ‘sich fürchten’”
gr. hom. deidw, бғібшєу * fürchte(n)’*
[toch.A Ptz. wiyo “gefürchtet”
Desider. *dueildui-s- ?[hluw. REL-sà- = /kwisa-/ ‘sich fürchten”?
[gr. Еш. deioouaı "werde erschrecken (intr.)’
Neubildungen: s-Aorist gr. hom. &ööeıoev ‘erschrak’®
5a
(M.K.)
Vgl. noch aav. duuae0a- f. ‘Bedrohung’, BARTHOLOMAE 763.
Aus *erki- < *dui- mit dem arm. Medialsuffix -a- erweitert, vgl. KLINGENSCHMITT 282.
< жегкіпсч- < *duinske- mit sekundärem n-Infix, vgl. KLINGENSCHMITT 78-9.
< *kuwäi < *(de-)duoi-ei mit *kw° < *tw° < *du°, hierher (und nicht zu 1.*k#ei-) nach PUH-
VEL IV 302-3; zur Umbildung vgl. MELCHERT, SHHP 164; GS CowGiLL 188.
< *deduoia, *deduime, att. бёбиєу, zum Pl. neuer Sg. бєїбіо/бёбо. Aus *deduoi- weitergebil-
det hom. deidoıxa, att. дока.
< *(de-)dui-uös, vgl. PINAULT 7, 55.
< *kwi-s-e- oder *kwei-s-e-; Intensiv-Iterativbildung zu luw. kuwaya- ‘sich fürchten’ (s. Anm.
3a); zur etymolog. Einordnung s.d. Herleitung des luw. Intensiv-Iterativ-Suffixes -ss(a)- aus
desiderativem *-s- bei OETTINGER 510-1 mit Lit.
öö steht für *5£, Graphie zur Bezeichnung der Positionslänge.
131
?*dueis- ‘hassen, anfeinden”! IEW 228
Präsens *dueis-/duis- ved. dvesti ‘feindet an, haßt’
aav. Зр @"bi$onti "hassen"
Iterativ ?*duois-eie- Jav. tbaēšaiieiti “feindet an’
Neubildungen: Perfekt jav. diduuaēša, diduuisma ‘habe(n) gekränkt’?
(М.К.)
Nur iir., näherer Zusammenhang mit *duei- “in Furcht geraten’ unsicher.
N
zum Wurzelnomen?
? KÜMMEL, Perfekt 647.
?*duer-' ‘laufen’ ІЕМ —
Präsens *duér-e- aav. hön-duuärantä Y. 30,6 ‘sie laufen zusammen’,
jav. duuaraiti ‘läuft?
M.K.)
l! Verbal nur av., dazu ved. vfka-dvaras- ‘wie ein Wolf laufend’, vgl. GRIEPENTROG 149-50
(fragwürdig ist aber sein Ansatz *dhuer- unter Einbeziehung von *d*uör- ‘Tür’). Auffällig ist
die Ähnlichkeit mit iir. *drau- ‘laufen’ (s. *dreu-), dieses könnte mit *duar- über eine R(z)
mit Metathese *dur- > *dru- zusammenhängen, KELLENS, Verbe 108!! mit Lit.
2 Der teilweise belegte Langvokal ist wohl sekundär, vgl. GRIEPENTROG 149.
132
Sdt.
*d"alh,-' ‘herausquellen, hervorsprießen” IEW 234
Aorist *dhälh,-Id"Ih,- [gr. EdaAov ‘quoll, strotzte’
Präsens *2"/-пё/п-№,- [gr. gien ‘strotze, вейеіће”
[alb. 1s dal, 3s del ‘geht hinaus’
Neubildungen: Perfekt gr. тёӨАо, dor. ré8zAa ‘blühe”
?alb. Aor. dola ‘ging hinaus?
z (Th. Z)
' Oder *dheh;IH-? V gl. KLINGENSCHMITT 172; LAMBERTERIE 661-2. Der auslautende Laryngal
wegen des n-Infix-Präs. Für *h, sprechen gr. дал=рӧс ‘blühend’ und das analog zu {@АА@ (s.
*g#elh,-) thematisierte Nasalpräsens.
au оь ч N
*qhebh-! ‘vermindern’
Aorist *dhébh-/qh bh-
Präsens *qh bh-néulnu-
Iterativ *d"ob"-eie-
9*qhábh-ie-
Desider. *dhi-qhbh_.ç¿-°
Neubildungen: Perfekt
Vgl. z.B. HAMP, Sprache 30 (1984) 156-8.
Thematisierung analog zu 82440, s. Anm. 4 zu *gelh,-.
Nach KLINGENSCHMITT 172 < *dalnö, *dalner, vgl. OREL 54 mit Lit.
Analogisch nach z.B. eraxnv: тёттко (s. *tehzk-).
< *dhal- mit analog. Neo-Vollstufe wie im Gr.
ved. Inj. d-dabhür ‘tun etwas an’
Konj. dabhat ‘wird Schaden zufügen’?
IEW 240
Dav. Ptz. f. dauuainti- Y. 9,18 ‘Schaden bringend’
heth. tepnuzzi ‘verkleinert, schätzt gering,
demütigt'
ved. dabhnöti ‘täuscht, betrügt
aav. 2р Inj. dəbənaota Y. 32,5 ‘ihr verleitet’?
aav. däbaiieiti ‘täuscht, betrügt’,
jav. Ptz. f. dauuaiieinti- ‘betrügend’"
lit. döbiu (döbti) “entkräften, überwältigen’;
lett. däbju, (däbt) “schlagen, hauen’”
ved. dipsati ‘will etwas antun’
aav. Inf. dißZaidiiai Y. 45,4 ‘betrügen’
ved. dadäbha ‘hat etwas angetan’’
(Th. Z.)
133
Ausführlich zu dieser Wurzel NARTEN, Sprache 34 (1988-90) 142-57 = КІ. Schr. 1380-95. Im
Anlaut ist Media (*deb*-) ausgeschlossen, wenn umbr. fefure als quasi *dhébhos-ei ‘zum
Schaden, zur Täuschung’ hierher gehört (SCHIRMER 63f.). Daneben gibt es im Iir. die
erweiterte Wurzelform *dhbheu- (vgl. NARTEN, lc. 146 = 384'?), z.B. іп aav. Iter. mā ...
aipi.d3bäuuaiiat Y. 31,17 ‘soll nicht mehr betrügen’ < *qhbhou-éie-, ved. VAdj. d-dbhuta-
“unbetrügbar’; diese könnte ihren Ausgangspunkt in dem als Infix-Präs. interpretierten ney-
Präs. gehabt haben.
Zur semant. Entwicklung ‘vermindern’ — (iir.) ‘betrügen’ — ‘schädigen’ vgl. NARTEN, l.c.
145-9 = 383-7.
< *a"bnneute (vgl. STRUNK 67
ж" bhnute vorliegen.
151); die S(e) ist beim Inj. irregulär, es muß Umformung von
4 »*daßaianti-, HOFFMANN-NARTEN 82.
` Balt. *dabie- mit analogischem *a für *0? Die etymolog. Zuweisung ist allerdings unsicher.
° Im Ur. dissimiliert zu *dhibhse- > *dhibzha-.
? Vgl. KÜMMEL, Perfekt 226-7. Dazu mit analogischem Nasal AV dadámbha, ibid. 227 mit Lit.
* нер". “mit Feuer behandeln, verbrennen (tr.)’ IEW 240-1
Präsens *deg!"-e- ved. dáhati ‘verbrennt (tr.)’
Jav. daZaiti “verbrennt (tr.)’
lit. degü, (degti) “brennen; anzünden, verbrennen’!
aksl. (+) Zego, (Zesti) ‘brennen; anzünden,
verbrennen’
alb. djeg ‘verbrennt (tr.)’
?[toch. Konj. ПІВ 15 Med. tskemar ‘soll brennen’,
A Abstr. tskalune”
Aorist *drögh/dheg*"-s- ved. adhäk ‘verbrannte (tr.)’
aksl. -žašę ‘(ver)brannten’
toch.B Зр tsekär ‘verbrannten (tr.)”,
15 Med. tseksamai ‘bin verbrannt worden’?
Iterativ *drog!"-eie- lat. foueö, -ёге ‘wärmen, hegen’
?ткутг. deifyaw ‘(ver)sengen’*
alb. n-dez ‘zündet an”
Fientiv *d"g!"-ehjlh,- [ved. ksäyati, pāli jhayati "brennt?
Neubildungen: se-Präs. toch.A 35 Akt. tskäs, B tsaksäm ‘verbrennt (tr.)’,
3s Med. tskastär ‘verbrennt (intr.)’
?Wurzelaor. toch.A Prät. 3s Med. tsakät ‘verbrannte (intr.)”
Perfekt ved. (Br.) dadäha ‘verbrannte (tr.)’
(Th. Z.)
134
! Die intr. Funktion vom im Bal, aufgegebenen Medium.
Mit assimiliertem Anlaut *g > Z.
3 Toch. *rs < *d ist durch Hauchdissimilation aus *dh entstanden, vgl. WINTER, IF 67 (1962)
24. In der R(e) und R(&) muß toch. *ś < *rs’ analogisch entpalatalisiert worden sein. Zur
Erklärung des toch. Konj. IH aus dem them. Konj. auf *-2- vgl. Anm. 15 zu *genh,.
4 Ур]. HAMP, EC 14 (1974) 465; SCHRIJVER, ВСНР 316 führt deifyaw mit bret. deviñ und
mkorn. dewy, dywy ‘brenne’ auf *dau-ie- (zu *dehzu-) zurück.
5 Mit Präverb *en, OREL 284 mit Lit., dazu wohl auch dhez ‘id.’ (mit sandhibedingter Anlauts-
lenierung?), OREL 82.
6 Präsensneubildung zum urspr. Aoriststamm *d"g#h-&h,-, daraus ist iir. Neowurzel *dg"a- ab-
strahiert, z.B. im Adj. ved. ksamd- ‘versengt, ausgedörrt’ = av. *jama- ‘schwarz’ in PN aav.
döjamäspa-, Jav. jamäspa- *‘schwarze Pferde besitzend’; s. LIPP 4.8.4.2., zur iir. Lautent-
wicklung vgl. Anm. 1 zu *dhg"hej-.
Könnte Analogiebildung nach nakät ‘ging zugrunde, verschwand’ sein.
*dřeg*"h,-" “in die Nähe kommen: fast erreichen, vorbeigehen’” [IEW 250]
Aorist *dřégt*h,-/dřg"" h,- [ved. má dhak ‘soll nicht уегѓеҺеп”?
arm. 35 an-c‘ ‘ging vorbei; verging; ging
hinüber’*
gr. Ptz. Med. p&duevog ‘jmdm. zuvorkommend’,
[2ф0лу “überholte, kam zuvor”
[toch. Prät. A kcäk°, [В ѓагка “überschritt 7
Präsens *qhgəuh_né/n-h- [ved. (KS) Opt. daghnuyät ‘würde knapp
verfehlen”
?[arm. an-c‘anem ‘gehe vorbei; vergehe; gehe
hinüber’'®
[gr. hom. (ion.) @9&vo, att. g0&vao “überhole,
komme zuvor’'
toch.B Präs. VII kättankäm ‘überschreitet’,
[Präs. VI B kätkanam ‘sie überschreiten’,
[A kränkas “überschreitet’'*
Neubildungen: s-Aorist gr. ion. att. &pdaoa “überholte, kam zuvor’?
(R.L.)
Die den Ansatz der Wurzel ermöglichende Entdeckung der etymologischen Verwandtschaft
von gr. фдїио und ved. dagh- stammt von BURROW, JAOS 79 (1959) 262, entsprechend mit
morphologischer Analyse HOFFMANN bei EICHNER, MSS 31 (1973) 67, 94° und so auch KU-
RYLOWICZ, Problèmes de linguistique indo-européenne, Wrocław u.a. 1977, 207“; zum An-
satz der laryngalhaltigen Wurzelform *d*eg""h>- s. К. T. SCHMIDT, Laryngaltheorie 475-6
und vgl. BURROW, ibid.; RASMUSSEN, Koll. Basel 189-90; HARBARSON 179-80 (*d'gehz-).
135
Zur Erklärung der toch. Fortsetzer dieser Wurzel s. K. T. SCHMIDT, Le 472-6 (zum Ausblei-
ben der Hauchdissimilation wegen Kontaktstellung 474-5) auf der Grundlage deren etymolo-
gischer Einordnung bei KLINGENSCHMITT 187-92; ganz anders jedoch ADAMS, DTB 159.
Bedeutungsansatz im Anschluß an KLINGENSCHMITT 192; vgl. dazu EICHNER, l.c. 67.
< *dhágh-t «< indoar. *d"ägti-t, sekundär anit nach 15 *dhágh-am und Präs. *d"(a)g"-nau/nu-,
vgl. HARDARSON 179.
Falls < *sm-d"g“"h,- und nicht Neubildung zu Präs. anc‘ane-, vgl. KLINGENSCHMITT 191, 269,
zur Semantik 189-90. Der Ansatz uridg. *d"g!"- > *gihd"- > *gət#hb- > arm. *c“- ist jedoch laut-
lich problematisch, vgl. *a*$*uH- ‘Fisch’ (= gr. iyGög) > urarm. *ајӣ- > jow-kn (ohne Okklu-
sivmetathese und Stimmtonverlust), so daß die etymolog. Anknüpfung des arm. Verbums
zweifelhaft ist; s. LIPP 4.8.7.2.
фӨп- < *фб@- analogische Vollstufe zu фӨ@- (< *d*g""h,-) nach dem ursprünglichen Ablaut-
muster des Wurzelaor. or < ota- (< *stehz-) : *ст@- (< *sthz-), entsprechende Analogie bei
Aor. Med. ёлтӣто (< *pth;-) > Akt. *лт@- > ёлтпу (s. 2.*pethz-), vgl. SCHWYZER 742, HAR-
DARSON 185.
< *kr’aka-t (nach Präs. *ktank-) — Aor. Akt. *r’aka-t.
Palatalisierter Wurzelanlaut analog nach Präterita mit ursprünglichem e-Vokalismus der Wur-
zel (vgl. kärs- ‘wissen’ : Prät. Sarsa иѕм.); Umbildung nach dem Medium *kätkāte < *katka-
tæ (Dissimilation) < *kta-tka-t@ (nach Präs. *ktənk-) < Aor. Med. *tka-tæ, Analyse der toch.
Präteritalformen nach K. T. SCHMIDT, Le, 475-6 in Anknüpfung an KLINGENSCHMITT 188-9.
Idg. *a"g!"-neln-hz- > nachuridg. *d"g'*-neulnu- im Rahmen des allgemeinen strukturellen
Umbildungsmechanismus bei Nasalpräsentien gem. RASMUSSEN, Koll. Basel 189-90.
Mit R(e) nach Aor. dhak, dagh-. Nicht hierher aav. ayZönuuamna- (s. 1.*g""'*es- ‘verzehren’),
s. LIPP 4.8.7.2.
< *sņ-d*8""-n-hz-, vgl. KLINGENSCHMITT 191; doch s. Anm. 4.
Ausgehend von 3p (@0£vouot <) *k""tħanų-onti < *d"g-nu-énti, vgl. EICHNER, MSS 31
(1973) 945, KLINGENSCHMITT 187.
*katt-an-k- < *kt-an-k- (spezifisch kontextsensitive Metathese *rk-k > *kt-k) < *tk-ən-k- <
жанч oh *-nh>- > toch. *-ank- lautgesetzlich, Rekonstruktion der Lautentwicklung und
morphologischen Struktur gemäß К. T. SCHMIDT, l.c. 474-6; FT Leiden 103-4.
Produktives Nasalsuffixpräs. *katk-ana- < *katk-na-, sekundär hinzugebildet zum Prät.
*katka- > toch.B śatka, so Wurzelaorist.
< *kt-an-k- + -a-, stammschließendes -a- nach a-Konj. *kætka- > toch.A 25 katkat und a-
Präteritum *kr’aka- > toch.A kcäk, s.o. Wurzelaorist. Zum formalen Verhältnis der verschie-
denen toch. Nasalpräsensbildungen s. K. Т. SCHMIDT, Laryngaltheorie 474-5; vgl. auch Pi-
NAULT 143.
Ausgehend уоп 3p &фбо-соу < Wurzelaorist 3p &фба- у, s. FRISK II 1011, CHANTRAINE,
DELG 1197, SCHWYZER 666.
*dřeHb*-! ‘passen’ IEW 233
Perfekt ?*d*e-d"öHb"/d"Hb"- got. ga-dob ‘ist passend, angemessen’
Neubildungen: R(z)-e-Präs. got. ga-daban ‘zukommen’
136
Kausativ
aksl. po-dobiti ‘passend machen”
(H. R.)
l Verbal nur germ. (s. Anm. 2), nominal weiter verbreitet: arm. darbin (*ahHbh-r-ino-, vgl.
OLSEN 471?) ‘Schmied’, lat. fabrë ‘geschickt’, faber m. ‘Schmied, Zimmermann’, aksl. (+)
dobr» ‘gut’, beide < *dhHbh-ró-, lit. dabà f. ‘Art und Weise’, vielleicht heth. tapar(-iya)- (de-
nominativ) ‘leiten, bestimmen (dazu TISCHLER Ш 116-118).
Denominativ zu aksl. podoba ’Passendsein’.
*dheh,-? ‘stellen, legen, setzen; herstellen, machen’! IEW 235-9
Aorist *qhéh, -/d*h-
Präsens *dřé-dřoh,/d*h;-
*d"n-ske-"
Desider. *d"eh,/d"h,-s-
heth. гётї, t&zzi ‘sprechen, festsetzen”,
pehu-temi ‘schaffe hin’ u.a.”°;
lyk. 35 tadi ‘setzt’, Зр täti ‘setzen’
ved. ädhat, ädhur ‘haben gesetzt’”
aav. dät ‘setzte, gab**
рг. 35 boiot. dvedE “weihte””, Ір &6guev ‘setzten’;
[207ке, тук. te-ke "setzte?
arm. 3s ed ‘setzte’, Med. edaw ‘wurde gesetzt”
[aksl. (+) -de ‘legte’; aruss. (+) dë ‘sagte’
?[heth. Is tēhhi, 35 dai “(ein)setzen, legen"?
[kluw. tuwa- ‘setzen, errichten’, hluw. 35 tuwai,
lyk. 35 tuweti g
ved. dádhāti ‘setzt, schafft hin, macht’, 3p dádhati
aav. dadāiti ‘setzt, gibt’, 3s Med. dazdē
‘nimmt an, vernimmt’*
gr. тібпш, тіӨвиєу ‘setzen, legen’''
(at. re-ddö, re-ddere ‘zurückbringen’!
ае. (+) don ‘tun, machen’ !?;
Prät. аһа. (+) teta, tātun*
alit. 15 demi, 3s dest(i) ‘legen, setzen, machen’!
[aksl. dezdo, 25 deždeši, (děti)‘ setzen, legen’'®
toch. Konj. А tā-, [В 35 tattam ‘setzen, legen’
heth. zikkizzi ‘legt wiederholt’
Loch. A Ptz. Med. räskmam ‘gleichend’'”
ved. Konj. 2d dhäsathas, 2p dhäsatha ‘sollt
verleihen’
[aav. 2р Іру. maz-dänhö.dum Y. 45,1 ‘nehmt
wahr!’
gr. Өс "werde setzen’
?[toch. Präs. 3р B газет, A täse ‘setzen’
2
5
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137
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. ?итЫг. Konj. feia ‘soll machen”?!
lett. dëi ‘lege (Eier)’, de ju ‘löte an’
aksl. (+) dëjo, (děti) ‘setzen, legen; sprechen’;
аёјо, (dëjati) ‘tun’
Nasalpräs. arm. Präs. dnem ‘setze, stelle, lege’?
russ. (+) denu “lege hin’?
s-Aorist ved. 3p Inj. dhasur RV 7,97,5 ‘haben gesetzt’
„24
?арһгур. 35 eöcreg ‘hat hergestellt
toch.A casäs ‘stellte’?
Perfekt ved. dadhäu ‘hat gesetzt
aav. 25 fra-dada0a ‘hast angesetzt’;
jav. 35 dada, дада ‘hat geschaffen
gr. (4. Jh. v.Chr.) тёӨлка ‘habe gesetzt’
lat. reddidi “brachte zurück’
osk. 35 prü-ffed ‘hat aufgestellt
lepont. геги, gall. dede “setzte, weihte
„25a
»25b
»26
»27
(Th. Z., М.К.)
Daneben steht erweitert *dheh;k-, s.d.
Auch ‘sprechen’: die 15 Inj. Aor. *d"eh,-m konnte den Koinzidenzfall ‘stelle hiermit fes? >
‘verkünde’ ausdrücken; vgl. EICHNER, FT Regensburg 93.
Vgl. EICHNER, FT Regensburg 93; TISCHLER III 143-4.
Nicht hierher jedoch uwate- ‘herbeischaffen’, s. *ued"-.
Auf dem Med. Wurzelaor. adhita usw. bauen bildungsmäßig s-Aor. Med. Is adhisi (SB), 3p
adhisata (MS) auf; vgl. NARTEN 152.
Im Iran. weitgehender Zusammenfall von *d”eh,- und *deh;- ‘geben’; differenziert noch in
дег 35 Präs. Med. dazde < *d"ed*hjtoi gegenüber daste < *dedhztoi.
Siehe HARDARSON 146-7; residuale Kompositionsform.
Das k-Element u.U. unabhängig von der im Ital. (und Phryg.) vorliegenden Wurzelform
*d"eh,k- (s.d.). Referat verschiedener Erklärungsversuche bei HARDARSON 148-50; nach ihm
hat das Problem der k-Erweiterung von рг. 2097ка, Eöwxa, Enka ... noch keine endgültige Lö-
sung gefunden. Vgl. auch UNTERMANN, FS Кх, 461-8.
ed < *é-dheh,-t, edaw < *e-d"h)-to.
Mit *i erweiterter Stamm, deredupliziert und wegen Rio) іп die hi-Kon jugation eingegliedert.
Die diachron. Analyse ist allerdings heftig umstritten; vgl. z.B. TISCHLER III 21-3.
Urluw. *ruua-, von der Ір *ruuani abgeleiteter Stamm; OETTINGER 483; KZ 92 (1978) 89.
Generelle Durchführung der i-Reduplikation in redupl. Präsentien. Der Wurzelvokalismus des
Sg. analogisch nach ödidouev: öidouı = tideuev: х.
U.a., z.B. abdere ‘verbergen’, condere ‘gründen’; Thematisierung des schwachen Stamms.
Die Gleichung mit ved. srad-dadhäna- ‘vertrauend’ bestätigt Zugehörigkeit von crëdere; inde
ignem in äram (Plaut.) ‘leg Feuer auf den Altar’ kann mit ved. (R V) жу agnim ... dádhata
‘legt Feuer an’ verglichen werden (s. SCHMITT, Dichtersprache 25, 199-201). Siehe auch
*deh;- ‘geben’.
Deredupliziert aus *dedö-, vgl. HOFFMANN bei KLINGENSCHMITT 85, 163°.
Das Prät. westgerm. *dedö- geht aufs Imperfekt zurück, z.B. as. 2s dedos < *d"e-d"oh,-s; vgl.
LÜHR, Koll. Freiburg 1981, 39-40. Auf dem Ipf. beruhen auch die Ausgänge des germ.
schwachen Präteritums: runennord. tawi-do; got. (+) -da, Pl. -dedum.
15 demi < *dedmie < Med. *d"ed"h;mai. Neulit. thematisiert zu деа; Inf. deit,
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2
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27
Schw. Stamm mit je erweitert: *ded-ie-.
Vgl. HACKSTEIN 63-4 mit Anm. 57: idg. *d"ed"h,- > urtoch. *ttá- (Durchführung der R(z), de-
palatalisierter Anlaut) > A tā- und mit Restitution der Redupl. B /təttá-/.
HACKSTEIN 189 schließt auf idg. Alter des ske-Präs.; EICHNER, FT Regensburg 88 beurteilt
heth. zikkizzi als anatol. Neuschöpfung zum schwachen Stamm des Wurzelaorists.
Urtoch. Präsensstamm *task°, der auf idg. *d"h,-ske- beruht; semant.: “immer wieder zusam-
mengestellt werden (mit) — ‘gleichen’; vgl. HACKSTEIN 189.
В tas°, А tas° ist zugleich auch Konj.-Stamm (neben A га-, B /tatta-/, s.o. zum redupl. Präs.);
Die R(z) könnte einer analogischen Angleichung an den Konj.-Stamm *tarta- zugeschrieben
werden, HACKSTEIN 65. Im Toch. ist daraus die Sekundärwurzel tās- abstrahiert.
Vielleicht < *d"2-ie-; vgl. z.B. UNTERMANN, FS RIX 463.
< *dhë-ne-, Neubildung zum Wurzelaor.; vgl. KLINGENSCHMITT 163.
Analogiebildung zu *dëti nach *stang : *stati (s. *stehz-), KLINGENSCHMITT 163°.
< *e-d"h,-s-t, mit R(z). Vgl. DIAKONOFF-NEROZNAK, Phrygian, New York 1985, 102.
B tessa mit analogischer Entpalatalisierung des Anlauts.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 270-5.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 644-6.
Auch aamana-ffed ‘hat aufstellen lassen’; < *-fefed.
Lepont. геги /dedü/ < *dedö < nachuridg. *dhedhóh;e; im Gall. Ersatz von -й durch die nor-
male Perfektendung -e. Zur Identifikation der Wurzel (nicht *deh;-) s. RUBIO ORECILLA, HS
112 (1999) 111 mit Lit.
*d'eh(i)- ‘(Muttermilch) saugen’ IEW 241-2
Präsens *d"i-d"ehld"h)- “[kluw. Ptz. titaimi- ‘genährt’, lyk. tideimi "Kind"
*d"i-neln-h,- [ved. (YV) dhinoti “nährt, sättigt”
[air. делай ‘sie saugen”, mkymr. (+) dyn- ‘saugen’
* "eh)-ie- gr. (Od.) ӨўсӨол ‘herausmelken’®
arm. diem ‘sauge (Milch)”
lett. dëi, (det) ‘saugen’
аһа. гдеп* ‘säugen’
*d"n,-eie- ved. dhäyati ‘saugt’
oss. dej- "saugen"!
+ ‹ ‚8
aschw. dia ‘saugen
Aoris” *dřéh/dřéh-s- gr. (Il) Oroato ‘sog’
Neubildungen: Perfekt ?ved. dadhür КУ 9,99,3 "haben gesaugt (?)’”
Kausativ'® got. daddjan, aschw. deggia ‘säugen’!!
aksl. dojọ, dojiti “säugen’, russ. (+) doju, (дой) ‘melken’
(Th. Z.)
139
Anat. *didie- ‘säugen’, was auch heth. rirriskizzi ‘säugt’ (analogische Übertragung der An-
lautsentstimmhaftung auf die Wurzelsilbe; MELCHERT, AHP 19) zugrunde liegt; vgl. OETTIN-
GER 347 mit Anm. 178.
Aus *dhinäri umgebildet.
Siehe RASMUSSEN, Koll. Basel 191. MCCone 14-5 erklärt (denaid <) *dinati als analogische
Neubildung, altes *d"ineh,- hätte zu Tdin- führen müssen.
Vgl. z.B. PETERS, Sprache 30 (1984) 40*; FRISK I 674 sieht in Go eine Neubildung zum
Aor. Onoaro.
Vgl. KLINGENSCHMITT 148.
R(z)-eie-Präs. zur unerweiterten Wurzel; der Alternativansatz *d"eih,-e- (z.B. PETERS, Spra-
che 30 (1984) 40*) hätte im Aschw. Verschärfung (fdiggia) bewirken müssen.
Vgl. ABAEV 1351-2.
Germ. *dija- < *deja-, wohl als *di-ja- interpretiert und so in die schwache Flexion überführt,
vgl. LINDEMAN, NTS 22 (1968) 72-3; 103.
Der Wurzelaor. AV 10,4,26 (= AVP 16,17,7) nír adhär (visam) gehört zu nis dha “herausho-
len’. ‘Gift heraussaugen’ paßt semant. nicht zu *dheh,(i)-.
Vermutlich eher zu dhä ‘setzen’ (*а"еһ,-), s. KÜMMEL, Perfekt 275.
*dhoiéie-, auf Grundlage des Präs. *d*(h,)eie- gebildet, s. KLINGENSCHMITT 148.
< germ. *dajja- < *d"oieie-.
?*d"eh);k- “machen, herstellen’ [IEW 236]
Aorist *dehk-/d"hrk- lat. Get ‘machte’,
[altumbr. face ‘machte, stellte ber"
Präsens *d"hyk-ie- lat. faciö, facere "machen",
osk. аўакғіт Ve. 183 ‘bringt dar, weiht’ '?,
Ipv. 3s factud = umbr. fe(i)tu ‘soll machen”
Neubildungen: s-Aorist venet. vhagsto /fakstol ‘hat hergestellt’
R(z)-e-Präs. ?phryg. 3s аддакєт, Med. аббокктор macht"?
Perfekt pränestin. vhe:vhaked /fefaked/ ‘hat hergestellt'*,
osk. Konj. (nep) *fefacid ‘soll (nicht) machen’
(Th. Z, R.L.)
n
Erweiterung von *dheh;-, fast nur ital., doch (et die Herkunft des k-Elements unklar. Wohl un-
abhängig gr. #07ко (s. Anm. 6 zu *d"eh,-).
Rıx, AGI 67 (1992) 245 und vgl. UNTERMANN 256 mit Lit.
= /am-faket/ (<єг> = dei < urital. ғ) wie osk. avaxfaxer Ve. 190 ‘id.’ = /an"-faket/ (<> = e, e
in alter Orthographie) < *an- + *fakit, vgl. LEJEUNE, REA 72 (1970) 291; Rıx, GS SCHIND-
LER 524, 53 1-2°%.
Ural, halbthematisch *fak-ioli-: lat. facit = osk. /faker/, Іру. 35 *fak-i-töd > lat. facirö, osk.
factud (Synkope), urumbr. *faceröd (Palatalisierung) > *facröd (Synkope und Spirantisierung
140
vor Okklusiv) > *fajto > umbr. feitu /fejtu/ > fetu (späte Monophthongierung); vgl. MEISER,
Lautg. 124, 179; anders MEISER, Habil. 8288: < *feketöd, thematisierter Wurzelaorist *feke-.
Vgl. HAAS, Die phrygischen Sprachdenkmäler, Sofija 1966, 226-7.
4 Мр]. WACHTER 57, 64.
?rdreh,-' ‘schärfen, wetzen’ IEW —
Präsens *dteh,$'-e- gr. Өўуо, dor. Ө@ув ‘schärfe, wetze’
Aorist *dreh,g/d"eh,ß'-s- gr. ӨпёбсӨо ‘soll schärfen’
Neubildungen: Perfekt Igr. тќбоктот` тєёйиштол Hsch. ‘ist zornig”
(Th. Z.)
' Da die Anknüpfung von arm. dakow ‘Axt’ unsicher ist (vgl. CLACKSON 116-8), kann auch
Palatal vorliegen. Die a-Färbung des Vokals ist gr. bezeugt; Ptz. Aor. Gotc Pi. Ol. 10,20
‘anfeuernd’ ist nach FORSSMAN 129-30 in der übertragenen Bedeutung ion. (hom.) Einfluß.
Verschleppung der Rio) aus einem Akt. *r&4wya ins Medium.
*dteig". ‘bestreichen, kneten’' IEW 244-5
Präsens *dheigh-/drig"-" ved. Konj. pári... dehat “wird überziehen’,
(TS) ád dihanti ‘schichten auf’
Jav. 35 Inj. Med. uz-di$ta ‘schichtete auf
[arm. Aor. edez ‘häufte auf”?
[got. digan ‘modellieren, töpfern’*
[lit. Žiedžiù, (Ziesti)‘(aus Ton) formen’;
lett. zieZu, Liest) ‘schmieren, bestreichen’”
[aksl. ziždọ, (zodati)*bauen, schaffen’?
?[toch.B VAd). tsikale ‘zu formen”
*d"i-neln-gr-" [агт. dizanem ‘schichte auf, häufe auf”
[lat. fingð, ere ‘gestalten, formen’;
[umbr. fiktu ‘soll formen (?)”?
[keltib. Inf. ambi-tinkounei K. 1.1 ‘zum Bauen".
[air. con:u-tainc ‘baut, errichtet’ bi
?dingid ‘unterdrückt’ е
Aorist Prdheighld'eigh-s- [lat. finxi "forme" (7
Prahe-dhig"-e- falisk. fifiked, 3p flifJigod "formen":
osk. 2s Fut. ex. fifikus ‘wirst ausgedacht haben’
141
Iterativ *droig"-eie- jav. 3p Коп). pairi-da&zaiian ‘sollen ringsum
aufdämmen’
Desider. ?*dreig"/d"ig"-s- ?[keltib. Konj. 35 ambi-tiseri K.1.1 ‘möchte
errichten’
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. ?lit. dýžiu, (dýžti) “abhäuten, ѕсһіпаеп’'®
(Th. Z.)
Zur Semantik der Wurzel und der Präsensbildungen vgl. MEISER, FS Rıx 301-5.
Mit affiziertem Objekt: ‘bestreichen, eine Schicht auftragen, aufschichten’.
< urarm. *edeiz(e)-, d.i. thematisiertes *d”eiĝ”-; durch das daneben stehende n-Infix-Präsens
in den Aor. gedrängt. KLINGENSCHMITT 275-6 beurteilt den Aor. *d*eig"- als Neubildung
zum Nasalpräs., da idg. *a"eig*-/d"ig*- Präsensstamm ist.
Formal zum Wurzelpräs., vgl. ERNOUT-MEILLET 236a; KLINGENSCHMITT 183, jedoch nach
MEISER, l.c. mit der Bedeutung des — im Germ. aufgegebenen — Nasalpräs.
Bsl. *ëheidhie- mit Metathese der Artikulationsstellen. Zum ie-Präs. erweitert; könnte auch
bsl. Neubildung sein.
Setzt Präs. V toch.B /tsika-/ mit sekundärem Set-Charakter voraus, s. HACKSTEIN 36. Gegen
die Emendation *tsirikalle (WINTER, IF 67 [1962] 23) s. HACKSTEIN 36°”. Mit der Bedeutung
des Nasalpräsens (?).
Mit affiziertem oder effiziertem Objekt: *erkneten, formen, bauen’. Die westidg. Belege wei-
sen auf thematisiertes *dhinëh-e-. Gr. Oıyydvo, ayov ‘berühren’ gehört aus lautlichen (<
*dheig-) und semantischen Gründen wohl nicht zu *d#eigt-.
Umbildung von *d*i-n-$"- vgl. KLINGENSCHMITT 177-8, 183. Urarm. *deizane- mit R(e) und
der Bedeutung des auf das Wurzelpräs. zurückgehenden Aor. *edeiz(e)-.
< *fingetöd, MEISER, Lautg. 82-4; FS Rıx 303.
Vgl. MLH IV 412, 494 mit Lit.
< *kom-od-dingetfi).
Hierher nach MCCONE 41, ‘drücken’ wohl aus ‘kneten’.
Könnte abgesehen vom n-Infix des Präs. alt sein; ursprünglich vielleicht semant. dem Wur-
zelpräs. zugeordnet.
Redupl. Aor. nach HERBIG, IF 32 (1913) 77-8; ursprünglich vielleicht semant. dem Nasalpräs.
zugeordnet. Könnte auch analogische Perf.-Bildung sein; BENDAHMAN 239-40.
< kelt. *digse-, vgl. Vgl. МІН IV 412, 494-5 mit Lit. Die R(z) steht in Widerspruch zur
Bildeweise des s-Konj. im Air.; sie ist allenfalls vom Präs.-Stamm übernommen (vgl. ESKA
44). МССОМЕ 78 leitet -tiseti aus *tenk-se-ti her (zu *temk-, s.d. Anm. 3).
Mit gelängtem Wurzelvokal. Setzt eine Bedeutungsentwicklung ‘abhäuten’ +- ‘(aus)peit-
schen’ — *‘ausschmieren’ voraus (H. R.); vgl. auch MEISER, FS Вх 302. Das balt. ie-Präs.
könnte auf dem idg. Wurzelpräs. beruhen.
*d’eiH-' “ins Auge fassen’? IEW 243
Präsens ?*dřéiH-e- khot. daiyä "sicht?
9?*dhiH-ié- alb. di “weiß, kennt?”
142
Perfekt *dhe-dhóiHIdhiH- ved. 15 abhí ... didhaya ʻüberdenke’,
Ip práti ... didhima "erwarten"
jav. 3s a-diöaiia ‘betrachtet’
(Th. Z., M. K.)
Nur iir. und alb.
Diese ingressive Wurzelbedeutung wird уоп durativem ‘im Auge haben, betrachten’ im Per-
fekt vorausgesetzt.
< *daiati, EMMERICK 47 mit Lit.
Genaue Herleitung des Präsensstammes unsicher, dazu Aorist dita vom VAdj. *d"iH-tó- =
ved. dhitá-, vgl. OREL 64-5.
< ‘sehen entgegen’; sekundär zum redupl. Präsens umgebildet: Ptz. dídhyat- RV+, Ip
didhimas SV; vgl. KÜMMEL, Perfekt 257-60.
Wie im Ved. auch im Iran. zum redupl. Präs. umgebildet, vgl. THIEME, Plusqu. 38; KELLENS,
Verbe 183°: aav. Зр daidiiat Y. 44,10, jav. 3s a-diöaiti (Fehlschreibung für *°didaeiti, INS-
LER, Language 47 (1971) 583-4); vgl. KÜMMEL, Perfekt 640-42. Ap. 2s Ipv. didiy ‘betrachte’,
nach BARTHOLOMAE 725a mit Haplologie aus *dididiy, vgl. auch KELLENS, Verbe 184'°;
KÜMMEL, Perfekt 642. Fortgesetzt auch in khot. did- Med. ‘erscheinen’, ibid. mit Lit.
2a
2b
*d"eillg*-' — *hineinstecken, stechen’ IEW 243-4
Präsens *dřéiHg“-/dřiHg*- [alat. ио, ere, lat. figere ‘anheften,
hineinstecken, durchbohren’?
[lit. díegiu, (díegti) ‘stechen, (Pflanzen) setzen”
?[toch.B 3s Konj. tsakam ‘beißt’
Iterativ ?*dřoiHg"-éie- lt. däigau, -gyti ‘stechen, stecken’,
lett. daigu, daidzît ‘nähen’
Neubildungen: s-Aorist lat. fixi *heftete ап??
Essiv lit. dygiù, dygeti ‘einen stechenden Schmerz fühlen’
(Th. Z.)
! Oder *dħieHg!-, falls die balt. Vollst. I sekundär ist. *H ist wegen des Toch. als zb: oder *h;
zu bestimmen.
Thematisierung des schwachen Stamms *4їН g“-; später analogische Einführung von -g-.
Das balt. je-Präsens ist wohl auf den starken Stamm *d"eiH op. gebaut.
* Hierher nach RINGE, Sprache 34 (1988-90) 71: idg. *d"iHg“- > *dhiag”- > urtoch. *rsak”-(a)-
> toch.B /tsaka-!.
5 Vgl. MEISER, Habil. 8155.
143
*dhelbh- “graben, aushöhlen’ IEW 246
Aorist *délbh-/dh]bh- — 9[toch.B 3p tsälpäre, А Ze tsälp ‘wurde(n) erlöst”
Präsens ?*drelbr-/d"elb'- [ae. (+) delfan ‘graben’, аһа. -tel pan ‘graben’
[lit. (nu-)delbiu, (-delbti) ‘(die Augen)
niederschlagen’'
Atoch.A salpatär “wird erlöst”
Neubildungen: R(z)-e-Präs. ksl. (+) а/ъро, (dlobsti) “aushöhlen”?
ske-Präs. ?toch.B tsalpässäm, A tsälpästär “erlöst, befreit’
(Th. Z., М.К.)
Vorurtoch. *d(V)Ib"- < *qh(V )Ibh-. sekundärer Set-Charakter; semantische Entwicklung viel-
leicht ‘ausgraben’ — ‘retten, befreien’, vgl. ADAMS, DTB 738.
Zum je-Präsens umgebildet. Zur Semantik vgl. VAILLANT HI 157-8.
Urtoch. *rs’elp- < *delb"-, zum e>-Präs. (Essiv) weitergebildet, in B mit synchron regulärer
R(z) tsälpetär.
Inf. urspr. *del(p)ri mit R(e), erhalten nur als *dlë(p)sti in skr. dial. 2/1511, vgl. VAILLANT III
157-8.
?].*dhembh-! “erstaunen (intr.), in Erstaunen geraten’ [IEW 233]
Aorist *dhémbh-Jdhmbh- [gr. &rapov ‘erstaunte”?
Perfekt *dhe-dhómbhiqhmbh- (gr. тӨпта ‘staune”
(Th. 2.)
Nur gr., zur Wurzelform und dem Verhältnis zu Odußos n. ‘Erstaunen’ s. BARTON, Glotta 71
(1993) 1-5 mit Lit.; Oaußeo ‘staune’ geht nicht mit SZEMERENYI, Glotta 33 (1954) 245 auf
Iterativ *dhombhéie- zurück, sondern ist denominal, s. TUCKER 43.
Нот. пиг Ptz. тофу, nach BARTON, l.c. 1-2 früh ausgestorben (spätere Belege nur nachah-
mend) und durch denom. Oaußno- ersetzt.
Mit geneuertem Ablaut aus *0400иф- nach dem Wurzelnomen äu, @ozóç < *drömbt-, vgl.
BARTON, l.c. 4-9.
2.*dhembh-1 “(brand)bestatten" IEW 248-9
Präsens *d"mbt-ie- gr. Ө@хто) ‘(brand)bestatte’
Perfekt ?*dre-d"ömb*/d"mb"- gr. redayıuaı ‘bin bestattet’
Fientiv ?*d"mb"-Ehy/h,- gr. Er&pmv “wurde bestattet’
144
Neubildungen: s-Aorist gr. daya ‘bestattete’
(Th. Z.)
! Hierher wird auch arm. damban, dambaran ‘Grab’ gestellt. HOFFMANN, KZ 79 (1965) 238 =
Aufs. 338 leitet jav. daxma- ‘Grab’ aus *d"mb"mo- her. Weitere mögliche Anschlüsse bei
CLACKSON 120-1.
D.h. ‘einäschern und die Asche begraben’.
?3.*dřemb*-! ‘(zer)schlagen’ (?) ПЕМ 240]
Kaus.-It. *d*ombH-eie- ved. dambhäyati ‘zerschlägt, vernichtet’
chwar. Öönby- ‘schlagen’?
(Th. Z)
' Siehe NARTEN, Sprache 34 (1988-90) 150-6 = KI. Schr. 388-94, v.a. Anm. 31. Da der An-
schluß von gr. ar&ußouaı ‘werde um etwas (Gen.) gebracht, entbehre’ zumindest unsicher ist,
kann die Wurzelbedeutung nicht näher bestimmt werden. Prinzipiell wäre auch *demb"-
denkbar.
SAMADI, Das chwaresmische Verbum, Wiesbaden 1986, 67.
*d"enh;- ‘sich in Lauf setzen, sich davonmachen’ IEW 249
Aorist *dhénh,-/dinh,- Ier. &Gavov ‘starb’!
?toch.A 3p Konj. (?) Med. tsnantär ‘fließen (?)”
Präsens *d"enh,/d"nh>-u- · [ved. dhänvati “läuft, strömt’,
prä dhamati Y V ‘vergeht, stirbt”?
ap. danu[vatiy ‘fließt?
*d'nh>-ske- рг. Өуўско ‘sterbe’
Perfekt *dhe-drönhzld"nh>- ved. Ptz. dadhanvanıs- ‘losgelaufen, im Lauf*°
[gr. réðvauev ‘wir sind (ot
Kausativ *d"onhz-Eie- ved. 3p Inj. dhanayan ‘lassen laufen’
?np. dan- ‘eilen, laufen’?
?keltib. uer-ðoniti K.1.1 “führt durch’?
(Th. Z., M. K.)
Euphemismus ‘weglaufen’ für ‘sterben’.
HOLLIFIELD, JIES 6 (1978) 181 erwägt, daß tsnāntär ein idg. Wurzelpräsens *dhénH-tor fort-
setzt; die Verbindung von toch.A tsän- ‘fließen’ mit idg. *dhenh;- ist jedoch aufgrund lautli-
cher Probleme (Dentalvertretung) ganz unsicher.
145
lir. *dhán(H)ua-, thematisiert mit R(e); vgl. Сото 180; daraus Neowurzel dhanv- ‘laufen’ mit
Perfekt dadhanve, vgl. KÜMMEL, Perfekt 256-7 mit Lit. Möglicherweise ist mit R(z) themati-
siertes *dhnh;-ué- mit *dhëu(-e)- (s. *d*eu-) in ved. dhävati ‘läuft, eilt’ zusammengefallen.
DZc 9: d-nu-u-[... Die Stelle wird auch als *danutaiy ergänzt.
Die Schreibung mit lota subscriptum ist sekundär.
Analogische Anit-Form. Das ved. Perfekt kann sekundär auch faktitiv gebraucht sein, vgl.
KÜMMEL, Perfekt 255-6 mit Lit.
Mit analogischer R(z) ag. für *Ova- < *d'nhz-.
Nur selten; Stammbildung unsicher.
Wenn *‘bringt zum Laufen’ o.ä., (mit analogischer Durchführung von *-i- < *-eie- für
*°hyale-), Präverb intensivierend? Bedeutung nach EsKA 20; 116-7; vgl. МІН IV 532, nach
MLH IV 569 wahrscheinlich denom.
*dher- ‘befestigen, fixieren’ IEW 252-3
Aorist *dřér-/d"r- ved. 2s Inj. Med. тй dhrthäs АУ 3,25,1 “halte dich
nicht fest!’
aav. 3s Med. daratä ‘hält fest’
gr. Ev@peiv: gvAdooeıvHsch. ‘(be)wachen’'
Präsens ?*qhér-e- lit. derù, (dereti) ‘taugen, passen, gut geraten’?
*"j-dher/d"r- ved. 2d Іру. didhrtam “haltet!*2
9[јау. vi-didaramna- H. 2,18 “auseinanderhaltend’"
Perfekt *d"e-drörld'r- ved. dadhära ‘hält (fest), stützt’”
aav. dadre ‘hält für sich (fest) ’,
jav. dadära ‘besitzt’””
Iterativ *d*or-Eie- ved. dhärayati ‘hält fest, stützt’
aav. däraiiat ‘hält fest, stützt’,
ар. ls därayämiy ‘habe’
Ш. darau, daryti ‘machen, tun, anfertigen’
Neubildungen: ie-Präs. ved. dhriyate ‘hält still’
s-Aorist aav. 3s därast Y. 43,13 ‘hält’?
Essiv ?lit. дегій, dereti “eine Abmachung treffen, feilschen,
kaufen?
(Th.Z., M. K)
Falls zu recht hierhergestellt, — “festhalten, bewahren’.
Die Semantik ist u.U. über urspr. Med. ‘sich festhalten, haften, halten (intr.)’ zu erklären. Der
Inf. auf -ëti wegen der Zustandsbedeutung. Zur Anknüpfung der balt. Sippe an *d*er- vgl.
z.B. MÜHLENBACH 1 456b.
146
5a
Aus Präs. didhar- umgedeutet bzw. umgebildet Aor. Inj. didhar, Konj. didharas und themati-
siert adidharat, vgl. BENDAHMAN 160-2.
Vgl. BENDAHMAN 162; KELLENS, Verbe 25, 193 nimmt Überlieferungsfehler für *riraraiiam-
na- *hinübergebracht werdend’ an.
Teilweise später zum redupl. Präs. umgebildet: 3p dädhrati YVP, 3s dädharti JB, vgl.
KÜMMEL, Perfekt 261-4. Daneben Medium dadhre ‘hält sich’ als Oppositionsbildung zum
Präsens dhriyäte, ibid. 264-5.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 642-3.
< *dřr-ié-, sekundäre Fientivbildung. Jünger auch ‘beschließt, entscheidet sich für’, KÜMMEL,
Perfekt 265.
Unsicher wegen des Vokalismus (vgl. dazu HOFFMANN-FORSSMAN 64) ist dörast Y. 49,2,
nach KELLENS-PIRART Ш 232 zu *del$*-, s.d.
Mit R(e) und ohne Essiv-Fientiv-Bedeutung.
*dhergh- ‘(sich) wenden" IEW 258
Aorist *qhérgh-Jdhr8h- агт. Med. darjaw “wandte sich um, kehrte zurück’
Kausativ ?*d*org"-eie- alb. derdh ‘gießt (aus), vergießt (Tränen)’'”
Neubildungen: R(e)-e-Präs. alb. dredh “dreht zusammen, spinnt”?
na-Präs. arm. даўпат ‘wende mich um, kehre zurück”
(Th. Z., M. K.)
Vgl. zum ganzen Lemma KLINGENSCHMITT 110-1. Gr. tpéyæ ‘laufe s. *d'reg”-.
Zur Semantik vgl. frz. verser ‘gießen’ +- ‘umdrehen’; anders OREL 60.
< voruralb. *d*reg*e-, mit analogischer Vollstufe II zum schwachen Aoriststamm *drig"- <
жүй. vgl. KLINGENSCHMITT, Le,
Neubildung zum Aor. darj(a)- nach barj(a)- : baFna- ‘erheben’ (?); KLINGENSCHMITT 111.
*dherhs;- ‘springen, bespringen’ IEW 256
Aorist *d"erh;-Id"rh;- — [gr. é@opov ‘sprang’!
Präsens *d"r-nein-h;- [gr. Өбрууџоп Hdt. *bespringe”, Ө@оуъобол:
öxeveıv Hsch. ‘decken (von männl. Tieren)’
*dhrh-ské- gr. Goin ‘springe, stürme an’
*dhrhs-ié- air. -dair* ‘bespringt?
Desider. ?*dřérh;/d"rh;-s- [gr. длєр-Өорёоутоп 11. 8,179 “werden über-
springen”
147
Neubildungen: s-Aorist air. ro-dart ‘besprang”
(Th. Z)
| Ур]. HARÐARSON 224.
2 Vgl. HARDARSON 218; op statt apanalogisch nach &4opov oder äolisch.
? МССОМЕ 30; belegt ist 35 Ipf. no-daired.
4 Mit R(o) nach dem Aor. &Gopov.
Š Für *-dert < *dir(s)t (< *dhërh;st), s. MCCONE 30.
*dhers- “Mut fassen’ IEW 259
Aorist *dhérs-/dhrs- ved. Ptz. dhrsänt-, fem. dhrsati- ‘mutig’
Präsens *dRrs-neu/nu- ved. dhrsnöti “wagt, ist mutig’?
jav. 3p upa-darZnuuainti “wagen”;
ар. 3s Ipf. adarsnaus DB 1,53 ‘wagte’
[aksl. (+) droznoti “Mut fassen, wagen’?
Perfekt *dhe-dhörsid'rs- ved. dadhársa “ist mutig, маре
(er. hom. 3p redaparikaoı “sind zuversichtlich”*®
[got. (+) ga-dars ‘wagt’”
Essiv *d"rs-hjle- gr. бороёо ‘bin zuversichtlich”
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. dresu, (dristi) ‘wagen, sich erdreisten’®
Iterativ ved. (Y VP) abhí adharsayan ‘griffen an’
(Th.Z., М.К.)
! Auch thematisiert 25 adhrsas ŠB, Ptz. Med. dhrsámana- R V.
2 Die Bedeutung ‘sich heranwagen, angreifen’ nur in Kombination mit Präverb 4 oder abhí.
? Hierher mit KELLENS, Verbe 170, 172".
* Die Herkunft des z (lautgesetzlich?, Einkreuzung eines Reimwortes?) ist nicht geklärt.
4а Vgl. KÜMMEL, Perfekt 265-8.
* Oder Neubildung zum Präsens бороо, jedenfalls stark von diesem beeinflußt.
“ Vgl. SEEBOLD 147 (so auch zu lesen bei KÜMMEL, Perfekt 268*'° anstelle des irrtümlichen
Verweises auf BARTON).
` ур] BARTON, REArm. 22 (1990-91) 39.
° < thematisiert *dhrense-; mit analogischer R(e).
*qdheu- ‘laufen, eilen’ IEW 259-60, 262
Präsens *dhéu-/dhéu- [ved. dhävati ‘läuft, eilt’', dhávate “läuft (dahin)’
[mp. (+) daw- ‘rennen, laufen’
148
[gr. gen ep. Heiw ‘laufe’?
?[got. *diwan "sterben"?
*dhu-néulnu- [gr. 90VEw, Өбуо ‘stürme, eile”*
Kaus.-It. *dhou-éie- ved. dhävayati ‘fährt (den Wagen)”
at. faueö, -ёге ‘gewogen sein’,
foue ‘sei gewogen’®
r 7
an. deyja ‘sterben
Desider. ?*d'euld"u-s- gr. Өғбсоцоп ‘werde laufen’
Neubildungen: redupl. Aor. ved. adadhävar КУ 9,87,7 ‘ist gelaufen”
(Th. Z.)
In dhävati könnte *d'nhz-ue- (s. Anm. 3 zu *d"enhz-) mit eingeflossen sein.
2 Thematisiert; episches Geier könnte auch zk e fortsetzen.
3 Егѕсһоѕѕеп aus dem Ptz. Prät. bata diwano ‘das Sterbliche’; vgl. SEEBOLD 147-8. Euphemis-
mus ‘(weg)laufen’ für ‘sterben’.
* Das ep. био kann auf gece zurückgehen, Om go (Hes.) auf *Өйуєс@ mit analog. D.
Š Aus *läßt laufen’.
6 Hierher nach SZEMERENYI, Scr. Min. II 605-7. foue ist inschriftlich (CIL E (2), 573) belegt.
7
Starkes Verb (Prät. dó), daneben schwach as. döjan ‘sterben’, аһа. touwen ‘untergehen’. Zur
Semantik s. Anm. 3.
° Vgl. THIEME, Plusqu. 33. BENDAHMAN 183 faßt die Form als Perfektprät. auf. Vgl. KÜMMEL,
Perfekt 275-6.
X*d"eud"-! “erschüttern’ IEW 264-5
Präsens *dřéud”-e- ved. Ptz. dödhant- ‘tobend, widerspenstig, wild’
эж d'ud"-ie- gr. Өбсосєтол` т мїсоєтол Hsch. ‘wird erschüttert’
(Th. Z.)
' Wird gewöhnlich als Wurzelerweiterung zu *dheuH- ‘schütteln’ aufgefaßt; СОТО 175 erwägt
onomatopoet. Herkunft.
*dheugh- ‘treffen’! IEW 271
Aorist *dhéugh-/dhugh- [gr. Erugov “traf?!”
Präsens *qhugh- Stat. ° ved. duhé, duhre ‘Milch geben”
gr. тебу ‘verfertige, bringe fertig, bereite”?
[got. (+) Prät.-Präs. daug ‘taugt, nützt“
149
Perfekt ?*dhe-dhóughldhugh- 9ved. dudöha “hat gemolken’"”
рг. тук. Ptz. п. Pl. re-tu-ko-wo-a /tetuk"'wohal
= [hom. rerevyos Od. 12,423 “angefertigt”?
Kausativ *d"oug"-eie- ved. (SB) dohayati ‘läßt melken’
ае. ge-dygan ‘bestehen, überwinden’,
as. d-dögjan ‘ertragen’
Neubildungen: /е-Ргаѕ. ?gall. dugiiontiio “welche verehren (?)””
n-Infix-Präs. gr. ruyyavo ‘erreiche das Ziel, treffe; es gelingt’
s-Aorist ved. 3p Med. adhuksata “haben (für sich) gemolken’
4a
[sa-Aor. Akt. ädhuksat, ädhuksan ‘hat, haben gemolken’?
Эрг. Erev£a ‘verfertigte, bereitete’!
Fientiv [gr. s-Aor. Eruynoa ‘traf
(М.К)
Die von KÜMMEL, Stativ 62 angesetzte Grundbedeutung ‘taugen’ kam wohl nur dem Stativ
zu (5.и.); dagegen nach MEID, Germ. Prät. 24-5, JASANOFF, Stative 73 u. 74°° sowie LIV! s.v.
‘nutzbar machen, (Ertrag) produzieren’. Gr. Zero ‘verfertige’ kann aber wie ved. dögdhi
eine faktitive Oppositionsbildung darstellen (hier wohl zum Perfekt), wenn es überhaupt
hierhergehört (s. auch *reuk), und der aktive them. Aor. £rvyov spricht für intr. Aoristwurzel.
Kaum erst zu ruyr@vw neugebildet, sondern dessen Grundlage, vgl. RISCH 272.
Mit statischer Bedeutung ‘trefflich sein, taugen’. Heth. dukkari ‘ist sichtbar, ist wichtig’ ist
aus lautlichen (kk) und semantischen Gründen fernzuhalten, s. *ruek-.
Ми пг. Bedeutungsverengung, s. KÜMMEL, Stativ 62. Dazu rückgebildet Akt. dögdhi ‘melkt’;
Med. 3p duhate ‘melken für sich’ usw., vgl. KÜMMEL, Stativ 62-3 mit Lit.
Thematisiert bzw. alter Konj. (?); vgl. KUIPER, Nasalpräsentia 156. Faktitives Aktiv, wohl mit
Bildungen von *reuk ‘stoßen, schlagen’ vermischt (s.d.).
Germ. *daug-/dug- ist Umbildung des Stativ-Präs. *d*ug*-e(i) mit R(o) im Sg. nach den
Präterito-Präsentien; vgl. MEID, Le 25; OETTINGER, FS Rıx 35955, KÜMMEL, Stativ 62.
Daraus oder vielleicht noch aus ablautlosem urgerm. *dug- umgebildet *dug-ai- in an. duga
“уоп Nutzen sein, helfen’.
Vermutlich eher Neubildung, vgl. KÜMMEL, Perfekt 248-50.
* Wohl mit Bildungen von *reuk- vermischt, s. Anm. 3; wohl aus ‘hat getroffen, ist trefflich =
fertig’. Jünger Med. hom. тётоктол ‘ist bereitet, ist geschehen’, 3p rereuyaraı ‘sind an-
gefertigt’.
e Ваш auf einen Stamm * tuyn- auf.
I Vgl. LEJEUNE, Recueil des Inscriptions Gauloises II 1, Paris 1988, 152-4.
o Weiterbildung des s-Aor.; s. NARTEN 75-81, 143-4.
Zum Präsensstamm reúz@, wie dieser wohl mit Bildungen von *reuk- vermischt, s. Anm. 3.
*dheuH- ‘rasch hin und her bewegen, schütteln’ IEW 261-3
Präsens *d"öuH-Id'euH- |[ved. dhävati ‘reibt, spült ab’ '
[jav. fra-Öauuata V. 9,29 ‘soll sich abreiben’?
150
*dhuH-néulnu-
P*d"uH-e-
каН
Kaus.-It. ?*d"öuH-ie-
Neubildungen: s-Aorist
Perfekt
Сото 185-7.
л + ai кю о бє
*döw-ja-.
neben dävidhav-, s. ibid.
ved. dhünöti ‘schüttelt’
[ved. (AV) (ni-, upa-) dhuvati ‘befächelt”
gr. hom. viw, Өбо “bin in Bewegung (Wind,
Flüssigkeit), tobe’
?an. дуја ‘schütteln’
got. *af-dojan ‘plagen’
[aksl. (+) davljo, daviti ‘drängen, würgen’
ved. Зр дуа ... adhüsata ‘haben abgeschüttelt’
ved. Med. Opt. dudhuvita RV 8,70,11;
Ind. dudhuve AV 12,1,57°
А (Th. Z.)
3s Inj. Med.; -auua- kann aus *-daua- gekürzt sein.
Siehe Сото 187-9. Athem. Formen іп Вг. (3p dhuváte u.a.) sind sekundär.
Siehe LÜHR, Koll. Freiburg 1981, 57.
Erschlossen aus Nom. РІ. Ptz. Prät. af-dauidai ‘geplagt’; beruht nach SEEBOLD 148 auf germ.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 268-9 mit Lit.; der Inj. düdhot gehört zum neugebildeten Int. dödhav-
*dhguheoj-! “(durch Hitze) hinschwinden, zugrunde gehen’? ІЕМ 487
Aorist *dřgéi-/Id"gi-
Präsens *d"g“*j-neHinH-
ож очи. [6.16
ved. Іру. ksidhi SV 1,336 *меттїсһїе!?*
рг. &рӨ1то "kam um"),
фӨішєуос ‘итрекоттеп”,
[hom. &p8rev ‘härmte sich ab’, Konj. potné
‘sollst umkommen `
ved. ksinäti “vernichtet, zerstört’, [(A V) ksinómi
jav. jinäiti ‘zerstört’;
altkhot. jändä, jindä ‘zerstört
[gr. hom.(ion.) фӨѓио, att. @0ívo,, kret, wivo
‘schwinde, komme um'!!,
[991 vúóbw ‘schwinde; vernichte’'?
an. dvena sw. ‘schwinden, abnehmen’,
[ae. dwinan st., an. dvina sw. ‘schwinden,
abnehmen’"
‚10
ved. ksiyate ‘schwindet, wird vernichtet’!
= pkt. jhijjai ~ khi yaï, ved. (RV) äksiyamäna-
“unversieglich, nicht schwindend’
Perfekt *dte-d"g*höild"g""i- gr. Һот. ёрбгтоп “ist umgekommen’
151
jav. ajiiamna- “unversieglich, nicht
schwindend’'®;
altkhot. гуе, jītä “(ver)schwindet
Эрг. 'фӨієг` Ovrioreı Hsch.””
‚19
21
з
тук. Ptz. Akt. e-qi-ti-wo-e = Гекч!һіиоћеѕ/
‘umgekommen, verendet’”?
Neubildungen: 5-Аогіѕї ved. (AV, MS) má ksesta ‘soll nicht schwinden’?
gr. *&pdeıca “vernichtete””, dafür fast immer &paroa?”,
att. &фӨїсоё
(R.L)
*dhothoi- (traditionell *g“hbeíi-) = *d"g'*-ei-, erweitert aus *d"eg""-. lir. Lautentwicklung:
*dhgthei-Idhghi- > *déhai-Idéhi- > *aj"ai-/dj"i- (mit präpalataler Affrikate j*) > *ajtai-/ajfi-
(präpalatale Spirans [j*] infolge postokklusiver Affrikatenvereinfachung aus ј", s. Anm. 7 zu
*k#ek-) > indoar. *dz"ai-/d2*i- (Spirans [j] ererbtem iir. /$/ zugeordnet) > *dztai-/dz"i- >
*gzhai-/gz"i- (wie ts > ks, s. dazu Lit. in Anm. 2 zu *rkei;, [gz"] = /g"s/) > ved. kse-/ksi-, mi.
jhř-, -jjhi- (ljh/ = [j"]) neben khř-, cht: uriran. *jai-/ji- (aus biphonematischer präpalataler Se-
quenz /dj/ hervorgegangene monophonematische präpalatale A ffrikate /;/ infolge regulärer ur-
iran. Monophthongierung homorganer Obstruentengruppen) > av. ji-, khot. ji- (/j/ = UJ); hier-
her aav. dajit.arata- = [jid-arta-], jav. jit.a$a- ‘schwindendes Arta habend’/‘das Arta zerstö-
rend’; zum Lautlichen vgl. BURROW, JAOS 79 (1959) 255-6, 260ff. mit Verweis auf das
ebenfalls von *d"eg!*- ‘verbrennen (tr.)’ abgeleitete *a"g!"-eh,- (s. Anm. 6 zu *d'eg'*-).
Gr. Lautentwicklung: *d"g!"ei-/d"g!"i- > же - 111 im myk. PN a-qi-ti-ta = la-k"tr"i-täl
(Metathese wie *ri-rk-ö > gr. тікто) > gr. фӨғі-/рбі- (> dial. yı- infolge früher Spirantisie-
rung von 6, z.B. kret. wıvovrog = @0ívovtoç wie kret. eypayn = EypapOn). Zu Wurzelansatz,
Lautentwicklung und paradigmatischer Analyse LIPP 4.8.4.2., 4.3.2.1., 4.4., 4.9.
*d"g!ei- beruht auf einer voruridg. von *d*eg'*- tr. ‘verbrennen’ abgeleiteten intr. Aktions-
artbildung **d"g!*-eili- (> uridg. Wurzelaor.) іп der konkreten Bedeutung ‘durch Hitze hin-
schwinden: verdorren, verschmachten, versiegen’, die erhalten ist in lexikalisierten Verwen-
dungen v.a. des Verbalabstraktums *d"g!"i-ri- und des negierten Verbaladjektivs *ri-d"g!"i-
г0-, vgl. lat. sitis ‘Durst? є *‘Verschmachten, Verdorren’ (zum Lautlichen vgl. Anm. 5 zu
*rkei), gr. брбітоу úóop Hes. ‘unversiegliches Wasser’, ved. útsam ... áksitam “unversiegli-
chen Quell’; im Uridg. dann auch in übertragener Bedeutung infolge metaphorische Verwen-
dung, vgl. gr. hom.+ KA&og @рбтоу, ved. Srävas ... äksitam “unvergänglicher Ruhm’ < *‘un-
verwelklicher bzw. unversieglicher Ruhm’; s. LIPP 4.8.4.2. (vgl. von *rek- ‘zeugen’ abgeleite-
tes **rk-Eili- “Landbau treiben’, s. Anm. 1 zu *rkei-).
= JS 1,35,5c, vgl. NARTEN, KZ 78 (1963) 61 = КІ. Schr. 31 mit Anm. 1. Faktitive Bedeutung
nach dem Nasalpräs.
Medium sekundär zur Kennzeichnung der intr. Bdtg., da Wurzelaor. og “umkommen, zu-
grunde gehen’ urspr. aktive Flexion hatte, wie sie noch im daraus abgeleiteten them. Aor.
#ёфбєу vorliegt, s. Anm. 7.
Als Aoristus pro perfecto hom.+ oí p6iuevor ‘die Dahingeschiedenen, die Verstorbenen’, Er-
satz des Ptz. Perf. *ё-рӨшёуос, GARCÍA RAMÓN, MSS 51 (1990) 15-6 und vgl. CHANTRAINE,
DELG 1200.
Imetr. Dehnung.
152
22
23
24
25
26
Thematisiert aus 3p *e-k*ri-ont < Wurzelaor. *e-d*g“*i-ent. Intr. Formen mit archaischer
Aktivflexion (Il. 18,446 goévaç čpðev ‘härmte sich im Herzen ab’: ppevag АКК. respectivus,
nicht direktes Objekt), НАКРАКЅОМ 188, 192”,
Faktitiv. Ersetzt älteres **d"g*"-ne/n-i-. Einzelsprachlich z.T. Umbildung zu *a*'g"i-nerunu-
nach dem produktiv gewordenen Typ auf *-neu/nu-, RASMUSSEN, Koll. Basel 190-1, 195,
HARBARSON 187-8.
Vgl. КЕШЕМ, Verbe 177, 178°. Etymologische Einordnung der iran. Formen unter *d"g**ei
gem. BURROW, JAOS 79 (1959) 255-6, 260.
< *jinati, 3p jänindä < *jinanti. S. EMMERICK 35, BAILEY 110.
< *khthi-ny-e- zur Зр Sur pour! — *k*ri-nu-enti mit sekundär vom Wurzelaor. bezoge-
ner intr. Bdtg.; vgl. auch g0:vúouo: фӨғіроутол Hsch.
Erweiterung mit Terminativ-Suffix *-d*e-, vgl. gr. zArj&oo ‘werde voll’, züßeraı ‘fault’. Die
im Dr. lexikalisierte faktitive Bdtg. des uridg. Nasalpräs. erscheint im Gr. nur noch in der
Umbildung ф@ёуйӨш “vernichte’ (neben intr. ‘schwinde’), wogegen bei @0ívo ‘schwinde,
komme um’ semant. Ausgleich nach dem paradigmat. zugehörigen intr. Aor. &p8rev ‘härmte
sich ab’, &p6ıo ‘kam um’ stattgefunden hat (anders GARCÍA RAMÓN, MSS 51 (1990) 12, der
eine urspr. intr. Bdtg. des Nasalpräs. annimmt), vgl. das (urspr. faktitive) Nasalpräs. gr.
Sätz um ‘mühe mich, werde müde’ mit semant. Ausgleich nach intr. Aor. #кошоу ‘mühte mich,
wurde müde’ (s. *kemhz-).
*dhg""j.neH/nH- > *dwi-nölna- > an. dvena sw., *dhgthi-nH- > *dwi-na- — them. *dwin-ila-
, dazu neu Prät. *dwain-, wonach Präs. analogisch (entsprechend dem geläufigen Muster
*skain- : *skin-ila-) umgebildet zu *dwin-i/a- > ae. dwinan st., an. dvína sw. (an. nur
schwache Formen belegt, im Frühneuisl. aber noch starkes Präs.: 3s dvin) (J. A. H.).
Etymolog. Zuordnung nach BURROW, JAOS 79 (1959) 262, zustimmend GUNNARSSON, NTS
24 (1971) 51-2; zu den germ. Formen SEEBOLD 171; Nasalpräsentien sind im Germ. als intr.
Fientiva refunktionalisiert.
Sekundäre Präsensbildung auf der Grundlage des Wurzelaor. und somit fientiv.
Ab AV auch ksiyäre mit sekundärer Suffixbetonung infolge Umdeutung zum Pass. von
ksinäti ‘vernichtet’.
Vgl. auch ap. jiyamna- (zum Nomen erstarrt) ‘Ende (des Monats)’; zum av. Präs КЕШЕМ,
Verbe 126.
< *jiiatai. Зр jiyare < *jiiārai. S. EMMERICK 35, BAILEY 110
CHANTRAINE, DELG 1200.
Medium sekundär zur Kennzeichnung der intr. Bdtg. Unaugmentiertes Plgpf. hom. -Ep@ıro
‘war umgekommen’ homonym mit Wurzelaorist 0170.
Alte Aktivform in intr. Bdtg., GARCÍA RAMÓN, MSS 51 (1990) 7-8, 10-7, CHANTRAINE,
Gramm. Нот. I 382, 433, CHANTRAINE, DELG 1200; тук. /ek""t"iuohes/ — *te-kti-uos-
(infolge Metathese irregulär gewordene Reduplikationstruktur) < *dhe-dhghi- GARCÍA
RAMÓN, l.c. 8ff.
Zum intr. Präs. ksi yate ‘schwindet’, NARTEN 104-5.
Faktitiv, sekundär hinzugebildet zum intr. Wurzelaor. ёрӨгто, them. Aor. £@0tev, 5.0.
г überlieferungsbedingt infolge iotazistischer Aussprache oder sprachecht infolge Analogie
nach Präs. фӨѓуо.
Analog nach Präs. att. g0ívo, zu den verschiedenen gr. Formen WACKERNAGEL, Unters. 75-7,
FRISK II 1015, CHANTRAINE, DELG 1201.
153
*dhmeH-' ‘blasen’ IEW 247-8
Präsens *dřméH-/d"mH- “[ved. dhámati “bläst”
[khot. (+) damäte ‘bläst?
[lit. dumiù, (dümti) ‘blasen, wehen’*
[aksl. (+) damọ, (*doti) ‘blasen”
Aorist *dhmeHld"meH-s- ved. adhmäsam АУР 1,59,6 ‘habe geblasen’
(Th. Z.)
' Zur Vollst. П s. Сото 181.
2 Umdeutung der 3p *dhamänti < *d"mH-Enti, vgl. Сото 46''.
< *damaja-, s. EMMERICK 43-4; die *aja-Flexion ist vermutlich miran. Neuerung für *dama-
< *d'mH-e-.
* Die balt. und slav. Formen mit *mH > ит? S. STANG, Verbum 120.
Zum slav. Paradigma ausführlich КОСН 665-8. In den slav. Einzelsprachen 2.Т. vermischt mit
urspr. verschiedenem *dujọ, *duti (s. *dheuh;-), s. ibid. 667-8.
P*dfreb-" ‘stoßen, treffen’ IEW 272-3
Präsens ?*d"reb-e- an. drepa ‘schlagen, töten’,
ahd. (+) treffan ‘schlagen, treffen’
Iterativ ?*dhrob-éie- Yaksl. (+) drobljo, drobiti ‘zersplittern, zerreiben”
Neubildungen: Perfekt an. (+) drap ‘stieß, schlug, traf”
(Th. Z.)
Nur germ. und slav. (?); got. ga-draban ist wohl Fehler für ga-graban, s. SEEBOLD 160.
Steht dem germ. Verbum semantisch nicht besonders nahe; fehlende WINTER-Dehnung kann
auf intervokalischer Stellung des *b beruhen (s. Anm. 1 zu *bfegt-).
2
*qhyebh- ‘sich ausscheiden, sich niederschlagen, gerinnen’' IEW 257
Aorist *dfrebt-Id*rbt- ` Ier. &rpapov ‘wuchs auf”?
Präsens ?*qhrébh_e- gr. трёро ‘bringe zum Gerinnen, пате, ziehe auf’;
лєрі- TPEPETAL ‘gerinnt; setzt sich an’, zo&pouaı
*wachse auf’
2. drebiu, (drebti) “etwas Dickflüssiges werfen,
klecksen’
Perfekt *d"e-d"röb"ld"rb"- gr. terpopev Od. 23,237 ‘ist abgelagert’
154
Fientiv ?*qhrbh-éh/h- gr. ёдобрпу ‘wuchs auf
Neubildungen: s-Aorist gr. ёӨбрєүго “ließ gerinnen, nährte, zog auf
n-Infix-Präs. Mit. drimbü, (dribti) ‘(in Flocken) niederfallen, niedertropfen’
(Th. Z.)
l Vgl. zur Semantik auch ved. drapsá- m. ‘Schliere’, s. OBERLIES, MSS 51 (1990) 153-9, und
germ. *dröb(ij)a- ‘trübe’, vgl. KLUGE-SEEBOLD 742b, DARMS 280-1.
Mit innergr. entstandener Sekundärbedeutung ‘aufwachsen’ — ‘groß werden’ < ‘(Umfang)
ansetzen’, vgl. das Adj. zoó@tç ‘groß, angeschwollen’.
dire 0 ‘schleppen, ziehen’ . IEW 257, 273
Präsens ?rahreg"-Id'rg"- Ier. mea Pi. pam “laufe’'
lat. trahö, ere ‘schleppen, ziehen’?
[got. (+) -dragan ‘tragen’,
an. (+) draga ‘ziehen, fahren”?
Aorist *dhreg"/d'regh-s- gr. hom. gëieëo “lief”
?[lat. maxi “гор”?
(Th. Z.)
Anders MOTTAUSCH, HS 106 (1993) 160-72, der auch got. þragjan usw. vergleicht und
*treg"- ansetzt.
трбуо < *dhrgh-e-; тоёуш entweder < *dhrégh-e- oder mit e-Vokalismus nach Aor. ёбрєёо.
Setzt Hauchdissimilation *d"-g"- > *d-g"- (vgl. barba < *bhardhah;-) und anschließenden
Übergang *dr > tr (vgl. LEUMANN 198) oder eine andere Erklärung des Anlauts voraus; mit
analogischer Reduktionsstufe *d"r,g"-für *dhrgh-
Germ. *dragan ‘schleppen; dahinziehen’ für Tdurgan unter Druck des Restparadigmas.
Als Aor. zu трёүш fungiert meist suppletives Eöpagov(s. 1.*drem-).
Mit a-Vokalismus nach Präs. trahö.
*dhreh,gh- ‘aufgewühlt werden, in Aufruhr geraten’ IEW 251, 273
Präsens *d"rh,g"-ie- gr. Pdoow, Tapdoow “verwirre’'
Perfekt *d"e-d"röhsg"/d"rh>g"- рг. hom. zéronya ‘bin verwirrt”
Kausativ *a"roh,g"-eie- aksl. (+) raz-draZo, raz-draziti “zum Zorn
reizen’
Neubildungen: ije-Präs. lit. dergiu, (dergti) ‘besudeln; schmutzig werden;
(mit Sturm und Schnee) regnen”?
155
s-Aorist gr. Egpada, Erdpada ‘verwirrte””
(Th. Z.)
Gr. tapay- aus sekundär akzentuiertem *d*fhyg"-.
Mit sekundärer Vollst. I; daneben die Varianten derkü und dargiù ‘besudle’, drerigia ‘regnet
fein, sprüht’.
3 FRISK 1680; TICHY, Onomatop. 172.
Prdhreib"-" ‘treiben’ IEW 274
Präsens ?*d"reib"-e- got. (+) dreiban ‘treiben’, an. drifa ‘dahinziehen’
Neubildungen: Perfekt got. (+) dribun Pl., an. dreif ‘trieb’
(Th. Z.)
|! М№Мигрегт.; zu lit. dribti ‘(in Flocken) niederfallen’ s. *dhrebh-.
Prd"reid-' ‘scheißen’ IEW 256
Präsens ?*dřréid-e- ап. (+) drita ‘scheißen, beschmutzen’
Kausativ *d"roid-eie- an. dreita ‘zum Scheißen zwingen’
(Th. Z.)
Außergerm. könnte *d*reid- in slav. *driska und *drista ‘Durchfall’ (wozu denom. *driskajo
und *dristajo ‘habe Durchfall’) vorliegen. Germ. *drita- "scheien", *drita- ‘Коб ist u.U. in
Zusammenhang mit synonymem *skita-, *skita- zu beurteilen (s. *sk"eid-).
1.*d"reu- ‘laut rufen, verkünden’ [IEW 255]
Aorist Pr d'reu-/d"ru- агт. 35 Med. erdowaw ‘schwor’'
Präsens ?*d"r-neln-u- [arm. erdnowni ‘schwöre”?
*d'réuų-e- gr. trag.-lyr. Өрёоџоп ‘rufe aus, kreische’
Ierativ *d’rou-éie- mp. dr’y- ‘schreien, heulen’, sogd. ör' w-?
рг. trag.-Iyr. gooéo ‘verkünde, schreie’
(Th. Z.)
Semantisch unbefriedigend; KLINGENSCHMITT 247 erwägt daher mit PEDERSEN KZ 39 (1906)
355, das arm. Verbum als *‘festhalten’ zu 3.*d"reu- іп ved. dhruvd- ‘fest’ usw. zu stellen.
156
2 Urarm. *erdunu- (Med.) < *diru-nu-, Ersatz für älteres *dhr-n-u-; KLINGENSCHMITT 246.
Zu parth. dräw- s. 2.*d"reu-.
2.*d"reu-' “irreführen’ [IEW 277]
Iterativ P*d"rou-eie- jav. drauuaiiät ‘wird betrügen””,
parth. draw- ‘verführen’?
(M. K.)
! S. SCHWARTZ, JRAS 1966, 119-22, bes. zum Iran. Vgl. noch ved. dhrüti- “Täuschung,
Irrtum’, -dhrüt- *täuschend’ (vgl. HOFFMANN, SII 5/6 (1980) 95 = Aufs. 757) und lat. fraus,
fraudis “Betrug, Täuschung’ (zu a s. SCHRIJVER 444), früstra ‘vergeblich’. Daraus erweitert
1.*d"reug"-, s.d.?
In Figura etymologica mit draoman- ‘Betrügerei’, vgl. SCHWARTZ, Le 121.
Nicht ‘schreien’, s. SCHWARTZ, Le 119-20.
Prd'reub-' ‘tropfen’ IEW 275
Präsens *d'reub-e- an. (+) drjüpa ‘tropfen’
Kausativ ?*d"roub-eie- an. (+) dreypa ‘tropfen lassen’
(Th. Z.)
1 LÜHR 355 leitet germ. *dreupa- etc. aus idg. *d"reup- ‘zerbröckeln’ (s. Anm. 1 zu *a'reub*-)
her; die semant. Verknüpfung ist allerdings unsicher.
*dhreubh-! ‘zerbrechen, zerbröckeln’ IEW 275
Präsens *drub"-ie- gr. gpúzz@ ‘zerbreche, zerbröckle (tr.)’
Fientiv *d’rub"-Ehjlh,- gr. Ptz. Aor. Öa-zpvgevll. 3,363 ‘zerbrochen’
(Th. Z.)
Hierher auch as. drüvön ‘betrübt sein’, lett. drubazas Pl. ‘Splitter’. Zu einer (sekundären?)
Wurzelvariante *d*reup- scheint lett. drupu, (drupt) ‘zerfallen, in Trümmer gehen’, Kaus.
draüpit ‘zerbröckeln (tr.)’ zu gehören.
157
1.*d*reug"-' “trügen, täuschen’ IEW 276
Aorist *d"reug"-Id"rug"- ved. 3p Inj. abhi druhan ‘betrügen’”,
[(А У) 25 abhí druhas
Präsens *d"rug"-ie- ved. (YV) drühyati ‘fügt Schaden zu’
aav. Ptz. a-drujiiant- Y. 31,15 “nicht trügend’;
jav. aißi.druaiti *betrügt'2;
ар. 3s Ipf. aduru jiya ‘log’
Perfekt ?*qhe-dhróughldhrugh- ved. 1s abhi-dudröha “habe betrogen’*
[as. (+) drög ‘trog’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. as. (+) driogan ‘(be)trügen’
(Th. Z.)
! Offenbar Erweiterung von 2.*d"reu-.
2 Könnte noch athematisch sein.
2 Vgl. HOFFMANN-NARTEN 84.
* Vgl. KÜMMEL, Perfekt 254-5.
22.*d"reug"- “Gefolgschaft leisten’' IEW 255
Präsens ?*d"reug"-e- got. driugan ‘zu Felde ziehen’,
ae. dreogan ‘handeln; vollbringen, ertragen’?
Neubildungen: Perfekt ae. dreag ‘handelte, vollbrachte’
(Th. Z.)
Nur germ. und bal, vgl. lit. draugas ‘Freund’, alit. su-drugti ‘sich befreunden, sich verbin-
den’; aksl. drug» ‘Freund, anderer’. Bedeutungskern von дегт. *dreug-a- ist nach SEEBOLD
167-8 ‘Gefolgschaft leisten’.
Umgebildet zum schwachen Verb *dreug-ja- in an. drýgja ‘ausführen, ertragen’.
?*qhreus- ‘fallen, herabfallen’' IEW 274-5
Präsens ?*d'reus-e- got. (+) driusan ‘fallen, niederfallen’
Iterativ *d"rous-eie- got. (+) ga-drausjan ‘hinabstürzen’
Neubildungen: Perfekt got. (+) draus ‘fiel’
(Th. Z.)
158
' ТЕМ 274 geht von “abbröckeln’ aus, wegen Anschlusses an gr. doot, Aor. égpauoq, V A dj.
öparvorög “zerbrechen, zermalmen’ (mit ungeklärtem o), an kymr. dryll “Bruchstück’ (<
*d"ruslo-) und an lit. druskä ‘Salz’, lett. druska ‘Brocken’.
*dhueh- ‘Rauch machen’? IEW 262-3
Präsens *d*ueh,-Id"uhr- (ег. Өбо “opfere (durch Verbrennen)”
[lat. suf-fiö, -fire räuchern’*
[ksl. (+) *duje, (duti) ‘blasen’”
[slov. а ет, (diti) ‘duften, wehen”®
Neubildungen: s-Präsens toch.B Med. fwasastär ‘brennt, leuchtet’, ?A twāsis "brennt
s-Aorist gr. Өдоє ‘opferte’
(Th. Z., M. K.)
Wohl besser *dhueh,- wegen heth. antuwahhas "Mensch" < *en-dhuéh;-os-, s. RIEKEN 191
mit Lit.; *h, wegen heth. tuhhae- 'keuchen, seufzen’ (denom.). Weiter verbreitet als das Verb
ist die Nominalableitung *dhuh;-mó- ‘Rauch’, z.B. іп ved. dhūmá-, lat. fümus, aksl. dym».
Hierher wohl auch рг. тбро ‘mache Rauch, senge’; Med. ‘qualme, glimme’, < *dhuh;-bhe-.
Daraus auch ‘Feuer machen’ -> ‘anzünden’ (-> intr. ‘brennen’); "Feuer anfachen’ -> ‘blasen’
(-> ‘wehen’).
Thematisiert.
Aus *d"uhz-ie- mit THURNEYSENSs Gesetz (vgl. Anm. 14 zu *bhueh,-).
*dheuh,-ie- mit analogischer Vollstufe I, auch in slov. (+) dújem, dúti “wehen, blasen’; im
Slav. teilweise vermischt mit *domo, *doti ‘blasen’ (s. *d"meH-), zu den Einzelheiten s.
Косн 667-8.
< *dyje- < *dhuh;ié-; Słownik prastow. V 214.
S. HACKSTEIN 354: Präsensbildung von der Wurzel mittels des Suffixes А -sis-, В -səsk-.
*dhuen- ‘tönen’ IEW 277
Präsens *d"uen-e- ved. (KS) adhvanat “бте?!
?*dřun-éie- ved. Зр Inj. dhunayanta ‘rauschen’?
an. (+) dynja ‘dröhnen, lärmen”?
(Th. Z.)
Vgl. NARTEN 156-7.
Oder denom. zu dhuná- in dhuná-iti- ‘mit rauschendem Gang’?
Oder denom. zu *duni- m. ‘Lärm’ in an. (+) dynr.
2
3
159
#*d'uenH-' “qualmen, rauchen’ IEW 266
Präsens *d"uenH-/d"unH- ved. ädhvanit ‘qualmte”?
Yrd'unH-ske- jav. -duuasaiti fliegt”
Kausativ *a"uonH-eie- [ved. Inj. Aor. má ... dhvanayit RV 1,162,15 ‘soll
nicht bequalmen’‘;
[Ipf. ddhvanayat RV 6,18,10 ‘ließ qualmen”
av. uz-duugnaiiat Yt. 5,61 ‘ließ auffliegen’
(Th. Z.)
1! Falls eine Verwandtschaft mit *dhueh;- "Rauch machen’ besteht, ist *H = *h,.
2 Die Bestimmung als Imperfekt nach JAMISON 115. NARTEN 155 faßt die Form als auf altem
Wurzelaor. beruhenden is-Aor. auf.
Nach KELLENS, Verbe 157!2 könnte die Bedeutung ‘fliegen’ durch „sémantique populaire“
von aav. duuanman-, Jav. dunman- ‘Wolke’ ausgegangen sein. Die Nasalierung іп duugsa-
muß analogisch sein, wie etwa im ved. VAdj. dhvantd- ‘verqualmt’.
4 Vgl. NARTEN 155-6.
Mit analogischer Länge des Wurzelvokals.
*dhuens-' ‘zerstieben, zerbröckeln’ IEW 268-9
A
Aorist ?*dhuéns-/dhuns- ved. 3p Inj. ati-dhvasäan КУ 8,55,5
‘hüllen (die Wege) in Staub’?
Präsens *dhuéns-e- ved. (YVP) dhvänisate ‘zerstiebt, zerbröckelt’
*d"uns-eie- ved. dhvasdäyati “läßt zerstieben’”
Neubildungen: Kausativ ved. (YVP+) diwanısäyati ‘zerstäubt’
Perfekt ved. áva dadhvase RV 10,113,7 *(Finstemis) ist (wie Staub)
herabgefallen”“
(Th. Z.)
н Außerhalb des Indoar. ist germ. *dunsta- ‘Staub, Dunst’ < *d"uns-rö- anknüpfbar.
4 Zur Bestimmung als Inj. Аог. s. GOTÖ 190 mit Anm. 349.
К Transitiv nach Сото 60, 190; IIJ 31 (1988) 308 gegen JAMISON 54.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 276-7.
1 ‹ DE >
?*dřuer- beschädigen, verletzen IEW 277
Präsens *d"uerld"ur-u- [ved. dhürvati “beschädigt, verletzt”?
160
Neubildungen: R(e)-e-Präs. ved. (YV) dhvárati ‘beschädigt, verletzt’
s-Aorist ved. 3p Med. adhürsata RV 5,12,5 ‘haben sich Schaden
zugefügt”; 3p Inj. тй... dhvarisur KS 35,5:54,9 ‘sollen
nicht schädigen”
(Th. Z.)
Das ved. Material läßt eine ursprüngliche Anit-Wurzel vermuten (vgl. z.B. СОТО 191 mit
Anm. 355); dem widerspricht OETTTINGERs Analyse (151) von heth. duwarnizzi ‘zerbricht,
verletzt’ als Nasalpräs. *dur-né-h-ti. Wenn man nicht auf EICHNERs Erklärung (FT Regens-
burg 98) des heth. Verbums als denom. *d*uorneie- (zu einem Subst. *d"uorno-) ‘Schaden
stiften’ zurückgreifen will, muß man wohl zwei verschiedene Wurzeln *a*uer- und *d’uerh,-
ansetzen. Zu berücksichtigen ist auch kluw. /awar- ‘zerbrechen’, 3s Prät. /awarritta, nach
OETTINGER 151 < *dhu(e)rhy-ie-.
Vgl. KLINGENSCHMITT 231°; zu *dhvrvá- > *dhurvá- > dhürva- (nach tűrvæ-) vgl. СОТО 191.
Analog. Neubildung nach ayuksata; NARTEN 157.
Metrisch als *dhvarsur zu lesen; zum sekundären Präs. dhvarati, s. NARTEN 158.
*d"ues-' ‘(ein-, aus-)atmen’ IEW 268-71
Aorist ?*dh,és-/dhus- [aksl. iz-dvse ‘hauchte aus, gab den Geist auf’
Präsens ?*dřus-ié- lett. dusu, (dust) ‘schwer atmen, keuchen’”?
[aksl. (+) duso, (duchati) “atmen, wehen”
Essiv ?*dhus-hié- lett. dusu, (duset), [lit. düsiu, (düseti) ‘atmen,
keuchen; ruhen””
[ksl. (+) dyse, (dysati) ‘atmen, wehen’
Neubildungen: Nasalpräs. lit. dusù, (dùsti) “außer Atem kommen, zu keuchen
beginnen’
aksl. (+) дъслпогі ‘hauchen, blasen’°
(M.K.)
Im Bel, auch sekundäre Vollst. I *a"eus-, vgl. ANTTILA 96, 123; in gemm. *deuza- ‘Tier’ <
*d"eus-ö- *mit Atem versehen’ dürfte eine Vrddhi-Bildung zu einem Wurzelnomen *dhus-
‘Atem’ vorliegen (vgl. игар. *deiu-ö- ‘himmlisch’ zu *diu- m. "Hummel"
Lit. dvesiu, (dvesti) “atmen, aushauchen, verenden’ mit sekundärer R(e).
Mit sekundärer R(e), Inf. wohl ursprünglich *dochati,; daneben Neubildung dyšo, dychati mit
gedehnter R(z), vgl. VAILLANT III 316.
Mit sekundärer Dehnung der R(z) im Lit., ebenso im Slav.
Neubildung zum them. Aor.
161
*gar-' ‘tönen, rufen’ IEW 352
o д H = 2
Präsens *£r-ie- oss. zeel- ‘tönen’
air. -gair, -gairet ‘rufen’
Kaus.-It. ?*ĝor-éie- oss. zar- ‘singen’, np. zār- ‘schreien’
(M.K.)
Vgl. рг. уроо; ‘Stimme’ < *gar-u-; fraglich dagegen lat. garrire ‘schwätzen’, wegen rr (man
könnte allerdings mit Entstehung aus *gär- nach der litera-Regel rechnen) und der abwei-
chenden Bedeutung wohl eher onomatopoetisch. Semantisch problematisch ist Zugehörigkeit
von germ. *karö- f. ‘Sorge, Klage’ usw.
Meist mit Präverb a- ‘zurückschallen (Echo)’, vgl. ABAEV IV 295; zum Lautlichen vgl. mæl-
‘sterben’ < *mria-.
Prgebt.' “essen, kauen’ IEW 382
Präsens *gobh-/geb"- alit. Zebmi “esse langsam, kaue"
*56-Sobh/gb"- [aksl. (+) i-zobljo, (-zobati) “verzehren”
(M. K.)
Nurbsl., vgl. noch aruss. тоБь ‘Futter, Nahrung’, FRAENKEL 1294-5. Problematisch ist wegen
des Wurzelauslauts *p- der Anschluß von av. zafarə, zafan- n. ‘Maul’, mhd. kiver m. ‘Kiefer’
usw.
Modern Zebiu, Zebti, der Zirkumflex spricht allerdings gegen alten Langvokal und eher für se-
kundäre Dehnung; die athem. Flexion könnte auch vom Synonym êd- ‘essen’ (s. *h,ed) über-
nommen sein.
Mit Reduplikationsverlust, zum ie-Präsens umgebildet.
Goor 1 ‹ р 5
*8eiH- aufbrechen, keimen IEW 355-6
Präsens *gi-ne/n-H- [got. (+) keinan “Кеітеп”?
Neubildungen: ` Zeie Präs, lett. ziedu, (ziedet) *blühen’”
(M. K.)
Vgl. wohl neuarm. cil ‘Knospe, Sproß, Schößling’, cit/cet ‘Halm, Stengel’ < *giH-I°.
162
2 Мі *i nach R(z) *ki-; im Got. noch Ptz. Prät. -kijana- ohne n, sonst ist im Germ. n auch au-
Berhalb des Präs. verallgemeinert.
2 Sek. auch je-Präs. zieZu, dazu lit. žydėti ‘blühen’, pra-Zysti “aufblühen’; іп IEW zitiertes lett.
zeiju, гіёг ‘hervorblühen’ ist nicht zuverlässig überliefert, s. MÜHLENBACH 744b.
*gelh,-' “in Lachen ausbrechen’ IEW 366
Aorist 2*6élh,-/61h;- ?[gr. lesb. у Лау ‘lachten”?, [gr. ggiooe “lachte”
Intensiv ?*gel-golhylglh>- [arm. cicatim ‘lache’?
Neubildungen: ?R(e)-ie-Präs. рг. YeAdw ‘lache”
(M. K.)
Vgl. arm. catr, Gen. catow (s. KLINGENSCHMITT 147) = gr. у4аҳ ‘Gelächter’.
1
2 Vgl. BARTON, REArm 22 (1990-1) 36%, wohl nach 3s *yeAa gebildet.
` Mit *-s(s)- erweitert wie z.B. лєрооо-, vgl. HARDARSON 225.
* Wenn aus dissimiliertem *Zei-&/h>- und nicht Neubildung, vgl. KLINGENSCHMITT 147-8.
Р Rückbildung zum Aorist nach TUCKER 209, 251; oder denominativ zu * ас (vgl. CHAN-
TRAINE, DELG 214).
*ëembh- schnappen, (zer)beißen’' IEW 369
Aorist ?*gemb"-/gmb"- ?[ҹеа. Konj. jambhisat RV 10,86,4 ‘soll
schnappen’'?
[urslav. *zebe “тегів”?
Präsens *gemb"-e- ?oss. zemb- ‘gähnen””
[lit. Zembiü, (Zembti) ‘zerschneiden’
aksl. (+) геро, (zeri) ‘zerreißen’*
alb. dhemb ‘schmerzt ®
Kausativ *ĝomb”-éie- ved. jambháyati ‘macht starr, läßt sich
festbeißen’”
jav. Іру. гәтрайадВәт Yt. 1,27 ‘laßt festbeißen!”
' Zur Bedeutung der Wurzel und ihrer Ableitungen s. MUMM, FS SEEBOLD 295-312 mit Lit.
la Vielleicht ist der is-Aorist jambhis- über eine verdeutlichte 35 *jambh-it (für undeutliches
lautgesetzliches {jám < *ĝémb"-t) aus dem Wurzelaorist umgebildet.
Aksl. nicht belegt, vgl. skr. 2ёре ‘fror’ (zur Semantik s. Anm. 4); 25/35 thematisiert. Ein
s-Aorist *zech® ist gegen KOCH 579 nicht belegt (REINHART briefl.).
163
Oder < *zambaia-, dann formal identisch mit av. zambaiia-, mit anderer Bedeutung; viell. De-
nom. zu *zamba- ‘Zahnreihe’.
4 Später im Slav. vor allem ‘er/gefrieren’, wohl aus ‘festbeißen’, MUMM, Le, 296-9, 306-9.
Vgl. DEMIRAJ 156-7; ‘schmerzen’ aus ‘beißen(d schmerzen)”.
5 Vgl. MUMM, l.c. 298-9, 303-9.
° Vgl. MUMM, Le 299, 303, 306.
*genh;-' “erzeugen” IEW 373-5
Aorist * Senh,-I£nh;- ved. ajani КУ 8,6,10 ‘ich bin geboren”?
[arm. cnaw ‘gebar; wurde geboren’*
[gr. &yevero ‘wurde geboren, entstand”
[lat. genui “erzeugte, gebar”®
altbritann. gnat “machte’’
toch.B Konj. II kantär ‘wird zustande kommen’?
Präsens *g8i-genh,/@nh)- “[ved. Aor. äjijanat ‘hat erzeugt, hat geschaffen"?
[jav. zizananti ‘sie erzeugen Il
Ier. yíyvouai “ich werde"
[lat. gignë, -ere ‘erzeugen’?
*óëénh;,-e- 2 ved. jánati ‘(er)zeugt, gebiert’
khot. 15 ysanimä ‘gebäre’'*, sogd. zn- ‘erzeugen’
alat. genunt ‘sie erzeugen’
?toch. Konj. Ш В knetär, A knatär ‘wird zustande
kommen?
*ënh,-ié- ved. jäyate ‘wird geboren’
jav. zaiieiti “wird geboren’
air. 35 rel. gainethar ‘der geboren wird'!
Perfekt *ge-Sönh,/gnh)- мей. jajána ‘hat erzeugt, hat geboren’,
Med. jajñé ‘ist geboren”!
gr. yeyova “bin geboren, bin geworden’
[air. genair "wurde geboren’
Kaus.-It. *gonh,-eie- ved. janäyati ‘(er)zeugt, gebiert’
ae. cennan ‘erzeugen’
Neubildungen: s-Aorist ved. ájanista “ist geboren, ist entstanden’'*
gr. Eyeivaro, йо], (E)yEvvaro ‘gebar’?
air. -genathar ‘soll geboren werden’?
R(e)-ie-Präs. air. -gni, -gniat machen"?
164
ske-Präs. lat. паѕсог, näsci “geboren werden, entstehen’?
toch.B knastär, A knästär ‘kommt zustande’?
(B. S., M. K.)
Vollst. II nur in kelt. *gni- ‘machen’, dazu s. Anm. 21.
Für urspr. agentive Bedeutung spricht besonders das thematische Präsens und das ererbte No-
men agentis *genh,-tor- in ved. jänitar-, gr. уєиётор, lat. genitor; doch hatte gewiß schon
grundsprachlich der mediale Wurzelaorist und das ;e-Pràsens die fientive Bedeutung ‘geboren
werden’; problematisch ist bei Annahme urspr. agentiver Bdtg. nur das gr. Perfekt, s. dazu
Anm. 17.
Einzige Form, die direkt den Wurzelaorist fortsetzt, sonst ersetzt durch 3s Passivaorist ajani
und is-Aorist (s.u.); vgl. auch KÜMMEL, Perfekt 187 mit Anm. 218. Der aktive Wurzelaorist
ist durch djijanat ersetzt, vgl. CARDONA, Language 43 (1967) 762-6.
Mit Verallgemeinerung der R(e) *cina- < *ëénh,-, auch semantisch wird z,T. das alte Aktiv
fortgesetzt, vgl. HARÐARSON 167-8 mit Lit.
*gene- < *óñh,-, vgl. HARÐARSON 167-8. Die seit Hes. belegte Nebenform Eyevro ist jeden-
falls Neubildung, vgl. HARÐARSON 169 mit Lit.
Vgl. MEISER, Habil. §260, 1.
Mit verallgemeinertem schwachem Stamm *gnā- < *gnh;-, vgl. MEID, IF 85 (1980) 188-95
mit Lit.
Zur Bestimmung als Konj. s. HACKSTEIN 232-4, zur etymologischen Einordnung als Fortset-
zer des Konj. Wurzelaor. (mit analogischer Entpalatalisierung des Wurzelanlauts) 238-42.
Wohl der Ausgangspunkt des ved. Kausativaorists, vgl. LEUMANN, FS BROWN 152-9;
STRUNK, FS HUMBACH 441-5; BENDAHMAN 6-7; HINTZE, FS FORSSMAN 104-7.
Offenbar them.; für einen athematischen Stamm scheint zwar das Part. zīzanat-, fem.
zizanäiti- zu sprechen, doch kann dies auch sekundär sein, s. STRUNK, l.c. 441-3.
Mit Laryngalschwund nach Reduplikation, falls nicht durch analogische Tilgung des Set-Cha-
rakters während der Thematisierung zu erklären.
Entweder mit Laryngalschwund wie gr. yıyve- oder erst durch lat. Synkope aus *gigane- <
*ŝiĝnh;-e-, vgl. RIX, GS KURYLOWICZ 407.
Nach CARDONA, l.c. 7662 möglicherweise alter Konj. Aor., ebenso HACKSTEIN 241-2.
S. EMMERICK 112.
Viell. auf den Konj. *ĝénh,-ē- des thematischen Präs. zurückzuführen (mit analogischer Ent-
palatalisierung des Wurzelanlauts); so ließe sich das Bestehen zweier synonymer Konjunktiv-
stimme im Toch. (vgl. Anm. 8) als Bewahrung alter Bildungen erklären (M. K.).
Urkelt. *ganie- < *ĝnhj-ie-.
KÜMMEL, Perfekt 185-9.
Mit Verallgemeinerung der Bedeutung des Mediums und Verlust des Set-Charakters: 1p -yé-
YOLEV.
Ersetzt den Wurzelaorist, vgl. NARTEN 60, 117-8; CARDONA, l.c. 766; dazu einmal 3d Aktiv
Jänistäm, nach NARTEN zum Medium rückgebildet, kaum Relikt eines aus dem aktiven Wur-
zelaorist *ajanit umgebildeten aktiven is-Aorists.
Faktitive Neubildung zu Ey&vero, vgl. CARDONA, l.c. 771.
Vgl. МССОМЕ 159-60; 163.
< *gniie- (Transponat *ёпей,-іе-), vgl. МССОМЕ 33. Man könnte folgende Entwicklung an-
nehmen: Im Paradigma des aktiven Wurzelaorists wurde von *gena- ` *gnä- zu *gni- : gnä-
ausgeglichen, als Vorbild müßte eine Wurzel der Struktur *(C)Reh,- gedient haben. Vom star-
ken Stamm des Wurzelaorists *gni- ‘erzeugen, machen’ wurde dann ein neues Präs. *gni-ie-
22
ER
165
abgeleitet, das ein ererbtes transitives Präs. ersetzte. Später wurde im Aor. wohl *gna- durch-
geführt, jedenfalls scheint altbritann. gnat dafür zu sprechen (M. К.).
Ersatz für das je-Präsens, RIX, GS KURYLOWICZ 400. Nach SCHWYZER, KZ 56 (1928/29) 22
Rückbildung zum РРР (g)natus.
Zu den Formen s. HACKSTEIN 230-2; innertoch. Neubildung *kan-3sk° zum Konj. Il, HACK-
STEIN 240-2.
*Serh;- “aufreiben, alt machen’! IEW 390-1
Aorist Pr Serh>-/grh>-” [ved. jurátam RV 1,182,3 “macht hinfällig!”
Präsens *gerh>-e- ved. jaranti ‘lassen alt werden"
*ëérh,j/6rho-u- ` [ved. jürvati ‘reibt auf
Perfekt ?*ge-görh>/£rh>- ved. Ptz. jujurüs- ‘gealtert’, (АУ) jajära ‘ist
gealtert’*?
Kaus.-It. *gorh>-eie- ved. jarayant- “alt machend’
[aksl. (+) sd-zorje, -zoriti ‘reifen lassen”?
Fientiv ?*@%rh,-éh,/h,- [aksl. (+) s®-zurejo, -zoreti ‘reifen”®
Neubildungen: s-Aorist ved. järisur ‘altern’
gr. Eyrjpa “wurde alt’?
К(2)- ѓе-Ргаѕ. ved. (RV) järyati, (AV+) jiryati ‘altert, wird hinfällig’
spätkhot. ysiräre ‘werden alt’?
ske-Präsens jav. *a-zarasant- ‘nicht alternd’'”
(М. К.)
Vgl. ved. jürna- ‘morsch, hinfällig’ mit lat. granum, got. kaurn, aksl. zrəno ‘Kom’ < **Zer-
riebenes’; für fientive Grundbedeutung ‘alt, hinfällig werden’ sprechen zwar das Perfekt und
der neugebildete s-Aorist, dagegen aber das thematische Präsens. Oder sind vielleicht zwei
Wurzeln anzusetzen: *gerh>- “alt werden’ und *gerH- ‘zerreiben, aufreiben’, die im Iir. zu-
sammengefallen wären?
Dazu gehört vielleicht urspr. das Adjektiv *ĝérhont-/*ĝrh nt- (wegen ved. jurat- ist
amphidynamische Flexion anzusetzen) in ved. järant-/jurat-, Fem. jarati-, oss. zerond; рг.
y&povr- m. ‘Greis’ (s. Сото 153228); die passive Funktion entspricht derjenigen des heth. Ptz.
auf -ant-, es dürfte sich demnach um ein außerparadigmatisches Relikt handeln.
Gegen СОтО 152 ist allerdings Bestimmung als Aorist nicht sicher; der Bedeutungsunter-
schied zu jära- (s. NARTEN 121) ist wohl sekundär bzw. zufällig.
Vgl. бото 151-2.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 196-8.
Suffix *-eie- > -i- restituiert für *(h,)-aie-.
Mit Restitution des Suffixvokals -2- und im Präsens Erweiterung mit -ie-, möglicherweise zur
Vermeidung der Homonymie mit zoreti, zəri- ‘betrachten’ (s. 3.*ëher-); vgl. VAILLANT Ш 371.
Gehört semantisch zum ya-Präsens, s. NARTEN 121.
166
< *egerahe — *egerhzs-t, vgl. HARDARSON 72-6. Dazu sind die Präsentien улобско und spä-
ter ynp&w analog. hinzugebildet, s. ibid. 74°; die Neubildung des s-Aorists muß ziemlich alt
sein, jedenfalls vorgriechisch.
altkhot. *ysir- < *zarya-, EMMERICK 113.
10 Vgl. KLINGENSCHMITT, Diss. 8220.
9
?*8euH-' “sich in schnelle Bewegung setzen’? IEW 399
Präsens *gu-ne/n-H- ved. junäti ‘treibt zur Eile’
*5euH-e- ved. javate ‘eilt’
Perfekt *ge-göuHl/guH- ved. Ptz. jajuvams- ‘in Eile, rasend”?
(M. K.)
Nur ur: vgl. av. zauuah- ‘Schnelligkeit’ = ved. javas-.
Das Perfekt setzt diese ingressive Bedeutung voraus, ein ursprünglicher Wurzelaorist ist
wahrscheinlich.
Mit u der Wurzel nach z.B. 3p jajuvur RV 7,21,5 ‘haben angetrieben’ (mit faktitiver Bedeu-
tung vom Nasalpräsens); vgl. KÜMMEL Perfekt 198-9.
*geus- ‘kosten’ IEW 399-400
Aorist + Séus-/ ĝus- ved. jusāná- ‘Gefallen findend an"
Präsens ?*gi-geus/gus- [heth. kukuszi KUB 10,99 i 29
‘kostet, schmeckt (tr.)”'?
Perfekt *ĝe-ĝóus/ ĝus- ved. jujósa ‘hat Gefallen ап, hat gern, тар’!
Mjav. a-zuzuste Р. 43 ‘mag, genießt”
[got. (+) kaus ‘prüfte’, an. (+) kaus “wählte”
?[alb. deshi “liebte; wünschte, wollte’
b
Iterativ *gous-eie- ved. josayante “finden Gefallen an, mögen”
got. kausjan ‘kosten, kennenlernen”,
afr. kēra ‘wählen’
Neubildungen: s-Aorist gr. yedoaodaı "kosten"
air. (do:rof)-gu “wählte aus"?
R(e)-e-Präs. khot. ysüsde “schätzt; billigt”
gr. (Pi.+) уғбонол ‘koste’
got. (+) kiusan ‘prüfen’, an. (+) kjósa “wählen”!
(M.K.)
167
Dazu noch Konj. jösat (der allerdings nach DEBRUNNER, FS WINTERNITZ 7-8 sekundär zum
si-Ipv. jösi gebildet ist); sonst thematisiert djusat, meist Med. djusata, die Bedeutung selten
noch ‘kosten’, meist ‘gerne kosten’ — ‘Gefallen finden an, mögen’ (vgl. nhd. schätzen);
nachrgvedisch (A V+) wird der Aorist zum Präsens jusäre umgedeutet, s. Сото 15422
S. WATKINS, FS HOFFNER. Hierher dann vielleicht auch iir. Formen, sofern sie nicht zum
Perfekt gehören (s.u.), falls die Redupl. keine anatol. Neuerung darstellt, s. ibid.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 200-2. Die potentiell präsentischen Formen könnten auch mit heth.
kukus- (s.o.) zum redupl. Präs. gestellt werden.
S. JAMSPASA-HUMBACH 64-5; KÜMMEL, Perfekt 671-2; wegen Endung -te ist mit Umdeu-
tung des iir. Perf. zum Präs. zu rechnen, falls dieses nicht alt und mit heth. kukus- (5.0.) zu
vergleichen ist.
‘prüfen’ noch im Got. und Ahd., sonst ‘(aus)wählen’, mit ga- überall ‘auswählen’.
Арер. /des/, nach ... aus lat. debeö entlehnt. Problematisch ist bei dieser traditionellen Ety-
mologie der Anlaut d°, weil prinzipiell dh? < *8° zu erwarten wäre, vgl. HULD 144.
Da kein aktives Kausativ belegt ist, ist die Deutung dieses Stammes als reflexives bzw. rezi-
prokes Medium eines Kausativs ‘genießen lassen’ (so СотО, IU 31 [1988] 309) unwahr-
scheinlich.
Mit ausgeglichenem gramm. Wechsel.
Sekundär auch Aktiv ‘kosten lassen’ (Hdt.+); dazu seit Od. Futur уғбооџол.
Das zugehörige Präsens do:goa ‘wählt’ (*gusa-) kann nicht auf eine Primärstammbildung zu-
rückgehen.
Vgl. EMMERICK 113.
Neubildung der aus s-Aorist und Futur abstrahierten Neo-Wurzel geu(h)-, ebenso Perfekt yé-
yeyuan.
Analogisch zum Perfekt > Prät. oder Fortsetzer des Konj. Aor.
P*$ieH-' ‘berauben’ [IEW 469]
Präsens ?*ĝi-né/n-H- ved. /їпаїї ‘bringt um etw., beraubt’
jav. zināt ‘bringt um etw., beraubt’
?*6{Н-1ё- ved. jiyate ‘kommt um etw.’
Jav. -zinte “werden verwüstet’
Neubildungen: s-Aorist [ved. (Br.) ajyäsistam "haben beraubt’
Perfekt ved. (Br.) jijyau “beraubte’
jav. zizi.yus- Yt. 13,71 ‘räuberisch, schädlich”
Nur iir., vgl. EWAial 603 mit Lit.
Vgl. NARTEN 122-3.
KÜMMEL, Perfekt 674.
168
*gieuH-' ‘kauen’
Präsens *@iéuH/8iuH-
Neubildungen: Perfekt
IEW 400
[mp. manich. žw- ‘kauen’?
[ahd. (+) kiuwan “Капеп”?
[ак]. (+) Zijot>, (Zovati) "kauen"?
[toch.B suwam, А swas "DC"
аһа. (+) kou ‘kaute’
(М. К.)
Vgl. lit. Ziáunos f. Pl. ‘Kiefer’ u.a.; *H ist aufgrund des Toch. als *A oder */ zu bestimmen.
Thematisiert; dagegen sind пр. j@v-, pašto Zöw- < *dziäuaia- und тр. 2бу- < *dziauia- wohl
Neubildungen; zur Lautentwicklung vgl. RASMUSSEN 114.
An. dissimiliert tyggva < *kyggva < *keww° oder mit t° nach rogla ‘kauen’, dessen Herkunft
aber nicht klar ist; im Germ. ist * j (wohl vor *iu) geschwunden.
LANT Ш 284.
Zum R(e)-ie-Präs. umgebildet, später analog. zum Inf. auch *Zujo und them. *2ьур, s. VAIL-
Mit Durchführung des schwachen Stammes *ĝiuhz- (*ĝiuh;-) > urtoch. *swa-; in В Konj. =
Präs., dazu Prät. I suwa (aus dem Inj./Ipf. *gieuH-t?), Med. mit ungewöhnlichem Ablaut
sawäte (offenbar *giouH-); in A Konj. Prät. suppletiv von tāp-.
*Sneh;- "erkennen"
Aorist *ёпёһ;-/ёпһ;-
?®рпёЛу/дпёһ;-5-*
Präsens *$n-neln-h;-
IEW 376-8
ved. jñeyäs RV 2,10,6 ‘möchtest du
kennenlernen!’
рг. Eyvov ‘erkannte’
[arm. caneaw “erkannte”?
[lat. (g)nöui ‘erkannte; habe erkannt, weiß”
[aksl. znach» ‘kannte, wußte’
heth. ganess- ‘erkennen, herausfinden?”
ved. (JB) ajnäsam ‘habe erkannt’,
(АУ+) ajnasthas ‘hast erkannt"
och A kñasäst ‘hast erkannt
[ved. jänäti ‘kennt, erkennt, wei"?
ау. -zānənti “erkennen”
[air. ad-gnin ‘kennt’!
[got. (+) kunnan "kennen?
[lit. Zinau, Zinöti ‘kennen, wissen",
[lett. Ip zinim, 2p zini
[toch.A 25 knānat ‘erkennst’!?
169
Р Co 10 EEA
*énh-ské- `° [ар. Konj. xšnāsātiy ‘soll erkennen’!
у З ; 12
arm. Canac‘em ‘ich erkenne’
А 13
[gr. yıyvooxw ‘erkenne’
[lat. (g)nöscö, ere ‘erkennen, kennen’ !*
alb. njoh ‘ich кеппе’!
Perfekt *ge-$nöh,lgnh,- мей. prajajiivänıs- ‘Bescheid wissend’'”?
[air. ad:gen ‘erkannte’; kymr. adwaen'®
[an. kná ‘kann, vermag’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. aksl. znajo, (znati) ‘kennen, wissen’
(B. S., M. K.)
3a
3b
3c
3d
© о A ©
10
10а
Nach HARDARSON 101 gegen NARTEN 122 eher Relikt des Wurzelaorists als zum (erst später
belegten) s-Aorist neugebildet.
Nach KLINGENSCHMITT 283-4 entweder Analogiebildung zum Präs. *canac‘e- nach dem Typ
Präs. -Ci- : Aor. -еа/!- oder vielleicht nach dem Ipv. *can-í eines Kompositums mit Adv. i
umgebildet aus urspr. *cana- < *gnh;-.
Setzt in der Bdtg. ‘wissen’ semantisch das Perfekt fort, formal aber den Wurzelaor.
Trotz Wurzelaorist wohl doch alt, wahrscheinlich alte Neubildung als Aorist zum durativen
bzw. iterativen ske-Präs. (s. Anm. 10а). Der Ansatz eines singulären s-Präsens (Typ 1f nach
LIV') allein wegen heth. ganess- ist damit unnötig.
Am einfachsten aus altem s-Aorist (oder dessen Vorläufer) herzuleiten. Nach HARDARSON
76-9 mit Lit. alte „Aktionsartbildung (Inchoativum?)“, nach OETTINGER 198-9 eher denomi-
nativ *ganes- < *$(o)nh;-es-.
Vgl. HARDARSON 101-2, aber vielleicht trotzdem alt; dann eventuell ein Prototyp des ved.
Verhältnisses von Wurzelaorist-Optativ zu s-Aorist-Indikativ.
Kein Präsens, sondern perfektisches Präteritum, vgl. HACKSTEIN, FS Rıx 151-6; toch. Neubil-
dung nicht ausgeschlossen, vgl. HARDARSON 79.
Nach STRUNK 37-40 aus lautgesetzlichem *jand- mit ā vom VAdj. *gno ;-tö- > *jātá-; aller-
dings ist die R(z) *ja- < *ĝnh;- im lir. wegen Homonymie mit *jā- < *£nh,- (zu *genh,
‘erzeugen’) schon früh durch R(e) *jna- ersetzt, auch hier könnte man Dissimilation aus
*inänd- mit sekundärer R(e) annehmen, vgl. EWAia 1 601.
Nach STRUNK 37 altes *zana- noch erhalten in Jav. Konj. -zanät, -гапап, doch ist dies mit
KELLENS 179! als sekundäre Kürzung in drittletzter Silbe zu erklären; auch pašto pē-žan-
‘erkennen’ zeigt reguläre Kürzung von *a vor dem Akzent, vgl. SKJERV®, CLI 399, 405; also
setzt auch das Iran. wie das Ved. nur *janä- voraus.
Mit analogischem gni-n- für *gan-n- nach der R(e) *gnä-/gnü-, vgl. МССОМЕ 21-2.
Vgl. STANG, Gramm. 323-4, hierbei ist mit analogischem Zug für *по zu rechnen.
Aus dem alten schwachen Stamm *žin- < *ënnh,- umgebildet, vgl. STANG, Gramm. 323-4.
Im Р]. ergab sich lautgesetzlich urgerm. *kunn- < *£nnh;-, dazu neuer Sg. *kann-, s.
HARDARSON 80-1 mit Lit.
Wohl mit wiedereingeführtem Suffix *-na- aus *kəna- < *kanna- < *ӧрпећ;-, s. HILMARSSON,
The Nasal Prefixes in Tocharian, Reykjavik 1991, 1257; TIES 5 (1991), 97.
Wohl gegenüber dem Nasalpräsens ursprünglich iterativ (Rıx, GS KURYLOwICZ 400) und
dann auch durativ ‘kennen, wissen’. Diese Bedeutung konnte dort, wo das ske-Präs. verloren-
ging, auch auf das Nasalpräsens übertragen werden (so ved. kelt. germ. balt.).
Mit analogischer R(e),nach dem Aorist?
170
2 Anlaut assimiliert aus *сапаё°, vgl. KLINGENSCHMITT 67-8.
Mit sekundärer Reduplikation.
4 Mit R(e), die zur Differenzierung уоп nascor "werde geboren’ (s. *ëenh/) dient, vgl. KLIN-
GENSCHMITT 68°; RIX, Le,
15 *gnaske- < *ĝnh;-ské-, vgl. KLINGENSCHMITT 68 mit Anm. 6; 25, 35 njeh (mit Umlaut). Aller-
dings ist *na < *nH umstritten, vielleicht liegt doch *ënësK° vor, mit R(&) vom s-Aorist? Vgl.
DEMIRAJ 305-6; OREL 305.
Ва Schwer vom Perfekt zu jan- ‘erzeugen’ (s. *Zenh,-) abgrenzbar, in älterer Zeit sehr selten,
aber vermutlich dennoch alt, vgl. KÜMMEL, Perfekt 203-4.
< *ate-uo-gegn-, s. LINDEMAN, The Triple Representation of Schwa in Greek and Some Rela-
ted Problems of Indo-European Phonology. Oslo 1982, 684-6.
п Umbildung von *knö- < *(ge-)gnö- nach má ‘kann’, s. HARDARSON 80. Dazu neues Präsens
*kne-ja- іп ae. cnäwan, ahd. -knāen.
?*8reil-! ‘sich erstrecken’ IEW 401
Präsens *grei-e- ved. jräyati ‘erstreckt sich’
(M.K.)
! Verbal nur iir., dazu heth. karai-tt-Ikari-tt- ç. ‘Flut’ < *Srei-t-/*gri-t-, vgl. RIEKEN 134-5; vgl.
ved. jräyas- ‘Strecke, Erstreckung’, av. zraiiah-, ap. drayah- ‘Meer’ < *‘ausgedehnte
Fläche’; vgl. Сото 157; EWAia I 606-7.
Peg yelg 2h! ‘anblicken’ IEW 490
Präsens ?*gyélg rg Pyu]g h Tit. žvelgiù, (žvelgti) ‘blicken, hinschauen’;
[lit. Zvilgu, (žvilgėti) ‘glänzen, schimmern’
(M.K.)
Nur balt., der Vergleich mit gr. 64у ‘bezaubere’ ist semantisch unsicher und wegen WIN-
TERS Gesetz lautlich problematisch.
*ёиеіН a ‘brennen, flammen’ ПЕМ 479]
Präsens *guelH-e- ved. (Br.) jválati ‘brennt, flammt’?
ue
Aorist P*guelH/guelH-s- ved. (Br.) ajvalit ‘hat gebrannt”
Kausativ *guolH-eie- ved. (Br.) jvalayati “läßt brennen”
171
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. Zvyla, (Zvilti) ‘glänzen, flimmern’®
M.K.)
Zuordnung der ved. Wörter nicht ganz sicher, da auch balt. Wörter mit r vergleichbar sind, s.
IEW 479.
Daneben jvar-a- Up. mit weiterentwickelter Bedeutung ‘leiden’, in Nominalableitungen
schon RV, vgl. GOTO 158.
Wahrscheinlich Neubildung.
Vgl. auch lett. zvilner ‘flammen, glühen’, s. FRAENKEL 1328a.
172
* eh.
*ëhed-! ‘scheißen’ IEW 423
Präsens ?*$",.d-ie- gr. att. zëion ‘scheiße’
alb. dhjes “ich scheie"
Aorist ?*ĝ"éd/ĝřéd-s- gr. att. уётол "scheien"
Perfekt ?rg"e-g"ödig"d- рт. - кбұоба Ar. ‘habe die Hosen voll’
?[alb. n-dot “beschmutzt, verdreckt"
Neubildungen: R(e)-e-Präs. ai. (klass.) hadati "scheit?
(M. К.)
Vgl. noch av. zadah- n. “Hinterbacke’; arm. jet ‘Schwanz’, an. (+) gat n. ‘Loch, Öffnung’.
2 38 analogisch dhjet, vgl. KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 109; s. Jedoch DEMIRAJ 162-3.
2а <— *ĝħēd- (</— *8he-ó6hd-) schwacher Stamm des Perfekt durch Paradigmenspaltung zu
einem eigenen Verb entwickelt nach SCHUMACHER, Vortrag Halle 2000.
2 Trotz später Bezeugung der Wurzel ererbt, s. KEWA Ш 573-4.
"ghet ‘die Körperstellung verändern, sich bewegen’? [IEW 418]
Präsens *g"e-g"oH/g"H- [ved. jihite ‘bewegt sich, geht, weicht (zurück)
jav. 3d han zazäite Yt. 5,34 “erheben sich"?
Aorist *g"eH/g"eH-s- мей. ahäsata ‘sind gegangen, haben sich bewegt’
(M. K)
Nur iir., falls nicht doch germ. *gē- ‘gehen’ (s. *g"eh,- Anm. 3) hierher, wogegen das für das
germ. Verb vorauszusetzende i-reduplizierte Präsens spricht. Vorliegende Wurzel unterschei-
det sich formal fast nur durch die mediale Diathese von *$*eh,- ‘zurücklassen’; eine Vereini-
gung beider Wurzeln bedürfte genauerer semantischer Untermauerung.
So nach HOFFMANN bei KLINGENSCHMITT 87°.
Meist mit Präverbien, z.B. ud, sám ‘sich erheben’, apa ‘entweichen’, ní ‘sich ducken’; mit se-
kundärer i-Redupl. durch Assimilation an die R(z) hi, s. HOFFMANN, MSS 4 (1954[61)) 48 =
Aufs. 377. Perfektformen der Wurzel sind zweifelhaft, s. KÜMMEL, Perfekt 609-10.
* Vgl. HOFFMANN, Le, 43-9 = 373-7.
173
*ghen,-" “zurücklassen’ IEW 418-9
Präsens *g’e-grohjlg"h,- ved. jahäti ‘verläßt, läßt zurück’
Aorist *ghöhlg"eh,-s- меа. ahäs ‘hat zurückgelassen’
Perfekt ?*g"e-g"öhjlg"h,- ved. jahúr ‘haben zurückgelassen’
jav. zazaiti ‘läßt zurück; gewinnt”
3
jav. Opt. fra-zahit ‘möge zurücklassen’*
4a
jav. Ptz. гагииаһ-/гаги$- “siegreich”
Desider. *ĝ*éh;/ĝ"h-s- [ved. hasate ‘läuft um die Wette”
Neubildungen: Wurzelaorist ved. (TB) ahat “hat zurückgelassen’’
aav. Opt. таёта ‘möchten wir zurücklassen’®
R(z)-ie-Präs. ved. hiyate ‘wird zurückgelassen, bleibt zurück”
(M. K.)
Vgl. рг. xrjpog “beraubt, leer’, уре: ‘Witwe’; lat. heres ‘Erbe’; dagegen muß gr. yatéw ‘er-
mangele, bedarf’ wegen o < *h; hiervon getrennt werden.
Zur Bedeutung ‘gewinnen’ ‘(die Konkurrenten) zurücklassen’ vgl. HOFFMANN, HJ 10
(1968) 284-5 = Aufs. 223-4.
Vgl. NARTEN 285-6.
Mit sekundärem á für *zahit < *g#eh,-s-ih,-t, vgl. HOFFMANN, l.c. 283° = 222°; HARDARSON
113, 120, 124.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 608-9.
Vgl. HOFFMANN, l.c. 283-7 = 222-6; KÜMMEL, Perfekt 673.
*will zurücklassen’,; aus autonomem sa-Konj. zum Präsens einer eigenen Wurzel has umge-
deutet, dazu auch Kaus. häsayanti “lassen wettlaufen’. Vgl. NARTEN 285-6.
Sekundäre Verdeutlichung der 3s s-Aorist, s. NARTEN 285.
Sekundäre Bildung ohne *s gegenüber altem *zahit (s. Anm. 4), vgl. HARDARSON 120, 123-4
mit Lit.
Fientiv-patientive Oppositionsbildung mit schwankendem Akzent: hiya- TS, hiya- MS-SB.
жбер. "den Mund aufsperren, gähnen’ IEW 419-20
Präsens *ĝ"i-né/n-hj- [ahd. (+) ginën ‘gähnen”;
[an. (+) gina ‘gähnen, schnappen”
[ahd. (+) int-ginnan “anschneiden’*
[aksl. (+) zingti “den Mund aufsperren’
*shöhi-e- aksl. (+) z&jo, (zijati) “den Mund aufreißen’
5
* Shih, -ské- lat. hiscƏ, -ere ‘sich öffnen; den Mund öffnen”?
174
Neubildungen: Essiv ahd. gien ‘gähnen”®
5a
(M. K.)
Vgl. RASMUSSEN 52; *h, wegen gr. run ‘Gähnen’ und des Slav.; in lat. hiare, lit. Ziöju, Zióti
(und urslav. *zoja-?) liegt ein Denominativ *ëñh,(i)i-eh;-ie- vor, zur R(z) **$”hji- > *ëhihy- ist
das Nasalpräsens gebildet.
Umbildung zum schwachen ai-Verb, in ae. ginian, as. ginon weiter zum ö-Verb (oder umge-
kehrt primär *ginö-, das im Ahd. aus semantischen Gründen in die &-Flexion übertrat?).
Mit sekundärem ї von Formen mit R(z) *gi- < *$"ih,- oder analog. Bic) und Thematisierung;
ebenso ae. -ginan.
Nach LÜHR, MSS 35 (1976) 79 urspr. ‘klaffen machen’, aus antevokalischem *Shinh,-, wäh-
rend antekonsonantisches *$”ina- zu *gina- geführt habe.
Mit sekundärem St von der R(z) *g"ih,- oder analog. R(e).
Vgl. Вх, GS KURYŁOWICZ 400 (mit Wurzelansatz *g"ieh;-). -
Wohl erst spät von einem Fientiv *ё”[,-ёЛу/һ,- abgeleitet (oder denom.?), da sonst lautgesetz-
lich ein je-Präsens *2”о- > urgerm. *gija- (sw.1) entstanden wäre.
Prghei-' ‘antreiben’ IEW 424-5
Aorist *ëhéi-/8hi- ved. áhema, ahyan ‘haben angetrieben’?
Präsens *g"i-neu/nu- ved. hinöti “treibt ап”
Kaus.-It. *g*oi-eie- jav. fra-zaiiaiiami ‘lasse hindringen’*
Neubildungen: Perfekt ved. (АУР) pra-jighäya ‘hat ausgesandt’°
(M.K.)
Nur iir.; vgl. EW Aia II 802-3.
Dazu 35 ahait AV verdeutlichend für *áhet, woraus später s-Aorist ahaisit und weitere Um-
bildungen, vgl. NARTEN 287.
Dagegen dürfte Ptz. hayant- RV 1,116,18 mit Сото 346 als sekundär zu beurteilen sein
(Rückbildung zu asva-haya-).
NARTEN, Sprache 30 (1984) 101 = КІ. Schr. 275'*.
Mit analogischem gh; vgl. KÜMMEL, Perfekt 599-600, auch zu rätselhaftem pra jighya-" ° fort-
eilen’ AB.
*8heis-! “erschrecken” IEW 425, 427
Präsens *g"i-neln-s- ved. (AV) hinásti "verletzt?
. Р К 2. Gë : 4
Kausativ *@hois-éie- got. us-gaisjan* ‘jmdn. erschrecken’
175
Neubildungen: nä-Präs. got. us-geisnan* “erschrecken”
(M.K.)
Vgl. ved. hesas- п. ‘Waffe’, Jav. zaesa- ‘schrecklich’; daraus erweitert * ħeisd, s.d.
Wohl urspr. fientiv, die ved. Bedeutung ‘verletzen’ (auch bei *ĝ”eisd, s.d.) ist wohl durch
Spezialisierung auf ‘durch eine Verletzung in Angst versetzen’ entstanden.
Im RV nur Ptz. Med. himsana- mit verschobenem Akzent und thematisiert Зр hinisanti, Ptz.
ähimsanti-, vgl. JOACHIM 176-7; Сото 76; aus dem Präsensstamm ist die Sekundärwurzel
hims abstrahiert, zu der weitere Formen wie Aor. hiñsit, hirhsista; Perfekt jihiñsimá gebildet
wurden, vgl. NARTEN 287-8; KÜMMEL, Perfekt 610; his- statt This. mit s nach dem star-
ken Stamm hinas-, vgl. den umgekehrten Prozeß bei pinäs- für tpinás- nach schwachem
Stamm piñs- (s. *peis-).
Mit analogisch beseitigtem gramm. Wechsel, belegt nur Ptz. usgaisips.
Mit R(e), die nur von einem verlorengegangenen Grundverb *geisan (0.ä.) stammen kann;
belegt nur Prät. us-geisnodedum, °un.
*gheisd-' ‘jmdn. (erschrecken IEW 427
Präsens *geisd-e- ved. d-hedant-, d-hedamäna- ‘nicht zürnend’
Kaus.-It. ?*ĝ"oisd-é ie- ved. á-hedayant- ‘nicht erzürnend’
Neubildungen: Perfekt ved. jihida ‘habe erzürnt’, jihidire ‘sind erzürnt”
(M. K.)
Vgl. jav. zõiždišta- der schrecklichste’; ved. héda- m. ‘Zorn’ = ae. gäst, ahd. geist m. ‘Geist,
Gespenst’ (hier könnte allerdings auch *ĝ*ois-to- vorliegen); Erweiterung (oder urspr. Kom-
positum mit *dh;- “geben’?) von *heis- ‘erschrecken’; wie dort tritt auch die Bedeutung "ver.
letzen’ auf, vgl. air. gofte ‘verwundet’ (falls nicht < zehn" zu *g“"en- mit analogischem Vo-
kalismus).
Уеа. ‘zürnen’ wohl (über ‘bedrohen’?) aus ‘in Angst versetzen’.
KÜMMEL, Perfekt 610-1.
*ëhengh-! “schreiten”? IEW 438-9
Präsens *gteng"-e- air. -cing, cengait “(vorwärts) gehen, schreiten’,
mkymr. ry-gyng ‘geht im Paßgang’”
[lit. Zengiu, (Zerigti) “schreiten”
»ghe6-ghonghlöhng"- [got. (+) gaggan “gehen”
Kaus.-It. ?*g"ong"-eie- ae. (+) gengan ‘reiten, gehen’, ahd. ze-gengen
‘zerstören’ < ‘auseinandergehen lassen’
176
Neubildungen: Perfekt Yair. cechaing ‘ging, schritt’
Desider. air. Fut. cichis ‘wird schreiten’
(M. K.)
Vgl. ved. jänghä- f. “Unterschenkel, Bein’, jav. zanga- m. ‘Fußknöchel”.
Für eine allgemeinere Grundbedeutung ‘sich fortbewegen’ spricht allerdings ved. järihas- n.
‘Flügel’ (falls zugehörig), vgl. NOWICKI 42-3.
Hierher, falls kelt. *keng durch Dissimilation (oder irgendwie anders) aus *geng entstanden
ist; die semantisch Übereinstimmung ist jedenfalls auffällig. Vgl. VENDRYES C-103.
Alit. ausnahmsweise auch athem. žengti, wohl von efti (s. *h,ei-) beeinflußt, vgl. STANG,
Gramm. 312, 315, 317.
Aus *(g"e-)g"ong"- thematisiert; zu Formen mit abweichendem Wurzelvokalismus, die wohl
nicht alt sind, s. SEEBOLD 215-6; dagegen s. jetzt MOTTAUSCH, HS 108, 1996, 76-109 (ur-
sprünglicher Ablaut *gang- : *gung- germ. noch reflektiert).
Zweifelhaft dagegen singuläres got. Prät. gaggida ‘ging’, das wohl kein got. Präs. fgaggjan
erweist, vgl. SEEBOLD 214.
1.*2"ег-! “Gefallen finden, begehren’ IEW 440-1
Aorist ?*ëhépr-/óhyr- altumbr. Ptz. herusei ‘dem, der gewünscht hat”?
Präsens Pröher-je-" ved. häryati “freut sich (an etw.), hat gern’
oss. ã-zæl- ‘bedienen, hätscheln””?
gr. хоіро ‘freue mich’*
umbr. pis-her “wer auch immer’
Fut. heriest “wird wünschen”
Aalat. horitur ‘treibt an, ermuntert”®
Kaus.-It. *g’or-eie- ?уеа. harayanta КУ 4,37,2 ‘sie erfreuen”
venet. Ptz. Nom. Du. m. *horeionte ‘freudig’?
4a
Fientiv ?*ĝ"r-éh,/h;- gr. #zyópnv “freute mich’
Neubildungen: s-Aorist gr. yýparto ‘freute sich’
(M. K.)
! Palatal wegen aav. zara- m. ‘Streben, Ziel’; nach LUBOTSKY, IIJ 32 (1989) 107 Set-Wurzel,
v. a. wegen des kurzen Wurzelvokals in ved. harayanta. Dies läßt sich nicht sichern.
2 Falls nicht eher heduseí zu lesen und zu *oħed, s.d.) ausgehen, s. RIx, SE 61 (1996) 242-6.
Nach MEISER, Habil. 879; LIV! setzen auch umbr. pis-her, her(iie)i (s.u.) einen Wurzelaorist
fort.
2 Ved. härya- läßt sich kaum als Neubildung erklären und deutet daher auf hohes Alter der
vollstufigen Bildung; die R(z) im Gr. und Lat. kann geneuert sein (s.u.), falls dort nicht Neu-
bildungen (zum Wurzelaorist?) vorliegen.
*awa-zarya-, ABAEV IV 23-4.
Mit R(z) vom £-Aorist oder Neubildung zum diesem?
3a
177
đa Aus älterem *pim-her ‘wen du willst’, 2s /herr/ < *herz < *her-i-s (ursabell. Endsilben-
synkope) zum halbthematischen Präs. *her-ioli- «< *$"er-iolie-, vgl. umbr. Pass. herter ‘es ist
erwünscht, ziemt sich’ < *her-i-ti-r (umbr. Binnensilbensynkope). Dazu umbr. heri(s)/herie(i)
/her iez/ ‘oder’ < 25 Konj. Präs. *her-ies, umbr. heriiei, heri /herie/ ‘(wenn) er will’ < 35 Kon).
Präs. *her-ie-d (in bestimmten Wendungen bewahrte archaische Form gegenüber dem pro-
duktiven Konj. osk. heriiad) (R. L.); anders MEISER, Habil. $79 (s.o. Anm. 2); LIV!.
5 = her-i-es-t analogisch für *her-i-s-t zu halbthematischem *her-ioli-, HARDARSON, FT Inns-
bruck 336“.
Einmal bei Enn., sonst nur Frequentativum horräri. Mit o von hortäri, d.h. letztlich vom РРР
*hortus < * $'ү-1д- oder von einer Entsprechung von venet. horeie-?
Vgl. JAMISON 146; mit analogischer Vokalkürze nach hár yati, falls nicht Set-Wurzel.
Š Falls so für horvionte zu lesen, s. LEJEUNE 82, 246; MEISER, Habil. §122 Anm. 29.
?2.*6ħer-! ‘nehmen, holen’ IEW 442
Aorist ж ghħér-/ 8r- ved. (JB) ahrthas "hast genommen’?
Präsens *@hér-e- ved. härati ‘nimmt, bringt, holt’
Perfekt *ghe-$törsgtr- уед. (AV) jahrur ‘haben geholt”
Neubildungen: s-Aorist ved. ahärsam ‘habe geholt?
(M. K.)
Nur indoar., unsicher ist Zusammenhang mit Wörtern für ‘umfassen, einzäunen’ (lat. hortus
‘Garten’ usw.); trotz ved. jah°, hy- wäre auch Velar möglich, vgl. EW Aia II 803-4; ist ein Zu-
sammenhang mit 1.*g”er- möglich?
Im RV nur umgebildeter s-Aorist 3p Med. ahrsata, vgl. NARTEN 289.
Durch jabhära (zu bhar- ‘tragen, bringen’, s. *b*er-) mit j von *jahära auch für die rgvedi-
sche Zeit vorausgesetzt; vgl. KÜMMEL, Perfekt 600-2.
Aus dem Wurzelaor. über die verdeutlichte 35 алаг < *ahar?
23.*g"er-' ‘strahlen, scheinen; sehen’ IEW 441-2
Fientiv P*g'r-Eh,/h,- aksl. -zərě ‘sah, blickte’
Essiv ?*$"r-hie- ?[lit. Zerin, (Zereti) ‘strahlen, scheinen’?
aksl. (+) zorjo, (zoreti) “sehen, blicken’
M.K.)
Nur bsl. (abgesehen von unsicheren Erweiterungen), Aspiration also unsicher; Semantik pro-
blematisch.
2 Mit sek. R(ë), urspr. denominativ?
178
?*ëheRH-' ‘zürnen’ IEW —
Präsens *$"R-neln-H- ved. hrnite ‘zürnt, grollt”?
[aav. zaranaemä “möchten wir erzürnen’
Perfekt ?*ëhe-8hóRH/8hRH- ved. juhuränd- “erzürnt’*
jav. гагағапа- “erzürnt’*
3
Neubildungen: Kausativ jav. -zäraiiöis ‘würdest erzürnen”
(M.K.)
Nur iir.
2 Urspr. refl. Medium zu fakt. ‘erzürnen’, s. NARTEN, MSS 41 (1982) 139 = КІ. Schr. 263. Da-
neben wohl denominatives hrnayánt-/hrniyámana- 'zürnend”, s. ibid. 139-41.
Entweder für (sekundär them.) Opt. *zaranaemä mit ara von jav. zaranimna- < *fhr(H )an-
іа-т(Н)па-, s. NARTEN, Le 142-7 = Kl. Schr. 265-9, oder von einem ana-Stamm zarana- <
*fhr(H)ana- wie ved. isana- (der letztlich auch mit dem Nasalpräs. zusammenhinge), vgl.
NARTEN, l.c. 143-4 = 266-7.
4 Hierher auch die In junktive juhürthas, juhuranta, vgl. INSLER, JAOS 88 (1968) 219-23; BEN-
DAHMAN 157; KÜMMEL, Perfekt 602-3, 672-3; falsch LIV!. Medialflexion nach dem Präsens,
lir. Neubildung möglich.
Neubildung mit analogischem ar statt far < *or H.
*ghers-' ‘sich sträuben, erstarren’ IEW 445-6
Präsens *$frs-ie- ved. hrsyati “wird starr, erschaudert; freut sich”?
av. zarasiiamna- Yt.14,20 ‘die Federn
sträubend’”
Perfekt ?rgte-S"örs/g"rs- ved. jährsänd- ‘aufgeregt’
Kaus.-It. *ëhors-éie- lat. horreö, -ēre ‘rauh sein, starren, schaudern”
(M.K.)
Іт Мей. mit *g'"ers- ‘sich freuen’ zusammengefallen und nicht immer von diesem unter-
scheidbar, vgl. СОТО 347°,
Dagegen bedeutet härsate nur ‘sich erfreuen, sich erregen’, gehört also wohl zu *g(®"ers-, s.d.
Mit Jav. arš < *ərš < *rš, falls gegenüber v.l. zarSaiiamna- vorzuziehen, vgl. KELLENS, Verbe
121 mit Anm. 11.
Oder zu *g(*hers, eine Entscheidung ist nicht möglich, vgl. KÜMMEL, Perfekt 604.
Könnte auch aus Essiv *$"rs-h,ie- umgebildet sein.
179
*ëheu- ‘gießen’ IEW 447-8
Aorist *ĝřéu-/ĝ"u- gr. ер. &yvro ‘ergoß sich’
Präsens *gi-g"eu/g"u- ved. juhöti ‘gießt; opfert’
*óhéu-e- gr. yéw ‘gieße’'
Desider. *g"eu/g"u-s- ?ved. hosi RV 6,44,14 ‘opfere!’
gr. yéw, ep. yeúw “werde gießen’
Ian. giösa ‘hervorsprudeln”?
?[toch.B kusäm, A kus *gieBt'2
Neubildungen: s-Aorist ved. (YV) ahausit ‘hat geopfert?
gr. ёұға, Eyeva ‘ров
toch.A $osa-m ‘рођ’
na-Präsens khot. ysun- ‘gießen’’
Perfekt ved. (RV) juhve "hat (für sich) geopfert'š
gr. hom. x£yurat ‘ist ergossen’
toch.B Konj. kewu ‘ich werde gießen’
(M. K.)
Oder Neubildung zum s-Aorist? Daneben auch yów ‘häufe auf’ mit unklarer Riol Vgl. die
Erweiterung *g"eud-.
Unklar; aus Medium *‘möchte sich ergießen’ mit verblaßter Desider.-Bdtg.?
Neubildung mit innertocharischer R(z) nach HACKSTEIN 52-3.
Іп RV, AV kein Aor. belegt, vgl. NARTEN 288; der erst spät bezeugte s-Aorist könnte auf ei-
ner verdeutlichten 35 *áhaut für Wurzelaor. *áhot (wie z.B. TB asraut für RV asror, vgl.
NARTEN 20) beruhen.
Ersetzt den aktiven Wurzelaor., vgl. HARBARSON 188, 193-4.
In В analogisch entpalatalisiert Is ken wa.
EMMERICK 113.
Nachrgvedisch nur periphrastisch juhavám cakära (zum Präs.-Stamm juhäv-), wohl zur Ver-
meidung der Homonymie mit dem Perf. von hav'-/va- ‘rufen’ (s. *#!ueH-); vgl. KÜMMEL,
Perfekt 604-6.
oa u
Pröheud-' ‘gießen’ IEW 448
Aorist +ghöud-IH"ud- lat. fadi ‘ров’?
Präsens *g"u-neln-d- lat. fundd, -ere ‘gießen’; umbr. hondu ‘soll gießen”?
Neubildungen: R(e)-e-Präs. got. (+) giutan ‘giehen’
(M. K)
180
Nur ital. und germ.; nachgrundsprachliche Erweiterung von *g”eu- aus phonotaktischen
Gründen? Gr. koyvöeiv ist dagegen als denominative Bildung zu #052 ‘in Strömen’ zu be-
trachten, s. TICHY, Onomatop. 324-6.
Vgl. MEISER, Habil. 8292.
Entspricht genau lat. fundirö, vgl. MEISER, Lautg. 168.
?*ëhpeu-! ‘sich schämen’ ІЕМ —
Präsens *g"neu-/$"nu- ved. 2d äpi hnutas ‘sie verleugnen’,
Med. apahnuve ‘verleugne’
2
Neubildungen: s-Aorist ved. ( JB) apahnosmahai “wollen verleugnen’
(M.K.)
Nur indoar., weiteres unsicher, vgl. EW Aia II 822 mit Lit.
Vgl. NARTEN 290.
?*öhreil-' “еп Mund verziehen, verlegen sein’ IEW —
Präsens ?*$"reiH-/g"reiH- ved. Ptz. (?) d-hrayana- ‘dreist, frech”?
Prghe-ShroiH/g"riH- ved. Ptz. jihriyat- MS ‘sich schämend’
?*"ri-né/n-H- ahd. (+) grinan ‘knurren, winseln’”
(M. K.)
Die Zusammenstellung der indoar. und germ. Verben gilt als zweifelhaft, vgl. EW Aia II 823
mit Lit., ist aber nicht wirklich problematisch.
Falls negiertes Partizip eines Präsens Med. Aráy- und keine unabhängige Nominalbildung.
Die nichtfaktitive Bedeutung spricht für ursprüngliche e-Reduplikation. Bei der späten Bele-
gung wäre es auch möglich, daß ein zum Präsens umgebildetes Perfekt vorliegt (wie bei bi-
bhéti — bibháya ‘fürchtet’, s. *bhe ih>-).
*grina- mit analogischer R(e) + *grina- < *ghri-n-H-, die Bedeutung schwankt im Germ.
von ‘grinsen’ bis ‘heulen, winseln’ aus primärem "den Mund verziehen’; vgl. KLUGE-SEE-
BOLD 277a mit Lit.
*ëhueH-!' ‘rufen’ IEW 413
Präsens *ĝřuéH-/ĝ"uH- ved. huvé, һатаһе ‘rufe(n) ап”?
toch.B Präs. kwätär ‘ruft?
181
2 ghëuh e? ved. hávate ‘ruft ап”
jav. zauuaiti “‘verwünscht’®
aksl. (+) zovg, (zovati) ‘rufen’
*óhuH-éie- ved. hváyati ‘ruft (ап)””
aav. 15 Konj. zbaiia ‘will anrufen”®,
jav. zbaiieiti ‘ruft (an)
Neubildungen: them. Aorist ved. dhvat, ähuvat ‘hat angerufen”
Intensiv ved. jöhavimi ‘rufe immer wieder an’
aav. zaozaomi ‘rufe immer wieder an’
Perfekt ved. juhäva ‘hat (an)gerufen’”
jav. aißi-zazuiiana- “aufgerufen’!”
(M. K.)
Möglich wäre auch *g"euH-, s. Сото 350°%, das im Iir. sogar besser und früher belegt ist:
hva- bzw. zbä- fehlt im RV und aav., Vollstufe П ved. erst in abhi-hvätar- JB, Jav. zbātar-;
die Vollstufe I läßt sich aber leichter als Neuerung erklären als umgekehrt (vgl. KÜMMEL,
Perfekt 608); *H ist wegen toch. wa < *uH als *h;/h; zu bestimmen; könnte im slav. Inf.-
Stamm zva- ein Reflex der Vollstufe II *ëhueh;- (bzw. *ö"ueh;-) vorliegen? Für Vollst. II
spräche auch der Anschluß von germ. *bö-ni- ‘Bitte, Gebet’, ae. böfia)n ‘prahlen’ (falls nicht
zu 2.*b"eh;-), s. SEEBOLD, FT Wien 483. Nicht hierher gr. x@vyae- ‘jubeln, prahlen’, s.
TICHY, Onomatop. 1 10-1°°.
Vgl. auch Ipf. (oder Aorist?) áhūmahi, Ptz. huvand-, Neubildung dazu ist 3p Aor. Med. алй-
sata, vgl. NARTEN 288-9; nach Сото 349 dagegen ist der Stamm hü- viell. sekundär aus der
im Koinzidenzfall gebrauchten Is Inj. Med. des them. Aorists huve abstrahiert.
In toch.A entspricht im Präs. ken-, im Konj. und Prät. suppletiv AB kak-.
Urspr. Konj. des Wurzelpräs.? Zur Vollstufe I іп der thematischen Bildung vgl. *b"éuh,-e- zu
*bhueh,- (S.d.).
Nurritualsprachlich, vgl. Сото 347-8, 350.
Zum Bedeutungswandel s. NARTEN, IF 74 (1970) 52 = КІ. Schr. 170.
Problematisch ist die Zweisilbigkeit des Stammes im Ved., man würde eigentlich thuvaya-
(wie aav., s. Anm. 8) erwarten (vielleicht ist im RV noch zweimal h,vaya- zu lesen, s. СОТО
348-9 mit Lut das Phänomen tritt auch bei anderen ähnlichen Präsentien wie ууйуа-, śváya-
auf. Der Anlaut hv° könnte von der R(e) hva- übertragen sein.
Der Stamm ist dreisilbig /zuuaia-/ zu lesen, s. MONNA 199.
Entstehung unklar.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 606-8.
S. KELLENS, Verbe 402, 404; KÜMMEL, Perfekt 672.
*ëhuen-! ‘tönen’ IEW 490-1
Essiv ?*ĝřun-hjié- r.-ksl. zvonju, (zvoneti) ‘klingen, tönen’
(M. K.)
182
|! Vgl. arm. jayn ‘Stimme’ (< *ëhuoni-), alb. zë m. (< *ë#uono-); lauthistorisch problematisch
ist toch.B kene, A kam ‘Stimme’, da bei alter Gruppe *5^и° В +kw° zu erwarten wäre.
*68huer-1 ‘krumm gehen”? [IEW 489]
Präsens *g’uer-e- ved. hvárate ‘geht in Krümmungen’,
(SB) hválati ‘geht schief, strauchelt’
jav. zbarant-, zbaramna- ‘krumm gehend’
* óhur-sk é- ved. (YV) hürchati ‘kommt ab von etw.”
Aorist ?*ëhuërf/@huér-s- ved. (YV) та һаг ‘komm nicht zu Fall!’
Kausativ ?*g"uor-eie- ved. (Br.) hyvärayati ‘läßt krumm gehen’
Neubildungen: nä-Präs. ved. ví hrunäti ‘läßt fehlgehen’
(M.K.)
! Dazu nach SCHINDLER, BSL 67 (1972) 37-8 *g"uer- “wildes Tier’ < *‘celui qui par nature va
dans la position courbee’ in gr. Өр, lit. Zveris usw., dazu nach Normier, KZ 79 (1980) 256
auch toch. kur-/kwr- “altern, gebrechlich werden’ (s. *ə#ëher). Das iir. Verbum könnte aber
auch */ fortsetzen und dann mit lit. pa-Zvilti ‘sich neigen’, lett. zve/u, zvelt "wälzen, umwer-
fen, fortbewegen’ verglichen werden. Мей. juhür- ist gegen LIV’ doch zu *g"eRH- zu stellen,
s.d.
2 Zur Bedeutung im Ved. und zur К(2) hru mit Metathese vgl. HOFFMANN, SII 5/6 (1980)
87-98 = Aufs. 749-60.
? Mit sek. har- statt *hvr-, vgl. СОТО 352-3.
183
*g-
*gWegh.! ‘(ins Wasser) eindringen, hineinwaten’ [IEW 465]
Präsens *2(20"-/0(690" [ved. gähate “dringt ein, steigt ins Wasser”
?[chwar. у'2- “laufen, eilen”?
Kaus.-It. *g"ög"-ie- [skr. (+) gäzim, gäziti “treten, waten’*
(M.K.)
Vgl. ved. dur-gäha- ‘schwer zu durchdringen’, das bei Ansatz *geH äh. schwer zu erklären
wäre; viell. eher *g!e$”-, falls Grundlage von erweitertem *g“‘$*er-, s.d. Anm. 1. Wegen А <
*6h (V Ад). gädha-) von ved. gādhá- ‘Furt’ (s. *g“eh,d"-) zu trennen, s. EWAia I 486.
< iir. *gäj"-/*gäj*- mit dissimilatorischer Depalatalisierung vor folgendem Palatal; zur Laut-
entwicklung und Morphologie vgl. LIPP 4.8.5.2. mit Anm.
< *gaz-a- 'vordringen, eindringen’; zu weiteren iran. Fortsetzern LIPP ibid. und vgl. EWAja 1
486 mit Lit.
Mit Suffixersatz *-ie- — *-eie- (> -i-), zur etymologischen Verknüpfung Сото 129 mit Lit.
*gWeH()- ‘singen’ IEW 355
Präsens *g'®EeH-ie- ved. gäyati ‘singt’
parth. n-g’y- /ni-gäy-/ ‘singen’?
aruss. gaju, (gajati) ‘krächzen’
Aorist *g#H/g"éH-s- ved. (RV) вазі ‘ich singe (hiermit)”
Neubildungen: ?d*e-Präs. lit. gíedu, (giedóti) ‘singen’*
Perfekt ved. (Br.) jagau ‘hat gesungen, sang’
(M. K.)
Vgl. ved. VAdj. gītá-, lit. gíe°, *i kann vom ie-Präsens übertragen sein; in der R(z) Metathese
**ofli- > *giH-, wozu eine neue R(e) *geiH- (in lit. gíe°) gebildet werden konnte. Das Slav.
spricht für *h, oder *h;.
Vgl.EWAial 483 mit Lit.
Vgl. HOFFMANN, Inj. 253; sonst sekundärer sis-Aorist agäsisur usw., vgl. NARTEN 108-9.
Alit. auch athem. gie(d)mi, 35 giesti, die Herkunft des d ist unklar, viell. eher erweiterte Wur-
zel.
184
*@'eh,dh-' “in Freude geraten’? [IEW 353]
Präsens *@h,dh-ské- toch.B käccäm ‘freut sich’,
A käckäc ‘ihr freut euch"
Perfekt *ge-göh,d"/g’h,d"- Ter hom. yeynde “freut sich"
Iterativ *@oh,dh-éie- (er. ym8éco ‘freue mich’
(M.K.)
Vgl. auch *gehzu- ‘sich freuen’.
Fientive Bedeutung vom gr. Perfekt vorausgesetzt.
*katk- < жа" im Toch. als Wurzel abstrahiert, von der die weiteren Formen abgeleitet
werden (О. Н.); zum Präs.-Stamm auch Prät. kaccäre mit Auslautpalatalisierung (vgl. KLIN-
GENSCHMITT, Koll. Berlin 407!55)9
Mit regulárem Ersatz der R(o) durch R(e).
Mit Ersatz der R(o) durch R(e) wie im Perfekt bzw. durch Analogie nach diesem.
+gehzu-' “sich freuen’ IEW 353
Präsens *&’hy-neln-u- gr. у@уртоа “ergötzt sich”?
Neubildungen: ie-Präsens gr. yalov ‘sich freuend”
(M.K.)
Hierher denom. lat. gaudeöd, -ere, wegen РРР gauisus auf *gauid® zurückzuführen; vgl. auch
*g’eh,d"- “in Freude geraten’.
2 Vgl. STRUNK 76-7.
Neubildung zur gr. Wurzelform *gau- < *g’ehzu-, die auch im Adj. yaüpog ‘stolz, übermütig’
vorliegt; gr. *gau- könnte auch zu (freilich nicht belegter) R(e) *gau- < *fehzu-
rückgebildete R(z) sein, auf die alte R(z) **@'h;u- > *p'uhz- kann es nicht zurückgehen.
*G eis-' ‘sich drehen, sich wenden’ IEW 355
Präsens *geis- Stat. heth. kisa ‘wird, geschieht”?
Proi-geisigis- heth. kikkistari “wird, geschieht jeweils”?
Kaus.-It. *gois-eie- as. (+) kerian ‘wenden, drehen’
(M.K.)
1 S. EICHNER, MSS 31 (1973) 78 und vgl. TISCHLER 585 mit Lit. Der Vergleich der heth. Ver-
ben mit ved. cest ‘sich bewegen’ (so ПУ! s.v. *keis nach MELCHERT, SHHP 103) ist seman-
tisch weniger attraktiv.
185
Vgl. OETTINGER, MSS 34 (1976) 128-9; Grammatica ittita 237.
Wahrscheinlich sekundäre Iterativbildung zu kis-, kk spricht weder gegen noch für anlautende
Tenuis, s. MELCHERT, AHP 19.
3
*Pel-' ‘frieren, kalt sein’ IEW 365-6
Präsens ?*Pé-Pol/Pl- [an. (+) kala ‘kalt werden, Dieren"?
(M. K.)
Vgl. außergerm. lat. gelü ‘Frost’, gelidus ‘eiskalt’, denominativ geläre ‘gefrieren (Іаѕѕеп)”.
Mit Reduplikationsverlust und Thematisierung des starken Stammes; für urspr. faktitive
Funktion könnte die unpersönliche Konstruktion mit АКК. (an. mik kelr ‘mir ist kalt’) spre-
chen.
%X2.)*gel s. *g*"el
*gWeld"-' ‘gierig werden, hungrig werden’ IEW 434
Aorist *gf2)éIdh-J ot) qh. [ved. ägrdhat ‘ist gierig geworden’
Präsens *g'9]d"-ie- ved. Ptz. gfdhyant- ‘gierig’
Perfekt *gWe-g"Wöld"/g"Jd"- ved. jāgrdhúr RV 2,23,16 ‘sind gierig"
Ar.-ksl. Zuldeti ‘sich sehnen’?
(M.K.)
Auch *g#° möglich. Vgl. aksl. glad», russ. gölod "Hunger" < *gWold"-o-; *g" setzt
SZEMERENYI, WdS 12 (1967) 274, wegen (unsicheren) wurzeletymologischen Vergleichs mit
aksl. Zeleti ‘wünschen’, gr. BovAouaı (s. 1.*g“elH-, g“elh;-) an.
l3 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 160-1.
Wenn aus *(ge-)gJd"- zum Fientiv/Essiv umgebildet und nicht Neubildung, vgl. KÜMMEL,
Perfekt 161.
*gelH”- "Macht bekommen über’ IEW 351
Aorist * gelH-IglH- arm. kalaw ‘ergriff, fing’!
Präsens *g/-ne/n-H- [mkymr. (+) gellit, geill “kann”?
186
Perfekt *ge-gólH/g]H- t. galiu, galeti ‘können’
3
(M.K.)
Oder *galH-, wenn einzelsprachliches *а die Vollstufe fortsetzt; eindeutiges *gelH- ist nir-
gendwo belegt.
Vgl. KLINGENSCHMITT 269-70; da R(z) *g/H- im med. Aor. wahrscheinlicher ist als R(e)
*galH-, gibt es keine Anhaltspunkte für eine a-Wurzel. Präs. suppl. ownim ‘habe; ergreife? (s.
*senh,).
ls gallaf, aus *galna- < *g|nH- (oder > *galne-?), vgl. KLINGENSCHMITT 270.
Aus dem Perfekt *‘habe über etwas Macht bekommen’ — ‘kann etwas’ zum 2/i-Verb umge-
bildet, vgl. KLINGENSCHMITT 270; dazu viell. auch r.-ksl. golemv ‘groß’ (zu einem *goleti).
*gem- ‘drücken, zusammenpressen; fassen’! IEW 368-9
Aorist *gém-/gm- ?[gr. hom. yévto ‘faßte, griff?
[skr. 2ё “drückte”?
Präsens *gem-e- gr. ion. att. yéuæ ‘bin voll"?
lat. вето, -ere ‘seufzen”
Perfekt ?*ge-gömi/gm- [toch. Prät. B kamäte, A kämat ‘trug’;
Konj. А kamatär ‘wird bringen"
Neubildungen: R(z)-e-Präs. s.-ksl. (+) 2ьто, Ge “drücken”
(М.К.)
5а
Urspr. “fassen, ergreifen’ oder ‘drücken’? Das eine ist ohne das andere kaum möglich. Hier-
her auch (neugebildetes) lett. gùmstu, gümt ‘greifen’.
Allerdings muß die R(e) sekundär sein (früher Ausgleich von *gem-/gm-?); oder doch altes
Imperfekt, entweder akrodyn. *gem-to oder metrisch bedingte Kunstbildung für *y&uero?
Vgl. HARDARSON 206.
Setzt aksl. *Zer& voraus; außerhalb der 25/35 zum s-Aorist umgebildet, frühester Beleg 15
r.-ksl. -2аслъ.
Sekundäre Entwicklung aus ‘fassen’, viell. unter Einfluß von yöuog ‘Last’ — *‘Druck, Bür-
de’, vgl. MEISER, Habil. 8260°°.
Bedeutungsentwicklung nicht klar, urspr. *‘(den Atem) herauspressen’?, vgl. MEISER, Habil.
8260.
Stamm urtoch. *këma- < *gom-H-. Suppletiv zu Präs. pär- (s. *b"er-), etymologische Zuord-
nung nach ADAMS, DTB 371 mit Lit.
Neu zum Aorist wie imo zu jeti (s. *h,em-).
187
*gerb"- “einritzen, einkerben’ IEW 392, [478]
Präsens *gerb"-/grb"- [gr. ypdpw ‘ritze ein, schreibe’?
[ae. (+) ceorfan “abschneiden, eingraben’
lit. gerbin, (gerbri) "ehren"!
Neubildungen: s-Aorist gr. ёуроцуа ‘ritzte ein, schrieb”
(M.K.)
Ist zwar bei Homer nicht belegt, wird aber vom Aorist (s. Anm. 2) vorausgesetzt.
Bdtg. aus ‘sprechen’ < ‘zählen’ (vgl. apr. gerbt ‘sprechen’) nach einer apr. girbin ‘Zahl’ —
‘Kerbe’ entsprechenden Ableitung, vgl. FRAENKEL 147-8.
Neu zum Präsens ур@фо.
жо Werd"- ‘hören; tönen’' [IEW 478]
Essiv ?*gWrdh-h ié- arm. kardam ‘rufe, nenne’?
lit. girdžiù, (girdeti) ‘hören’
(M. K.)
|! Zur Semantik vgl. auch alit. gerdas ‘Geschrei, Botschaft’, apr. gerdaut ‘sagen’ sowie typolo-
gisch uriir. *ghauš- ‘hören; tönen’ (5. *g"eus-); wird auch als *gter-dh zu *gterH- gestellt.
2 Vgl. BARTON, REArm 22 (1990-91) 33 mit Anm. 19.
Prg(WeRg"-" ‘klagen’ IEW 350-1
Präsens *gWeRg"-/g IR g"- ved. 3p grhate “klagen”?
aav. gərəzði ‘ich klage’, Inj. gərəždā ‘klagt’;
[jav. gərəzaite ‘klagt’
zelt. eiälébähieiäiroh. aav. Зр Inj. jigərəzat Y. 32,13 ‘beklagen sich
über”?
(M. K.)
Auch *2'@#° möglich. *gal8h- (EWAia I 475) ist wegen Palatalisierung in av. jarəzi- ‘kla-
gend’ ausgeschlossen.
Konj. 25 garhase; auch thematisiert grhämahi ‘wir klagen’, erst spät garha-, zum Ved. vgl.
HOFFMANN, MSS 14 (1959) 35-8 = Aufs. 439-41; Сото 128 mit Lit.
KELLENS, Verbe 184.
188
"elen. "vermehren" IEW 403-4
Präsens *р(и-пёи/пи- Jav. günaoiti Yt. 10,16 ‘vermehrt’
ER e be 3
Wou-eie- [ар. abiy-ajavayam “vermehrte”,
Kausativ ?*g
parth. "b-g’w- /aß-gaw-/ “vermehren”
(M. K.)
Nur iran., möglich auch *g'®#°, Anit-Wurzel wegen des Wurzelnomens av. xratu-gū-t- ‘qui
accroît la force mentale’; vgl. KELLENS, Noms-racines 115-8; Zusammenhang mit der Set-
Wurzel *g'®euH- ‘erlangen’ fraglich.
Oder ‘zunehmen’, die belegten Verbalformen könnten faktitive Funktion zeigen.
Іт Ар. (ebenso mp. ’ß-z’y-) analogischesj- nach nicht belegten Formen mit R(e).
GHILAIN 76. *
PrgWeubt-!" ‘biegen’ IEW 450
Aorist *gWeubt-/g"ub"- [ursl. *-ръБе “bog”;
[aksl. (+) gybe ‘ging zugrunde”?
Präsens ?*g'%u-neln-b"- Nett. (dial.) gùbu, (gubt) ‘sich senken, sich
niederbücken’”*
Pre Mubh-ie- ?[lit. gaubiù, (gaubti) “überdecken, einhüllen””
?aksl. (+) gybljo ‘gehe zugrunde”
Kausativ ?*goubř-éie- aksl. (+) gubljọ, gubiti ‘verderben, vernichten’
Neubildungen: Nasalpräs. aksl. (+) -гълоп “biegen”;
aksl. (+) gybno, -noti “zugrunde gehen’
(M. K)
Nur bsl. (germ. Verwandte unsicher), auch *g'*eub"- möglich; durch Metathese aus *b"eug"-
(vgl. SADNIK-AITZETMÜLLER, VWSS 110-1; VAILLANT Ш 238, 254) entstanden? Die Wurzel
hat im Slav. z.T. eine Bedeutung ‘vernichten’ bzw. ‘zugrunde gehen’ entwickelt, wohl über
‘(sich) niederbeugen’.
Vorausgesetzt vom Präs. *gvblje- > *оъпе- (s.u.), Aorist wohl zufällig nicht belegt, doch
vgl. ksl. Ptz. Prät. akt. ѕърърьъ se.
In übertragener Bdtg. durch gedehnte R(z) gyb- von -оъре ‘bog? differenziert.
Falls nicht Intransitivneubildung, daneben auch sru-Präsens gubstu.
5 Мі sekundärer R(e) oder Neubildung?
Urspr. Präs. zu Aor. gybe, jedoch schon früh durch gybnpri (s.u. Neubildungen) ersetzt, vgl.
TEDESCO, Language 24 (1948) 350-9
Vermutlich Ersatz für ein urspr. zu Aor. *ръре gehöriges Präs. *gublje- wie bei gybljọ :
gynoti (s. Anm. 6).
ә
xà
x
|
189
?*gG0eqH-' ‘erlangen’ IEW 403-4
Präsens ` *0(и-пё/п-Н- [lett. gunu, (gūt) “fangen, erlangen”,
[lit. gaunu, (gäuti) “erlangen, bekommen’
(M.K.)
Nur bal möglich auch *g'"°, davon zu trennen die Anit-Wurzel *2еи- ‘vermehren’ in
Iran. *gau-/jau-, s.d.
2 Mit analogischem й; daneben wie im Lit. auch lett. gaunu mit der R(e) des Infinitivs, also
wohl urspr. *güna- : *gäuti.
*geuhz-' ‘rufen’ IEW 403
Iterativ ?*gouhz-eie- ?gr. yoáw “wehklage””
?[ahd. (+) gi-kewen ‘rufen, nennen"?
Intensiv ?*geu-gouh,/guh>- ved. jöguve ‘ruft immer wieder an’?
M.K.)
*h, wegen gr. yodo (sofern nicht denom.), vgl. noch ahd. küma f. ‘Wehklage’.
Vgl. SCHAEFER 114-5; außerdem Ptz. jöguvana-.
Oder denom. zu yóoç т. (< *góuh;-o-) ‘Wehklage’.
Wieso nicht *kaww- < *gouhz-? Jedenfalls mit analog. erneuertem Suffix *-eie-, da erhaltenes
*(h,)-aie- wohl zu einem Verb der ai- oder ö-Klasse geführt hätte. Könnte auch Denom. sein.
sun.
?*gleibh-! ‘kleben bleiben’ IEW 363
Aorist *gléibh-/olibh- [aksl. 15 и-е/ьръ ‘blieb stecken’?
Präsens *gli-né/n-b"- [ahd. (+) klimban ‘klimmen”
Perfekt ?*ge-glöib"/glib"- [ahd. (+) kleib ‘haftete’
Kausativ ?*gloib"-Eie- аһа. kleiben ‘festkleben’
Essiv ?* glib"-h,ie- ahd. (+) kleben ‘kleben, haften’
?aksl. u-globljo, (*-globeti) ‘stecken bleiben”
Neubildungen: R(e)-e-Präs. an. (+) klífa ‘klettern’, аһа. kliban “haften”
R(e)-ie-Präs. lett. gliebjuos, (gliebries) ‘sich anklammern, anschmiegen’
(M. K.)
Nur germ. und bsl.
190
Analog. Neubildung dazu bzw. viell. Ersatz für ein je-Präsens *globljo (s. Anm. 4) ist Präs.
aksl. (+) globnpri.
Thematisiert, dann Ablautentgleisung durch Reanalyse als mit R(e) gebildetes *//klemb-a-//
> Prät. *klamb usw.
Belegt nur 15, die auch zu einem ie-Präsens *globlje- gehören könnte, vgl. TEDESCO, Lan-
guage 24 (1964) 361.
Zum Prät. (< Perf.) hinzugebildet.
*gleiH-' ‘bestreichen; kleben bleiben’ IEW 362-3
Präsens *gli-ne/n-H- [air. -glen ‘kleben bleiben”,
kymr. glyn- ‘anhängen’
[ahd. klenan ‘bestreichen’,
[an. klína “beschmieren’”
?*gléiH-e- ostlit. glejù, (glieti) ‘bestreichen’
Perfekt ?*ge-glóiH/gliH- [alr. ro:gíuil ‘ist kleben geblieben’
Neubildungen: Desider. air. Konj. -gléu, -glia ‘würde kleben bleiben"?
(M. K.)
Zum Set-Ansatz vgl. *gloiH-o- in germ. *klajja- > ае. cl@g, mnd. klei ‘Ton’, die Akutierung
von urslav. *glina ‘Lehm, Ton’ sowie das Nasalpräs.; der lit. Zirkumflex müßte sekundär
sein.
Spricht nach МССОМЕ 11 für *h; (ist aber nicht zwingend).
Im Ahd. stark (mit Ablautentgleisung — Prät. klan usw.), im An. schwach mit analogischer
Vokallänge in der Wurzel; beide aus urgerm. *kli-nö/na-.
Dagegen schriftsprachlich nach dem Inf. R(e)-ie-Präs. glieju.
5 Konj. s-Aorist nach МССОМЕ 104-5.
*g’Jeub"- “ausschneiden, spalten’ IEW 401-2
Präsens *gleub"-/g’lub"- [gr. ion. att. уУАбро ‘schneide aus, graviere’
flat. glabö, -ere “abschälen’
[ahd. (+) klioban ‘spalten’
Aorist Prgleubt/gleubt-s- Ier. ion. att. yAdyaı “ausschneiden”!
lat. glüpsi ‘schälte ab’
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. an. klyfja ‘spalten’?
(M. K.)
191
Mit R(z) nach dem Präs., falls nicht Neubildung.
2 Unerklàrt,viell. ebenfalls aus dem Wurzelpräs. umgebildet oder denom.?
?*gnet-' ‘drücken, kneten’ IEW 371
Präsens *gnet-/gnt- [aschw. (+) knodha?, ae. (+) cnedan ‘kneten”
[aksl. (+) gnetọ, (gnesti) “drücken, kneten’
Neubildungen: Perfekt аһа. (+) knat ‘knetete’
(M.K.)
Nur germ. und bsl., vgl. noch apr. gnode “Knetmulde’ (nach SMOCZYNSKI, Untersuchungen
zum deutschen Lehngut im Altpreußischen, Kraköw 2000, 35 jedoch viell. mnd. Lehnwort).
Wohl urspr. *knuda-, nach R(e) *kned für Ткипаа- aus thematisiertem *gnt-é-; an. knoda,
-aöi ist schwach geworden, vgl. SEEBOLD 303-4.
Im Westgerm. mit analog. К(е) *kned- nach dem Prät. *knad; Verner-Variante mit *d verall-
gemeinert.
?*greng"-" ‘drehen’ г IEW 386
Präsens ?*greng"-e- mnl. kringhen ‘sich wenden’
[lit. grežiù, (gręžti) “drehen, bohren’,
lett. grieZu, (griezt) “wenden, drehen’
Kaus.-It. ?*grong"-eie- nnl. krengen ‘wenden lassen’
[lit. graiau, graZyti ‘hin- und herdrehen; bohren’
(M.K.)
| Nur germ. und balt.
Prg®renth,-' ‘knüpfen’ IEW 386
Präsens *grnt-neln-h>- ved. grathnäti ‘knüpft, verbindet”?
(M.K.)
Nur ilr.; vgl. ved. granthi- m. ‘Knoten’; khot. grantha- ‘Knoten’, s. EW Ата I 504-5.
Stammbildung könnte von sinäti ‘bindet’ (s. *sh;ei-) beeinflußt sein, doch ist altes na-Präsens
bei der Set-Wurzel gut möglich.
192
*gres-' “fressen, verschlingen’ IEW 404
Präsens *gres-/grs- [ved. gräsate ‘verschlingt”?
gr. kypr. ypdodı “friß!’; [уобо Call. ‘nage, fresse’”?
Neubildungen: Kausativ ved. (Br.) grāsayati ‘läßt verschlingen’
Perfekt ved. Opt. Мей. jagrasita ‘möge verschlingen”
(M. K.)
Möglich auch *gras- (dann viell. hierher lat. grāmen < *grasmn ‘Gras’) oder *grens-, wenn
im Ved. R(z) verallgemeinert ist; gegen Nasal spricht jedoch der ved. Superl. gräsistha-, wo
R(e) vorliegen sollte. Я
Thematisiert mit R(e), was bei einem Medium tantum auffällig ist; viell. alter Коп). (oder тії
R(z) zu *grens-).
3 < *grs-e-, vgl. z.B. Сото 129-30!5
4 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 166.
1.*guel-' ‘verschlingen, schlucken’ IEW 365
Aorist *ouel-/gul- [arm. ekowl ‘verschlang”
(M.K.)
Dieser Ansatz erklärt am leichtesten *gul- in arm. kowl-, lat. gula f. ‘Kehle’ und *gu/-tö- >
*əlutó- (bei Labiovelar *g“ im Anlaut könnte keine solche Metathese eintreten) in urslav.
*gləto ‘Schluck, Mundvoll’, wozu denom. Zoltan ‘verschlucken’. Gr. deAsapn. ‘Köder’
usw. hingegen gehört als ‘was man auswirft’ zu *g“elh,- ‘werfen’.
Dazu neu Präsens klanem; vgl. KLINGENSCHMITT 211-2.
N.*guel-' ‘sich legen’ [IEW 402]
Präsens *guJ-ie- lit. guliù, (gulti) ‘sich hinlegen’
Essiv Soul bie: lit. guliù, (guleti) ‘liegen’
(M.K.)
Vgl. lit. gvalä ‘liegend’; nurbalt. und viell. in arm. kalat ‘Höhle, Lager’, aschw. kolder “Wurf
von Tierjungen’, vgl. FRAENKEL 175-6.
193
h
жол.
*@hqn-! “gähnen, klaffend öffnen’ IEW 411
Aorist *ghan-Ig"n- [gr. &xavov ‘gähnte, öffnete den Mund’
Präsens *g"n-ske- gr. ion. ай. каско ‘gähne, öffne den Mund’
Perfekt Prge-gön/g”"n- gr. hom. Ptz. xeynvóta Il. 16,409
“mit offenem Mund’'”
Essiv "gin bie. [an. gana sw.3 ‘mit offenem Mund dastehen,
gaffen’?
Neubildungen: ie-Präs. gr. (3. Jh. v. Chr.) ойу ‘gähne”
(M. K.)
Vgl. gr. yávoçn. ‘Schlund, Mund’ und an. gan n. ‘Gähnen, Schlund’; denkbar auch жер, -,
falls der gr. Aorist &yavov und überhaupt die griechischen Formen mit Nasal auf einem Na-
salpräsens und an. gan auf *g""h,-nö- beruhen sollte.
< *khe-k'an-wot-.
Mitanalogischer Vollstufe oder Denom.
Rückbildung zum them. Aorist.
*gheph.! ‘fassen, nehmen; geben’? IEW 407-9
Präsens *gheb''-e- got. (+) giban ‘geben’
lit. gebu, (gebėti) ‘vermögen, fähig sein; gewohnt
sein’
Perfekt ?*gəhe-ghóbh/ghbh- [got. (+) gaf ‘gab’, gebum ‘gaben’
lit. dial. Prät. ar-gebau “brachte herbei’?
(M.K.)
Vgl. noch nichtprimär lit. gabenti “transportieren, herbei-, fortschaffen’, poln. (+) gabaé ‘an
sich nehmen, ergreifen’; dazu ved. gäbhasti- m. ‘Hand’ = khot. ggostä, Jav. gauua- < *gaßa-
m. ‘Hand’, vgl. EW Aia I 463-4 mit Lit.; nicht immer leicht von *geHb- (Gd) abzugrenzen.
Der Bedeutungszusammenhang ist nicht völlig klar, auch wenn ‘geben’ und ‘nehmen’ öfter
nebeneinander vorkommen.
Zur Bedeutung vgl. nhd. umgangssprachlich packen ‘schaffen, bewältigen’.
Wohl mit geb- — *gegb-, wie in germ. *geb-; oder zu *g"eHb-; eine genauere Untersuchung
scheint erforderlich.
194
*ghed-! ‘fassen’ IEW 437-8
Aorist *ghöd-Ig",.d- [gr. čyaðov аве”?
lat. pre-hendi “ergriff”
Präsens *g"-neln-d- Ier. yavöavo ‘fasse’?
[lat. pre-hendö, -ere ‘ergreifen’
[air. ro:geinn ‘findet Platz’,
mkymr. gannaf ‘finde Platz’”
?[got. (+) du-ginnan ‘beginnen”®
[alb. gjen ‘(er)findet; trifft (ап)”,
refl. gjindet “befindet sich, ist”
Perfekt *gte-g"ödig"d- ` Ier hom. xeyóvõőei Il. 24,192 “faßte”*
H
[got. -gat ‘fand’, an. (+) gat ‘erlangte
Kausatev ?*ghod-éie- ahd. er-gezzen ‘vergessen machen’
Desider. ?rg"edl/g".d-s- [gr. yeíooua “werde fassen”
Neubildungen: R(e)-e-Präs. got. -gitan ‘finden’, an. (+) geta ‘erlangen’'
(M.K.)
Urspr. ohne Nasal, vgl. germ. *get- und lat. praeda ‘Beute’ < *prehzi-g"edeh;-, viell. auch
russ. (+) gadät’ ‘wahrsagen; vermuten’ (falls nicht zu *g"ed"-); einzelsprachlich ist teilweise
aus dem als *g'nned- reanalysierten Präs. eine Wurzel *g"end- abstrahiert worden, vgl. KLIN-
GENSCHMITT 184-5 mit Anm. 26.
Wohl < *ghnd° mit sekundärem Nasal nach dem Präs,
Mit analog. Nasal; oder aus dem Perf. mit Reduplikationsverlust im Kompositum, s. MEISER,
Habil. $238. Fortsetzung des alten nasallosen Aor. viell. im altumbr. Ptz. hedusei ‘dem, der
genommen hat’ (falls nicht eher heruseí zu lesen und zu 1.*$”er-, s.d.), s. Вих, SE 61 (1996)
242-6.
Aus *khan(e)d- < *g"nn(e)d- durch Reanalyse von *g'n(e)d-, s. KLINGENSCHMITT 184°.
Im Kelt. liegt *g"nnd- > *gannd- > *gann-e- (> *genne-) vor, vgl. MCCONE, FS WATKINS
465-8.
Nur komponiert, mit trivialem Bedeutungswandel ‘etw. anfassen’ — ‘etw. beginnen’; wenn
hierher, mit Ablautentgleisung aus *gunt-n° umgebildet; im ahd. Prät. -gonda sieht SEEBOLD,
PBB 89 (1967) 126-8 eine Umbildung von urspr. starkem *gant, *guntum ohne Nasalsuffix.
Vgl. HULD 144, 145; zurückhaltend DEMIRAJ 186-7.
V.I. xeyä@vöeı, mit sek. Nasal vom Präs.
< *ghendse- mit sek. Nasal vom Präs.
Neu zum Prät. als Ersatz des alten Nasalpräsens.
195
Prghedh-! ‘(zusammen treffen, sich vereinigen’ IEW 423-4
Perfekt *ghe-ghóqh/oh qh- gr. тук. ke-ke-tu-wo-e /kek"(e)t"wohes/
‘zusammengeschlossen, vereinigt’?
Iterativ Prgtod"-6ie- [lett. gadu, gadit ‘treffen, erwarten, finden’?
aksl. (+) u-goždọ, -goditi ‘ gefallen”
M.K.)
Hierher vielleicht auch ved. gadh- ‘ergreifen, festhalten, erbeuten’ usw., s. EW Aia I 460-1;
vgl. germ. denom. *gadö- ‘zusammenkommen; -bringen’; auch die bsl. Verben können im
Prinzip denom. sein.
12 PLATH, MSS 50 (1989) 103-22.
Nach FRAENKEL 127 mit Lit. eher ererbt als (wie sicherlich lit. gädyri) aus dem Slav. entlehnt.
Vgl. noch russ. (+) godít'sja ‘taugen’, skr. do-göditi ‘treffen, erraten’, čech. hoditi ‘werfen’.
*g@"eHb-' “ergreifen, nehmen’ IEW 407-9
Aorist *g&eHb-Ig"Hb- [итЫг. habe (< *habed) ‘hat ergriffen’
Präsens *g"Hb-ie- umbr. hahtu ‘soll ergreifen’?
gall. 25 Іру. gabi “піпат!”?°;
air. -gaib, -gaibet ‘nehmen’
Essiv *grfjb-hjle- [lat. habeö, -ere ‘haben, halten’
[umbr. habetu ‘soll halten’
3
(M.K.)
Nur ital. und kelt.; gehört zu einer ganzen Gruppe wohl urspr. onomatopoetischer Wurzeln
für ‘fassen, schnappen’, die die Struktur Velar-Vokal-(Laryngal)-Labial zeigen, s. *gteb"-,
*keh;p-.
< *habitöd, s. MEISER, Lautg. 126; vgl. Fut. habiest ‘wird ergreifen’. Hierher auch osk. Fut.
hafieist “wird nehmen’ mit abweichendem f, vielleicht analogisch übertragen, vgl. Rıx bei
MEISER ibid.; die Form gehört synchron zu hipid (s. *h,ep-) und bietet keine ausreichende
Grundlage für den Ansatz einer Wurzelvariante *g"eHb"- (s. LIV’). Nach GARCÍA CASTILLE-
RO 253-5 wurde im Osk. *hab- unter Einfluß von *kap- zu hap-, aus *hapi°- im Präsens
regulär hop" (Palatalisierung mit Spirantisierung).
Vgl. MEID, Gallisch oder lateinisch? Soziolinguistische und andere Bemerkungen zu populä-
ren gallo-lateinischen Inschriften, Innsbruck 1980, 15-6. Für keltib. /gabiseti/ ‘soll nehmen’
(MED, Botorrita 90-1), ist dagegen ka-biöeri K.1.1 zu lesen, s. MLH IV 506 (vgl. *bfeid-).
Dazu neu s-Prät. *gabass-. Im Britann. (mkymr. caffael ‘bekommen’ usw.) wurde *gab- mit
*ka- < *kag- (< *kag"-, s.d.) zu *kab- kontaminiert, vgl. SCHUMACHER 204-5 mit Lit.
S. MEISER, l.c.
196
?*gheHb" entfällt (s. Anm. 2 zu *g’"eHb)
*għeh;- ‘kommen, erreichen’ [IEW 418-9, 1109]
Präsens *g"i-gřéh/g"h- [агт. gam "komme"!
gr. Aor. 3d xıyrjtnv ‘kamen heran’
[aschw. (+) ga, [ae. (+) gan "gehen"?
2
(М. K.)
Aus dem schwachen Stamm *(ghi-)ghh,-, vgl. KLINGENSCHMITT 86; Aor. suppl. eki, ekn (s.
*g"ehz-, *g“em-). А
Sekundär zum Aorist umgedeutet, auch thematisiert &xıyov, dazu Еш. ктујсоцол und neues
Präs. кухию nach dem Vorbild von z.B. фдбуо ` Ep@nv (oder zu Exıyovnach íirávw ` Ikov).
Mit Reduplikationsverlust; im Ahd. athem. 15 ейт, vgl. MOTTAUSCH, HS 110, 252-71, wo-
nach *gai- (ae. afr. аһа.) urspr. aus dem Opt., *g&- (krimgot. aschw. as. afr. аһа.) aus dem In-
dikativ. Das germ. Verbum könnte auch zu *$"eH- ‘die Körperstellung verändern’ gestellt
werden, doch zeigt dieses ein e-redupliziertes Präs., während germ. *ge- wegen der R(e) i-Re-
duplikation voraussetzt.
?*ghejqh-! "wünschen, erwarten" IEW 426-7
Präsens ?*gřéid"-e- [apr. geide, gieidi ‘sie warten’?
lit. geidZiü, (geisti) “wünschen, begehren’
aksl. (+) Zido, (Zudati) ‘(er)warten’
Iterativ ?*g"oid"-éie- Пе. gaidu, gàidît "erwarten"
(M.K.)
Nur bsl. und germ., vgl. ahd. git ‘Gier’.
< *geidia, zum іе-Ргӣѕепѕ umgebildet; vgl. SCHMALSTIEG 180.
Prgheigt." “lechzen’ IEW 427
Präsens *g"eig"-e- ved. jehamäna- “(mit offenem Mund) keuchend,
lechzend’'
?[got. ga-geigan ‘gewinnen’, faihu-geigan
‘begehren’?
rgNi-neln-8"- (аһа. gingen ‘verlangen’
(M. K.)
197
Nur indoar. und germ.
| Vgl. Сото 156-7.
In die 3. schwache Klasse überführt; im Germanischen muß bei dieser Verbindung mit einer
Bedeutungsentwicklung wie in nhd. nach etw. lechzen ‘etwas begehren’ gerechnet werden.
Prgheld*-! “entgelten, büßen’ IEW 436
Präsens *gfeld"-e- got. (+) -gildan ‘vergelten’?
aksl. Zlëdo, (21511) ‘zahlen, büßen’”
aruss. Zeledu, Zelesti ‘zahlen, büßen’
Perfekt ?*g"e-g"öld"/g]d"- an. (+) galt ‘vergalt’
Kausativ ?*gtold"-Eie- ahd. in-gelten ‘bestrafen’®
(M.K.)
Nur germ. und slav.; z.T. wird Entlehnung des slav. Wortes aus dem Germ. angenommen,
vgl. KIPARSKY, Lehnw. 190-1, was nicht auszuschließen ist, aber auch nicht beweisbar.
Die aschw. Variante giella beweist gegen KIPARSKY, Lehnw. 191, kein */b < *lt, sondern
zeigt eine im Aschw. auch sonst belegte Sonderentwicklung von ld.
Sekundäre Variante mit Zla° durch Entpalatalisierung von /, vgl. VONDRÁK I 305.
< ‘büßen lassen’.
7% һер.) ‘träufeln’ IEW
Präsens *g“”hi-gYhér/ghr- ved. jigharti “besprengt, beträufelt’
' Nur indoar., alles weitere unsicher, s. EW Aia I 512-3.
*gherdh.! “umschließen, umgürten’ IEW 444
Präsens ?rgrd"-ie- an. (+) gyrða ‘gürten”?
(M. K.)
Verbal nur germ., denomin.? Vgl. z.B. ved. grhá- m. ‘Haus’ < *əhrdh-ó-, got. gairda f. ‘Gür-
tel’ < *ghérdh-eh;-, lit. gaFdas m. ‘Pferch’, aksl. grad» m. ‘Burg, Stadt, Garten’, alb. gardh m.
‘Zaun’ < *əhordh-o-.
Daneben got. Adj. bi-, ufgaurdans ‘gegürtet, bereit’, das nicht zwingend ein starkes Verb vor-
aussetzt, vgl. SEEBOLD 225.
198
?rg'®hers-" “sich (er)freuen' [IEW 445-6]
Präsens *g'®hörs-e- ved. härsate ‘(er)freut sich, ist erregt’?
[parth. gš- ‘froh sein’, sogd. w-yš- ‘sich freuen”?
Kausativ ?*gWhors-é ie- [ved. harsáyanti “erfreuen, begeistern ’*
(M. K.)
Nur itr.; zum Velar (bzw. Labiovelar) vgl. ved. ghfsu-, ghfsvi- ‘freudig, munter’ und das iran.
Material; im Ved. weitgehend mit *$*ers- ‘sich sträuben’ zusammengefallen und im Einzel-
nen nicht leicht davon zu trennen, vgl. Сото 347556.
Nur in dieser Bedeutung (nie ‘erstarren’), 5. Сото 347, also wohl nicht zu *óhers-,
? Vgl. GHILAIN 58; GERSHEVITCH, GMS 182 §1212. Ө
Mit analogischem A statt Tgh, wegen der Bedeutung eher hierher als zu *$"ers-.
?1.*g®hes-! “essen, fressen, verzehren’ IEW 452
Aorist *ghés-/g hs- ved. ághas "hat ререѕѕеп’?, 3p áksan,
Inj. Med. ápi gdha ‘er verzehre, fresse auf”?
Präsens *g”*s-néulnu- aav. Ptz. Med. ayžōnuuamna- Y. 28,3 ‘sich
nicht verzehrend, nicht aufzehrbar’®
Perfekt *ghe-gHhósig hs- ved. jaghäsa ‘hat gegessen’, Зр jaksur”
Desider. ?*ə(0@h;_o(0h s-sé- ved. (AV) jíghatsati ‘hungert, wünscht zu
essen’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. jav. gaņhanti ‘sie essen, Dessen"?
(R. L.)
Nur iir., weitere Anschlüsse unsicher; vielleicht hierher *g*ös-ti- m. ‘Fremder, Gast’ in lat.
hostis ‘Fremder, Feind’, got. (+) gasts und aksl. (+) goste ‘Gast’, wodurch dann wohl *g**
ausgeschlossen wäre (M. К.).
Mit analogischer Durchführung des nicht palatalisierten gh für fahas. Daraus verdeutlicht
s-Aor. äghäs.
3 < iir. *gždřa < *ghs-ro, Ai. Gr. 1 76, EWAia I 514.
= /а-рѓапи-а-тпа-! < *gžanų-āna- zu iran. *gZandu-/gZanu- < iir. *g2"-näulnu-, vgl. phono-
taktisch *a*b*-neulnu- > iir. *d*b"-näulnu- > iran. *dbandu-Idbanu- > aav. dabanaotä ‘ihr be-
trügt’; das Нар. leg. ayZönuuamna-, v.l. ayZaonuuamna- zeigt überlieferungsbedingte Umfär-
bung а/5 > д (bzw. Epenthese a > ao) vor Folgesilbe mit u wie sporadisch auch sonst, vgl. Y.
31,4 aojönhuuat (= /aujahuat!) ‘kraftvoll’; aus dem Iran. noch hierher Hap. leg. ap. a-x-$-t-a
in der Interpretation als УАФ). /axstal f. ‘nicht aufzehrbar’ (= ‘unvergänglich’) < iir.
*agždřa- (= ved. agdha- “ungegessen)’ < *n-g™"s-to-; s. LIPP 4.8.6.2. Zu Versuchen einer an-
deren etymologischen Einordnung vgl. EWAia I 423, 428, 691, MAYRHOFER, Lautlehre 154
199
und Anm. 232, 157 und Anm. 256, 258 mit Lit. Das redupl. Pràs. ved. jaks- gehórt nicht zu
ghas-, sondern ausschließlich zu has- ‘lachen’ (s. 2.3 gies 1.
“ Vgl. KÜMMEL, Perfekt 166-7.
5 Zum them. Aor. *sanha- < Wurzelaorist *gah-, KELLENS, Verbe 111, 114, 1 18'; Ptz. Präs.
jav. gänhant- infolge Verschreibung mit scheinbarer Länge.
72.*g(®hes-" ‘lachen’ IEW -
(Whos/g hs. ved. jäksat- ‘lachend’?
Präsens *g®hö-g
Neubildungen: R(e)-e-Präs. spätved. (ChU) hasati ‘lacht’
(M. K.)
Nur iir., dazu jav. jahi-, jahikä- ‘Prostituierte’ (die gleiche Semantik in ved. hasrá- f.); vgl.
EW Aia l 811-2.
? Daneben mit dialektaler Lautung jájjhati- RV 5,52,6; s. HOFFMANN, KZ 83 (1969) 210-5 =
Aufs. 305-10.
xg Wheygh-! ‘verbergen’ IEW 450
Aorist *gheugt-/g®hug"- [ved. guhas ‘verbirgst?
ШШЕ [ved. gühati ‘verbirgt?
Präsens *g
jav. Opt. guzadta “würde verbergen"?
Iterativ rg Лон айр. ap. Konj. -gaudayähay ‘sollst verheimlichen’;
sogd. 'p-yw'yz- (apyweZ-) ‘verbergen’
(M.K.)
Nur iir., zum Auslaut *5” (nicht *0") vgl. ved. -dh-, -ks- und sogd. p-ywšt- ‘versteckt’;
SZEMERENYIs Erklärung von iran. -z- aus *-d"-s- im s-Aorist (StIr 9 [1980], 44-9) ist dagegen
morphologisch problematisch (kein s-Aorist belegt); Ansatz einer Parallelwurzel *g"eud"- ist
unnötig, die dazu gestellten miran. Formen können mit *keud"- kontaminiert sein, s.d.
Daneben verdeutlichende Neubildung aghuksat, s. NARTEN 109.
ü wohl nach der Proportion x : güdhd- = üha- ` üdhd-, vgl. Сото 296-7’.
Vgl. noch sogd. pr-ywz- ‘cover’, parth. n-gwz- ‘conceal’; SZEMERENYI, l.c. 45.
Vgl. GERSHEVITCH, GMS $191.
w bk o H
200
TrgWheys- “(Geräusche) hören” IEW 454
Aorist *g%heus-/g""us- aav. 3s Med. gasta "boer?
Präsens *géus-e- ved. ghösati “ertönt; hört”?
parth. (+) n-gwš- /ni-yös-/ ‘hören’
Kausativ *g”hħoys-éie- ved. ghosäyati ‘läßt hören, läßt ertönen’
Neubildungen: Perfekt ved. (JB) a-jughosa ‘hörte’
M.K.)
Nur iir.; zur semant. Abgrenzung von *kleu- ‘(Worte) hören (und verstehen)’ vgl. Сото 131.
Athem. nur Y. 31,18; 19, sonst thematisiert güsara, Іру. gūšahuuā, güsö.düm; nur aav.
Vgl. Сото 130-2 (auch zur Bedeutung); im Пг. *g* verallgemeinert, fehlende Palatalisierung
des Anlauts im Präs. erweist keine Neubildung.
*ghlendt-! ‘blicken, schauen; glänzen” IEW 431
Präsens *g"In-ne/nd"- [air. -gleinn “untersucht, lernt, wählt aus’;
bret. gou-lenn ‘verlangen’, di-lenn “auswählen”?
?[lett. (kur.) glendi ‘suche!’
"ehn jé. ?alb. gjas ‘bin ähnlich”
Essiv ?* апа" hue. russ. (+) gljazu, (gljadétť’) “schauen, blicken’®
(М.К)
Der Zirkumflex іт Bsl. fordert *а" (bei *d wäre Akut nach WINTERs Gesetz zu erwarten, s.
Anm. 1 zu *b*eg"-), dieses auch in mhd. glander ‘glänzend, schimmernd’, nschw. glindra
“flimmern’; mit auslautendem *d steht daneben mhd. glinzen ‘glänzen’ (nur Präsens), früher
belegt ahd. glanz ‘glänzend’, m. ‘Glanz’ mit dem Denom. glenzen.
Semantik unklar, doch kommt ‘(er)scheinen’ neben ‘sehen’ häufiger vor.
Urkelt. *glanne- — *glannd- < *ohlnnd-, s. MCCONE, FS WATKINS 465-6, 468, 472.
Vgl. auch nuo-gleäst “erblicken’;, MÜHLENBACH 625a; 785a.
*glad-ie- < *g"Ind-ie- nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 109; 35 umgebildet gjet. An-
ders (*ga-lab-tja-) OREL 128 mit Lit.; daneben auch gjan “ähnelt; paßt; scheint, geschieht’,
umgebildet?
Vgl. VAILLANT UI 388; dazu Iterativ aksl. (+) gledajp, gledati; ebenfalls Umbildung des Na-
salpräsens?
a b vi Hä
201
*gfrebh,- ‘ergreifen’ IEW 455
Aorist *g"rebhy-/g"rbh>- heth. kar(ap)p- “aufheben’'”
ved. ägrabhit ‘hat ergriffen”?
aav. grabam ‘erfasse’
Präsens *g?rb-neln-h>- ved. grbhnäti “ergreift”
jav. garaßnaiti “ergreift”
*għrbhz-ié- heth. kar(ap)piezzi ‘hebt аш???
Perfekt *gře-gřróbh,/gřrbh- ved. jagräbha ‘habe ergriffen, besitze’
jav. Ptz. jagarabus- ‘begriffen habend’
Kaus.-It. ?*gřrobhz-éie- aksl. (+) grabljọ, grabiti ‘raffen, ergreifen’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. grebiu, (grëbti) “ап sich reißen; гесһеп’”
(M. K.)
Die WINTER-Dehnung (s. Anm. 1 zu *b”eg!-) im Bsl. spricht für zb und gegen *bñ; iir. *bh
muß dann auf *bh; zurückgehen, s. EWAia I 506 mit Lit.
а Alt nur außerhalb des Präs., s. MELCHERT, InL 20 (1997) 84-6.
ls agrabham, später zum is-Aorist umgebildet, vgl. NARTEN 109-11. Ziemlich früh tritt im
Ved. auch A für bh ein, s. Ai. Gr. 1251-2, I? Nachträge 139.
Mit analogischem bh nach Aor. und Perf. für Tghrbná-, dazu deverbativ grbhā-yá-ti (abgelei-
tet vom urspr. antekonsonantischen schwachen Stamm *grbha- < *əhrbnh;-), vgl. die Lit. bei
EWAia I 507 oben.
Dazu deverbativ *grba-ia- (= ved. grbhayá-, s. Anm. 3) > Jav. -gəuruuaiieiti, vgl. die Lit. bei
EWAia I 507 oben.
Später durch karp- verdrängt, vgl. MELCHERT, InL 20 (1997) 84-6. Zur Semantik vgl. germ.
*hafja- ‘heben’ < *kh;p-ié- ‘ergreifen’, s. *keh;p-.
5а Vgl. KÜMMEL, Perfekt 163-5.
In jagarabustara- ‘der besser begriffen hat’, daneben ls jayauruua mit analogischer Vollstufe
І *-garb-, s. KÜMMEL, Perfekt 633-4.
Daneben gröbiu, (gröbti) ‘an sich reißen’ = lett. gräbju, gräbt, innerbalt. zu erklären? Denk-
bar wäre auch ein altes Iter. *g"röbhz-ie-, das auch aksl. (+) grabiti zugrunde liegen könnte.
?refreb'-" ‘graben’ IEW 455-6
Präsens ?*g"rebh-e- [lett. grebju, (grebt) ‘schaben, aushöhlen’”’
aksl. (+) grebo, (greti) “rudern; graben’*
*ohö-ghrob"/g"rb"-[got. (+) graban ‘graben’
Aorist *ofreb"/g"reb"-s- aksl. po-grese ‘begruben’
Neubildungen: Essiv adech. hrbieti “begraben liegen’
(M.K.)
202
wE uan
Nur germ. und bsl.; Zusammenhang mit *g*rebh;- unsicher.
Oder athem. Wurzelpräs.; das slav. Verbum wäre dann daraus thematisiert.
Zum je-Präsens umgebildet.
‘rudern’ aus “im Wasser graben, stochern’.
< *grobeti mit analogischer Reduktionsstufe (nicht tZorb- < *g"rb+-).
Ixphrehd-) ‘weinen’ IEW 439
Präsens ?*g"reh,d-e- got. (+) gretan ‘weinen’
Kausativ ?*g"roh,d-eie- ап. gröta ‘zum Weinen bringen’, ,
?ае. (+) grētan “angreifen; grüßen”
Neubildungen: Perfekt got. (+) gaigrot ‘weinte’
(M.K.)
Nur germ.
Der Bedeutungsübergang zu westgerm. ‘angreifen; grüßen’ ist nicht klar.
*ghrehju-' ‘stürzen, losstürzen’ IEW 460
Aorist *gfrehju-Ig"ruhj- [gr. ёұраоу “fiel an, überfiel”?
Präsens ?*g"ruh,-6-
Neubildungen: R(e)-ie-Präs.
n-Infix-Präs.
[lat. in-grui "brach herein, stürmte an’
lat. in-gruö, ere “hereinbrechen, anstürmen’
lit. griauju, (griduti) “niederreißen, zerstören’, refl.
‘eindringen’
lit. griwvu, (griäti) ‘zerfallen, einstürzen”
(M.K.)
Wurzelansatz *gfrehju- wegen gr. ¿a-zpmiç ‘heftig anstürmend’; möglich auch *greh;zu-,
falls die Palatalisierung im Lit. sekundär. S. PETERS, FT Wien 342.
*K#reu-, s. PETERS, l.c.
Mit analogischem „super-zero-grade“ *k"rau- (statt antevokalisch T£#ruu- < *g"ruhj-) zu R(e)
Mit palatalisiertem r nach griáuti.
203
*ghrei- “bestreichen, salben’ IEW 457
Präsens ?rgf'rei-e- lit. greju, (grieti) ‘Sahne abschöpfen’
9% għri-ié- gr. доб ‘salbe, bestreiche’'
Aorist ?* għréilg"réi-s- рт. yploaı ‘salben, bestreichen’?
(М. К.)
! Miti durch Dehnung vor Morphemgrenze.
2 Wenn nicht Neubildung, mit i nach dem Präsens oder durch lotazismus.
I*ghreib'- ‘greifen’ IEW 457-8
Präsens ?*gfreib"-e- got. (+) greipan ‘greifen, ergreifen’
[lit. griebiü, (griebti) ‘ergreifen’
iterativ ?*g"roib"-eie- ап. greipa ‘verüben’
[lit. graibau, graibyti ‘ergreifen’
Essiv ?*għribt-hié- [lett. gribu, (gribêt) ‘wollen, verlangen’
(M. K.)
1 Nur germ. und balt., onomatopoetische Neuschöpfung? Der balt. Zirkumflex macht auslau-
tendes *b unwahrscheinlich, germ. *p ist aus einem Intensivum *grippija- übertragen, vgl.
LÜHR 356.
Y*ghreid"-" ‘schreiten’ [IEW 456-7]
Präsens *gfri-ne/n-d"- [air. in:greinn, in:grennat ‘verfolgen’?
?[aksl. (+) gredo, (gresti) ‘gehen, kommen”
Desider. ?*g"reid*/g"rid"-s- air. Konj. Prät. 3p in:griastais ‘sie
verfolgen’
(M. K.)
Hierher auch got. Akk. Sg. grid, mhd. grit ‘Schritt sowie nichtprimäres lit. grìdyti, gridiju
‘gehen’, vgl. KLINGENSCHMITT, FS MEID 83".
*grenne-, aus *grinde- umgestaltet nach Konj. *grēss- nach z.B. *glenne- : Konj. *glëss- (s.
*għlendh-), s. MCCONE, FS WATKINS 473.
Nasal vom Präsens aus verallgemeinert.
*orēss(e)- < *əhreidh-s-e-, МССОМЕ, l.c.
204
*għrem- ‘dröhnen, wüten”! IEW 458-9
Präsens *g"rém-e- Jav. gramənt- ‘wütend’?
Пей. gremju, (gremt) ‘murmeln’, ref]. ‘drohen’
?* gh6-g"romig"rm- [lit. gramù, (grameti) ‘mit Gepolter fallen”
Kausativ ?*ghrom-eie- got. (+) gramjan ‘erzümen’*
Fientiv ?*g"rm-Ehlh;- [aksl. уъ2-егътё ‘donnerte’”
Essiv ?*gtrm-hjie- [lit. grumin, (grumeti) “dröhnen, donnern”
[ksl. (+) -gromljo, (-grometi) “donnern’”
(М.К)
Hierher z.B. auch gr. ypóuoç Hsch. ‘Gewieher, Geräusch’, aksl. grom» ‘Donner’ < *ghróm-o-.
1
2 Vgl.KELLENS, Verbe 107.
? Wenna aus *(ge-)grom- thematisiert und nicht sekundär.
4 Oder Denom. zu *grama- ‘zomig’ in ап. gramr, as. gram.
5 Mit analogischer Reduktionsstufe *gr,m- > *grum- für *grm- > *girm- (> slav. *Zorm-).
*g®hrend-' ‘(zer)reiben’ IEW 459
Präsens ?*g"hrend-e- lat. frendö, ere ‘Zähne knirschen, zermalmen’
lit. grendu, (gresti) ‘schaben, scheuern’
(М.К)
Anlaut nicht ganz klar, das Lat. spricht eher für *g“* (vielleicht kann aber gemäß WAL-
DE-HOFMANN І 545 mit Beeinflussung des lat. Anlauts durch friäre, fricare ‘reiben’ ge-
rechnet werden); Auslaut *d wegen der litauischen Akutierung gemäß WINTERs Gesetz (5.
Anm. 1 zu *břeg"-). Ae. grindan ‘reiben, zermalmen’ usw. kann dann wegen d < *dh nur
mittelbar verglichen werden.
205
* gH.
*g¥eh,- ‘den Fuß aufsetzen, treten’! IEW 463-4
Aorist * o“éh,-/g8“h,- ved. ágāt ‘ist (wohin) getreten, gegangen’
aav. раг ‘geht’
arm. eki ‘ich ging”
рг. &B ‘ging los, machte sich auf”?
(ett, gäju ‘ging’
Präsens *gte-g4ohz/g"h,- [ҹей. jígāti “schreitet”
[arm. kam ‘stehe, befinde mich”
[gr. hom. Glo “einherschreitend’’
Perfekt *gte-g"öh,/g"h,- ?ved. Opt. jagayat RV 10,28,1 ‘wäre gegangen"
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. air. bald ‘stirbt
gr. hom. Beßdaon ‘sind vergangen"
‚10
R(e)-ie-Präs. lit. dial. göju, (góti) ‘gehen’
(M. К.)
S. DELBRÜCK, Vgl. Synt. II 16; HOFFMANN, Inj. 274-5.
Sekundär zu *eki- umgebildet, eka- noch in Ip ekak‘, Іру. Pl. ekayk‘, vgl. KLINGENSCHMITT
279; 35 suppletiv екп, s. *g“em-.
Mit verallgemeinerter R(e); die 3d дату gehört zu *g“em-, s. HARDARSON 150-2.
Aus *gä- umgebildet, vgl. STANG, Gramm. 391.
Ursprüngliche a-Reduplikation zeigt nach NARTEN, FS GONDA 161-6 = Kl. Schr. 190-5
Jagat- ‘belebte Welt’, urspr. Ptz. ‘das, was schreitet’ zu *jagati.
Mit Verlust der Reduplikation aus *g*e-g"h>-, vgl. KLINGENSCHMITT 87-9, auch zur Seman-
tik. Könnte auch auf *g“h,-ie- zurückgehen; dazu Aorist ekac“ ‘trat, blieb stehen’, s. ibid.
Mit sekundärer i-Reduplikation.
Mit analogischer R(e), möglicherweise Augenblicksbildung, vgl. KÜMMEL, Perfekt 161-2.
Meist mit Präverbien, im Sg. x-Perf. Bär: Riol wie bei allen Wurzeln auf *A, beseitigt.
< *g“'ho-ie-, vgl. MCCONE 109; nach MCCONE, GS SCHINDLER 361 jedoch deredupliziert
*ba-ti «< *g"í-g"ehņ-ti; das (aktive) Prät. -bath beruht auf dem VAdj. *g“h2-tó-.
*glen,b"-' “niederdrücken’ IEW 465-6
Präsens *g#h,bh-ié- gr. Porto ‘tauche (ein)’
an. (+) kefja ‘niederdrücken’?
Kaus.-It. ?*g%oh,b"-eie- an. köfa “ersticken, löschen”
206
Neubildungen: s-Aorist gr. Báwa ‘(ein)tauchen’*
(M.K.)
Die gr. Wortsippe (zum Auslaut vgl. Goen f. ‘Eintauchen, Färben’) könnte aber auch zu ved.
gabhirá- ‘tief usw. gestellt werden und müßte dann *g“mbh- enthalten, vgl. EWAia I 464-5;
SZEMERENYI, Glotta 38 (1960) 212-3; dann wäre die germ. Sippe isoliert.
Mit analogischem k für kv nach lautgesetzlichem Prät. köf < *k*öb, daneben auch öfter
schwach k(v)efia wie mhd. er-queben ‘ersticken’, wohl sekundär aus dem starken Verb.
Sekundär später auch kvefa mit analogischem Ку.
Zum Präsens mit dessen R(2).
*glehd"-" ‘eintauchen’ - IEW 465
Kausativ *g#oh,dh-éie- air. -bádi “taucht etw. unter, ertränkt’;
mkymr. bawd ‘ertränkt; ertrinkt”?
(M. K.)
Verbal nur kelt.; vgl. gr. goca, dor. Baoca f. ‘Talsenke’, dazu wohl auch ved. gādhá- ‘Furt’.
In ähnlicher Bedeutung stehen daneben *g“eh,b"- (s.d.) und nominal *g“emb)- sowie
*g!end"-, vgl. LAMBERTERIE 138-43.
Verbalnomen bodi.
жоне]. ‘(be)siegen, gewinnen’ IEW 469
Aorist ?*g¥éi-/g“i- ved. jes ‘du siegst’, 2d Ipv. jitam “gewinnt!”
Präsens *g#ei-e- ved. jayati ‘siegt, gewinnt’
jav. jaiiäi ‘ich will gewinnen”
Perfekt *g"e-g"ói/g“i- ved. jigäya ‘hat gesiegt, ist siegreich’””
Neubildungen: s-Aorist ved. djais “hat gesiegt, gewonnen"
(M.K.)
Verbal nur iir., vgl. EWAia I 574; vielleicht besteht ein Zusammenhang mit gr. Git ‘Ge-
walt’; auf dieser Annahme beruht der Ansatz mit Labiovelar im Anlaut.
Je einmal im RV; für vereinzelte Reliktformen neben dem neugebildeten s-Aorist spricht die
Wurzelbedeutung, die Aoristwurzel erwarten läßt; andernfalls mit NARTEN 1 19-20 als Kunst-
bildungen zum si-Ipv. jesi zu erklären.
Vgl. KELLENS, Verbe 103; außerdem viell. aav. joiia Y. 32,7, s. SCHINDLER 63.
5 KÜMMEL, Perfekt 189-91.
Vgl. NARTEN 119-20; falls die Wurzelaoristformen nicht alt sein sollten, könnte ererbter
s-Aorist vorliegen.
207
1.*g"elH-' ‘quälen, stechen’ IEW 470-1
Präsens ` Zeil Jett. агт. ketem ‘quäle”
[mkymr. vel “schlägt”
[ae. (+) cwelan ‘leiden, verderben’?
[lit. geliù, (gelti) “stechen; schmerzen’
Kaus.-It. ?*g"olH-eie- an. (+) kvelia ‘quälen’, ae. cwellan ‘töten’
?[apr. gallintwei ‘töten!
Neubildungen: Fientiv [r.-ksl. Zel&jo, želěti “trauen”
(M. K.)
Zum Laryngal vgl. den balt. Akut. Vereinigung mit *g“elh,- ist möglich, falls ‘stechen,
schmerzen, töten’ usw. aus ‘treffen’ herzuleiten ist.
Durch eine athem. Bildung läßt sich das Fehlen der Resonantengemination im Germ. erklä-
ren, vgl. grundsätzlich LÜHR, MSS 35 (1976) 79-80.
Könnte auch Denom. zu ke? ‘Geschwür’ (< *g*el-no-) sein, doch muß dann mit semantischen
Verschiebungen gerechnet werden.
*g"el-e-t(i), hap. leg., außerdem nur noch 35 Plgpf. unpers. belsit belegt, vgl. ISAAC 309 mit
Lit.
Bedeutung vom Medium ‘sich quälen’; das einfache / wohl aus Formen wie 35 *g"ela-ri über-
tragen, vgl. Anm. 2.
Sekundär mit dem balt. Kausativsuffix -in- versehen, Neubildung?
**‘schmerzen’ <— ‘gestochen werden’, sonst im Slav. (auch aksl.) meist ‘wünschen, begehren’,
vgl. FRAENKEL 145-6.
2.*gelH-' “träufeln, quellen’ IEW 471-2
Präsens *g“elH-e- ?ai. klass. galati ‘träufelt herab’?
ahd. (+) quellan ‘quellen”?
*g“|H-ié- heth. ku(wa)liya- *(ruhig) fließen, ruhig sein"?
(М.К.)
Vgl. LÜHR, MSS 35 (1976) 9251, PUHVEL IV 304-5 (gr. Й&ААв ist jedoch zu trennen, s.
*g“elh,-, ebenso toch. klä- fallen’).
Mit analogischem g für *j.
S. LÜHR ibid.
Vgl. PUHVEL IV 303-5.
208
*glelh,-' “treffen, werfen”? IEW 471-2
Aorist *g“elh,-/g*]h,- gr. hom. -BArjenv “trafen”
Präsens *g“]-ne/n-h,- [gr. 8@АА® "werts?
air. a-t:baill ‘stirbt’
Desider. ?*gti-g*/h,-se- air. a-t.bela ‘wird sterben’
Neubildungen: s-Aorist air. a-t:belt “starb”
Perfekt gr. hom. ДЕВА тол ‘ist getroffen”
(M.K.)
Vgl. gr. BeEAgeuva ‘Geschosse’ < *g“elh,-mnh;, s. RIX $84-5. Die angeblichen Fortsetzer der
Wurzel im Iir. (s. EWAia I 470) sind zweifelhaft: jav. niyraire steht wohl für *niynäire (zu
zeihen 1. s. INSLER, KZ 81 (1967) 259-64, und die ved. Wörter gehören zu *g“erH- ‘Zustim-
mung bekunden’, s. SCHAEFER 1 16-22.
Eigentlich ‘durch Wurf treffen’, ‘werfen’ im terminativen Präsens.
Sonst nur Med. éi uo ‘wurde getroffen’ usw., aus dem Wurzelaorist sind auch die them.
Aoriste &ßaAov (nach 3p *g“əl-on — *g“lh,-ént) und ark. EfeAov (nach 35 *gt'ele < *g“élh;t)
entstanden, vgl. НАКРАВЅОМ 165-6, 180.
Thematisierung des schwachen Stammes *g“/nh,- > *g“əlne-, wobei mit analogischer Erhal-
tung von n und späterer Assimilation zu rechnen ist (für {84° < *g“aln°), vgl. HARDARSON
16159 mit Lit.; im Ark. nach dem Aorist GEAE-I*ÖEAE- zu GEAAW-dEAAm umgebildet, s. ibid.
180.
Mit infigiertem Ob jektpronomen *eks-to-balnit *‘wirft es [das Leben] weg’, vgl. PEDERSEN,
VKG II 459; aus *g“/neh,- : *g“]nh,- > *balni- : *balna- > *balni- ` *balni- umgebildet, vgl.
МССОМЕ 12-3. Gegen Zugehörigkeit zu *b”leh;- ‘heulen (> blasen)’ spricht die Vollstufe 1
im Prät. und Konj. Die Bedeutung ‘sterben’ des kymr. Simplex ball- müßte vom Kompositum
übertragen sein; zu erwägen bleibt aber Zugehörigkeit zu 1.*g“e/H- ‘quälen, stechen’.
Vgl. МССОМЕ 106-7; vgl. auch Konj. a-r:bela.
7 Daneben aktives Plapf. BeßArpeeı ‘traf tödlich”.
Prgkelhz-' ‘wünschen, wollen’ [IEW 472]
Präsens *g“člh;-/ gtélh;- [gr. „асһӣіѕсһ“, westion. hom. ABóAouau ‘will,
wünsche, ziehe vor”
*g!]-né/n-h;z- gr. hom. ion. att. BodAouaı, lesb. BöAAouaı ‘will,
wünsche, ziehe vor"?
Perfekt *g"e-g"ólh;/g"]h;- [gr. hom. лро- BeßovAa ‘ziehe vor"
M.K.)
Nur gr., falls nicht aksl. želěti ‘wünschen, begehren’ (s. 1.*g“elH-) hierher.
D.h. ark. kypr. pamphyl., PETERS, FS RISCH 310-1 mit Lit.
3
209
*gYolelo- « urspr. *g“ole-, vgl. pamphyl. Ptz. BoAgwevug, mit Metathese aus *g*elo-, vgl.
PETERS, l.c. 310-1 mit Lit. Sollte BoAgue? Schreibfehler für BoAoue? sein, könnte auch von
*golo- < *g“/h;-, d.h. von einem amphidynamischen Wurzelpräsens, ausgegangen werden.
*g"olnelo- «< *g*olno- mit ol für tal nach R(e) додє- < *BeAo- < *gtelh;-. Daneben mit se-
kundärer R(e) nach (nicht belegten) Formen mit bewahrtem *elo dor. дйодол, thessal. Дё4-
Дошол (wobei die Übertragung von e vor der Metathese *elo > *ole stattgefunden haben
muß).
ov metr. Dehnung oder sekundär nach BodAoua?
*otem- (wohin) gehen, kommen’ IEW 464-5
Aorist *g*em-Ig"m-
Präsens ` "ou
Perfekt *g“e-g“óm/g"m-
Kausativ ?*g“om-éie-
Neubildungen: R(2)-e-Pràs.
ved. ägan, ágman ‘ist/sind gegangen, gekommen'!
aav. -јәп, -gmən "kommt, kommen’
arm. 3s екп “Кат”
gr. hom. 3d Bänn "gingen"
[osk. (+) -bened “Кат”
?[got. giman, ahd. queman "kommen"
9116. gemù, (gimti) ‘geboren werden”
toch. Konj. B $man-, A smäs “wird kommen"!
[Prät. В катет "kamen"?
ved. gäcchati “geht, kommt’?
[jav. jasaiti “geht, kommt’?
gr. Васкє ‘komm, auf!’
alb. n-gah ‘geht los, eilt?!”
gr. Gi ‘gehe’
lat. veniö, -Ire ‘kommen’
»10b
Yalb. n-gan ‘geht los, eilt
ved. jagäma ‘ist gegangen, gekommen’
jav. Ptz. jaymus- ‘gekommen’! ;
[lat. went "kam"!
[got. (+) qam ‘kam’
[toch.B kekamu ‘gekommen’
ved. gāmaya КУ 5,5,10 "bringt"
[jav. jāmaiieiti “läßt (weg)gehen’'”
2. gaminti ‘zeugen, erzeugen’
ап. (+) koma, ae. cuman ‘kommen’
(M.K.)
210
5a
10b
10c
Konj. (kein Präs.) gámat(i), s. HOFFMANN, MSS 7 (1955) 89-92 = Aufs. 384-6; im Ved. ist
der Anlaut g verallgemeinert.
Konj. jama-/jima-, Ipv. gaidi, jantü, teilweise (Opt. jamiiat) ist der palatalisierte Anlaut j°
analog. ausgebreitet.
Suppletive 35 zu ek- < *g“ehz-, s. KLINGENSCHMITT 279-80.
Vgl. HARÐARSON 151-2, 185; gegen Ableitung von *g“eh;- spricht die frühe Durchführung
der R(e) beim Aorist dieser Wurzel, s. ibid.; sonst wird der Aorist zu Доѓи durch 87- sup-
pliert.
Mit n statt Tm nach dem Präsens urital. *uənie-; hierher auch der lat. Konj. ad-uenam, vgl.
HOFFMANN, l.c. 91-2 = 386.
Falls mit HOFFMANN, l.c. 91 = 386 aus dem Konj. Aor. und nicht sekundäre Regularisierung
von nullstufigem *kum-a- (s. unten Anm. 14).
Aus dem Konj. Aor. oder Präsens-Neubildung? Bedeutung aus *‘auf die Welt kommen’.
< *gl!em-e-t(i), westtoch. teilweise auch mit Übertragung des n-Infixes aus dem Präs., z.B. 35
Sanmäm, vgl. KRAUSE, Westtoch. Gr. 125 Anm. 1.
Unklar der *6-Vokal in der 25/35 B sem, vielleicht aus 15 *g“ēm < *g*em-m, vgl. HACKSTEIN
16429 mit Lt: zum Prät. *k“am- ist das Präs. *k“am-nask- in В känmassäm, A kumnäs neuge-
bildet, s. HACKSTEIN 306-7.
Mit Akzentverschiebung wegen a-Vokals, vgl. Сото 73% mit Lit.
Mit analogischem /° statt 2° nach dem starken Aoriststamm.
< *en-g!m-ske-, s. ОЕМІКАЈ 295f. Zu n-gan s. gleich.
< *en-ganie- < *en-g"m-ie-, vgl. ОЕМІКАЈ 295f. Zur Variante n-gah s. oben.
Hierher auch das Präteritum djagan ‘Кат, ist/war gekommen’ (nicht reduplizierter Aorist), s.
KÜMMEL, Perfekt 155-60.
Dazu finit Konj. jaymat, Opt. jaymiiem, vgl. KÜMMEL, Perfekt 629-31.
*g“ëm- < *g“e-g"m-, vgl. MEISER, Habil. 8298. Das n statt Tm vom Präsens. Vielleicht aber
lautgesetzlich *uen- < *ueuen- < *g“e-g“en-, SCHUMACHER, Vortrag Halle 2000.
Später (ab RV 10) mit kurzem Wurzelvokal in Analogie zu anderen ved. Kausativa von Wur-
zeln auf -m, vgl. JAMISON 176, 207.
Wohl eher lit. Neubildung zu ретй.
Zum Aorist. Daneben mit R(e) got. giman und ahd. queman (neben cuman, coman). Die An-
nahme, daß diese direkt den Konj. des Wurzelaorists fortsetzen (s.o. Anm. 5а), würde die
Existenz zweier konkurrierender urgermanischer Präsensstämme voraussetzen. Wahrscheinli-
cher ist daher einzelsprachliche Regularisierung von *kum-a- zu *k*em-a- nach dem Prät.
*k" am, vgl. SEEBOLD 315-6.
*gkerH-' ‘Zustimmung bekunden e IEW 478
Aorist *gerH-/g#rH- ved. 35 Inj. Med. prá gürta ‘begrüßt’?
Präsens *g#r-nein-H- ved. grnäti ‘begrüßt, rühmt’
jav. -garante ‘preist””
[mkymr. barn- ‘urteilen’”*
*g#erH-e- ved. järate ‘singt, begrüßt”
iran. рагаё (+) jar- ‘sagen’®
211
Neubildungen: s-Aorist aksl. ро-#гъсћъ opterte `
R(z)-e-Präs. ved. d gurate ‘spricht Zustimmung aus
R(z)-ie-Präs” lit. giriù, (girti) ‘rühmen, loben’
aksl. (+) Zorjo, (Zroti) ‘opfern’!°
Perfekt ved. Opt. áti jugur уй: ‘möge übertönen’;
Ind. (YV) samjagära ‘habe versprochen’*'
(M. K.)
Vgl. VAdj. ved. gürtá- = lat. grātus ‘willkommen’; lat. grātēs Pl. ‘Dank’, osk. Gen. Sg. bra-
teis ‘des Gunsterweises’ (mit АКК. Sg. bratom, Konsonantenstamm *g“rH-t-), vgl. Rıx, FS
NARTEN.
Vgl. besonders ved. 2 gurá- ‘zustimmen’ gegenüber ápa gurá- ‘schmähen’; daraus häufig
‘begrüßen, willkommen heißen’ und/oder ‘rühmen, preisen’, s. KÜMMEL, Perfekt 196; vgl.
auch RIX, Le
Dazu thematisierter Ipv. ä gurasva, s. Anm. 8.
Dazu nach KELLENS, Verbe 177, 178 Anm. 2 auch jav. (aißi.)garaömahi, pseudogathisch für
*gərənmahi.
Vgl. McCone 11-2 mit Lit. 35 beirn neben barn spricht wohl nicht unbedingt für altes
*barniti < *g"rneh,ti mit *h, und damit für einen Wurzelansatz *g*erh,-.
5 Vgl. Сото 153-6.
6 Und andere neuiran. Verben, vgl. BAILEY 199a.
7 Neubildung mit R(z).
Š Aus dem nach Jusäsva aus *gürsva umgebildeten Aoristimperativ á gurasva RV 3,52,2
umgedeutet, vgl. GOTÖ 1542. auch mit apa, vgl. SCHAEFER 120-2.
° Gel Ersatz des Nasalpräsens? Vgl. KOCH 436-7.
10 Daneben sekundär auch einfach them. Zoro, vgl. KOCH 436-8; zur Semantik vgl. die Lit. bei
FRAENKEL 154b.
! Vgl. KÜMMEL, Perfekt 194-6.
*g#erh;- ‘verschlingen’ IEW 474
Aorist * o#erh,-Ig*rhz- ved. Коп). garan ‘sollen verschlingen’'
arm. eker ‘aß’?
[gr. ep. &ßpws “verzehrtest””
aksl. ро-?гёъ ‘verschlang’*
[alb. ageg. <an-greh> /an-grë/ “aß”
Präsens *g“rh;-é- ved. (AV) girati, (SB) gilati ‘verschlingt’
iran. махі neZ-yar- “schlucken”
aksl. (+) Zoro, (Zreti) ‘verschlingen’’
?* gtrh-ské- рг. ava-PpookwvHsch.,
[Biñoóoxeo Babr. ‘esse auf, verzehre*°
Perfekt *gte-g"örh,lg"rh;- ved. jagāra ‘hat verschlungen’
[gr. hom. Beßpwrwg ‘verzehrt habend’
212
Herativ ?*g“orh,-éie- lat. uoro, äre ‘verschlingen?
?[aalb. Inf. me-garune ‘essen’ '”
Neubildungen: s-Aorist ved. ní gärit RV 5,40,7 ‘schlingt hinunter’ ''
R(e)-ie-Präs. lit. geriu, (gerti) ‘trinken’
(M.K.)
' Mitanalogischem g für tj im Anlaut, vgl. KLINGENSCHMITT 279.
Stamm kera- < *g“erh;- verallgemeinert, Präs. suppl. owtem, vgl. KLINGENSCHMITT 279-80.
3 Mit durchgeführter Biz) Boa. < *g!rh;-, s. RIX, Kratylos 14 (1969[72]) 182; HARDARSON
152-3.
Urslav. *Zer-, vgl. KLINGENSCHMITT 280.
5 < *en-gra-t mit durchgeführter analogischer Biz) *gra- < *g“ra;-, vgl, KLINGENSCHMITT
279-80; neualb. hangra, suppl. Präs. ha (s. *h;eu-).
6 < *niZ-gar-, s. MORGENSTIERNE, UEL II 533a; das bei KLINGENSCHMITT 279 erwähnte Präs.
jav. jara- (das analogisches j zeigen müßte) ist nur P. 29 überliefert, JAMASPASA-HUMBACH
45 mit Anm. a) korrigieren jaraöi$ des Ms. zu *х'агбїў.
7 Daneben čech. žeru, Zräti ‘fressen’ mit Umbildung nach dem Typ Бего, berati, vgl. VAILLANT
HI 189; 213.
8 Alter zweifelhaft, keine frühen Präs.-Belege; daneben auch z.B. добо.
Wenn nicht eher denom. zu *uorä- (vgl. gr. доре ‘Fraß’); falls alte Iterativbildung, müßte Er-
satz von *-o(i)e- > *-ö- durch *-a(i)e- > *-ä- (nach Vorbildern mit *h;) angenommen werden.
Vgl. KLINGENSCHMITT 280°.
11 Vgl. NARTEN 109.
Prgltet-' ‘sagen’ IEW 480-1
Präsens *gf#er-e- got. (+) giban ‘sagen, sprechen’
Perfekt ?rgte-g"öt/g“t- — [got. (+) gap ‘sagte, sprach’
Kausativ ?*g“ot-éie- an. (+) kveðja ‘anreden, begrüßen, fordern’
M.K.)
Dazu arm. koc‘em ‘rufe, nenne, lade ein’ (*g“ot-ie-, kaum primär), das Anit-Wurzel voraus-
setzt und somit Anschluß von lat. ueräre ‘verbieten’ (5. *ueth;-) unmöglich macht; gegen an-
gebliche iran. Verwandte s. JOB, Koll. Salzburg 352'°; zu spätved. gad- ‘aufsagen’ vgl.
EW Aia I 460 mit Lit.
2 Eigentlich ‘zum Sprechen bringen’.
213
*gughop-! ‘im Wasser dahintreiben, flieñen'! IEW 487-8
Präsens *g!g"er-/gtghr-” [ved. ksärati ‘fließt, strömt’,
рай kharati ‘fließt’, pa-ggharati “fließt aus’,
ркі. /лагаї ‘tropft’
ау. aoi fra-Zgaraiti Y. 5,4 ‘fließt herzu’,
Konj. 3р *yZaran Yt. 8,42?
[gr. Med. фӨғірошоп “gehe zugrunde; erleide
Schiffbruch, komme vom Kurs ab’,
Akt. фӨғіро ‘richte zugrunde, vernichte,
zerstöre”, äol. Ф0ёрро, ark. фро, wepe:
YBeipeı Hsch., [dor. pPBaipa®
Aorist *gtghör/gtgter-s- ved. aksär ‘ist geströmt’
gr. Epdeıpa ‘richtete zugrunde’, Med. -unv
‘ging zugrunde’
Perfekt *gte-g!gtör/g"gtr- gr. hom. 81-рӨорас ‘bist verloren",
[att. Med. (:-)ёфдориол “bin zugrunde
gerichtet, bin vernichtet’
Kausativ *g“ëhor-éie- ved. ksäraya- ‘fließen lassen’,
pari-ksälaya- ‘абмаѕсһеп’
jav. @-yZäraieiti ‘läßt аа шеп’
Intensiv 2?*g“óhér-g“ëhorlg"ühr- jav. yžarə.yžarənt- V. 5,19 ‘hin- und
herfließend’
Fientiv *gtö"r-Ehlh)- ?[jav. a-yzradaiieiti “läßt aufwallen”
gr. Pi., ion. att. &p@dpnv ‘ging zugrunde”,
veðv pBapevreg A. Pers. 450-1 ‘von den
Schiffen geschwemmt’'”
?[toch. Prät. I in PP B <kuro> (MQ) = kurau*,
A kuro ‘gebrechlich geworden, gealtert'!!
Essiv Protötr-hie- ?toch.B Med. 3p kwremntär "werden schwach,
werden gebrechlich, altern’'?
Neubildungen: se-Präsens ?toch.A Med. 3p kursamntär ‘schwächen, lassen
»13
altern
(R.L.)
*glöhter- (traditionell *gt#ber-) = *g"'$"-er-, viell. Wurzelerweiterung von *g(®eg"- ‘(ins Was-
ser) eindringen’ (s. *g®eg*-). Einzelsprachl. Lautentwicklung: *g"ö*er- > iir. *gj"ar- (idg. 8”
> iir. palato-alveolare Affrikate j = /j"/ gegenüber idg. gt/gh "17 > iir. präpalatale Affrikate
jh) > *gžar- (postokklusive Affrikatenvereinfachung, s. Anm. 7 zu *k“ek) > indoar. *ozħar- >
ved. ksar-, pāli khar-, ркі. jhar-, uriran. *gZar- > Jav. yZar-, Jav. Zgar- (nicht-lautgesetzl. An-
214
lautmetathese); *g“ 8er- > urgr. *k#"kter- > *k""ter- > *phther- in gr. фбєїр® > dial. yeipw
(phonotaktisch unzulässige Sequenz Stat) normalisiert zu *К# > 96, da im Gr. als zweiter
Bestandteil von Okklusivsequenzen nur Dental zulässig; 99 > dial. y infolge früher Spiranti-
sierung von 6); möglicherweise *g“5"r- > vorurtoch. *k”kər- > *kk*ar- (Rundungsassimila-
tion, vgl. idg. *huksén ‘Ochse’ > vorurtoch. *uksö > urtoch. *wak”sö > toch.B *wokso >
okso, dazu RINGE, Sprache 34 (1988-90) 81-2; MSS 52 (1991) 140-1 mit Lit.) > urtoch.
*kwər- > toch.A kur-, toch.B kwr-/kur- (die aus der biphonematischen Okklusivsequenz КК”
hervorgegangene biphonematische Anlautgruppe urtoch. kw blieb in Toch.B erhalten und war
geschieden von monophonematischem urtoch. k”, das anlautend in Toch.B delabialisiert wur-
de); zu Wurzelansatz, Lautentwicklung und paradigmatischer Analyse s. LIPP 4.8.5.2., 4.4.,
4.9.
Grundbedeutung ‘im Wasser dahintreiben’ — рг. p4eipouaı ‘komme vom Kurs ab, erleide
Schiffbruch’, P9apevreg “(weg)geschwemmt’. Etymologische Zusammengehörigkeit von ved.
ksar-, ау. yZar- ‘fließen’ und рг. gdeipw ‘vernichte’ von JAMISON, FS Rıx’v.a. 243ff., 251 mit
semant. und syntakt. Argumenten verteidigt. Etymologische Zuordnung der toch. Formen
nach HILMARSSON, MSS 47 (1986) 90-2; Sprache 35 (1991-1993) 181, d.h. urtoch. *kwər-
‘schwach werden, altern’ < *‘fließen, zerrinnen, hinschwinden’; jedoch ist auch mit NOR-
MIER, KZ 94 (1980) 256 Zuweisung zu *&'иег- ‘krumm gehen’ möglich.
Zum Ansatz eines Wurzelpräs. s. auch HILMARSSON, MSS 47 (1986) 91.
Konjektur für überliefertes yZaran, dessen д vom unmittelbar folgenden Nomen actionis aißi-
yžārəm übertragen ist (s. auch KELLENS, Verbe 114, 117).
Viell. auch ‘bringe vom Kurs ab’, Bedeutungsnuance gemäß JAMISON, FS R Ix 246-7
Wurzelpräsentien von Wurzeln auf Resonant wurden im Gr. regelmäßig zu je-Präsentien um-
gebildet, vgl. gr. дєѓио < *К'еп-іо < *g""en-Ig!"n-. Med. gr. Neuerung infolge des primär
intr. Charakters von @8gipg- < *k"t"er-ie- bzw. dial. onge, < *k“"rr-ie- “dahintreiben,
schwimmen, weggeschwemmt werden’ < *k!"kher-/k“"k"r- ‘im Wasser dahintreiben’; Aktiv
sekundär als faktitive Oppositionsbildung zum Medium; s. LIPP 4.8.5.2.
= *‘bist zugrunde gegangen’; primäre intr. Bdtg. bewahrt, s. LIPP ibid. Att. öı-E&p8opa "habe
zerstört’ sekundär mit tr. Bdtg. nach Präs. Akt. @deipw ‘vernichte, zerstöre’.
Dazu resultativ att. Akt. 5:-рдарка ‘habe zugrunde gerichtet, habe vernichtet’.
Mit Z > z vor r, s. BARTHOLOMAE, Grundriß der iranischen Philologie I 1, Straßburg 1895, 18
848; 16 839.2 und vgl. $39.3b. Kausativ zu Präs. *yžrāda- < Transponat *g*$"r-eh,-d*e-, viel-
leicht mittels Terminativsuffix *-d*e- (s. jav. Xabda- ‘einschlafen’ < *suep-dhe-, gr. Gët gon
‘schwinde hin; vernichte’ < *d"g“*i-nu-d"e-) sekundär erweitertes Fientiv.
JAMISON, FS R Ix 245.
Vgl. HILMARSSON, MSS 47 (1986) 89-90.
< *kwərentər, vgl. HILMARSSON, l.c. 90. Da paradigmatisch mit Prät. I verbunden, liegt eher
Präs. Ш als Präs. II vor; formal daher wohl (gegen HILMARSSON, l.c. 91) nicht auf ein thema-
tisiertes Wurzelpräsens, sondern auf eine Essivbildung zurückzuführen (M. K.).
< *kwarsantar < Transponat *g"ä"r-s-e- (sekundär mit Biz) vom Präs. toch.B kwremntär) <
thematisierter s-Aorist Transponat *ou ħer-s-e-; s-Aor. als Kausativbildung refunktionalisiert;
zur morphologischen Analyse vgl. HILMARSSON, l.c. 92.
215
*g#jeh;-! ‘leben’ IEW 467-9
Präsens *g“iéh;-/g“ih;- ?[arm. keam ‘lebe’?
gr. hom. Вёошол ‘werde leben”?
?*g“i-né/n-h;- [ved. jinósi *erregst**
[aksl. Zonje, (Zeti) “ernten”
*g"jeh,/g"ih,-u-° [ved. jivati ‘lebt?’
ау. juuaiti ‘lebt’
[gr. ców ‘lebe’
[lat. иѓид, -ere "eben"?
[apr. giwa ‘lebt’; lett. dzivu ‘Jebe’?
[aksl. (+) živo, (žiti) ‘leben’
[toch.B šewem, А säwenc ‘sie leben?"
Fientiv *g“ih,-éh,/h;,- gr. Bıovaı “überleben, gerettet werden"!
Essiv ?*g"ih;-hjié- [arm. keam ‘lebe’!?
Neubildungen: Perfekt ау. Opt. jiyaēša ‘mögest du leben’ ”
(M. K.)
Vollstufe I nur vor Vokal (erst einzelsprachlich?): Konj. Präs. *g“éih;-e- und Verbalnomen
*g"óih;-o- in ved. gäya-, av. gaiia- ‘Leben’, aruss. go jo ‘Friede’, vgl. SCHINDLER, Kratylos 15
(1970[72]) 151-2.
Mit analogischer R(z) *g“iia;- statt *g"ih,-, vgl. HARDARSON 210; lautlich möglich auch
*g“eih;-, dagegen spräche nur der dann anzunehmende Schwebeablaut in athem. Bildung,
doch könnte die Vollst. 1 vom Коп). stammen; nach BARTON, REArm 22 (1990-91) 4558 liegt
aber eher *g“(i)ih;-ie- oder *g“ih;-hj-ie- vor (s.u. zum Essiv) oder eine Weiterbildung von
*g"ih;- > *ki- mit produktivem Suffix -a-, s. ibid.
Konj. > Fut. wie bei ёбошоп, 5. *h,ed-; vgl. HARDARSON 210 mit Lit. Zur Vollst. 1 s. Anm. 1.
Aus *jinăti vermutlich wegen Homonymie mit jinäti ‘beraubt’ (s. *ĝieH-) nach bedeutungs-
nahem hinó-, inó- zum nu-Pràs. umgebildet, vgl. WACKERNAGEL, FS JACOBI, 2-3 [= КІ. Schr.
I 418-9]; COWGILL, Language 39 (1963) 254; meist thematisiert jinvari, dazu Neubildungen
einer Sekundärwurzel jinv.
Umbildung wie bei aruss. kronje- aus *k“ri-ne-h;-, s. *k“reih>-, der Stamm *g“inh;- wurde als
Wurzel abstrahiert; ‘ernten’ aus *‘Lebensmittel beschaffen’ ‘leben lassen’ (vgl. auch
Komposita von žiti ‘leben’ wie aksl. pri-Ziti ‘erzeugen’, Gd (*iz-Ziri) “ausgeben, verbrau-
chen’), s. VAILLANT III 306.
Die Annahme urspr. athem. Flexion erleichtert die Erklärung der R(e) im Gr. (und viell.
Toch.), wo mit Thematisierung von der R(e) aus (z.B. im Konj. *g"ieh;-u-e-) zu rechnen
wäre; in den anderen Sprachen kann reguläre Thematisierung des schwachen Stammes ange-
nommen werden, die dort ohnehin zu erwarten gewesen wäre. Die Ähnlichkeit des Präsens
mit dem Adj. *g!ih,-uö- in ved. jiva-, lat. иѓииѕ usw. ist also wohl erst sekundär.
Daraus Sekundärwurzel jiv-, vgl. EW Aia I 594 mit Lit.
Dazu nach dem Vorbild von fiuere : fixi (LEUMANN 591) neugebildet s-Aorist virt,
Vgl. STANG, Gramm. 336; lit. nur inchoative Nasalbildung gyjù ‘erhole mich, werde gesund’.
216
Entweder mit durchgeführter R(z) und lautgesetzlichem *ih; > *ya, oder mit durchgeführter
R(e); aus dem Präsensstamm ist die Neowurzel *śau- abstrahiert, westtoch. auch /śai-/ <
*kyaw’a- aus Formen mit Themavokal *-e-.
Zurückführung auf Wurzelaorist *grieh;- (mit LINDEMAN-Variante) ist problematisch, da die
durative Wurzelbedeutung ein Wurzelpräsens annehmen läßt, die gr. Bedeutung ist besser
durch Fientiv *g“ih;-óh;- (mit Umfärbung durch *h;) “(wieder) ins Leben treten’ zu erklären,
s. HARDARSON 208-10 mit Lit.
So nach BARTON, REArm 22 (1990-91) 4558, doch s.o. zum Wurzelpräs. mit Anm. 2.
Entweder für *jiyuiiaesa, vgl. KELLENS, Verbe 193, sekundäre Optativbildung zum Konj. * ji-
уайа- < *g"e-g"öihz-e-, oder mit HINTZE 114'?? Med. *ji-gai-i-Sa mit irregulärer Biel vgl.
KÜMMEL, Perfekt 628-9.
Prglirem-' ‘brausen, tosen’ ТЕМ [143, 383]
Präsens *g#rem-e- gr. Bp&uo “brause, rausche, tose’
M.K.)
Verbal nur gr., vgl. ved. gräma- m. ‘Schwarm, Wilde Jagd, (Heer-)Schar’ > ‘Treck; Wagen-
burg’ — ‘Dorf = gr. fpöuog m. “Brausen’ < *g“r-óm-o-; Ansatz der Wurzel nach JANDA,
Eleusis 270-2. Hierher auch r.-ksl. (+) gromada f. ‘Haufen’ (ibid. 271), problematisch ist bei
diesem Ansatz der Anschluß von lat. gremium n. 'Armvol!'.
* h
g“ u
*guho qh. “bitten, wünschen’ IEW 488
Präsens ` Zen, Ah jav. jaiðiiemi ‘bitte’
gr. ӨбӨсоєсӨол' alteiv, ixeredeıv Hsch. ‘anflehen’
gall. uediíumí *bitte”;
air. -guid, -guidet “bitten”
got. (+) bidjan ‘bitten’
[aksl. (+) Zeödo, (Zedati) ‘begehren, dürsten’”
Aorist *guhéqh/ouhéqh-s. gr. ep. poet. Өќососдол “anflehen’
Desider. ?rg"ed"/g“",d"-s- air. Konj. geiss ‘soll bitten’
Iterativ *g"od"-eie- gr. rodEw ‘ersehne’
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. pa-si-gendu, (-gesti) ‘sich erinnern; vermissen’
Essiv lit. gedZiu, gedeti ‘trauern’
aksl. (+) Zezdp, Zedeti ‘begehren”
Perfekt air. gäid bar
got. (+) bap bar"
(M.K)
Oder *g""&d"-ie-, die urspr. Ablautstufe und Akzentuierung ist nicht mehr zu ermitteln.
Vgl. CowGiLL, FT Wien 59 mit Lit.; zum Ausgang *-й- < *-д + -mi s. МССОМЕ 119-20.
Vgl. CowGiLt, ibid. 49-60.
Wenn mit SEEBOLD, KZ 81 (1967) 104-33; FT Wien 431-49, 479-82 das Lautgesetz *gt“- >
germ. *b- anzuerkennen ist. Das hier vorliegende Verb ist eines der besten Beispiele dafür.
Mit sekundärem Nasal, der wohl vom bsl. Nasalpräsens (s.u. Neubildungen) bezogen ist.
Wohl Inchoativbildung; ist auch für das Slav. als Quelle des Nasals im je-Präsens vorauszu-
setzen, s. Anm. 4; im Simplex mit weiterentwickelter Bedeutung ‘zugrunde gehen, verder-
ben’.
Zur Umgestaltung vgl. MCCONE, Eriu 42 (1991) 2.
sun —
Prgähe].! ‘verzehren, grasen’ IEW [365]
Präsens ?*g#hel-e- air. gelid ‘verzehrt, grast’
Aorist ?* g"hēl/g"hél-s- [air. ro.gelt ‘hat verzehrt’
(M.K.)
218
Nur kelt., der Ansatz ergibt sich aus der Gleichung des Verbalnomens air. geli)lt = kymr.
gwellt ‘Gras’, s. SCHUMACHER 57. Die іп LIV’ verglichenen Wörter kymr. gelau, Pl. gel
“Blutegel’ usw. müssen getrennt werden.
egen. ‘schlagen’'
Präsens *g#hén-/g#hn-
* guthi. gthn-6-
*ghn-ské-
Aorist ` Trend. eine
Iterativ *g“hon-éie-
Desid. *gi-g!"'n-se-
Neubildungen: s-Aorist
them. Aorist
R(z)-e-Präs.
Perfekt!
Intensiv
1
IEW 491-3
heth. kuenzi, kunanzi ‘schlagen, töten’;
lyk. Зр qãñti ‘zerstören’'*
ved. hänti, ghnänti ‘(er)schlagen, töten’
Jav. jainti, -ynanti ‘(er)schlagen, töten’
[arm. jnem ‘schlage’? Ë
[gr. deivo ‘ѕсШаре”
[lat. de-fendö, ere ‘abwehren’,
offendere “anstoßen, an etw. schlagen’*
[air. gonaid, -goin “verwundet, tötet”
[lit. genu, (giäti) “treiben”
[aksl. (+) Zeng, (gvnati) ‘treiben’
?[alb. gjanj “јаре, verfolge”
ved. jighnate ‘schlägt, erschlägt”®
och, D käsk- ‘gewaltsam zerstreuen””
Yav. -jaynat “erschlug’!”
рг. Erepvov ‘erschlug’'”
aksl. (+) gonjp, goniti “treiben, jagen’
[ved. jighamsati ‘will erschlagen’!®
[mir. no-t:gignether ‘thou shalt be wounded’'”
gr. ёбєтуо ‘schlug’!
gr. att. &Gevov ‘schlug’?
lit. ginu, (ginti) “wehren, verteidigen”?
ved. jaghäna "hat erschlagen’'*
jav. Ptz. jaynuuah- ‘der geschlagen hat
gr. hom. zéparat ‘ist erschlagen’
air. geguin ‘verwundete, tötete’
314b
ved. jañghanti ‘schlägt immer wieder’, Ptz. ghänighnat-"
(M.K.)
Präsenswurzel wohl urspr. iterativer Aktionsart, aus der sich die bsl. Bedeutung ‘treiben’ am
besten erklären läßt. Daneben jedoch auch endterminativ ‘erschlagen’ (aus dem iterativ-kom-
plexiven redupl. Aor.?). Vgl. GARCÍA RAMÓN, FS WATKINS 139-154.
la
9a
10с
219
< *k“an-(e)nti < *g"n-Enti, vgl. HAJNAL 161 186: dazu 32 qati, nicht mit PUHVEL Ш 82; LIV’
251 zu heth. hann(a)-, *hzneh;-.
<* Jine- < *gthén-e-; jnjem ‘wische ab, tilge aus’ ist wohl aufgrund der abweichenden Seman-
tik fernzuhalten, s. KLINGENSCHMITT 154.
Zum ie-Pràsens erweitert, wie bei gr. Wurzelpräsentien auf Sonant regulär.
Mit *-d*- erweitert, das vom Ipv. *fende < * опа! bezogen sein könnte.
Aus thematisiertem *g“ane-, vgl. kymr. gwan- ‘schlagen, töten’, s. COwGILL, FT Wien 60-1;
nach ISAAC 402-6 könnte im mkymr. Prät. gwant ‘tötete’ ein Relikt der athem. 3s Präsens
*g"an-ti (mit R(z) aus dem Plural) vorliegen.
Bedeutung ‘treiben’ aus ‘wiederholt schlagen’; ebenso im Slav.
< *р'#епіб; sekundäres je-Präsens wie im Gr.
Wohl urspr. iterativ. Nach GARCÍA R AMÓN, l.c. 149-50 mit sek. i-Reduplikation und mit jav.
jayna-, gr. лєфүє- auf ein Präsens *g""é-g'"n-e- zurückzuführen (ein derartiger Präsenstyp
läßt sich allerdings sonst nicht nachweisen).
Neue Wurzel käsk- (> Präs. /kaskann-/, Konj., Prät. /kaska-/) aus dem Präsens abstrahiert, s.
HACKSTEIN 200 mit Lit.; das heth. Iterativ kwaske- ‘jeweils schlagen’ < *g“enske- (nicht
Tkuske- < *g"nske-) ist dagegen Neubildung zum Grundverb kwen-, vgl. KIMBALL, MSS 53
(1992[94]) 77°, 92 mit Lit.; dazu auch lyk. gastti ‘zerstört’, HAJNAL 161".
Nach GARCÍA RAMÓN, Le 149-50, 154 vielmehr Präsens; dagegen HINTZE, FS FORSSMAN
107-11, die für das Av. allerdings iterative Aktionsart konstatiert.
Daneben allerdings Präs. -jaynante, es ist wohl mit HINTZE, FS FORSSMAN 107-11 (sekundä-
re?) Einordnung des Aoriststammes als Präsens anzunehmen. Nach KELLENS, Verbe 195 mit
Anm. 4 dissimiliert aus Intensiv *janyna- (zu ved. janghan-, s.u. Neubildung); dagegen GAR-
CÍA RAMÓN, Le 149-50.
Nach GARCÍA RAMÓN, l.c. 149-50, 154 aus redupl. Präsens *g“hé- ein e.
Für Tji-gha-sa- mit analogischem Wurzelallomorph -ghanı- als gedehnter Form von (g)han-
nach dem Muster von jigisa- zu ji-; vgl. МССОМЕ 156-7 mit Lit.
Urkelt. *g"i-g"an-se- > goidel. *g"i-g"en-se- > *g"i-g"en-äse- > рірпа-; strukturell jünger ist
demgegenüber das produktive E-Futur mir. -gena; vgl. МССОМЕ 157-63.
Neubildung zum Präs., nachdem E&xepvov sich verselbständigt hatte, vgl. CHANTRAINE,
Gramm. Hom. 1412.
Mit R(e) nach dem Präsens für (neugebildetes) *é8ævov, um dem homonymen £davov ‘starb’
auszuweichen, vgl. HARDARSON 156°.
Entstehung und Verhältnis zu genù unklar, auch der Akut des Inf. ist unerklärt (sekundäre
Differenzierung gegenüber giriti ‘treiben’‘?).
Da am Subjekt durch ‘schlagen’ kein Zustand resultiert, ist kein altes Perfekt möglich (allen-
falls ‘Mörder sein’?, vgl. KÜMMEL, Perfekt 599). Im Gr. bezeichnenderweise nur Perf. Passiv.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 596-9.
Für F*jayanuuäah- mit jayn- aus dem schwachen Stamm, s. KÜMMEL, Perfekt 629.
Vgl. SCHAEFER 203-5; GARCIARAMON, Le 145, 147, 149, 153-4; s. auch Anm. 10.
*glher- ‘warm werden’ IEW 493-5
Aorist *gfer-/g"r- [arm. jeraw ‘fieberte, war krank’,
u a ër
Jeraw ‘wärmte sich’
220
Präsens *g#h--néufnu- ?а1. ghrnoti DhP ‘leuchtet, brennt”?
[arm. jernowm Med. “wärme mich’?
?[got. (+) brinnan "brennen"?
*olhör-e- gr. d&pouaı ‘werde warm, wärme mich’
air. fo-geir ‘erwärmt, erhitzt’
[alb. zien ‘kocht (etw.)”®
Perfekt *glte-ghör/g“'r- [lit. gariù, gareti "brennen"!
[aksl. (+) gorjo, goreti "brennen"?
Kausativ *g*or-eie- mir. guirit, kymr. gor- “erhitzen”
?[alb. n-xeh “атте x
Fientiv *g"r-Eh,lhy- [gr. hom. Konj. Aor. беро ‘werde mich wärmen’!!
Neubildungen: s-Aorist air. fo-gert ‘erwärmte
2 um
[aksl. (+) grejo, (grějati) se “sich wärmen’'?
[alb. n-grohet “wärmt sich"
»14
(M.K.)
Ursprünglich gab es wohl im Arm. ein Paradigma Präs. jernow- (urspr. faktitiv) Med. ‘sich
wärmer’ : Aor. jer(a)- “warm werden’. Zum nu-Präsens wurde ein neuer Aorist je’(a)- mit F
vom Präsens gebildet, während zum Aorist ein Präsens jerani- neugebildet wurde, vgl. KLIN-
GENSCHMITT 224, 278; die R(e) muß aus dem Aktiv bzw. Konj. stammen.
Alter zweifelhaft. Sonst im Пг. nur Nominalbildungen, vgl. EWAia 1513 (s.v. GHAR).
Mit sek. R(e) nach dem Aorist; Medium zu einem urspr. fakt. Aktiv.
Nach SEEBOLD, FT Wien 478-9 durch Ablautentgleisung aus *brunn- < *gə“hrnu-; dazu neu
Kausativ got. (+) -brannjan ‘verbrennen’. S. aber auch *b”reiH-.
Wohl sekundäres faktitives Aktiv zum Medium.
Nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 109 mit *-ön weitergebildet aus *ze(r) < *jerer <
*gthéreti; ähnlich OREL 524.
Zum i/&-Verb umgebildet, vgl. STANG, Verbum 153.
Mit anomalem Ptz. gorọšt- (erst später gorest-), was für urspr. athematische Flexion spricht;
wegen Bedeutung und Riol ist Umbildung eines Perfekts anzunehmen, vgl. STANG, Verbum 24.
Setzt urkelt. ze" ori- < *g“"oreie- voraus.
Variante пхеј nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 128-9°° < *en-jari- *-gari- <
*-g"ħor-éie- mit *j nach *jere- < *g“here- (vgl. Anm. 6); vgl. OREL 303.
Nur Od. 17,23. Mit sekundärer R(e).
Urspr. *greti, vgl. Aorist sp-gr& und russ. gret', vgl. VAILLANT Ш 269. Problematisch ist fak-
titives grěti ohne se; vielleicht durch Rückbildung zum Reflexivum zu erklären.
Dazu fakt. Aktiv ngroh “магт? (35 ohne Umlaut!), wohl erst inneralb. mit -h- erweitert aus
n-gro- < *en-g""r-2-, vgl. KLINGENSCHMITT 77; DEMIRA) 298.
Umbildung des Wurzelaorists”?
221
*gihreh,-' “etw. riechen’ IEW 495-6
Aorist ?*g""réh,-1g"rh;- [gr. ion. att. до- доќсдоп ‘riechen’?
Präsens *gi-g""reh,lg""rh,- [ved. 3s jíghrati ‘(be)riecht’”?
Desider. ?*gréh;/g"rh-s- gr. att. до-дотсоиол ‘werde riechen’
Neubildungen: nie-Präs. gr. ion. att. до-фооќуоџоп ‘rieche”?
(M. K.)
Vgl. ved. ghräna- “Geruchssinn’; hierher gr. бо- gon- ‘riechen’ aus */seds-gthreh,;-, Verbal-
kompositum mit altem s-Stamm im Vorderglied (wie *mens-d"eh,- in iir. *manz-d"ä-, vgl.
SCHINDLER, FT Regensburg 266). Zu weiterem s. EWAia I 520. Nach SEEBOLD, FT Wien
482 hierher auch ае. bræð ‘Geruch, Atem’ usw.
Thematisiert (nach aiode&odaı, FRISK II 439?) aus urspr. *-pfre- < *-g"rh,-?
jighra- thematisiert aus *jighrä-/jighr- < * jighrä-ljighir- < *g"ig"raH-Ig"ig"rH-.
Neubildung zum Futur nach Arjoouanı : доѓи o.ä., vgl. FRISK II 439. Zum Präsens zahlreiche
Nominalableitungen mit -goav-, s. FRISK П 438-9; denkbar wäre auch Ableitung von einem
Nasalpräsens gpav- < *g""rneh,-Ig*rnh,-.
2а
222
*H-
*Hedh-! ‘sagen’ ПЕМ 201]
Perfekt *He-Höd"/Hd"- ved. дла, ähür ‘sagt, sagen”
aav. ādā, ädar3 ‘sage, sagen”
(M. K)
l Nur iir. Perfekt; das Perf. kann bei Verba dicendi ausdrücken, daß der Inhalt des Gesagten als
bleibende Meinung aufgefaßt wird; dies ist eine häufige Verwendung von ved. äha. Hierher
auch iir. *ad’d*& “bekannt, gewiß’ < *ad"-ta, vgl. EW Aia I 64 mit Lit. _
2 25 (Br.) ttha weist noch auf *d*; nur präsentisch gebraucht, teilweise suppletiv zum Wurzel-
präsens brav-/brü- (s. *mleuh>-), KÜMMEL, Perfekt 115-17.
3 Ebenfalls präsentisch und spätjav. zum Präsens ädaiia- umgebildet, vgl. KÜMMEL, Perfekt
614-6 mit Lit.
*Heigt-! ‘begehren’ IEW 14-5
Präsens *Hi-Heig"/Hig"- [ved. (VS) sam-fhase ‘erstrebst, begehrst’
[aav. iziia “ich wünsche’, jav. izieiti “wünscht”?
[gr. {yavao ‘begehre, strebe”?
(M. K.)
! Zum Ansatz vgl. EW Aia I 273 mit Lit.
2 Wohl deverbative *ie-Ableitung zum redupl. Präs., so KLINGENSCHMITT, MSS 29 (1971)
163.
3 Jl 23,300; Od. 8,288 als v.). neben ioyavoo, sicher bezeugt bei Hdt., daneben ¿zaíygt Call:
die Motivation der Umbildung zum Nasalpräsens ist unklar.
*Heig-' ‘sich (heftig?) bewegen’ IEW 13-4
Präsens *Hi-né/n-g- [ved. ingäyati ‘versetzt in Bewegung”
*Heig-e- ved. éjati ‘regt sich, bebt’
Kausativ ?*Hoig-eie- ved. (KS) ejayant- ‘in Bewegung versetzend””
(M.K.)
! Dazu viell. urslav. *jogra ‘Spiel’ (VASMER 470; jedoch wegen fehlender WINTER-Dehnung
problematisch), ап. eikinn ‘rasend, wütend’ (das für *h;/*h; spräche).
223
2 Vgl. die Lit. in EWAia I 186; Weiterbildung mittels des Kausativsuffixes -йуа- zur Betonung
des faktitiven Charakters. Nach JAMISON 80 denominal, da sonst firjaya- zu erwarten sei.
3 Wahrscheinlich Neubildung.
*Heik-' ‘sich aneignen” IEW 298-9
К р Ë 2
Präsens *Heik-e- 2055. ї5-/е5- "nehmen"
toch.B aistär "erkennt, kennt”?
Perfekt *He-Höik/Hik- [ved. іе ‘verfügt über"
[aav. ise Y. 50,1 ‘verfügt über"
got. (+) aih, aigun ‘besitzen”®
Neubildungen: s-Aorist toch.B ekasta “erkanntest’
(M. K.)
! Germ. (s. Anm. 6) und Toch. verlangen *h, oder *h;, nach Adams, DTB 102 spricht die Ab-
wesenheit toch. Schreibungen mit eyk- (< *oik-) für *aik- < *hzeik-, nach KRISCH, HS 103
(1990) 125-6 dagegen *hyeik-, auch in got. ga-g-eigan ‘gewinnen, erlangen’, ahd. g-ingen
‘verlangen’ (s. *&*er'g”).
Das Perfekt mit der Bedeutung ‘über etw. verfügen’ setzt als Wurzelbedeutung ‘in Verfü-
gungsgewalt bekommen, sich aneignen’ voraus.
Falls dieses Verb ein altiran. *ais-a- fortsetzt und nicht anderer Herkunft ist, vgl. ABAEV I
552; KÜMMEL, Perfekt 124767.
Mit Übertragung auf geistige Aneignung und z.T. sekundärer durativer Bedeutung.
Mit їг. Reduplikationserneuerung *Hi-Hik-, Übergang zum Medium unerklärt. Synchron als
Präsens aufgefaßt, daher verschobener Akzent (nur noch selten Ptz. isand-), 35 dann auch
Íste, ebenso jav. ište. Vgl. KÜMMEL, Stativ 23-4; Perfekt 123-4.
Bei KELLENS, Verbe 93, KELLENS-PIRART II 223 fälschlich als Is aufgeführt. Vgl. KÜMMEL,
Stativ 145-6; Perfekt 622-3.
Lautgesetzlich aus redupliziertem *öix-/*aiy- < *h;e-h,óik- bzw. *hze-hzik- (oder *h,°) ent-
standen, vgl. LINDEMAN, NTS 26 (1972) 76; nur durch diesen Ansatz kann der fehlende Ab-
laut erklärt werden.
2a
*Herd- ‘ins Schwanken geraten’' [IEW 329-30, 334]
Aorist *Herd-/Hrd- ved. Іру. rdantu ‘sollen ins Schwanken kommen’
Präsens *Herd-e- ved. ärdati ‘schwankt’
Kausativ *Hord-eie- ved. ardayati ‘bringt ins Schwanken’
an. erta ‘reizen, necken’?
(M.K.)
224
Vgl. GoTó 102-4; Materialien 1993, 119-20.
Oder zu einer Wurzel *hzerd- ‘stechen’ іп gr. @боёс f. ‘Pfeilspitze’, air. aird ‘Punkt, Spitze’,
vgl. IEW 63; FRISK I 134-5.
2
*Hers-' ‘stoßen’ IEW 335
Präsens *Hers-/Hrs- [ved. rsati “stößt”?
(M.K.)
Nur iir.; nach OETTINGER 192-3 hierher auch heth. hars- "die Erde aufbrechen’, dies jedoch
aus semantischen Gründen besser zu *hzerh;-, s.d. Š
Thematisiert; oder viell. *Hrs-é- zu einem Wurzelaor., da eine Aoristwurzel besser zur mo-
mentanen Aktionsart passen würde?
?*Heu-! ‘weben’ IEW 75
Präsens *Hu-éie- ved. väyati ‘webt’”?
?[alb. ven ‘webt’”?
Neubildungen: Perfekt ved. ävur RV 1,61,8 haben gewebt’
(M.K.)
Nur iir., möglicherweise daraus erweitert *Heu-d- in lit. áudžiu, áusti ‘weben’; zum Wurzel-
ansatz vgl. ved. ótu- ‘Einschlag (eines Gewebes)’, VAdj. vy-ùta-. Vgl. EWAia I 275-6 mit
Lit. (wo auch Hinweise auf mögliche iran. Verwandte).
Aus dem Präsensstamm ist eine Neowurzel vay abstrahiert (z.B. Ptz. Fut. vayisyánt-), vgl.
HOFFMANN, Sprache 20 (1974) 23!” = Аш. 335"; sehr spät und unsicher bezeugt ist die se-
kundäre Wurzelform va-, s. ibid.
Nach DEMIRAJ 413-4 vielleicht hierher; dann wohl sekundär erweitert aus ve- < *Huéie-. S.
auch *hent-.
*Hiaĝ-' ‘verehren’ IEW 501
Präsens *Hiáĝ-e- ved. yájate "opfer, verehrt’
aav. yazaitē ‘verehrť
?*Hiĝ-ié- [gr. ошоп *“мегеһге??
Aorist *Hiäg/Hidg-s- мей. ayāt, ayasta ‘hat geopfert, hat verehrt’
Kausativ ?*Hiog-eie- ved. (Y VP) yajayati ‘läßt opfern”?
225
Neubildungen: Perfekt ved. ije ‘hat geopfert’
(М.К)
Statt mit einer a-Wurzel könnte man auch mit analog. Ersatz der R(z) *Hi8- durch *Н1„8- >
gr. hag- rechnen, vgl. RIX bei LIPP in Anm. 7 zu *(s)kuehjt-; allerdings fehlen im Gr. Formen,
die R(e) enthalten müßten, d.h. kein Vorbild für eine solche Analogie ist belegt.
Mit analogischer R(e) oder neugebildeter К(2), s. Anm. 1.
Aufgrund der späten Bezeugung wohl als Neubildung zu betrachten, ebenso das Passiv ijyáte
(YVP), das nur scheinbar gr. @є- entspricht.
Nach SCHINDLER bei KRISCH 27-8°* weist ij- < *Hi-Hig- auf ursprünglichen Laryngalanlaut
(das Perfekt müßte dann vor dem Schwund der Laryngale gebildet worden sein), andernfalls
wäre fyej- < *ia-iĝ- zu erwarten; bezeugtes yeje RV (3x, stets nach à) sei Neuerung für un-
klares °eje < *°ä ije im Sandhi, s. ibid. Dagegen vgl. KÜMMEL, Perfekt 391-2.
*Hieh,-' ‘werfen’ IEW 502
Aorist *Hieh,-/Hih,- heth. pi-yezzi ‘schickt hin’, u-yezzi ‘schickt her”;
heth. (i)ēzzi, kluw. ati, lyk. adi ‘macht’?
[gr. ёлка ‘warf, sandte’
[lat. iēcī ‘warf’
Präsens *Hi-Hiéh/Hih;- gr. Dä ‘werfe, sende
Desider. ?*Hiéh,/Hih-s- gr. Тош ‘werde werfen, senden’
Neubildungen: ;е-Ргаѕ. lat. iaciö, -ere "werten"!
(M.K.)
Zum anlautenden Laryngal vgl. PETERS, Sprache 22 (1976) 157-61.
Vgl. OETTINGER 348, der allerdings mit Reduplikationsverlust im Präsens *ii-ieh,- rechnet,
was möglich bleibt.
Vgl. MELCHERT, SHHP 14-6, 159-61, so jetzt auch OETTINGER, Grammatica ittita 221 gegen
OETTINGER 349 (thematisch *h,ei-e- zu einer eigenen Wurzel (2.) */yei- ‘machen’).
Zur R(e) hē- < *Hieh,- analogisch die R(z) he- (z.B. 3p ѓсоу) statt Ti- < *Hih,-, ebenso im
Präsensstamm in-/ie-; die k-Erweiterung im Sg. des Aorists ist unklar, zum Problem zuletzt
UNTERMANN, FS RIX 461-8.
Im Italischen nur mit k-Erweiterung; vgl. UNTERMANN, l.c.
Miti-<*HiH(i)-, schon episch durch Analogie zu zën. auch mit í, vgl. PETERS, Le 160.
*ia- statt fī- nach facere : feci, Neubildung zum Aorist.
*Hieud"-' “їп Bewegung geraten (ohne Ortsveränderung)’ IEW 511-2
Aorist *Hieud"-IHiud"- ved. Коп). yodhat ‘soll (be)kämpfen’?
226
Präsens ?*Hiu-neln-d"- — [lit. јипай, (jùsti) “in Bewegung geraten”?
*Hiudh-ské- Doch A yurkatar ‘sorgst dich"?
*Hiudh-ié- ved. yúdhyati ‘kämpft’
Jav. yūiðiieiti ‘kämpft’
Kausativ *Hioudh-éie- ved. yodháyati ‘läßt kämpfen’
alat. іоире- “befehlen”
poln. judzić ‘aufwiegeln’
Neubildungen: s-Aorist alat. iousi ‘befahl’?
R(z)-e-Präs. khot. Зр Med. juvare ‘kämpfen’
lit. judù, (judeti) ‘sich (auf der Stelle) bewegen, sich гереп”
Perfekt ved. yuyódha hat gekämpft, hat besteet"? -
(M.K.)
*H wegen ved. amiträ-yüdh- “Feinde bekämpfend’, Jav. aspa-/fra-iiaoöa- und gr. vopívn f.
‘Kampf, Streit’, s. EWAia II 419; auch beim ved. Perf. ist metrisch z.T. lange Reduplikations-
silbe zu erschließen, s. KRISCH 27-8; KÜMMEL, Perfekt 409-10.
Mit irregulärer R(e) Іру. yödhi, Ptz. yodhänd-, Bdtg. vom Präs. Häufiger der neugebildete is-
Aor. áyodhit usw., s. NARTEN 215.
Produktiver Bildungstyp; wenn alt, wohl Medium zu faktitivem “їп Bewegung versetzen’.
Toch. Wurzel yurk- abstrahiert aus urtoch. *iutk'a- < *iut-ke- < *ieud*-ske- < *Hiud"-ske-,
vgl. MELCHERT, KZ 91 (1977) 103; darauf innertocharischer Neuaufbau eines regulären Para-
digmas Präs. Ш : Konj. V (Abstr. yurkälune) : Prät. I (PP yurko).
Urspr. *‘befindet sich in heftiger Bewegung’, danach die Bedeutung der anderen iir. Formen;
nur ved. úd-yodha- “aufwallen’ in der nicht verengten Bdtg. (mit der Stammbildung von
*jeugH-, s.d.), vgl. СОТО 256-7.
Später iubeo, -ere nach (Gest, ійѕѕит; zur Semantik (keine Zwischenstufe ‘kämpfen lassen’,
sondern direkt von der Wurzelbedeutung aus) vgl. JOB, Koll. Salzburg 346-52.
Neu zum Präs. (e Kaus.) mit dessen Bedeutung; später nach PPP und/oder „Lit(t)era-Regel“
jüssi.
EMMERICK 36.
Neubildung zu jundù, jüsti nach produktivem Muster.
Mit Bedeutung vom Präs. zwar wäre ein altes Perfekt möglich, das ved. ist aber wohl Neubil-
dung, vgl. KÜMMEL, Perfekt 410.
*Hmelk-' ‘streichen, berühren’ IEW 724
Präsens *Hmelk-/IHm]k- [ved. mysati “berührt, faßt an; befaßt sich mit”?
Aorist ?* Hmelk/Hmelk-s- lat. mulsi “strich”
Perfekt ?*He-Hmölklmik- (хей. pari-mämrsür RV 8,9,3 ‘haben sich befaßt’*
Iterativ * Hmolk-eie- lat. mulceö, Gre ‘streichen, streicheln’
(Th.Z., M. K.)
227
Zusammenhang mit *hjmel8- ‘melken’ ist unsicher, die Wurzeln sind vor allem semantisch
durchaus deutlich zu trennen. Der Ansatz des anlautenden Laryngals basiert dann nur auf dem
ved. Perfekt und kann nicht präzisiert werden.
? Dazu neugebildet sa-Aorist mrksata RV; ämrksat AV+, s. NARTEN 199.
Vgl. zu mulsi ‘molk’, s. *h;melë Anm. 8.
4 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 375-6.
*Hned"-' ‘binden’ [IEW 758]
Präsens *HAnd"-ie- [ved. nähyanti “binden”?
*Hnd"-ske- [air. -naisc, -nascat ‘binden’
Perfekt *He-Hnöd"/Hnd"- [ved. sam anäha RV 8,48,5 ‘hält gebunden’®
(M.K.)
Nur iir. und kelt. (lat. nödus ‘Knoten’ wohl eher mit *d zu germ. *natja- ‘Netz’ usw.), *H we-
gen Vokaldehnung in Komposita, z.B. upa-näh- f. ‘Schuh’, und im Perf. (vgl. Anm. 4), zu
*dh vgl. ved. VAdj. -naddha-.
Wohl aus *a(d)hya- mit Restitution des Wurzelanlauts zu *nahyd- > nahya-.
3 Mit analogischer Reduktionsstufe *n,d- für Biz) tind- < *and- < *nd-. Dazu analog. Prät.
-nenalsc USW.
Mit rhythmischer Kürzung aus *anäha; im AV regularisiert nanäha; vgl. KRISCH 39-40;
KÜMMEL, Perfekt 289-90.
*Huer-' “einschließen, stecken, hineintun’? IEW 1150, 1160
Aorist * Huer-/Hur- ?ved. (дра, vi) var ‘hat geöffnet”?
[aksl. -vrese ‘steckten”*
*He-Hur-e- [aav. Konj. vaurait? ‘wird für sich gewinnen"?
Präsens ?*Huer-ie-” Dat, aperiö, -ire ‘öffnen’, operire ‘schließen’®
[lit. verin, (verti) “einfädeln’’
Iterativ *Huor-eie- aksl. (+) ot-vorjo, -voriti ‘öffnen’?
Neubildungen: R(z)-e-Präs. aksl. (+) -voro, (-vreti) ‘stecken’?
Perfekt ved. ápa vavara ‘hat geöffnet!’
(M. K.)
1 ждо wegen ved. ävar, ápavrta-, ápivrta- sowie auch 3s п). Med. ара vrta RV 5,45,1 (s.
HOFFMANN, Inj. 174); vgl. LUBOTSKY, Koll. Erlangen 316-7; un Bsl. teilweise mit sekundä-
rem Akut, vgl. LUBOTSKY, l.c. 317-8; falls gr. Кург. &opov' uoyAöv, лоддуо, @upapóv Hsch.
228
“Türbolzen’ hierher gehört, ist *H = *h,; dann ist Anschluß an die in gr. deipw ‘hebe’ vorlie-
gende Wurzel *h uer- zu erwägen, LUBOTSKY ibid.
Überwiegend mit Präverbien belegt, Grundbedeutung daher schwer festzustellen.
Im Ved. ist *Huer- mit 1.*uel- ‘einschließen’ und 1.*иег- ‘aufhalten, wehren’ zusammenge-
fallen; die Abgrenzung ist nicht eindeutig durchzuführen (der Präs.-Stamm vrnö-/ürnö- findet
aber nur bei den beiden anderen Wurzeln Anschluß, s.d.); prinzipiell könnte man allerdings
von nur einer Wurzel ‘bedecken, einschließen’ ausgehen, vgl. LUBOTSKY, l.c. 315-6.
Mit уъ- “hineinstecken’, mit pro- “durchstecken’, mit za- ‘verschließen’. Zum Bsl. vgl. KOCH
447, der das Ved. fernhalten möchte.
< ‘für sich einschließen’. Hierher nach TICHY, mdl.; Reduplikation erneuert zu *Hue-Hur-
(mit analog. Syllabifizierung *Hue-Hur- > *ийиәг- > väur-), semantisch wohl beeinflußt von
1.*uel-.
Der balt. Akut ist wohl sekundär und bietet keine Grundlage für den Ansatz einer
dehnstufigen Bildung.
< *а/ор-иег-.
Mit at- ‘öffnen’, mit už- ‘schließen’, erst sekundär auch im Simplex die Bedeutung ‘öffnen;
schließen’.
Später als o-tvor- reanalysiert, wonach dann za-tvoriti ‘schließen’.
Neubildung zum Aorist nach dem Muster Aorist: R(e) — Präsens: R(z), vgl. STANG, Verbum
33-4.
Mit Präverbien vielleicht eher hierher, während das Simplex zu | *uel- bzw. 1.*uer- gehören
könnte; vgl. KÜMMEL, Perfekt 456-8.
?*HueRd*-" ‘groß/stark werden’ IEW 1167
Aorist *HueRd"-/HuRd"- ved. vrdhänt-, vrdhand- “wachsend’?
Präsens *HueRd"-e- ved. värdhate ‘wächst’; värdhati ‘stärkt’
aav. varadaiti ‘stärkt’
Perfekt *Hue-uöRd"/HuRd"- ved. vavärdha, vavrdhür ‘ist, sind gewachsen’
Kausativ *HuoRd"-ie- ved. vardhäyari "stärkt"
Jav. varaöaiiete ‘stärkt’
(M. K.)
Ohne sichere auñeriir. Verwandte, Laryngal wegen konsequenter Kompositionsdehnung (ved.
anna-vfdh-). Zum Wurzelansatz (und gegen Verknüpfung mit *hyleud"- ‘steigen; wachsen’) s.
KÜMMEL, Perfekt 472-3; dort wird Anschluß ап got. waldan ‘herrschen’ usw. (s. 1.*ue/H-)
erwogen.
Zu möglichen (intr.) Konjunktivformen värdh-a- s. GOTÖ 291; z.T. auch transitiv, themati-
siertes avrdhat nur als Aorist zum faktitiven Präs. Akt.
Faktitives Oppositionsaktiv, vgl. Сото 67, 292; ebenso im Av.
Z.T. auch faktitiv ‘hat gestärkt’ nach dem akt. Präs., Med. auch thematisiert — Präs.
vavrdhate ‘ist stark’ mit faktitivem Oppositionsaktiv; vgl. KÜMMEL, Perfekt 469-73.
Gleichbedeutend mit dem akt. Präs ` verdrängt dieses im Ved., s. GOTÖ 292.
229
zb
1.*hjai-' ‘geben; nehmen’ IEW 10-1
Aorist *hdái-/hi- toch. Konj. B āyu, A em ‘werde geben’?
Präsens ?*hyi-neu/nu- [gr. оїуоцоп ‘greife, nehme”?
Perfekt *h,e-höilhji- [heth. pehhi, раі, pianzi,
[kluw. (+) piya- ‘geben’?
[lyk. ¿jetë ‘kaufte’?
Neubildungen: ske-Präs. toch.B aissäm ‘gibt’, A esam ‘gebe’!
(M.K.)
! Vgl. auch osk. aiti- f. ‘(An)teil’, nach UNTERMANN, FS STRUNK 345-9 hierher auch umbr.
Іру. aitu ‘soll aussondern’ < *ai-ie-töd (< *h;ai-ie-), mit der Bedeutungsentwicklung < “ver-
teilen’ — ‘geben’ (sonst zu lat. agere gestellt).
? Wohl thematisch, setzt den Konjunktiv *h,di-e- fort, s. HACKSTEIN 255.
Bedeutung ‘nehmen’ < *‘sich geben’ im Medium; die R(e) könnte auf sekundäre Bildung
hinweisen.
Komponiert mit *pe ‘hin’ als Oppositum zu ‘nehmen’ im Simplex, s. MELCHERT, HS 102
(1989) 44-5 mit Lit.: *p(e)-h;oi- > pai-, dazu analogisch schwacher Stamm *pi-, vgl. MEL-
CHERT, SHHP 162-3; außerheth. nach 3р zum ie-Präsens umgebildet, s. ibid. 4528 Oder aus
Medium *Aái- umgebildet wie dā- ‘nehmen’ (s. *deh;-)?
Vgl. auch hluw. Iterativ iyasa-, vgl. MELCHERT, HS 102 (1989) 42-5; Umbildung wie beim
Kompositum.
Neu zum Konj., vgl. HACKSTEIN 252-5.
?2.*hjai-' ‘warm sein’ [IEW 11, 68]
Präsens *hydi- Stat. heth. aāri ‘ist warm, ist heiß”?
* yi-neulnu- heth. inuzi “macht warm, macht heiß’?
(M.K.)
Nur anatol., unsicher ist Verwandtschaft mit *aid"- “entzünden’ (s. EICHNER, GS KRONASSER
28; OETTINGER, MSS 34 (1976) 149”), denn diese Wurzel kann *h; haben, s. *hzeid"-.
< *аі-а°; vgl. OETTINGER, Le 136. Offenbar noch a'a- mit Hiat, da immer <a-a-> oder
<а-а-аС-> geschrieben, s. MELCHERT, АНР 28.
Aheth. immer mit <i>, also nicht < *aj-nu-, vgl. MELCHERT, SHHP 38 mit Anm. 78; die R(z)
spricht für relativ hohes Alter.
230
*h;ed- ‘(beißen >) essen’ IEW 287-9
Aorist **h ё4-[һа- in uridg. *h,d-ónt- ‘Zahn’?
Präsens *hyed-/h,ed-° heth. &dmi, adanzi ‘essen’
»5
[ved. átti, adanti “essen
gr. Eöuevan ‘essen’, Fut. ёбоцол “werde essen’
[lat. edo, esse, edim “essen”
[air. ithid “180°; [kymr. ys 18?
[got. (+) itan ‘essen’
alit. émi “esse’'”
aksl. (+) jame, (jasti) ‘essen’!
?[alb. ла “г?! "
6
Perfekt *he-hódlh,d- [gr. hom. dë. moie ‘gegessen habend’?
Пат. гаг ar
[air. dúaid ‘hat gegessen” "`
[got. (+) er ‘aß’!
Desider. *hi-h,d-sé- air. -íss ‘werde essen’'”
Neubildungen: s-Aorist aksl. jase *aB'!°
Kaus.-It. ved. (ŠB) ädayati ‘gibt zu essen’
1?
oe A с a +
11
[arm. owtem ‘esse
got. (+) -atjan ‘zu essen geben’
(M. K)
Schon uridg. ist die Bdtg. des Präs. verallgemeinert bzw. der Aor. ausgestorben, ‘beißen’ nur
noch in Ableitungen, vgl. SCHINDLER, KZ 89 (1975) 62.
Vermutlich lexikalisiertes Ptz., viell. urspr. amphidynamisch *h,ed-ont-/h,d-nt-, der Ansatz
von suffixalem *-önt- wird durch das Germ. (s. LÜHR, MSS 38 [1979], 123-9) und Balt. ge-
fordert, wo eine einzelsprachliche Umbildung von *-Ent- bei dem isolierten Wort nicht mehr
möglich war.
Urspr. iterativ-durativ ‘wiederholt beißen’ — ‘essen’, vgl. KÜMMEL, HS 111, 1998, 203-4.
Der akrodynamische Ansatz beruht nur auf lat. edim und air. ith- sowie indirekt auf arm. owt-
(s.u.), da *ë im Lat. und Bsl. durch LACHMANNS Regel bzw. WINTERs Gesetz (s. dazu Anm. 1
zu *bfeg!‘-) erklärt werden kann und somit keine R(&) erweist.
Mit analogischem Ablaut 2/a statt 2/e, vgl. OETTINGER 89-91.
Zum mobil akzentuierten Wurzelpräsens umgebildet mit Durchführung der R(e) ad-.
Konj. > Futur; daneben thematisiert ёдо und zum Іру. *&08ı neugebildetes Eodiw.
Regulär in die halbthematische Flexion überführt.
< *ite-, mit */ nach dem (suppletiven) Verbalnomen //ле < *pitya- für *ide- «< *id-Jid- <
*jd-/ed-, vgl. MCCONE, Ériu 42 (1991) 3-8.
< *ed-ti, R(e) durchgeführt.
Modern ёди, Esti.
Mit Durchführung der К(ё) wie im Lit.
tla Ia ha < *ehä < *edá < *edöm nach OREL 140-1 mit Lit. (vgl. jedoch *Луеи-).
|
|
|
231
12 gönö- aus *1}5- < *h,e-h,d- verdeutlicht.
Mit verallgemeinertem *ēd- aus *hje-h,d-.
14 < *de-uo--äde < *-öde < *hye-h,öde, s. SCHUMACHER, Eriu 49 (1998) 149-60.
Suppl. zu Ма, Konj. -estar dagegen Neubildung, kaum altes Desiderativ *h,&d-s- (kein gr.
ёсоо!).
Zwangsläufige Neubildung zum Präsens.
17 Mit analogischer Bio) nach dem akrodyn. Präs. *h,d-, s. KLINGENSCHMITT 157.
PrneßH-' ‘(er)mangeln’ IEW 290
Präsens ?*hjg-neln-H- toch.B Konj. yäknäntär ‘sollen vernachlässigen’?
Essiv ?* h8 H-h,ié- [lat. egeö, -ёге ‘darben, Mangel leiden, entbehren”
(M.K.)
Verbal nur ital. und toch., dazu noch an. ekla f. ‘Mangel’ usw. Ansatz mit *°H nur wegen des
toch. a-Charakters.
Mit analogischer Riek Dazu neu Präsens yäknastär, A yäknästär, zur Etymologie vgl.
ADAMS, DTB 494. Hierher nach MELCHERT, Koll. Kopenhagen 304 auch heth. ak(k)- ‘ster-
ben’, s. unter *hek-.
Mit sekundärer R(e), wohl vom s-Stamm *eges- п. (in egestas f. ‘Mangel’).
*heguh-! ‘trinken’ [IEW 23]
Präsens *hé-hog"ih g- [heth. ekuzi/eukzi, akuanzi “trinken”,
pal. ahuwanti ‘trinken’
[toch.B yokäm ‘trinkt’, A yoktsi “trinken”
(M.K.)
Hierher lat. Ebrius ‘betrunken’, s. PUHVEL I 267-8; diese Verbindung ist besser als die mit lat.
aqua ‘Wasser’, got. (+) alva ‘Fluß’ usw. (die wegen der dann anzunehmenden Vokalisierung
von *h auch im Germ. lautliche Schwierigkeiten macht); zu рг. vripa/v&po ‘bin nüchtern’
vgl. WEIss, HS 107 (1994) 91-8. Nach RASMUSSEN, CWPL 2 (1992) 55 = Sel. Pap. 521;
ZEILFELDER, HS 110 (1997) 189 mit Lit. eher жерин. wegen lat. söbrius < *se-h;g'hrios.
Dann müßte anatol. toch. *ë auf R(&) beruhen, folglich doch ein akrodynamisches Präs.
* &g"h-/*h,eg'"- (kann anatol. *g"-/ag"- darauf zurückgehen?).
Analogische Umbildung von *ēg!- < *hje-hg!"- zu *ēg"-/ag"-, vgl. OETTINGER 87-8; nach
MELCHERT, GS CowGiLL 185 mit Anm. 9 (mit Lit.) auch kluw., Мим. u- ‘trinken’; die
anatol. Formen könnten auch auf ein Wurzelpräsens zurückgehen.
*yokt- < *yēk!- < *hyehjg!'"-, vgl. HILMARSSON 51-2, 202.
232
*hyehjs- ‘sitzen’ IEW 342-3
Präsens *h,eh,s- Stat. heth. ёза ‘sitzt, setzt sich"
ved. áste ‘sitzt’?
jav. 3p åyhāire ‘sitzen’
gr. ñorat ‘sitzt’
3
Neubildungen: ?redupl. Präs. heth. asāsi ‘veranlaßt zum Sitzen, läßt siedeln’*
(M. K.)
Ungewöhnliche Wurzelstruktur, vielleicht liegt doch ursprünglich *#es- (= 1.*h es- ‘sein’?)
vor (das im aheth. Aktiv es-/as- erhalten sein könnte), mit Reduplikation dann The bur:
Mit Partikel -ssan ‘sitzen’, ohne -ssan ‘sich setzen’; schon aheth. auch aktives 2szi ‘sitzt’, vgl.
OETTINGER, MSS 34 (1976) 122.
Nur mit Medialendungen; unerklärt ist í im Ptz. äsina- (Übertragung von der пиг mi. belegten
urspr. thematischen Form auf *-mina-?), außerpräsentische Bildungen sind spät und se-
kundär.
Ур]. NARTEN, FS KUIPER 10 = КІ. Schr. 98; KÜMMEL, Stativ 144-5; 35 medial aste.
< *hjeh,s-hyohjs-, vgl. OETTINGER 431-2? Wohl anatolische Neuerung mit deutlicherer Vollre-
duplikation.
*h;ei- ‘gehen’ IEW 293-6
Präsens *hyei-/hji- heth. (+) Іру. гг ‘geh!”', kluw. iti /idi/ ‘geht ™
ved. éti, yanti “geht, gehen’
av. аёйї, yeinti ‘geht, gehen’
gr. eiu ‘gehe, werde gehen”
pälign. eite ‘geht!”, Dat, ед, ire ‘већеп”
umbr. Іру. ef ‘geh!””?, Passiv ier ‘man geht
?keltib. (ne-)ito K.1.1 ‘soll nicht gehen":
alit. eimi “gehe”, арг. 35 zit ‘geht’
[aksl. (+) ide, (iti) gehen"?
[toch.B yam ‘geht’, A yiñc ‘gehen &
?[alb. vete, арер. ve "echt"
33b
*h;i-néu/nu- ved. inóti ‘drängt, sendet’, [ínvati?
Desider. ?*yi-hji-se- ved. isare ‘eilt, weicht’, Ptz. Akt. fsanr-
“andringend’, Impf. ary-aisan (MS) ‘versuchten
auszuweichen’
SE 4 °
aav. iša- “hinstreben’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. (heth. iyatta ‘geht
1
12а
233
2)
ved. áyate ‘eilt dahin, geht'!!
R(z)-ie-Präs. ved. fyate ‘eilt’!
Perfekt ved. iyäya ‘ist (weg)gegangen’”'””
jav. Konj. iieiiən Y. 42,6 “werden gegangen sein’'”
lat. її ‘ging’
[got. iddja engl?
[alb. ageg. Aor. vofte) *ging'!°
(M.K.)
< жаі — *hji-d"t. Sonst umgebildet zu iya-"“ und komponiert: uwe- ‘kommen’ < *(h,)ou-
bet. pai- ‘gehen’ < *poi-hei-, vgl. OETTINGER 348-9. Der Übergang des Simplex zum Medi-
um ist wohl durch Homonymenflucht gegenüber (i)ye-/(i)ya- ‘tun’ bedingt, vgl. OETTINGER,
Grammatica ittita 222.
< *eiti mit regulärer Lenition des Endungskonsonanten.
Z.T. sekundär als Futur.
Regulär halbthematisch geworden.
< *if < *iÓ(i) < *hji-d"i, vgl. UNTERMANN 207, 209 mit Lit.
< (wohl neugebildeter) Stativ *A,i-e + -r, vgl. LIPP 6.5.1.
Wenn so zu trennen und nicht ein Gen. Sg. neito, vgl. МІН IV 516-7; nach RUBIO ORECILLA,
HS 112 (1999) 111-2 prohibitiver Inj. mit medialer Endung *i-to; ähnlich 3p (nekue) es-ianto
‘sollen herausgehen’.
Modern ein, eiti, dial. Is auch ein oder eimm; zu lett. іёти/егти, іёг (mit unklarem Akut)
vgl. STANG, Gramm. 58-9, 318.
*jode- mit d aus Іру. */ьдь < *i-dhi; Inf. iti mit Biel *ei-.
Mit durchgeführtem schwachem Stamm *ya-< *h,i-, in B auch Konjunktivstamm.
Nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 12721 aus thematisiertem *eie- > *ie- nach dem Ao-
rist vo- (s.u.) umgestaltet. Anders (zu arm. gam, lat. uädere) OREL 502.
Faktitivum, vgl. COwGILL, Language 39 (1963) 254; MEISER, FS Rıx 295; wird z.T. zu einer
(sonst nicht belegten) eigenen Wurzel gestellt, vgl. IEW 10, EWAia 1 102-3; meist themati-
siert, etymolog. Zugehörigkeit von jav. inaoiti “kränkt’ unsicher.
Vgl. Сото 77; KELLENS, Verbe 196.
Umbildung des Wurzelpräs., s. Anm. 1.
Vgl. бото 95.
Innerved. Intransitivbildung zu inóti/ínvati, kaum zu ya ‘fahren’, s. INSLER, KZ 86 (1972) 96-
103 gegen JOACHIM 39-40.
Wohl eher iir. Neubildung, obwohl es in der Bedeutung ‘weg(gegangen) sein’ alt sein könnte,
vgl. KÜMMEL, Perfekt 100, 614.
Vgl. HOFFMANN-NARTEN 45-6; KÜMMEL, Perfekt 613-4.
Vgl. MEISER, Habil. $245.
Wohl aus dem Plural *e-ii-nt > Sun (oder *ii aus der ls *h,e-hoi-hza übertragen), dazu
auch ae. годе, Einzelheiten umstritten, vgl. COWGILL, Language 36 (1966) 483-501; SEEBOLD
174-6; LÜHR, Koll. Freiburg 1981, 90; MOTTAUSCH, HS 107 (1994) 124-38.
Nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 1272“ aus *hye-hji-.
234
*h eish,- ‘kräftigen; antreiben’ IEW 299-301
Präsens *hi-hjéish/hħ;ish- Ier. ouer ‘heile’?
?[aav. -išāt ‘wird in Bewegung setzen”?
* hyis-neln-hz- ved. isnäti “treibt an, sendet aus"
[gr. ion. ѓийо ‘gieße, leere aus"
2*hish,-ié-Š ved. ísyati ‘treibt an, sendet’
aav. -išiiā ‘sporne an’
Pr hishz-eie- ved. isäyati ‘erquickt sich"
aav. iSaiiant- Y. 50,9 ‘sich labend’
Neubildungen: ske-Präs. altkhot. 1514 ‘kehrt zurück?
s-Aorist gr. ion. !vaooaı ‘ausgießen, -leeren’”
Kausativ jav. parā-aēšaiia- ‘verschütten’"”
(M. K.)
Zum Wurzelansatz vgl. GARCÍA RAMÓN, FS RıscH 502-8; dort auch zur Frage eines Bedeu-
tungsunterschiedes von */yeis- und *hyeish>-, eine Trennung des Materials ist aber schwierig,
die Verbalbildungen können alle zur Set-Variante gehören.
Zur Umbildung (aus athem. *lauaı) vgl. GARCÍA RAMÓN, l.c.; etwas anders PETERS bei
GARCÍA RAMÓN, l.c. 514 Add. [doch ist ved. fsa- eher Desiderativ von ay- ‘gehen’, s. unter
*hyei-).
Vgl. HUMBACH, The Gäthäs II 164, allerdings gehört ein großer Teil der av. isa-Formen zum
Desiderativ von aii- ‘gehen’, nach KELLENS-PIRART П 222-3 vielleicht alle.
Wegen der möglichen Gleichung mit dem Gr. besser nicht mit JOACHIM 14 als sekundär an-
zusehen; Deverbativbildungen (zum antevokalischen Stammallomorph *isan- < *hjis-n-hz-?)
sind viell. Präs. isanyd-, Aorist isana-, vgl. NARTEN, MSS 41 (1982) 143-4 = Kl. Schr. 266-7.
Mit spezialisierter Bedeutung; eine Denominativbildung zu einem *Zva- f. < *h,is-nehz- ist al-
lerdings nicht auszuschließen.
° Altes Denominativum?; vom Nasalpräsens semantisch nicht unterschieden.
1 Ур]. Сото, IIJ 31 (1988) 310; JAMISON 49.
Š xa-isati, s. EMMERICK 14.
? Nach GARCÍA КАМОМ, l.c. 506-7 nach dem Präs. dw umgestaltet, was aber zweifelhaft
bleibt.
0 $. бото, Materialien 1993, 133; dazu viell. auch ар. Ipf. fraisaya(m) “entsandte’, falls nicht
zum Präs. *h,ishz-eie-.
Trhrek-' ‘sterben’? IEW -
Perfekt *hje-hókih k- — heth. āki ‘stirbt’, [akkis ‘starb”
(M.K.)
235
Nur anatol.; nach MELCHERT, Koll. Kopenhagen 304 jedoch zu lat. egere ‘Mangel leiden’,
(zu *h,eg'H-, s.d.), heth. ak-/akk- lautgesetzlich < *ög-/*eg-.
Möglich wäre auch ein Euphemismus bei einer Grundbedeutung ‘davongehen’ o.ä.
Offenbar mit verallgemeinertem akk- < *(hje)h;ok-, da *hje-h,k- zu 'eg- geführt hätte. Die Be-
deutung stammt vom Präteritum ‘war gestorben’ — ‘starb’; vgl. OETTINGER 401-3.
?*h,elh,-' ‘wohin treiben’ IEW 306-7
Aorist *h¿élh,-/h,Ih,- arm. eli “ich ging hinaus, ging hinauf”?
[gr. Маса “trieb”
Desider. ?*h élh,hdjh,-s- рг. Еш. 24@ ‘werde treiben’
Neubildungen: ie-Präs. gr. EAdo *treibe**
Perfekt gr. hom. EArMaraı ‘ist getrieben’
(M.K.)
Nur arm. (?) und gr.; kelt. *el- ‘treiben; gehen’ gehört wohl zu *pelh;- ‘sich nähern’, s.d.
‘Gehen’ müßte aus ‘treiben’ durch Objektellipse entstanden sein, vgl. рг. gioun ‘treibe’ —
“fahre, ziehe’. Könnte auch zu *pelh,- gehören, s.d.
Nach HARBARSON 217 Umbildung des Wurzelaorists; nicht ganz sicher.
Zum Aorist analogisch hinzugebildet, vgl. HARDARSON 2] 7 °.
Prmelk-' ‘leiden, sich schlecht fühlen’ IEW 307
Perfekt *he-Mmölk/hlk-" [lit. älkstu, (álkti) ‘hungern”
[aksl. /aco, (lakati) ‘hungem’*
(M. K.)
Verbal nur bsl., dazu auch air. olc ‘schlecht’ (*h,olk-o-) und an. illr ‘übel, schlecht’ < germ.
*elh-ila- (daher Ansatz mit *h,), s. RASMUSSEN, Sel. Pap. 199.
Zur Rückführung der 651. Verben auf ein Perfekt *ölk- < *h,eh,olk- s. RASMUSSEN, Le
Zu athem. *álk- neugebildetes Inchoativum.
Daneben aksl. auch ohne Metathese а/ъќо, alvkati, erweitert aus athematischem *o/k-; vgl.
RASMUSSEN, l.c.
236
*h,em- ‘nehmen’ IEW 310-1
Aorist *h,em-Ihhm- ?[heth. w-emiyezzi ‘findet É
lat. em "dal, nimmt": osk. em- ‘nehmen’!
[air. -ét ‘nahm’?
lit. ёте “nahm”
aksl. (+) jeto ‘nahm’*
Präsens *h,ém-e-° lat. ето, -ere ‘nehmen’
air. -eim, -emat ‘nehmen’
lit. dial. етй, lett. jemu ‘nehme’
Perfekt *hye-höm/him- lat. ётї ‘nahm’
aksl. Präs. іт-атъ "habe"
Neubildungen: s-Aorist lat. dempsi ‘nahm herab’
6b
[toch.A yomär “erlangten”
na-Präs. toch. Konj. В 2р yanmacer ‘werdet erlangen”,
[A 35 yomnas ‘wird erlangen’?
К(2)-е-Ргӣѕ..7 lit. img, (iñti) ‘nehmen’
aksl. (+) imọ, (jeti) pf. ‘nehmen’
R(e)-ie-Prä. aksl.(+) jemljọ, (imati) ipf. ‘nehmen’!
(М.К)
Vgl. MEISER, Habil. 8129, 8287.
< *2m-s-t, zum s-Aorist erweitert und dann zum t-Prät. umgebildet; kein direkter. Fortsetzer
des Wurzelaor., vgl. WATKINS, Celtic Verb 164; МССОМЕ 68.
Nach STANG, Gramm. 381 mit analogischem *2 in der Wurzel; oder aus dem Perfekt.
Außerhalb der 2s/3s zum s-Aorist umgebildet.
Urspr. vielleicht Konj. Aorist, woraus terminatives Präsens.
Falls aus *2-em-, MELCHERT, AHP 66 mit Lit. Sekundär in je-Flexion übergegangen.
Falls mit RASMUSSEN, Sel. Pap. 646-7 mit Neo-Reduplikation */ьт- aus Is *ать «< *öma <
Perf. *h,e-h,öm-hza. Vgl. auch Anm. 11.
Neubildung beim Kompositum dëmere, weil das Dehnungsperfekt undeutlich gewesen wäre;
danach auch sämere — sümpsi, MEISER, LLF 208.
o-Vokal wohl durch Umlaut *@ > *o in der ls *yomu entstanden; im Osttoch. im ganzen Pa-
radigma ausgebreitet; im Westtoch. ist das Prät. vom Präs.-Stamm aus gebildet: yonmasa ‘er-
langte’.
Dazu neues Präs. (3p) В yänmāskem, А yomnaseñc; im Westtoch. neben nā-Konj. /yənma-/
auch Konj. I yonmäm, wohl neu zum Prät., vgl. KRAUSE, Westtoch. Gr. 120, 140.
Mit o aus dem Prät. (s.o. Anm. 7).
Bsl. analogisch zum Aorist hinzugebildet.
Imperfektivbildung nach innerslav. nicht mehr produktivem Typ, vgl. VAILLANT III 310; aus
dem alten Prät. *joma- dieses Verbums ist nach VAILLANT Ш 310, 452-3 das anomale athem.
Präsens aksl. ітать ‘habe’ (< *‘habe genommen und besitze nun’) entstanden (s. jedoch
auch oben Anm. 6a), zu dem dann wegen der Zustandsbedeutung ein Inf.-Stamm ime-
gebildet wurde.
237
*h,ep-" “fassen, ergreifen’! IEW 50-1
Aorist *h,ep-/hıp- heth. ēpzi, appanzi ‘ergreifen’, Prät. &ppun?
Präsens *h,p-ie- alat. аріо, -ere “festbinden’”
Perfekt *he-h,óplh,p- ved. дра “hat erreicht”
jav. ара ‘hat erreicht’; khot. byaude ‘existiert
lat. со-ёрі “fing an’;
?[osk. Konj. hipid ‘soll nehmen’!
Kausativ *hop-éie- alb. (j)ep ‘gibt’, Is (дар!
Desider. *h,ep/hp-s- ved. apsanta RV 1,100,8 ‘wollen erreichen’’”®
?* hi-h,p-se- ved. ipsati “wünscht zu erreichen’?
Neubildungen: them. Aor. ved. драг ‘hat erreicht”?
aav. араёта ‘möchten wir errechen" H
(M.K.)
Der „kurzvokalische‘‘ Ansatz ist notwendig wegen ved. apsanta (s.u.) und vielleicht auch
ved. apvä- f. = ap. afuvä- f. “Todesangst’ (HOFFMANN, Aufs. 52-7), der einzelsprachlich ver-
allgemeinerte Langvokal stammt aus dem Perfekt (*h,e-h,p- > *ёр-).
Die heth. Wurzelbildung spricht für primäres agentives ‘ergreifen’, woraus sich leicht fienti-
ves ‘erlangen, erreichen’ entwickeln konnte; ein ähnliches Verhältnis bei ved. rabh- “егргеі-
fen’, jüngere Nebenform labh- “erlangen, bekommen’ (s. *lemb"). Hierher nach BALLES, HS
110 (1997) 228 viell. ved. äpas-, lat. opus ‘Werk, Geschäft’ +- ‘Unternehmung’ +- ‘Anfas-
sen’, s. aber 1.*h;ep-.
Zum Ansatz vgl. EICHNER, FT Regensburg 82; BARTON, KZ 98 (1985) 16-7; pp spricht gegen
akrodynamisches Präs. *h,ep-.
Vgl. coepere ‘anfangen’; Simplex später nur weitergebildet apiscor ‘ergreife, erreiche’, vgl.
MEISER, Habil. $285; aptus ‘passend’ gehört dagegen wohl zu *h;ep-, s.d.
Die übrigen ur. Bildungen außer dem Desider. hängen vom Perf. ab, daher stets 2-; Präs. ар-
nöti (AV+) ist Neubildung nach synonymem asnöti (s. *hznek-). S. KÜMMEL, Perfekt 117-122.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 9; 621-2; EMMERICK 107.
Später kontrahiert coepi, zur Bedeutungsentwicklung vgl. z.B. nisl. raka ‘nehmen; beginnen’.
Kontaminiert mit osk. haf- (s. *$”eHb-), vgl. MEISER, Lautg. 125; Habil. 8222; 8285'°, mög-
lich aber auch Kontamination von *kep- (vgl. lat. сарї; s. *keh;p-) und *hab- (s. *$"eHb-),
vgl. GARCÍA CASTILLERO 253-5.
Vgl. KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 12727; DEMIRAJ 79; problematisch ist jedoch der feh-
lende Umlaut in der Is, der für einfach thematische Flexion spricht (also *ap-e- < *h,p-e-?).
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 121 mit Lit.
Könnte Neubildung sein.
Zum Perf., vgl. HOFFMANN, Inj. 64; das bei einem alten them. Aor. zu erwartende fa? ist
nicht sicher belegt: AV арёуат nur im Padapätha für präpeyam;, daher wohl morphol. vom
Perf. abhängig; vgl. auch KÜMMEL, Perfekt 120-1.
Wohl mit Kürzung in drittletzter Silbe < *apa-, also mit dem Ved. identisch; vgl. KÜMMEL,
Perfekt 621-2 mit Lit. in Anm. 25, 32.
238
ber. ‘wohin gelangen, geraten’ IEW 326-9
Aorist *hyer-Ihır- heth. ата ‘stellte sich; stand’?
[ved. ärat ‘hat getroffen, ist gelangt zu”?
?aav. äram Y. 43,10 ‘bin gelangt zu"
pero: Фрип Hsch. ‘geriet in Bewegung"?
Präsens ?*h,r-neulnu- ?heth. arnuzi ‘liefert, befördert’
ved. -rnöti* “bringt, läßt wohin gelangen’”
*hr-ske- heth. araskizzi ‘gelangt wiederholt hin"?
ved. rcchäti ‘erreicht, trifft, gerät in’
ap. -arsatiy ‘kommt’”
gr. ёохоноп ‘gehe, komme’?
Perfekt *he-h,órlh;r- heth. ari ‘kommt an, gelangt hin”
ved. ära* ‘ist wohin geraten’ !?
(M. K.)
Zum Wurzelansatz (Trennung von *her- ‘sich in Bewegung setzen’) vgl. Rıx, MSS 27
(1970) 98-100; zur Abgrenzung im Iir. s. KÜMMEL, Koll. Erlangen 253-266. Einige gr. For-
men mit *er- passen allerdings semantisch besser zu *h;er-, vgl. z.B. #ogto (s.u.) und Zou n.
‘Trieb, Sproß’, vgl. ibid. 264.
Gegen OETTINGER 523-4 nicht zu *h;er-, da */; im Anlaut > heth. h, vgl. MELCHERT, Sprache
33 (1987) 20-2, Bdtg. ‘sich stellen’ wohl < *‘hingelangen’.
Simplex erstab AV, іт R V mit Präverbien (á, ní s, sám); vgl. KÜMMEL, l.c. 257-62.
*ā-arəm (HOFFMANN-FORSSMAN 224), noch athematisch?; anders KELLENS-PIRART III 164;
vgl. jedoch KÜMMEL, l.c. 263-4.
Paßt semantisch besser zu *h;er-.
Wegen Zusammenfalls aller *Her-Wurzeln unsicher, z.T. sicher (so im Simplex) zu *h;er-,
doch überwiegend als Faktitivum hierher, s. KÜMMEL, Perfekt 104-5.
Wenn nicht Neubildung zu är-*", wofür die Pleneschreibung sprechen könnte.
Nur mit Präverbien, vgl. R. SCHMITT, IIJ 8 (1965) 275-81.
*hirske- > *erske- > *erkte-, vgl. RIX, l.c. 98-100; kann aber auch zu *Ayer$*- gestellt werden;
in &pye- könnten *hjr-ske- und thematisiertes *hyrg"-e- zusammengefallen sein.
Perf. *h,e-hör-e urspr. *‘ist angekommen’ — Prät. ‘kam an’, dazu neu Präs. "kommt an’.
Vielleicht auch Perfekt zu 'ar- < *h;er-, doch ganz überwiegend hierher, im einzelnen schwer
abzugrenzen; vgl. KÜMMEL, Perfekt 100-105.
*hergh-! ‘besteigen’? IEW 328
Präsens *)héróh-/hroh- aheth. arkatta ‘bespringt’?
?[gr. ёохошол ‘gehe, komme”?
239
[air. Іру. eirgg ‘већ!”,
[Fut. -riga/-rega ‘wird gehen”
Iterativ *horh-éie- gr. opy&oyaı "anze?
Neubildungen: Perfekt aalb. Aor. /er6/ "kam"!
3a
(M.K.)
Nach WATKINS, BSL 70 (1975) 11-26 auch in uridg. *h,ör$"-i- ‘Hode’: heth. arki-, jav.
arazi-, gr. Öpyıg usw.
Oft speziell für Geschlechtsverkehr von Tieren, vgl. WATKINS, l.c., doch einzelsprachlich
auch in neutralem Sinn ‘steigen’ — ‘gehen, kommen’.
Vgl. OTTEN, StBoT 17, 6-7; 29-30; EICHNER, Sprache 20 (1974) 185; daneben jheth. arga,
Іру. argaru, einmal in junger Abschrift aktiv ārki. Nach OTTEN, ZA 54 (1961) 156 mit Anm.
314; OETTINGER 414-5 zu ark- ‘schneiden’ (s. *h,erk-), was aber trotz typologischer Paralle-
len semantisch unsicher bleibt; außer der lautlichen Ähnlichkeit weist nichts auf einen Zu-
sammenhang der beiden heth. Verben.
Wird meist als *h,r-ske- zu *h,er- gestellt (s.d.); in &pye- könnten *h,r-ske- und thematisiertes
*hrö"-e- zusammengefällen sein.
*erge <*hjer$"e, Thematisierung des starken Stammes. Suppl. zu tfag- ‘gehen’ (s. *steig"-).
Gemäß MCCone 174-6 nach der a-Flexion umgebildet aus thematischem Präs. *rige- <
*rghe- <— *h,erg"-Ih,rg"-; diese Annahme erklärt das bei alter a-Flexion unverständliche
Schwanken zwischen i und e in der Wurzel
In Inschriften auch іп sexuellem Kontext (neben oipw), vgl. WATKINS, l.c. 18-9. Die semanti-
sche Entwicklung ist im Einzelnen ungeklärt.
Modern erdhi, nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 99; 124'' mit Umlaut aus neugebilde-
tem *arje < Tor fie, unumgelautetes a noch іт Ptz. ageg. /агдипё/ (neutosk. ardhur); Präs.
suppl. vjen (15 vij) < lat. uenire.
*n,erH-' ‘waschen’ [IEW 337]
Aorist *h,erH-IhrH- toch.A Absolutiv yayruräs “gebadet habend’?
Präsens *h,r-ne/n-H- [toch.A yärnas- ‘baden, sich reinigen”
Iterativ ?*h,orH-eie- [heth. ärri "wäscht?
(M.K.)
Laryngalfarbe unklar, da im Heth. alle Laryngale an r assimilieren.
< *yára-, s. HACKSTEIN 319.
Mit -s- aus urtoch. *yərna- weitergebildet, das die R(e) aus dem Aorist übernommen hat, s.
HACKSTEIN 319.
So nach OETTINGER 438; möglich wäre auch altes Perfekt mit sekundärer Bedeutung.
240
?*herh;- ‘lieben’ IEW —
Präsens */érh,-/h,rh,- gr. ёрошоп ‘liebe’
H
Aorist P*hyerhz/hyerhz-s- [gr. ђобосото ‘liebte
Neubildungen: R(z)-ie-Präs.. gr. (Hdt.+) goe “liebe”
(M.K.)
Nur gr.
2 Analogisch zum Aorist.
P*h,erk-' ‘zerschneiden’ ІЕМ —
Präsens ?*hırk-ie- [lat. erciscö, -ere ‘(die Erbschaft) teilen’?
Perfekt ?*hye-hörklhırk- heth. ärki, arkanzi ‘zerschneiden, aufteilen’?
(M.K.)
Nur anatol. und ital., vgl. auch lat. erctum n. “Teilung des Erbes’ < *h,erk-to-.
Weitergebildet aus *ercire, wohl mit analogischem e für *orcire, vgl. EICHNER, GS KRONAS-
SER 21-6, bes. 23°.
Mit Bedeutung von einem (Wurzel-)Aorist; oder umgebildet aus Iterativum *hjork-eie-, vgl.
OETTINGER 414-5; nicht hierher gehört gegen OETTINGER, l.c. mediales ark- ‘bespringen’, s.
*n,erg"-.
*n,erk#-' ‘strahlen, singen’ IEW 340
Präsens *h,erk#-/h,rk#- heth. arkuwanzi ‘sie singen’, 3s Prät. arkurta'®
[ved. ärcati ‘strahlt; (lob)singt’”?
[khot. aljs- ‘singen’
Aorist ?* herk“/h,erk“-s- [toch.A yärksät ‘verehrte’
Kausativ ?*hyork®-Eie- ved. arcayas ‘du läßt strahlen’
Neubildungen: se-Präs. toch.A yärksantär ‘verehren’
(M.K.)
1 Der Ansatz mit Labiovelar im Auslaut ist jetzt (gegen 11У!) gesichert durch heth. arku-
/ark"-/ “to chant, intone’, s. MELCHERT JCS 50 (1998). Nicht hierher jedoch heth. arkuwae-
“erklären, entschuldigen’ (nicht ‘beten’), das wegen seiner Bedeutung fernzuhalten ist und
241
vielmehr zu lat. arguere ‘erklären, erweisen’ gehört, vgl. PUHVEL I 150; MELCHERT, l.c.; vgl.
noch arm. erg ‘Lied’, air. erc ‘Himmel’.
S. MELCHERT, Le,
2 Zur Semantik vgl. GOTO 97-9.
2 S. EMMERICK ll; BAILEY 25a.
la
*h,ers- ‘fließen’ IEW 336-7
Präsens *hyers-/hrs- heth. äraszi, arsanzi “fließen”!
[ved. ärsati “fließt”
(MEI
! Dazu erweitertes kluw. arsyi- ‘fließen’, vgl. OETTINGER 185-7; zum möglichen Ablaut ärs- :
ars- im Heth. vgl. KIMBALL, MSS 53 (1992[94]) 94 mit Anm. 71.
2 Zur Abgrenzung von ars ‘stoßen’ (s. *Hers-) vgl. СОТО 104-5.
Liber. ‘dasein, sein’ IEW 340-1
Präsens *h,es-Ihjs- heth. 2521, asanzi ‘ist, sind’;
kluw. asta ‘war’, Шим. asti ‘ist’,
lyk. esi, hati ‘ist, sind’
ved. ásti, sänti ‘ist, sind’
ау. astř, həntř ‘ist, sind’
arm. em “іп”?
gr. Eoti, eioi ‘ist, sind’, тук. e-e-si /ehensi/ ‘sind’
lat. est, [sunt ‘ist, ѕіпа”“; osk. umbr. sent ‘sind’
air. is, it; akymr. is, hint ‘ist, sind’
got. (+) ist, sind ‘ist, sind’”
alit. esmi, esti ‘bin, 15°; apr. est 57°
aksl. (+) jesmo, [ѕогъ ‘bin, sind"
alb. јат ‘bin’?
[toch.B Ipf. 3s sai; A ses "war?
*n,s-ske- pal. iska GING
gr. ep. Ipf. &oxe ‘war wiederholt
[alat. escit ‘wird sein"?
toch.B ѕѓаг, skentar° ‘ist, sind (Корша)
11
313
242
Neubildungen: Perfekt ved. ása ‘ist gewesen”'*
aav. äyhara ‘sind gewesen"?
(M. K)
Anlautender Laryngal wird erwiesen durch ved. äsant- ‘nicht seiend’ < *z-h,sent-, außerdem
durch die gr. Formen mit R(z) *es- nahegelegt, die man andernfalls analogisch erklären
müßte.
Mit sekundärem Ablaut ë : a; *h, ist im Anlaut vor Kons. lautgesetzlich geschwunden, vgl.
OETTINGER, Grammatica ittita 216-7.
Mit der them. Flexion gekreuzt: e- ‘sein’ flektiert wie Verben mit dem Suffix -e-.
Ersatz der Endung *-énti durch them. *-onti, danach halbthematisch flektiert, mit Wechsel
der Stämme es- und *so-.
Zur germ. Entwicklung vgl. LÜHR, Koll. Freiburg 1981, 27-38.
Neulit. them. езй; R(e) verallgemeinert. Das alte Ipf. *e-h,(e)s- dazu liegt nach KLINGEN-
SCHMITT 3° (mit Lit.) іт apr. Prät. bei 4+- *be < *Ь-ё — *b-2st vor, mit b- von der Suppletiv-
wurzel *b#ueh;- ‘werden’.
R(e) mit Ausnahme der 3p soto (mit Einführung des them. Ausgang *-onti) verallgemeinert.
Nach Н. M. CHADWICK, IF 11 (1900) 150! geht das Ipf. be auf *b-ëst zurück (b- von der Sup-
pletivwurzel *bhueh;- ‘werden’ übertragen), vgl. auch KLINGENSCHMITT 3-4°; zum Ipf. be ist
wohl nach dem Vorbild der Zustandsverben auf -/-/-ё- das als Hilfsverb des Konditionals fun-
gierende Präs. bi- gebildet. Der urspr. Optativ *h,s-ih,- wird von der Partikel si fortgesetzt, s.
REINHART, GS SCHINDLER 501-14 mit Lit.
< *esmi; dazu 3s është, geg. âshtë < *an-esti. Vgl. DEMIRAJ 207-8; OREL 156 mit Lit. Dazu
suppl. Aorist ge(she), s. *k“elh;-.
< urtoch. *sei- mit recharakterisierender Anfügung des toch. Optativformans -i- an *se- <
*h,sileh,-, vgl. PINAULT 129.
S. HACKSTEIN 279 mit Lit. Dagegen Neubildung heth. ëskanzi ‘sind jeweils’ mit sekundärer
R(e).
Produktiver lterativtyp.
Mit analogischer R(e).
Vgl. - auch zu den anderen Sprachen — ausführlich HACKSTEIN 272-82.
Uriir. Neubildung, vgl. KÜMMEL, Perfekt 1 11-3.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 618-20.
2.*hyes-" “werfen, schießen’ IEW -
Aorist *hyes-/hjs- ved. 3p Inj. ví asan КУ 4,3,11 “werfen
auseinander’!
aav. 25 Inj. as Y. 34,8 ‘sandtest’;
Konj. ayhat Y. 44,19 ‘wird treffen”
м: > Ge с 3
Präsens ?*/Л-[ё- ?heth. 5/2221 “wirft, schleudert’
[ved. äsyati “wirft, schleudert”*
Dav. ayhiieiti “wirft”
243
Neubildungen: Perfekt ved. ása ‘hat geworfen”
(Th. Z., M. K.)
Ansatz mit *h, wegen des Heth.; sollte dieses entfallen (s.u. Anm. 3), kann der Laryngal nicht
näher bestimmt werden.
Dazu 2s Inj. Med. asthäs MS 4,2,12, aus der ein Stamm astha- abstrahiert und dann zu astha-
thematisiert wurde, s. HOFFMANN, Inj. 59-60.
2 Vgl. HUMBACH, The Gäthäs II 109, 160.
Diachronisch zu trennen von säi-, siya- “drücken, einpressen’ (s. *seh,-). Vgl. KIMBALL, GS
CowGiLL 163-81; anders OETTINGER 473-4: *sh-ié-; ähnlich nach MELCHERT, HS 102
(1989) 37-8 zu 1.*sehji- ‘loslassen’, s.d.
Mit analogischer R(e) zur Verdeutlichung der Wurzel. Wenn das heth. Verb nicht hierher
gehört, kann auch altes *h,és-ie- angesetzt werden.
Form wie ved.; zum Präsens auch die von KELLENS, Verbe 420-1, 423-4 zum Perfekt
gestellten Formen in Y. 9,11, Yt. 8,39, vgl. HOFFMANN-NARTEN 58-9; KÜMMEL, Perfekt 620-
l mit Lit.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 114-5. Eine av. Entsprechung existiert gegen KELLENS, Verbe 400,
402° nicht, s. KÜMMEL, Perfekt 620-1 mit Lit.
*еџ-' ‘sehen, erblicken’ ІЕМ 78
Präsens ?*h,(u)u-e- ved. Is Med. uve RV 10,86,7 ‘ich sehe (an mir)”
Perfekt *hye-h,öulh;u- [heth. zhhi, autti, uwanzi “ѕеһеп”
(M. K)
Zusammenhang mit *hzueis- ‘wahrnehmen’ in рг. im usw., ist wegen des fehlenden Th im
Anlaut des heth. Verbums unmöglich; angebliches ved. (ud-, pra-) áva- ‘wahrnehmen’ exi-
stiert nicht, s. Сото 107.
Vgl. mahärästri uaha “schaut!’, s. W. P. SCHMID, IF 63 (1958) 144-5; zu überlegen bleibt, ob
uve auch ein thematischer Inj. Aor. sein könnte.
Vgl. OETTINGER 405-8, 501; vor dentalhaltigen Endungen meist mit s erweiterter Stamm
aus-, z.B. 3s auszi, sicher sekundär, vgl. MELCHERT, SHHP 65-6; der Wechsel й-/аи- im heth.
Paradigma ist eine Folge der Monophthongierung au > ü, die vor Dentalen unterblieb, s.
MELCHERT, AHP 148-9.
*h,euH-' ‘helfen, fördern’ IEW 77-8
Aorist *h,éuH-Ih,uH- ved. ävit ‘hat geholfen’?
Präsens ?*yi-hjEuHlhuH- [heth. iya(u)watta “erholt sich”?
аг. iuuð, äre “unterstützen, helfen"?
244
*h,éuH-e- ved. ävati ‘hilft, fördert’
aav. auuami ‘helfe, fördere’
air. -о{, -oat "beschützen"?
Perfekt ?*hye-h,öuH/h,uH- ved. дуа “hat geholfen’®
(M. K)
Das Heth. schließt *h, und *л; aus; davon zu trennen Siten. ‘genießen’, s.d.
Inj. avit, außerhalb der 25/35 zu ávis- umgebildet, s. NARTEN 86-7.
Hierher nach PUHVEL II 353; a aus sekundärer R(o); andernfalls müßte eine idg. a-Wurzel
*h,auH- angesetzt werden.
Vgl. MEISER, Habil. 8263 mit Lit.; alt auch einfach thematisch iuue- < *iieųa-, a-Flexion
von einem (neugebildeten?) Iterativum nach Rıx, GS SCHINDLER 520.
< *oue- (oder *aue-), vgl. mkymr. r y-m-aw ‘grant me!’, ad-aw- ‘versprechen’.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 109-10.
Sek. ‘sich gewöhnen (an), lernen’ IEW 347
Aorist *h éuk-Ih,uk- arm. owsaw ‘lernte’!
Präsens *hu-neln-k-” [arm. owsanim “lerne”
айг. to-ucci ‘versteht’?
[lit. jünkstu, (jünkti) ‘sich gewöhnen’”
?* h uk-ié- ved. ucyasi ‘bist gewohnt’!
[aruss. vyče- "Jemen"!
Perfekt *me-höuk/hyuk- ved. uvóca, Ptz. okivanıs- ‘gewohnt sein"
Kausativ *houk-eie- khot. (+) ny-aj- ‘lehren””
ect
aksl. (+) иёо, učiti ‘lehren’
(M. K)
Vgl. KLINGENSCHMITT 270.
Auch vorausgesetzt von vorurgerm. *-unk-tö- in got. bi-ūhts ‘gewohnt’; zum Ansatz s. KLIN-
GENSCHMITT 186.
Oder Neubildung zum Aorist.
Wenn nicht (wie ucc- sonst) zu urkelt. *onki- “tragen, bringen’ von */nnek- (s.d.); vgl. KLIN-
GENSCHMITT 186°; MCCONE, GS SCHINDLER 355-60.
Zum sta-Präs. erweitert, j übertragen von der R(e) *iauk- < *(h,Jeuk-, s. KLINGENSCHMITT
186%; Akut suffixbedingt, vgl. KLINGENSCHMITT 186”,
Kann Neubildung mit dem produktiven iir. Fientivsuffix *-ia- sein, scheint nachrgvedisch das
präsentische Perfekt zu ersetzen, s. KÜMMEL, Perfekt 129; jav. aošete ‘spricht’ gehört aus se-
mantischen Gründen wohl als iran. *2-ис-ѓа- zu *uek*- (gegen KELLENS, Verbe 124).
Meist (schon aksl.) durch ne-Präsens vykno ‘lerne’ ersetzt, vgl. TEDESCO, Language 24
(1964) 379-80; das sekundäre *й spricht für Neubildung.
245
Š okiv° wohl für *okv°, s. TICHY, MSS 45 (1985) 24328, mit ok- < *hje-hyuk-; die übrigen For-
men mit erneuerter Reduplikation uvoc-füc- < *Hu-Hauk-IHu-Huk-; vgl. KÜMMEL, Perfekt
128-9.
Vgl. KLINGENSCHMITT 186°.
*hjeus- “verbrennen, sengen’ IEW 347-8
s: Ў пу l
Präsens *h,eus-e- ved. ösati ‘verbrennt etw.’
Б 2
gr. Eüw ‘senge (ab)’
lat. Gro ere ‘brennen, versengen’
Aorist *hëus/fhus-s- gr. єбса ‘sengte (ab)”
lat. ussi ‘brannte, versengte’*
Neubildungen: na-Präs. ved. usnant- ‘verbrennend’°
Perfekt ved. (ŠB) del uvosa ‘hat verbrannt’
(M.K.)
Dazu sekundärer is-Aorist 2d In). (MS) úd osistam, vgl. NARTEN 92.
Mit äolischer Lautung лени < *euh°.
Neubildung zum Präs. möglich.
Mit üss- statt 1й5- < *ous- nach „Lit(t)era-Regel“, vgl. iuss- < alat. ious- (s. *H ieud"-).
Bei der Anit-Wurzel sicher sekundär, vgl. Сото 110; JOACHIM 50-2.
ч о unec
*hger-' ‘erwachen’ IEW 390
Aorist *hgér-/h,gr- [gr. &ypero ‘erwachte’
Präsens P*hger-e- ved. järase “erwachst””
Kausativ *,gor-eie- [ved. järayanti- RV 1,124,10 “aufweckend”
Jav. gäraiiemi “меске”
Perfekt *hge-higörlhigr- ved. jägära “ist wach (geblieben), wacht’*
jav. jayära “ist wach”
[gr. att. &yprzyopa “іп wach”®
Neubildungen: s-Aorist gr. фуєіра “weckte, stachelte an’
redupl. Aor. ved. дјіраг ‘hat geweckt’
246
R(e)-ie-Prs. gr. Eyeipw "wecke auf, stachle an’, Eyeipouaı ‘wache auf’
iske-Präs.’ jav. frayrisamna- H. 1,13 “erwachend’
lat. ex-per-giscor, -ї ‘erwachen’?
alb. ngrihet “erhebt sich”
(B. S., M. K.)
Im Iran. scheint daneben auch *h,greH- bezeugt zu sein: jav. fra-yrātu- ‘Erwachen’ usw., s.
KLINGENSCHMITT 77": die im Alb. vorliegende Variante *Ah,grei(H)- ist vielleicht sekundär
durch Neuanalyse von *hgriske- entstanden, s. ibid.
Vgl. Сото 150-1 zur Abgrenzung gegenüber jára- ‘singen’; nach JAMISON 127 Neubildung,
doch s. Сото, IIJ 31 (1988) 311. Könnte auf den Konj. Wurzelaorist zurückgehen.
Dazu vielleicht auch Belege von jarayanti- mit sekundärem 4, vgl. JAMISON 126-7; GOTÖ
151 mit Anm. 231. Mit j- nach Präs. jara-.
Mit erhaltenem *jag° < *h,ge-h,g°. Später auch zum Präsens umgebildet: Part. jägrar- RV+
usw., s. KÜMMEL, Perfekt 191-4.
Der Kurzvokal 4 in der Reduplikationssilbe (gegenüber ved. д) könnte auf regulärer Kürzung
in drittletzter Silbe beruhen; ebenso beim Ptz. jayāuruuāh- (vom Stamm der 35!), vgl. KÜM-
MEL, Perfekt 631-4.
Für *Eym mit yp nach dem Aor. Eype-; bei Homer nur erweitert EyprYop@- mit 6 wohl vom
Іру. *Eypriyop@1, vgl. RISCH 347.
Ungewöhnlicher Stammbildungstyp; vgl. zu allen damit zusammenhängenden Problemen
KLINGENSCHMITT 73-7 mit Anm. 16-8.
Dissimiliert aus *-per-griske-.
? Dazu neu fakt. Akt. *en-grei-e- in alb. паге bebe auf, меске auf, s. KLINGENSCHMITT 77%,
anders (zu lat. gradior) OREL 296 mit Lit.
Prng®"el- ` ‘wünschen’ IEW 489
Präsens */gmhél-e- рг. E8EAw “will, wünsche’?
(M.K.)
Unsicher ist Zugehörigkeit von aksl. Zel&ri “wünschen, begehren’, da dies vielleicht eher zu
Wörtern für ‘Leid, Trauer, Schmerz’ gehört, die von *g“el(H)- ‘stechen’ abgeleitet sind, vgl.
VAILLANT HI 372.
Die übrigen Tempora basieren auf einem erweiterten Stamm £8eAn-, der wegen R(e) nicht alt
sein dürfte; die Form Ө&ЄАш ohne £ ist sekundär, s. FRISK I 447-8 mit Lit.
*h leiĝ- ‘ins Zittem/Beben geraten’! IEW 667-8
Präsens *h,leig-e- ved. rejate ‘zittert, bebt’?
khot. (+) rriys- “zittern”
Perfekt *he-hlöig/hlig- [gr. *EAEAıto ‘war in Erschütterung’*
247
Kausativ *h,loig-eie- ved. rejayati “macht zittern’
Neubildungen е-Ргаѕ. gr. ep. poet. #4240 ‘erschüttere”’
s-Aorist gr. EA&Aıda “erschütterte’
(M. K.)
Das Perf. setzt eine Aoristwurzel dieser Bedeutung voraus.
Dazu fakt. Akt. réjati, vgl. GoTó 271-2.
Daneben redupl. *ra-riz- in np. larz- ‘zittern’?
Vgl. TICHY, Onomatop. 235.
Mit Redupl. vom Perf., vgl. ibid.
va + ш N =
*n,len$’"- ‘eidlich versichern’! IEW 676
Präsens *Alénĝ-/hlénĝ"- heth. likzi, linkanzi ‘schwören’?
[gr. ёАёуда ‘beschuldige, Беѕсһітрѓе”°
?toch.B k-lyeńktär* ‘bestreitet’
Neubildungen: s-Aorist gr. Glexëo ‘beschuldigte’
(M.K.)
Zum Ansatz vgl. OETTINGER 138, 180-1; zur Bedeutung s. LÜHR, ZDA 109 (1980) 48-72.
Vgl. KLINGENSCHMITT bei LÜHR, l.c. 70'*'.
Pejorative Bedeutungsverengung.
Geschrieben klyerikträ, vgl. SCHMIDT 28, 175; *ē aus dem Aktiv ins Medium übertragen;
nach KLINGENSCHMITTS Analyse (s.o. Anm. 2) ist k- ist das gleiche Präverb wie іп toch.B k-
lutk- ‘sich umdrehen’, k-/aurk- ‘umkehren’ gegenüber А lurk-, lotk-; dazu Konj. I in Inf.
klanktsi, Osttoch. Präs. VIII in Inf. klänkässi, Konj. VU in Opt. klänkñimäs.
+ uno
*hleng*"-" “sich mühelos bewegen’ IEW 660-1
Präsens *h,leng!"-e- ved. ränhate ‘eilt, läuft”?
jav. ranjaiti “macht flink”
air. -ling, -lengat ‘springen’
ahd. gi-lingan ‘Erfolg haben, gelingen’?
Perfekt ?*ne-hlöng"*"/h,Ing“"- [ved. Ptz. Med. rärahänd- “eilig”
[ahd. gi-lang ‘gelang’
Kausativ *h,long""-eie- ved. ranıhäyati ‘läßt eilen, läßt laufen’
jav. -ranjaüeiti “macht flink’
(М.К.
248
чл + ai ы —
Vgl. gr. EAagppög “leicht, schnell’ usw.
Dazu faktitives Akt. rämhati ‘läßt eilen, läßt laufen’, vgl. Сото 257.
Fakt. Akt. wie im Ved., s. ibid.
«-- *vorankommen’.
Wenn wirklich alt, dann mit restituiertem Wurzelanlaut für tärah- < *hyeh,Ing“"-, vgl. KÜM-
MEL, Perfekt 411-2.
*n,leudt-' ‘steigen, wachsen”? IEW 306-7, 684-5
Aorist *hyleud"-/hlud"-
ved. äruhat ‘ist gestiegen, gewachsen’?
ma
[gr. hom. ep. lyr. #Au0ov “Кат” _
[air. luid, lotar ‘ging, gingen’
[toch.B lac, A läc ‘ging hinaus’
Präsens *hylu-neln-d"- toch. А Konj. lähcäs ‘wird hinausgehen’’
*n,leud"-e- ved. rödhati “wächst”, röhati “wächst, steigt’
Jav. raoöanti ‘wachsen’
got. (+) liudan ‘wachsen’
toch.B Konj. /lyuca-, Iyute-/ “entfernen”?
?[alb. len ‘wird geboren’ "°
Perfekt *hye-hlöud"/h,lud"- [ved. ruruhur ‘sind gestiegen, gewachsen’!
ау. Ptz. uraruöus- ‘gewachsen’
[gr. hom. 21474000 ‘ist gekommen’'
[as. (+) /öd ‘wuchs’
2
Kausativ ?*h,loud*-eie- ved. rohayanti ‘lassen steigen, lassen
1
wachsen'!3
Desider. ?*hleud"/hlud*-s- рт. ëietouuor "werde kommen"
Neubildungen: s-Aorist toch.B Гуаигѕа “entfernte
1
»15
R(z)-ie-Präs. ved. rudhyase ‘du wàchst'!°
(M. K)
Zum anlautenden Laryngal vgl. ved. vi-rüdh- ‘Pflanze’ usw., gr. £4gu0-, s. EWAia II 467-8.
Nach SCHINDLER bei KRISCH 24-5 ist *hjleud*- neue Hochstufe zur К(2) *hjlud"- < *hyuld"-,
d.h. zur Wurzel *h,ueld*- von iir. *uard" ‘wachsen’ (s. *НиеКа"-), wogegen KÜMMEL,
Perfekt 435-6", 472.
Urspr. vom Wasser? Aus ‘steigen’ auch ‘gehen, kommen’; sonst müßten zwei homonyme
Wurzeln angenommen werden, vgl. KÜMMEL, Perfekt 435-6. *h)leud"- ‘wachsen’ auch in gr.
EAEUGEPOG ‘frei — ‘rechtsmündig’ — *‘erwachsen’ usw.
lir. früh thematisiert. Im Ved. ist (wohl auch wegen Homonymie mit rodh- ‘hemmen’, s.
*/eud"-) früh h für dh eingetreten und wie etymolog. *5* behandelt worden; dh viell. noch in
Ptz. rudhant- RV 1,179,4, wenn ‘gewachsen’ und nicht zu rodh- ‘hemmen’, vgl. Сото 276.
249
Das athem. Ptz. Med. rúhāna- RV 1,32,8 ‘steigend (?)’ steht unmittelbar nach sayana- und
könnte eine Augenblicksbildung darstellen; zudem ist wahrscheinlich besser °r uhäna- Ptz. zu
vah ‘fahren’ (s. Sue äh.) zu lesen, vgl. OLDENBERG, Noten I 33 mit Lit.
Im Іру. 24004 zu EAGE verkürzt, danach auch Ind. gA6ov, vgl. RIX 18.
Suppl. zu riag- ‘gehen’; 35 < *lude(t), dann nach der normalen Flexion des suffixlosen Prät.
umgebildet, vgl. МССОМЕ 131-2.
Urtoch. *lar'>-/lat@- < *(hy)lud"-e/o-, thematisiert wie *kəm'ə-/kəma- < *g"'m-elo- —- Wurzel-
aor. *g"em-/g"m- (s. *g"em-).
Wegen durchgehender Palatalisierung (3p /ййсейс) am besten aus Konj. *h,luned"e- herzulei-
ten; zum urspr. Präsens *hlund"- > *lant- neu se-Präs. länt-s°, vgl. HACKSTEIN 307-11; im
Westtoch. ist *h,lund"- > *lont- erweitert zu Konj. Hann-/ < *lant-n°, wozu neu Präs.
/lənnósk°/; zu *lant- auch neu Kaus. /lönrask°!.
Nur noch selten im RV, sonst mit h, s.o. Anm. 3.
Vgl. HACKSTEIN 245-7, dort als alter Konj. Aor. interpretiert, was ebenfalls möglich ist; im
Medium intr., die faktitive Bedeutung des Aktivs stammt wohl vom s-Aorist. Dazu neues
Präs. /lyurask-/, s. ibid.
10 Is Jet Nach JoKL, Studien 48-9 zu *leud"-nie- umgebildet. Daneben steht allerdings lind
‘gebiert’, -et ‘wird geboren’, zur Problematik s. DEMIRA! 235-6, 243-4 und vgl. *leid-.
Mit erneuerter Reduplikation statt Таг° < *hyeh,l°; vgl. KÜMMEL, Perfekt 434-6, 666.
ei metr. Dehnung; später EAnAvde mit aus dem Aorist EAvde- übernommener К(2).
1: Wahrscheinlich Neubildung.
Vgl. Rıx 225; zur Möglichkeit einer Neubildung trotz im synchronen Paradigma isolierter
R(e) s. RASMUSSEN, FT Berlin 396-7°°.
Faktitiv, vgl. HACKSTEIN 246-7.
Nur КУ 8,43,9, wohl Augenblicksbildung nach folgendem jayase, vgl. JOACHIM 148-9; Сото
276.
*h,nedh-! “hervorkommen’ IEW 40-1
Aorist *hyned"-Ihnnd"- (er. dor. ark. убег ‘kommen’?
Perfekt *hye-hinöd*/hnd"- [gr. hom. évývoðe “quillt hervor”
M.K.)
Verbal nur gr., dazu ved. ddhvan- m. = aav. aduuan- ‘Weg’, an. ọndurr m. ‘Schneeschuh’
usw.; vgl. EW Ата I 68 mit Lit.
Zum Ansatz und zum Vergleich mit EAdetv vgl. Rıx, MSS 27 (1970) 100-1; 110-1 mit Anm.
96-102.
Gvrjvoße 11. 11,266 ist wohl sekundär, vgl. FRISK I 517; ‘hervorquellen’ Spezialisierung der
Kunstsprache, s. Rıx, l.c. 100.
250
P*h,neg"-' ‘stechen, (hinein)stecken’ IEW 760
Aorist *yneg"-Ihng"- [aksl. уъ-пьге ‘schlug hinein’?
Kausativ *hynog"-Eie- aksl. уъ-по?о, -noziti ‘einschlagen’
Neubildungen: Nasalpräsens aksl. (+) уъ-пьгпогі ‘(hin)einschlagen’
R(z)-e-Präsens aksl. Іру. уъ-пьгі ‘schlag hinein!’
(M.K.)
! Verbal nur slav., vgl. noch aksl. nožįė ‘Messer’, mir. ness sowie auch gr. ёухосп. ‘Speer’,
wenn letztlich aus einem *h,ne$"os/*hıng"es- n.
2 nez- aus Neo-Schwundstufe *n.8*- für lautgesetzliches tez- < *hyng*-.
*h,nek- “erhalten, nehmen’! IEW 316-8
Aorist * hnek-Ihnk-’ toch.B Konj. entär ‘wird ergreifen, nehmen”
*je-hnk-e- (aav. плаза! Y. 51,16 erlangte”
Ier. att. eveykeiv‘bringen”
Perfekt *hye-hnöklhink- gr. кот- ӱуоко Hsch., [att. Evrjvoya ‘hat gebracht"?
Iterativ *ynok-eie- aksl. (+) nošg, nositi “tragen”
Neubildungen: s-Aorist aav. Konj. nis nāšāmā ‘werden hinaustragen’“?
aksl. (+) пёзъ ‘trug’
toch.B enksate ‘ergriff, nahm’
R(e)-e-Präs. lit. пеўй,(пёўпї) ‘tragen’
aksl. (+) пеѕо, (nesti) ‘tragen’
ske-Präs. toch.B enkastär ‘ergreift, nimmt, versteht’
(M. K.)
Zur Semantik der Wurzel und der Trennung von *h;neK ‘erreichen’ s. nun GARCÍA RAMÓN,
FS FORSSMAN 47-80 mit ausführlicher Diskussion der früheren Ansätze (auch gegen ИУ";
“tragen, bringen’). Vgl. auch HACKSTEIN, FT Innsbruck 223-4 zum Toch.
Außer im toch. Konj. könnte der Wurzelaorist auch noch seine Spuren in der athem. Flexion
von gr. Eveixaı (~ Eveykei'v) hinterlassen haben, s. GARCÍA RAMÓN, l.c. 76-7.
Toch. enk- < *hınk- (nicht Tank- < *hnË-) schließt Zuweisung zu *hznek- aus, vgl. HACK-
STEIN, FT Innsbruck 223-4.
Vgl. GARCÍA RAMÓN, l.c. 61-2.
< *епёпке- < *hne-hinke- vgl. BENDAHMAN 97; HARDARSON 118°'. Aus *enenk° konnte
innergr. zu *eneik° dissimiliert werden, das mit a-thematischer Flexion (nach dem Wurzelao-
rist, s.o. Anm. 2?) hom. ion. Eveixaı ergab, vgl. GARCÍA RAMÓN, l.c. 73-5 mit Lit.
Reduplikation innergriechisch verdeutlicht, Aspiration sekundär, vgl. GARCÍA RAMÓN, l.c.
I
5a
6a
251
Iterativ zu nesti, slav. Neubildung möglich.
Suppl. zu Präs. bara-, vgl. HUMBACH, Die Gathas П 57. Sekundärer Ersatz für den Wurzelao-
rist, dessen Ursache noch zu klären bleibt.
Oder aus dem Konj. Wurzelaorist? Bedeutung von *b"er- beeinflußt, während umgekehrt
slav. bero, borati ‘nehmen’ semantisch von *hnek beeinflußt ist, s. GARCÍA RAMÓN, l.c. 67-9.
1.*hjreh)-' fragen’ IEW 337
Aorist *hreh,-Ihrh;- gr. hom. Konj. goeioueu ‘laßt uns fragen”?
Präsens *h,rhy-ie- heth. ariyezzi “untersucht (durch Wahrsagerei)”’
gr. gogo ‘frage’
Desider. ?*hyrehjlh,rh,-s- рг. att ёоўсоцоп “werde fragen’
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. gr. єѓроцоп таре’
(M.K.)
Der hom. them. Aorist goe schließt (gegen WACKERNAGEL, Unters. 121-2) *erue- (von
T*hyreu-) aus, auch für &pee- und eipe- ist * nicht gesichert; für *hyreh,- spricht auch &pwrdo
‘frage’, (wohl denominal zu einem *epwrd- < *hrohj-tehz-). Die hier durchgeführte Analyse
beruht auf Anregungen von E. TICHY.
1. 1,62, vgl. deiouev zu Өп-; sonst nur medial thematisiert gogo
Aus lautlichen und semantischen Gründen besser hierher als zu 3.*hzer- ‘gewichtig/laut
sprechen’; vgl. KIMBALL, FS HOENIGSWALD 189; GS CARTER 133-49 (auch zur Bedeutung).
Neu zum them. Aorist goe
2.*hjrehj-' ‘rudem’ IEW 338
Präsens *hyrhj-ie- ?gr. тук. Inf. e-re-e /ereen/ ‘rudem’?
lit. тїй, Grat) ‘rudem’
Neubildungen: R(o)-ie-Präs.” air. rait ‘sie rudern’
an. róa, ae. röwan ‘rudern’*
Perfekt [air. rer(a)is тидеме”
ап. (+) rera ‘'ruderte’
(M.K.)
Vgl. lat. rëmus m. ‘Ruder’; daneben schwebeablautend *hjerh,- in ved. aritár- m. “Ruderer’,
aritra- n. "Ruder",
Könnte auch thematisches *ere- < *h,erh,-e- sein.
Unabhängige Neubildung auf der Grundlage des (nachuridg.) Perfekts *re-róh;-.
252
5
Urgerm. *rö-ja- > *röa-, im Ае. mit Hiattilger -w-.
Mit *-s- weitergebildet.
*hirei-! ‘sich erheben’ [EW ]
Aorist Prhyrei-/hri- ?arm. Іру. ari “erhebe dich!’,
[y-areay ‘erhob mich’?
i t RER: : 3
Kausativ *hjroi-eie- heth. araizzi, aränzi “anhalten; (sich) erheben’
Perfekt *hyre-hjröilh,ri- heth. aräi, ariyanzi ‘sich erheben; erheben’
Desider. ?*hyreilhjri-s- got. (+) ur-reisan ‘sich erheben” -
(M.K.)
Möglich auch *HreiH-, die Verbindung mit *hreiH- ‘wallen, wirbeln’ ist aus semantischen
Gründen unsicher. Vgl. zum Ansatz PUHVEL 1 126-7 mit Lit. Zur anatol. Lautentwicklung
*h,r- > *r- > *ar- s. MELCHERT, AHP 67.
Vgl. PUHVEL 1 127 mit Lit.; bei dieser Herleitung muß das Präs. уаѓпет als suppletiv oder
analog. Neubildung betrachtet werden. S. jedoch auch *h;er-.
Urspr. Kaus. ‘erheben’, in technischer Bdtg. — ‘(die Zügel) anziehen’ — ‘anhalten’; partiell
semantisch mit dem Grundverb ага zusammengefallen, vgl. PUHVEL 1 126-7.
Urspr. nur intr., durch partielle Vermischung mit araizzi auch tr. ‘erheben’, vgl. PUHVEL 1
126-7. Bedeutung vom Aor. übertragen.
Im Ahd. dagegen mit Umkehrung der Bewegungsrichtung ‘niederfallen’. *reis- im Germ. als
Wurzel abstrahiert, dazu auch Kausativ ae. r@ran ‘aufrichten’ (got. -raisjan, an. reisa mit s
für *z nach dem Grundverb); vgl. SEEBOLD 371-2.
*hrem-' ‘ruhig werden’ IEW 864
š А М : 2
Präsens *hjrem-e- ved. rämate ‘kommt zur Ruhe’
chwar. pc-rm- ‘ruhen’,
ау. ramoiößam Y. 65,9 “ihr möget verweilen”?
Aorist *hyremihrem-s- ved. ärarısta “ist zur Ruhe gekommen’
= Zn = D o i 4
Kausativ *hrom-éie- ved. rāmáyati ‘bringt zur Ruhe’
Neubildungen: nā-Präs. ved. áramnāt ‘brachte zur Ruhe
jav. rāmaiieiti ‘bringt zur Ruhe’
[air. -fuirmi ‘setzt, legt’?
‚6
toch.A ränneric ‘beugen sich’,
В Ipf. rämnoyem ‘neigten sich"
с un + ai ы
253
R(e)-ie-Präs. lit. remiu, (remti) ‘stützen’?
(M. K.)
Zum anlautenden Laryngal vgl. gr. goë ‘ruhig’, ар. PN ariya-ramna-, vgl. EWAia II 436;
im Toch. sekundär Set-Wurzel.
Vgl. Сото 262-4.
Mit sekundärem а nach dem Kaus. oder räman- n. ‘Ruhe’, vgl. KELLENS, Verbe 116.
Nur RV, sekundär гатауа- RV+ mit а nach dem Präs.
< *fo-rimi- mit sekundärer R(z).
Bei der Anit-Wurzel trotz der toch. Parallele als analogische Neubildung zu гатаге zu be-
stimmen, vgl. GOTÖ 2635.
Dazu Konj. В rämantär ‘sollen sich beugen’, Prät. rämäte ‘beugte sich’; zur Semantik s.
SCHMIDT 301-4.
Transitivneubildung; daneben rinısta ‘wird ruhig’ (mit suffixtypischer Metatonie, vgl. STANG,
Gramm. 161-2).
*h,ueg#"- “feierlich sprechen’ IEW 348
Präsens *hje-huog*"/hjug*"-" ved. 3р öhate ‘sprechen feierlich aus,
rühmen”?
aav. 15 Ind. ao j6i, 3s Inj. aogədā
‘(aus)sprechen, verkünden”
[gr. =ўұоцол ‘verkünde laut, bete; rühme
mich"
Iterativ *h,uog""-eie- lat. uoueö, -ere ‘geloben’
Neubildungen: s-Aorist gr. cùfáunv ‘verkündete laut, betete; rühmte mich’
Perfekt ?агт. Іру. gog ‘sagel”°
(M.K.)
Wegen R(o) *h,uog**- empfiehlt sich diese Herleitung für einzelsprachliches *и0°-, vgl.
LINDEMAN, NTS 26 (1972) 67-8; HARDARSON 71; also erst sekundär scheinbar akrodyna-
misches Präsens.
Wohl nur athematisch, thematische Formen sind wohl als Konjunktive zu bestimmen, vgl.
NARTEN, FS КОРЕК 10-1 = КІ. Schr. 98-9.
S. NARTEN, Le,
Thematisiert; die Form єйкто ist mehrdeutig: altes Imperfekt oder (neuer) s-Aorist, vgl. SZE-
MERÉNYI, Syncope 176°; HARDARSON 71°.
Nicht hierher ved. ühe, s. *ueH ĝ"-.
Defektives Verb, nur Ipv. und Konj., synchron Aoriststamm. Nicht sicher, da lautlich mehr-
deutig, vgl. KLINGENSCHMITT 275.
254
*h,uehz-" ‘verlassen, aufgeben; ablassen, aufhören’! IEW 345, [915], 1111
Präsens */hauéh,-ie- ved. удуагі ‘schwindet dahin, wird leer,
ermangelt’'?
jav. frä-uuaiieiti “erlischt
gr. ёо ‘lasse’'“
lit. *Ptz. vöjes ant акіџ “ап den Augen leidend’;
[lett. väjet ‘schwach werden, kränkeln’?
Did
Aorist *hu&h,-Ihjueh>-s-” ved. (SB) úd avasit ‘ist erloschen”
Neubildungen: R(Z)-ie-Präs. jav. uiiamna- ‘mangelhaft seiend**
[gr. go ‘ließ’?
(M. K.)
Zur Wurzel und vor allem zum Gr. s. NUSSBAUM, Two Studies in Greek and Homeric Lingui-
stics, Göttingen 1998, 9-84, besonders 14-45; 73-84.
Vgl. ved. ünd- = av. üna- < *h,uh,-nó- ‘mangelhaft’, lat. uānus ‘leer’ < *hiueh;-no- sowie рг.
eüvig ‘beraubt’ < *hjuhz-ni-, sowohl transitiv als auch absolut-intransitiv gebraucht, vgl.
NUSSBAUM, l.c. 75-4 mit Lit.
Vgl. NUSSBAUM, l.c. 75, 82-3 mit Lit.
Vgl. NUSSBAUM, l.c. 75, 82 mit Lit.
< *ewali)e-, vermutlich eher Neubildung zum Aorist *ewäs-, s. NUSSBAUM, Le 45, zu Ein-
zelheiten 52-72.
Vgl. FRAENKEL 559 (s.v. pavöjus).
Vielleicht die Basis für anscheinend s-erweiterte Nomina wie lat. uwästus ‘wüst usw., 5.
NUSSBAUM, l.c. 80-1; das spricht für eine alte Bildung.
S. HOFFMANN, l.c. 26 = 466; Neubildung wahrscheinlich (produktiver Typ).
Att. eiaoa ist analogisch zu erklären; zur Form des Aorists s. NUSSBAUM, l.c. 14-51.
Sekundär zum Adj. üna- nach HOFFMANN, Le, 26° = 467°; NUSSBAUM, І.с. 83.
P*h,ueld-' ‘wünschen’ IEW 1137
Präsens *h,ueld-e- gr. E&&Adouan “wünsche, verlange’?
2
(M.K.)
Nur gr. und viell. in air. fled, kymr. gwledd f. ‘Fest, Gastmahl’ < *ulida- < *h,uld-Ehz- (se-
mantische Entwicklung jedoch unklar).
Sekundär auch &Aöouaı durch Einfluß von Aroua, vgl. BEEKES 63-4.
255
*h-
*h ed- ‘vertrocknen’ IEW 3, [69]
Präsens *hd-ié- gr. &eraı ‘verdorrt, vertrocknet’!
Perfekt *h,e-h.ódf/h;,d- heth. лади ‘soll vertrocknen’”?
(М. K.)
! Dazu faktitives Aktiv Go ‘dörre’; zur Etymologie vgl. PUHVEL Ш 247-8.
2 Vgl. OETTINGER 408-9; Bedeutung von einem vorauszusetzenden Wurzelaorist, zu dem es als
Präsens fungierte (H. R.).
*h,edh@h. ‘drücken’ IEW -
Präsens Prh,ed"g"-e- gr. @үӨошол ‘bin beladen; bin bedrückt’'*
Iterativ P*hzöd"g"-eie- [heth. hatki “verschließt”?
Эрг. 6x0&w* “entrüste mich, ergrimme’’
(M.K.)
Vgl. PUHVEL Ш 268-9 mit Lit., auch zur Semantik: urspr. ‘drücken; dicht machen’, so auch
noch in heth. harku- ‘eng, bedrängt’, hadganu- ‘bedrängen’; ‘dicht machen’ — ‘(ver)schlie-
Ben’ in heth. hark-.
Mit regulärer Metathese ek" > k"t" (ткто- Regel); bei der metaphorischen Bedeutung könnte
Einfluß von droe ‘bin betrübt’ usw. (s. *h;eg!-) vorliegen.
Oder Perfekt mit Übernahme der Bedeutung vom Präs. oder einem Аог.; viell. wäre auch se-
kundärer Übergang (wegen a-Vokal?) aus der mi- in die hi-Konj. möglich.
Präsens nur in Glossen, aber vorausgesetzt durch Aor./Fut. óz@no°, wahrscheinlich eher zu
Eybouan, vgl. FRISK П 456. mit Lit.
l.*n,eg- ‘treiben’! IEW 4-5
Präsens *hzi-Mm$-E- ved. Gate ‘treibt’?
*h é ĝ-e- ved. jati ‘treibt’
jav. azaiti ‘treibt’
arm. acem ‘führe’
gr. буо ‘treibe, führe’
lat. ago, ere ‘treiben, führen’
air. -aig, -agat ‘treiben, führen’,
akymr. (+) agit, kymr. â ‘geht’
256
an. aka ‘fahren”
РУ Jinde с 4
toch.B asäm, А акепс° ‘führen’
Neubildungen: s-Aorist gr. (spät) ga ‘trieb’
air. -acht ‘trieb, führte’; kymr. aeth ‘ging?
redupl. Aor. gr. фуауоу ‘trieb, führte’!
Perfekt gr. att. ya ‘habe getrieben’
lat. gi ‘trieb’
an. ók ‘fuhr’?
(М.К)
Falls mit РОЕТТО, Kratylos 43 (1998) 111?! hluw. katta aka- ‘unterwerfen’ hierhergehört,
müßte *haĝ- angesetzt werden, das dann nicht mehr mit 2.*hzeĝ- ‘sagen’ homonym wäre.
Durch Objektellipse in mehreren Sprachen (gr., kymr., an.) intransitiv ‘dahinziehen, gehen’.
1
2 Urspr. wohl iterativ, vgl. СОТО 90-1; nach STRUNK, Laryngaltheerie 567-8 erst iir. Bildung.
3 Nach SEEBOLD 75 hierher vielleicht auch ae. асап ‘schmerzen’, wenn aus ‘ziehen’.
4 Nur Präs., sonst suppletiv В /waya-/, А wä(w)- (s. *ueihr-).
Ü Neubildung, vgl. WATKINS, Celtic Verb 273-4.
° Vgl.BENDAHMAN 55-6.
7 Analogische Neubildung nach z.B. faciö : feci.
Š <*h,;e-h)(o)ë-, einer der Prototypen der 6. Klasse des germ. starken Verbums.
2.*hzeg-" ‘sagen’ IEW 290-1
Aorist *héĝ-/h 8- gr. Aor. ‘sagte’
Jaksl. seto ‘sagt?’
Präsens *hĝ-ié- [arm. asem sage"
ER х 4
[lat. aiö, ats ‘sage, sagst’
Perfekt *he-mög/h,g- gr. dom ‘befehle”
Desider. */Л„ёд/һь$-5- Loch D Konj. aksäm ‘wird verkünden”®
(M.K.)
*h, verlangt besonders das Toch., s. HACKSTEIN 332-4, zwingend dagegen spricht nichts.
< *e-hze$-t, daraus ein Stamm 7- abstrahiert, wozu sekundär nachhom. Präsens zwi. Aspektu-
elle Einordnung (nicht Imperfekt) nach TicHY, md
Hierher nach Reinhart, WSJb 27, 59-60; s. jedoch *keNs-, *seng!*-.
Wohl am besten mit RIX bei HACKSTEIN 334 aus einem je-Präsens mit s für c (erhalten in ar-
ac “Sprichwort’) nach der 35 Aor. *as < *hzekt.
Mit *H > a /# С zur analog. Wiederherstellung der Wurzelsilbe oder lautgesetzlich /#_ C, C;
(С, = Obstruent)?; ii < *gi verallgemeinert (35 würde sonst tagit lauten).
= *‘habe (hiermit autoritativ) gesagt’.
*aks- als Wurzel abstrahiert, dazu neues ske-Präs., vgl. HACKSTEIN 334-5.
257
ЫЛ ТАЕ “їп Furcht geraten, betrübt werden’? IEW 7-8
Präsens *A2g"-néu/nu- gr. dyvouaı ‘bin betrübt”?
*hég'-e- gr. hom. čyouaı ‘bin betrübt’
got. un-agands “furchtlos’””
Perfekt *me-Mög"/hyg"- [air. -ágor ‘fürchte’®
got. де “fürchte”
Kausativ *mog"-eie- got. -agjan erschrecken"
Neubildungen: redupl. Aor. gr. ўкохоу “machte betrübt’
(M.K.)
Vgl. ved. aghá- п. ‘Leid, Gefahr’, gr. &yog.n. ‘Leid, Schmerz’ = got. agis ‘Furcht, Angst’.
Das Perfekt setzt fientive Aoristwurzel voraus, Wurzelbildung nicht belegt.
Urspr. faktitiv ‘betrübe’, dann im Medium ‘betrübe mich’; Sol, &yvaoönuı daraus umgestal-
tet; STRUNK 105-8 nimmt „prototypisches“ Nasalpräs. zu erweiterter Wurzel *h>g”eu- an, de-
ren Aor. er іп hom. drei ‘trauernd’ sieht; dieses steht jedoch nach LfgrE 1751 als sekun-
däre Nebenform nur am Versschluß für &y&ovr-, denom. zu doc
Nur Od. 18,256; 19,129.
Wohl fossilierter Rest, berechtigt nicht zum Ansatz eines germ. starken Verbs.
Urspr. i-Verb: 3p Pass. -digder, s. THURNEYSEN 358; zum Präs. geworden und darauf mit -ie-
erweitert, vgl. WATKINS, Celtic Verb 122.
Im An. aus 15/35 *ó umgebildet Präs. an. óask ‘(sich) fürchten’ (Prät. alt ööisk, urspr. also zur
ai-Klasse, später óaðisk).
Sonst im Germ. Neubildung zum Prät.-Präs.: got. (+) ögjan.
Mit fakt. Funktion, vgl. BENDAHMAN 84-7.
*n,ehj-" “heiß sein’ IEW -
Präs. Trhyeh,- Stat. pal. hari, Айта ‘heiß sein’
(M.K.)
Verbal nur pal., dazu wohl ау. är(a)r- m. ‘Feuer’ und weiteres, vgl. ADAMS, GS KURYLOWICZ
209-10. Daraus erweitert *hjeh;s-, s.d.
*hzehs-' ‘(durch Hitze) уегігоскпеп”? IEW 68
Fientiv P*mhjs-ehjlh,- toch.B аѕаге “уегігоскпеіеп”
258
Essiv *Joh,s-hjie- [lat. areö, -ёге “trocken sein"?
toch.A asatär, B osotär ‘vertrocknet’”
(M.K.)
! Zum Wurzelansatz vgl. HARDARSON, HS 107 (1994) 39 mit Anm. 35: Wurzelnomen *h;éh,s-
‘Asche’ in heth. has(s)- c., dazu Koll. *h,éh;s-h;-/h;h;s-éh;- in heth. hassa-/hassä- с. ‘Herd’,
lat. āra Ё. ‘Altar’. Erweiterung (urspr. inchoativ?) von *hzeh,- ‘heiß sein’ (s.d.), vgl. ADAMS,
GS KURYLOWICZ 208-10.
Vgl. lat. assus ‘trocken gebraten’ < *h;ə;s-tó-. Die Grundbedeutung könnte auch ‘trocken ma-
chen’ o.ä. sein, die belegten Bildungen lassen keine Entscheidung zu.
3 Stamm *asa- < *h33,52,-, falls nicht neugebildet zum Präs. ` dazu wohl auch A Konj. V asas.
Problematisch ist das Prät. III A asäs, das neben Präs. IV, Konj. V irregulär ist.
ästatta wohl nach Nominalbildungen wie ara ‘Altar’.
5 < *asez-, vgl. RINGE, TIES 1 (1987) 115-8; Sprache 34 (1988-90) 86.
Pehzehz-' “glauben, vertrauen’ IEW —
Präsens ?*yeh;-/hyhz- [heth. bont, häsi ‘glauben, akzeptieren’,
25 Prät. лаіѕ?
(М. К.)
1 Verbal nur anatol., dazu vielleicht lat. ömen < *héh;-(s)mn, zum Wurzelansatz s. OETTINGER
361-2. Nach EICHNER, FT Regensburg 97 hierher auch heth. hann- ‘rechten’ (s. *hjÁneh;) als
ursprüngliches Nasalpräsens, dagegen OETTINGER, l.c. 3612'°.
2 Ursprünglich Wurzelverb mit sekundärem Übergang in die ae-Klasse, OETTINGER 360-2.
*heid-' ‘schwellen’? IEW 774
Präsens *hzid-neu/nu- [arm. aytnowm ‘schwelle”
?[gr. ep. oidavm ‘lasse schwellen’*
Iterativ *h,oid-eie- gr. olö&o ‘schwelle””
Fientiv ?*)jid-éh/h;,- [arm. Aor. *ауѓеа- ‘schwellen”
(M.K.)
Zum Ansatz s. KLINGENSCHMITT 256!1; das Alter der Bildungen ist ziemlich unsicher; zum
möglichen Anschluß von alb. ënj ‘lasse schwellen’ s. KLINGENSCHMITT 256-7.
S Vgl. noch ahd. eiz ‘Geschwür’, aksl. (+) jad» ‘Gift’.
3 Мі sekundärer R(e).
Mit oi nach oiĝéw, vgl. KLINGENSCHMITT, 1.с.; Herleitung aus *oidnu° unsicher, da im lon. ei-
gentlich zv < *avf < *nu zu erwarten wäre, hier also sekundäre Kürzung vorliegen müßte;
viell. analog. Neubildung
259
5 Oder zum Essiv *hjid-h,ié- mit sek. R(o); später auch оїб@@, wohl nach Aorist olönjoat.
Vorausgesetzt durch rückgebildetes Präsens aytči-, s. KLINGENSCHMITT 256".
жей"! ‘entzünden’”? IEW 11-2
Aorist *héid’-/h id- ved. Ptz. Med. idhāná- ‘entflammt’,
lp Opt. Med. idhīmahi ‘möchten wir entzünden’
Präsens *hsi-neln-d"- ved. indhe “entzündet”
*h,éidh-e- ?ved. édhate ‘strahlt’
gr. 2100 ‘zünde an’; æiboua ‘brenne’
Neubildungen: Perfekt ved. idhé ‘ist aufgeflammt; hat entzündet”
(M.K.)
Ein Ansatz mit *h,a° würde nur durch wurzelanatomische Verbindung mit anatolisch *ai-
‘warm sein’ (s. 2.*h,ai-) gefordert, bleibt aber möglich; nominal auch ital., kelt., germ. und
bel,
Daraus im Medium auch “entzündet werden, aufflammen'.
Für *inddhe mit Vereinfachung der Geminata, vgl. Ai. Gr. I 113. Die 35 indhe ‘wird entzün-
det’ КУ 7,8,1 kann dagegen als neugebildeter Oppositionsstativ indh-E aufgefaßt werden,
KÜMMEL, Perfekt 125-6°°.
Nach THIEME, FS TURNER I 149-58 = Kl. Schr. 160-9 ‘strahlen, glänzen’ in übertragenem
Sinn von Gesundheit, Reichtum u.ä.; sekundär als eigene Wurzel 2edh- ‘gedeihen’ aufgefaBt.
Nur einmal RV 7,36,1 intr., sonst tr., s. KÜMMEL, Perfekt 125-6.
*h;eiKk-' “aufspießen’ IEW 15
Präsens ?*hsi-haik-E- lat. icö, -ere ‘treffen, verwunden’
Neubildungen: Perfekt lat. ici ‘traf, verwundete”?
(M.K.)
Verbal nur lat.; vgl. рг. ongf ‘Spieß’ < *aik-smä-, lit. iöfmas m. "Bratspieß’ < *aik-(s)mo-.
Vgl. MEISER, Habil. $189-90 mit Lit.
260
*hzeis- ‘suchen’ IEW 16
Präsens *n5is-ske-' меа. icchäti ‘sucht, erstrebt’
Jav. isaiti “erstrebt, sucht’
?[arm. hayc’em ‘suche, bitte, verlange”
umbr. eh-*iske- “abholen, herbeischaffen’”
[air. escaid ‘laust’?
[alit. ieszku “suche”
[aksl. (+) iskọ, išteši, (iskati) "suchen"?
Aorist *hčis/héis-s- aav. di$ “wünscht’’
2@15/ Mêl
lat. qu-aesö, ere ‘suchen, bitten’?
Neubildungen: them. Aorist ved. disanta ‘haben erstrebt’”
?R(e)-e-Präs. lat. qu-aerö, -ere “suchen, erstreben, erwerben?!’
Perfekt ved. isäthur, isur ‘haben gesucht"!
о ою мы o
jav. “iiaēša ‘hat gesucht'!2
(M. K.)
Dieser Stamm ist auch Grundlage von ahd. (+) eisca ‘Forderung’ (wovon denom. eiscön ‘for-
dern, bitten, fragen’), vgl. KLINGENSCHMITT 63, 67.
Mit sekundärer R(e); oder denom. (mit sek. A) zu ayc ‘Besuch’ 4- *‘Suchen’, vgl. KLINGEN-
SCHMITT 63-7.
In 3p Fut. ex. e-iscurent, vgl. MEISER, Lautg. 129-30.
Nach O'BRIEN, Celtica III (1956) 171-2; oder Denom. *iskä-ie-?
Modern ieskau, iesköti ‘suchen’, lett. ieskäju, ieskaät ‘lausen’; im Bel akutiert *eiskela- <
*jske/o- mit Präverb *eh,- oder nach dem s-Aorist, s. KLINGENSCHMITT 675; die Lautentwick-
lung von *sk im Bsl. ist umstritten, doch scheint Annahme einer Entwicklung zu lit. Sk, lett.
slav. sk am besten begründet, s. STANG, Gramm. 92-3.
ls auch sek. i$to; Inf. iskati < *joskati mit R(z), vgl. ukr. s’katy.
Vgl. KELLENS, KZ 90 (1977) 89-90; Verbe 367.
Nach SZEMERENYI, Glotta 38 (1960) 232-8 aus *ko-ais-se-, urspr. Konj. des faxö-Typs.
Vgl. ЈОАСНІМ 44-5, Neuerung gegenüber dem ау. s-Aor. (im Ved. gibt es keine alten s-Aoris-
te von Wurzeln mit mittlerem i, vgl. NARTEN 18, 37, 80).
Nach SZEMERENYI, l.c., aus *ko-ais-e-, Ersatz für das ske-Präs.
So RV 1,112,16; 3,1,2; s. KÜMMEL, Perfekt 126-8 mit Lit.; hierher auch alle anderen ved.
Perfektbelege, die früher zu es’ “antreiben’ (s. *h,eish;) gestellt wurden.
Überliefert ist z.T. yaëša, s. HOFFMANN-NARTEN 46°; KÜMMEL, Perfekt 613.
*h,eisd-' ‘verehren’ IEW 16
Präsens *hsi-h>eisd/hrisd- ved. Die ‘ruft an, preist’”
261
*h,éisd-e- gr. hom. аїбдиоа “ѕсһеџе mich, уегеһге??
got. aistand ‘scheuen sich’
?* h isd-ské- aav. is“sa ‘will erflehen”
Neubildungen: Perfekt ved. ilé RV 4,3,3 ‘hat angerufen’
M.K.)
Wohl Erweiterung von *h,eis- in аһа. (+) era "Ehre" Osk. aiso- ‘Gott ist dagegen wohl mit
MEISER, Lautg. 252-3 aus *aisso- < *aisd-to- herzuleiten.
Reduplikation nicht ganz sicher, i kann auf Ersatzdehnung beruhen, doch spricht die Akzent-
stelle eher gegen altes Wurzelpräs.
Später ersetzt durch denom. @їбёоцол.
Nur Präs. belegt.
Hierher nach HUMBACH, MSS 9 (1956) 66-7; inneravestische Neubildung zu einem Präs.
*72d- möglich. Oder Desiderativ *i$(r)sa- < *i-i2d-sa-?
KÜMMEL, Perfekt 122.
*n,ek- ‘scharf sein/werden/machen’' IEW 18-22
Kaus.-It. *h,ok-eie- mkymr. hogi, 3s лус ‘wetzen, schärfen’?
ahd. eggen ‘ерреп”
Essiv ?*hk-hjé- [lat. aceö, -ere ‘sauer sein"
(M.K.)
Dakein Präs./Aor. belegt ist, kann die Wurzelbedeutung nicht genau festgestellt werden.
h sekundär, vgl. SCHUMACHER 158.
Wohl nicht Rückbildung zu egida ‘Egge’, sondern nur semantisch davon beeinflußt, vgl. ibid.
Mit analogischer R(e), um eine silbische Wurzel zu erhalten.
E ы ә –
*h,eKh;-' ‘(auf)essen’ IEW 18
Aorist *mekhz-Ihzkhz- ved. äsit ‘hat gegessen’?
Präsens *yk-neln-h;- [ved. asnari “Ве?
Perfekt Prhze-hzökh;/hakhz- ved. äsa “hat gegessen’””
Kausativ ?*mokh;-eie- ved. (Br.) äsayati ‘gibt zu essen’
an. éja ‘weiden lassen”
(M.K.)
Vgl. wohl gr. бкодос m. ‘Bissen’ < *hy(a)kh;-lo-, falls dies nicht zugehörig oder anders zu
analysieren ist, bleiben die Laryngalfarben unklar.
262
Inj. asit, zum is-Aorist umgebildet.
Mit analogischer R(e).
3 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 110-1.
< *ahjan. Die Wirkung von VERNERs Gesetz müßte analogisch ausgeglichen sein; oder de-
nom. zu einem *aha- < *hzökh;-o-.
*hel-' ‘nähren, aufziehen’ IEW 26-7
Präsens *h él-e- lat. alö, -ere ‘nähren, aufziehen’
air. -ail ‘nährt, zieht auf
got. (+) alands “aufwachsend”,
an. ala ‘aufziehen, gebären’
Aorist ?*h,ëlWh,él-s- [air. alt ‘nährte, zog auf?
Kausativ *h,ol-eie- lat. ad-oleö, -olere ‘verbrennen’,
umbr. иќеѓи ‘soll verbrennen"?
got. *aljan ‘mästen’”
Fientiv ?*h,l-éh,/h,- Dat, ad-olëscë, -ere ‘erwachsen werden"?
Neubildungen: Perfekt got. (+) ol ‘wuchs auf?
(M.K.)
Vgl. noch gr. čv- aArog ‘unersättlich’, dazu vielleicht ai. anala- "Feuer" (lat. ignem alere), s.
EWAia I 70, zu weiteren möglichen Spuren der Wurzel im Indoar. EWAia П 641, 642.
Bedeutung vom Medium.
Neubildung möglich.
Ital. *ole(i)e- semantisch auf das Nähren des Feuers spezialisiert (vgl. lat. ignem alere); ent-
sprechend auch lat. alräre п. ‘Brandaltar’. Der Ansatz einer Wurzel 2.* el- ‘brennen’ ist da-
mit unnötig.
Belegt пиг АКК. Sg. Ptz. Prät. alidan ‘den gemästeten’.
Wohl eher Neubildung zu alö, -ere.
2.*h el- entfällt, s. (1.)*Azel-
*held*-' ‘glücklich erreichen”? IEW 27
Aorist *héldř-Ihjd"- ved. ärdhma ‘haben vollbracht’
aav. Konj. arədat ‘soll vollbringen’
?[gr. hom. diëean ‘wurde heil”?
263
Pràsens *h,J-neln-d"- ved. Konj. rnädhat ‘soll vollbringen’"
Kaus.-It. ?*hold"-é ie- ved. ardháyati ‘vollbringt, läßt gelingen,
befriedigt’
Desider. ?*hzi-hld"-se- мей. -irtsa- “erlangen wollen’
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. ved. sám rdhyatäm ‘soll zustande kommen"?
Perfekt ved. sám anrdhe RV 10,79,9 ‘ist zustande gekommen’
(YVP) änardha ‘hat Erfolg gehabt'°
(M. K.)
' Falls das gr. Verbum nicht hierher gehört, kann nur *HeRd'- angesetzt werden.
2 Daraus ‘etwas (glücklich) vollbringen, Erfolg haben; jemanden befriedigen’, zur Semantik im
Ved. vgl. THIEME, FS TURNER, I 156-8 = КІ. Schr. 167-9.
? Wenn aus *‘erlangte glücklich (Heilung)”, dazu neugebildet Präs. ion. &Adaivo ‘heile’; das
gr. Verbum könnte auch mit *d*-Erweiterung zu 1.*h;el- gestellt werden.
* Der infigierende Stamm nur noch im RV, wo aber 1,18,18 auch schon die Ersatzbildung
rdhnoti auftritt; vgl. JOACHIM 25.
Š Fientiv-patientive Neubildung, Akzent schwankend /dhya- neben rdhyá-.
° Vgl. KÜMMEL, Perfekt 107-8.
Prnzelg"-" ` "Dieren IEW 32
Essiv zb-Jëh hue: [lat. а/ вео, -ёге "Dieren"
M.K.)
"Nur ital. und viell. in nisl. elgur m. ‘Schneegestöber mit starkem Frost’ (semantisch unsicher
an. Gen. Sg. elgiar in einer Kenning), falls dies gemäß LIDÉN, Studien 66 mit lat. algor
‘Frost’ auf *Л;ё{@'#ез- n. zurückgeht.
Falls im Anlaut */,/ > lat. ol gilt, mit analog. R(e).
*helguh_! “einbringen (als Erlös)’ IEW 32-3
Aorist *helg"-Inlg"- ` Ier. Geo ‘brachte (als Erlös) ein’?
Präsens *h,élguh-e-2 ved. ärhati ‘ist wert, verdient”?
jav. arajaiti “ist wert, kommt gleich’
Neubildungen: ane-Präs. gr. att. сдам: ‘bringt als Erlös ein"
(M.K.)
264
! Zum Апаш vgl. heth. halkuessar ‘Opfermaterial’, s. BADALI/ZEILFELDER, HS 104 (1991) 70-
83; möglicherweise setzt dieses ein heth. Verbum *halku- ‘erwerben’ voraus, ibid. 82-3.
2 Vgl. Сото 106”.
Viell. alter Konj. Aor. *‘wird einbringen’ > ‘ist wert’.
3а Zur Kunstbildung 3p arhire s. KÜMMEL, Stativ 22; Perfekt 108.
Zum them. Aor. nach produktivem Muster.
* helh,- ‘ziellos gehen’ IEW 27-8
Präsens */,élh,-/h,lh,- [gr. @А@диол “irre umher’!
umbr. amb-oltu ‘soll herumgehen’?;
[lat. amb-ulö, äre *umhergehen'2
(M.K.)
< *ala-ie-, reguläre Umbildung von *ala- (oder < Iterativ */,//,-ёіе-?).
2 <urital. *ala-tōd mit Verdumpfung; setzt die alte R(e) fort, vgl. MEISER, Lautg. 268-70; Ha-
bil. $59.
Setzt das im Kompositum verallgemeinerte Pluralallomorph *alā- von ural *ala-/alä- «<
*ala-/lä- < *h,élh;-/h;]h;- fort, s. MEISER, Habil. $59.
*melk-' “abwehren” IEW 32
Aorist ?*h,é-h,lk-e- [gr. &AaAxe ‘wehrte ab”
Präsens ?*h,Ik-ske- [lat. uleiscor, -i ‘Rache nehmen, sich rächen"?
(M. K.)
"Vgl. auch *Ajleks-.
š Vgl. gr. @Акт] ‘Abwehr, Hilfe’, Dat. &Axi “Abwehrkraft’, dazu wohl auch got. (+) alhs f., alit.
alkas m. ‘heiliger Hain’.
7 Iterativ-komplexiv ‘wiederholt abwehren’ > ‘erfolgreich abwehren, schützen’, vgl. BENDAH-
MAN 5; mit erneuerter Reduplikation.
Nur möglich, falls im Anlaut *Л›/ > lat. ol gilt; Bedeutung mit „zeitlicher Verschiebung der
Abwehraktion‘“ nach RIX bei BENDAHMAN 55°°.
*n,emg"-' “(zu)schnüren’ — ‘beengen’”” IEW 42-3
Präsens *hémĝ"-/hamĝ"- јау. nii-azata ‘schnürt (sich)”
[gr. &yxw “erdrossele’
265
[lat. angö, ere Феепреп”
[aksl. (+) и-у-его, (-v-esti) ‘bekränzen’
?* hm-neln-g"- [heth. hamanki “bindet an, bindet fest’®
Aorist Prh,emg"/hemg"-s- gr. att. - уба ‘erdrosselte’
5
Kaus.-It. *Mmomg"-eie- ksl. oo (eziti) ‘beengen’
Neubildungen: Nasalpräs. aksl. (+) u-v-eznoti ‘steckenbleiben, sich verstricken’
R(e)-ie-Präs. aksl. (+) у-еѓо, (v-ezati) ‘binden’’
them. Aor. aksl. u-v-eze ‘blieb stecken’
(M. K.)
Das *m nur im heth. Nasalpräsens erhalten, sonst *mg" > *ng" assimiliert; vgl. OETTINGER
14.
Oder doch zwei Wurzeln: *h,,;emg'"- ‘binden’ im Heth. und slav. *v-ez- (das Merkmale einer
Aoristwurzel aufweist) sowie *h3eng"- ‘beengen’ sonst?
Nur mit Präverb ni; <a> kann hinter <ii> für *a stehen, s. HOFFMANN, Aufs. 869-70.
Wohl mit (е); falls im Anlaut *hjn > lat. an gilt, istauchR(z) möglich.
v-Vorschlag unklar, nach VAILLANT 1 185 übertragen von R(e/o) *(v)oz-; Simplex ‘binden’
erstnachaksl., vgl. KOCH 579-808".
Zu den Umbildungen im Heth. vgl. ОЕТТІМСЕК 148; PUHVEL Ш 67-8. Ganz anders
MELCHERT, SHHP 167-8: Bdtg. eher ‘zusammenbinden, umwickeln’ aus */,e-mönk/menk-
mit Präverb zu *menk-.
Imperfektivbildung zu vesti.
*nemH-' “gießen, begießen’ [IEW 35]
Präsens ?*h5m-neln-H- агт. атапат “е ein, werfe hinein, trage auf”?
*h,émH-e- air. at-aim “wäscht (Hände und Füße)”
(M. K.)
Hierher vielleicht ved. ámatra- ‘Trinkgefáß’, агт. атап ‘Gefäß’, doch könnten diese Wörter
auch zu *hzemh;- ‘anfassen’ gehören; *H nur wegen arm. amana-, daher nicht ganz sicher.
Falls nicht arm. Neubildung, vgl. KLINGENSCHMITT 118-9.
Urspr. *“(Wasser) gießen auf’, vgl. WATKINS, Language 35 (1959) 18-20; oder thematisiert?
*hemh;-' “anfassen, anpacken’ — ‘schwören’? IEW 778
5 m KC EE D 3
Präsens *h,emh;-/hamhz- ved. amisi, amänti “anpacken; schwören’
in : 4
[lat. ато, äre ‘lieben’
*hm-né/n-hz- [рт. биуйи: ‘schwöre”
266
Aorist *hčmh;/hémh;-s- gr. Öu00(o)a *schwor’
Neubildungen: Perfekt ved. (АУР) -ämise ‘hast geschworen””
Kausativ ved. ämäyati “verursacht Schmerzen”
(M.K.)
Das ltal. erfordert *h, im Anlaut; dafür spricht auch gr. duotos: кокбс. ZıxeAol Hsch., im Gr.
sonst Assimilation *amo- > ото-.
‘schwören’ aus ‘fest anfassen (zur Eidesleistung)’, vgl. HOFFMANN, KZ 83 (1969) 209-10 =
Aufs. 304-5.
Auch thematisiert Med. дта-, zu Einzelheiten vgl. HOFFMANN, l.c. 193-5 = 288-9.
Urspr. *‘anfassen’, vgl. marrucin. amatens "haben angenommen’, s. GRIENBERGER, KZ 54
(1927) 74, daraus ‘die Hand ergreifen’ — ‘als Freund ansehen’; offenbar zu *ama-ie- umge-
staltet. Vgl. Rıx, GS SCHINDLER 523-4.
Mit regulärer Umbildung zum nü-Präsens, vgl. Rıx 210.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 97-8 mit Lit.
< **]äßt (den Schmerz) anpacken’, vgl. HOFFMANN, l.c. 196-7 = 291-2; alt wäre Tamáya-.
5a
6
*h,en-' ‘schöpfen’ [IEW 901]
Perfekt ?*me-h,önlhn- heth. hani, henir “schöpfen”
M.K.)
1 Vgl. gr. dvrAog, - оу ‘Bilgenwasser’, s. PUHVEL Ш 77. Dieses jedoch nach FORSSMAN bei
OETTINGER 438” aus *an(a)-tJh;-o- ‘das Emporgehobene”.
Dabei muß (alt belegtes) ë analogisch sein, vgl. OETTINGER 114; zur Beleglage ibid. 52.
?*h end- ‘blühen, sprießen’ IEW 40-1
Fientiv ?*hnd"-éh/h- “[gr. dëser ‘blühen’
Еѕѕіу ?*h,ndh-h;ié- gr. (Hes.+) судо ‘blühe””
(M. K.)
Verbal nur gr.; vgl. *h,éndh-os- n. in gr. dée ‘Blume’, ved. ándhas- ‘Somasproß’.
Nach TUCKER 64 ist das рг. Verb denom. zu Kompositionshinterglied - avdrg.
Eher innergriechische Neubildung zum Aorist.
2
267
*n,eng*- “bestreichen, salben’ IEW 779
Aorist Prhzeng!-Ihzng*- arm. awc ‘salbte’'
Präsens */un-neln-g"- ved. anäkti, ankte ‘salbt, bestreicht’
?[arm. awcanem ‘salbe’!
?* meng!-e- [lat. unguð, -ere ‘salben’ у
umbr. umtu ‘soll salben’
Neubildungen: Perfekt ved. дпайја, änaje ‘hat gesalbt'?
(M.K.)
Der Ansatz mit *h3, nicht zb: (so ШУ!) erfolgt nur wegen gr. -außog in Komp. nach JANDA,
Eleusis 282-7. Der konstante o-Vokal im Italischen muß dann durch Analogie nach dem
Substantiv lat. unguen п. ‘Salbe’ < *h,öng*-n mit Riol bedingt sein, ibid. 284.
Lautlich schwierig, s. KLINGENSCHMITT 181-2, das Präsens awcanem kann innerarmenisch
zum Aorist neugebildet sein.
Oder thematisiert aus dem Nasalpräs. Zb Ange > *on(n)g“e-?; vgl. KLINGENSCHMITT 181,
SCHRIJVER 62. Jedenfalls mit o-Stufe vom Substantiv unguen ‘Fett, Salbe’ (s.o. Anm. 0).
3 мей. Neubildung, s. KÜMMEL, Perfekt 95-6.
*h,enh;-' ‘atmen’ IEW 38-9
Präsens *hyenhj-/honh)- мей. äniti ‘atmet’?
av. auu-an Yt. 8,7; 38 ‘atmete hin”
[air. -ana ‘bleibt, wartet, hört auf”
[got. *-anan “atmen”
[toch.B anassäm ‘atmet ein”
: Fi А > S а ‚7
Aorist */,ёпл,/№,ёп№,-5- ved. prá-anit ‘hat geatmet
air. anais, -an ‘blieb, wartete, hörte auf“
Neubildungen: ?R(e)-ie-Präs. alb. ёлу ‘blase (auf)?
Perfekt ved. sám āna RV 10,55,5 ‘hat geatmet'
got. uz-on ‘hauchte aus’
(M. K.)
Vgl. *hénh;-mo- m. (oder *h;h,-mo-, vgl. Peters, Lar. 2!) in рг. @ує нос ‘Wing’, osk. anams
= lat. animus ‘Geist, Seele’.
АБ АУ auch thematisiert ánati (AV auch anáti), vgl. СОТО 75.
Umstritten; nach KELLENS, Verbe 105? АКК. РІ. von auua- ‘Hilfe’; vgl. aber khot. uys-an-
“ausatmen’, EMMERICK 14.
*anä- kontaminiert aus *апа- < *hzenhj- und *na- < *h;jnh,-, s. MCCONE 110.
Aus dem Prät. (s.u.) zu erschließen.
268
° /апа-/ < *henh;- mit *-ske- erweitert, vgl. K. T. SCHMIDT, FS NEUMANN 367.
7 In 2s/3s = Ipf., vgl. NARTEN 86, eindeutig Aor. änisur AV.
Š Мр]. МССОМЕ 110-1.
° Нир 155; vgl. auch KLINGENSCHMITT 256-7'°.
Prh,enk-' ‘zuteilen’ [IEW 45, 318]
Präsens *hsenk-/h,enk- heth. hikzi ‘teilt zu, überreicht’, Stamm henk-?
(M. K.)
Vgl. ved. ämsa- = av. asa- ‘Anteil’, auch gr. @у@укт ‘Notwendigkeit’, mkymr. angen ‘Not’
(beide urspr. *‘Schicksal’ < ‘Anteil’); auch gr. дукос̧ ‘Masse; Würde, Stolz’ (nicht konkret
Last) eher hierher als zu *hjnek- (H. В.); *h3enk- wird oft mit *hznek- ‘erreichen’ (und
*h nek- ‘erhalten, nehmen’) zusammengestellt, zum Problem vgl. EWAia II 28 mit Lit.; GAR-
Сід RAMÓN, FS FORSSMAN 57-8. Dagegen sprechen Vollst. I (s. jedoch Anm. 1 zu *hznek-)
und die Bedeutung (die nur bei einem faktitiven Bildungstyp gerechtfertigt wäre, vgl. aber
GARCÍA RAMÓN ibid.).
2 Vgl. OETTINGER 172; nach anderen hierher auch hönk- Med. ‘sich verbeugen’ (s.u. *hzenk-)
gleichsam als ‘sich darreichen’.
*h,enk- ‘biegen’' IEW 45-6
Präsens *hzenk-/hank- [heth. hekta/hinga ‘verbeugt sich”
[ved. acami “лере; schöpfe’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. ved. (AV) arica- ‘biegen; schöpfen”
(M.K.)
! Hierher z.B. auch gr. &yx@vm. ‘Ellenbogen’, ahd. angul m. “Angelhaken’.
Mit ë nach honk-" ‘zuteilen’, 35 aheth. auf -ta und -a, s. OETTINGER 172-3, 176-7; wird auch
als *‘sich anbieten’ zu henk-” (s. *hzenk-) gestellt. Problematisch sind allerdings aheth.
Belege mit haink-, die auf ursprünglichen Diphthong weisen könnten; MELCHERT, SHHP 23-
4% hat daher ein Kompositum *h3e-(h,)Jenk- > *ha-ink- angesetzt, akzeptiert jedoch in AHP
141 die Erklärung als umgekehrte Schreibung <a-i> für [ё].
Wohl Neubildung, viell. unter Einfluß von Nominalformen mit ank-, айс-, vgl. Сото 91 [je-
doch kaum aus augmentierten Formen von *hznk-e-, da diese lautgesetzlich zu *aHak° > ved.
Tac° führen mußten]; die Wurzel bedeutet im Ved. mit Präverbien auch ‘(Wasser) schöpfen’,
was wohl (gegen OETTINGER 176-7; EWAia 1 53) – in Anbetracht der identischen Stammbil-
dung ~ aus ‘biegen’ sekundär differenziert ist; vgl. HOFFMANN, KZ 79 (1965) 171-4 = Аи.
162-5.
269
*h,ens-' ‘zeugen, gebären’ IEW —
Perfekt ?*h>e-hzöns/h;ns- [heth. häsi ‘zeugt, gebiert’, 3p hassanzi?
M.K.)
1 Verbal nur anatol., auch *h, möglich; nach MELCHERT, AHP 163, 164-5; OFITSCH, FS LOCH-
NER VON HÜTTENBACH 151-62 ist heth. hass- < *h;ens- aus lautlichen Gründen zu trennen
von kluw. hamsa- ‘Enkel’ usw., da im Heth. nur *ns > ss, aber *ms > ns. Hierher wohl auch
heth. hassu- ‘König’, av. ahu- ‘Herr’ usw., s. ЕУ/ Ата I 148 mit Lit.; OFITSCH, l.c. 156-7.
Mit Reduplikationsverlust; es ist fraglich, ob ein altes Perfekt vorliegt, viell. muß mit einer
Neubildung gerechnet werden. Zur analogischen Entstehung des Allomorphs häs- s. OFITSCH,
Le 159.
?*p,ent-! ‘Gewebe anzetteln, weben’ IEW 322
Präsens *ynt-ie- gr. att. бттоцоп ‘zettle Gewebe an”
?alb. end ‘webt”?
(M.K.)
Nurgr.undalb. (?) sowie viell. in ved. arka-, jav. at.ka- ‘Gewand, Mantel’ (EW Aia I 58).
Mit sekundärem тт statt erwartetem Too, vgl. SCHWYZER 320.
< *antit < *hantiet, vgl. KLINGENSCHMITT 1 13°; dazu wohl auch ven ‘webt’ < *v-end-n, s.
ibid. Dagegen nach DEMIRAJ 166-7 mit ven ‘webt’ zu *Heu-.
*h,ep- ‘passen, sich fügen’! [IEW 50-51]
Präsens *h ép- Stat. aheth. happaru ‘soll sich fügen, soll passen’?
(М.К.)
Verbal nur anatol.; dazu auch lat. aptus “passend, angefügt’ (falls nicht zu apiscor, s. *h,ep-).
Vgl. auch heth. happessar n. ‘Gelenk, Glied’.
Jheth. sekundär umgebildet zu Aktiv hapzi, Med. hapdari, vgl. OETTINGER, MSS 34 (1976)
124.
1.*hzer-? ‘sich (zusammen)fügen’' IEW 55-8
Aorist *h,ér-/h;r- ?[ved. sam aranta ‘fügen sich zusammen”
?[jav. aränte V. 15,4 ‘setzen sich fest”
gr. douevog “passend”
270
Präsens *h,r-neu/nu- ?ved. 2 Inj. rnös, 3p Ind. rnvänti “fügen”
[arm. arnem “mache”
Perfekt *h,e-h,órfh;r- [gr. hom. aprjpeı “war zusammengefügt”
Neubildungen: redupl. Aor.” arm. arari ‘machte’
gr. ўророу ‘fügte’?
s-Aorist gr. go ‘fügte’
(M. K.)
69), muß *(h,)ar- ange-
Falls heth. ara ‘recht, angemessen’ usw. hierhergehört (PRAUST 4
setzt werden.
Das Perfekt verlangt den fientiven Bedeutungsansatz; evtl. vorhistorischer Zusammenhang
(identische Stammbildung) mit 2.*hyer- ‘nehmen, erwerben’ möglich, der aber semantisch zu
klären wäre.
Im lir. mit anderen *Her-Wurzeln zusammengefallen, wobei oft nur semantisch unterschie-
den werden und die Stammbildung von jeder der Wurzeln stammen kann; vgl. HARDARSON
199-200; KÜMMEL, Koll. Erlangen 254-5; 263-4. Im Aorist mit durchgeführter R(e).
Hypercharakterisierter Konj.; s. HARDARSON, Le Nach KÜMMEL, Koll. Erlangen 263-4 bes-
ser zu ĉar- <*h,er- ‘gelangen’.
< *‘angefügt’, s. HARDARSON 199.
Umbildung уоп *A;rnu- zu *h;rnH- mit folgender Thematisierung іт Vorurarm. nach KLEIN-
GENSCHMITT 163. Besser nach PRAUST 34-6: аѓпе- < *arnue-, thematisiert aus 3p *arnuenti <
*h,r-nu-énti.
Bei Homer v.a. Ptz. dpapóç, apapvia mit unklarem arar° für *arar° > Tapnp° (nach Aor.
Gpapeiv?).
Urgraecoarmenische Neuerung zum faktitiven Präsens? Denkbar wäre viell. auch grund-
sprachliches *h,é-h;r-e-, das arm. und gr. zu ar-ar- verdeutlicht wurde.
Dazu neues Präsens брорѓіожо. i
І
2.*h;er- “nehmen, erwerben’ IEW 61
I
Aorist *h,ér-/h;r- arm. afi ‘nahm’
[gr. doóunv “erlangte”
räsens -neulnu- av. -aranaot, aranuuainti ‘zuteilen
P *hr-néul ?j t nti “zuteilen’*
= 4
arm. afnowm ‘nehme’
$ 5
gr. @оуциоа ‘suche zu erlangen’
Neubildungen: Perfekt ?aav. йгбї ‘ist zugeteilt”
(M.K.)
! Durch diesen Bedeutungsansatz erklärt sich der arm. aktive Aorist (anders KLINGEN-
SCHMITT 248); die faktitive Bedeutung im Av. ist die des Nasalpräsens.
|
l
|
2 Die augmentierten Formen sind sigmatisch: #oero usw.; zum Problem vgl. LfgrE 1328. N
271
Im Medium ‘zuteil werden’, wohl ursprünglich passivisch ‘zugeteilt werden’; könnte aber
auch als faktitives ‘wohin gelangen lassen’ zu *hjer- ‘wohin gelangen’ gehören, so nach
KÜMMEL, Perfekt 617-8.
Wohl refl. Medium, vgl. KLINGENSCHMITT 247-8.
Reflexives Medium des fakt. Nasalpräsens: ‘teile mir zu’.
Patientiv zum aktiven Präsens. Ein altes Perf. müßte ‘hat erworben, besitzt’ bedeuten; vgl.
KÜMMEL, Perfekt 616-8.
73.*hyer-' ‘gewichtig/laut sprechen’ IEW 781
Präsens *hzer-Ihrr-” Aved. 2-агуаті “erkennen ап”
[russ. orú, (orát) ‘laut schreien’”®
Iterativ *hor-éie- skr. öri se, öriti “widerhallen’”
Neubildungen: Perfekt [osk. Еш. ex. urust ‘wird öffentlich gesprochen haben”
(M. K.)
Zum Ansatz vgl. RIX, FS UNTERMANN 331-5, 340, 347. *h, folgt aus gr. *ар-г0- ‘Gebet,
Fluch’ (wovon denom. сраоцол), s. ibid. 333; zu heth. ariyezzi ‘stellt eine Orakelfrage’ s. je-
doch 1.*h,reh;-.
Zum Ansatz eines Wurzelpräs., aus dem die einzelsprachlichen Stämme umgebildet sind, vgl.
RIx, Lc. 334-5.
Nur im Sandhi mit á belegt, daher ist die Stammgestalt unsicher; auch ein Denom. är-yd-
bzw. ar-yá- ist möglich, vgl. Rıx, Le 333-4.
Von der Wurzelbedeutung ist nur das Merkmal ‘laut’ erhalten, s. RIX, l.c. 334.
Vgl. Кіх, l.c. 334.
Suppl. zum Denom. *йга- = lat. öräre, vgl. Rıx, l.c. 335, 347. Ein altes Perfekt erscheint se-
mantisch kaum sinnvoll, so daß eine urital. Neubildung (zum verloren gegangenen primären
Präs.) anzunehmen ist.
*h,erH-! ‘sich auflösen, verschwinden’ IEW 332-3
Aorist *h,érH-Ih,rH-
Kausativ *horH-éie-
Neubildungen: s-Aorist
n-Infix-Präs.
se-Präsens
toch.B āra, А йг ‘hörte auf’,
Konj. В йгат, A Gras?
Һе. harrai *zermalmt, stößt ab”
aksl. (+) оғо, oriti “niederziehen’, raz- ‘zerstören’
toch.B orasta ‘du verließt'*
lit. inrülyrü, (irti) ‘sich auflösen, sich trennen”
toch.B ärsäm, A äräs ‘verläßt, gibt auf"
272
Essiv toch.B orotär, A aratär ‘hört auf’
(M.K.)
*h, wegen urtoch. *ar°; zum auslautenden *H vgl. u.a. den lit. Inf.; kaum mit PETERS, Spra-
che 32 (1986) 374 schwebeablautendes *h,reh,- ‘Zerstörer’ in gr. “Арт. Anders zum Toch.
jetzt HACKSTEIN, FT Innsbruck 227-31: zu *h;er- “(sich) erheben’ — ‘(sich) aufheben’, wobei
dann der Set-Charakter von toch. *ara- ‘aufhören’ sekundär bei der toch. Paradigmenspaltung
aufgekommen sein müßte.
*ara- < *h;érH-; ist wegen osttoch. ar- auch für den Konj. anzusetzen, wo in B auch (deredu-
pliziertes) Perfekt *h;jorH- > *era- > *ara- vorliegen könnte.
Med. auch ‘verloren gehen, unbrauchbar werden’; möglicherweise erst sekundär hi-Verb, vgl.
OETTINGER 505-6, jedoch eher altes Kausativ als e-Präsens; Verbindung mit *hzerh;- ‘pflü-
gen’ semantisch schwieriger.
o durch Отаи oder sekundären Ablaut urtoch. *o : *a < *a : *a? Jedenfalls Neubildung von
einer Anit-Basis.
Baltische Neubildung (produktiver Fientivtyp).
Toch. Faktitivneubildung. Dazu das s-Prät. und ein athem. Konj. oräñ-c (Opt. äri) mit unkla-
rem o (*ār- < Perfekt *h,e-h;r- oder analogische Ablautneuerung?).
Wohl toch. Neubildung zum Prät./Konj.
*n,erhz-' ‘aufbrechen, pflügen’ IEW 62
Präsens *hérh+ie- gr. dpów ‘pflüge”
lat. arð, äre ‘pflügen”
air. -air ‘pflügt’””
ahd. (+) erien ‘pflügen”
lit. ағій, (árti) “pflügen’
aksl. (+) orjo, (orati) “pflügen’
Aorist *h,ërh/h,érh;-s- ?heth. haraszi, harasta ‘bricht/brach die Erde auf 8
gr. (Неѕ.+) оосо ‘pflügte’
air. Kont, -ara ‘soll pflügen’
Neubildungen: Perfekt gr. hom. apnpouevn ‘gepflügt’
(M. K)
Vgl. *hzerh,-tro- ‘Pflug’ in arm. arawr, рг. dporpov, lat. arätrum, kymr. aradr, an. arör, mit
*-1lo- lit. árklas; *hzerh;-o- in toch.B йге.
< *aroie-, für Umbildung aus einem Wurzelpräsens gibt es keine Indizien. Falls im Gr. *H >
О /C_igilt, ist mit analogischer Übertragung von *aro- aus dem Aor. zu rechnen.
Е *агаіе-, s. RINGE, Laryngaltheorie 425; MEISER, Habil. $143; Rıx, GS SCHINDLER 522-3.
Vgl. auch mkymr. ard-, nkymr. ardd- < *ar-i°.
Vermutlich lautgesetzlich, während in der 3. schwachen Klasse auf *-A,ie- der funktional
belastete Laryngal länger erhalten blieb und daher *-ai-/*-ja- resultierte, s. HARDARSON, FT
273
Innsbruck 331 mit Anm. 20. Das ahd. Prät. iarun weist auf eine Wurzelform *arr- < *h;erh+
/_V; im Got. kein Prät. belegt, sonst im Germ. schwach flektiert.
° Hierher nach MELCHERT, Sprache 33 (1987) 27-8; AHP 73 und KIMBALL, MSS 53
(1992[94]) 92; 94-5; dagegen nach OETTINGER 192-3 zu ved. ysá- (s. *Hers), nach PUHVEL
UI 185 (mit Lit.) Lehnwort aus dem Semit., wogegen KIMBALL, Le, 92°.
*herk- ‘halten’ IEW 65-6
Präsens *hyerk-Ihprk- heth. harzi, harkanzi “halten, haben”!
?* р -6іе- lat. агсеб, -ёге ‘verschließen; fernhalten’?
(M.K.)
Mit k vor vokalischer, ohne vor konsonantischer Endung, s. OETTINGER 190. Verlust von *k
nach COWGILL bei EICHNER, FT Regensburg 90 wegen Verkürzung bei Gebrauch als Hilfs-
verb und von dort aus auch auf das Vollverb ausgedehnt; dagegen nach PUHVEL III 156 laut-
gesetzlich.
Falls ar < *h;r nicht lautgesetzlich, mit analog. R(e) oder Reduktionsstufe *h,.r-. Gr. боке
‘wehre ab, helfe’ ist dagegen Denom. zu dpxog n. ‘Abwehr’ (außerpräsentische Basis arkes-),
vgl. KLINGENSCHMITT 236-7.
*hes-' ‘satt werden’ IEW —
Aoris? ?*més-/hs- pal. hasānti ‘werden satt’
(M. K.)
Dazu nach KLINGENSCHMITT, Koll. Kopenhagen 242-3 auch lat. in-ānis ‘nüchtern; leer’ <
*п-һзеѕ-пі-; daneben erweitertes *h;jes-K- in heth. hasekk-, hassik(k)- ‘sich sättigen, satt sein’,
vgl. OETTINGER 193-4.
Oder Präsens.
1.* het- ‘gehen, wandern’ IEW 69
Präsens *hét(H)-e- ved. atasi ‘wanderst’
(M. K.)
П
*h, wegen *агпо- ‘Jahr’ in lat. annus, osk. umbr. akno-, got. арпат, vgl. RIX, MSS 37 (1978)
158, 16352; wenn ved. ätithi- = av. asti- ‘Gast’ hierher, als Set-Wurzel (wohl *hzerh,-) anzu-
setzen.
274
72 *hyet-' "em Loch machen, stechen’ IEW -
Aorist ?*h,ét-/h;t- heth. hattari ‘sticht, schlägt’?
Präsens */ét-ie- heth. hazzizzi “trifft, schlägt”
?* ht-ské- heth. hazzikkezzi ‘schlägt (jeweils)”*
(MEI
1 Nur anatol., *h, (und nicht *h; wegen lyk. xttadilxttaiti ‘verletzt < *Hatāi-, MELCHERT,
AHP 277; vgl. OETTINGER, MSS 34 (1976) 124-6.
2 Alt nur Stativ, viell. haplologisch aus Medium *hattatta(ri)?; jungheth. umgebildet zum
Aktiv hattai, vgl. OETTINGER, l.c. 124-5.
S. OETTINGER, l.c. 125.
Auch verdeutlicht zu hazziske-, OETTINGER, l.c. 125.
*h,eu-! ‘genießen’? IEW 77-8
Präsens ?*h,éu-e- ?alb. ha “Ве?
Iterativ *h,ou-éie- ved. ävayat ‘aß’
[lat. aueö, -ёге ‘begehren”
(M.K.)
Aus semantischen und lautlichen Gründen von *h,euH- ‘helfen, fördern’ zu trennen; hierher
auch arm. aviwn ‘Lust’. Nicht hierher gegen LIV' keltib. „auseti“, vielmehr als auðeti zu
*deh;-, s.d. Anm. 10.
Sekundär auch ‘mögen, begehren’ und ‘essen’, vgl. dazu nhd. genießen auch ‘gerne mögen’
und ‘essen’.
? Vgl. HULD 72, 151. Nach OREL 140-1 mit Lit. jedoch zu *h,ed-, s.d.
* Suppl. 35 Ipf. zu átti, vgl. HOFFMANN, MSS 41 (1982) 63-7 = Aufs. 769-73; dazu nominal
ауаѕӣ- ‘Wegzehrung? (= ау. auuanha-), *avis- in avis-yant- ‘nach Nahrung verlangend’.
Mit analog. Biel oder mit lat. Übergang Zou > au?
*h eug- ‘stark werden" IEW 84-5
Präsens *h,eug-e- ot. aukan ‘sich mehren’, an. (+) auka
zeug
‘vermehren’
lit. диди, (дирїї) ‘wachsen’
Aorist ?*meuglhzeug-s- lat. auxi ‘vermehrte’
Kausativ ?*moug-eie- аг. augeo, -ёге "vermehren"
275
Neubildungen: Essiv lit. ра-йвій, -ügeti “heranwachsen’
M.K.)
Vgl. *haeug-os- п. ‘Kraft’ in ved. ójas-, ау. aojah-, lat. augus-tus ‘erhaben’; *h,ug-ró- ‘stark’
in ved. ugrá-, av. ugra-, die alle resultative Funktion zeigen (vgl. NOWICKI 35). Die faktitive
Bedeutung ‘vermehren’ in den Einzelsprachen ist wohl aus ‘sich mehren (ап)? mit innerem
Objekt entwickelt (R. L.), falls nicht ein faktitives Oppositionsaktiv vorliegt. Eine urspr. s-
Bildung von Zheng. wohl in *hzueks-, s.d.
Mit ana- ‘hinzufügen’ (sekundär faktitiv).
Mit sekundärer R(e), nach dem s-Aorist?
*heuH-' ‘(Fußbekleidung) anziehen’ IEW 346
Aorist *h,éuH-/h;uH- агт. agaw ‘zog sich etw. an’
Präsens *hu-ne/n-H-’ [arm. aganim ‘ziehe mir etw. an’
2
Nat. induilexui ‘zog etw. an/aus’”
[aksl. ob-use ‘zogen (Schuhe) ап?“
6
р S Ge k o 7
Ш. aunù, (aŭti) ‘FußBbekleidung anziehen’
?*h,éuH-e- lat. ind-/exud, -ere “an-/ausziehen’®
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. aksl. (+) ob-ujo, (-uti) ‘(Schuhe) anziehen’
Q & ч кю
(М. K.)
Zum Wurzelansatz vgl. KLINGENSCHMITT 173-7, dort 173!” richtig gegen EICHNER, Sprache
24 (1978) 151°, der einradikaliges *аш- ansetzt, Ansatz einer Set-Wurzel erklärt die
Stammbildung besser, ist aber nicht sicher.
Mit R(e) aus dem Aktiv.
Wenn < *uH-, doch eher analog. Neubildung zum Präs.
Skr. 25/35 дра spricht für alten Wurzelaorist *ор-игъ; sonst zum s-Aorist umgebildet.
Einzelsprachlich umgebildet zu *(h;)au-nH- mit R(e) nach dem Aorist, vgl. KLINGENSCHMITT
176-7.
Thematisiert aus *hjau-n-H-; vgl. KLINGENSCHMITT 177.
*айпа- < *(h,)au-n-ə-, zirkumflektierte Intonation vom Präsensstamm auf das restliche Para-
digma übertragen: Inf. aŭti statt *auri usw.
Nach KLINGENSCHMITT 175 viell. Rückbildung zum PPP Ars,
*hzeus- ‘schöpfen’ IEW 90
Präsens *h>us-ie- pal. 3p Med. hussinta ‘sie schöpfen’!
gr. (Jon “hole Feuer”
Dat, hauriö, -ire “schöpfen’”
276
Aorist Trheus/hyeus-s- gr. att. om ‘Feuer holen’
lat. hausi “schöpfte’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. an. ausa ‘schöpfen’
(M. K.)
! S.EICHNER, GS KRONASSER 18”.
Kann R(z) *auh- < *h;us- haben. Vgl. zur Semantik efaa: egeietv Hsch., *‘schöpfen’ >
‘(Wasser) holen’, aufs Feuer übertragen. Problematisch ist trotz der semantischen Nähe Her-
leitung von @ф- úw ‘schöpfe’ aus *h;jus-(i)e- wegen des Fehlens des Laryngalreflexes. Dies
wäre nur durch sehr frühe Univerbierung erklärbar, doch eine solche hätte zu Fapo-hzus- >
Тароиѕ- geführt.
Mit analog. R(e) und sekundärem A.
2
?*h,@'er-! ‘sammeln, (zusammen)holen, nehmen’ IEW 382
Aorist *hger-Ihß’r- [gr. hom. ay&povro “versammelten sich’,
Ptz. &ypöuevor ‘versammelt’?
Präsens ?*h,@r-éie- gr. dean ‘nehme, ergreife*28
Neubildungen: s-Aorist gr. ўуєра ‘versammelte””
R(z)-ie-Präs. gr. dyeipw ‘versammle’*
(M.K.)
Nur рг.; semantisch in zwei Sippen gespalten: spezieller ‘(Menschen) versammeln’ und allge-
meiner ‘nehmen’, vgl. einerseits Gyopd f. ‘Versammlung’ und andererseits бура f. ‘Jagd’,
záv- ауро- ‘alles fangend’; vgl. VINE, öprerov 50!!Š mit Lit.
Thematisiert von beiden Ablautstufen.
So vielleicht mit VINE, öpzerov 50!!2; oder denominativ, ibid. 49113.
Faktitive Oppositionsbildung, vgl. schon тук. a-ke-ra>-te für *agersantes, s. HAJNAL, Stu-
dien zum mykenischen Kasussystem, Berlin - New York 1995, 49-50 mit Lit.
Analogisch zum s-Aorist.
т
2а
*h,leg- ‘sich kümmern um’ IEW 658
Präsens *hhleg-e- рг. &Aéyæw ‘kümmere mich um etw.’
lat. -/ego, -legere ‘sich kümmem'!
s-Aorist *hleg/hleg-s- lat. -lexi ‘kümmerte mich’?
(M. K.)
i
Kg
277
In neglegö ‘vernachlässige’, diligö ‘schätze hoch’, intel-legö ‘bemerke’ usw., vgl. RIX, MSS
27 (1970) 86-7, 104°.
Die genannten Verben unterscheiden sich auch in der Perfektbildung von legere “sammeln,
lesen’ und seinen Komposita (s. *le$-).
*h,leh;-' ‘zermahlen’ IEW 28-9
Aorist ?*hleh,-Ihslh,- [рт. Meooav “mahlten”?
Präsens *h,/-neln-h;- khot. (+) arr- ‘mahlen”
arm. alam “mahle’*
2% -1ё- arm. atam ‘mahle””
gr. att. &Aéw ‘mahle”®
(M.K.)
*h, wegen рг. @Аєтрїс 'mahlend’, aAeiara ‘Mehl’; für Vollst. II spricht arm. alewr «є *aliwr
‘Meh?’ < *h,leh,-ur (oder *h;lëh,°), vgl. EICHNER, Sprache 24 (1978) 152-3 mit Anm. 37; im
Gr. muß dann überall R(z) generalisiert sein; sollte allerdings агт. alewr aus gr. čAevpov
entlehnt sein (vgl. CLACKSON 94-5), ist auch Vollst. I *hjelh;- möglich.
Wie öAeooa (s. *h,elh,) zum s-Aorist erweitert; mit durchgeführter R(z)?, vgl. Anm. 1.
< uriran. *аг-пй- mit *ar- statt T*r- nach Verbaladj. *arta- < *h,[h,tö-, substantiviert in av.
aša- n. ‘Gemahlenes’; vgl. KLINGENSCHMITT 93.
< *alna- < *h;lnə,)-; zu t < *Їп vgl. KLINGENSCHMITT 242; oder je-Präsens?, s.u.
So nach BARTON, REArm 22 (1990-91) 45°; oder n-Infix-Präs.?, s.o.
Könnte auch sekundäre Bildung zum Aorist sein.
*h,leiH-! ‘beschmieren’ IEW 661
Aorist Prholeih-/h,liH- (lat. Jeu ‘beschmierte”
Pr . z D z 2 Lë ei 3
Präsens *hA,li-né/n-H- [gr. &Aívei Лєірғіу Hsch. ‘beschmieren’
3a
[lat. lino, ere ‘beschmieren’”*
air. lenaid “folgt”, kymr. llyn- ‘beflecken”
(M. K.)
Vgl. heth. halina- “Ton, Lehm’, das gegen *h; im Auslaut spricht. Für auslautenden Laryngal
sprechen lat. /ёиѓ (s. Anm. 2) und das Nasalpräs. Kurzvokal in lat. /irus nach linere.
Mit *(h;)leiH- > *le(i)a- > lē-. Der ё-Мока! ist kaum anders erklärbar: gegen Annahme eines
generellen Lautgesetzes ei > ë / и sprechen z.B. diui < *deiui und ciuis < *keiuis, eine Son-
derentwicklung nach / ist kaum wahrscheinlich.
Belegt sonst nur kypr. Ptz. Perf. iv- aAaAıoueva ‘eingeritzt’.
Vgl. Rıx, Gs KURYLOWICZ 404.
278
H
Wohl aus *‘klebt an’; vgl. auch schwach flektiertes as-lenaimm ‘beschmutze’.
Vgl. auch ed-!yn- ‘beschmieren’.
*n,leks-' “abwehren, schützen’ IEW 32
Präsens *hyleks-e- ved. räksati ‘schützt’
gr. aAEED ‘wehre ab’
Neubildungen: Perfekt ved. raraksa ‘hat geschützt’,
Med. rārakşāná- ‘schützend”
(М.К)
Wohl abstrahiert aus einer (Schwebeablaut bewirkenden) s-Bildung (Desiderativ?) von
*hyelk-, vgl. *hzueks- zu *hzeug-.
Die langvokalische Reduplikation könnte hier alt sein, was eine relativ alte Bildung voraus-
setzen würde; vgl. KÜMMEL, Perfekt 412-3.
*h,leu- ‘fernhalten’' IEW 27-8
Präsens *hzleu-e- gr. Аѓёошол ‘(ver)meide”
*h,lu-ske- gr. ġà voko ‘епігіппе, entkomme’
*h,lu-ie- toch.B Konj. älyinträ ‘sollen fernhalten’°
Aorist ?*mléulhléu-s- gr. dAevarro ‘entkam, entging””
M.K.)
Der Bedeutungsansatz aufgrund des Toch. (tr. Med.), das gr. Akt. с4боко weist dagegen auf
fientives ‘entkommen’.
Daneben auch aAevouarı mit (nach dem s-Aorist?) restituiertem ->-.
Mit analogischer Syllabifizierung *h;/u-, die aus vorvokalischer Stellung übertragen sein
muß; dazu neues ske-Präs. in toch.B /alask-/, A (umgebildet zum se-Präs.) aläs-, wohl nicht
ererbt und also nicht mit рг. &Adoxe- gleichzusetzen, s. HACKSTEIN 214-6, und s-Prät. A 2/-
sat; im Osttoch. unklarer Konj. УП ālñä-.
Daneben auch die. ohne v; wie &yew/&yeva (s. *$"eu) als s-Aorist zu bestimmen.
№
279
*h,meh;- “mähen’ IEW 703
э n . DE, “ : l
Präsens ?*hymehj-ie- [gr. &udo ‘mähe, schneide’
Gë Е 2
ае. mawan, ahd. таеп ‘mähen’
(M.K.)
Mit Assimilation von zb: bz *h2...h2 bzw. *а...ё > *a...&; oder späte Umbildung von
*amefi)e-, PETERS 914?
2 Urgerm. *тёа- < *mēja-, ae. mit hiattilgendem w, ahd. mit hiattilgendem *j und sekundär
schwach flektiert.
*h,meig*-' ‘wechseln’ IEW 713
Präsens *h,meig*-e- gr. aueißo "wechsle, (ver)tausche’
(Th. Z.)
1 Hierher z.B. auch lat. migräre ‘(den Ort) wechseln, wandern’; denom. zu einem *hzmig"-rö-.
*h,melß- ‘melken’' IEW 722-3
Präsens *h,jmél8-/h.ml8-2 [gr. dueAyw ‘melke’
[mir. bligim ‘melke’”
[ae. melcan, аһа. melchan ‘melken’
[lit. melzu, (milzti) ‘melken’
[r.-ksl. (+) molzu, (mlesti) “melken’”®
[alb. mjel ‘melken’’
Aorist P*hpmelgihzmelg-s- lat. mulsi ‘molk’?
Iterativ *h mol ĝ-éie- lat. mul geð, -ere ‘melken’
?lit. málžau, málžyti ‘melken’?
(Th. Z., M. K)
lir. *}/mar/f- ist wohl nur aus */¿nter8- “abstreifen, abwischen’ herzuleiten, s.d.
Mit dem Wegfall von ved. mársti entfallen die Argumente für eine akrodynamisches Wurzel-
präsens (die bel, Akutierung kann auf WINTERS Gesetz beruhen).
*hmélĝ-e- thematisiert mit R(e), oder aus dem Kon).
< *blige-, gleichsam *m/$-e-.
Urslav. *mblze- < *т]$-е-.
Gleichsam *mel8-e-; vgl. DEMIRAJ 273-4; OREL 270 mit Lit
Kann lautlich auf *molks- < *melks- < *h;mel$-s- zurückgehen, doch ist Neubildung möglich.
Kann sekundäre Bildung sein.
© оо мум с ил +
280
*n,melk- s. *H melk- |
*h,merd- “ein Leid antun, mißhandeln’ IEW 736-7 |
Präsens *hymr-neln-d- [aav. Inj. mörandat ‘verdirbt, macht zunichte’ ';
?[ap. 35 vi-mar„datiy DSe 40-1 ‘unterdrückt’,
3s Ipf. DB 5,11 viy-amar,da “unterwarf (0.ä.)”
*h,mérd-e- gr. ашёро ‘beraube (v.a. auch des Augenlichts),
schädige, beeinträchtige’ 2
ае. (+) smeortan ‘schmerzen’
Aorist ?*hjmérd/h;mérd-s- gr. äus ‘habe beraubt, geschädigt’
Iterativ *h,mord-éie- lat. mordeö, -ere ‘beißen, kauen, kränken’
Neubildungen: na-Präs. ved. (Sü.) mydnati ‘zerdrückt”°
Perfekt lat. momordi, alat. memordi ‘biß”®
(Th. Z.)
1 Thematisiert *mynda-, vgl. EDGERTON, Language 19 (1943) 110; KELLENS, Verbe 169.
vi-i-m-r-d-t-i, vi-i-y-m-r-d sind mehrdeutig; neben dem aav. Nasalpräsens scheinen die oben
genannten Lesungen am naheliegendsten; vgl. Сото 249. SCHMITT, Bisitun 75 liest
vi-i-y-m-r-d mit MAYRHOFER, Orientalia 33 (1964) 81-2 als viyamırada ‘decimated’.
Das s mobile dürfte innergerm. entstanden sein, vgl. *meld- ‘schmelzen’. Starke Flexion ist
für die frühe Zeit nicht gesichert.
Könnte auch Neubildung sein.
$ Sekundäre Bildung, vgl. Сото 249.
Oder (voreinzelsprachl.) reduplizierter (intensiv-iterativer) Aorist? Vgl. BENDAHMAN 236.
*h,merg- “abstreifen, (ab)wischen’ IEW 738
Präsens *ym&rß-Ihhmerg- мей. märsti “wischt ab, reinigt’', [3р mgjánti’*
ау. marazaiti ‘streift, berührt”
[gr. auepyw ‘pflücke ab, ernte’
*h.mr-nél/n-9- меа. 3p Inj. Med. mrñjata ‘reinigen sich’
aav. Inf. nīi.məraždiiāi Y. 44,14 “abzuwischen”
[gr. дидоууби: ‘wische аЬ”?
281
Aorist 2?*h,mëérólh,mér8-s- ?ved. (GB) amarksis "hast abgewischt'*
gr. hom. Ptz. Med. öuopsauevog ‘sich (Tränen)
abwischend’
Iterativ *h,mor $-eie- ved. marjäyati “wischt ab, reinigt’
Neubildungen: Perfekt ved. ní mämyjur ‘haben abgestreift’,
Med. mamr'jé ‘hat sich gereinigt”
Intensiv ved. 3p Med. märmyj- ‘putzen’!
(Th. Z., M. K.)
Zum Wurzelansatz vgl. FORSSMAN, GS KURYŁOWICZ 250-2, der jedoch *h;mer8- ansetzt und
gr. &uépyw trennt, was wohl unnötig ist.
Die Formen уоп iir. *merj- sind wohl nur auf idg. *h;mer$- zurückzuführen; vgl. FORSSMAN,
Le gegen JOACHIM 131; LIV".
Der schwache Stamm ist nach dem amphidyn. Typ des Wurzelpräsens umgebildet, vgl. NAR-
TEN, FS КИРЕК 16 = КІ. Schr. 104.
Thematisierung des wurzelvollstufigen schwachen Stammes iir. *(H)márf- < *h,mér8-.
< *myn2-d"iäi, siehe KELLENS, Verbe 69.
Aus *amorgnümi («< *amergnümi) umgelautet, vgl. PETERS 24", ersetzt altes n-Infix-Präs.
Nach NARTEN 196-8 trotz der regulären R(&) Neubildung, denn der Präs.-Stamm märj- wurde
2.В. auch aufs Еш. märksya- (Y V) übertragen; früher belegt ist sa-Aor. myksa- und is-Aor.
märjis-, s. NARTEN, ibid.
Vermutlich schon uriir. Neubildung mit Laryngalreflex *Ha-Hm° > *am°, vgl. FORSSMAN,
l.c. 251; KÜMMEL, Perfekt 372-4.
Vgl. SCHAEFER 167-9. Das passivische Ptz. Med. marmyjänd- dürfte jedoch Perfekt sein, s.
LUBOTSKY, JAOS 117 (1997) 558-9; vermutlich ist auch Ip marmyjmä gegen KÜMMEL, Per-
fekt 374 besser dem Perfekt zuzurechnen.
?*hymert-' ‘verfehlen’ IEW [970]
Aorist *h,mert-Ihmypt- Ier hom. rußpore, duapre “verfehlte”
Neubildungen: Nasalpräsens gr. nachhom. duapravo ‘verfehle’
(M.K.)
Nur gr., vgl. vmueprrig “unfehlbar’ (dor. veuepr°), Anlaut A- muß sekundär sein; zum Ansatz
5. BEEKES 109.
Bei Homer Wechsel zwischen hybrid-äolischen Augmentformen (echt äol. &ußpore Sappho)
und augmentlosen ionischen Formen.
282
*h;nehs- ‘tadeln’ IEW 779
Präsens *hnéh;-/hənh;- heth. hannari ‘rechtet, streitet; richtet’?
gr. hom. буодоа ‘schelte, tadle”?
air. -antar ‘wird gescholten’?*
[toch.B Konj. nāk- ‘tadeln’
Neubildungen: s-Aorist gr. hom. Övoodumnv ‘schalt, tadelte’
3a
(M. K.)
Zum Wurzelansatz s. HACKSTEIN 65-6; im Gr. *ano- assimiliert zu *опо-; im Toch. mit -k er-
weitert, s. ibid. 66.
Vgl. PUHVEL III 83-4; hann- < *Hanh- < R(z) *h;nh;-; früh belegt im Heth. nur Stativ, doch
ist eine idg. Stativbildung (so OETTINGER, MSS 34 [1976] 122-3) aus semantischen Gründen
unwahrscheinlich; das jüngere Aktiv hannai daher vielleicht primär. Nach EICHNER, FT Re-
gensburg 97 nicht hierher, sondern Nasalpräsens zu *hzeh;- (s.d.). Nicht hierher lyk. gan-,
gas-, s. *g*en-.
@уото 1]. 17,25 beweist kein altes ona-, s. HACKSTEIN 66.
Vgl. WATKINS, Eriu 19 (1962) 116-8; PINAULT, Etudes 1-Е 3, 1982, 21. Wohl mit durchge-
führter R(z) und Kontamination der Allomorphe *na- und *an- zu *апа-.
Mit wohl analogischer Syllabifizierung von *hznh;- nach der R(e) *Л›леһ- > *na- und k-Er-
weiterung, s. HACKSTEIN 67; dazu neues se-Präs. B näkstär, A näkästär, s-Prät. B naksate, A
naksat; in A der übliche Ersatz von Konj. I durch Konj. УП nakäntär.
*n,nek-' ‘erreichen’ IEW 316-8
Aorist *hnék-Ihnk- ved. дпаг ‘hat erreicht”?
aav. frösiiat Y. 46,8 ‘möge erreichen”;
3s Med. fraštā Y. 43,14 “erlangt’*
arm. hasi ‘kam ап”?
lit. Präs. méie ‘reicht hin bis”
Präsens *hyi-hunek/h,nk- [air. -icc, -ecait “erreichen” ’,
mkymr. r-yng- ‘erreichen’?
?*hn-néln-k-? [alat. папсіо “erlange’'”
?*h,nK-ié- [alat. nancio *erlange’"”
Perfekt *hse-h,nönk/hannk-'' ved. апата ‘hat erreicht, besitzt, reicht hin’,
3p änasür"?
»13
air. -йпаіс “erreichte
[got. (+) ga-nah ‘genügt’'*
283
Desider. *h,nék/h,nK-s- ved. ?áccha naksi КУ 5,24,2 ‘komm herbei!”'°,
[náksati erreicht
| БЕ ў 17
ау. пйўәтпа- “еггеісһепа’
*hpi-hank-se- ved. iyaksati “will bekommen’"®
р R o , l
air. Konj. ls -is, Зр -isat ‘werden erreichen’ !?
Neubildungen: пи-Ргӣѕ.20 ved. aśnóti erreicht
jav. ašnaoiti “erreicht’
Kausativ air. -ucci ‘tragen, bringen'2!; mkymr. heb-r-wng ‘führen,
bringen’?
[as. (+) brengian, [got. (+) briggan “bringen”?
(M. K.)
Zur Trennung von *hjnek- ‘erhalten, nehmen’ s.d. und die ausführliche Diskussion bei
GARCÍA RAMÓN, FS FORSSMAN 47-80. Hierher рг. att. dor. dı@vexrjg ‘durchgehend, fortlau-
fend’, zoönverng ‘bis auf die Füße reichend’; z.T. wird hier auch heth. henk- ‘zuteilen’ (s.
*h,enk-) angeschlossen, was aber semantisch und wegen der Vollstufe I problematisch ist.
Wegen des Perfekts *hze-h,nonk- (s.u.) schlägt MCCONE, FS WATKINS 471 vor, von ur-
sprünglichem *hznVnk- auszugehen, das vor Konsonant zu *hznVk- dissimiliert wurde, sonst
zu *h,Vnk-. Damit stünde dem Anschluß von Bildungen mit Schwebeablaut nichts mehr im
Wege; s. jedoch GARCÍA RAMON, l.c. 50".
Med. ästa, Konj. näsa- (kein Präs., s. HOFFMANN, Aufs. 359-60).
< *fra-asiät.
< *fra-änsta, mit analogischer R(z) nach vollstufigem *anas- für Тайга < *e-hznk-to, vgl.
HARBDARSON 118.
Wenn hierher, *h;nK- > *as- mit sekundärem й°, vgl. KLINGENSCHMITT 160; dazu Präs. hasa-
nem. Wahrscheinlich aber besser zu *sehjk, s. GARCÍA RAMÓN, l.c. 58-9 mit Lit.
Zusammengefallen mit пе#-а- ‘tragen’ (s. *hynek-); vgl. GARCIARAMON, l.c. 67, 78.
*inke- «< *ink- < *h;i(h;)nk- (H. R.); andere Herleitung von *inke- bei МССОМЕ 51; Eriu 42
(1991) 2-3 mit Lit.: *ink-/ink- < *ink-Iank- < *enk-/*ank- < akrodyn. (mit problematischem
Schwebeablaut) *hzEnk-/*hzenk-, SCHRIJVER, Ériu 44 (1993) 39-42: *inke- < *annke- «<
*h;nnK-, dagegen MCCONE, FS WATKINS 468-71.
Nach MCCone 51 < *(p)ro-inke-, wie im Аіг.; daneben mkymr. r-anc- ‘erreichen’, di-angh-
"entkommen" mit a-Vokal nach dem Verbalnomen.
Auch die iir. Wurzelform *and- setzt vielleicht das Nasalpräsens voraus, ebenso andere
einzelsprachliche Formen mit *nk.
Wenn Umbildung von *han-nk- > ital. *ank-, zu *han,-nk- > nanc- (syllabifiziert nach R(e)
*hnek-), vgl. KLINGENSCHMITT 212-3. Später nur noch weitergebildet nancisci. S. jedoch
gleich Anm. 10a.
Ursprüngliches ѓе-Ргӣѕ. nach GARCÍA RAMÓN, Le 64-5 mit Lit., entweder *anciö mit *n°
nach der R(e) oder *n,k-ið > *naciö mit sekundärer Nasalierung.
Irreguläre Bildung (parallele einzelsprachliche Neuerung unwahrscheinlich), deren zweites *n
wohl vom Nasalpräsens übertragen ist; vgl. KÜMMEL, Perfekt 287 (s. aber MCConeE, FS
WATKINS 471 und oben Anm. 1).
Daneben iir. regularisiertes *На-Нпаё-/На-Нпё- > ved. ands-/as-, das gegenüber dem älteren
Stamm anänıs-länas- jedoch wieder zurückweicht, vgl. KÜMMEL, Perfekt 284, 286-7.
Funktion zum Präteritum weiterentwickelt.
284
< *‘hat erreicht, reicht aus’; formal zu *(h,e)-h;nóK- regularisiert wie ved. ands-/a$- (5.0.
Anm. 12).
Wie bei jedem 5/-Іру. kann auch hier Neubildung vorliegen.
Thematisiert (oder aus dem Коп). des Desider.), desiderativer Charakter noch deutlich z.B. in
RV 2,24,6. Doch ist schon ved. eine Neowurzel naks abstrahiert: Perf. nanakse.
ä sekundär; gegen KELLENS, Verbe 367 nicht thematisierter s-Aorist, sondern Präs. wie ved.
пакѕатӣпа-.
18 Daraus verdeutlicht inaksati, vgl. EW Aia II 27 mit Lit.
*inxse- < *inkse- < *hzi-hznik-se-; Futur wegen der synchronen Reduplikationslosigkeit zum
Konj. uminterpretiert, was zur Bildung eines neuen f-Futurs führte, s MCCOoNE, Ériu 42
(1991) 11”.
20 Ersetzt das Infixpräsens, vgl. деп innerved. Ersatz rnádh-/rndh- — rdhnóti (s. *hzeld"-).
2 Neubildung zu kelt. *inke- (s.o. Anm. 7) mit dessen scheinbarer Vollstufe 1, vgl. SCHUMA-
CHER 163; suppl. ro-ucc- perfektiv zu ber-, to-ucc- zu го-Бег-; viell. auch ro-ucc- ‘verstehen’,
falls nicht zu *hyexk-, vgl. KLINGENSCHMITT 186°; GARCIARAMON, Le, 53, 56 mit Lit.
2 Stamm hebryng-; vgl. SCHUMACHER 162-3.
3 Kontaminiert mit der Suppletivwurzel *b"er ‘tragen’; alt wohl das schwache Verb *br-angija-
mit Prät. *br-anyt°, wozu starkes *br-enga- rückgebildet ist, vgl. GARCÍA RAMEN, l.c. 65-7.
Vollstufe 1 kann analogisch nach der R(z) *unx-/*ung- < *h;nk- entstanden sein, ibid. 66°“.
a 1 : N
*h,reh,ß- ‘sich sorgen um, helfen’ [IEW 857]
Präsens *hareh/g-e- gr. арђуо ‘helfe, stehe bei’
Aorist ?* réh /hréh$'-s- gr. rpn£a ‘half, stand bei’
Iterativ *yrohjß-eie- an. (+) rökja ‘sich kümmern um’
(M. K.)
|! Nur gr. und germ.
*h;res-_ ‘sich verweigern’ IEW 62
Präsens ?*hse-haros/hars- [aav. rārəšiieintī “werden abtrünnig”
* pr-neln-S- [gr. друёоцоп ‘(ver)leugne’
Kausativ ?*h,ros-éie- jav. ränhaiion “machen abtrünnig’
(M.K.)
! Zum Wurzelansatz vgl. MAYRHOFER, KZ 71 (1954) 75-6; BEEKES, MSS 38 (1979) 10-11.
S Vgl. BEEKES, l.c.; var? ist aus *ür° < *hje-h;r° verdeutlicht; zum je-Präsens weitergebildet.
285
*h,seus-! “trocken werden’ IEW 880-1
Aorist Prhaseus-Ihasus-
Präsens *h,seus-e-
*h,sus-ié-
Kausativ *h,sous-éie-
Fientiv 2?*h,sus-éhv/h,-
Neubildungen: Nasalpräs.
[aksl. /-ѕъслъ “trocknete aus (intr.)’
jav. Konj. Med. haosatae° ‘soll austrocknen (intr.)’
ved. süsyati ‘wird trocken, verschmachtet’?
gr. адо" EnpaivoHdn. Gr. 2,132 ‘trockne (їг.)”?
aksl. ї-зъўо ‘trockne aus (intr.)”*
ved. (AV) sosäyati ‘läßt vertrocknen””
aksl. suso, sušiti “trocken machen’
lett. (susu), suset “trocken werden”
Пи. sustu, (50501) ‘verwelken, abmagern’
aksl. (+) -ѕъсйпоіі ‘trocken werden’
(Th. Z.)
Zum Wurzelansatz vgl. LUBOTSKY, KZ 98 (1985) 1-9. Gegen anlautenden *h; (für den tradi-
tionellen Ansatz *saus-) z.B. BERG und LINDEMAN, Glotta 70 (1992) 181-96.
Mit Assimilation *sus- > śus-, bzw. *sos- > $os-; vgl. MEILLET, IF 18 (1905/06) 420-1.
Unsicher Ar. Eq. 394 goave, v.l. neben apaveı ‘drischt’. Im Gr. sekundär faktitiv in Opposi-
tion zu Med. *adouaı ‘werde trocken’ mit Verdeutlichung der intr. Bdtg. durch mediale Dia-
these.
(1948) 350-1, 358, 364.
säuset “trocken werden’.
Prnyseut-' ‘“aufwallen’
Präsens ?*msöut-Ihzseut-”
Neubildungen: Nasalpräs.
R(e)-ie-Präs.
Nur noch selten, Inf. nicht belegt; später durch -sochnpri ersetzt vgl. TEDESCO, Language 24
Dazu mit Angleichung an das Adj. lit. sausas, lett. sauss ‘trocken’: lit. sausiu, (sauseti), lett.
IEW 914-5
[ae. (+) seoöan ‘sieden, kochen (tr., intr.)
alit. siausti ‘stürmt, tobt’, [lit. siáutu, (siduteti)
lit. siuntü, (510511) ‘toben, rasen’
lit. siaučiù, (siausti) ‘mit Schwung werfen, worfeln; toben’,
lett. Sausu, (Saust) ‘geißeln, züchtigen’
(Th. Z., M. K.)
Verbal nur balt. und germ., dazu рг. айти f. ‘Dampf < *hzsut-mehz-, vgl. FRITZ, HS 106,
288-301.
Akrodyn. Präs., weil die lit. akutierte Intonation R(ë) voraussetzt.
286
*n,teuß-' ‘Schrecken verbreiten” IEW 914-5
Aorist *h,teuß’/hztug- heth. hatukzi ‘ist schrecklich”?
Präsens *hytug-ie- ved. tujyäte “erschrickt, flieht’
gr. атое биғуос ‘erschreckt (fliehend)””
Neubildungen: s-Aorist gr. arügaı erschrecken"
(M. K.)
Zum Ansatz s. PLA TH, Koll. Erlangen 409-21.
Wohl ursprünglich ‘(für jmdn.) schrecklich werden’, woraus tr. ‘jmdn. (er)schrecken’ und іп
Opposition dazu beim ved.-gr. Medium fientiv-passiv “erschrecken, erschreckt werden’.
S Vgl. PLATH, l.c. 419-20 mit Lit. Hierher und nicht zu 2.*h;ed- auch heth. hatuki- ‘furchtbar’
usw.
Passivakzent wegen sekundärer Umdeutung zum Passiv ‘wird erschreckt", PLATH, l.c. 417.
Dazu auch гијеіе RV 1,61,14, vgl. ibid., dissimiliert aus *rujiaitai? Die restlichen Bildungen
von ved. toj gehören dagegen zu *(s)teug-, s.d.
` Веі Homer nur Ptz., dazu einmal Aor. @rvy6eis. Spät auch tr. Aktiv dröfw “erschrecke”.
*n,uedH-' “tönen, sprechen’ IEW 76-7
Präsens *h,>uedH-e- ved. vadati “erhebt die Stimme, spricht’
Aorist *huedHlhzuedH-s- ved. avadisur ‘haben (die Stimme) erhoben’
Neubildungen: Kausativ ved. (Br.) vädayati “läßt sprechen’
Perfekt ved. ädima ‘wir haben gesprochen’
(M.K.)
1 Vgl. рг. oiéëgt ‘Stimme’ < *hzudH-Ehz- und wohl auch dnöwv ‘Nachtigall’ < *;uëdH-on-
(ВЕЕКЕЅ 57); im Auslaut ist *h; wegen ved. d (nicht Tdh) unwahrscheinlich; hierher wohl
heth. *warar- in watarnahh- “(an)befehlen’; heth. uttar п. “ог” kann aber wegen kluw.
utar n. nur auf *(h,)euty/(h))utn- zurückgehen, bleibt also fern, vgl. MELCHERT, AHP 49-50.
*h ueg- ‘stechen’! IEW -
Aorist *h>ueg-/hzug- heth. huekzi, hukanzi ‘abstechen, schlachten, töten’
Präsens *hlyu-neln-g- heth. hunikzi ‘verletzt’
*h,uég-e- ap. avajam ‘stach aus”
(M. K)
287
! Zum Ansatz vgl. STRUNK, Heth. u. ldg. 254-6 mit Lit.; gegen Verbindung der heth. Verben
mit lat. uincere usw. ibid. 241-8.
2 Kaum Aorist, diese Kategorie ist im Ap. nicht mehr lebendig.
*n,ueß"-' “bedeutungsvoll sprechen’ [IEW 1136, 348]
Präsens *n,ueß"-Ih,uß't-? heth. huekzi, hukanzi ‘beschwören’
?* hu" -é ie- gr. (Pi., Hdt.+) атуёо ‘rühme mich, prahle”
(M. K)
! Zum Ansatz vgl. PETERS 19.
2 Oder Aorist, das Heth. läßt keine Bestimmung zu.
? Oder Denominativum zu -@uyeo-, vgl. PETERS 18-9?
*h,ueh;- ‘wehen’ IEW 81-4
Präsens *nuehr-Ihuhr- heth. (*Ptz.) huwant- ‘Wind’
ved. vari ‘weht’
jav. väiti ‘weht’
gr. čno ‘weht’
[got. (+) waian ‘wehen”?
[aksl. (+) уёјегъ, (vEjati) “wehen’
Aorist P*muöhlhzueh,-s- ved. (JUB) aväsit ‘hat geweht”
Neubildungen: Perfekt ved. (ŠB) vavau ‘wehte hin’
(M. K.)
Vom Partizip *hzuhj-nt- ist mit Vrddhi */uéh nto- ‘Wind’ in ved. váta-, lat. uentus usw. ab-
geleitet. Nach NORMIER, KZ 94 (1980) 254” spricht dies für akrodyn. Präs. *hzu&hj-/hzueh,-
(Ptz. *huéh nt- > Adj. *hzuehnto-), denn eine Vrddhi-Bildung zu *hzuhjnt- hätte
*hzeuh,nto- lauten müssen [eine zu *hzueh,nt- jedoch streng genommen *hzeuehjnto-).
Urgerm. *wē-a- < *we-ja-; *j іп ahd. wāen ist Hiattilger wie w in ae. wawan.
Wohl sis-Aorist, vgl. NARTEN 241; wahrscheinlich Neubildung.
*hzuei- ‘laufen’ IEW =
Perfekt ?*Ae-huói/ui- [heth. huwāi, huyanzi 'laufen''
M.K.)
288
i Vgl. PUHVEL Ш 423. Nach OETTINGER 480-1 aus *hzuhj-ie- zu *h;ueh, 'wehen' umgebildet,
semantisch problematisch.
P*h,ueid-' ‘singen’ IEW 77
Präsens *h,ueid-e- gr. deidw, att. d6w ‘singe’
(M. K)
|! Nur gr.; gegen WACKERNAGEL, KZ 29 (1888) 151-2 = Kl. Schr. 654-5, ist gr. deióg- nicht
aus redupliziertem a-we-ud-e- (mit „Prothese“) herzuleiten, da dieses bei laryngalistischem
Ansatz *hjua-h;jud° > *auaud° ergeben müßte; auch wegen primärer Nominalbildungen wie
Gotóóç ‘Sänger’, aoıör ‘Gesang’ ist eine Wurzel *aueid- < *hzueid- wahrscheinlicher, vgl.
FRISK I 22-3; BEEKES 56-7, RASMUSSEN 53. Gr. олбу ‘Nachtigall’ (nach RASMUSSEN ibid.
hierher, Wurzel ursprünglich *hjueh,id-) kann zu *hzuedH- (s. d.) gehören.
Prhzueis- hören’ IEW 78
Aorist *Mmueis-Ihuis- ` Ier. Һот. diov ‘hörte’?
Präsens *hzueis-e- gr. *d(p)eiw “höre”
M.K.)
Verbal nur gr., hierher u.U. lat. audire ‘hören’, vgl. dazu MEIER-BRÜGGER, FT Wien 287-92.
Vgl. SCHULZE, KZ 29 (1888) 251-5 = Kl. Schr. 344-8; PETERS 74.
Von SCHULZE, l.c., aus 0 Hes., det, čete Hsch., -gev Eur. erschlossen; später mit Ablaut-
ausgleich zum Aor. &íw, dazu neuer s-Aor. - ўоє Hdt.
ы rv —
*h;ueks-! ‘(heran)wachsen, groß werden’? IEW 84-5
Aorist *h>ueks-Ihzuks- aav. vaxst ‘läßt wachsen’
Präsens *h>uks-ie- [ved. uksant- “wachsend’, auksat “wuchs’”
aav. uxšiieitī ‘wächst’
gr. (Hes., Pi.+) олўё&оиол “масһѕе”?
[toch.B Коп). auksi- “wachsen, zunehmen”'°
Perfekt *h;e-h;uóks/h.uks- [ved. vavaksa ‘ist (heran)gewachsen’”
Kaus.-It. *h;uoks-éie- ved. vaksayam RV 10,49,8 ‘lasse wachsen’
jav. 3d vaxšaiiate Y. 10,3 ‘lassen wachsen’
got. (+) wahsjan “wachsen’®
289
Neubildungen: R(e)-e-Präs. gr. hom. poet. de£ouan ‘wachse’, déčw ‘mehre’”
R(z)-e-Präs. ved. uksámana- ‘wachsenď’
R(z)-eie-Präs.!' ved. uksayanta RV 6,17,4 ‘werden wachsen lassen’
aav. ašaoxšaiiant- Y. 33,9 ‘das Aša mehrend’
(M. K.)
Wahrscheinlich schon uridg. aus einer s-Bildung (Inchoativ?) von *A eug- ‘stark werden’ ab-
strahiert, wobei der Schwebeablaut durch die s-Erweiterung bedingt ist, vgl. dazu SCHINDLER,
Kratylos 15 (1970[72]) 152.
Das ved. Perfekt scheint alt zu sein und ist nur mit fientiver Grundbedeutung ‘wachsen’ ver-
einbar. Allerdings hat die av. aktive Wurzelbildung faktitive Bedeutung ‘wachsen lassen,
mehren’ (vgl. Anm. 3), während fientives ‘wachsen’ auf das ya-Präsens uxšiia- beschränkt
ist.
Die fakt. Bedeutung kann nicht ursprünglich sein, es muß (wie in ved. várdhati zu várdhate,
vgl. GOTÖ 290-2) ein sekundäres Oppositionsaktiv zu nicht belegtem (vax.sante Y. 32,4 ist
faktitiv-reflexiv) hypercharakterisiertem Medium ‘wachsen’ vorliegen.
RV 1,114,7; 10,55,7, nach INSLER bei JAMISON 139 „redact ional change“ für *uksya- (zum
Lautlichen vgl. Ai. Gr. 1 271), wofür auch der Akzent spricht (Wurzelakzent ist beim ya-Prä-
sens regulär, beim rudaäri-Typ dagegen nicht), dazu neuer is-Aor. duksis КУ 10,27,7, vgl.
NARTEN 230.
Mit lautgesetzlichem Verlust von *i nach ks; dazu faktitives Aktiv oo ‘mehre’, sekundär
auch erweitert audavw (Рі.+).
Mit sekundärer Vollstufe I, vgl. HACKSTEIN 342-3; dazu neu Präs. /auksask°!.
Lautet nicht ab: 3p vavaksür, Med. vavakse. Wahrscheinliche Entwicklung: *hza-hzuöks-/
*hza-hzuks- -> urür. *u-a-uakSs-/*u-a’-uk$- > *uāųákš-/*ųuųukš- > *ийиаК8-/*ийииК$- > va-
vaks-/*vavuks- > vaväks-Ivavaks-, vgl. KÜMMEL, Perfekt 438-41.
Starkes Verb! Nord- und westgerm. zum thematischen Präs. umgebildet (an. vaxa, ahd. wah-
san), möglicher Rest von *wahs-ja- noch im schwachen Verb an. vexa, aschw. уха.
Nur Präs., ehemaliger Konj. Аог.?
So RV 5,57,6, viell. auch 2,2,4; nach KIEHNLE 141-84 gehört hierher auch uk sd- ‘bespritzen’,
das innervedisch aus faktitivem ‘wachsen lassen’ umgedeutet sei; dagegen Сото, Materialien
1993, 124.
Nach JAMISON 139 пг. Kausativneubildung, nachdem R(e) *uakš- und R(z) *ukš- bereits als
zwei verschiedene Wurzeln aufgefaßt worden seien.
*n,uelk-' ‘schleppen, ziehen’ IEW 1145
Präsens *hpuelk-Ih,ulk- ` [ау. 3p Inj. *-voracinta ‘schleppten weg”
[lit. velkù, (vilkti) ‘ziehen, schleppen’
[aksl. (+) у/ёко, (vlěšti) “schleppen, ziehen’
Aorist *nuelk/hzuelk-s- aksl. -иіёсһъ ‘schleppte, zog’
Iterativ */nuolk-eie- aksl. (+) v/ace, vlačiti ‘schleppen, ziehen’
(M.K.)
290
ко
Ansatz nach SCHINDLER, BSL 67 (1972): 34 wegen des Wurzelnomens *hj;uólk-/*h;u]k- > gr.
*@гойк-/*асАак- іп aöiad, hom. АКК. @Axa (< *@соАко) ‘Furche’ < “Gezogenes’. Daneben
die synonyme Reimwurzel *se/k-, s.d.
In fraoracinta Yt. 17,19; daneben varəcainti N. 95, vgl. KELLENS, Verbe 101°.
*h uer- ‘hängen (intr.)’' IEW 1150
Präsens *hjuér-/h;jur- gr. äol. dopro, hom. [dwpro ‘hing’?
Aorist *uörlhzuer-s- [рт. -nép0n ‘hing; kam ins Schweben”
.
Neubildungen: R(e)-e-Präs. alb. vjerr ‘hängt auf?
R(e)-ie-Präs. gr. дғіро ‘hebe; kopple an’, Med. ‘schwebe empor”
Perfekt gr. Plapf. *&ajpee ‘hing’ in Präs. &wpew “hänge”
(M. K.)
Zu Ansatz, Semantik und Entwicklung im Gr. vgl. TICHY, Onomatop. 364-79; LfgrE 164-5.
Es ist jedenfalls (gegen FRISK 1 23-4) mit nur einer gr. Sippe zu rechnen.
Vgl. TICHY, Onomatop. 364-5: борто < *hzuy-1ö, hom. o nach dem (ion.) Plusquamperfekt
*EDpEE.
Aus *auérs- umgebildet, vgl. TICHY, Le 366. Dazu später faktitives Aktiv *auerh(a)- >
ағр(а)-! рѓо)- “ins Hängen bringen’ — ‘heben’ und ‘anhängen, ankoppeln’, s. ibid. 367.
DEwIRAJ 423; OREL 5 11-2. Muß ähnlich wie das рг. je-Präsens als faktitives Oppositionsaktiv
entstanden sein.
Neubildung zum s-Aorist, s. TICHY, Le 367; nach Kontraktion zu * фо durch aipw ersetzt.
Vgl. TICHY, l.c. 365-77; eðr- < *ëor- < *ä(u)or-. Das Perfekt kann neben dem Wurzelpräs.
kaum alt sein. Neben &wp&w auch sekundär æiwpéw durch Übertragung des ої von aipw, s.
ibid. 377-8.
*h,uerg-' ‘sich umdrehen, sich wenden’? IEW 1154, [1168]
Aorist *h>uerg-Ih,urg- мей. vark ‘wendest, drehst’, 3p avrjan”
Präsens *hzur-neln-g- ved. vrnákti “wendet, dreht’, Ipf. ävrnak®
*h,uerg-e- рг. ёру ‘halte ab, verscheuche””
lat. vergö, -ere ‘sich neigen’
Neubildungen: s-Aorist gr. eipgaı ‘abhalten’
se-Präsens toch.A Ptz. wärksantän ‘sich drehen lassende”
291
Perfekt ved. рга vāvrje RV 7,39,2 “ist hingewendet’’
Intensiv ved. Ptz. värivrjat- ‘immer wieder biegend”®
(M.K.)
Zum Ansatz und zur Abgrenzung vgl. TICHY, Onomatop. 286-8; */,° wegen heth. Aurki-
‘Rad’, im Gr. ist dann mit Assimilation *auerg > *euerg zu rechnen, vgl. ibid. 287 °°; zu aksl.
vresti ‘werfen’ s. *uerg!-.
Lat. uergere verlangt Ansatz von urspr. intransitiver Wurzel.
Zu den Umbildungen s. NARTEN 248; faktitive Bedeutung vom Nasalpräsens.
Mit Augmentdehnung durch %/; eines der Vorbilder für Fälle wie ärinak zu Wurzeln ohne
anlautenden Laryngal.
Att. too: im Gr. mit Bildungen der Wurzel 1.*werg- ‘einschließen’ vermengt, daher auch
ёру- neben Eepy-/eipy-, zur Trennung vgl. TICHY, l.c. Faktitives Aktiv nach dem s-Aorist.
Ersatz des Nasalpräs. durch die normale toch. Faktitivbildung, vgl. HACKSTEIN 81-4.
Mit Reduplikationsdehnung durch *h,, vgl. KRISCH 26, also relativ alte Bildung; sonst mit
analogischer Kürze vavrj-, vgl. KÜMMEL, Perfekt 460-2.
Mit уагїу < *hzuer-h>u°, SCHAEFER 63.
?*h,uerh,)- “besprengen' IEW 80-1
Präsens *hur-néln-h,- heth. hurnezzi ‘besprengt””
(M. K.)
Verbal nur anatol., dazu wohl Nomina wie gr. čv- оурос m. ‘Sturzbach’, vgl. FRISK I 103-4;
PETERS 55%; Vergleich mit gr. øæívæ ‘(be)sprenge’ (PETERS 23'*) ist jedoch lautlich proble-
matisch.
Vgl. OETTINGER 151.
*h;uers-! ‘regnen’ IEW 80-1
Aorist *A-uérs-fhours- [уеа. avarsit ‘hat geregnet’, (A VP) vrsar ‘regnet’?
Präsens *hsuers-e- ved. värsati ‘(be)regnet’
2*h,urs-ié- heth. warsiyezzi ‘scheidet Flüssigkeit aus, trieft'2
Kausativ *h>uors-eie- ved. varsayati ‘läßt regnen’
gr. (Hes.+) omg ‘uriniere’"
Neubildungen: Perfekt ved. (KS) väysyänhs- “geregnet habend’
(M. K.)
292
! Mit *h5° wegen рг. kret. depoav Hsch., hellenist. dënn ion. att. assimiliert dënn &pon
‘Tau’; bei Ansatz mit *h,? wäre рг. @&° nicht erklärbar. Zum fehlenden Reflex von *h; im
Heth. s.u. Anm. 4.
2 Vgl. NARTEN 249; Wurzelaor. im Sg. zu varsis-, im Pl. zu vrsa- umgebildet, anders ist das
Nebeneinander der beiden seit frühester Zeit belegten Bildungen kaum erklärbar. Der them.
Aor. auch KS" 11,9: 155,13 avrsat mit der Parallele MS” 2,4,7: 44,3 avarsit, vgl. NARTEN
249”. Aor./Präs. á vrsa- Med., das vielfach als ‘sich einschütten’ hierhergestellt wird (Сото
292-3), gehört wohl eher zu 2.*uers-, s.d., ebenso das Perfekt vavrs- Med.
7 Mit w statt *hw nach warsa- ‘Regenguß’ [nach MELCHERT, AHP 49 jedoch ‘mist, steam’],
wo *h, > Ø neben R(o), vgl. EICHNER, Laryngaltheorie 140? Die Bedeutungen von Nomen
und Verb stehen einander allerdings nicht (mehr?, vgl. kluw. warsa- Tropfen’) sehr nahe.
4 Mit Schwund von */; neben Bio),
5 Nur in einem Mantra vor der 35 Aorist, in MS mit irregulärer Vollstufe vavarsväns-, mögli-
cherweise Augenblicksbildung, KÜMMEL, Perfekt 473-4.
*n,uert-' ‘schwören’ ПЕМ 1162]
Perfekt ?*h,e-h;uórt/hourt- [heth. huwartahhi “verfluche”?
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. apr. wertemmai ‘wir schwören”
(M.K.)
! Oder *h,, das Heth. läßt keine Entscheidung zu.
2 Nach OETTINGER 442 <- Iterativ *h,juort-éie-; eher ein (Neo-)Perfekt mit der Bedeutung des
urspr. zugehörigen Präsens.
2 <te> steht für -t'a- < *°r-io-, SCHMALSTIEG 183.
1.*hzues-' (morgens) hell werden’ IEW 86-7
Aorist *h,ués-/h;us- ved. ví ... avas ‘ist (eben) hell geworden’?
Präsens *hus-sKé- ved. иссһаг ‘wird hell’
Jav. usant- ‘hell werdend’
lit. austa, (austi) “anbrechen, beginnen
(vom Tag)”
Perfekt Phze-h>uösih>us- [ved. иуйѕа ‘ist hell geworden’*
Kausativ *h,uos-eie- ved. väsäyati ‘läßt hell werden’
(М.К)
Zu *h, vgl. *h)éus-os-/hyus-s- f. ‘Morgenröte’ in ved. usäs-/us(ds)-, gr. одақ, фос usw., das
allerdings Vollst. I aufweist.
293
Vgl. NARTEN 237-8, Сото 295; dagegen ist avasran RV 4,2,19 Imperfekt zu vas ‘bekleidet
sein’, s. 1.*ues.
Mit analogischer R(e) und dem produktiven balt. Suffix -ѕга-; denominative Neubildung
möglich.
Reduplikation nach den ved. Regeln erneuert (statt faväsa); vgl. KÜMMEL, Perfekt 480-1.
2.*h,ues- ‘(ver)weilen, die Nacht verbringen” IEW 72, 1170-1
Präsens Phzues-Imus-" ?һеїһ. huiszi ‘lebt, bleibt am Leben’, Іру. huës'
[ved. vasati “übernachtet, verweilt’
[jav. vaņhaiti "welt
[got. (+) wisan ‘sein, weilen, bleiben’
*h,us-ié- Ier. Голбо “übernachte”
toch.B Konj. wsi- ‘weilen, моһпеп”
Aorist *hjués/hjués-s- ved. avatsit ‘hat übernachtet**
?[arm. agaw “übernachtete””
gr. hom. ер. deoa ‘verbrachte (die Nacht)’
Kaus.-It. *h>uos-eie- ved. vāsáyati ‘läßt warten’
Aair. foaid “übernachtet, bleibt'°
arm. goy ‘ist, existiert””
Desider. ?*h,(uJi-hous-sé- [air. -fifea “wird übernachten’?
Neubildungen: ske-Präs. toch.B wsassän: ‘weilt, wohnt’
0a
Perfekt” ved. ñsatur ‘haben übernachtet’
air. ffu “übernachtete, blieb’'®
got. (+) was ‘war, weilte, blieb’
(M. K.)
Wohl primär ‘weilen, bleiben’, spezielleres ‘übernachten’ ist wohl erst sekundär aus Fügun-
gen mit Wörtern für ‘Nacht’ abgelöst, vgl. STRUNK, FS FORSSMAN 271-79.
Sollte das heth. Verb zu trennen sein (s. gleich Anm. 1), wäre eher thematisches *hj¿ués-e- an-
zusetzen. Ohnehin zwingt die athematische Flexion des Heth. nicht zur Rekonstruktion eines
Wurzelpräsens, vgl. STRUNK, FS FORSSMAN 277'° (wegen der Produktivität des them. Präs.
im Germ. kann jedoch auch thematisches *j¿ués-e- nicht als komparativ gesichert gelten).
Wohl ablautend /hues-/hus-, doch R(z) hus- nur im Adj. huswanr- ‘lebendig’ belegt, vgl. OET-
TINGER 91, 96-7.
< *i-aus-ie-, die Reduplikation ist sekundär; nur so läßt sich die Anlautsentwicklung *h,u >
au erklären, vgl. HACKSTEIN 220-1 mit Lit.
Vgl. HACKSTEIN 220.
Zu analogischem *ss — rs vgl. NARTEN 239-40.
294
Zur 35 *h;juëst (besser augmentiert *éh;j;uëst, s. CLACKSON 105) > vorurarm. *au gebildet,
wozu neues Präs. aganim, vgl. PETERS 40-2; sonst müßte eigens für das Arm. eine Wurzel
(2.)*А›еи- angesetzt werden; leichter wären die arm. Wörter bei Annahme von Schwebeablaut
zu erklären, vgl. CLACKSON 104-7.
Offenbar thematisch *(h,)uos-e- (THURNEYSEN 336 nimmt allerdings ausdrücklich i-Flexion
an) wegen der R(o) wohl aus Iterativ *uosi- < *h,uoseie- umgebildet. Nach SCHUMACHER 42-
7 (anders KLINGENSCHMITT 249, s. *ses-) hierher auch mkymr. ar-hoaf, Verbalnomen arhos
‘warten, bleiben’ (bei diesem spricht die 35 erhy für urspr. *uosi-).
Defektiv, urspr. nur 3. Personen; Herleitung aus einem Perfekt *go ‘verbringt die Nacht’ nach
KLINGENSCHMITT 260-1 setzt (zumindest vorurarm.) eine Aoristwurzel ‘ein Nachtlager neh-
men’ voraus und ist daher problematisch.
Š Vgl. HAMP, Evidence 234-5.
Ein altes Perfekt ist mit der oben angesetzten Wurzelbedeutung unvereinbar.
% Vgl. KÜMMEL, Perfekt 483-4.
D Vgl. HAMP, ibid.
Prhzuet-' ‘ziehen, führen’ IEW -
Präsens *hpuet-/h,uet- heth. huezta ‘zieht, führt”
(M.K.)
' Oder *h;, nur anatol.; gehört nach MELCHERT, SHHP 88'° zu *h;uedhh,- ‘führen’ (s. *ued"-).
Daraus umgebildet (?) auch je-Präsens, z.B. huittiyati ‘zog’, vgl. OETTINGER 517-8.
*n,uiedt-! ‘verletzend, tödlich treffen’ IEW 1127-8
Aorist ?*houiédh-/h.uidh- [ved. (TS) ma агі vyatsis "schief nicht zu weit!”,
(JB) avyatsur ‘haben erschossen”
Präsens ?*h,ui-neln-d"- ркі. vimdhai “durchbohrt””?
*,uid"-ie- ved. vidhyati, Ipf. ävidhyat ‘verletzen, treffen,
erschießen”?
Neubildungen: Perfekt ved. nivividhvanıs- RV 4,18,9 ‘verwundet habend’*
(M.K.)
Zu *H vgl. Dehnung in ved. ävidhyat, hrdayävidh-, speziell *h, wegen Verbindung mit gr.
ni8eog (auch mit d°) ‘Junggeselle’, uridg. *h,uid"-Eu-ehz- f. ‘Witwe’ (in ved. vidhavä-, lat.
uidua, aksl. vodova usw.), s. TICHY, HS 106 (1993) 15-6, auch zur Semantik. Im Iran. neue
R(e) *uaid"-.
2 S.NARTEN 250-1; Umbildung einer 35 *ävyar > *ävyät oder Neubildung.
2а Auch nia. verbreitet; vgl. TURNER, CDIAL 11784. Oder mi. Neubildung?
295
? Die ved. Bildung könnte von devant ‘wirft, schießt’ beeinflußt sein; im Neuiran. daneben
*uald-a-(ja)- in Suyni weö- ‘werfen’ und *uid-a- in pašto wul- ‘schießen’.
4 KÜMMEL, Perfekt 506.
296
Zb
1.*hsed- ‘zu riechen beginnen (іпіг.)'' IEW 772-3
Präsens ?*hyed-/h;d-
Perfekt *he-hódlh;d-
gr. ion. att. do ‘rieche”?
lat. olƏ, -ere ‘riechen, duften”
lit. úodžiu, (úosti) ‘riechen (etw.)
gr. hom. óð- gäer ‘roch (intr.)”*
2
m m — а
(M.K.)
Fientive Grundbedeutung folgt aus dem Zustandsperfekt. =
Zum je-Präsens umgebildet.
Die genauen Umstände des Übergangs d > ! bedürfen weiterer Klärung. Daneben sekundär
auch oleö, -ere.
Alt nur Plapf., Ind. Perf. erst spät belegt.
2.*hzed-' ‘zu hassen beginnen’? IEW 773
Perfekt *hze-hzöd/h;d- lat. ödi ‘hasse’
(М.К)
Zu *h; vgl. gr. OöVooaodcı ‘wütend sein’, s. SCHRIJVER 49 [heth. hatuki- ‘furchtbar’ usw. je-
doch besser zu *h,reu$'-, s.d.]; verbal sonst nur arm. ateam ‘hasse’, denom. nach KLEINGEN-
SCHMITT 95. Ein oft angenommener Zusammenhang mit 1 .*/зеа- ‘riechen’ (vgl. nhd. jmdn.
nicht riechen können) bleibt unsicher, solange sich die beiden Perfektstämme nicht unmittel-
bar gleichsetzen lassen.
Daraus im Perfekt ‘hassen’.
"bere. (fort) gehen’ [IEW 296]
Präsens ?*hzig"-neulnu- [gr. oiyvéw “веће”?
CET
*h,éigh-e- ?arm. Aor. êj ‘stieg herab’?
gr. оїўопоа ‘gehe (fort), bin fort’
(M. K.)
Ansatz unsicher, gr. oízouet könnte nach KLINGENSCHMITT 2087? analog. R(o) haben und au-
ßerdem auch zu iran. *haiz- ‘sich erheben’ gestellt werden, s. ibid. 208, wodurch *sei$"- fest-
stünde und das Armenische ausschiede. Für einen Ansatz *hjeig"- spricht nichts zwingend:
die angebliche Hesych-Glosse rer: oiyerau beruht auf Emendation eines korrupten Lem-
297
mas, vgl. LATTE 11 39; lit. eigà f. ‘Gang’ kann zu */yei- gehören. Die Erklärung von ой ist
mit */; am leichtesten (s. jedoch unten Anm. 4). Hierher auch toch.B PPP yku, suppletiv zu i-
usw. ‘gehen’, ADAMS, ОТВ 61.
Mit analogischer R(e), wenn nicht Neubildung nach fxe- : ixvee-, s. KLINGENSCHMITT 208%.
Wenn mit (anders als bei elik‘ ‘verließ’, s. *leik“) durchgeführter Palatalisierung, sonst muß
mit KLINGENSCHMITT 207-8 ein je-Präsens angesetzt werden. Dazu neu Präsens ijanem.
Die stark an ein Perfekt erinnernde Bedeutung würde sich am besten erklären, wenn man mit
Umbildung aus einem solchen rechnete, vielleicht *He-Hoig"-e > *öig"e > gr. ойе >
thematisch oik"e/o-, sekundär medial flektiert. Damit könnte der gr. o-Vokalismus auf o-Stufe
beruhen und die Wurzel auch *Ajeig"- lauten; vgl. auch (etwas anders) PETERS 92f.
"bett. ‘mitnehmen’ [IEW 295]
Präsens */Л;ёй-/һЬїї- frühlat. Ipv. oit ‘nimm (mit)!??;
[lat. йгог, -ї *gebrauchen””
Desider. *h,éit/hsit-s- Ier. oiooyaı “werde tragen, bringen"
(М.К.
Ansatz nach E. TICHY, та].
Nur CIL I? 4 (Duenos-Inschrift), daneben Inf. oisi /ois-si/ in noisi = ne-oisi, halbthematisch
wie ēsse (s. *h,ed-; Deutung nach E. TICHY); später nur them. Med., s. gleich.
Bedeutung aus ‘für sich (mit)nehmen’.
Suppl. zu egen, *bfer-), Eveyreiv(s. *hnek-).
*h,ek=#- “ins Auge fassen, erblicken’! IEW 775-7
Präsens *h;k#-ie- gr. öcoouaı ‘ahne, sehe (geistig)
Perfekt *hye-hök“/hk“- ` [рт. ӧл-ола “beobachte, nehme wahr, betrachte’?
Desider. *h,ék#/h;k“-s- ?[jav. aißii-axsaiia- “überwachen”
gr. Еш. дуоцол "werde sehen’
*h;i-hzkt-se- ved. iksate ‘nimmt wahr, erblickt’*
(M.K.)
Vgl. Perf. *‘hat ins Auge gefaßt? — ‘betrachtet’; hierher wohl Wurzelnomen */,ek#- п. “Au-
ge’, meist Dual, іп gr. досє, arm. ас“, lit. aki, aksl. oči usw.
Aus Së verdeutlicht.
Wohl Iterativbildung bzw. Umbildung aus *axša-, denkbar wäre aber auch aißii-ā-xšaiia- mit
R(z); s. jedoch WERBA, GS SCHINDLER 615, wonach denom. zu *aby-ax$-a- ‘Aufseher’ (wie
ved. adhy-aksa- ‘Aufseher’ zu iir. *ákš(i)- п. ‘Auge’). Nach WÜST, Altpers. Stud. 80-1, 83-4;
298
РР 4.8.9.1.-3. hierher auch av. .xšaiia- (Aor. xša- Med.), ved. ksáya- ‘herrschen’, vgl. dazu
Anm. ] zu 1.*геК-.
Keine desiderative Konnotation mehr erhalten, schon als Neowurzel iks etabliert, vgl. z.B.
Kaus. iksayat КУ.
*h;elh;- ‘zugrunde gehen’! IEW 777
Aorist *h,élh,-/h;]h;,- [gr. ФАдить ‘ging zugrunde, ging verloren”;
Präsens */;ļ-né/n-hj- [heth. *halla- ‘zerstören’
[öAeooa ‘zerstörte, verlor”?
?[gr. дААйш ‘zerstöre, verliere”
Perfekt *he-hólh/hjJh- [gr. hom. 64-@Aa ‘bin verloren’!
Kausativ ?*h;olh;-éie- lat. ab-oleō, -ёге ‘vernichten’, dëlëre ‘zerstören’
Neubildungen: ske-Präs. toch.B alässäm ‘ist krank, ist matt’?
жы Q һә <
(M. K.)
Das gr. Perfekt und das Toch. erfordern fientive Wurzelbedeutung.
Vgl. HARDARSON 223.
Mit ss erweitert, faktitive Bedeutung vom Nasalpräsens.
Nach 3р *hzInh,Enti > *hallanzi umgebildet, nur in der Ableitung hallanniye- ‘verwüsten, zer-
stören erhalten, vgl. PUHVEL III 13-4.
Bei einer Wurzel auf *h, wäre die reguläre Umbildung thematisches Т044є-, öAAv- ist also
viell. Neubildung, vgl. HARDARSON 223; analogische Bewahrung von Av mit späterer Assi-
milation, s. RIX 67, $77; daneben auch (intr.) ддко mit Suffix -ke-.
Aus Solo verdeutlicht.
Problematisch dabei das Perfekt auf -ёиї gegenüber Ai < *-e-wai bei anderen Kaus.-It.; nach
WALDE-HOFMANN 4-5, 335-6 zu ad-olöscere bzw. linere.
Vgl. HACKSTEIN 248-50 [das von ihm angesetzte Wurzelpräsens ist angesichts des gr. Aorists
aber unwahrscheinlich]; gr. OAcoxe- ebenfalls Neubildung, s. ibid. 249",
*h;eng*- s. *h;eng*-
1.*hzep-' ‘herstellen’ IEW 780
Präsens */hp-néulnu- [pälign. *omni- in pälign. PPP omnitu,
osk. Perf. umbn[? ‘hat erworben’?
299
Aorist *h,ëplh;ép-s- osk. (+) upsed ‘stellte her?
(M. K.)
Viell. urspr. = 2.*h;ep-, s.d.; verbal nur im Ital., aber vgl. z.B. ved. apas- = lat. opus п. ‘Werk’
< *h,ép-os-. Vielleicht mit ápas- usw. (vgl. BALLES, HS 110 (1997) 228) überhaupt zu *h;ep-,
dann mit sekundärer R(o).
Mit sek. R(e) *op-nu-, umgebildet zu *op-nü- (wie рг. -vö-), daraus *орпӣіе- > *opniie- >
*omni-, vgl. RIX, FS UNTERMANN 343-6.
Suppl. zu denom. Präs. *opesäie- > *opesä-, von diesem stammt ps (außer in vestin. osens)
und ó іп umbr. südpiken. ops-; vgl. RIX, Le 330-1, 335-43, 347.
72.*hzep- “wünschen, wählen’! IEW 781
Iterativ *Љор-ёіе- ?umbr. /ope-/ “auswählen”’;
frühlat. opet CIL? 4 “wählt aus"
(M.K.)
' Vielleicht urspr. *‘mit Herstellung beschäftigt sein’ — ‘herstellen wollen’ und damit =
1.*ер- (R. L.).
In <upetu>, entweder Іру. П /-petu/ oder PPP /-petoni/ (in letzterem Falle wäre analogisch
nach dem Nom. Sg. *opets < *opitos wiederhergestelltes *opero- möglich, das zu einem *op-
io- gehören könnte).
Analyse nach J. A. HARDARSON, mdl. Dazu jedenfalls das Frequentativum lat. oprare ‘wäh-
len’, *op-t° oder *op-e-t° mit Synkope. Alat. *praed-opiont ‘wünschen’ (laut ШМ! < *h£p-
1е-) ist nur eine fragwürdige Kon jektur für praedotiont Fest. p. 205 L., nach VINE, FS IVANOV
520-26 sind andere Konjekturmöglichkeiten (z. B. prae-potiont) vorzuziehen.
4
*her-' ‘sich in (Fort-)Bewegung setzen” IEW 326-9
Aorist *h,ér-/h;r- [ved. (prä) ата ‘hat sich in Bewegung gesetzt”?
[аау. uz-ārəšuuā ‘mach dich auf"
[arm. y-areay, Ipv. ari ‘sich erheben’”
gr. @pro ‘erhob sich, stürzte los”
?toch.B Konj. ertär ‘soll hervorrufen”
Präsens *hzi-hzer/h;r- ved. iyarti ‘setzt in Bewegung’, irte ‘setzt sich in
Bewegung’?
jav. *-iiðrəiti? ‘setzt sich in Bewegung’;
[aav. irarü ‘soll erreichen’
*h;r-neulnu- ved. rnöti, rnvánti “in Bewegung setzen’'”
[arm. y-arnem ‘erhebe mich” '
300
gr. друдш ‘treibe an, lasse losstürzen’
[ак]. (+) ringti se ‘sich stürzen’'?
*r-ie- lat. orior, oritur, -iri ‘sich erheben, entstehen”?
Perfekt *h,e-hörlh;r- ?ved. ud-äritha “hast dich erhoben’ !*
[gr. hom. фрорє ‘ist (in Bewegung), dauert ап’
ае. earð ‘du bist!”
Kaus.-It. *h,or-eie- Jav. vii-äraiieite ‘läßt aufstehen’
gr. hom. op&ovro ‘setzten sich in Bewegung?’
Neubildungen: s-Aorist'® gr. oo ‘ließ losstürzen’
toch.B ersate, A arsät ‘rief hervor, erzeugte’
se-Präs. toch.B ersäm, A aräs ‘ruft hervor, erzeugt"
Isre-Präs. aksl. rasto, (rasti) ‘wachsen’?
(M. K.)
Zum Ansatz vgl. Кх, MSS 27 (1970) 92-3; zu *h; auch in heth. harnau- ‘Gebärgestell’ vgl.
OFITSCH, HS 108 (1995) 21-7, dazu eventuell auch heth. harnant- ‘fermented’, RıKOV, Studia
Etymologica Cracoviensia 2 (1997) 219ff. Mögliche Indizien für Anlaut *h, und sekundäres о
im Gr. sind bei PRAUST 45-8 gesammelt; s. auch Anm. 1 zu *hjer-.
Vgl. das Perfekt, das intransitive Wurzel voraussetzt. Zur Bdtg. vgl. auch RIX, IF 70 (1965)
28-36; KÜMMEL, Koll. Erlangen 253-266.
Im lir. durchgeführte Vollstufe (regulär bei aC-Wurzeln, um die Wurzel wenigstens einsilbig
zu halten); das thematische Aktiv ára- gehört zu *h,er-, s.d.
Durchgeführte Vollstufe wie im Ved.; Aktiv aav. äram gehört wohl zu *hjer-, s.d.
Nach KLINGENSCHMITT 283 Kontamination von zum Ipv. ari< *ar + i analogischem *ari-a-
und altem *i-ar(a)- bzw. *i-ar(e)- zu *i-ari-a- [i ist Präverb]. S. jedoch auch *hyrei-.
Daneben auch thematisiert @pero.
Falls nicht zum Perfekt; Bdtg. vom fakt. se-Präs.; in A ersetzt durch Konj. VII aräritar. Zu
toch. er- vgl. jetzt HACKSTEIN, FT Innsbruck 227-31.
Aus dem Med. ist die Neowurzel ir abstrahiert, vgl. z.B. Kaus. iraya-.
In -iiðraiti V. 19,28, vgl. HOFFMANN-NARTEN 40°; sonst thematisiert °iiara-/ira-.
Teilweise wohl auch zu her: und 1.*h;er- gehörig, s.d.
Vorarm. Umbildung von *hzr-nu- zu *Лу-пН- (vgl. KLINGENSCHMITT 162)? Besser nach
PRAUST 34-6: аѓпе- < *arnue-, thematisiert aus 3p *arnuenti < *h,rnuénti.
Wohl von *hyrineH- (zu *hyeiH, s.d.) beeinflußt, kaum lautgesetzlich *rn° > *rin°, seman-
tisch gehört slav. *ring- zu beiden Wurzeln, vgl. Вих, l.c. (Anm. 2), 46-7.
Ind. Präs. mit ’-Flexion.
Schwer abzugrenzen vom Perfekt zu *h,er- (s.d.), zu dem die meisten Belege gerechnet wer-
den müssen, möglicherweise alle; s. KÜMMEL, Perfekt 100-1.
orör- aus *ör- verdeutlicht.
Falls aus altem *ar þa < *ört"a «< *h;e-h,ör-thze und nicht mit LÜHR, Koll. Freiburg 1981, 34-
37 durch analogische Prozesse aus germ. *ez- < uridg. her. ‘sein’, Bedeutung wie gr. öpwpe.
Unabhängige Faktitivbildung im Gr. und Toch.
Ersatz für *hj-néu- bzw. *h;zi-h3er- durch den produktiven Faktitivtyp des Toch., vgl. HACK-
STEIN 47-9.
301
В Urslav. *ofste-, vgl. čech. rostu, (rüsti) usw.; unklare Bildung, entspricht wohl den balt. sta-
Präsentien.
*hzerg-' ‘umkommen’ IEW -
Aorist *herg-Ihzrg- heth. harakzi, harkanzi ‘umkommen, zugrunde
gehen’
Mair. -ort “erschlug, tötete”?
Präsens *hyr-neln-g- [heth. harnikzi, harninkanzi ‘vernichten’
[агт. harkanem ‘schlage””
Prhrg-ie- heth. har(ak)kiye- Med. ‘umkommen’””
Neubildungen: R(e)-e-Präs.* gall. orge ‘occide”, air. -oirg ‘schlägt’
(M. K.)
Dieser Ansatz erklärt am besten den o-Vokalismus des kelt. Verbums, der bei zb kaum ver-
ständlich wäre.
Setzt einen viell. aus dem Wurzelaor. umgebildeten s-Aorist *oryt < *ork-s-t fort; faktitive
Bdtg. dann vom Präsens.
3 Aorist suppletiv har(e)-, viell. < *ру- (s. 3.*per), vgl. KLINGENSCHMITT 215. Das arm. Prä-
sens ist wahrscheinlich zu einem Aorist *hark- < *h.'g- neugebildet, hat aber die Bedeutung
des fakt. Nasalpräsens.
3 Vgl. MELCHERT, InL 20 (1997) 86.
Kelt. Ersatz für das Nasalpräsens.
5 S. KLINGENSCHMITT 215.
*n,meig"- “harnen’ IEW 713
Präsens *hz;mi-neln-g"- Jaav. 25 тіпа$ Y. 46,14 “beträufelst ON,
3p mizan Ү. 44,20 ереп"!
[lat. mingö, mingere ‘haren, pissen”
[alit. minzu; lit. те?й, (myZti) *harnen'2?;
Пек. miZu, (mizt) ‘harnen’*
*hméiĝ"-e- ved. méhati ‘hamt, pißt’
jav. (fra-)maēzaiti, 3p maēzanti ‘harnen’
?gr. дигүвїуү Hes. Erga 727 ‘harnen”
arm. mizem ‘harne”®
lat. meiö, meiere ‘pissen’?
an. (+) miga ‘haren’
302
Aorist ?*hymeig"Ih;meig"-s- gr. @иї#єу Hipponax 73,3 West ‘pißte’’;
àu Тол” ођрђооп. 7 ёкұбооп. 1) óu Téa Hsch.
lat. mixi ‘pißte’
Kausativ ?*hmoiĝ"-éie- ved. ämehayan КУ 10,102,5 ‘brachten zum
Pissen’
Neubildungen: them. Aor. ved. Is amiham ApM 2,22,5
Essiv slov. məzí, mazeti ‘sickern, herausfließen”
(Th. Z.)
So nach HUMBACH, MSS 2 (1957) 7; beide Formen und ihre Bedeutung sind allerdings un-
klar. mizön < *minzan.
Das Präs. mingö ist erst ab dem 4. Jh. n.Chr. sicher bezeugt und wird deshalb von HOFMANN,
Glotta 29 (1942) 45-6 für sekundär gehalten; gegen diese Auffassung ERNOUT-MEILLET 404a.
те?й (Prät. myZau) analogisch nach Typ renkù, тїпКай, vgl. LESKIEN, Ablaut 279.
Mit -ie- erweitert; daneben auch miezu = lit. mezu, vgl. ENDZELIN 563-4.
= *ġueíyerv mit iotazist. Schreibung (?), SOLMSEN, IF 31 (1912/13) 467-8. Oder = gutyeiv
mit metr. Dehnung (?), vgl. PETERS 254?!!. Das Präs. óuı%yéw (Gramm.) ist Neubildung nach
oVpE@ ‘lasse regnen, uriniere’, SOLMSEN, IF 31 (1912/13) 468.
mizem und mêz ‘Harn’ werden ~ u.a. wegen fehlenden Laryngalreflexes im Апаш — oft als
iran. Lehnwörter aufgefaßt; vgl. R. SCHMITT, REArm. 17 (1983) 108-9; KLINGENSCHMITT
173'°. mizem ist in diesem Fall denominal; BENVENISTE, BSL 53 (1957) 60. Allenfalls kann
Laryngalschwund neben o-Stufe im Nomen *h;möig"o- > mêz und Übertragung des Anlauts
aufs Verbum angenommen werden (H. R.).
7 < *meißte- z.B. LINDSAY-NOHL 536. Oder *meiß"ie- (?), vgl. SOLMSEN KZ 39 (1906) 218.
° = *duei£ev, SOLMSEN, IF 31 (1912/13) 468.
Vgl. poln. mżyć, čech. mžíti “nieseln’ mit nicht sicher erklärtem 2 statt z, nach VAILLANT Ш
314, 384 von *moZati ‘die Augen geschlossen haben’. Ebenso mit z skr. mìžām, miZati ‘har-
nen’, das nach piša-, piSati ‘pissen’ aus *mbZi-, moZati umgebildet ist, s. VAILLANT III 314-5.
*h;nehz- ‘genießen’ IEW 754, 47
Aorist *hynehz-/hjnhz- gr. Med. бл- бутто “genoß’
Präsens */yn-neln-hz- [gr. dw ‘nütze’, Ovivanıaı “genieße”?
an. (+) unnum ‘wir lieben, gönnen”?
Neubildungen: s-Aorist gr. óvnoa ‘nützte’”*
(M. K.)
Out. statt tóva- < *h;nh;- nach s-Aor. битсе, іп @vazo Eur. ist entweder altes *ona- erhalten
oder nach övivauaı ` Ovivnuuneu eingeführt, vgl. HARDARSON 181; desgleichen wohl іп hom.
àn- буоло (Hinweis Bernhard FORSSMAN, briefl.).
Aus *дуу@-/дуу@- nach redupl. Präsentien zu *óvtv2- umgestaltet.
303
3 < *h;nnh;mé, dazu analogisch 15/35 ann; nicht ganz einfach ist bei diesem Ansatz die Erklä-
rung дег germ. Formen mit -ns- wie got. (+) ansts f. ‘Gunst’; Bdtg. < “fördern, nützen’.
* Fakt. Neubildung zum Nasalpräs.
*hzneid- “schmähen’ IEW 760-1
Präsens *hneid-/hznid- ved. Ptz. Med. nidand- ‘getadelt”'
[lit. níedu, (niesti) ‘verabscheuen’,
[lett. nidu, (nist) ‘hassen’?
*hzni-neln-d- [ved. nindanti ‘tadeln”
?jav. 2р Іру. nista “schmäht!”*
Aorist *yneidihzneid-s- jav. näist ‘schmähte’”
[arm. апёс ‘verfluchte”
Iterativ *hznoid-eie- got. (+) -naitjan ‘schmähen’
Neubildungen: Perfekt ved. ninidur ‘haben geschmäht””
(M.K.)
Isolierte Form; könnte auch aus *nindāná- (vom Nasalpräs.) dissimiliert sein.
? Mit unterschiedlichem Ablaut thematisiert aus urbalt. *neid-/nid- (Dehnung durch WINTERS
Gesetz, vgl. Anm. 1 zu *b"eg"-).
Thematisiert statt Tninátti, vgl. HARDARSON 103“; daraus die Neowurzel nind.
4 Nur V. 18,16; < *ninsta, vgl. KELLENS, Verbe 917; KLINGENSCHMITT 195.
пйїзтї Y. 12,1 ist aus ndist umgesetzt und darf nicht als Zeuge für ein Präs. gewertet werden,
s. HOFFMANN, Aufs. 284. Vgl. aber jetzt TREMBLAY, GS SCHINDLER 537-43, wonach ndist
aus lautlichen Gründen keinen s-Aorist darstellen könne.
Š Vgl. BARTON, IF 94 (1989) 147 (der jedoch Umbildung aus Wurzelaorist annimmt); dort
auch gegen Herleitung aus *hznöid-ie- (KLINGENSCHMITT 195). Zum Aor. neugebildet Präs.
апісапет.
7 Daneben zum Präs. neugebildet nindima, s. NARTEN 162; KÜMMEL, Perfekt 290-1.
P*hzpeus- “sich mehren, reich werden an” IEW 848
Aorist *hjpéus-/pus- [ved. Opt. pusema “möchten wir uns mehren’
Präsens */ypus-ie- ved. püsyati ‘gedeiht, mehrt sich; läßt gedeihen”?
Эрг. degen ‘nehme zur Frau’
Perfekt *h,pe-h;peus/h;pus- [ved. pupösa ‘ist reich an, gedeiht”
Kausativ */;роиѕ-ёіе- ved. posayat ‘läßt gedeihen, (ver)mehrt’
(M. K.)
304
Nur iir., vgl. jav. Eigenname apaoša- «< *a-paoša- 'kein Gedeihen habend’, vgl. EWAia II
172. Falls gr. deuie wirklich zugehörig ist, könnte ð- auch Präverb sein, die Wurzel also nur
*peus- lauten. Gegen Präverb ó- spricht aber das vollständige Fehlen eines Simplex Tzvio,
vgl. PLATH, Koll. Erlangen 418.
? Zur Semantik der Wurzel vgl. KÜMMEL, Perfekt 313, 315-6 mit Lit.
7 Faktitive Bedeutung sekundär durch Umdeutung der Konstruktion mit Inhaltsakkusativ,
KÜMMEL, l.c. 313-4.
Vielleicht aus (sekundär faktitivem) ‘bei sich gedeihen machen’ — ‘bei sich ernähren’, vgl.
ZEILFELDER, HS 110, 1997, 202-7; KÜMMEL, Perfekt 315-6.
° Nicht faktitiv und immer präsentisch, s. KÜMMEL, Perfekt 314-5. Reduplikation erneuert (für
1*рйр° < *h;pe-h;p° oder *рйр° < *Hpu-H p°).
*hreó-' ‘gerade richten, ausstrecken’? IEW 854-7
Präsens */yr-ne/n-g- меа. 3p rñjate ‘bewegen sich in gerader Linie
rasch vorwärts”?
[gr. hom. dpeyvög ‘ausstreckend’*
[lit. réžiu, (reZti) ‘spannen, straffen’”
*h,röß-Ihrreß- ?ved. rasti ‘herrscht’, [räjati ‘herrscht; glänzt’?
[jav. vi-razaiti "herrscht". [khot. rays- ‘lenken’ '"
[gr. дрёуо ‘strecke’
[lat. regö, -ere ‘richten, lenken’
[air. a-t:raig, a-ta:regat ‘sich erheben’ N
[got. (+) rikan ‘aufhäufen’!?
Loch D Konj. гайт ‘soll ausstrecken, -breiten*!2
Aorist Prhregihireg-s- gr. реба ‘streckte’
lat. гёхї ‘richtete, lenkte’
[air. a-t:racht ‘erhob sich’'*
toch.B reksa, А raksä-m ‘breitete aus’
Kaus.-It. *hzrog-eie- jav. -räzaiieite ‘richtet’
got. (+) -rakjan recken"
Neubildungen: se-Präs. toch.B raksau ‘strecke aus, breite aus"?
Perfekt gr. hom. дрорєхатол ‘haben sich gestreckt’
(M.K.)
Nach OLSEN, FS Кх 362° mit Lit. urspr. identisch mit *hyreig- (s. *reig-), beide < *hzrieg-.
Vgl. ved. ri. = av. arazu- ‘gerade’; dazu wird auch *h;rë$- m. ‘Herrscher’ in ved. ráj- (des-
sen Existenz in dieser Bedeutung und damit auch das uridg. Rekonstrukt bestritten wird von
SIHLER, JIES 5 [1977] 221-46; SCHARFE, JAOS 105 [1985] 543-8), lat. гех, air. rí usw. ge-
stellt, vgl. EWAia II 445 mit Lit. Dazu zuletzt МсСоме, Ériu 49 (1998) 1-12.
305
Zur Bdtg. im Ved. vgl. HAEBLER, FS KUIPER, 295-8. Dazu nach PETERS, Sprache 32 (1986)
372 deverbativ ved. irajyáti ‘richtet, leitet’ < *h;jrrnëiéti, mit der alten Bedeutung ‘richten’ —
‘lenken, führen’ des aktiven Nasalpräs.
Oder Neubildung, 2x Il. in Formel geipag ópeywóç; daneben unklares ðpıyváouaæı Неѕ.+.
Mit neuer Vollstufe rež zu *rįž < *h;rng oder Neubildung zu einem verlorenen *reZ-.
Zum Ansatz des akrodyn. Präs. vgl. STRUNK, FS HOENIGSWALD 385-92; in den meisten Ein-
zelsprachen vom Konj. *h;reg-e- aus thematisiert, s. ibid. 388-9.
Nur RV 1,104,4, dazu Inj. rät ‘breitet sich aus’ RV 6,12,5, vgl. STRUNK, l.c. 386-7; nach
Сотб 267-8 jedoch als Beweis für alte athem. Flexion nicht ausreichend. lir. *raj- ‘herr-
schen’ usw. ist allerdings vielleicht von *h;re8- getrennt zu halten, vgl. Anm. 2.
Thematisiert, vgl. STRUNK, Le, 389-90; die Bedeutung ‘glänzen’ darf wohl als sekundär ange-
sehen werden, vgl. ibid. 386 mit Lit.
Vgl. STRUNK, l.c. 387, HOFFMANN bei STRUNK, l.c. 3902; & ist im Iranischen auch ins УА).
(av. rāšta- usw.) eingedrungen.
Mit R(e); die offenbar nicht uriran. Thematisierung muß hier anders als im Av. vom schwa-
chen Stamm bzw. Konj.-Stamm *ra(d)z- ausgegangen sein.
Mit infigiertem reflexivem Objektpronomen “sich selbst ausstrecken’; < *rege-, vgl. Cow-
GILL, Ériu 34 (1983) 98; МсСоме, Ériu 42 (1991) 8. Zu rigid ‘streckt aus’ (nicht Simplex zu
-raig) s. *reig-.
Zur Semantik vgl. SEEBOLD 373.
*rasa- für *rosa- < *hzrege- nach Konj. V /räk-a-/ < *reka- < **h,ro8H-, vgl. HACKSTEIN
118-21.
Vgl. auch Коп). (= Еш.) ress-.
Analog. zum 5-Ргаї.
*hreiH-' ‘wallen, wirbeln" [IEW 330-1]
Präsens ?*hrčiH-/hréiH- [aksl. (+) rë jo, (rějati) ‘fließen’?
*h,ri-néln-H- ved. rinäti “versetzt in unruhige Bewegung,
läßt wirbeln””
(er. доѓио, lesb. дріумо ‘wühle auf, wirble’*
[got. (+) rinnan ‘rennen, laufen’”
[russ. (+) rínur’ ‘strömen, fließen”
PrhyriH-ie-" меа. riyate ‘wirbelt, befindet sich in unruhiger
Bewegung’
np. (+) riy- "scheien"
Perfekt ?*hge-h;röiHlhzriH- [gr. hom. добрєтол ‘ist (innerlich)aufgewühlt”®
Intensiv *yröi-hjroiHlhzriH- ved. (KS) alelet “zitterte””
got. reiraip* ‘zittert !?
(M.K.)
306
Vgl. Вх, IF 70 (1965) 25-49. Ansatz vielleicht auch *(h,JreiH-, da gr. 0° von брурш (s.
*h;er-) übertragen sein könnte, vgl. PRAUST 44-51.
Nach PRAUST 51-120 eigentlich ‘durcheinanderwirbeln, aufgewühlt sein’.
Oder aus redupl. Präs. *A,e-h;roifl- mit Redupl.-Verlust > *rai- > *rai-iela- > r&je-.
Einmaliges arinvan MS 1,217: 27,3 ist Fehler für arinan der Paralleltexte, s. ibid. mit Lit.
Bedeutungsansatz im Ved. nach PRAUST 65-95.
*h;rinH- vor Vokal > *orin- > *orinie-, vgl. RIX, l.c. 442
*h,rinH- > *rinn-, mit Ablautentgleisung zu *//renn-// umgedeutet, wozu neu *rann-, *runn-,
vgl. LÜHR, MSS 35 (1976) 78.
Mit analogischem *ї; daneben im Slav. wohl auch Fortsetzer von *hzrneu- (Rix, l.c. 46-7), s.
*her-.
Kann uriir. fientive Oppositionsbildung zu *rinä- sein.
Der Bedeutungsübergang ist unklar.
Нот. Äolismus für *joópttzat, vgl. RIX, Le 27; *ї statt fi < *iH nach 'кёкАлтол zu KALVO, s.
RIX, Le 44, zur Bedeutung vgl. R IX, Le 48-9.
Dazu neue 35 Ind. „Perf.“ /eläya, vgl. ausführlich (auch zur Bdtg.) NARTEN, Sprache 27
(1981) 1-21 = KI. Schr. 233-53; PRAUST 96-106.
w Belegt mit ai nur Prät. -reiraida; urgerm. *ri-rai- < *rei-roi-, vgl. NARTEN, l.c. 11 = 243;
PRAUST 111.
*h;reuH-' ‘brüllen’ IEW 867
Präsens *hréuH-/hruH- [ved. ruváti “гае?
jav. Ptz. (athem.) uruuatö ‘des brüllenden’
[aksl. (+) revo/rovg, (rjuti/ruti) ‘brülle”
?*h,é-h;rouHih;ruH- ?[gr. (Pi., Hdt.+) apoa ‘heule, brülle’*
Aorist *h,reuHlhzreuH-s- ved. drävit ‘hat gebrüllt’
Yaksl. -ru “brüllte’
Neubildungen: Kausativ (spät)ved. rāva yati ‘läßt brüllen’
(M.K.)
Vgl. zum anlautenden Laryngal auch ved. tuvi-räva- ‘stark brüllend’ usw., s. EW Aia II 439.
Thematisiert; erst sekundär wieder athematische (Anit-!)Formen rauti, ruyät (Br., Sü.); dane-
ben nach näva- gebildetes гауаге, vgl. Сото 265.
Urspr. roue, (juti) mit Ausgleich.
Zum ie-Präsens umgebildet, dazu neuer s-Aorist @odoaodaı? Ohne Ansatz eines urspr. redu-
plizierten Präsens bliebe nur die unbeftiiedigende Annahme expressiver Dehnung des Anlaut-
vokals.
307
*hzreuk- ‘(aus)graben, (aus)rupfen’ IEW 869-70
Präsens *hzru-neln-k- [ai. Juge ‘rupfen’!
[lat. гипсд, äre" ten"?
?*hruk-ié- gr. бобосо, att. дрбтто ‘grabe, scharre’
Neubildungen: s-Aorist gr. ğověa ° grub, scharrte’
Perfekt gr. (Hdt.+) Op@purzo ‘war gegraben’
(M. K.)
1 Als Neowurzel abstrahiert; durch kuluñcá- m. ‘Dieb’ VS für die ved. Zeit belegt, sonst nur ер.
klass. Perfekt /uluric-, vgl. EWAia 1 375-6.
? Der Umbildungsprozeß ist unklar, Denominativ zu einem postverbalen *runkä-?
*n,sleid"-' ‘ausgleiten, fehlgehen’ IEW 960-1
Aorist *n,sleid"-/h;slid"- ved. Ptz. d-sridhäna- ‘nicht fehlgehend’,
[35 Inj. mă sridhat ‘soll nicht fehlgehen’
[gr. hom. 04:60 ‘glitt aus’
Präsens *A,sli-neln-d"- [got. (+) slindan ‘schlingen”
*h;sléid”-e- ved. srédhati ‘gleitet aus, handelt falsch’
ae. (+) slídan ‘(aus)gleiten’
Neubildungen: Nasalpräs. gr. OAıodavw 'gleite aus’
sta-Präs. lit. slýstu, (slysti), lett. slistu, (slisr) ‘ausgleiten’
Essiv lett. (slidu), slidêt (auch slider) “rutschen, gleiten’
(Th. Z.)
Der anlautende Laryngal aufgrund der für das Gr. anzusetzenden Wurzelform *h;leisd"-, die
mit Metathese aus *hleidh- erklärt werden kann; s. RASMUSSEN, FT Leiden 34921.
Vgl. SEEBOLD 432. Zu Präs. *slinda- sind mit Ablautentgleisung Prät. *sland ‘schlang’, аһа.
Nomen slunt ‘Schlund’ gebildet. Semantik: ‘schlingen’ + “(hinunter)gleiten lassen’ (IEW).
*n,uath;-' ‘verwunden’ [IEW 1108]
Aorist *huáth-/ħ;uth- рт. bom. ойто tverwundete” э [отсе
Neubildungen: je-Präs. gr. odraw 'verwundete’
(M. K.)
308
Vgl. *hzuäthz-i- in lit. votis ‘bösartiges Geschwür’, s. PETERS 62.
Durchführung der R(z); die übrigen gr. Verbalstämme sind dazu neugebildet, s. PETERS 60-2;
gegen Annahme von */зиг- mit -œv aus 3p vgl. HARDARSON 186-7.
Prhzueig-' “öffnen (?)’ IEW [73]
Präsens *h;ueig-e- gr. olyw, hom. Ipf. àv- Ewıyev ‘öffnen’
Prhzuig-neulnu- рг. olyvuuı ‘öffne’, hom. Ipf. @iyyvuvro
Aorist *hyudiglhzueig-s- gr. - Ewıke, бє öffnete’
- (М.К)
1! Wurzelansatz nach FORSSMAN, Vortrag Halle 2000, auch zu Einzelheiten. Vergleich mit ved.
vej “aufschrecken, losstürzen’ usw. (s. *ueig-) ist problematisch, weil dort bereits рг. eixw
‘weiche’ angeschlossen wird, das nicht mit zu? vereinbar ist.
Aorist Priebhlieb"-s- toch.B yopsa, A yowäs ‘trat ein’
309
zt
*jebh-9 “eingehen, eindringen’! IEW 298
Präsens *¿ébh-/ibh-2 мей. (RV-Kh.+) yábhati *begattet'?
[gr. о- ро ‘beschlafe’*
[ukr. (+) jebú, (jebáty/jéty) ‘beschlafen’
5
Neubildungen: n-Infix-Präs. sogd. ''y'np- /a-yamb-/ ‘Ehebruch treiben”
1е-Ргаѕ. ved. (RV-Kh.) yabhyamana- ‘bei der Begattung (von der
Frau)”
Perfekt toch.B Konj. yopäm ‘wird eintreten’, Opt. yapi?
(M.K.)
Hierher nach JANDA, Eleusis 206 mit Lit. auch gr. ¿ógoç m. "Abenddunkel, Westen’ < *iöb"o-
und ¿épupoç m. ‘westlicher Wind’ sowie heth. denom. epurae- ‘hineingehen’ — *iéb!-ur.
Daraus wohl schon grundsprachlich auch euphemistisch ‘begatten’, die alte Bedeutung noch
im Toch., vgl. K. T. SCHMIDT, FT Leiden 113.
Nur durch Ansatz eines Wurzelpräsens sind gr. *o-ib"- und iir., slav. *ieb"- zu vereinen (s.
Anm. 4).
Vgl. Сото 255.
Wohl mit Präverb ó wie in ô- xEAAw usw. (so schon BRUGMANN, IF 29 [1911/12] 238'); die
einzige Alternative wäre kaum zu begründender Schwebeablaut *,ieb"- : *heibh-.
Mit o < urtoch. Ze < uridg. *ë aus der umgelauteten 15, vgl. HILMARSSON 203; HACKSTEIN
311-2.
Vgl. GERSHEVITCH, GMS 8602; oder them. Präs. mit nach Fällen mit altem Ablaut aN : a <
*eN : *N zu als К(2) interpretiertem *yab- geneuerter R(e) *уатр-.
Fientivneubildung; vgl. HOFFMANN, Aufs. 570-4.
Mit o < urtoch. Sep < uridg. *o aus der umgelauteten 15 yopu, vgl. HILMARSSON 203; HACK-
STEIN 311-2; dazu neugebildet Präs. /yanmask°/ < *yapnask°, vgl. HACKSTEIN 312; den
Stamm *yap- < *ib"- des Opt./Inf. könnte man auch aus dem Wurzelpräs. herleiten.
1.*ieh,-" ‘dahinziehen, fahren’ ПЕМ 296]
Präsens *iehz-lih>- ved. уйп “fährt, zieht dahin’'
[lit. jöju, (jöti) “reiten”
[aksl. (+) /аао, (jachati) “аһгеп”?
*jj-jehzlih>- toch.B ¿yam ‘fährt*
310
Aorist *jéhfiéh,-s-° ved. ayasam ‘bin gefahren”
Neubildungen: Perfekt ved. yaydu ‘ist gefahren”
м ос ч ов ш к —
(M. K.)
Vgl.nochlat. ідпиѕ m. “Durchgang, Torbogen’, das *h, zweifelsfrei erweist, vgl. auch urtoch.
*ya- < *ih;-; Wörter mit */2- wie mhd. jan ‘Reihe’ oder got. (+) jer n. ‘Jahr’ usw. (vgl. KLU-
GE-SEEBOLD 338b) können dann nur angeschlossen werden, wenn *ie- auf R(ë) *ieh,- zu-
rückgeht. Im Falle der Zugehörigkeit von рг. öpaf. ‘Jahr, Zeit’ wäre *H ° gesichert, vielleicht
*h,l-eh,- als Erweiterung von bet (s. EW Aia П 407).
Av. yä- ‘gehen’ ist zweifelhaft, s. EW Aia II 408.
Zum je-Präs. erweitert.
de-Präs. wie bei iti ‘gehen’; aus dem Іру. *jädi < *iehz-d"i «< *ihz-d"r?
S. HACKSTEIN 23% in A nur Prät. I ya. š
Ein Reflex des s-Aorists auch іт aksl. Inf. ja-ch-ati neben *jati in čech. jet?
Neubildung möglich; zum neuen sis-Aor. s. NARTEN 70-2.
KÜMMEL, Perfekt 405-6.
2.*iehz-' ‘erbitten, erstreben’ [IEW 501, 503]
Präsens *iehz-/ihz- ved. уйт ‘ich bitte”?
*[[-[ёЛЇЛһ›- ?ved. Ip imahe ‘wir bitten’, Ptz. (ëng
gr. Ai mit ‘suche’”®
*ih,-ske- jav. yasaiti “bittet”
?[toch.B Konj. yastär “wird/soll betteln, erbitten’*
Aorist ?*ičh/iéh-s- ved. Konj. yasat ‘soll bitten”
2a
2b
(M. K.)
Zum Ansatz s. GARCÍA RAMÓN, Miscellanea 71-84; GS SCHINDLER 77-96; vgl. noch gr.
cmos, dor. (405 m. ‘Eifer’, denom. Z7zé%o “suche auf, bemühe mich’ sowie gr. *ZTqzíp = ved.
yätär- ‘Rächer’; dazu wohl Erweiterung *iehz-k- in ved. yac ‘bitten’, Präs. yäcati, vgl. Сото
255.
Zum Ansatz der ved. Wurzel vgl. W. P. SCHMID, IF 62 (1956) 219-39.
Könnte auch Med. des Wurzelpräsens sein, wenn іп /mahe sekundäre Akzentverschiebung
vorliegt; umgekehrt ist bei reduplizierter Bildung die Akzentuierung des Partizips auffällig.
Die mögliche Gleichsetzung mit рг. diönuaı spricht dennoch für den letzteren Ansatz, s.
GARCÍA RAMÓN, Miscellanea 76-83 mit Lit.
Vgl. GARCÍA RAMÓN, ibid., auch zur Semantik, die Reduplikation mit öt- (nicht F£ı-) ist kein
Hindernis (analogisch oder dissimiliert aus *d’id’°); sekundär thematisiert fopa. Daneben
das synonyme Denominativ Snrew, GARCÍA RAMÓN, Le 73-5.
Mit analogischer R(e); Neubildung möglich.
Urtoch. *ya- kann nur auf *ih,- zurückgehen und zeigt damit (gegen GARCÍA RAMÓN, l.c.
82-3) reguläre R(z). Erklärung als *dih,-ske- zu *dieh;- ‘suchen’ ist wegen der Nichtexistenz
311
dieser Wurzel hinfällig; zum Konj. sind analogisch hinzugebildet Präs. yaskastär, Prät. yassa-
te, HACKSTEIN 242.
Š Vgl. NARTEN 209-10.
*iehss- ‘gürten’
Präsens *ieh;s-/ih;s-
Aorist *iehzsliehzs-s-
Neubildungen: nu-Präs.
s-Aorists?
Später juosiu, Inf. juosti.
vr чш N
Zum Aorist hinzugebildet.
SECH
*iek- ‘sprechen’
Präsens ?*jek-e-
1
IEW 513
?gr. thessal. 600000: Zog Hsch. ‘soll sich
gürten’
alit. 35 juosti “gürtet”?
[aksl. (+) po-jašo, (-jasati) ‘umgürten”
[alb. n-gjesh "erter"
gr. ёбооа ‘gürtete’
gr. б@ууйи: ‘gürte”
(M.K.)
Relikt des Wurzelpräsens mit durchgeführter R(e) oder archaische athematische Form des
Mit -/е- weitergebildet wie пеши.
*en-iös-ie- (wegen sh kaum *-iös-e-), Umbildung wie im Slav.
IEW 503-4
ahd. (+) jehan ‘sprechen’,
as. gehan ‘aussprechen, bekennen’
(M. K.)
Vgl. umbr. ¿uku /iokå/ п. Pl. ‘Worte’, lat. iocus m. ‘Scherz’, kymr. iaith f. ‘Sprache; Volk’
(vgl. dazu SCHRIJVER, BCHP 106-7); ved. yäc- ‘bitten’ gehört dagegen als Erweiterung zu
2.*iehz-, vgl. СОТО 255.
312
эже. ‘erscheinen’ [IEW 502]
Präsens *iek'®s-e- ved. prä yaksanta ‘zeichnen sich aus’?
iran. yaynobi yaxš- ‘erscheinen’?
(M.K.)
Nur iir., vgl. ved. yaksd- n. ‘Phänomen, Wundererscheinung’; s. BAILEY, IIJ 2 (1958) 152-6.
Nur RV 1,132,5, dazu fakt. Oppositionsaktiv pra-yäksant- ‘zur Schau stellend КУ 2,5,1, vgl.
Сото 253.
3 Ур]. BAILEY, l.c. 152-3.
Prjem-' ‘ausstrecken, һіпѕігескеп”? IEW 505
Aorist *iem-lim- [ved. ayamur “haben ausgestreckt’?
[aav. 35 Inj. Med. apa-iianta ‘nimmt weg”
Präsens *im-ske- ved. yäcchati “streckt aus, reicht dar, lenkt’
jav. -yasaiti ‘hält, nimmt (weg)’
Perfekt *ie-iómlim- ved. yayantha ‘hältst’, yemúr “halten, lenken’”
Kaus.-It. ?*iom-eie- ved. 2 yämayanti ‘bringen hin’
Neubildungen: s-Aorist ved. äyärısam ‘habe dargereicht”
(M. K.)
Nur iir., da ved. yamá- m. ‘Zwilling’ mit seinen außeriir. Verwandten wohl zu trennen ist,
vgl. EWAia II 399-400.
Nach dem ved. Befund urspr. im Aor./Präs. ‘ausstrecken, hinstrecken’ (> ‘darreichen’), im
Perf. "ausgestreckt haben, (ausgestreckt) halten’ — ‘Zügel halten, lenken’, dies sekundär
auch aufs Präs. übertragen.
R(e) durchgeführt, wohl wegen der Lautgestalt der Wurzel, vgl. NARTEN 204-5.
R(e) wie im Ved.; Bdtg. ‘nehmen’ vom Medium zu ‘darreichen’.
Mit Akzentverschiebung wegen a-Vokals, vgl. Сото 73“ mit Lit.
з Vgl. KÜMMEL, Perfekt 395-8.
° Frühe Neubildung, durch die Lautstruktur bedingt, vgl. NARTEN 204-7.
*jes- ‘sieden, schäumen’ IEW 506
Präsens *ie-ioslis- ved. yayastu RV 7,104,2 ‘soll sieden’
[Ptz. f. yesanti- ‘siedend’
ау. Рх. f. yassiianti- ‘ѕіейепа”?
313
*iés-e- gr. ée ‘kocht, siedet’
аһа. jesan ‘gären’
toch.B yastär ‘erregt’?
Aorist *iésliés-s- gr. бёсоє ‘kochte, siedete’
Kausativ ?*ios-eie- ?alb. gjesh ‘knetet, walkt’*
*iós-ie- an. жа “in heftige Bewegung setzen’
Neubildungen: /е-Ргаѕ. ved. (AV) yäsyati “siedet””
ske-Präs. toch. A yfsä]s ‘kocht (Wasser) *
Perfekt аһа. jas ‘gärte’
toch.B Рх. Prät. yayasau®
(M.K.)
Schon im R V thematisiert, vermutlich zur Vermeidung der Allomorphie yayas- : yes-.
2 *ia-iš-ia- deverbativ zu *ia-i$-, vgl. KLINGENSCHMITT, MSS 37 (1978) 105°, ebenso khot. jrs-
‘sieden’; unsicher thematisch jav. yaesant-, das graphisch für sicher belegtes yaesiiant- stehen
könnte, vgl. KELLENS, Verbe 1942.
? Vgl. ADAMS, ОТВ 500-1.
< *jas-i-, semantisch viell. über ‘macht Teig’ < ‘läßt gären’, vgl. HULD 151; OREL 133.
Fientivneubildung.
Vgl. toch.B /yasask°/ in Inf. yissi < *yastsi, ADAMS, ОТВ 501.
Stamm *yasa- durch a-Umlaut aus *yæsa- < *ios-H- mit sekundärem Set-Charakter.
*jet- ‘sich (fest) hinstellen’! IEW 506-7
Aorist ?*iét-lit- [ved. уаѓгапа- “fest hingestellt”?
Präsens *ier-e- ved. ydtate ‘stellt sich fest hin”
lat. nitor, -ї ‘sich aufstemmen’®
Perfekt *ie-iötlit- ved. yetire ‘sind fest aufgestellt’
»4b
aav. yöldama ‘sind fest aufgestellt
?[toch. Konj. B удгат, A yätas ‘wird imstande
sein’; Prät. В уаѓаге “war imstande”
Kausativ *ior-Eie- ved. yatáyati ‘stellt fest hin’
jav. yätaiieinti ‘stellen fest hin’
Neubildungen: Essiv toch.B yototär, A yatatär “ist imstande’®
(M. K.)
Zur Bedeutung vgl. THIEME, GS NYBERG Ш, 325-48; Сото 254-5.
Isoliertes Ptz. mit analogischer R(e), Wurzelaorist ist wegen des Zustandsperfekts wahr-
scheinlich.
314
4b
Dazu aktives yátati “fest hinstellen’ als faktitive Oppositionsbildung, s. GOTÖ 65, 254-5.
< *ni-iet-e-, vgl. THIEME, l.c. 347; dazu nach KLINGENSCHMITT 145 auch üror ‘gebrauche,
verwende’ < *o(H)-ite- “sich stützen auf’; die zugrunde liegende Theorie über R(z) in präver-
bierten Formen ist jedoch zweifelhaft: das Paradebeispiel ved. tára- ` tirá- taugt jedenfalls
nichts, s. Anm. 14 zu *rerhz-. Daher wohl besser zu trennen, s. jetzt *h3eir-.
Wohl alte Bildung mit Medialflexion nach dem Präsens, KÜMMEL, Perfekt 393-4.
S. KÜMMEL, Perfekt 656-7 mit Lit.
Mit a-Umlaut *ior-H- > *y@ta- > yata-, im Osttoch. muß allerdings Verschleppung des
a-Umlauts aus Formen ohne Wurzelbetonung angenommen werden, da dieser unter dem Ak-
zent nicht stattfindet; im Toch. sekundär Set-Wurzel, die Stammform des Perfekts liegt dem
gesamten Paradigma zugrunde; semantische Entwicklung wohl ‘fest stehen’ — ‘fähig sein’,
vgl. nhd. imstande sein, KÜMMEL, Perfekt 394.
Neu zum toch. Konj. nach produktivem Muster.
1.*ieu-' ‘festhalten, an sich ziehen, verbinden’ IEW 507, 508
Aorist ?*iéu-liu- ved. yuvāná- ‘festhaltend’?
Präsens */и(и)-ё- ved. yuvati ‘hält fest, verbindet”?
?jav. *-iiuuant- “verbindend’*
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. jáuju, (jáuti, jaŭti) '(ver)mischen”
n
Perfekt ved. d-yuyuve “hat an sich gezogen'°
(M. K.)
Im Ved. teilweise sek. Set-Charakter, vgl. Absolutiv -yaya RV gegenüber Wurzelnomen
ni-yüt-.
Möglich wäre auch Ptz. Präs., dann müßte man yuvati als thematisiert betrachten; nach JAMI-
SON 174'*® hierher auch Konj. vi yavanta RV 5,2,5 (s. 2.*ieu-).
So im R V; erst ab AV sekundär athem. yaumi, yutäm usw., analogisch nach dem produktiven
Typ stäuti ` stuvanti, vgl. NARTEN, FS КОРЕК 16 = Kl. Schr. 104.
In afsmainiuuant- < *afsma ni-iuuant- "den Vers bindend’, vgl. HOFFMANN, Aufs. 67.
Akut wohl lit. Neuerung, vgl. lett. jaur; Präs. sekundär (vgl. STANG, Verbum 139) auch jaunu,
/аипй.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 399-400.
N.*ieu-' ‘(sich) fernhalten; weichen’ IEW [508], 511
Aorist ?*iéu-liu- ved. Konj. vi yavanta КУ 5,2,5 ‘werden trennen”?
Präsens *iu-ske- ved. yucchati ‘hält sich fern, trennt sich’
Perfekt *ü-iewliu- ved. 35 Konj. yuyavat ‘soll fernhalten”?
Kausativ *iou-eie-
Neubildungen: s-Aorist
ved. yaväyati “trennt, wehrt ab’
ved. та vi yaus “halte dich nicht fern”
315
nu-Präs. ved. vyùnoti RV 5,31,1 “treibt auseinander’®
e 4 ТАҖЫ; ` : se 7
Intensiv ved. áyoyavit ‘wich immer wieder zurück’
(M. K.)
Nur iir. (vgl. jav. уйго ‘getrennt’, mp. judag ‘verschieden’), aus morphologischen Gründen
von 1.*/eu- ‘verbinden’ zu trennen (auch lautlich kann ein Unterschied vorhanden sein: z.B.
könnte eine der beiden Wurzeln *H im Anlaut haben), s. EW Aia 1I 403-4 mit Lit.
Reliktform, lebendig nur der s-Aorist, vgl. NARTEN 213-5; HARDARSON 111-2°, problema-
tisch ist aber die faktitive Funktion, daher nach JAMISON 174" zu l.*ieu-, was zu erwägen
bleibt.
Kein Indikativ belegt, wohl nicht mehr lebendig, vgl. HOFFMANN, Inj. 90; nach JAMISON 174-
5; KÜMMEL, Perfekt 401-3 als alter Perfektstamm zu bestimmen (3s Präsens yuyori RV kann
eine Kunstbildung zu Іру. 35 yuyoru, 2р yuyota sein), anders Сото, IU 31 (1988) 315. Dane-
ben auch - wohl sekundär - yāyáv- mit Reduplikationsdehnung, wozu analogisch das transiti-
ve Intensivperfekt уоудуа MS rückgebildet ist, KÜMMEL, Le, 403-5.
Dazu ist wohl der is-Aorist yavis ‘wehrst ab’ (vgl. NARTEN 214) neugebildet; ab RV 1, VIII,
X findet sich auch yaváya- mit sekundärer Kürze.
Nur intr., vgl. NARTEN 214 (gegen HARDARSON 112°” empfiehlt sich eine einheitliche Inter-
pretation der Belege), dazu suppl. Opt. Wurzelaor. ví yayas RV 7,104,15. Falls ví yavanta
nicht hierher gehört (s. Anm. 2), könnte der s-Aorist alt sein.
Für *v/-yunoti, vgl. JOACHIM 140-1 mit Lit.; Нар. leg, das kaum ererbt ist.
Vgl. SCHAEFER 171-2.
*jeugH-' “unruhig werden’ IEW 512
Aorist *jöußH-liugH- toch.B yuka “besiegte, überwand’?
Präsens *iug-neln-H- [toch.A yuknäs ‘besiegt, überwindet’?
*jeugH-e- Jav. yaozaiti ‘wallt auf’,
ар. ayauda ‘rebellierte(n)”*
?[got. jiukan* ‘kämpfen’”
Kausativ *iougH-eie- jav. yaozaiieiti ‘regt auf
mhd. jöuchen ‘treiben, jagen’
M.K.)
von Set-Formen in dieser Sprache nicht zwingend.
Mit der Bdtg. des fakt. Präs., s.u.
Ansatz einer Set-Wurzel erklärt die toch. Formen besser, ist aber angesichts des Wucherns
Mit neuer R(z) yuk- für *yak- < *iu6-; urspr. faktitiv ‘macht unruhig’ (oder wie bei ved. vodh-
‘kämpfen, besiegen’ aus ‘unruhig sein’ — ‘kämpfen’ — ‘bekämpfen’, s. *Hieudh-9), im
Westtoch. durch se-Präs. yuksäm ersetzt, s. HACKSTEIN 99.
316
* Nach einem dem iran. Stamm entsprechenden *yoja- die Stammbildung (und Bedeutung?)
von ved. -yodha- ‘aufwallen’ (s. *H ieud"-), vgl. Сото 256-7.
5 Zum schwachen ai-Verb umgebildet; oder Denom. zu jiuka f. ‘Zornesausbruch’.
*jeug- “anschirren’ IEW 508-10
Aorist *jeug-/ iug- ved. yöjam, 1 Med. äyuji “anschirren’'
aav. yaogat, уйјэп° “anschirren’
[gr. &evEa ‘schirrte ап’?
Präsens *iu-ne/n-g- ved. yunäkti, yuñjánti “anschirren’
jav. *yunjinti ‘schirren an”
Паг. iungö, ere ‘verbinden’
[lit. jüngiu, (jungti) ‘verbinden, anspannen’®
Neubildungen: s-Aorist [lat. їйпхї verband"?
nu-Präs. gr. бЕйууйи: ‘schirre ап’
R(z)-ie-Präs. jav. yujiieiti Yt. 10,52 ‘schirrt an’?
Perfekt ved. yuyujma “wir haben angeschirrt’
gr. Elevyuazı ‘bin angeschirrt’
got. jukuzi f. ‘Joch’?
Fientiv gr. (Pi.+) e{öynv ‘wurde angeschirrt”
(M.K.)
Mit der üblichen Umbildung des Mediums zu áyuksi usw., vgl. NARTEN 215.
Zum s-Aorist umgebildet, vgl. KLINGENSCHMITT 271 [der allerdings mit einem akrodyn.
Wurzelaorist rechnet].
Überliefert yunjiti, s. KELLENS, Verbe 165, 166.
Wegen Transitivität mit - ja- erweitert, vgl. STANG, Verbum 120; Gramm. 356.
Mit л vom Präs.; zu gr. ёбгоѓо s.o.
Zum s-Aorist hinzugebildet.
Vgl. KELLENS, Verbe 123; 139.
Urspr. Ptz. (Ё) *(ie-Jiug-us-ihz- ‘die angeschirrt hat’, vgl. BAMMESBERGER, Die Morphologie
des urgermanischen Nomens, Heidelberg 1990, 213.
Umbildung des medialen Wurzelaorists?
= na & E Lo
Prijeut-' ‘wahrnehmen, erwachen’ [IEW 346]
Aorist Prieut-/iut- ?[lit. jutaŭ ‘fühlte, merkte’
[urslav. *0/- јьгъ?
317
Präsens ?%ѓи-пё/п-1- [lit. juntu, (jüsti) ‘fühlen, merken”?
[russ. (+) očnút'sja ‘erwachen’
Iterativ *iout-eie- aksl. ostusto, oStutiti “fühlen, merken’,
агиѕѕ. оёиёи, oCutiti ‘bemerken’”
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. /аиёій, (jausti) ‘fühlen, wahrnehmen’
(M.K.)
1! Nur bsl.; im Slav. nur mit Präverb *or- j°, daraus durch falsche Analyse *o-tj°, vgl. VASMER Il
296 mit Lit.
Vom Präsens *ot-jè(t)noti vorausgesetzt.
Kann balt. Neubildung sein.
Vgl. čech. octnouti se ‘wohin geraten’; < *ot-jotnoti; kann Neubildung sein.
< *or- jutiti.
ч + шы ку
318
*ĝ-
*kad-' ‘fallen’ IEW 516
Aorist Prke-kud-e- рг. hom. кєк@доуто ‘wichen zurück”
Präsens *käd-e- lat. сааб, ere ‘fallen’
Perfekt ?*ke-köd/ka- ved. (Br.) śaśāda ‘fiel ab, fiel aus’
lat. cecidi ‘fiel, bin gefallen’
(М.К)
Denkbar wäre auch *Áh;ed-, wenn *kh, > gr. *k (und nicht *k*).
< *‘zurückfallen’; dazu faktitiv Akt. vexaöe- “(des Lebens) berauben’; letzteres wird aber
auch zu *keh,d- gestellt. Vgl. BENDAHMAN 72-4.
Oder St dé.
Das Verb ist im Ved. schlecht bezeugt, außer dem Perf. nur noch Еш. śatsyati AV; Präsens
suppletiv siyate, s. 2.*kei-.
Vgl. MEISER, Habil. $282. Oder redupl. Aor.?
*keHs-' ‘anweisen’”? IEW 533
Aorist *keHs-IkHs- [ved. Ptz. sisant- “anweisend’
Ір Med. á $isamahi “weisen (hiermit) zu’
[aav. 574 ‘zeige!, Іеһге!”
[alb. thashë “ich sagte")
Präsens *keHs-/keHs- ved. 25 sässi, Ptz. Säsat- “unterweisen, anweisen,
zurechtweisen’
aav. sästi, Opt. sähit “unterweisen’
alb. thom “sage”
Perfekt ?*ke-köHs/kHs- мей. śaśāsur ‘haben unterwiesen’®
Iterativ ?*ËóHs-ie- ?[alb. rrëfen ‘erzählt; gesteht'”
(M. K.)
Alb. o < *ela in Präs. thom usw. spricht für *H = *h, oder *h,, doch könnte im Präs. auch *ëh;
vorliegen; dazu nach SCHINDLER 46 auch toch.A kāş-iññ- ‘schelten’ (denom. *ЁН5-п-1-?).
Teilweise wird auch unerweitertes *keH angesetzt, das im Alb. (kaum іп рг. &xrjv ‘still’) vor-
liegen könnte, nach einigen auch in ap. <ба-а-> neben <da-ha->, s. aber *keNs- mit Anm. 5.
Got. hazjan ‘loben, preisen’ ist aus semantischen Gründen besser zu trennen (s. *kes-).
Die momentane Wurzelbedeutung “anweisen, eine Anweisung geben’ in Nominalformen wie
ved. säs- ‘Gebot’, säsa- m., säsus- n. ‘Anweisung’; śāsá- ‘Gebieter’. Dagegen im Präs. meist
319
durativ bzw. iterativ ‘Anweisungen geben’ — ‘unterweisen, belehren’, vgl. KÜMMEL, HS 111
(1998) 202.
Im lir. thematisiert, da im starken Stamm *25- Zusammenfall mit dem Präsens drohte, s.
KÜMMEL, l.c. 201-2.
< *ЁН5-о-т, vgl. KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 120. Dazu wohl analogisch 3s tha.
Die 3s Präs. thotë (statt trhoshre < *k&Hsti) muß analogisch umgebildet sein; vgl. KLINGEN-
SCHMITT 152; MSS 40 (1981) 113. Auch das Ipf. ageg. 15 /0o$e/ (neutosk. thosha) ist wohl
ererbt, s. ibid. 116-7.
Mit Verallgemeinerung des starken Stammes; vgl. KÜMMEL, Perfekt 520-1.
7 Ageg. /rö-fyen/; nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 108; 127-8%° viell. mit *-ën- weiter-
gebildet aus *-00 < *-ббйе- < *koHs-ie-. Dagegen nach MEYER 373; OREL 382 Lehnwort aus
lat. referre.
*keh,d-' ‘seelisch aufgewühlt sein”? IEW 516
Präsens *kehzd-e- gr. ктўбоцоп “sorge mich, bin besorgt?
Neubildungen: Perfekt gr. кЄкт]бо: ‘bin besorgt’
(M. K.)
Verbal nur gr., nominal weit verbreitet: vgl. av. sādra- n. ‘Leid’; gr. кїўдос п. ‘Sorge’, kymr.
cawdd m. ‘Zorn’, got. hatis п. ‘Haß’ usw. (*köh,d-os, *Kh,d-és-); osk. cadeis Gen. ‘Bosheit’.
Viell. urspr. beim Tod eines Verwandten, vgl. PORZIG, Die Namen der Satzinhalte im Grie-
chischen und Indogermanischen, Berlin 1942, 293; daraus einerseits ‘leiden, Schmerz em-
pfinden; besorgt sein’, andererseits ‘hassen’ > ‘wütend sein’.
Dazu faktitives Aktiv sën ‘mache besorgt, schädige, verletze’.
*keh;k- ‘springen’ IEW 522
Präsens *kehrk-e- lit. šóku, ($ökti) ‘springen, tanzen; sich machen an’,
lett. säku, sékt ‘anfangen, beginnen’
(М. K.)
{ Vgl. wohl gr. ктукїс, к@кїс “hervorquellende Flüssigkeit’; auf einem Nasalpräsens *ЁЛ›-п-К-
könnten Wörter mit *kank- wie lit. Sankus ‘flink’, germ. *hangista- ‘Hengst’ beruhen.
*keh;(i)- ‘schärfen’ IEW 541-2
Aorist *kehz-/kh;li)- ved. sam-asita RV 1,57,2 ‘hat sich geschärft’
320
Pràsens *ki-keh,lkhz- меа. 5150211 ‘wetzt, schärft; kräftigt, regt an’
Pr khzi-e- ved. sářň $yat “schärft””
Neubildungen: Perfekt 9ved. d-$asand- ANS 18,3,21 ‘geschärft”’
(M.K.)
Zu */ vgl. lat. cös, cötis “Wetzstein’, arm. sowr ‘scharf; Schwert, Messer’; mit i-Erweiterung
in jav. saeni- ‘Spitze’, an. hein f. ‘Schleifstein’, dagegen VAdj. *kh;-tö- іп ved. śitá- ‘ge-
schärft’, lat. catus ‘scharfsinnig’, mir. cath ‘weise’.
Gemäß JOACHIM 159-60 Neubildung nach sa : syäri (s. 1.*sehjf i)-). Morphologische Analyse
(nicht *Kh;-ie-) nach KULIKOV, Koll. Erlangen 267-79.
Fragwürdige Variante von 2-ўиѕӣпӣ- RV, KÜMMEL, Perfekt 519-20.
1.*kei- ‘liegen’ IEW 539-40
Präsens *kei- Stat. kluw. zt yarli)', lyk. sijeni/si jeni ‘liegt *,
„la
[pal. kitar, heth. kitra(ri)°, lyk. sitēni” ‘liegt
ved. śáye, Sere ‘liegt, liegen”
jav. söire ‘liegen’*
gr. keinnt ‘liegt
Desider. *kei-/ki-s- ved. Коп). śésan RV 1,174,4 ‘sie sollen береп”
gr. кєіо ‘ich will mich legen”
Neubildungen: is-Aorist ved. aśayişthās RV 10,124,1 ‘hast gelegen”
Perfekt ved. śaśayāná- ‘gelegen habend’ RV; śiśye ‘lag’ $B®
(B. S., M. K.)
Vgl. MELCHERT, GS COWGILL 195-6.
Vgl. HAJNAL 10314 157'°°.
Im Heth. und Pal. sekundär mit Medialendung *-tar, die im Heth. zur Kürzung des Wurzelvo-
kals führt, vgl. EICHNER, MSS 31 (1973) 81.
Vgl. HAJNAL 125, 157!59.
Erst spät (Br.+) 35 śéte, vgl. KÜMMEL, Stativ 109-10.
Vgl. KÜMMEL, Stativ 151-2 mit Lit., 3s schon mit Medialendung saēte.
Vgl. NARTEN 255-6.
Wohl frühe Futurbildung mit auffälligerweise erhaltener Aktivflexion. Nach HOLLIFIELD, IF
86 (1982) 161-89 v.a. auch wegen der für ein gr. Futur ungewöhnlichen Diathese (neben Präs.
Medium) < *kei-(h,)sie-, das ved. Futur śayisyánt- (YV) ist jedoch wegen ayi (lautgesetzlich
wäre e) als Neubildung zu betrachten.
Neu zum Präsens, s. NARTEN 255-6.
Jeweils Neubildungen zum Präsens, vgl. KÜMMEL, Perfekt 517-8.
321
72.*kei-' ‘fallen’ IEW —
Präsens *ki-ie- ved. (AV) áva Siyate “fällt herab”
Trkei-dte- kymr. cwydd- ‘fallen’
(M. K.)
Nur ved. und mit unklarem *4 bzw. *d kelt. und viell. auch germ., wenn an. hitta ‘treffen
(auf)’ anzuschließen sein sollte. Zusammenhang mit 1.*kei- ‘liegen’ semantisch denkbar.
Mit schwankendem Akzent: Siya- neben siyd-; nur Präs., sonst suppletiv fad- (s. *kad), sk
HOFFMANN, IIJ 4 (1960) 16 = Aufs. 92 mit Lit.
*keid-' ‘rufen’ [IEW 538]
Präsens *É¿-Koidlkid- [got. (+) haitan ‘rufen, nennen, befehlen’?
Pr keid-e- sogd. /s2ö-/ ‘rufen’; oss. sid-/sed- ‘rufen’
Perfekt ?rke-köidlkid- got. (+) haihait ‘rief, nannte, befahl’
(М.К.
Nur iran. und germ.; die Ablehnung dieser Zusammenstellung bei SEEBOLD 247 (mit Lit.) be-
ruht nur auf wurzelanatomischer Verbindung des germ. Verbums mit *Reihz-.
Pass. ‘heißen, genannt werden’, dazu auch 15 umnord. haite, an. heiti.
Oder neugebildet Iterat. *said-aia-, Stammbildung nicht mehr erkennbar. Vgl. ABAEV Ш
105-6 mit Lit.
%?*Keis-! “übrig lassen’ IEW —
Aorist *keis-/kis- меа. út ... Sisas ‘du läßt übrig’
Präsens *ki-neln-s- ved. (YV) sinasti ‘läßt übrig”
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. ved. (Y V) sisyate ‘bleibt übrig”
Perfekt ved. (Br.) sisise ‘blieb übrig’
(M.K.)
Nur ved., meist mit Präverb úd.
Mit s nach dem schwachen Stamm 5іђѕ-, s. Ai. Gr. 1? Nachtr. 133 (zu 238, 39); oft thematisch
Simsati.
Auch mit Passivakzent sisyate, fientiv-patientive Neubildung.
322
“ек! “etwas schaffen, bewältigen’ IEW 522
Aorist *Á¿kü0_/k kt. ved. Kon). säkat, Іру. Sagdhi ‘schaffen, können’
2
Präsens’ Prk.k-neulnu- ved. Saknöti ‘schafft, kann, vermag’
Prk.k9-je- aav. 2р sasadä ‘meistert, bewältigt’
Perfekt *ke-kök"/kk®- ` ved. sasäka ‘hat geschafft, vermocht”?
jav. Ptz. *saskus- ‘sich auf etw. verstehend’”®
Kausativ ?*kok™-éie- jav. Ptz. sacaiiant- “\ehrend’
Desider. *ki-kk'%-se- ved. siksati ‘will helfen; versucht’, siksate "len"
jav. sixSamna- ‘lernend’
а (М. К.)
Vgl. wohl noch air. cécht "Macht (< *&пК©°9{° oder *kenk'“r°, könnte auf einem Nasalpräsens
beruhen) und die Sippe von an. hagr ‘geschickt, tüchtig’, hagar "es paßt, ziemt sich’ usw.,
primäre Verbalbildungen nur ur. Nach STOKES, BB 19 (1893) 55 hierher auch kymr. pybyr
‘stark, fest’ < *k“ek“ro-, assimiliert < *kek“ro-, was auslautenden Labiovelar erwiese.
Unklar ist der jav. Opt. saciiārəš, wo man für сії eigentlich š erwarten würde; die Form wird
deshalb auch als Opt. Perfekt *sasciiaras mit Dissimilation *sasc- > *sac- erklärt, was jedoch
unsicher bleiben muß, vgl. KÜMMEL, Perfekt 669-70.
Vielleicht ersetzen die beiden divergierenden iir. Präsensbildungen ein Nasal-Infix-Präsens,
vgl. den Nasalreflex in air. cecht.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 510-1.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 670. Zum Opt. saciiara$ s. Anm. 2.
Wohl urspr. ‘schaffen wollen’, Med. ‘für sich schaffen wollen’.
1.*kel-' ‘verbergen’ IEW 553-4
Aorist *kel-Ikl- air. -celt ‘verbarg”
[got. hulundi “Нӧһе”
Präsens *kel-e- lat. oc-culö, -ere ‘verbergen’
air. -ceil, mkymr. kel ‘verbirgt’
ае. (+) helan ‘verbergen’
Pr kl-ie- got. (+) huljan ‘verhüllen”®
Perfekt ?r*ke-koöllkl- [ае. (+) hæl ‘verbarg’”
Iterativ ?*kol-eie- as. (+) bi-hellian ‘verhüllen’
(М.К)
Vgl. ved. śárman- n. "Schutz, Schirm, Decke’ und wohl auch sälä- f. “Gebäude, Haus’ (= lat.
cella < *cela?, dazu denominativ cöläre verbergen"), s. КЕМА III 310-1, 328-9.
323
Beruht wohl wie die anderen t-Präterita auf einem s-Aorist, der aber hieraus dem Wurzelaor.
umgebildet sein muß.
Aus einem Ptz. fem. *k]-nt-ihzlieh>- (mit analogischem *] für zt vi,
Könnte auch denom. sein.
Könnte auf Umdeutung eines alten Perfekts ‘verborgen halten’ beruhen.
2.*kel-' ‘warm werden’ IEW 551-2
Essiv *k]-hjle- [lat. caleö, -ёге “warm sein’
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. ste, (Silti) “warm werden’?
(M.K.)
Ohne auslautenden Laryngal, vgl. kymr. clyd, lit. sütas, lett. silts ‘warm’ < *Ë]-tó-; der Akut
im balt. Verbum ist sekundär, vgl. BÕGA, KZ 52 (1924) 258; viell. hierher ved. sardd-, jav.
saraö-f. ‘Herbst’, s. EWAia II 616; zweifelhaft ist Zugehörigkeit von germ. *hlewa- ‘lau’
usw. Hierher auch ved. sar-/srä- ‘раг werden’?, vgl. EW Aia 11 653-4; 668-9 mit Lit.
Daneben auch Präs. ši/stu, von dem wohl der Akut ausgegangen ist.
*kelH-' ‘kalt werden, frieren’ IEW 551
Perfekt P*ke-kölHIkIH- [lit. šaliù, (Saleri) “frieren’’
(M. K.)
Vgl. ved. śíśira- ‘kühl, kalt’, jav. sarəta- ‘kalt’, Wurzelnomen in jav. sarə-ðã- ‘Kälte brin-
gend’.
Umbildung wie bei gareti ‘brennen’ (s. *g"”er-); dazu Inchoativbildung ša, šálti ‘(ge)frie-
ren’. Denom. Herkunft allerdings nicht ausgeschlossen.
*kemh>- ‘müde werden; sich abmühen’' IEW 557
Aorist *kémh-Ikmhz- ved. asamit АУР 1,94,4 “ist ruhig geworden’?;
[(YV) áśamanta ‘haben sich abgemüht’”
gr. Ptz. @- káuævt- ‘unermüdlich’*,
[Exauov 'ermüdete, mühte mich ab’
Präsens *km-neln-h>- ved. (Y V) samnise ‘mühst dich аЬ”
Ier. xá мш ‘ermüde; mühe mich арб”
P* kmh>-ie- ved. (YV) $ämyari ‘wird ruhig, ermattet’’
324
Perfekt *ke-kömh;/kmh>- ved. sasame "hat sich abgemüht
‚7а
gr. Һот. кєкит®с ‘müde’?
Kausativ *Áomh,-éie- ved. (AV) samäyati ‘beruhigt, beschwichtigt’
Neubildungen: s-Aorist ved. dsamisthäs ‘hast dich abgemüht
Ó pb oa м
?gr. kouéw ‘besorge, pflege”
‚10
(M.K.)
Wohl primär ‘müde werden’; im Ved. sekundäre Differenzierung in zwei Wurzeln ‘ruhig
werden’ (Akt.) und ‘sich abmühen, arbeiten’ (Med.), vgl. EWAia II 610-1 mit Lit., KÜMMEL,
Perfekt 517.
Daneben thematisiert (< 3р) asamat SB.
Vgl. Сото 305. Б
Relikt des athematischen Ptz. *Ëmh;-ént-, s. HARDARSON 215.
Zu *Ëm-n-h;- deverbativ samäydte КУ ‘müht sich ab’; es wird auch in {сатпап КУ 1,104,2
eine faktitive 3p *samınan ‘sollen unschädlich machen’ gesehen, s. EWAia I 611 mit Lit.
Umgebildet aus *kamna- mit analogischer Einführung von m in *kana- < *kmnehz-, ур].
HARBARSON 215. Falls das Nasalpräs. urspr. faktitiv gewesen sein sollte, muß коио die
Bedeutung des Aoristsübernommen haben.
Neubildung möglich. Unklar ist der Vokalismus von śimyati, Simyant- TS ‘zubereiten’.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 515-6, auch zum aktiven Коп). sasämat RV-Khil. Jungvedisch wird
auch ein aktives Perfekt sasäma zum Präsens sämyati neugebildet, ibid. 517.
Finit umgebildet zum k-Perfekt кёкутка.
< *‘sich Mühe geben’; wegen £ muß Suffixrestitution oder Neubildung angenommen werden.
Vgl. NARTEN 254-5, dagegen Іру. $amisva ҮМ" wohl sekundär aus Präs. Samnisva.
*ken- ‘steigen’? IEW -
Aorist *ken-Ikn- [jav. Präs. sanat ‘stieg hinauf”””
arm. Med. snaw ‘wurde aufgezogen’
A A 2 ç ыз Ko š 2 3
Präsens *kn-neulnu- Jav. @-sanaoiti ‘steigt hinauf”
[arm. snanim ‘werde aufgezogen’
Kausativ P*kon-eie- khot. (+) 3p sanindi ‘heben auf"
M.K.)
Vgl. KLINGENSCHMITT 226; TREMBLAY, Sprache 38 (1996) 14-22. Nach TREMBLAY, l.c. 16
hierher auch gr. eykor&o, lat. сопагї und mkymr. digoni (s. *kenh,-) und außerdem mit s mo-
bile lat. scandere (s. *skend-).
Daraus im Arm. ‘wachsen, aufwachsen’, s. KLINGENSCHMITT, ibid.
Nach TREMBLAY, l.c., iran. Präsensstamm aus altem Konj. Aor. Das Präsens *sana- auch in
sogd. st )п-, parth. sn- usw., ibid. 18-20.
S. KLINGENSCHMITT, MSS 28 (1970) 71-4.
Vgl. EMMERICK 132-3.
325
*kend- ‘sich auszeichnen’ s. *Kend- (und vgl. die folgende Wurzel)
?*kend-' ‘Selbstvertrauen, Stärke entwickeln’? IEW 516-7
Perfekt *ke-könd/knd- хей. śāśadúr, śāśadré “fühlen sich stark”
(M. K.)
Nur ved. Möglich wäre auch *ked-, die ausschließlich belegte R(z) mit ved. a ist jedoch am
besten aus *ind- zu erklären (altes Se Ed. hätte letztlich zu fsed- geführt). Wegen der Be-
deutung (s.u.) ist der alte Vergleich mit gr. кёкостои (s. *kend-) problematisch.
So vom Perfekt vorausgesetzt.
Nicht ‘sich auszeichnen’, s. KÜMMEL, Perfekt 512-4 mit Lit. Meist medial flektiert.
*kenk-' “in der Schwebe sein, hängen (intr.)’ IEW 566
Präsens ?*ke-konk/knk- [got. (+) hähan ‘in Unsicherheit lassen’,
ае. hon ‘hängen (tr.)”?
Pr kenk-e- ved. (ŠB) £éñkate ‘hat Angst, befürchtet?
Kaus.-It. *konk-eie- lat. canctor, -йгї ‘zögern’
an. (+) hengja "(auf hängen"
Neubildungen: Perfekt [heth. kanki, kankanzi ‘aufhängen’
got. (+) haihäh ‘ließ in Unsicherheit’
Essiv ahd. (+) hangën ‘hängen, hangen”
(M. K.)
Die Wurzel scheint überall, wo dies erkennbar ist, o-Vokalismus zu zeigen; die Erklärung der
einzelsprachlichen Bildungen ist unter obigem Ansatz teilweise schwierig; JASANOFF, Heth. u.
ldg. 85 setzt daher eine Wurzelbildung *könk-/*kenk- ап (s. jedoch unten Anm. 5 zum Heth.).
Bei dieser Herleitung müßte aber vorgermanische Akzentverschiebung *kékonk- > *kekónk-
angenommen werden (oder schwer motivierbare Übertragung des a-Vokalismus vom Perf.
жхехапхе auf Präs. *xenxa- < *kenk-e-?).
Unpalatalisiertes k (thematische Verbalstämme verallgemeinern sonst stets den palatalisierten
Laut) nach Сото 304 wegen Anschluß an das Nomen $алАй- ‘Sorge, Angst’ (dagegen nach
JASANOFF, Heth. u. Idg. 85 wegen urspr. athem. Flexion).
< *concitā-zu einem PPP *concitus, das wegen o zu einem Kaus.-It. *concē- gehören dürfte.
‘Zögern’ + Kaus. ‘in der Schwebe lassen’ oder Iter. ‘in der Schwebe sein’.
Wohl a m besten aus *könk-Iknk- = *ke-könk- herzuleiten, vgl. MELCHERT, AHP 139; die Be-
deutung könnte vom faktitiven Präsens *Ёё-ЁопК- stammen.
Neubildung zum starken Verb mit dessen R(o).
326
*keNs-' ‘verkünden; (öffentlich) schätzen”? IEW 566
Aorist *keNs-IkNs- ?[ved. äsarısit ‘hat vorgetragen’””
aav. saXiiat ‘sollte verkünden”?
?[aksl. ѕегъ ‘sagt, sagte"
Präsens *keNs-e- ved. Särmsati ‘spricht feierlich; preist’
aav. sönghaiti “verkündet; nennt”
Kausativ *koNs-&ie- ved. á Sarısaya "mache Hoffnung!”
mkymr. dan-gos- ‘zeigen’?
Fientiv ?*ÅNs-éh/h;- ?gr. myk. *kařē- ‘hochgeschätzt sein”
| Р s Ce Р 0
Essiv *kNs-hjié- [lat. cēnseð, -ёге ‘schätzen; meinen”.
Neubildungen: Perfekt ved. (Br.) Sasarısa ‘sprach aus, pries’
(M.K.)
Nasal nicht sicher bestimmbar; *kems- nach DUNKEL, FS STRUNK 13-8 mit Lit. wegen gr.
x@uogm. ‘Umzug, Festzug; Festgelage’ < *kömso-, dagegen s. JANDA, Eleusis 277 (vgl.
l.*keh;-).
Zur Semantik der Wurzel vgl. GARCÍA RAMÓN, FS RIX 109-15.
Möglicherweise nicht Neubildung (so NARTEN 253), sondern 3s Wurzelaorist mit verdeut-
lichter Endung -it anstelle von T*áéan < *ekeNst und erst sekundär zum is-Aorist umgedeutet.
Eindeutige Wurzelaor.-Formen sind allerdings nicht belegt, vgl. NARTEN 253-4.
Vgl. KELLENS, Verbe 97', 357.
Dient zur Einleitung der direkten Rede, aus *se < *keNs-t erweitert; hierher nach MEILLET,
Le Slave Commun, Paris 1934, 209, doch s. auch 2.*hye$-, *seng!"-.
Vgl. auch ap. @a,h- im Ipf. ada„hanı, ада,ћа; umstritten ist, ob die semantisch-syntaktisch zu-
gehörigen Formen mit Schreibung ба-а- auch etymologisch anzuschließen sind (vgl. HOFF-
MANN bei GOTO 30372!) oder auf einer Wurzel Өл- < *keH- beruhen (vgl. die Lit. bei GARCÍA
RAMÓN, Le, 11322).
Nach GARCÍA RAMÓN, Le 127-30 dazu auch got. haz jan ‘loben’ (s. Ster) mit analogischer
Beseitigung von *N, die aber unwahrscheinlich ist; s. vielmehr *kes-.
Vgl. GARCÍA RAMÓN, Le 11425.
3s dengys; vgl. SCHUMACHER 220, Simplex cos- nicht sicher bezeugt.
Nach GARCÍA RAMÓN, l.c. 120 mit Lit. im PN ka-e-sa-me-no u.ä.
Oder < *ËNs-€ie- bzw. Zusammenfall beider Bildungen, vgl. GARCÍA RAMÓN, Le 117-26,
129; zur Semantik s. ibid. 110-3.
*kent-' ‘stechen’ IEW 567
Aorist *könt/kent-s- gr. кёусол ‘stechen’
327
Neubildungen: R(e)-eie-Präs. рг. revréw ‘steche”?
(M.K.)
Palatal wegen lett. sirs ‘Jagdspieß’ < *Än-ro-, vgl. noch ahd. hantag ‘spitz’.
Entstehung unklar, urspr. *коутёо mit R(e) vom Aorist oder einem urspr. Grundverb
*kent-e-, oder Umbildung desselben?
*kep-' ‘(ver)fluchen’ IEW -
Präsens *kep-e- ved. säpati ‘flucht, verflucht’, śápate ‘schwört’?
Aorist ?rkeplkep-s- ved. (TS) ma арга ‘verflucht nicht!”
Neubildungen: Perfekt ved. sepe ‘hat geschworen’, (AV) ғайра "hat verflucht’*
Kausativ ved. (AB) säpaya- ‘beschwören lassen’
(M. K.)
! Vgl. heth. kappilalli- ‘zu verfluchen, verhaßt', s. EICHNER, Heth. u. ldg. 61; Sprache 27
(1981) 65-6.
S. GOTO 304-5.
? S.NARTEN 254.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 514-5.
>
*ker(H)-' "scheien? IEW 947-8
Präsens *ker(H)-e- russ. (+) serú, (srat)) "scheien"?
(М.К)
Set-Wurzel nicht ausgeschlossen (viell. mit 1.*kerh»- zu vereinigen? Vgl. air. braig- *Їшггег?
zu *b’reg, s.d.). Nicht *sker-, gr. ок@р, oxatögn. und germ. *skarna- n. gehören zu heth.
sakkar, saknas n. ‘Kot’ (Wurzel *sek); verbal nur slav., nominal vgl. noch av. sairiia- ‘Mist,
Dünger’, lat. müs-cerda ‘Mäusekot'’.
Daneben auch mit ie-Flexion serjú, vgl. slov. serjen (Neubildung).
l.*kerh;-' ‘brechen, zerbrechen (intr.)’ IEW 578
Aorist *kerh-Ikrh>- ved. (AV) asarit ‘zerbrach (etw.)”
air. do-cer “fiel”?
328
Präsens *kr-neln-h>- ved. srnäsi ‘zerbrichst’
i Š sms
?alr.ar-a:chrin ‘zerfällt’
[toch.B *kərna- іт Ptz. Prät. kärnau ‘уегѕеһге°
Prkrh>-ie- ved. Siryate ‘bricht, geht zu Bruch?
Perfekt ?*ke-körhs/krh>- мей. (AV) śaśré “ist gebrochen”
M.K.)
Vgl. gr. а-кёролос ‘unversehrt’, denom. кєра о ‘zerstöre’.
Mit der fakt. Bedeutung des Nasalpräsens, die alte Wurzelbedeutung im Passivaorist śāri.
Aus *kera-t, vgl. THURNEYSEN 437, nach SCHRIJVER, BCHP 88-9 jedoch aus umgebildetem
*ker-e(t). Zur Semantik vgl. nhd. zusammenbrechen, ähnlich ved. sam śar'-.
Schwierigkeiten bereitet aber der Vokalismus von crín ‘welk’, daher möchte MCCONE 17-8,
-chrin lieber mit kymr. go-gryn- ‘sieben, reinigen’ zu *kreh/(i)- ‘trennen’ stellen.
Aus einem Präsens *kərna- < *Ërnh;, abstrahierte Wurzel, dazu Kaus. В karnässäm, A Ptz.
kärnäsmänm, vgl. HACKSTEIN 21, 34.
Könnte Neubildung eines fientiven Oppositums zum Nasalpräsens sein.
Mit analogischem śr für fsisir- <- *ke-krhz-, das ein Aktiv *śaśár- voraussetzt, vgl.
KÜMMEL, Perfekt 518-9.
2.*kerh;-" ‘mischen’ IEW 582
Aorist *kerh>-Ikrh>- [gr. &кёросо “mischte””
Präsens *kr-neln-h>- [gr. кірупш “mische”’
Pr kerhz-e- [aav. saronte ‘vereinigen sich"?
Desider. ?*kerhzlkrh>-s- рг. kep@lkepdow ‘werde mischen’
Neubildungen: s-Aorist aav. sarasta “vereinigt sich’
т
Perfekt gr. кёкроатол ‘ist gemischt’
(M.K.)
Vgl. ved. ä-sir- f. ‘Mischung’, d-sirta- ‘gemischt’; die früher hierher gestellten ved. Formen
mit 57 gehören dagegen zu *kreiH- ‘sich auszeichnen’, s. NARTEN, KZ 100 (1987) 270-96 =
Kl. Schr. 340-66.
Vgl. HARDARSON 215-6; auch mit R(z) -xprjoaı, versch. Umbildungen des Wurzelaorists
*kera-/*krä-.
Mit sekundärem гр statt ap/pa, vgl. HARDARSON 182''”; auch thematisiert xıpváw, später er-
setzt durch zum Aor. neugebildetes xep&vvuuı (< *keras-nit-).
Mit sekundärem (oder dehnstufigem) a, das unerklärt ist (vom s-Aorist übertragen?); Bedeu-
tung aus reziprokem Medium *‘(sich miteinander) vermischen’.
329
*kerh;- ‘sättigen, füttern’ IEW 577
Aorist *Kérh-/Krh;-
Präsens *Kérh;-e-
Desider. ?*kerh,/krh;-s-
Neubildungen: nu-Präsens
[gr. Exöpeo(o)a ‘sättigte’'
arm. serem ‘bringe hervor’
[lit. Seriu, ($erti) ‘füttern’
gr. Fut. корёо “werde sättigen’
gr. kopéwvpi ‘sättige””
Fientiv lat. creui “wuchs”
(M.K.)
*kore- mit Metathese aus *kero- < *kerh;-, zum s(s)-Aorist umgebildet, vgl. HARDARSON
75%, 218.
Neu zum Aoriststamm kores-. Daneben andere Präs.-Neubildungen wie xopéw, корётк@.
Problematisch, da ein АЕ (mit Suffixrestitution) eigentlich fcarē- hätte ergeben
müssen, bei crö- also sekundärer Laryngalverlust anzunehmen wäre, vgl. MEISER, Habil.
$123, der deswegen nachgrundsprachliche Neubildung annimmt; dazu Präs. cröscö, -ere (die-
ses aber nach Rıx, GS KURYLOWwICZ 400 nach cr£ui aus altem *kra-ske- < *krh;-ské- umge-
staltet).
*kes-' “(ab)schneiden’ IEW 586
Aorist Prkes-Iks- Ived. vi sasta ‘zerlegt! ”?
Präsens *kes-/kes- ved. (YV) ví śāsti ‘zerlegt?
Essiv эж s-h ié- [lat. careð, Gre ‘entbehren, nicht haben’;
?osk. kasit “es ist nötig”
Neubildungen: Perfekt gr. myk. ke-ke-me-no- Ikekesmeno-/ ‘aufgeteilt
M.K.)
Vgl. ved. śástra- n. ‘Messer’, śāsá- m. ‘Schlachtmesser’; lat. castrum n. ‘Lager’ — **abge-
schnittenes Stück Land’ < zt s-tró-, denom. casträre “abschneiden, verschneiden’.
КУ 1,162,18, sowie sam á sasta R V 4,37,8; könnte auch Іру. Präs, sein, wofür viell. parallel
gebrauchter Іру. Präs. krnota in 1,162,18 spricht. Wurzelaorist ist wegen der Aktionsart der
Wurzel wahrscheinlich.
3p Säsati, Ipv. sastu, śāsatu mit Durchführung der К(ё), daneben aber śásanti SB, mit Ak-
zentverschiebung aus umgebildetem *sasanti.
Semantisch unsicher, — *‘abgeschnitten sein’ (WALDE 131)?; für r < *s (und damit gegen
Herleitung von 2.*(s)ker-) spricht das Adj. castus ‘rein (von etwas)’.
Wohl mit i für í wie auch sonst z.T. in derselben Inschrift; zum semantischen Übergang ‘ent-
behren, bedürfen’ — ‘nötig sein’ vgl. BUCK 15; WALDE 131; ERNOUT-MEILLET 100a.
Nach HEUBECK, Ziva Antika 17 (1967) 17-21.
330
?*Keubh-! ‘schön werden/sein’ IEW 594
Aorist Prkeub"-/kub'- ved. (RV) Ptz. subhänd- ‘schön’
Präsens ?*keub"- Stat. ved. söbhe RV 1,120,5 ‘sieht schön aus"
*ku-neln-b"- ved. 3p $umbhata ‘schmücken sich”?
Prkub"-eie- ved. subhäyati “ist ѕсһӧп”*
Kausativ ?*koub"-eie- ved. (AV) sobhayati ‘schmückt’
(M.K.)
Nur indoar. und in arm. sowrb ‘heilig, rein’ = ved. $ubhrä- ‘schmuck, glänzend’ < *Kubh-ró-,
vgl. EW Aia П 647, 657-8.
Schwierige Strophe, daher Interpretation als Verbform nicht sicher; sonst thematisch söbhate
‘sieht schön aus’, vgl. GOTÖ 308-9.
Ptz. sumbhäna-, sonst thematisiert $sumbhäti “schmückt’, sumbhate “schmückt sich’, vgl.
JOACHIM 161; Сото 308.
Neben śubhrá- wie citäya- : citrä-.
Prkeudt-' ‘rein werden’ IEW 595
Präsens *ku-neln-d"- ved. sundhati ‘reinigt, putzt”?
?*kud!-ié- ved. (YV) sudhyati ‘wird rein’
Kausativ ?*koud"-eie- ved. (TS) sodhaya ‘reinige!’
(M. K.)
Nur iir., dazu Jav. suöu- ‘Sieb’, s. EWAia II 657; problematisch wegen iran. $° ist der Ver-
gleich mit mp. np. Sustan ‘waschen’, diese vielmehr zu *k®seud-, s.d.
Daraus auch sundhäyati mit Verdeutlichung der faktitiven Bedeutung durch das Kaus.-Suffix.
?*KeuH-' "werfen, schieben’ IEW 954-5
Präsens *ku-neln-H- [lit. šáunu, ($äuti) ‘schießen, schieben”?
[aksl. (i-)sungri ‘(das Schwert) ziehen”?
(M.K.)
Nur bsl.
Mit analog. R(e), daneben auch Präs. Sau ju.
` Mit analog. R(e).
331
?1.*Keuk-' “aufflammen, erglühen’ IEW 597
Aorist *keuk-Ikuk- [ved. asucat ‘ist aufgeflammt, ist erglüht”?
Präsens *keuk-e- ved. söcati “glüht, leuchtet, brennt’
jav. saocint- ‘glühend, brennend’
*kuk-eie- ved. Sucayant- ° glühend’”
Perfekt *ke-köuklkuk- ved. śuśóca “ist aufgeflammt, glüht, brennt
Kausativ *kouk-eie- ved. Socaya “entflamme!’”
aav. saocaliat ‘entflammt
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. ved. (ŚB) -śúc yati ‘leidet’?
(M. K)
Nur iir., falls nicht gr. кбкуос̧ т. ‘Schwan’ als *‘der leuchtend Weiße’ (vgl. ved. suklä-
"we hierher.
2 In gleicher Verwendung Passivaorist äsoci.
3 Wohl urspr. iterativ; neben Sukrd- wie citäya- ` citrd-.
3 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 521-3.
Verdeutlichende Neubildung zu söca- in der sekundären Bedeutung ‘leiden’, s. Сото 307.
22.*keuk-' ‘rufen, schreien’ IEW 536
Präsens *keuk-e- [lit. Saukiu, (айк) ‘rufen, schreien, nennen’
?[toch.B Sausäm “тий”?
(M. K.)
! Vgl. auch ved. śúka- m. ‘Papagei’ (EW AAia II 644), onomatopoetisch?
? Setzt lautlich К(ё) voraus, die von einem s-Aorist übertragen sein könnte, falls keine Ablaut-
neuerung vorliegt.
?*kieH-' ‘gefrieren’ IEW —
Präsens *ķiH-ié- ved. (TS) #yate ‘gefriert, gerinnt”?
oss. iron. (+) syj- ‘gefrieren’?
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. ved. (KS, ŠB) $yäyati ‘gefriert, регіппе“
(М.К)
Nur iir., vgl. noch ved. $itd- ‘kalt, kühl’, $ind- ‘реігогеп”; $уё- f. ‘Eis’; EWAia II 660-1.
332
In TB $iyate mit Passivakzent.
Vgl. ABAEV Ш 191; BIELMEIER, Historische Untersuchungen zum Erb- und Lehnwortanteil
im ossetischen Grundwortschatz, Frankfurt - Bern - Las Vegas 1977, 212-3.
Nach INSLER, GS CowGiLL 61-2 sekundärer Ersatz für sfyate nach bedeutungsnahem styäya-
‘fest werden’ zur Vermeidung der Homonymie mit siyate ‘fällt’.
*klei- ‘sich anlehnen’' IEW 601-2
Aorist *klei-/kli- ved. äsrer ‘hat angelehnt’?
Jav. ni-srita Y. 65,11 ‘wird überantwortet’
lat. cliens ‘Schützling, Klient”? :
[alb. ageg. Ptz. /fjerune/ ‘geschlafen’*
Pràsens *Ë |-néfn- i-° ау. -sirinaoiti “lehnt an"?
[gr. кАѓио, lesb. кАѓуио ‘lehne an; beuge’’
[lat. de-clinö, äre “abweichen, ablenken" D
[ahd. (+) hlinen, ae. hlinian ‘(sich an)lehnen’
lit. šJinñ ‘lehne mich ап”
8
*klei-e- ved. sräyate ‘lehnt sich ап'!°
jav. sraiiata “lehnte sich an’
lett. sleju, (sliet) “anlehnen, stützen’! !
[lit. Slieju, (Slieti) “anlehnen; schleichen’?
toch.B kaltär, A kälytär ‘steht ”?
Perfekt *ke-klöilkli- ved. sisräya ‘hat (an)gelehnt’'*
gr. кёкАлтоа ‘ist angelehnt, liegt’
Kausativ *kloi-eie- [jav. ni-sräraiiä ‘sollst wieder zurückgeben’,
ар. niy-acarayam ‘baute wieder auf”!
alb. fle ‘schläft”'®
Neubildungen: s-Aorist ved. Konj. sresama RV 4,43,1 ‘sollen (ans Herz) legen"
(M. K.)
Zur urspr. fientiven Bedeutung vgl. GOTÖ 313-4 mit Lit.
Mit sekundärer faktitiver Funktion nach dem Präsens; fientiv u.U. noch RV 7,3,4 у... áśret
(anders Сото 3137).
3 < жег sich angelehnt hat’, s. WACKERNAGEL, SBBA 1918, 410 = КІ. Schr. 329.
Thematisiert *ćliie- > Ptz. *éliie-to-, zum Ptz. neuer t-Aorist (neualb. fjeti), vgl. KLINGEN-
SCHMITT, Koll. Kopenhagen 230, 232.
In den Einzelsprachen meist Einführung der Biz) *kli-, oft zu *kli-neH- umgebildet, nach
RASMUSSEN, Koll. Basel 190 schon grundsprachlich; dagegen PRAUST 121-36.
Vgl. Сото 3137! mit Lit.; im Ved. durch aktives Srayati ersetzt. Nach PRAUST 130-1 älteste
Form saranao- < *élnau- < *élnai- < *k]nei-.
7a
333
Aus *klini-, vgl. OETTINGER 166 (anders RASMUSSEN, Let zur reanalysierten Basis klin-
neugebildet Aor. xArvaı, Еш. KAıvervusw.
< *klei-nä- : *klei-na- (mit R(e) vom Wurzelaor.) «< *kli-neH/nH-, Umbildung und analog.
Ausgleich wie bei con-sternäre : sternere (s. *sterh;) (R. L.). Nach Rıx, GS KURYLOWICZ
404-5 ist lat. -clinare hingegen Denom.
Intransitiv, also wohl aus dem Medium, zum stativischen ai-Präs. umgebildet; dazu neues
Kaus. ahd. (h)leinen ‘lehnen’.
Eher intr. Neubildung zum transitiven Slieju.
Im Ved. dazu ein fakt. Oppositionsaktiv, welches das Nasalpräsens ersetzt, s. Сото 313-4.
Sekundär transitiv wie im ved. Aktiv.
Mit Einführung von ie aus dem Inf. für *sleju.
*kəly(y)ə-/kəly(y)@e- < *klyəyə-/klyəyæ-, zur Metathese */уә > *aly vgl. RINGE, MSS 52
(1991) 152 mit Lit.; anders ADAMS, THPM 32, 73: als *k/h,-ie/o- zu lit. kìlti ‘aufstehen’, d.h.
zu *kelH.
Mit fakt. Bedeutung nach dem Präsens, intransitiv das Medium sisriye, vgl. Сото 313;
KÜMMEL, Perfekt 525-8; dazu auch das Präteritum — Aorist áśiśret, ibid. 526-7.
Dissimiliert/assimiliert < *sräiaia- unter Einfluß an *daraja- ‘halten’, vgl. BRANDENSTEIN-
MAYRHOFER 113.
Vgl. KLINGENSCHMITT, Koll. Kopenhagen 232 (die Nasalierung von neugeg. flê muß dann se-
kundär sein); etymologische Zuordnung nach PEDERSEN, KZ 33 (1895) 544f. (dort aber An-
satz als Nasalpräsens *kli-nä-). Anders OREL 99 mit Lit.
Vgl. NARTEN 259-60; asrait AV ist verdeutlicht aus Wurzelaorist asret, s. NARTEN 260.
Pr*kleis-' “hängenbleiben, haften’ IEW -
Aorist *kleis-Iklis- [ved. má á srisat RV 1,162,11 ‘soll nicht haften’?
Dav. Konj. ham.srisaiti N. 99 “wird
гиѕаттепћећеп”
Präsens *klis-ie ved. (MS) a-slisyet ‘bliebe hängen an’
Kausativ *klois-Eie- ved. (Y V) slesayati ‘läßt haften’
Perfekt ?*ke-klöis/klis- ved. (VSK) ā-śiślésa “ist hängen geblieben an’
(M. K.)
Nur iir., wohl Erweiterung von *Klei-; andernfalls kann auch *kreis- zugrunde liegen, vgl.
EW Aia П 670-1.
{гезйта КУ 4,43,1 gehört zu *klei (Neubildung s-Aorist).
Wohl ins Präsens übergegangener them. Aorist, vgl. auch khot. ssis- ‘festhalten’ < *srisa-,
EMMERICK 130.
334
*kleu- ‘hören’! IEW 605-7
Aorist *kleu-/klu- ved. asrot ‘hat gehört’
aav. sraotü ‘soll hören’
[arm. Med. lowaw ‘hörte’?
gr. кАдтє "hënt", [кА оу “hörte”,
Эрт. Präs. viëouet "werde berühmt
aksl. Präs. (+) slovo, (sluti) “gelten, heißen”
‚3а
b
Präsens ?rklu- Stat. aav. sruiie Y. 33,7 “ist berühmt’*
[lat. c/ueö, -ёге ‘heißen, gelten als, berühmt sein”;
?[südpiken. kduíú “werde genannt"?
[lett. ѕ/иу, sluvet “bekannt werden"?
*k]-neln-u- ved. srnöti “hört
[jav. surunaoiti “hört”
[air. ro-cluinethar ‘hört’?
[toch.B kalnem, A kälninc ‘tönen’?
?* klu-ske- alb. quhet ‘heißt, wird genannt’'®
Perfekt *ke-klöu/klu- ved. śuśrāva ‘hat gehört?”
jav. säsrüma ‘wir haben gehört
air. ro-chüale ‘hörte’; [mkymr. cigleu ‘hörte
»10b
‚11
Kausativ *klou-eie- ved. sräväayati ‘läßt hören; bringt zum Hören’
Jav. sräuuaiieiti ‘läßt hören, rezitiert’
?[gr. vieio ‘rühme, preise, verkünde
?[toch.A klawas *verkündet'!?
Desider. *klew/klu-s-"* gr. Fut. KAevoöuedar axovoouevHsch.
‘wir werden hören’
[air. Konj. -cloathar ‘soll hören’'°
312
Neubildungen: ?s-Aorist toch.B klyausa, A klyos° ‘hörte’
— Präsens/Konj. toch.B klyausäm, A klyosäs ‘hört
‚18
‚16
je Präsens arm. lsem ‘höre
(M.K.)
Besonders vom Hören (und Verstehen) von sprachlichen Äußerungen, vgl. GOTÖ 131; daraus
erweitert *kleus-, wohl urspr. Desider., s.d.
Vgl. KLINGENSCHMITT 157.
кАйтє mit Substitution von й für *ем (wie bei den nu-Präsentien) < *kleute іп ved. śrótā,
aav. sraotä, danach auch 25 xAößt, sonst ist der Aorist im Gr. thematisiert, vgl. HARDARSON
188.
Wenn mit VINE, öprerov 76 aus Konj. Aor. und nicht sekundäre Variante zu клєіо (s.u.). Da-
zu faktitives Aktiv кд ‘'rühme, preise’.
Vielleicht aus dem medialen Konj., vgl. VINE ibid.
3a
3b
335
4 S. HOFFMANN bei OETTINGER, FS Вих 356°; die Form wird allerdings meist als 15 bestimmt
und zu einem Passiv sruiia- gestellt; im Ved. sekundär synve, śrnviré zum Stamm des Nasal-
präs. Vgl. KÜMMEL, Stativ 115-8, 152-4.
Mit dem produktiven Zustandssuffix -2- erweitert; sekundär auch thematisch c/uö, ere,
52 Nach RIX, HS 107 (1994) 105-122 = lat. clueð.
In den produktiven 2/i-Typ überführt.
Umgestaltung von *saranao- nach der R(z) sru-, vgl. HOFFMANN-NARTEN 90'*; vgl. noch bal.
sunant ‘sie hören’ und *sarnau in parth. 'šnww ‘höre!’, TREMBLAY, Sprache 38 (1996) 20.
Š Aus *kluni-, das aus *klinu- nach der R(z) *klu- umgestellt ist, vgl. THURNEYSEN 357.
? Nach K. Т. SCHMIDT, FT Leiden 112 aus lexikalisiertem *klunu- umgebildet, dort auch zur
Semantik („objektive Bedeutung‘ des Akt. bei Verba sentiendi im Toch.); s. auch HACKSTEIN
321-2.
10 Vgl. HULD 145. Dazu auch nie-Präs. Akt. quan ‘nennt, bezeichnet’, vgl. DEMIRAJ 342.
0 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 530-3.
D Vgl. KÜMMEL, Perfekt 671.
Vgl. THURNEYSEN 425; LEWIS-PEDERSEN 68.
H Mit sekundärer R(e), viell. nach кАёос? Vgl. GARCÍA RAMÓN, FS RIX 122. Nach VINE, дрлє-
тоу 16°° vielmehr Denom. *kleues-ie-.
З *klæw'alæ- — *kloueie-, іп B neugebildet Med. klowotär, vgl. SCHMIDT 52; HACKSTEIN 322.
Anders jetzt WIDMER, MSS 558 (1998) 171-84, der das toch. Verb auf eine 3s Med. *kleu-o
eines akrodynamischen Wurzelpräsens zurückführt, das auch рг. «A&ouaı ‘bin berühmt!’ (s.
dazu jedoch oben Anm. За) und dem aav. Opt. Akt. srauuima zugrunde liegen soll.
Daraus wohl schon uridg. eigene Wurzel *kleus- abstrahiert, s.d.
15 Nach McCone 109 Umbildung von *Ëléuse- > *klouse- zu *klou-ase-, THURNEYSEN 387 und
KLINGENSCHMITT 157 führen jedoch die 15 ro-cloor auf Konj. Wurzelaor. *kleu-ö-r zurück.
Vgl. HACKSTEIN 322-4; oderdoch zu erweitertem *Kleus-, s.d.?
Vgl. KLINGENSCHMITT 157-9.
*kleuH-' ‘reinigen’ IEW 607
Präsens *kleuH-e- Yalat. cluere ‘reinigen’?
lit. Zemait. Slavu, (Sluoti) ‘ереп, kehren”
?*kloųuH-éie- Xat. cloare ‘reinigen’
(M. K)
Daneben mit zusätzlichem *d germ. *hlätra- ‘rein, lauter’ in got. hlutrs, ae. hlüttor, RASMUS-
SEN 71 erwägt Ansatz von *kleh;u-, was den lit. Inf. šlúoti erklären könnte. Gr. «AUfo ‘spüle,
reinige’ < *klud-ie- könnte eine (parallel erweiterte) Wurzel *kleud- enthalten; eine weitere
Parallelwurzel *kleuk- wohl in lit. $liaukiu, ($liaukti) ереп, wischen’.
Plin. 15,119 zur Erklärung von clo(u)äca, vielleicht für diesen Zweck erfunden, vgl. ERNOUT-
MEILLET 128; Вх, GS SCHINDLER 519.
Prät. S/aviau; unklar uo im Inf., sekundär auch im hochlit. Präsens šlúoju, viell. mit STANG,
Gramm. 360 analogisch nach düori : Prät. däve (s. *deh;-, dehzu-).
Nur Serv. auct. Verg. A. 1,720, vielleicht Grammatikererfindung; vgl. Rıx, l.c. 519.
336
*kleus-' ‘(zu)hören’ IEW 606-7
Präsens *kleus-e- ved. srösan ‘sie gehorchen’
?aav. səraošanë Y. 50,4 ‘will gehorchen”
?теѕѕар. klaohi ‘höre!’*
[lit. kläusiu, (kläusti) тареп”?
?[toch. Präs./Konj. B klyausäm, A klyosäs
‘hört/wird hören”
Aorist rkleus/kleus-s- ?{toch.B klyausa, A klyos- “hörte”
Fientiv ?*klus-Ehjlh,- [aksl. 5/уѓа ‘hörte’
Essiv Prklus-hjle- ?[mkymr. clyw-, bret. klev- ‘hören’?
[ahd. (h)losen ‘zuhören, horchen’'®
lett. klusu, (kluset) ‘still sein’
[aksl. slyšo, (slyšati) ‘hören’
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. klusù, (klùsti) ‘gehorchen’
(M. K)
Abstrahiert aus einem Desiderativ zu *Ëleu-, doch schon grundsprachlich als eigene Wurzel
verselbständigt, vgl. Nomina wie ved. $rust/- ‘Zuhören, Gehorsam’, av. s(ə)raoša- “Gehor-
sam’, an. hlust ‘Gehör’, aksl. sluchd ‘Gehör; Ruf’, wozu denom. slušajo, slušati ‘(er)hören’.
Dazu mit Haplologie der si-Ipv. $rösi ‘höre!”, falls nicht unabhängige Neubildung zu *kleu-.
Vgl. HUMBACH, The Gäthäs, II 216; nach KELLENS-PIRART II 319, III 243 jedoch Nominal-
form.
Wenn < *kleusi, vielleicht wie der ved. si-Ipv. durch Haplologie aus *kleusesi zu erklären.
Nach HAAS, Messapische Studien, Heidelberg 1962, 204 jedoch < *kleu-ie.
Urspr. ‘hören’, von Komposita der Bedeutung ‘immer wieder verhören’ beeinflußt, s. W. P.
SCHMID, IF 67 (1962) 10-3; dazu Iterativ klausyri ‘zuhören, horchen, gehorchen’; mit k-Ver-
tretung des Palatals wohl durch Dissimilation in der s-Bildung (vgl. dagegen z.B. lit. šlové
‘Ruhm’), STANG, Gramm. 91-2. Akutierte Intonation (nicht im Lett.: klàust) nach SCHMID,
l.c. 9-12 erst innerlitauisch durch sekundäre Metatonie gegenüber klausyri entstanden, ur-
sprünglich im andernfalls homonymen Präteritum.
Mit К(ё) vom s-Aorist; in A als Präs. auch Neubildung klyosnäs°, s. HACKSTEIN 320; nach
HACKSTEIN 322-4 jedoch Neubildung zum (ebenfalls neugebildeten) s-Aorist von *kleu-, s.d.
Mit Palatalisierung vom Präs./Konj., s. HACKSTEIN 324; oder Neubildung zu *kleu-, s.d.
*7 ist wohl innerslavisch zu erklären, vgl. dySati neben dəchnoti (s. *d"ues-).
Wenn mit SCHRIJVER, BCHP 342 (ebenso SCHUMACHER 269!58) aus *kluu- < *klusV- zu er-
klären; Verbindung mit der unerweiterten Wurzel *kleu- ist lautlich schwieriger.
Mit sekundärer Wurzelbetonung, vgl. dagegen ап. hlor ‘Lauschen’ (wovon denom. hlora),
das von einem alten *hluzai- abgeleitet sein könnte.
337
P*kneth;-' ‘stoßen, stechen’ IEW –
Aorist *knethz-Ikntha- ved. Konj. śnáthat “wird niederstoßen’?
Präsens ?*ki-kneth,/knthz- ved. áśiśnat "hat gestoßen’, Konj. Sisnäthar”
Prknethz-e- jav. (spät) Ptz. snadant- ‘schlagend’”
Iterativ *knothz-Eie- ved. snathayas ‘stößt, stichst’”
(M. K)
Nur iir.
Ipv. śnathihi, sonst umgebildet zum is-Aorist śnathis-, vgl. NARTEN 258-9.
Synchrone Bestimmung als Aor. bzw. Präs. unsicher, gegen BENDAHMAN 1993: 165f. sagt
auch die Form nichts aus. Lediglich die paradigmatische Situation im Vedischen spricht für
Aorist, der gleichwohl] aus einem alten Präsens herzuleiten ist.
Eher aus dem Wurzelaorist?
Als zugehöriger Aorist könnte das alte Präsens śiśnath- (s.o.) fungieren.
*kreiH- “sich auszeichnen, vortrefflich sein’! IEW 618
Präsens *kreiH-e- рг. kp&ov, крєісоу “Herrscher”?
*kri-neln-H- ved. $rinäti “macht vortrefflich”?
Neubildungen: Perfekt ved. sisriye ‘hat vollkommen gemacht?
(M. K.)
1 Wurzelnomen ved. $f- f. “Vortrefflichkeit’; zum Ansatz vgl. NARTEN, KZ 100 (1987) 270-96
= КІ. Schr. 340-66.
2 Urspr. ‘sich auszeichnend’, vgl. NARTEN, l.c. 290-6 = КІ. Schr. 360-6.
Teilweise metrisch noch mit í zu lesen, sonst sekundär mit 7 nach der R(z) £ri-; zur Bedeutung
(nicht “mischen, kochen’ o.ä.) vgl. NARTEN, Le 275-90 = Kl. Schr. 345-60.
Dazu auch Prät — Aor. asisrayur, vgl. KÜMMEL, Perfekt 529.
*kremh;-' ‘schlaff werden’ [IEW 573]
Aorist *kremhz-Ikrmh»- ved. Konj. sramat RV 2,30,7 unpers. ‘soll (mich)
ermüden”
Agr. ёкрёиаса ‘hängte auf”
Präsens *krömhs-Ikremh;- рт. xpeuauaı ‘hänge herab’*
*krm-neln-hz- [gr. (Pi.+) крїшули: “hänge auf, lasse
herabhängen’
338
?*krmh;-ié- ved. srämyati ‘wird müde”®
Perfekt *ke-krömhz/krmh,- ved. Sasramur ‘sind ermüdet’”’
Desider. ?*kremh;/krmh>-s- gr. (hom.) xpeuöw < *крєи&@ "werde aufhängen’
(M.K.)
Ai. (Up.+) klani- ‘müde werden’ ist fernzuhalten, s. EW Aia I 417.
Scheinbar faktitiv gegenüber z.B. má $ramisma ‘laß uns nicht müde werden!’, doch vgl. DEL-
BRÜCK, Ai. Synt. 5; sonst nach der 35 *á£ramit zum is-Aor. umgebildet (#гатїзта R V) oder
von der 3p *äsraman aus thematisiert (asramat AV), vgl. NARTEN 259; HARBDARSON 59, 216.
Mit faktitiver Bedeutung vom Nasalpräs., vgl. HARBDARSON 216; könnte auch faktitive s-Ao-
rist-Neubildung sein.
Vgl. НАКРАВЅОМ 59.
Mit sekundärem рг statt Тор/ро, vgl. HARDARSON 182''9, teilweise (wohl-nach крли vóç ‘Ab-
hang’) zu кошуш: umgestaltet; später neu zum Aor. xpeudvvuun.
Innerved. Neubildung möglich.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 524-5.
*krethz- ‘sich lockern’! [IEW 620]
Präsens ?*ki-kreth,/krth>- ved. Aor. Konj. sisräthas ‘sollst lockern’?
*krt-neln-ha- [ved. $rathnäti “lockert, löst”?
Kaus.-It. *kroth>-Eie- ved. srathäya- “lösen, lockern”?
ae. (+) @-hreddan, ahd. retten ‘retten, befreien”
Neubildungen: Perfekt ved. ví śaśrathe RV 9,70,2 "bat voneinander gelöst”
(M. K.)
Vgl. ved. Sithird- ‘locker’ < *£rthirá- < *Krth;-ró-, s. Ai. Gr. I 19; damit zu vergleichen gr.
Kadarpög ‘rein’ < ‘mit Lösung versehen’, s. PETERS, Miscellanea 95-101.
Vgl. BENDAHMAN 166-8. Einordnung als Aorist nur wegen der Form, die Funktion bietet kei-
nen Anhaltspunkt.
Mit sek. R(e) und analog. th für t$ytnd-, dazu deverbativ $rathäya- in gleicher Bedeutung
(diese ist gegen EW Aia П 662; BENDAHMAN 167 als transitiv zu bestimmen, vgl. GOTÖ 301).
In TS 6,1,9,7 Anit-Neubildung £rnthati, vgl. die Lit. in EWAia II 662.
Im Medium auch intr. ‘sich lockern’.
Mit Restitution von *-eie- > germ. *-i- für *-(h;)áie-.
KÜMMEL, Perfekt 523-4.
Vrksed-' ‘zerlegen’ > ‘auftischen’ IEW-
Präsens *ksed-e- ved. (AV) ksadämahe ‘tischen auf”?
339
Neubildungen: Perfekt ved. caksade ‘hat aufgetischt'?
(M.K.)
Vgl. ved. ksadman- n. “Vorlegemesser’ = Jav. Sanman- ‘Klinge, Spitze’; nur iir., Erweiterung
von *kes-?
2 Vgl. Сото 122-3.
? Vgl. KÜMMEL, Perfekt 149-50; Reduplikation erneuert statt tśa-k,$° < ze Eer.
?*kueH-' ‘werfen’ IEW —
Präsens *ki-kueH/kuH- “jav. sispata wart?
*kuH-eie- jav. spaiieiti ‘wirft’, ap. niy-asaya ‘warf nieder”?
Neubildungen: 5-Аогіѕї jav. Konj. spänhaiti V. 3,40 ‘wird wegwerfen’
(M.K.)
Nur iran., die Korrespondenz av. sp : ap. s usw. erweist altes Su
Ы Vgl. KELLENS, Verbe 193; nicht zu *kueh;- *anschwellen', s. SCHMEJA, IU 18 (1976) 234.
3 Mit sekundärem *си- statt *cuu- < *kuH- nach der R (e) *сий-; vgl. noch EMMERICK 56, 76-7,
GHILAIN 87. Sekundäre Kürzung eines *сийуа- (EMMERICK 56) ist im Ap. unwahrscheinlich.
Die Wurzelbedeutung läßt eher Wurzelaorist vermuten, daher wahrscheinlich Neubildung,
viell. autonomer sa-Konj.
*kueh;-' “anschwellen’ IEW 592-4
Aorist P*kuehj-Ikuh,- 9[уеа. (SB) áśvat ‘ist angeschwollen’”
?aav. Inf. säidiiai “um anzuschwellen’”*
gr. kDoayuevn "schwanger"
Präsens *kuhj-eie- ved. sväyati ‘schwillt an, nimmt zu’*
?khot. 3p ha-svimdä ‘schwellen’°
gr. коёо ‘bin schwanger’
lat. in-ciens ‘trächtig’
Perfekt *ke-kuöhlkuh)- мей. süsuvur ‘sind angeschwollen’“
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. oss. r&-syj-/r@-su j- ‘anschwellen’
(M.K.)
*h, wegen gr. xve-, (nicht Txva/o-), Vollst. 1 in ved. Savas-, av. sauuah- n. ‘Kraft’, ved. savi-
ra- ‘kräftig’, Superl. Savistha-, av. sauuiSta-, ved. Konj. Perf. saxavama und av. Еш. saošiia-
340
ist wohl sekundär gegenüber der Vollst. Il in ved. $varrd- n. ‘Stärkung’, vgl. ANTTILA 141.
Nicht hierher av. spa ‘werfen’ mit Präs. sispa-, s. KELLENS, Verbe 193°, s. *ЁиеН.
Innerved. Neubildung zum Präs. nach z.B. hvayati : ähvat möglich.
Setzt wohl einen av. athem. Aorist *5й- voraus (vgl. srüidiiai zu srao-/sru- ‘*hören’).
3 < *'angeschwollen’, die Umstände der Umbildung zum s-Aorist sind nicht klar; später wird
vom Präs. aus analogisches uo gebildet.
Für tSuvaya- < *kuhj-Eie- wohl nach Vollstufe śvā-.
5 Nach EMMERICK 151 < *fra-sav-a- mit Vollst. I, da alter Anlaut Stu zu té hätte führen müs-
sen; möglich ist aber wohl auch *suu-aia-.
4 Dazu Konj. asävama mit analogischer Vollstufe I, vgl. KÜMMEL, Perfekt 536-8.
*Дцей- “hell aufleuchten’ ` IEW 628-9
Aorist *kueit-/kuit- ved. ví asvitan ‘sind weithin aufgeleuchtet’'
Präsens *kui-neln-t- ?[ai. Svindate Dhätup. ‘leuchtet’?
[lit. švintù, (Svisti) ‘hell werden, aufleuchten’
[aruss. svonuti, skr. svanuti ‘hell werden, tagen”?
Kausativ ?*kuoit-eie- Ш. Svaitau, švaitýti ‘hell machen’
aksl. (+) světiti ‘leuchten, erleuchten’
Fientiv *kuit-Ehjlhy- [lit. švirëti “hell glänzen"
aksl. рго-зуыё se ‘leuchtete auf’
Essiv ?*kuit-h,ie- aksl. (+) svoSto, (svoteti) ‘leuchten, scheinen’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. $viecin, ($viesti) ‘leuchten, scheinen”
(M. K.)
Ptz. Med. svitäna-, 35 *áśvet zu asvait verdeutlicht, vgl. NARTEN 261.
1
2 Nach TEDESCO, Language 24 (1948) 349, 359 mit mi. nd < *nt aus einem *Svint-.
? Vgl. TEDESCO, l.c.
4 Präs. thematisch švitù.
5 = Wohl neu zum Aorist oder innerbalt. zu einem der anderen Verben. Daneben faktitiv ўуеіёій,
Sveisti ‘reinigen’.
*Kuenk-' ‘hoch- oder herunterbiegen’ IEW 629
Aorist *kuenk-/kunk- heth. kunkueni “wir richten auf”
Präsens *kuenk-e- ved. śváñcate “beugt sich, neigt sich”
Kausativ *kuonk-eie- ved. śvañcáyas ‘beugtest’
341
Neubildungen: Perfekt [ved. Konj. śaśvacái RV 3,33,10 ‘will mich beugen”®
(M. K.)
Problematisch ist der Vergleich mit lat. con-quiniscere, -quexi ‘sich niederbücken’, dessen
Wurzel keinen Nasal enthält.
Die momentane Aktionsart spricht eher für Wurzelaorist als Wurzelpräsens. Der Ablaut
*kue(n)k- : kunk- ist ausgeglichen, vgl. OETTINGER 180.
Mit úd ‘sich aufrichten’; intr. Medium.
4 S. KÜMMEL, Perfekt 535-6.
*kues-' ‘schnaufen, schnauben, seufzen’ IEW 631-2
Präsens *kues-Ikus- [ved. svasiti ‘schnauft, schnaubt, zischt”?
[lat. queror, -i ‘klagen’
Kausativ *kuos-eie- ved. -sväsaya ‘laß schnauben!’
Neubildungen: na-Präs. toch.B kwäsnätär ‘wehklagt”*
(M.K.)
Im Ved. (urspr.) Anit-, im Toch. sekundär Set-Wurzel; vgl. noch jav. susi Du. ‘Lungen’. Da-
zu auch an. hvesa ‘zischen, schnauben’ < *hwes-ie-, das auf einem akrodynamischen Präsens
*Ëués- beruhen könnte.
Statt 54511, umgebildet nach bedeutungsnahem aniti ‘atmet’; R(z) noch in Susant-, ä-Suse,
-$Susänd-, sonst ist schon im КУ R(e) śvas- durchgeführt: Ptz. svasant-, vgl. GOTÖ 318.
< *‘seufzen’.
= *'seufzt’; dazu Konj. У Opt. kwäsoyem.
342
*k-
*Kagh-! ‘(ein)fassen’ IEW 518
Präsens *kag"-e- [umbr. Fut. ku-kehes ‘wirst erreichen’,
[osk. Konj. kahad ‘nimmt (Eventualis)’
[mkymr. 2s key ‘bekommst’?
(M.K.)
Vgl. lat. cohum ‘Loch im Joch für die Deichsel’ (wovon епот. in-cohäre ‘апѓапреп’), Kymr.
cae m. ‘Gehege’, ahd. hag m. ‘Gehege, Hecke’; zum Wurzelansatz und zum ital. Befund s.
Rıx, FS PALMER, 324-7; auch *kheg"- wäre möglich. Falls allerdings indoar. *cagh- ‘to
strive after’ (CDIAL 4561, 4775) hierhergehörte, wäre *keg"- anzusetzen, und der a-Vokal im
ltal. und Kelt. müßte als Reduktionsstufe erklärt werden.
*kah-e-s-s, mit e statt a im Kompositum, vgl. RIX, l.c. 326; MEISER, Lautg. 137, 203, 272.
In dieser und anderen Formen Stamm *kay- < *kag"-, dazu Verbalnomen cahael, cael; sonst
wurde *kag*- mit synonymem *gab- (s. *&”*eHb) zu *kab- kontaminiert, vgl. SCHUMACHER
204-5 mit Lit.
*kamp-' ‘krümmen, biegen’ IEW 525
Präsens ?*käamp-ie- gr. k&unto ‘krümme, biege’
Kausativ ?*komp-eie- ?sogd. n-k’np- ‘beugen’?
Neubildungen: sta-Präs. lit. kumpstù, (kumpti) ‘sich bücken, krumm werden’
(M. K)
Hierher lit. kampas m. ‘Ecke, Winkel’, viell. auch got. (+) hamfs ‘verstümmelt’, fraglich lat.
campus m. ‘Feld’.
2 $. GERSHEVITCH, GMS 8676.
m 1
*kan- “singen, klingen’ IEW 525-6
a ©, ` " ei š
Präsens *kan-e- lat. canö, ere ‘singen, ertönen, spielen’
air. -саіп, -canat ‘singen’
. (= BS .
Kausativ *kon-eie- [umbr. kanetu ‘er soll singen lassen”?
343
Neubildungen: Perfekt lat. cecini ‘sang’
[umbr. Еш. ex. pro-canurent ‘sie werden gesungen haben”?
air. cechain ‘sang’
(B. S.)
| Verbalnur ital. und kelt., vgl. got. (+) hana ‘Hahn’.
2 Mita vom Präs.
? Mit Reduplikationsverlust іп der Komposition.
?*keh,u- ‘wackeln’ IEW 595
Präsens ?*kuhj-ie- ksl. po-kyjọ, (-kəvati) ‘den Kopf schütteln’ '
Kaus.-It. ?*koh,u-eie- Паг. сёиеб, äre ‘wackeln’?
Neubildungen: ne-Präsens ksl. po-kynoti ‘den Kopf schütteln”?
(M.K)
Selten, häufiger ist deriviertes Imperfektivum -kyvati, vgl. VAILLANT Ш 284.
2 Nach SCHRIJVER 449 viell. Kaus.-It. mit sekundärer R (e).
3 Perfektivum zu -Къуаѓі, s. VAILLANT Ш 233.
l.*keh;-' ‘begehren” IEW 515
Präsens *kehz-ie- ved. Ptz. käyamäna- КУ 3,9,2 *begehrend’
aav. kaiiā Y. 33,6 “bin erfreut’
Perfekt *ke-köhz/kh>- ved. (á) caké ‘begehrt, hat рет”
jav. Ptz. cakus- ‘verlangend’*
(M.K.)
Vgl. *keh,-ro- in lat. carus ‘lieb’, got. hors "Ehebrecher" dazu auch iir. *k@-ma- m. ‘Begeh-
ren, Wunsch, Verlangen’ (wozu die ved. Sekundärwurzel kont, ‘begehren, lieben’, vgl.
EW Aia I 305-6, 338-9) < *köh>-mo-, wozu nach JANDA, Eleusis 277-82 auch gr. к@иос ‘Fest,
Festzug, Festgelage’.
Das Perf. deutet auf eine urspr. fientive Bedeutung ‘Lust bekommen’.
KÜMMEL, Perfekt 142-3.
KÜMMEL, Perfekt 625-6.
344
272.*K®eh,-' ‘graben’ [IEW 634 Anm.]
Präsens *K)-néln-h,- [ved. khánati ‘gräbt”
ау. ni-kainti “gräbt ein’,
ap. ni-ka,„tuv ‘soll zerstören”
Neubildungen: Perfekt ved. (AV) cakhäna ‘hat gegraben’
(M.K.)
Vgl. iir. *khá- f. ‘Quelle’ (ved. khä-, jav. xā-) < *keh,-/*kh,- mit Übertragung der Aspiration
auf den starken Stamm, ved. a-kh-u- m. ‘Maulwurf’. Aus dem Nasalpräsens ist wohl schon
uriir. eine neue Wurzel *kanH- abstrahiert, die z.B. ved. khanitra-, jav. kastra- n. ‘Spaten’ zu-
grunde liegt. Bei Trennung von *k"ä- ‘Quelle’ kann auch *kenH- angesetzt, werden; nach Lu-
BOTSKY, Kadmos 27 (1988) 15 *kenh,- wegen aphryg. keneman ‘a monument or a part of it’.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 151-2.
Aus *kanä-/*kan(i)- thematisiert, mit sekundärer Aspirata nach R(z) *kh(i)-.
Stamm kan- statt *kanä- wohl nach 3p *kananti, Konj. *kan-a-.
PrkWen,d- ‘reißen, drücken’ IEW —
Aorist *kWe&hzd-/k®h,d- ved. (KS) má pra-khät ‘soll nicht zermalmen’?
Präsens *k®hyd-e- ved. khidäti ‘reißt, drückt’
Neubildungen: Perfekt ved. d-cakhäda ‘hat an sich gerissen”
(М.К)
Daraus iir. *kād-/*k"id-, im Ved. zu *khad- ausgeglichen; sekundär zur R(z) khid- neue R(e)
khed- in ved. khedä- ‘Druck, Last’, ep. khedaya- ‘niederdrücken’ (falls diese nicht zu einer
anderen Wurzel gehören); Verbindung mit lat. caedere ‘hauen, schlagen’ (s. *khzeid-) ist se-
mantisch nicht zwingend und formal wegen der ved. R(e) khäd-, für die Suppletion oder gar
analogische Entstehung unwahrscheinlich ist, problematisch; vgl. KÜMMEL, Perfekt 153.
Später umgebildet zum s-Aorist ud-akhätsur JB, s. NARTEN 105-6.
3 KÜMMEL, Perfekt 152-3.
*keh,p-' “fassen, schnappen’ IEW 527-8
Aorist ?*kéhp-Ikhəp- an. hofundr “Urheber; Richter’?
Präsens *kh»p-ie- gr. к@лт@ ‘schnappe, schlucke’
lat. capiö, -ere ‘fassen, nehmen”?
345
got. (+) hafjan ‘heben’!
?[lett. kàmpju, (kàmpt) ‘ergreifen, fassen”
Perfekt ?*ke-kóh;plkh;,p- [got. (+) höf ‘hob’
Essiv *kh>p-hle- ahd. (+) haben ‘halten, haben’
(M. K)
Wohl onomatopoetisch; laryngallose a-Wurzel *kap- nicht auszuschließen; dafür spräche
ved. kapäla- ‘Schale, Schüssel’, das aber nicht sicher hierher gehört. Ein Ansatz *keh,p- ist
wegen des Gr. unmöglich; *ё in an. häfrm. ‘Fischhamen, Reuse’ beruht auf Vrddhi-
Ableitung *k&h,p-o- “гит Fänger gehörig’ (HARDARSON, FT Innsbruck 337°'). Nicht hierher
kann alb. ka ‘hat’ gehören, vgl. MEISER, Habil. $286.
< urgerm. Ptz. *habund- < *khyp-nt-, vgl. MEISER, Habil. $286.
Dazu (z.B. nach faciö : fect) neugebildet Perfekt сёрг, vgl. MEISER, Habil. 8286.
Mit vorgerm. Akzentverschiebung aufdie Wurzel.
Mit sekundärer Nasalierung oder onomatopoetische Neubildung?
vn Loi кю
1.*keh,u-' ‘апгйпаеп, verbrennen’ IEW 595
Präsens ?*kehu-Ikuhz- Ier. voten ‘zünde an, verbrenne etw.”
Aorist ?*këhəufkéh>u-s- gr. ion. cno ‘zündete an, verbrannte etw.”
Neubildungen: Fientiv gr. gen ‘begann zu brennen"?
(M.K.)
Vgl. lit. käles “Brandpilze’ < *kuhz-I° mit Laryngalmetathese.
Weiterbildung mit *-ie- wie bei eivo Soin.
< *kau- < *kahu- < *kauh- < *kaus- < *kehzus-, vgl. HARDARSON 193-4 mit Lit.,
Neubildung zum Präs. (vor der Weiterbildung mit *-ie-?); mit restituiertem s neugebildet att.
Zur,
Neubildung mit sekundärer R(z) *kau- < *klnu- für *ku(u)- < *kh;u-.
2.*keh;u-! “schlagen, spalten’ IEW 535
Aorist Prkehzu-/kuh,- ` Ier. keaooaı ‘spalten’?
[toch. Коп). B Ae kowäm, 1р kawam,
А 3p käweric "werden erschlagen’
Präsens *ke-kohzulkuh,z- (ап. (+) hoggva ‘hauen, schlagen”
[lit. käuju, (каші) ‘schlagen’
[aksl. (+) kovo, (kovati) ‘schmieden’”
346
Neubildungen: s-Aorist toch.B kowsa, А kos ‘erschlug’
ie-Präs. Agr. xeíwv *spaltend'°
d"e-Präs. lat. сӣа0, -ere ‘schlagen, klopfen”
toch.B kaur-, A kot- ‘spalten’!
se-Präsens toch.B kausäm ‘erschlägt’, A kosam “erschlage””
Perfekt an. (+) hjó “еб, schlug’
au. vun
(M. K.)
Ursprünglich *kehzu- : *kh;u-, so im Toch., wo *kaw-/kau- (analogisch **kə;u-) als R(z) zu
R(e) *kaw- < *kah;u- fungiert. Zur R(z) *khzu- > *kuh;- außertocharisch neue R(e) *keuh>-,
s. HACKSTEIN 42%.
Zum s-Aorist umgebildet, vgl. die analogen Fälle bei HARDARSON 225.
Aus *kouhz,- thematisiert > urgerm. *hawwila-.
Zum ie-Präsens umgebildet; daneben sekundär auch kaunu.
Mit Redupl.-Verlust und thematisiert wie im Germ.; daneben die jüngere Neubildung ku jọ.
Nur Od. 14,425; nach SCHULZE, Quaestiones epicae, Gütersloh 1892, 434 für *keov <
ж кєбоу (< *keuhz-ie-); lautlich möglich wäre auch ein isolierter Rest eines *kes-ie- (zu *kes
‘schneiden’).
Muß wegen d < *dh auf *kouade- < *keuh;-dhe- zurückgehen, sonst wäre hinter *u/u Ent-
wicklung von *d! zu lat. b eingetreten; vgl. SCHRIJVER 285-8; HACKSTEIN 55.
Wurzel urtoch. *kaur abstrahiert aus Präs. *kaud"e- < *kehzu-d"e-.
Vgl. HACKSTEIN 56.
*keihz-' ‘sich in Bewegung setzen’ IEW 538
Aorist *keih,-Ikihz- [gr. &xıe ‘setzte sich in Bewegung, ging (weg)”,
кїото” ёк1уєїто Hsch. ‘bewegte sich”
РА (g). 2 : < :
Präsens *Kih,-néulnu- gr. кїүшшол ‘bewege mich’, [xiveo ‘setze in
Bewegung, bewege?)
Neubildungen: Kaus. mitR(z) lat. cieö, -@re ‘in Bewegung setzen, erregen”
(M.K.)
Zur Vollst. I vgl. gr. x&a801: бобо! Hsch. Zusammenhang mit *k#ieu unsicher.
Thematisiert aus Зр *Kih,-ont < *K'ih;-ánt, s. HARDARSON 192.
Beruht auf der 3p kiavro < *kihz-anto, s. НАКРАКЅОМ 192; von einem Stamm vir ist auch
hom. uer- eria6ov ‘folgte nach’ abgeleitet.
Nicht zu *k“ieų-, vgl. HARDARSON 192-3; GARCÍA RAMÓN, FT Zürich 69-70.
Sekundäre Kausativbildung, vgl. HARDARSON 193 mit Anm. 178 mit Lit., dazu sekundär
Nebenformen eines thematischen ciö, -ere.
347
?*keit- ‘hell sein, glänzen, leuchten” IEW 916-7
Präsens ?*keit-e- ved. cetati ‘glänzt, zeigt sich, zeichnet sich aus’?
*kit-eie- ved. citäyanti, -te ‘glänzen, (er)leuchten’
Neubildungen: Perfekt?’ ved. ciketa ‘hat geleuchtet’, cikitre ‘haben sich gezeigt’
?аау. ciköitaros Y. 32,11 ‘zeigen sich"
(R. L., M. K.)
Wurzel belegt einerseits in den genannten Verbalformen, die gem. GOTÖ 138-41 mit Anm.
183, 188, EW Aia I 548-9 etymologisch von *k“eit ‘bemerken’ zu trennen sind, und anderer-
seits in ved. citrd- = av. ciÖra- ‘glänzend, sichtbar’, ahd. heitar ‘heiter’, ved. ketú- m. ‘Zei-
chen’ = got. haidu- m. ‘Art und Weise’. Nach KÜMMEL, Perfekt 179-80 ist der Formenver-
band von *K“eit- und *keit- jedoch unter dem Ansatz *keit- ‘bemerken, bemerkbar sein, auf-
fallen’ zu vereinigen (s. Anm. 1 zu *keir-).
2 Alle Belege des them. Präs. könnten nach GOTÖ 140-1 jedoch auch anders beurteilt werden
und *k“eit- zuzuordnen sein.
Perfekt bei atelischen Wurzeln im allgemeinen Neubildung.
4 5. Сото 141 mit Anm. 188, 138179 EWAia I 548-9 mit Lit. Allerdings lassen die irreguläre
R(e) und die ungewöhnliche Endung (3р Perf. sonst im Av. immer -агд) an dieser Analyse
zweifeln; nach JASANOFF, FS BEEKES 119ff. reguläre Form der 3p Plqpf. (zum Ablaut vgl.
ved. adidhayur), KELLENS-PIRART Ш 89 erwägen Gen. Sg. eines Nomen agentis ciköitar- zu
3.*kXei- : Präs. сікаё-; vgl. KÜMMEL, Perfekt 32-5, 635-6.
PrkWek®-! “greifen nach, erreichen”? [IEW 522]
Präsens ?*k ék” -e- [skr. (+) čëkati "warten"?
Perfekt *0е- ók H/k” k- ај. 3s -kakti, [lit. kankù, (kàkti) ‘wohin
gelangen, erreichen; genügen”
(M.K.)
D.h. entweder *kek“- oder *k“ek-, пиг bsl.
Zu Ansatz und Semantik vgl. STANG, Gramm. 346-7 mit Lit.
Hierher nach STANG, 1.с.; Präs. *Ceka- aus *ќеќе- dissimiliert? Daneben auch ksl. (+) čakati,
altes Iterativ mit R(&)?
Urspr. athem. Präs. < Perf., n-Infix-Bildung neugebildet zum Prät., vgl. STANG, 1.с.; urspr.
‘hat das Ziel erreicht’, die Bdtg. ‘gehen, reisen’ aus präfigierten Formen.
348
*kel-' ‘antreiben’ IEW 548
Präsens *kel-/kl- [gr. vëiouet ‘treibe an, fordere auf”,
ion. att. ó- kEAAo ‘lande (ein Schiff); strande”?
*kél-dhe- [got. (+) haldan ‘Vieh weiden, hüten, halten"?
Aorist *kellkel-s- рг. hom. ex&ioayev ‘wir landeten (ein Schiff)’,
ion. att. öxeıla “landete (ein Schiff)”
?toch.B keltsa ‘егігир’®
Iterativ P*kol-eie-" ?аі. (Sü., ep.) kälaya- “wegtreiben, verfolgen"?
Igr. коАєїу: EAdelv Hsch.”
Desider. *kellk]-s- ?[gr. Еш. vëioo ‘werde (ein Schiff) landen’
[toch.B Präs. II Med. kalstär ‘treibt Vieh’;
?[toch. Präs. VIII B kalsäm ‘erträgt’,
А Ptz. Med. kläsmam'?
Neubildungen: Perfekt %toch.B Kon). kelu ‘werde ertragen’, Inf. kaltsi
(R. L.)
Anit-Wurzel, s. gr. xAövog ‘Getriebe, (Kampf-)Getümmel’ < *kl-ono-.
Etymolog. Einordnung рет. FRISK I 817, CHANTRAINE, DELG 513; wohl urspr. Коп). ‘will
antreiben’. Da ein akrodyn. Wurzelpräs. *kel-/kel- im vorliegenden Paradigma nicht nach-
weisbar ist, kann lakon. кќуто (Alkm.) < *x&iro (zum Lautlichen SCHWYZER 213) als Medi-
alform mit R(e) keine primär athem. Form sein (gegen SCHWYZER 678-9, FRISK I 817), son-
dern muß infolge dialektaler Vokalsynkope zwischen Liquida und Verschlußlaut aus x&iero
hervorgegangen sein, s. SZEMERENYI, Syncope 188-9. Der zu кёЛоџот gestellte Aor. кёкАєто
gehört zu ке'Аё@ ‘rufe’ (s. *kleh,-).
< *kel-iö, im Gr. reguläre Umbildung zum je-Präs. bei Stämmen auf Resonant, vgl. беѓио <
*kihen-iö «< Wurzelpräs. *g"en-/g""n-. Präs. des Simplex кёААф@ ‘treibe (tr. u. intr.); lande
(ein Schiff)’ nur bei Gramm.
Terminatives d"e-Präs. (‘ans Ziel, d.h. zur Weide treiben’ — ‘weiden'), vgl. LEHMANN, Lan-
guage 18 (1942) 129, LEHMANN 173 und bereits WALDE-POKORNY I 443. Der germ. Formen-
bestand bei SEEBOLD 248-9; wohl nicht aus redupl. Präs. *ke-kolt-/ke-k]r- mit r-Erweiterung
(trotz der zu aschw. halda gehörigen Nebenform halla < *halban, vgl. SEEBOLD, ibid.). Zum
Präs. wurde vorurgerm. ein Perfekt *ke-köld- hinzugebildet, von dem das Präs. dann den
Wurzelvokal übernommen hat (vgl. dazu MEID, Germ. Prät. 77): got. *haihald : haldan wie
hafhait : haitan ‘heißen’, faifah : fähan (< *fanhan) ‘fangen’.
Zum Lautlichen SCHWYZER 285, Вх 79.
Mit analogischer Entpalatalisierung — *śelsa «< *kels-. Zur semantischen Entwicklung s.
Anm. 12.
Alb. gell ‘bringe, trage; halte jmdn. auf? nicht hierher, sondern zu *k“elh,- ‘sich umdrehen’.
Kann auch zu 3.*kerH- “ausstreuen, schütten’ gehören.
SCHWYZER 747': „präsentisches Deverbativ zu x&louaı?“. Intr, wie z.T. auch келдо.
Ep. gebildet, belegt aber erst bei A. und E., viell. kunstsprachliche Form nach Aor. x&Aoaı.
< *kalsö- < *k]-s-é-; gem. HILMARSSON, Materials 68 ist eine Wurzel toch.B käls- ‘Vieh trei-
ben’ (vgl. got. haldan “Vieh weiden’, s.o.) mit Präs. II (them.) kalstär, kältsenträ anzusetzen,
349
das sich auch als Präs VIII (se-Präs.) zu einer Wurzel *kəl- interpretieren läßt, welche mit
käl- ‘ertragen’ urspr. identisch sein könnte (zum semant. Zusammenhang s. Anm. 12).
< *kalsö- < *k|-s-é-; zu käl- ‘ertragen’, könnte auch Neubildung zum s-Aorist sein. Semant.
Entwicklung entweder ‘Vieh treiben, Vieh halten’ (s.o. toch.B kalstär) > ‘halten’ — ‘aushal-
ten, ertragen’ oder urspr. vom Desiderativ ‘etw. antreiben wollen’ — ‘durchhalten, aushal-
ten’.
*kelH-' “aufragen, hochragen’ IEW 544
Präsens *kl-ne/n-H- [lat. ex-, prae-cellö, ere ‘heraus-, hervorragen”
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. keliü, (kelti) ‘(auf)heben’
n-Infix-Präs. lit. Куй, (kilti) “aufstehen, sich erheben’
(M. K)
Vgl. lit. kalnas, lett. kalns ‘Berg’, lat. columen, culmen ‘Gipfel’ (auch collis ‘Hügel’ mit
*olHn > *oln), got. hallus ‘Fels’, der auslautende Laryngal aufgrund der balt. Akutierung,
seine genauere Bestimmung als *h; (so Кх, GS KURYŁOWICZ 403 wegen gr. кодоубс ‘Hü-
gel’) ist nicht sicher. Hierher möglicherweise auch toch.B /kala-/, A kälä- ‘treiben’, s. *k“elh/-.
Mit sekundärer R(e) (anders Rıx, l.c.); dazu PPP -celsus mit analogischem s für fr und R(e),
vgl. SCHRIJVER 406.
*Kelhj-' ‘verlocken, betören, betrügen’ IEW 551
Präsens жер, Coin? Ier. vaiën "bezaubere, betöre’””
*kelh,/klh)-u- [lat. caluor, calui “mit Ränke hintergehen,
Duschen"
Iterativ *kölhj-ie- ап. hóla ‘rühmen, preisen’, ае. h@lan, helan
‘verleumden’, аһа. huolen ‘betrügen’?
(R. L.)
Viell. zu *kleh;- ‘rufen’ gehörig mit funktionell motiviertem Bedeutungsgehalt, s. Anm. 2;
wegen Vollstufensitzdifferenz jedoch problematisch.
Viell. akrodyn. Wurzelpräs. in iterativer Funktion: ‘beständig rufen’ (falls funktionelle Bil-
dung zu Sie, ‘rufen’) > ‘verlocken, betören, betrügen’ (?).
< *kelhj-ie-, vgl. FRISK I 839 mit Lit.
Entweder früh thematisiert *//,-и-е- > *kalaue- > lat. caluor oder *ЁЫлу-и- > *kalu- und spä-
ter thematisiert zu *kalu-e- > lat. caluor, lat. calumnia f. “У егіештаипр’ abgeleitet vom Ptz.
Med. *kalumno- < *kalumano- < *k]h,-u-mhynö- bzw. von dem zum thematischen Stamm ge-
bildeten *kaluo-mno-, vgl. WALDE-HOFMANN I 143, ERNOUT-MEILLET 88.
350
5 < *hölija-, WISSMANN, Nomina postverbalia in den altgermanischen Sprachen, Göttingen
1932, 125; BAMMESBERGER, Deverbative jan-Verben des Altenglischen, München 1965,
138-9; davon als Rückbildung Verbalnomen an. hól п. ‘Lob, Prahlerei’, ae. Лб! ‘Verleum-
dung’ (WISSMANN ibid.), von einer solchen Sekundärform wiederum Denominativ got. hölön,
ae. hölian ‘verleumden’.
*kelh,- ‘schlagen’ IEW 545-6
Aorist *kelh>-Iklh>- gr. кА@- ‘brechen’ іп Ptz. бло-кАФс (Anacr.)'
?[aksl. za-kla ‘schlachtete”?
Präsens ?*ke-kolhy/klh,- [lit. kalù, (kalti) “schlagen, schmieden’’
[aksl. (+) kolje, (klati) “schlachten’®
*k]-neln-h;- [lat. per-cellö, ere ‘zu Boden schlagen”
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. gr. via ‘breche”®
Perfekt lat. per-culi “schlug zu Boden"
(M.K.)
*klänt-, zum verallgemeinerten Stamm *kla- < */л;- gebildet anstelle von altem *kalant- <
*k|h,-ént-.
Mit R(o) vom redupl. Präs. für 10/2 < *kelh;-t, s. MEISER, Habil. 827329.
Mit Reduplikationsverlust und thematisiert aus *(ke-)kolh,-.
Zum ie-Präsens umgebildet
Mit R(e) nach dem Aorist; PPP -culsus mit analogischem s für *r.
Neu zum Aoriststamm кА@- < *k|h;-; dazu analogisch hinzugebildet s-Aorist «Adoo-.
Im Kompositum deredupliziert aus *ceculi, vgl. MEISER, Habil. $273.
ч с Q p ш N
*kem-! ‘pressen, drücken (?)’ IEW 555
Präsens ?*km-e- arm. kamem ‘presse aus”
Kausativ *kom-eie- ап. (+) hemja ‘zügeln, hemmen’
M.K.)
! Kaum *К#ет-; gr. tepe- ‘auspressen’ Hsch. gehört wohl eher zu tepe- ‘schneiden’, das Germ.
spricht wohl gegen Labiovelar.
2 Möglich auch *km-eie-, vgl. KLINGENSCHMITT 147. S. auch *k“em-.
351
*kKWemp-) ‘zittern, beben’ [IEW 525]
Präsens ?*Д“©ётр-е- ved. (KS) sam-pra-kampante ‘zittern, sind in
erregter Bewegung’?
Pr k mp-ské- jav. *kafsan Y. 10,113 ‘sollen zitten”
Kausativ *4отр-6іе- ved. (Br.) kampáyāmi ‘lasse zittern’
(M. K)
Nur iir., falls nicht doch zu *kamp- ‘krümmen’ gehörig.
2 Vgl. Сото 110-2.
? Vgl. KELLENS, Sanskrit and World Culture. Proceedings of the Fourth World Sanskrit Confer-
ence, Berlin 1986, 344ff.; BAILEY 99b.
*ken-' “entspringen, beginnen’ IEW 563-4
Aorist *ken-Ikn- aksl. (+) -ќегъ “fing an, begann’
Präsens ?*kn-e- aksl. (+) -ёьпо, (-Čęti) ‘anfangen, beginnen”
(M.K.)
Verbal nur slav. und in dem mir. Denom. cin- ‘entspringen’; hierher wohl *kenerlo- in air.
cenel, akymr. cenetl ‘Geschlecht, Art, Volk’, *kni- in air. cain ‘schön’, *knio- in gr. Kauvög
‘neu’, mkymr. cein ‘schön’; iir. *kani-H(a)n- ‘jung’, mit (sekundärem) s mobile aksl. štene
‘Welpe’; vgl. noch aruss. kon» m. ‘Grenze, Anfang, Ende’.
Oder Neubildung zum Aorist nach geläufigem slav. Muster.
"kend. ‘sich auszeichnen’? IEW 516-7
Perfekt *ke-könd/knd- gr. xekaotaı “zeichnet sich aus, übertrifft”?
Neubildungen: nu-Präs. gr. (Неѕ.+) коїушшоа ‘zeichne mich aus, übertreffe’*
(M.K.)
Nur gr., möglich wäre auch *kad-, doch ist nur R(z) mit a belegt, was ebenso gut zm fortset-
zen kann. Traditionell mit ved. Perf. sasad- verglichen, dieses bedeutet jedoch nicht ‘sich aus-
zeichnen’ und ist zu trennen, s. Send.
So im Perfekt, Grundbedeutung demnach wohl "etwas Auszeichnendes tun’ o.ä.
Vgl. noch DG. keraduevog (Pi.), sonst Kexao- verallgemeinert.
Sekundär zu кёкостол nach dalvvuan ` бёбеетол, vgl. FRISK 1 754-5.
352
PrkWenH-' “Gefallen finden, in Freude geraten’ [IEW 515]
Aorist Pr WenH-IknH- [ved. 2d Іру. canistam RV 7,70,4
‘erfreut euch!”
Perfekt *k'we-k()önHlk'®nH- ved. сакапа "habe Freude, freue mich"?
aav. cāxnar3 ‘haben Freude"?
Neubildungen: s-Aorist ved. akänisam ‘habe mich gefreut’
(M.K.)
Nur пг.; zur Trennung von 1.*kehz- s. EWAia I 297 mit Lit.
Umgebildet zum /5-Аог.; könnte allerdings Neubildung zum Superlativ cänistha- sein wie Inj.
cänisthat R V 8,74,11, s. NARTEN 111 mit Lit. I
? KÜMMEL, Perfekt 130-3 mit Lit.
* Analogische Anit-Form im schwachen Stamm (nicht tcäkan-), KÜMMEL, Perfekt 624 mit Lit.
*kenh;-' ‘sich bemühen, sich anstrengen’ IEW 564
Iterativ ?*konh,-éie- рг. ёу- kov&o ‘(be)eile (mich)”
*könh-ie- lat. cönor, -äri ‘sich anstrengen; versuchen”?
?[mkymr. (+) di-gawn, di-chawn ‘arbeitet; kann’“
skr. (+) käanim, kaniti ‘beabsichtigen’
(М. К.)
*h, wegen gr. є, also nicht ganz sicher. Nach TREMBLAY, Sprache 38 (1996) 14-22 gehören
die hier aufgeführten Verben zu *ken- ‘steigen’ (s.d.), wobei dann lat. cönäri keine primäre
Bildung mehr sein kann.
Daneben Aa. коуёо ‘diene’, Simplex nur bei Hsch.; Denominativum nach TUCKER 78.
Am einfachsten aus *könaie- < *könh,-ie- herzuleiten und direkt mit dem kelt. und slav. Verb
zu vergleichen; nach ISEBAERT, Koll. Salzburg 205 jedoch *kön-ehzie-.
Verbalnomen digoni, Prät. 35 digones. Wohl zu *könfh,)-eie- > *kani- umgebildet.
Vgl. MATHIASSEN, Studien zum slavischen und indoeuropäischen Langvokalismus. Oslo -
Bergen - Тготѕе 1974, 161-2.
PrkWerd-" hören’ [IEW 531]
Fientiv *K%rd-Eh,lh7- apr. Inf. kirdit ‘hören’
Neubildungen: Re)-ie-Präs. alit. ap-kerdziu ‘verkünde’”?
353
sta-Präsens lit. (pa)kirstu, (-kirsti) “wach werden”
(M.K)
! Nur balt., ein Zusammenhang mit 1.*kerH- ist unsicher.
2 Faktitivbildung.
? Zur Semantik vgl. ved. bödha- ‘wahrnehmen’ neben búdhya- ‘erwachen’.
l.*kerH-' ‘rühmend gedenken’ IEW 530-1
Aorist *körHlkerH-s- ved. akärisam “habe (soeben) gerühmt”?
Intensiv *ker-korH/krH- ved. carkarmi ‘rühme’, carkiran ‘rühmen’””
jav. carakaramahi Y. 58,4 “wir rühmen’
Neubildungen: Iterativ jav. käraiieiti ‘rühmt”®
(M.K.)
Hierher viell. germ. Wörter wie аһа. hruom ‘Ruhm’, die auf *kreH- deuten (die iir. Vollst. I
müßte dann analog. entstanden sein); problematisch ist die Einbeziehung von ved. käru- m.
‘“Lobsänger’, gr. vo m. ‘Herold’, die auf *kehzru- weisen; sie wäre allenfalls möglich bei
Annahme von Dissimilation aus *kreh,-ru- (so FORSSMAN bei MAYRHOFER, EW Aia I 341).
Mit analogischem К statt Tc nach der R(o) bzw. К(2).
3 Einzige Präsensbildung der Wurzel; vgl. SCHAEFER 107-8.
4 Nicht zu kar- ‘machen’ (s. *k#er-), KELLENS, Verbe 144, 147-89 mit Lit.
22.*kerH-' "hängen IEW 573
Präsens *ke-korHikrH- (lit. кагій, (karti) ‘erhängen’
(M. K.)
i Vgl. gem. *herra(n)- in ae. heorr, an. hjarri m. “Türangel”.
3.*kerH-' “ausstreuen, schütten’ [IEW 933-5]
Präsens *kerH-/krH- [ved. kirdti, -te ‘streut aus, schüttet aus”
P*körH-IkerH- Aaltkhot. karindä ‘ziehen, schleppen weg"?
*krH-ske- toch.B Ptz. Med. kärskemane ‘schießend’’
*kerH-d"e- air. fo:ceird ‘wirft, Jeer?
354
Aorist *körHlkerH-s- ved. (КУ) sám ... kärisat “er schütte reichlich
aus’, (JB) akärit ‘hat zerstreut”?
Iterativ *korH-Eie- ai. (Sü., ep.) kälaya- ‘wegtreiben,
verfolgen’!
jav. käraiieiti ‘streut aus, (be)sät, (be)pflanzt’'';
khot. kerindi ‘sie säen, pflanzen’,
sogd. kyr- = /ker-/ ‘säen’'?
air. -cuirethar ‘wirft, setzt in Bewegung, legt
(R. L.)
»13
Gr. oreipw ist gegen ЛУ! nicht zugehörig, s. 3.*sper-. Der von BURROW, FS HOENIGSWALD
59 (danach mit Reserve EWAia I 311) für ved. kiráti vorgenommene Wurzelansatz *skYal-
(bzw. *sk“alH-) ist unberechtigt; denn einerseits ist die air. Form scailid "Dt los, zerstreut’
damit unvereinbar, da sie den echten Diphthong aí aufweist und somit wohl ein Denom. zu
einer lo-Bildung darstellt (d.h. *skoi-le-ie-, vgl. VENDRYES S-28-9, IEW 920), andererseits
besteht aus lautlichen und semantischen Gründen kein Anlaß zu einer Verknüpfung mit gr.
oxaAAw ‘hacke, scharre’ sowie gr. oKüAAw ‘zerfleische, zerreiße’ (s. 1.*skelh,-).
Könnte auch Wurzelaorist sein, falls der im Ved. bezeugte s-Aor. eine einzelsprachliche
Neubildung darstellen sollte.
Thematisiert von 3p iir. *krH-ant(i) > vorved. *kir-a-nt(i), vereinzelt finden sich spät- oder
nachved. Formen mit sk? (d.h. mit s mobile) nach Präverb, vgl. BURROW, FS HOENIGSWALD
58-9.
Funktion iterativ/durativ: *‘stetig ausstreuen’ > ?*‘Furchen besäen’ > *‘Furchen ziehen’. Auf
dem dehnstufigen Präsensstamm beruht viell. das urspr. Verbalnomen čech. čára f. ‘Strich,
Linie’ (< *kër-a) mit zugehörigem Denominativ Caram, Carati ‘kritzeln’, vgl. dazu МАСНЕК,
Etymologický slovník jazyka českého, Praha 1968, 95; BERNEKER 136.
< *kär-a- ohne reguläre Palatalisierung; vgl. EMMERICK 22, 180, BAILEY 59a.
Toch.B kärsk- ‘schießen’ als Wurzel abstrahiert: Prät. karssa (*karssa- < *karssa- < *krH-
ske- + *-a-). Etymologische Einordnung gem. VAN WINDEKENS 1 233; rH > toch. Zar regulär,
vgl. PINAULT 43; dagegen gem. HILMARSSON, Materials 93 zu *(s)krei- ‘fliegen, sich bewe-
gen (auf nicht-lineare Weise)’ (s.d.), Transponat *(s)kri-sk- > urtoch. *krask- kausativ “flie-
gen lassen’ > toch.B kärsk- ‘schießen’ [irreguläre Metathese, Lautstand nicht durch Synkope
von ә in offener Silbe motivierbar].
Suppletiv zu -cuirethar < *korH-eie- (s.u.). *kerH-d*e- > kelt. *kerad-e- > *kerd-e-: Ab-
straktion einer Sekundärwurzel *kerd- > air. cerd-, Prät. air. fo:caird < *kärd- (vgl. MCCONE
46) nach der bei starken Verben regulären Alternation CeT- ~ suffixloses Prät. CaT- umgebil-
det aus *kräd- < *krHd"- (vgl. dazu PEDERSEN, МКО II 381, VENDRYES С-72); Gleichset-
zung mit dem zur Wurzel 1.*sker- ‘springen, sich schwingen’ gehörenden kymr. cerddaf
‘wandle’ (PEDERSEN ibid., VENDRYES ibid., IEW 934) kommt jedenfalls aus semantischen
Gründen nicht in Frage.
NARTEN 97 (und zum dehnstufigen Kon). vgl. 129).
Vielleicht im Sinne von ‘zerstreuen’ zu ved. kiräti (Gol, vgl. semantisch lat. fundere “aus-
schütten, ausgießen; in die Flucht schlagen’; möglich aber auch Anschluß an *kel ‘antreiben’.
Wohl hierher mit s mobile der Eigenname skäraiiat.rada- *‘scattering the chariots (of the
enemy)’, BURROW, FS HOENIGSWALD 59, vgl. aber MAYRHOFER, Iranisches Personennamen-
buch I, Wien 1979, 1/76 mit Lit. Hierher wohl auch jav. käraiia- “(Furchen) ziehen’ im Sinne
von “(Furchen) besäen’ (s. Anm. 20 zu *k*elh,).
355
ER *käraia-, EMMERICK 23, BAILEY 53a, GERSHEVITCH, GMS 84 8540".
H Etymologische Einordnung gem. K. МССОмЕ mündl.; Formenbestand bei PEDERSEN, МКС II
498-502, VENDRYES C-276-7, Suppletivverb zu dem in unabhängiger Stellung erscheinenden
fo:ceird;, vgl. dazu MCCone 178. Das air. cuir- zugrunde liegende kelt. *kor-i- wird auch im
Britann. fortgesetzt, s. SCHUMACHER 160-1 (wodurch wurzelhafter Labiovelar ausgeschlossen
wird).
*kWerk- “abmagern’' IEW 581
Präsens ` Ze Hirt jé. ved. (Br.) kfsyati ‘magert ab’
Perfekt *kWe-k(Wörkik®rk- ved. сакага АУ 12,3,16 “ist mager !*
[lit. karsiu, (kärsti) “alt werden’?
Kausativ *K®ork-eie- ved. karsäyanti ‘machen mager’
Neubildungen: nä-Präsens ved. (MS) krsniyät ‘würde abmagern’
cech. krsnouti ‘abnehmen’
(M.K.)
1 Vgl. an. horr m. “Abmagerung’ < *hurha- < Stiet o. neben Adj. #0 -6- in ved. krsa- =
jav. karasa- ‘mager’ (falls nicht aus *krc-ra- dissimiliert, EW Aia I 396 mit Lit.).
" S. KÜMMEL, Perfekt 139-40.
2 Ми sekundärem Akut nach dem Inchoativum kärstu, (kärsti) “alt(ersschwach) werden’.
1.*Kers-' ‘laufen’ IEW 583
Präsens *krs-é- lat. currö, -ere ‘laufen’
Neubildungen: Perfekt lat. cucurri ‘lief
(M.K.)
1! Nominal vgl. gr. Eri- koypog ‘zur Hilfe eilend’, lat. currus, urkelt. *karros m. ‘Wagen’.
2.*kers-' “(ab)schneiden’ IEW 945
Aorist *kers-Ikrs- [heth. karaszi ‘schneidet ab; trennt; versäumt”?
[toch.B Sarsa, A särs “wußte”
356
Präsens ?*kérs-dhe- toch.B kärst-, A kärst- ‘abschneiden, zerstören,
beenden’®
Perfekt ?*ke-körsikrs- [toch. Konj. B kärsam, А krasas ‘wird/soll wissen’
Iterativ *kors-eie- lyd. fa-karsed ‘schneidet ab”
Neubildungen: Nasalpräsens toch.B kärsanatär, А kärsnäs ‘weiß’
(M. K.)
Aus semantischen Gründen besser zu trennen von *(s)kers- ‘kratzen, Wolle krempeln’ (s.d.),
vermutlich Erweiterung von 2.*(s)ker (daher Ansatz mit reinem Velar). Vgl. noch nominal gr.
коорё f. ‘Schneiden, Scheren’ usw. auch Formen von gr. керо (5. 2.*(s)ker) könnten teilwei-
se auf *kers- zurückgehen, vgl. CHANTRAINE 510.
? Vgl. OETTINGER 200-1; PUHVEL IV 100-6.
3 < *£ərs-a < *kers-H-t, zum sekundären Set-Charakter s. HACKSTEIN 36; zur Bedeutungsent-
wicklung (‘abschneiden’ > ‘unterscheiden’ > ‘verstehen, wissen’) vgl. heth. sakk-, lat.
scire, s. *sekH-.
4 Toch. *kərst- als Wurzel abstrahiert, dazu neu Prät. B karsta, A 25 Med. kärstät, Konj. B
krästam, Präs. B karsnam, A kärsnäs. Vgl. ADAMS, DTB 168-9.
° Vgl. MELCHERT, IF 97 (1992) 46-7; AHP 332 mit Lit.
1.*kert-! ‘drehen, spinnen’ IEW 584
Präsens *kr-neln-t- ved. йг krnatti ‘spinnt °
[chwar. kncy- ‘drehen, wenden’
?[skr. krecem, (kretati) "bewegen"
(M. K.)
' Dazu viell. heth. karza, karzanas ‘еіп Werkzeug zum Zwirnmachen’, vgl. EICHNER, MSS 31
(1973) 98”. Aus semantischen Gründen von ved. cart- ‘binden’ (s. 2.*kert-) zu trennen.
a 5 EWAia I 316 mit Lit.
2 *kret-je-, vgl. aruss. krjatati ‘bewegen’.
22.*K®ert-' ‘binden’ [IEW 584]
Präsens ?rkWert-/K®pt- ved. crtáti ‘knüpft, bindet”
Neubildungen: Perfekt ved. (AV) cacarta ‘hat gebunden’
(M. K.)
' Nur indoar.; aufgrund der abweichenden Semantik wohl nicht mit 1.*kert- ‘drehen, spinnen’
zu verbinden. Vgl. EWAia I 536-7.
357
2 Wohl thematisiert aus *cárt-/krt- mit analogischer Durchführung des c°; so ist jedenfalls das
vor r lautlich nicht berechtigte c°, das im Ved. bei allen Formen der Wurzel durchgeführt ist,
am einfachsten zu erklären.
*kes- ‘ordnen’! IEW 585
Präsens *kes-/ks- heth. kiszi ‘kämmt’, kissir ‘kämmten’?
[aksl. (+) cešo, (Cesati) "kämmen"
?*ké-koslks- [lit. kası, (kàsti) “graben, scharren’*
Iterativ *kos-eie- ?got. hazjan “preisen”
[lit. kasau, kasyti ‘kratzen’
(M.K.)
Oft spezialisiert auf ‘Haare ordnen’ > "kämmen", vgl. DUNKEL, FS STRUNK 17-8, der auch
gr. xöcyuog ‘Ordnung?’ anschließt.
Vgl. OETTINGER 201. Dazu wohl denom. kluw. kisäfi)-" kämmen", vgl. OETTINGER 535;
MELCHERT, GS COWGILL 188-9.
Zum je-Präsens umgebildet.
Semantisch etwas abweichend. Dazu vielleicht auch aksi. kosnoti se, Aor. kose ‘berühren’,
Iter. kasati se usw., das aber morphologisch und semantisch unklar ist.
< ‘(Worte) ordnen, (einen Hymnus) verfassen’ nach DUNKEL, l.c. Bei der üblichen Herlei-
tung von *keNs- bleibt der Nasalverlust unerklärt.
PrkWet-' ‘entweichen’ IEW -
Präsens *kWer-e- ved. cätant- ‘entweichend”
Kausativ *k®or-Eie- ved. catayati, -te ‘läßt entweichen, verscheucht””
(M.K.)
Nur indoar., vgl. EW Aia I 525-6.
Vgl. Сото 132.
Mit analogischer Übertragung des Anlauts c vom Präs. oder Neubildung.
?*keubh,-" ‘sich hinlegen’ IEW 590
Aorist ?*keubhz-Ikubhz- [lat. (-)cubui “legte mich hin, Іар”?
Präsens *kub-neln-hz- Dat. -cumbö, -ere ‘sich hinlegen”
358
?* Rubh -ské- [mkymr. kyscit ‘schläft’?
Essiv *Kubhz-hjle- Dat. cubäre ‘liegen’;
[südpiken. qupat ‘liegt’
(M. K)
Nur ital.; falls lat. cubare als direkter Fortsetzer eines Essivs *Kub(H)-hjie- anzusehen ist,
könnte auch Anit-Wurzel *keub- vorliegen. Vgl. auch Rıx, GS SCHINDLER 520-1.
Oder Neubildung zu cubare.
3 Wenn aus *kubane- > *kubne- mit Metathese, Rıx, GS KURYLOWICZ 405; falls eine Anit-
Wurzel vorliegen sollte, kann cumbe- direkt aus *ku-m-b- hergeleitet werden.
3% Umgebildet zum i-Verb; SCHULZE-THULIN 847.
* Aus im Ital. umgebildetem *kubh,-Eh,-ie- > *kuba(i)e- mit bewahrter Umfärbung im Suffix;
lautlich möglich wäre auch direkte Fortsetzung von *kub-h,ie- oder, funktional weniger pas-
send, Herleitung aus *K’ubhz-die-.
Vgl. STEINBAUER 61.
*keubh-! ‘sich beugen, ducken’ IEW 590-1
Präsens *kub"-ie- gr. к®лт@ “ducke mich, beuge mich vor’
Neubildungen: s-Aorist gr. &xvya ‘duckte mich’
(M. K)
! Vgl. рг. кофбс ' gebückt' (й wohl sekundär); ved. kubhrá- ‘Buckelstier’, s. EW Aia I 368.
*keudh-! "verbergen" IEW 952
Aorist *kéudh-/Jkudh- [gr. «öde ‘verbarg, verhehlte’
Präsens *ku-neln-d"- [parth. -gwnd- ‘bedecken, verbergen’;
[sogd. ""-ywnd- ‘bedecken’?
?[gr. кобу: kpúrter Hsch. ‘verbirgt?
*kéudh-e- gr. кє000 ‘verberge, verhehle’
Perfekt *ke-kóudhlkudh- [gr. кёкєубғу ‘hält verborgen"
Neubildungen: s-Aorist gr. keüoaı ‘verbergen, verhehlen’
(M.K.)
! Das gr. und besonders das iran. Material wäre gut mit dem Ansatz *gteud"- vereinbar (so z.B.
KLINGENSCHMITT 226); nicht dagegen spräche auch ae. hydan, da dies mit SZEMERENYI, Stlr
9 (1980) 49, als Denominativum zu Afd ‘Haut’ aufzufassen und somit fernzuhalten ist. Ein-
359
deutig *k hat aber *kud"-rö- *Verborgenes' > ‘Schatz’ in germ. *huzda- n. ‘Schatz’, vgl.
KLUGE-SEEBOLD 317b, und *kud"-to-sd- ‘beim Schatz sitzend’ in lat. custöd- m. ‘Wächter’
(H. R.).
g-Anlaut durch Kontamination mit synonymem *gauz- < *gteug"-; vgl. auch khot. uys-gun-
‘öffnen’, s. EMMERICK 15.
Mit der regulären Umbildung durch zusätzliche ane-Suffigierung; Neubildung möglich.
4 Ми sekundärer R(e) für R(o) nach dem Präs.
2
PrkWeuk- “sich biegen’ IEW 589
Präsens *k"uk-é- ved. (Sü.) ur-kucant- ‘sich krümmend’
mp. n-gw£- ‘sich verbeugen’”
(M.K.)
|! Verbal nur iir. (relativ spät bezeugt), dazu viell. nominale Verwandte wie air. cúar ‘krumm’ <
*kuk-ro-, lit. kaukas m. ‘Beule’, skr. küka f. ‘Haken’.
2 Dagegen ie-Präsens in khot. us-kuj- ‘sich erheben’, s. EMMERICK 17.
*keup-' “(innerlich) beben’ IEW 596
Präsens ?*keup-e- an. (+) hjüfa ‘klagen’?
*kup-ie- ai. ep. kupyati ‘ist zornig, bebt”?
lat. cupiö, ere ‘begehren, wünschen’
Kausativ *koup-eie- ved. kopayati ‘erschüttert’
(М.К.
Aus lautlichen Gründen von *kueh,p- ‘sieden’ zu trennen.
Grundbedeutung wohl ‘trauern’, vgl. ае. hēaf m. ‘Trauer’, s. auch SEEBOLD 256; Zuordnung
zu einer sog. Schallwurzel unsicher, besser hierher.
° Unsicher d-kupyant- AV 20,130,8.
Prk®nyed-" ‘(zer)quetschen’ [IEW 634 Anm.)
Präsens *kK“hčéd-/k héd- [ved.khädati "kaut
ау. vi-xada “quetsche auseinander!”
Neubildungen: Perfekt ved. (JB) cakhäda ‘kaute’
(M. K.)
360
Nur iir.; vgl. KLINGENSCHMITT 210.
2 Thematisiert mit R(e); vgl. auch khot. khad- “verwunden’, bal. khaö- ‘essen’.
Prk®n,eg- ‘verzehren’ IEW —
Aorist */,69-/0%,9- [arm. exac В”?
Iterativ ?*K%2h,o8-éie- Кһог. khäs- ‘trinken’, mp. x’z- ‘fressen,
verschlingen’
(M. K)
Nur iran. und arm.; vgl. KLINGENSCHMITT 210.
Dazu neugebildet Präs. xacanem.
?*kh;eid-! ‘schlagen’ IEW 917
Präsens *khyeid-e- lat. caedö, ere ‘hauen, schlagen, fällen’
?alb. qeth ‘schneidet, schert (Haare)?
Neubildungen: Perfekt lat. cecidi ‘hieb, schlug, fällte’
(M. K.)
Nur ital. und alb. (also auch *а" möglich); ved. khidáti ‘reißt, drückt’ besser zu *keh;d-, s.d.
Vielleicht mit DEMIRAJ 340f. aus *qeð < *kaid-, mit verallgemeinertem -th aus Auslautstel-
lung wie bei dhjet < *ëhed-; jedenfalls wegen des fehlenden r nicht zu *(s)kert-, vgl. ÇABEJ,
Sprache 18 (1972) 144-5. Noch anders OREL 359, der ved. kéśa- ‘Haar’ vergleicht.
2?*Kieh,- ‘sieben’ IEW [1085]
Präsens *ki-neln-hz- heth. kinanzi ‘sie ѕіебеп’!®
*Kiehz-ie- [gr. att. бих-тт@в ‘siebe’, ion. 3р oo "sichen"
I*kieh,-de- gr. ion. oTíño "siche"?
Neubildungen: Perfekt gr. att. Errmuevog ‘gesiebt’
(M. K)
|! Zum Ansatz s. PUHVEL IV 181-2 mit Lit.
361
Vermutlich ursprünglich wie tarna-"" flektierend, doch (wie später auch tarna-) zum ge-
wöhnlichen ae-Verb umgestaltet: 3s kinaizzi — *kinai. Gegen ein Denominativ kinae- zu
einem *kina- < *kih,-nö- ‘gesiebt’ spricht die dann anzunehmende faktitive Bedeutung.
Vgl. FRISK 1386; doch kann statt *ru° problemlos *Ё2° angenommen werden.
Dazu s-Aorist ooa usw., vgl. FRISK II 695; oder ist das Präs. zum Aorist, der dann eigent-
lich zu *kiāie- gehörte, rückgebildet?
Y*Kieh,p- ‘verfaulen’ IEW —
Präsens *Kiéh,p-e- gr. oneta ‘verfault, vermodert’
Perfekt *Ke-Kiöhp/Kih,zp- Ier. o&onre ‘ist verfault’
Fientiv ?*Kih;p-éh//h,- [gr. солт} ‘soll verfaulen”?
(M.K.)
Nur gr., *K = *k, #9, *5" oder *g(”", denkbar auch *r, *d"; weiteres unsicher (lit. Siäpti ‘fau-
len’ weicht lautlich zu sehr ab).
Wohl eher Neubildung, Ersatz für einen Wurzelaorist? Jedenfalls mit analog. R(z) *K iap- für
tKip- nach R(e) *Кіар.
*kleh;-' ‘rufen’ IEW 548-50
Präsens ?*kļ-né/n-h;- ?[ahd. hellan ‘ertönen, erschallen””
P*klh)-ie- lat. cald, äre ‘ausrufen’”
*klh,-eie- gr. кадёо ‘rufen, nennen"
umbr. karetu ‘er soll rufen’
Aorist ?*ké-klh,-e- gr. #кёкАєто ‘rief zu”
Neubildungen: redupl. ske-Präs. gr. ктїкАак@ ‘rufe (an)’
R(o)-ie-Präs. ae. (+) hlöwan ‘brüllen”
Perfekt gr. кёкАлишоа ‘ich bin gerufen’
ae. hlēow ‘brüllte’
(B. S.)
Vollstufe II wegen germ. *hlö-, das (im Gegensatz zu germ. *hell-, s. Anm. 2) nicht anders
erklärbar ist. Davon zu trennen *kel- ‘antreiben’, s.d.
Falls mit sekundärer R(e) aus *hull- < *k/nh,-, wegen des dann anzunehmenden Schwebeab-
buts kaum mit LÜHR, MSS 35 (1976) 76 mit Lit. aus alter R(e) *kelh,-, daneben im Germ.
auch mit s mobile an. (+) skjalla ‘schallen’ < *skella-.
Nach HARDARSON 82 aus *kala-ie- < *klh,-ie-.
362
4 Vgl. HARDARSON 82°, daraus sekundär athematisch йо]. xdAnu.
Hierher nach BENDAHMAN 110-5.
° Rückbildung zum Perf. *hle-hlö mit o-Stufe, vgl. HARDARSON 82.
*K@Jeh,-' “hinbreiten, hinlegen’ IEW 599
Präsens *kl®&h>-/k®]h,- [lit. klöju, (klöti) “hinbreiten, ausbreiten”?
[aksl. (+) klado, (klasti) "egen"
Aorist ?*kléh/kléh,-s- aksl. klas» ‘legte’
а (M. K.)
Nur bsl., daraus erweitert *kleh;-t- > germ. *hlöp- mit analog. R(z) *hlad- in an. (+) hlaða,
Prät. hlóð ‘(be)laden’ (zu * vgl. got. Ptz. -hlabans, ahd. ladan).
Zum je-Präs. umgebildet.
de-Präs. wie bei i- ‘gehen’, ja- ‘fahren’; aus dem Іру. *klädi < *kleh,-dhi «< *k]hz-d"i?
?*klehzu- weinen’ IEW 599
„ Miz . / :
Präsens ?*kléh;u-ie- gr. KAaio ‘weine’
alb. atosk. claanae /kläne/ ‘sie weinen”
Neubildungen: s-Aorist gr. ExAavoa “weinte’
(M.K.)
Nur gr. und alb.; möglich auch *Klau-.
Nach KLINGENSCHMITT 151 < *klauionti, neualb. zum nie-Präsens umgebildet: gan ‘weint’,
ls gaj.
?*kleh;d"-' ‘spinnen’ IEW 611-2
Präsens *kleh;d"-e- gr. кд@Өд ‘spinne’
Aorist *kleh,d"lkleh,d"-s- gr. ExAwoa ‘spann’
(M. K)
|! Nur gr.; dazu viell. unerweitert *kelhz- in lat. colus m. ‘Spinnrocken’; die gr. Wurzel кА@®-
könnte aus einem d"e-Präs. *Klehj-d"e- (oder *K]h;-d*E-9) von *Ëelh;- abstrahiert sein, der
Aor. wäre dann Neubildung.
363
*KWJeik-! ‘quälen, plagen’ IEW 602
Präsens ?*klWeik-e- parth. sogd. n-xrys- ‘егтаһпеп, tadeln’?
Kaus.-It. ?*kloik-eie- ai. ep. klesayati ‘plagt, quält’
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. аі. ep. kliSyate ‘wird geplagt, leidet’
(M. K)
"vgl. wohl lit. Кез ‘Krebsschere’ (FRAENKEL 273a). Die Stammansätze sind wegen der spä-
ten Bezeugung unsicher.
*ni-xraisa-, vgl. SIMS-WILLIAMS, SUNDERMANN bei MAYRHOFER, EW Ата I 419.
Zillen big)! “die Knie krümmen’ IEW 603
Essiv жп рё- ` aksl. (+) Месо, (klecati) ‘knien’
Neubildungen: Nasalpräs. ksl. (+) po-klekneoti ‘niederknien’
R(e)-ie-Präs. lit. klenkiu, (klenkti) ‘schnell gehen’
(M. K)
|! Nur bsl., *klenk!- oder *k“lenk-; die akutierte Intonation scheint auf Silent il. zu weisen,
oder muß mit R(ë) gerechnet werden?
*klep-' ‘(heimlich) stehlen, verbergen’? IEW 604
Präsens *klep-e- [gr. кАєлто) ‘stehle (heimlich), hintergehe’”
lat. clepö, -ere ‘(heimlich) stehlen’
got. hlifan ‘stehlen’
?[lit. slepin, (slepti) “verbergen”
[toch.B Konj. kälypi- “stehlen”
Aorist *klep/klep-s- gr. ExAewa ‘stahl (heimlich), hinterging’
lat. clepsi ‘stahl’
Iterativ *klop-eie- gr. бйло-кАолёоноп ‘verstecke mich’
Neubildungen: R(&)-e-Präs. toch.B Alyeprrä “berührt”
Und Präsens toch.A kälpnätär “erlangt’’, В Коп). kallan
(M. K.)
364
Dazu wohl ksl. po-klopv ‘Deckel’, га-Кіеръ ‘Verschluß’; möglicherweise auch iir. *#rp- (ana-
logische R(z) zu *tlep- < *klep-?) ‘stehlen’ in jav. trəfiiāt ‘würde stehlen’, ved. -tfp- ‘steh-
lend’, falls nicht zu 1.*rerp- (s. EW Aia I 635).
Wenn toch. kälp- ‘erlangen’ und klyep- ‘berühren’ (s.u.) trotz toch. Set-Charakters hierherge-
hören sollten, müßte man ‘Hand an etw. legen’ ansetzen, s. ADAMS, KZ 102 (1989) 242-3.
Zum je-Präs. umgebildet.
Wenn mit sekundärem s-mobile und *skl > sl gerechnet werden darf.
In Opt. kalypi, Inf. kälypitsi; dazu neues ske-Präs. /kəl(y)pəsk-/, vgl. HACKSTEIN 216-7, und
Prät. kälypawa.
Vgl. ADAMS, Le 242 mit Anm. 2-3.
Vgl. ADAMS, l.c. 241-3, vielleicht nach *g"rbnehz- (s. *g"rebhz-) gebildet. Dazu Konj. kälpa-
tär, Prät. kälpäte.
Dazu neues Präsens kälpäsk-, Prät. kalpa. e
*kleub-' ‘stolpern, hüpfen’”? [IEW 630]
Präsens *ké-kloublklub- [got. us-hlaupan “aufspringen’, an. (+) hlaupa
‘laufen, springen’
Kausativ ?*kloub-eie- an. hleypa ‘zum Laufen antreiben”
Desider. ?*kleub/klub-s- [ѕКг. kljüsati, čech. klusati aber?
Neubildungen: Nasalpräs. lit. klumpu, (klupti) und klumbü, (klùbti)
с a bk v
‘niederknien, stolpern, fallen’
je-Präsens lit. klaupiù, (klaupti) ‘niederknien’
(R. L.)
*kleup- mit Verhàrtung in bestimmten Kontexten z.T. paradigmatisch verallgemeinert; für
vorliegende Wurzel ist der Ansatz kuelp, kuelb (IEW 630) abzulehnen; nicht zugehörig sind
apr. po-quelbton ‘kniend’ (s. FRAENKEL 276; gem. MOTTAUSCH, KZ 77 (1961) 131, 137,
BERNEKER, Die Preussische Sprache, Straßburg 1896, 302 zu *kuelp- ‘sich biegen, sich
krümmen, sich wölben’) und nhd. holpern (onomatopoet., lautlich auch nicht mit hypothe-
tischem Tkuelb- vereinbar).
Hypothetische Grundbedeutung ‘die Knie krumm machen’, daraus ‘niederknien’; ‘stolpern’;
‘hinken, lahm’; ‘hüpfen, springen’, MOTTAUSCH, KZ 77 (1961) 136-7.
Oder Intensiv *kleu-kloub/klub-.
SEEBOLD 259-60, LEHMANN 382-3.
< *hlaupija-, SEEBOLD 260.
< *kleup-se-?, von FRAENKEL 276 dagegen zu lit. klusineti “stolpern, straucheln’ gestellt,
vgl. außerdem BERNEKER 529-30.
365
?*kleuH-" ‘wohin geraten (?)’ IEW 605
Präsens ?*kleuH-ie- lit. kliaujuos, (kliäutis) ‘sich zusammenfügen’
?*kléuH-de- an. (+) hljöta ‘(durch Los) erlangen’
Neubildungen: Nasalpräs. lit. kliūnù, (kliúti) ‘hängenbleiben; anstoßen; geraten in’
(M.K.)
! verbal nur germ. und balt., daher schlecht rekonstruierbar.
*kneh;-' ‘schaben, reiben’ IEW 560
Präsens *knehz-ie-” gr. att. куф ‘schabe, reibe’, 35 xv7j, hom. Ipf. куў
аһа. пиоеп ‘hobeln, glätten’
lit. knöju, (knöti) “abschälen’
Neubildungen: d’e-Präs. gr. xvýĝw ‘schabe, геібе”?
s-Aorist gr. &xvnoa, -Exvaıca ‘schabte, rieb’*
(M.K.)
Vgl. PETERS, FT Wien 338.
Oder Wurzelpräsens mit jeweils einzelsprachlicher Umbildung zum je-Präsens.
Analog. zum s-Aorist &xvnoa hinzugebildet, FRISK 1 880.
Neubildungen zum Präsensstamm *knäje- mit unterschiedlicher Segmentierung (*knä-ie-
bzw. *knāi-e-), vgl. PETERS, Le 342. Zu xvaıo- dann neues Präsens xvaío.
2 vun.
?*kneibh-! ‘hängen lassen, sinken lassen’ IEW 608
Präsens ?*kni-ne/n-b"- [lit. knimbü, (knibti) ‘zusammenknicken”?
Prkneib"-e- [an. hnipa ‘den Kopf hängen lassen”?
[lit. kneibiü, (kneibti) ‘stochern’, refl. ‘sich biegen’
(M.K.)
Nur germ. und balt. Im Germ. muß sekundäres p vorliegen, das z.B. aus einem Intensivum
*hnipp° übertragen sein könnte (vgl. LÜHR 351-2).
Wahrscheinlich eher balt. Neubildung.
Schwaches Verb, daneben starkes Ptz. hnipenn ‘herabhängend’.
366
*kneid-' ‘kratzen, stoßen OI? IEW 561-2
Präsens ?*kneid-e- an. (+) hnita ‘stoßen’
*knid-ie- gr. кибо ‘kratze, reibe; ärgere’
Neubildungen: s-Aorist gr. Exvioa ‘kratzte, rieb; ärgerte’
(M.K.)
l
2
Im Balt. daneben auch Wörter mit г in gleicher Bedeutung, vgl. FRAENKEL 278.
Urspr. Bedeutung nicht eindeutig festzustellen.
*Kneigth. ‘neigen; sich neigen’ IEW 608
Präsens ?*Kneig*"-e- got. hneiwan, ahd. (+) nigan ‘sich neigen’
Aorist ?*Knëigth/Knéigth-s- lat. cö-nixi ‘blinzelte’'”
Kaus.-It. *Knoig*"-Eie- lat. cö-niueö, -ere “die Augen schließen,
blinzeln”?
got. hnaiwjan, ahd. (+) neigen ‘neigen’
Essiv Zë kanton big. ahd. (+) (h)negen ‘sich stützen’
(M. K.)
t Nur mal, und germ., vor Konsonant kann nicht zwischen * st und St unterschieden werden.
cö-n° aus con-cn° lautgesetzliche Inlautsentwicklung, vgl. SOMMER, Handbuch 263, 265.
Mit Binnensilbenentwicklung *oi > *ei > ѓ oder analog. R(e)?
la
2
?*kneuH-' ‘kratzen’ IEW 562
Präsens *knuH-ie- рг. кубо ‘kratze’
(М.К.)
! Nur gr., dazu Erweiterung *kneuH-d- (oder Variante *kneud) іп lett. knadu, knast “jucken’; zu
19)
germ. *hnewwa- ‘stoßen’ s. *rken-.
*kreh,(i)-' ‘sieben, trennen’ IEW 945-6
Aorist *kreh,-Ikrh;- [lat. creui ‘siebte, (unter)schied’?
367
Pràsens *kri-neln-hj-” [gr. xpfvo ‘scheide, trenne; entscheide’*
[lat. cernö, -ere ‘sieben, scheiden, unterscheiden”
[air. ar-a:chrin ‘geht zugrunde”5;
š 7
[kymr. go-gryn- ‘sieben’
Iterativ ?*krohji-eie- [ksl. (+) krojo, kroiti “(zu)schneiden’*
Neubildungen: R(e)-e-Präs. lett. kreju, (kriet) (Rahm) abschöpfen”
т
7
8
9
Perfekt gr. KEKPILLEVOG ‘getrennt’
air. ar-a:rui-chtuir “ist zugrunde gegangen" Il
(M.K.)
Vgl. RASMUSSEN 276-7; in der R(z) Metathese *krhji- > *krih,-, danach auch neue R(e)
*kreihj-, vgl. (Transponate) *kreih,-d"ro-, *kreih,-tro- ‘Sieb’ in lat. cribrum, air. criathar,
kymr. crwydr, ae. hridder.
Vgl. RASMUSSEN 276; danach neues PPP cretus (für älteres certus, vgl. Anm. 3).
Basiert auf der metathetierten R(z) *krih,-, nach *kri° im Nasalpräs. neue Anit-Formen wie
VAdj. *kri-tö- in gr. xpıtóç ‘getrennt’, lat. certus ‘entschieden’ — ‘sicher’ und рг. Perf.
кєкрї- , ур]. RASMUSSEN, l.c.; МССОМЕ 17.
< *krin-ie- zu einer aus dem Nasalpräsens abstrahierten Verbalbasis *krin-, dazu auch Aor.
Expıva, Еш. кргиб usw.
Mit lautgesetzlichem er < *ri; vgl. Кх, GS KURYLOWICZ 405.
Hierher (und nicht zu 1.*kerh;- ‘zerbrechen’) nach MCCONE 17-8 (*krini- — *krini-/*krina-
); dafür sprechen crin “altersschwach’ < *krih,-no- ‘durchsiebt’ und auch Konj. -chria, Еш. -
chfuri (< *kikrihjse-), Prät. -chiuir, die mit *kerh,- kaum vereinbar sind.
*wo-krin- < *upo-krin-.
Mit analogischer R(o) *kroih,- statt *krohji-.
Mit neuer R(e) *kreih,- statt *krehj( i)-. Hierher auch lit. (nur Lex.) krejù, krieti ‘ausbreiten’?
10 <*ki-kr°, vgl. MCCONE 20.
Prkreh;-' “aufhäufen, sammeln’ IEW 617
Präsens ?*kreh>-/kyh>- (Іеї. kraju, (гаг) ‘sammeln; erwerben’
[aks]. (+) krado, (krasti) ‘stehlen’?
(MK
Nur bsl.
de-Präs. wie bei i- ‘gehen’, ja- ‘fahren’; aus dem Іру. *krädi < *krehz-d"i — *kyh,-d"?
368
?*KreiH-' ‘berühren’ IEW 618
Präsens *Kri-ne/n-H- [an. hrina ‘einwirken, sich auswirken’,
ae. (+) hrinan ‘berühren, treffen’?
ae. (+) hrenian “песһеп??
(М.К)
Nur germ. (in der Position vor Konsonant ist daher auch *k“ möglich), zu lett. krier s. unter
*kreh/(i)-; wegen *hrinö- ist *H wahrscheinlich *hy/h;.
Mit analogischer R(e), thematisiert aus dem schwachen Stamm *hrina-.
Hierher nach WISSMANN, Nomina postverbalia in den altgermanischen Sprachen, Göttingen
1932, 152-4; *hrinö- aus dem alten starken Stamm.
Prk®reip-' “drehen, wenden’ IEW 937
Präsens Prk®reip-e- [lit. kreipiu, (kreipti) “wenden, kehren’
Iterativ *ғоір-ёіе- an. hreifa ‘schwingen’
lit. kraipau, kraipyti "bm und her wenden’
(M. K)
Nur germ. und balt. (in der Position vor Konsonant ist daher auch *k“ möglich); unsicher ist
Anschluß von slav. *krěs-, *kros- ‘auferstehen’ als *kreip-s-, vgl. VAILLANT Ш 241.
*krek- ‘schlagen’ IEW 618-9
Präsens *krek-e- gr. коёк@ ‘schlage (ein Gewebe, Saiteninstrument)’
[skr. (+) kresem, (kresati) ‘Feuer schlagen’!
Aorist Prkröklkrek-s- рт. ёкреѓа ‘schlug’
(М. К.)
Zum іе-Ргаѕепѕ umgebildet.
9?*k(0)RemH-! “einen Schritt tun” IEW -
Aorist *KWREMH-IK“'RmH- “ved. äkramit ‘ist geschritten””
Präsens *WRamH-Ik“RemH- [ved. krämati, kramate ‘schreitet
?[sogd. уг т “Котт!”
‚4
369
Neubildungen: Perfekt ved. cakräma ‘ist geschritten’®
(M.K.)
Nur iir.
Auch terminativ ‘heran-, davonschreiten’ meist mit Präverbien; im ved. med. Präs. auch dura-
tiv ‘(dahin)schreiten’, s. KÜMMEL, HS 111 (1998) 193-4.
Зр (ä)kramur, meist zum is-Aor. umgebildet: akramisam RV+, erst sekundär auch mit dehn-
stufiger Wurzel, vgl. NARTEN 99-102; im Medium neugebildeter s-Aorist akramsta, s. NAR-
TEN 102-3.
Jeweils von der Is *krämam bzw. *krämai aus thematisiert; vgl. die Lit. in EWAia I 410;
nach Сото 119-20 im Akt. terminativ, im Med. durativ, wogegen KÜMMEL, l.c. 1948.
Vgl. TEDESCO, ZII 2 (1923) 40; BENVENISTE, Gramm. sogd. 20; < uriran. *xräm-, auch in np.
xiräm- ‘schreiten’. Genaue Stammbildung unklar, vielleicht liegt auch neugebildetes *xrama-
ya- vor, KÜMMEL, Le 193.
° Vgl. KÜMMEL, Perfekt 146-9.
?*kremH-' ‘verbrennen’ IEW 572
Präsens PrkremH-ie- lat. cremö, äre ‘etw. verbrennen”
(M.K.)
Nur lat.
2 Oder denominativ?
Prk®Rend-' ‘schreien, wiehern’ [IEW 549]
Aorist *ёпа-/ККпа- ved. akran ‘hat geschrien’?
ЖК 6-KURnd-e-”" ?ved. cakradat ‘schreit, bro?
Präsens *k®Rend-e- ved. krändati ‘schreit, wiehert’
Iterativ *kRond-eie- ved. akrandayas ‘brülltest’
Neubildungen: Perfekt ved. cakrade ‘hat geschrien’
M.K.)
' Nur indoar.
Sekundär zum s-Aorist akrän verdeutlicht, s. NARTEN 98.
Wohl, wenn alt, iterativ-komplexiv neben dem momentanen Wurzelaorist.
Dazu metrisch motivierte Kunstbildung kradas, s. NARTEN 98-9; KÜMMEL, Perfekt 144. Da-
neben jüngeres cikrada- als reguläre Neubildung zum Iterativ krandaya-, s. ibid.
2a
370
?*k®RepH-' ‘jammern’ [IEW 569]
Präsens ?*k®"RépH-/k®RpH- [ved. akrpanta ‘jammerten, sehnten sich’?
*k')RpH-éie- ved. akrpayat ‘jammerte, sehnte sich’
Aorist ?*k(0RépH/IK'2RépH-s- ved. akrapista RV 7,20,9 ‘hat gejammert'?
Neubildungen: redupl. Aor. ?ved. cakypänta RV 4,1,14 ‘haben verlangt’
(M.K.)
! Nur indoar.; Set-Charakter ist nicht ganz sicher, da akrapista Neubildung sein kann.
2 Nach JAMISON 57 thematisierter Aor., der sekundär zum Präs. umgedeutet wurde.
3 Ур]. NARTEN 99. -
4 Oder Inj. Perf., vgl. BENDAHMAN 181; KÜMMEL, Perfekt 146 mit Lit.
?*KrepH-' ‘krachen’ IEW 569
Aorist 7*KrepH-/KrpH- (lat. crepui ‘klapperte, krachte””
Präsens *KrepH-ie- lat. серо, äre ‘klappern, krachen”?
(M.K.)
Nur lat. (vor Konsonant kann zwischen St. zt und *k“ nicht unterschieden werden), weitere
Anschlüsse unsicher; ved. krap'- ‘jammern, flehen’ (s. *K“’RepH-), das mehr den psychischen
Zustand als das Geräusch meint, ist semantisch kaum zu vermitteln. Anders Rıx, GS SCHIND-
LER 519.
Umbildung zum u-Perfekt; Stammbildung könnte von semantisch benachbartem sonäre, to-
näre beeinflußt sein.
Daneben auch einmal per-crepis Varro Men. 124; vielleicht sekundäre Rückbildung zu
crepäre nach tonere : tonäre.
*kret- ‘schütteln, rütteln’' IEW 620, 621
Präsens *kret-e- ahd. redan ‘sieben’
[lit. krečiù, (kresti) “schütteln, rütteln*2
Kausativ *kror-eie- gr. коотёо ‘schlage, rassele’
?aksl. (+) krosto, krotiti ‘zähmen”
(M.K.)
Semantische Zusammenhänge im Einzelnen unklar.
Dazu versch. Neubildungen wie krintu, kristi ‘stürzen’, kreteti ‘zittern’.
371
3 Russ. auch ‘totschlagen’. Semantisch problematisch; zu beachten ist das zugehörige Adjektiv
aksl. (+) krorvkv “sanft, mild’, VASMERI 668-9
*kreuH-' “aufhäufen, bedecken’ IEW 616
Präsens ?*kruH-ie- aksl. (+) kryjo, (kryti) "bedecken, verbergen’
flit. krauju, (krauti) ‘stapeln, aufhäufen’,
[lett. krauju, (kraut) ‘häufen, laden, packen’?
*kreuH-d"e- ae. *hreodan "bedecken"
(M.K.)
Verbal nur germ. und bsl., dazu viell. air. cró, kymr. (+) creu ‘Stall’ < *krawo- < *kr.uo-, vgl.
VENDRYES C-240.
Wie lett. г zeigt, offenbar mit (sekundärer) R(e), lit. wohl analogisch entpalatalisiert.
Vorausgesetzt vom Prät. hread, Ptz. broden = an. hroöenn.
*kreus- ‘stoßen’ IEW 622
Präsens *krus-e- lit. krusü, (krùšti) “zerstampfen, zerstoßen’
Kaus.-It. *krous-eie- aksl. (+) sp-kruso, -krusiti ‘zerbrechen’
Neubildungen: ie-Präs. gr. кро ‘stoße, schlage’!
lit. kriausiü, (kriaŭšti) ‘stechen’?
(M.K.)
| < *krous-ie-, mit unklarer К(о).
? Mit R(e).
*ksen-' “Wolle krempeln’ IEW 585
Präsens *ksen-/ksn- [ved. (AVP) 3p Ipf. vi aksanan, Ptz. vi-ksananr-
‘krempeln’
[gr. Ёоіуо ‘kremple Wolle, kämme, kratze’’
(М.К)
Erweiterung von *kes- ‘ordnen’ э ‘kämmen’?
2 Wohl thematisiert, vlg. HOFFMANN, FS KNOBLOCH 171-7 = Aufs. 812-8.
372
3 *ksn- mit *-ie- erweitert; dazu neugebildet Aorist Фит, Еш. gaverv usw.
*kseu-' ‘schaben, schleifen’ IEW 586
Präsens *ksu-ie- gr. úw ‘schabe, schürfe, glätte’?
Neubildungen: s-Aorist gr. Soo ‘schabte’
(M. K)
' Verbal nur gr., vgl. *ksu-ró- *‘Schaber’ — ‘Rasiermesser’ іп ved. ksuré- m., рг. £upóv n.,
¿£upóç m. Erweiterung von *kes- ‘ordnen’ — ‘kämmen’?
2 Mita durch Dehnung vor Morphemfuge?
PrkWseubt-" “ins Schwanken geraten’ IEW 625
Präsens rk" seub"-e- ved. (SB) vi ksobhante ‘schwanken’
PrkWsub"-ske- jav. хијѕап ‘werden zittern’
Neubildungen: Perfekt ved. (AV) vicuksubhe ‘ist ins Schwanken geraten’
(M.K.)
' Auñeriir. vgl. poln. chybaé “schaukeln, hin- und herbewegen’.
*k')seud- ‘zerstieben, in kleine Teile zerfallen’! IEW 625
Präsens *k®seud-e- ved. ksödante ‘zerstieben”?
mp. (+) š6ó- ‘waschen’?
Kausativ *k"soud-eie- ved. aksodayat ‘zerstäubte’
(M. K)
Vgl. ved. ksudrd- ‘klein, winzig’, aksl. chud» ‘klein, gering’; die Bedeutung ‘Wasserschwall’
von ved. ksödas- = Jav. xSaoöah- geht von ‘zerstiebendem Wasser’ aus.
Dazu fakt. Aktiv ksodanti ‘zerstäuben’, vgl. GOTÖ 124-5.
Inf. mp. пр. #иѕѓап; vgl. BAILEY 70а; ЕМА1а 1 439 mit Lit.
ta
373
*ksneu-' ‘schärfen’ IEW 585
ч z > А уд
Präsens *ksneu-/ksneu- ved. ksnaumi "wetze, schärfe’
x= 6
aav. хўпәииїха "mögest anhören’;
Ba E з
ap. ä-xSnauvaiy ‘höre’
v
Aorist ?*ksnZu/ksnéu-s- aav. xšnāuš ‘hört an’
Kausativ *ksnou-eie- jav. xsnäuuaiieiti ‘stellt zufrieden’
(M.K.)
Verbal nur iir., vgl. lat. nouäcula "Messer" zu einem *nouäre, das wohl denom. zu einem
*ksnouo- oder *ksnouä- ist. Zusammenhang mit *kseu- wahrscheinlich (daher Ansatz mit
reinem Velar); ist *ksneu- aus einem Nasalpräsens dazu abstrahiert?
Schwacher Stamm sekundär ksnu- (z.B. Ptz. Med. ksnuväng-) statt Tksnav-.
Im Iran. teilweise Übertragung auf ‘die Sinne schärfen’ — ‘achtgeben auf > ‘(zu)hören’;
die alte Bedeutung noch in jav. hu-x$nuta- “gut geschärft’.
Pk®sueib"-" ‘(sich) schwingen’? IEW 625, 1041
Präsens rk ®suib"-e- ved. ksipäti “schleudert, wirft’
Kaus.-It. ?*k®%suoib"-&ie- jav. xsuuaeßaiiat.astra- ‘die Peitsche schwingend’
(M. K.)
Dazu wohl auch aksl. o-šibati ‘sich abwenden’, russ. Sibar’ ‘werfen’ usw. Unklar ist das Ver-
hältnis von ved. р und iran., slav. *b" (oder *b?; man könnte germ. *swaipa- in ae. (+)
swäpan “ереп; schwingen’ hierher stellen); das Fehlen von *и im Мей. und Slav. beruht wohl
auf Dissimilation gegen den Labial.
Im Iran. primär intr. ‘sich schwingen’ (vgl. mp. šëb- ‘sich schnell bewegen’), sonst transitiv.
e З ;
*Kuas-' ‘küssen IEW 626
Aorist *Luäs-/kus- heth. kuaszi, kuassanzi ‘küssen’?
[gr. кїйттоа “küssen”
Präsens *ku-neln-s- Ier. коиќо *Кйззе”“
(M.K.)
Vgl. EICHNER, FT Regensburg 82; der Ansatz von *а läßt sich wegen der mi-Flexion des
heth. Verbums, die Rio) unwahrscheinlich macht, kaum vermeiden.
Mit Durchführung des starken Stamms, s. EICHNER, ibid.
Umbildung aus dem Plural eines Wurzelaorists nach OETTINGER 170”.
< *kunehe-, thematisiert aus *ku-ne-s-.
374
*kuath,- ‘Blasen werfen, aufschäumen’' IEW 627-8
Präsens *kuaäthz>-e- ved. (Y V) Ptz. kväathant- ‘Blasen werfend,
aufschäumend, aufwallend’?
Kaus.-It. *kuothz-eie- ?spätved. (Sü.) kvathayati “läßt aufwallen’”
got. wapib ‘schäumt’”
Desider. ?*kudth;/kuth,-s- [aksl. Aor. vo-kyse “wurde sauer, gärte’”
n b ш PM —
(R.L.)
Wurzelansatz gem. EW Aia I 420, Bedeutungsansatz gem. GOTÖ 120.
Finite Formen erst nachved., GOTÖ 120-2.
Zur Beleglage s. GOTÖ 121-2. Der lange Wurzelvokal deutet auf чей.
got. *wapbjan: belegt nur 35 und Ptz. pabjands; LEHMANN 199.
Mit verblaßter Bedeutung und sekundärer Dehnung von *u (s < *ts). Sekundär dazu fientives
Präsens vp(s)-kysnoti “sauer werden, gären’, Zustandspräsens və(s)-kysëti ‘sauer werden, gä-
ren’, Faktitiv kvasiti ‘säuern, gären lassen’, BERNEKER 678-9, VAILLANT III 243, 389. Mit
dem slav. Formenverband verknüpft VAILLANT ibid. jedoch auf der Grundlage einer urspr.
Bedeutung ‘gären’ lit. kusri “in Bewegung geraten’ (Prät. sukù.šo), Präs. kuštü < *kuns- (dazu
kušn, kuseti “wimmeln, sich rühren, sich bewegen’), vgl. dazu FRAENKEL 321-2, BERNEKER
672 (vielleicht aus *kük ~ gr. kukdo ‘rühre, mische, verwirre’).
*kuehjp-' ‘sieden’ IEW 596
Iterativ ?*kuoh,p-eie- čech. (+) kvapiti “ееп”?
Fientiv ?*kuhp-Ehlh)- ак]. -kype ‘мае, siedete’
Essiv ?*kuhħp-hié- [lit. kãpu, (kūpėti) “brodeln, überschäumen’;
lett. kúpu, (küpet) ‘rauchen, dampfen”
aksl. (+) kypljọ, (kypeti) ‘wallen, sieden’
Neubildungen: sta-Präsens lett. küpstu, (kûpt) ‘rauchen, dampfen’*
(M.K.)
Von *keup- ‘beben’ zu trennen, wohl auch von *kuep- “hauchen’; *h, nur aufgrund von Іей.
ё, wo Ablautneuerung oder Einfluß von *kuep- vorliegen könnte.
Aus *“1п heftiger Bewegung sein’?
Wohl ursprünglich vom Wasserdampf beim Sieden.
Daneben mit R(e) gleichbedeutendes kvepstu, Куёрг.
375
?*Ëueh;-' "erwerben" IEW 593
Aorist ?rkueh,-Ikuh,- — [gr. ёласбиту “erwarb”
Perfekt *kue-kuöh,/kuh,- [gr. лёл@шол ‘besitze’
Neubildungen: redupl. ske-Präs. gr. &u-nındorgnaı ‘erwerbe”
(М.К)
Nur gr. (nicht ion.-att.); für *Ён und gegen *k“ (oder *p) spricht besonders лл in gr. boiot.
таллброта ‘der Besitz’ (< та &рллброто, s. THUMB-SCHERER, Handbuch der griechischen
Dialekte. Zweiter Teil, Heidelberg 1959, 31); eine Verbindung mit *Rueh;- ‘anschwellen’ ist
lautlich unmöglich.
Umbildung im Einzelnen unklar (zunächst wohl Ablautausgleich *kua- : *kū- > *kuā-), ein
Wurzelaor. ist wegen des Zustandsperf. wahrscheinlich.
Neu zum Aorist und Perfekt.
Prkueit-' ‘erglänzen’ (?)° IEW 629
Aorist *kueit-/kuit- [aksl. -cvore, [-cvise “erblühte(n)’
Präsens ?*kuit-e- aksl. (+) cvoto, (cvisti) “*blühen””
Essiv *kuit-hle- Пек. kviru, (kvitet) ‘flimmem, glänzen’
r.-ksl. (+) cvoSto, (cvoteti) ‘blühen’
(M. K.)
Nur bsl.; gleichsam „Kentum-Form“ von zuer. ‘hell aufleuchten’ (s.d.), das іт В]. eben-
falls vorkommt.
Im Slav. auf die Entfaltung von Blüten eingeschränkt. Oder sollte umgekehrt die lett. Bedeu-
tung sekundär aus ‘blühen’ hervorgegangen sein?
Neubildung zum Aorist?
*kuelp- ‘sich biegen, sich krümmen, sich wölben’! IEW 630
Präsens ?rkuelp-e- nnorw. kvelva, nschw. dial. hvälva ‘sich wölben”
Perfekt ?*kue-kuölp/kulp- ?mhd. walb ‘dehnte sich aus”
Kausativ ?*kuolp-eie- an. hvelfa sw.] ‘gewölbt machen, umkippen,
zum Kentern bringen’,
аһа. (+) be-welben ‘umgeben, umwölben’
Essiv ”rkulp-h,ie- an. holfa sw.3 “рекепіегі sein (von Schiffen)’*
(R.L)
376
! Zu dieser Wurzel gehört gem. MOTTAUSCH, KZ 77 (1961) 131, 137, BERNEKER, Die Preussi-
sche Sprache, Straßburg 1896, 302 (und vgl. FRAENKEL 276) auch das apr. Verb *po-quelprt
“hinknien’, von dem jedoch keine Primärstammbildung belegt ist, sondern nur das Ріг. Prät.
po-quelbton ‘kniend’ «- *hingekniet’, vgl. TRAUTMANN, Die altpreussischen Sprachdenkmä-
ler, Göttingen 1910, 405; Baltisch-slavisches Wörterbuch, Göttingen 1923, 137. Ausgeschlos-
sen ist etymolog. Verknüpfung mit *kleub- ‘stolpern, hüpfen’.
2 DE VRIES 247; urgerm. *hwelf-a-, starkes Verb vorausgesetzt уоп Ptz. Prät. an. holfinn ‘ge-
wölbt’, SEEBOLD 281.
Zweifelhaft, vgl. SEEBOLD 281.
4 < urgerm. *hulb-ai- ‘gewölbt sein’ (Ersatzbildung für Perfekt nicht ausgeschlossen), Herlei-
tung gem. HARBARSON, FT Innsbruck 83.2.
Prkuep-' “hauchen’ IEW 596
Präsens ?*kuep-e- [lit. kvepiu, (kvepti) “hauchen’
Neubildungen: Essiv lit. kvepiü, kvepeti ‘duften, riechen’
n-Infix-Präs. lit. kvimpü, (kvipti) ‘einen Geruch bekommen’
(M.K.)
i Vgl. lit. kvapas m. ‘Atem, Hauch’; lett. kvêp-/kûp- gehört dagegen (jedenfalls semantisch und
prosodisch) zu *kuehyp- ‘sieden’, s.d. Weitere Verwandte unsicher, рг. калубс m. ‘Rauch,
Dampf bereitet wegen des anlautenden К (statt Tp) Probleme.
І
*k#eh;s- ‘husten’?
Präsens *ktéhss-Ik"hs-> ?[ai. klass. kāsate thustet'*
377
жи.
ІЕМ 649
alit. kosmi, 3s kösti, lit. [kósiu, (köseti) ‘husten’
(M. K.)
Verbal nur iir. und bsl., nominal weiter verbreitet, vgl. besonders kymr. pas т. < *k“hzs-t°,
ae. (+) hwösta ‘Husten’ < *k"ahzs-t°, die den Ansatz mit *k sichern.
Wenn der Ansatz eines Wurzelpräsens korrekt ist, müßte mit iterativer Aktionsart (‘mehrmals
husten’) gerechnet werden.
Ansatz nur wegen der athem. Flexion im Lit., die jedoch nicht alt sein muß.
* Eher späte Neubildung zum Substantiv käs- ‘Husten’ (RV+); vgl. EWAia I 346-7.
1.*ktei-' ‘wahrnehmen, bemerken’ IEW 636-7
Präsens *k#£j-/kuéi-2
Perfekt *k“e-kuóifkui-Š
a
Kausativ *k*öi-ie-
Desider. ?*k“éi/k“i-s-
?*k“i-k“i-sé-
Fientiv ?*k“i-éh;/h;-
Neubildungen: ie-Pràšsens!2
s-Aorist
1
[ved. сдуагі ‘nimmt wahr, bemerkt, beachtet’,
äpa-cäyati ‘beachtet, respektiert, ehrt’,
Med. (RV) cäyamana- ‘sich betrachtend als”?
[gr. Präs. zz. є- ‘hüten’
[aksl. ёајо, (Cajati) ‘erwarten, hoffen”
ved. ní cikāya ‘nimmt wahr’, Plgpf. dciker’
gr. hom. tetiuévoç ‘geehrt’
russ. káju, (kéjat”) ‘vermahnen, tadeln’,
aksl. kajo se, (kajati se) ‘Buße tun, Reue
empfinden’?
9
5. *kueis
ved. ni cikisate ‘erforscht’
[gr. hom. Perf. rerinuer ‘bin betrübt, bekümmert’,
Ptz. enne, rerunuévoç
gr. тіс ‘ehre, schätze hoch’'?
a l
gr. goot ehren"?
(R. L.)
*k“ēi- ist morphologisch bedingte R(ë) im akrodyn. Wurzelpräs. von 1.*k“ei-, ein Wur-
zelansatz *k*“eh,(i)- ist also unbegründet (gegen RASMUSSEN 65-6; MELCHERT, SHHP 164;
GS CowGILL 188 und Erwägungen bei CHANTRAINE, DELG 1123). Urspr. Aoristwurzel,
378
Wurzelaorist jedoch nicht belegt (die ved. Formen ví ácet und ácidhvam gehören zu 2.*k#ei-
bzw. *k“eit-, s.d.), aber vom Perfekt, das als Bezeichnung des am Subjekt erreichten Zustands
auftelische Wurzelbedeutung weist, und dem je-Präsens рг. тіо (s. Anm. 12) vorausgesetzt.
Akrodyn. Wurzelpräsens iterativ-durativ ‘stetig wahrnehmen’ = ‘achten auf, beobachten’.
S. HOFFMANN, MSS 41 (1982) 82 = Aufs. 788, Сото 137 mit Anm. 176, EWAial 531. Dazu
neugsbildet Aor. (AV) acäyisam ‘habe geehrt’, s. NARTEN 113; HOFFMANN, ibid.; GOTÖ
1379:
< *k#2i-e-, erschlossen aus Sekundärwurzel т] in тлобс ‘Hüter’ (denom. tnpéw ‘beobachten,
behüten, aufpassen’).
< *k#2i-e-, vgl. HOFFMANN, l.c.; Сото 137.
Luw. kuwaya- gegen LIV' nicht hierher, sondern zu *duei- ‘sich fürchten’, s.d.
Daraus umgebildet redupl. Präs. ved. ni-cikesi, Ptz. ni-cikyat-, THIEME, Plusqu. 36; HOFF-
MANN, 1.с.; Сото 137! °; EWAia I 531; KÜMMEL, Perfekt 169-71.
Bildung vom Typ *swöp-ie-, KOCH 748-9. Entgegen der traditionellen Einordnung nicht zu
3.*k#ei- “Buße entgegennehmen, strafen’, sondern zu 1.*k#ei- ‘wahrnehmen, bemerken’, wo
*k#öi-ie- als Kausativbildung im Verband mit dem akrodyn. Wurzelpräsens erscheint; auf der
funktionalen Kausativbedeutung basiert die im Slav. lexikalisierte Verbalbedeutung: “wahr-
nehmen lassen’ — ‘vermahnen, tadeln’, reflexiv ‘Buße tun, Reue empfinden’; zur Bedeu-
tungsentwicklung vgl. die morpho-funktionale Parallele im Paradigma von *k*ek- ‘sehen, er-
blicken’ (akrodyn. Wurzelpräs. #42 -/ k“ek-): Kausativ *k#óK-ie- > *k#ó8-ie- “betrachten las-
sen’ > aksl. kaZo, kazati ‘zeigen, таһпеп”.
Das urspr. Desider. ‘bemerken wollen’ — "auf etw. achten’ ist funktionell erstarrt zur Sekun-
därwurzel *k#eis-, s.d. Hluw. REL-sà- gegen ІЛУ! nicht hierher, s. *duei-.
< *‘bin gewahr geworden’; auf der Grundlage eines nicht bezeugten Aor. *e-rinv ‘wurde ge-
wahr’, vgl. Perf. deöanka ‘bin kundig’ zu Aor. #б@ту ‘lernte’ (s. *dens-).
*k#j-je-, abgeleitet vom vorauszusetzenden Wurzelaor. *k“éi-/k“i-.
Ep. í metrisch bedingt, sonst nur 7, s. FRISK II 906, CHANTRAINE, Gramm. Нот. I 111, 371;
das zugehörige Substantiv тит} f. “Schätzung, Preis, Ehre’ mit ¢ rechtfertigt nicht einen Wur-
zelansatz *k*ehji-/(*k#hji- >) *k#ih,-: gun < *k“i-smā wie Ou < *or-smä.
Zu Präs. tiw.
2.*k#ei- ‘sammeln, schichten”! IEW 637-8
Aorist *k“éi-/k“i- ved. ví acet ‘hat geschieden, hat verteilt’?
[(Y VP) acaisam ‘habe geschichtet, gesammelt’?
aav. Зр Inj. Med. vi-šiiātā ‘sie scheiden’*
Ge ke á 5 Ge AE d š k
Präsens *k“i-neu/nu- ved. cinöti “reiht aneinander, schichtet, sammelt’
РА . . . 6
aav. vi-cinaot ‘scheidet voneinander’
Perfekt ?*k#e-k#óifk#i- ved. ví cikáya RV 10,89,3 “hat unterschieden’,
(AV) cikyür ‘haben gesammelt’*
Iterativ *K“oi-éie- [gr. лоо “mache, schaffe, bringe hervor’,
лоќоноп auch ‘wähle, halte für etw., schätze!
ukr. kojú, ko jity ‘anzetteln, (etw. Böses) bereiten’
379
Desider. ?*k%ui-k#i-sé- ved. (Y VP) cikisate ‘will für sich schichten’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. jav. Inj. -caiiat ‘sammelte’ (= aav. Konj. Aor.)*
6a
(R. L.)
Möglicherweise durch funktionell bedingte Ausgliederung aus dem Paradigma von 1.*k“ei-
“wahrnehmen, bemerken’ hervorgegangen: *k!i-new/nu- “wahrnehmen mit Auswirkung auf
Objekt’ (Nasalpräs. semant. transitiv gem. MEISER, FS Rıx 293ff., 311-2) — ‘sammeln,
schichten’, dann Lexikalisierung der Präsensbedeutung. Die Bdtg. ‘scheiden, unterscheiden’
nur im lir. mit Präverb *uí aus “auseinander schichten’, vgl. KELLENS, FS POLOME 331.
Ved. ví cayat Коп). Aor., nicht them. Präsens, s. СОтО 82, EW Aia I 532; vgl. Konj. Aor. aav.
vi-caiiada “ihr sollt scheiden’. Hierher (nicht zu 1.*k“ei) auch ví ácet RV 4,24,8 ‘hat unter-
schieden’, KÜMMEL, Perfekt 172.
Letztlich wohl aus einer aus Wurzelaorist äcer verdeutlichten 35 *ácait hervorgegangen; „is-
Aor.“ vi cayistam RV 6,67,8 ‘vertreibet ihr beide!’ ist Kunstbildung nach dem Superlativ ví-
cayistha-, s. HOFFMANN, MSS 2? (1957) 131 = Aufs. 367.
Rezitationsbedingt für *vi-Siiata, s. KELLENS, Verbe 353-4 mit Anm. 6-7; HUMBACH, Die Ga-
thas I 25-6, II 21.
Aksl. činiti ‘ordnen, reihen, bilden’ ist Denominativum von ёїлъ m. ‘Ordnung, Reihe, Rang’
< *k*ei-nu- (nicht *k“iH-nu-).
Dazu Ptz. cinuuant- "der (die Brücke zum Jenseits) aufschichtet’, s. KELLENS, FS POLOME
330-2 und vgl. KELLENS-PIRART II 242; trotz Сото 133 nicht ‘der Büßende’, somit von
3,*k#ei- ‘Buße entgegennehmen, strafen’ getrennt zu halten.
KÜMMEL, Perfekt 172-3.
< *k#oiueie- ‘schichtend herstellen’, Ersatzbildung für frogw. Nach traditioneller Auffassung
(SCHWYZER 450°, 726 mit Anm. 7) gilt gr. лоо < *roıreo als Denominativpräsens
(*k*oiue-ie-) zu einem verloren gegangenen Verbalnomen *k*oi-uö- > *roıfög (nicht fortge-
setzt in -zoıög, das erst ab 5. Jh. v.Chr. bezeugt ist, also eine retrograde Bildung zu mow dar-
stellen dürfte). Mangels geläufiger Muster ausgeschlossen ist die Analyse *k*oiu-eie- als Ite-
rativ zu einer Sekundärwurzel *k*eiu-, die vom Präsensstamm *k“i-né-ų-/k“i-n-u- «— *k“i-
né-/k"i-nu- abstrahiert wäre, vgl. jedoch FRISK II 571, CHANTRAINE, DELG 923, RASMUS-
SEN 194. Zu Präs. * rorfee- hinzugebildet Aor. Eroinoe = агро]. Enoif£he, boiot. Eroif£oe.
Vgl. KELLENS, Verbe 354 Anm. 6; FS POLOME 331.
3.*k#ei- “Buße entgegennehmen, strafen’' IEW 636-7
Präsens *k#ei-e- ved. cäyate ‘straft, treibt (Buße, Schuld) ein”
*k“i-k“éi/k“i- lyk. A ttiti, B kikiti ‘läßt zahlen, legt als Buße fest’??
[jav. Konj. cikaiiat, cikaiion ‘soll, sollen bien"?
*k#i-neulnu-" [gr. тѓио (ion. i, att. г) “bezahle, entrichte, büße’,
Med. rivouaı ‘lasse mir bezahlen, lasse büßen,
bestrafe, räche (mich an)’,
Шот. ion. kret. reivuuaı “id.”
Эке. *k“inu- ‘büßen’ oder ‘strafen °
380
2 2. D ; 7
Aorist *kteilk"éi-s- gr. myk. Ptz. Med. qe-ja-me-no ,
gr. Ereioa, - Aumv, äol. лєїсол
Kausativ *k“oi-éie- jav. Opt. pairi.ä-kaiiaiianta ‘sie mögen sich büßen
lassen’
Desider. ?*k“éi/k“i-s- gr. Fut. teíow ‘werde bezahlen, büßen’, reioouaı
‘werde büßen lassen, werde (mich) rächen’ '?
?*k“i-k“i-sé- jav. aißi.cicišəmna- ‘für sich abbüßen
моПепа°(?)''
Neubildungen: R(e)-e-Präs. gr. ark. (4. Jh. v. Chr.) zv- Teı£ro ‘er bezahle
12
(R.L.)
3.*k"ei- u.U. als ‘animadvertere = “(tadelnd) wahrnehmen, strafen’ ursprungsgleich mit
1.*k“ei- “wahrnehmen, bemerken’. Aksl. Кајо se, kajati se ‘Buße tun, Reue empfinden’, russ.
käju, käjat’ “vermahnen, tadeln’ nicht hierher, sondern zu 1.*k*ei-, s.d.
S. Сото 132-3, JOACHIM 78, EW Aia I 532-3.
< *kMi-k4ei-ti, s. HAJNAL 125, 156-7!57.
Faktitiv, vgl. Anm. 4; vgl. KELLENS, Verbe 25, 56, 182. Nach Сото 133 jav. Ersatz für das
Nasalpräsens, doch ist dies iir. nicht bezeugt, s. Anm. 4. cikaii- für *cicaii- analogisch nach o-
stufigen Bildungstypen (M. K.).
Faktitiv: ‘eine Buße entgegennehmen lassen’ > “Buße leisten, büßen’, Сото 132-3, EW Aia I
532-3. Ptz. av. cinuuant- nicht hierher, sondern zu 2.*k“ei ‘schichten, sammeln’, s.d.
< * пуцнат; geneuert nach Aor. reioacdaı, Vokalismus er gesichert durch kret. Іру. (5. Jh.
v.Chr.) ало- тєіубто, WACKERNAGEL, Unters. 80, SCHWYZER 697 mit Anm. 4. Dem uridg.
Präs. *k“éi-e-toi (> ved. сауаге) ‘straft entspricht im Gr. funktionell das neue kausative Me-
dium *k“i-nu-tói > Teivvraı, riveran “läßt büßen, bestraft, rächt” zum aktiven Nasalpräsens
*k!i-néu-ti ‘büßt’, Сото 132-3.
Im urspr. Verbalnomen mir. cin, Gen. cinad m. ‘Schuld, Verbrechen’ < *k“i-nu-t-, IEW 637,
VENDRYES C-101, МССОМЕ 13.
Bei LEJEUNE, Mémoires de philologie mycenienne, Deuxième serie, Roma 1971, 305-6,
300%, CHANTRAINE, DELG 1120-1 einem Wurzelaorist *k“éi-/k“i- ‘bezahlen’ zugeordnet;
wahrscheinlicher ist jedoch Lesung als s-Aorist *k“eiha-.
Vgl. auch kypr. Коп). pe-i-se mit irregulärem p.
Haplologisch für *-kaiiaiiaiianta;, direkt reflexiv, KELLENS, Verbe 25, 56, 151-2.
Vgl. auch kypr. pe-i-se-i mit irregulärem p.
Indirekt reflexiv, KELLENS, Verbe 25, 327, 56, 196; bei BARTHOLOMAE 429 verfehlte Zuord-
nung von cici$a- zu 'kaēš- ‘struere’, das seinerseits zu 2kaëš- (= ci$-) “lehren, versprechen, zu-
weisen’ zu stellen ist, s. *kl'eis-.
Neubildung zu Aor. arv-teıoato, vgl. dazu FRISK II 902-3; DUBOIS, Recherches sur le dia-
lecte arcadien I, Louvain 1988, 153 $96a; LEJEUNE, l.c. 305-6, 300%; CHANTRAINE, DELG
1120-1.
381
*kueis-' ‘auf etwas achten, wahrnehmen’ IEW 637
Aor./Präs. *k#eis-/kis-
Aor. aav. cölSt, 2р cauuistä = jav. cölsta’ ‘jmdm. etw.
bestimmen, zuweisen’
Präs. air. Präs. Pass. :ac-castar ‘wird geschen",
[Akt. ad:cí ‘sieht’,
?[gall. Іру. -ppisetu ‘soll sehen”
Präsens ?*k*i-ne/n-s- aav. cinas, ci$mahi, Jav. cinahmi, cinasti, ci$maide
‘bestimmen, zuweisen’”
Perfekt ?*k#e-kuóislkuis- air. :ac-cae ‘sah’?
Desider. ?*k“éis/k“is-s- [gall. Fut. pissíiumí “werde sehen’?
JE Eis cé air. Еш. ad:cichestar ‘wird gesehen werden"?
Neubildungen: К`(е)-е-Ргаѕ. jav. Med. 3d fra-caö$aetam Yt. 8,38 “bereiteten'!!
(R.L.)
Ursprünglich zu 1.*k“ei- “wahrnehmen, bemerken’ gehöriges Desiderativ *k“éi-s-/k"'i-s- ‘be-
merken wollen’ — ‘auf etw. achten’ (vgl. dazu NARTEN, GS NYBERG II 92 = Kl. Schr.
21926), aber schon uridg. zur Sekundärwurzel geworden, deren Wurzelbildung sowohl als
Präsens wie auch als Aorist eingeordnet werden konnte.
Aav. cauuis° statt cöis° (für älteres *cais°) nach dem Modell von aav. yauuista- (*yavista-) :
jav. yöista-, s. KELLENS, СИ 34.
Zum av. Formenbestand der Wurzel cöis-/ci$- KELLENS, Verbe 25, 32’, 65, 72°, 107-8 mit
Anm. 3, 165 mit Anm. 3-5, 355-7 mit Anm. 7, 375-6, 380-2, 395, KELLENS, Liste 22-3; zum
Дау. BEEKES, Gramm. 205, 102, 165, 168, 176, 188. Av. cöis-/ci$- ‘(religiös-magisch) be-
stimmen: zuweisen, festlegen’ < *‘besorgen für’ (NARTEN, GS NYBERG II 81-91 = КІ. Schr.
208-19, bes. 92 = 219 mit Anm. 26, KELLENS-PIRART II 242-3), entwickelt aus Aor. (telisch)
‘eine Vision bekommen, etw. für jmdn. sehen, providere’; bei BARTHOLOMAE 429 verzeich-
netes 'kaēš- ‘struere ist (mit Ausnahme des Präsensstamms cici$a-) in der tatsächlich
anzusetzenden Bdtg. ‘zuweisen, festlegen’ zu hier vorliegendem ?Каё$- (= ci$-) zu stellen,
während сїсїўа- gem. KELLENS, Verbe 25, 32’ als Desiderativ zu kay- (= ?ci-) ‘büßen’ (d.h.
etymologisch zu 3.*k“ei-) gehört.
< *ad-k"is-tor, KLINGENSCHMITT 146, THURNEYSEN 386. Deuteroton dagegen thematisch
ad:cither < *ad-k“isetor.
< *ad-k“is-e-t(i);, IEW 637; K. H. SCHMIDT, Koll. Udine 78; Reconstructing languages and
cultures (ed. POLOMÉ, WINTER), Berlin - New York 1992, 46; KLINGENSCHMITT 146.
< *(a)d-pis-e-tu, RUBIO ORECILLA, HS 112 (1999) 116 mit Lit.; Prät. nach K. H. SCHMIDT,
Koll. Udine 83, 84°.
Inj. 3s aav. cinas Y. 44,6 < *ci-na-s-t hierher, dagegen aav. fra-cinas Y. 32,5 zu *k“eit, s.
NARTEN, GS NYBERG II 83 = КІ. Schr. 210’, KELLENS, Verbe 165°, BEEKES, Gramm. 102,
168; саё$аііап У. 8,2 ist nicht Iterativ, sondern Textverderbnis für Opt. Präs. cisiian v. 1.
(KELLENS, Verbe 165 mit Anm. 5).
< *ad-kti-klois-e.
382
?° Aus weitergebildetem *K“is-s-ié-. К. H. SCHMIDT, Koll. Udine 74, 78; MCCone 103, 119,
145.
10 Vgl. MCCOoNE 168.
Oder aus dem thematisierten Wurzelaorist (?); vgl. KELLENS, Verbe 25, 107, 108°, 376; HINT-
ZE 377. Ptz. caēšəmna- Yt. 19,93 ist besser mit HINTZE 378-9 als Ptz. Fut. "jaesomna- < *jai-
Siamna- ‘im Begriff zu siegen’ (zu *g*ei-) zu lesen.
*kkeit-'
Aorist
Präsens
Perfekt
Kaus.-It.
Intensiv
Desider.
“bemerken, erkennen’ IEW 637
Séit Ab
*k“i-né/n-t-
*k”e-k“óit/k"it-
*k“oit-é ie-
9?*k#éi-ktoit/kit-
Prkui-keir-se-
Neubildungen: s-Aorist
R(e)-e-Präs.
R(z)-e-Präs.
ved. 2p Med. äcidhvam ‘habt beschlossen”,
Ptz. citäna- ‘in Erscheinung tretend’”*,
[35 асай ‘hat erkannt?
aav. acistä, cista ‘hat erkannt, ist auf die Idee
gekommen’, Konj. cöidar*
?[lett. Prät. Skitu ‘meinte’, unpers. ‘schien’
[ved. (Br.) cintayati ‘denkt nach”
aav. fra-cinas Y. 32,5 “erkennt”,
jav. Konj. Ip cinadamaide Vr. 12,4 ‘werden
erkennen’?
5
ved. ciketa ‘beachtet; kennt, versteht’,
Ptz. cikitvanıs- ‘verständig’”
jav. 'cikaeda° Yt. 1,26 ‘kenne, verstehe’,
Ptz. сікіӨВаһ- “wissend’”
ved. cetäyati ‘läßt jmdn./etw. erkennen, zeigt’,
cetäyate ‘zeigt sich, erscheint; nimmt уаһг”!0
(1. skaitau, -ýti ‘sammeln, zählen, (vor-)lesen’
ER À Š б 11
ved. cékite ‘wird immer wieder erkannt’
12
Vorsorge’
aksl. ёїзъ ‘zählte, las (Schrift); ehrte’'?
ved. cetati ‘erkennt, hat Acht auf etw.’'*
lett. Skietu, (šķist) ‘meinen’, unpers. ‘scheinen’
aksl. &ъго, (čisti) ‘zählen, lesen (Schrift); ehren’!
(R.L.,M.K.)
Traditionelles Rekonstrukt als Wurzelerweiterung von 1.*k*ei- ‘wahrnehmen, bemerken’ (da-
her auch mit Labiovelar). Nach KÜMMEL, Perfekt 179-80 ist der Formenverband von *k#eit-
und *keit- jedoch unter dem Ansatz *keit- ‘bemerken, bemerkbar sein, auffallen’ zu vereini-
gen (s. Anm. | zu *keirt-).
ved. cikitsat “hat es auf etw. abgesehen, trifft
383
Eigentlich ‘habt (die Fahrt) für euch erkannt’ (indirekt-reflexiv); dreimal als aciddh,vam zu
lesen und daher besser hierher zu stellen als zu ved. cay ‘erkennen’ (= 1.*k*ei-), s. SEEBOLD,
Das System der indogermanischen Halbvokale, Heidelberg 1972, 210-1; vgl. auch RENOU,
Etudes vediques et pänineennes X, Paris 1962, 69; KÜMMEL, Perfekt 178.
S. KÜMMEL ibid.
Wurzelaor. *acet zum s-Aorist verdeutlicht, s. NARTEN 114.
Mit analogischem Ө nach Opt. Aor. *cidiiat und Präs. *cinadmi usw., INSLER 212, ähnlich
KELLENS, Verbe 354°.
Regulär gebildetes Prät. zu Präs. #К?еги (s.u.), kann also einzelsprachliche Neubildung sein.
Iterativ auf Basis einer 3p *cintanti nach JAMISON 58°°.
< iir. *cinaťt, dagegen gehört aav. cinas Y. 44,6 zu *k“eis, s. NARTEN, GS NYBERG II 83 =
Kl. Schr. 2107, KELLENS, Verbe 165°, BEEKES, Gramm. 102, 168.
Mit analogischem Ө von *сіпабті usw., vgl. Anm. 4.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 174-9.
KELLENS, Verbe 400, 403!” 18. KELLENS, Liste 22; KÜMMEL, Perfekt 636-7; nicht zugehörig
aav. ciköitaras, s. *keit-.
= ‘läßt jmdn. sich wahrnehmen, zeigt sich jmdm.’ bzw. “läßt sich etw. wahrnehmen, zeigt
sich etw.’, JAMISON 160-3, GOTÖ 141 mit Anm. 189.
Сото 140, EW Aia 1 547, SCHAEFER 112-3; KÜMMEL, Stativ 38-41.
Zur Bedeutung EWAia I 547.
Zu Präs. ёьго; könnte Umbildung des Wurzelaorists sein.
Präs, umgedeutet aus Konj. Aor. (aav. cöidat) infolge indoar. Umbildung des Wurzelaor.
*acet zum s-Aor. acait (s. Anm. 3), JAMISON 5825, vgl. auch GOTÖ 13817,
< *k"it-é- auf der Grundlage des Wurzelaor.
*kueKk-' ‘sehen, erblicken’ IEW 638-9
Aorist Set AH. [ved. (MS) aksat, (КУ) ákhyat ‘hat erblickt, hat
geschaut’?
[aav. Inj. @-xsö ‘schau hin’,
Konj. xsai = /хѕааі! “ich will wahrnehmen”?
Präsens ?rktek-/ktek-* ?[ ved. (ŠB) áva-kāśate ‘wird sichtbar, erscheint?
ау. @-kasat У. 22,2, 9 ‘erblickte’;
altkhot. Med. nyaste ‘verachtet”
Perfekt *kte-klöklkk- ved. (RV) abhí caksur ‘schauen auf etw. ”®*,
cáksus- n. "Auge"
?[jav. caxse ‘hat gelehrt”
Kausativ *k*ök-ie-” [ved. (AV) sam kāśayati “macht sichtbar
aksl. kaZo, (kazati) ‘zeigen, mahnen’''
Desider. *krek/k&.k-s-"? ved. сёзге ‘blickt, schaut; erscheint’, Зр cáksate!2,
Іру. (RV) caksi ‘blicke; leuchte!”'*
384
; Р 15
Jav. саќе ‘lehrt’ °;
[altkhot. 3p Med. tcäsa’ri ‘nehmen wahr”!
Intensiv ?rk“ek-k“oklk“k- [ved. abhí cakasiti *beschaut’
Neubildungen: je-Präsens ved. (Br.) Pass. -khyäyate ‘wird wahrgenommen’!”
6a
ә
(R. L.)
Vgl. gr. zécuop n. “Zeichen; Ziel’ < *kt'éË-mr.
EW Aia I 420-1, 456-7; zur lautlichen Variation k £ ~ khy HIERSCHE, Untersuchungen zur Fra-
ge der Tenues aspiratae im Indogermanischen, Wiesbaden 1964, 44-5; LIPP 4.6. Anm.; zum
Aor. ksa- ~ khya- gehört synchron das Suppletivpräsens ved. caste (erstarrtes Desiderativ,
s.u.), NARTEN, Sprache 14 (1968) 122 = КІ. Schr. 84 mit Lit. in Anm. 52, CowGiLL, MSS 25
(1969) 29. E
KELLENS, Verbe 365, 366, BEEKES, Gramm. 215, 181. Zum Lautlichen s. Anm. 4.
Alte Aorist-Bedeutung ‘erblicken’, alte Präsens-Bedeutung (iterativ/durativ) ‘beschauen, be-
trachten’, im lir. beide lexikalisiert. Zur iir. Lautentwicklung vgl. den normalen Palatalwandel
kuk © °! > früh-iir. É > spät-iir. präpalatale Affrikate с; idg. Å > früh-iir. c > spät-iir. palato-al-
veolare Affrikate č = [tš] = /ć/ (> 1. ved. š = [š], 2. uriran. alveolare Affrikate c: = [ts] > ау. s,
ap. Ө; s. LIPP 3.2., 3.2.3.): Präs. *k“ék-/k"ék- > früh-ür. *Köc-/Kec- > spät-ür. *kăč-/káč- (spora-
dische dissimilator. Entpalatalisierung X > k in der Nachbarschaft eines Palatals) > ved. kas-,
ap. *ka0- bzw. av. kas-, khot. kas- (vgl. GOTÖ 115 mit Anm. 102; *«“ök- ist morphalogisch
nicht zu begründen); Aor. *k*ek-/k#k- > früh-ür. *Ёёс-/Кс- > spät-iir. *káč-/kč- (Dissimilation
Ё > k s.o.). Die reguläre iir. postokklusive Affrikatenvereinfachung *kč- > *k$- (> ved. Tks-,
av. txš-; s. Anm. 7) wurde im schwachen Aoriststamm infolge analogischer Bewahrung bzw.
Restitution der Affrikate č nach dem starken Stamm игііг. *káč- verhindert, 3p Wurzelaor.
*kč-ánt > them. Aor. *kč-á- > ved. ksa- (> khya-), aav. xsa-, somit keine Homonymie mit
Aor. iir. *kš-á- > av. xša- ‘herrschen’ (є Wurzelaor. *h;ek#s-/h;k#s-, s. Anm. 1 zu 1.*rek-); s.
Lipp 4.6.
Thematisiert vom starken Stamm. Spät und selten belegt, sekundärer Ursprung nicht ganz
ausgeschlossen; vgl. GOTÖ 115 mit Anm. 102.
Iran. Formen thematisiert vom schwachen Stamm. Iran. Reflexe des starken Präsensstammes
mit К(ё) eventuell іп mp. <’k's> = /agahl ‘gewahr, kundig’ = пр. āgāh < ap. *а-к20-а-, vgl.
BAILEY 57a; HOFFMANN, Sprache 32 (1986) 32'° = Aufs. 827'°; KELLENS, Verbe 110;
ЕМА1а I 344-5. Zu altkhot. nyaste < *ni-kas-a-tai steht in produktivem Verhältnis das intr.
Med. altkhot. kaste ‘erscheint’ < *kas-ya-tai; zu den khot. Formen EMMERICK 21-2, 60 und
vgl. BAILEY 57a, 193b; außerdem ABAEV I 589-90.
Synchron Perfekt zur aus dem Präsensstamm cáks- (s. Anm. 13) abstrahierten Neowurzel
caks-, dazu neu 35 cacaksa usw., vgl. KÜMMEL, Perfekt 168-9; daneben auch cakhyatur zur
Neowurzel kśā- ~ khyä- (s. Anm. 17), ibid. 153-4.
Die Analyse von ved. caksur, cäksus- (erstarrtes Ptz. Akt.) als Perfektformen stammt von
LEUMANN, Neuerungen 105, dessen Interpretation jedoch infolge der verfehlten Einbeziehung
уоп ved. cäste, av. caSman-, die er ebenfalls vom Perfektstamm herleitete, abgelehnt wurde
von KUIPER, IIJ 10 (1967-68) 124; NARTEN, FS KUIPER 13%, 15“ = Kl. Schr. 101, 103;
WATKINS, Idg. Gr. 89; COWGILL, MSS 25 (1969) 29, 37°, EWAia I 523, 524. Iir. Lautent-
wicklung (zum iir. Palatalwandel s. Anm. 4): Postokklusive Affrikatenvereinfachung (idg. T£
>) iir. Tč > Tš (wie präokklusiv, z.B. idg. *Hokteh, acht > iir. *HačtáH > *astä), vgl. zu
*pek-u- ‘Vieh’ gehöriges *pk-u-/pk-eu- in iir. *рёи-/р©аи- > *psu-/psau- > indoar. *psu-
Ipsau- > ved. ksu- ‘Vieh’ (= jav. fšū°), ved. kso-ni- ‘Gebrüll (*der Viehherde)’ (vgl. jav.
385
fšaoni- ‘Kleinviehherde’); somit 3p Perf. ze bt e ‘haben erblickt’ = ‘blicken auf etw.’ > iir.
жсак > *caksf > ved. caksur ‘schauen auf etw.’, Ptz. Perf. п. *k#e-k“k-us- “auf etw.
blickend’ > *cákčuš- > *cakSus- "das blickende (Auge)’ > ved. cäksus- ‘Auge’; s. LIPP 4.1.
Präs. ved. cäste, cäksate, Jav. саўе sowie av. ap. cašman- n. ‘Auge’, ved. caksmd- ‘zum
Himmelsauge gehörig’ beruhen dagegen auf dem erstarrten Desiderativstamm *k“ek-s- und
sind gegen LEUMANN lautlich nicht auf den Perfektstamm *kte-k4k- (> iir. *cak&-> *cak$-)
zurückführbar, s. Anm. 12.
Mit xs vom Aor. xsa-, vermutlich Neubildung zu diesem, vgl. KÜMMEL, Perfekt 626-7. Be-
deutung wie Präs. jav. cašte ‘lehrt’.
Zum akrodyn. Wurzelpräs.
JAMISON 125. Suffix nach dem produktiven Kausativtyp normalisiert.
Gleichsam *k!'ög-ie- ‘betrachten lassen’ (von einer Wurzelvariante *k“e8-) — *ktök-ie-.
Funktionell erstarrt. Bei Präs. ved. caste, av. сайте handelt es sich gegen LEUMANN, Neuerun-
gen 105 nicht um ein ins Präsenssystem überführtes Perfekt *k#e-k#Ë-, das iir. Tcakš-tai > ved.
Tcakte, ау. їсахќе ergeben hätte, s. LIPP 4.6. und vgl. dazu die Lit. in Anm. 7. lir. Lautent-
wicklung (zum iir. Palatalwandel s.o. Anm. 4): *kreks-toi > iir. *cáčštai (ё = [tš]) > *cátštai >
(Dissimilation) *cáštai > ved. cäste, Jav. саќе, *k"éks-ntoi > iir. *cáčšatai > *cátšatai >
indoar. *cátsatai > ved. cáksate (zu ts > ks s. Lit. in Anm. 2 zu */íËei-); zum Akzentsitz s.
Anm. 13; Verblassen der desiderativen Bedeutung wie bei *h;i-h;k“-sé- ‘sehen wollen’ > ved.
iks-a- ‘wahrnehmen, sehen’ (5. *h;ek*-).
Уеа. сазе synchron Suppletionspräsens zu Aor. аќќаг ~ akhyat, s. Anm. 2. Alternativhypo-
thesen zum Akzentsitz: 1. infolge sekundärer Interpretation von caks- als zu ved. kāś- gehöri-
gem Reduplikationspräs. ca-ks- wurde im Medium der Akzent von der Endung auf den
Stamm verlagert: indoar. *cas-te, *caks-dte > ved. сӣ-5-1е, cä-ks-ate, 2. ved. cäste, cäksate,
av. cašte < 35 *К“ёЁз-1о1 : Зр *k“éËs-ntoi < Stativ 35 *k#éËs-ei ` 3p *К”ёЁз-ёг [< **-er-s], vgl.
die vollstufig-wurzelbetonten stativischen Verba ved. vás-te ‘trägt (Kleidung)’, äs-re ‘sitzt’
als mediale Umbildungen des Typs ved. say-e ‘liegt’, s. auch CowGiLL, MSS 25 (1969) 29,
WATKINS, Idg. Gr. 89. Sekundär thematisiert Inj. 35 (КУ) caksata; zum Präsensstamm sekun-
ааг hinzugebildet Kausativ ved. caksayati “offenbart, erhellt’ und Perfekt cacaksa (s. Anm. ба).
< *küek-s-si, JOACHIM 76-7.
< *‘erkennt, nimmt wahr’, diese ältere Bedeutung ist im Khot. bewahrt. Zum Medium tan-
tum und zur Bdtg. vgl. KELLENS, Verbe 92 mit Anm. 2. JAMASPASA-HUMBACH 16-7 Anm. d
ziehen v.a. aus semantischen Gründen die jeweils neben ca$° bestehenden v.l. mit ci$° vor
und stellen alle Formen zum schwachen Stamm des Präs. cinah-/ci$- ‘bestimmen’ (s. *k*eis-),
dagegen KELLENS, Verbe 922. Von iran. *ca$- ist das Kausativ *casaya- in mp. čāš- abgelei-
tet, vgl. JAMASPASA-HUMBACH 16 Anm. d.
< *caš-a-, thematisiert; BAILEY 141а, EMMERICK 40.
Wahrscheinlich erst iir. Denominativpräsens zu Nomen actionis *k&“Ë-éh;- > ved. abhi-khya- f.
‘Anblick’ (Typ gr. ont, d.h. ved. khya-ya- “wahrgenommen werden’ < *‘einen Anblick bie-
ten’; daraus abstrahierbar eine zu Aor. ved. k$-a- ~ khy-a- = av. хѕ-а- passende Neowurzel
ved. kśā- ~ khyä- = av. xsä-, die z.B. auch vorliegt im VAdj. ved. sanı-khya-ta- “berechnet,
gezählt’ = jav. xsa-ra- ‘gelehrt’ gegenüber ererbtem jav. a-ha-xsta- “unzählbar’; s. LIPP 4.6.
Dagegen rechnen HIERSCHE, l.c. (Anm. 2) 44-5 und EWAia I 420-1 mit einer Wurzelerweite-
rung ved. k£-a- : kāś- wie mn-ä- : man- (vgl. *mnehz- : 1.*men-).
386
*křelh;-' "eme Drehung machen, sich umdrehen,
sich (um-, zu-)wenden”? IEW 639-40
Aorist *k”élh,-/k“]h;-
Präsens *k#]-ne/n-h;-
*k“élh;-e-
ж k4ölh,-d*e-
Perfekt ?*k“e-k#ólh/kulh,-
Kaus.-It. *Kolh,-eie-
3
[arm. etew ‘wurde, war’
[gr. &rAeto “wurde, fand statt, маг”,
Akt. Erdevll. 12,11 ‘war’
[lat. colui ‘habe bebaut, bewohnt, versorgt’”
?toch.B Sala, А säl ‘führte, brachte’®
[alb. ageg. cleh /kl’e/, atosk. cle /КГ'е/ "wurde"
[gr. zepi- TEAAouaı "bewege mich im Kreise’,
(Pi.+) rEAAouaz “entstehe, werde’,
kret. TEAA@ ‘besorge, verrichte, führe durch’?
kymr. pall- ‘zu Ende kommen, aufhören,
mißlingen; zurückweisen’,
[air. do:air-chella ‘umgibt, faßt ein
?toch.A Präs. VI källas ‘führt, bringt’,
[toch.B Präs. X källāssäm ‘führt, bringt
[alb. për-kul ‘biegt, krümmtť’ ”
ved. cárati ‘bewegt sich, wandelt, geht
aav. caraiti, jav. caraiti ‘bewegt sich, wandelt, hält
sich auf
gr. hom. (äol.)+ r&Aouaı, seltener zé4@ ‘bewege
mich, befinde mich, werde, bin’,
kret. r&Aguaı ‘werde sein’'”
lat. colö, -ere ‘bebauen; (be)wohnen; versorgen,
pflegen, verehren’'”*; umbr. ař-peltu ‘circumito
alb. sjell ‘bringe, trage; drehe um, wende;
verzögere’'!”
gr. dën ‘bin da, trete in Erscheinung’ 13
ved. (AV) сасйга ‘ist dahingewandelt,
ist gegangen’
?[toch. Konj. B kalam, A kläs° ‘wird bringen’
kluw. kuwaliti tr. ‘dreht’, Ipv. 3p kuwalaindu,
?lyk. teliya “ich drehte’'”*
[ved. (Y V) cärayati ‘setzt in Bewegung’
Mjav. käraiieiti ‘furcht (eine Еигсһе)??°;
[nur. waigali caräy- “Vieh hüten’
gr. лол Hes. “wende (Erde) um, pflüge um’,
att. poet. ‘bewege mich umher, halte mich auf’,
hom. mvp- roA&o ‘unterhalte ein Feuer’
?alb. gell ‘bringe, trage; halte jmdn. auf”
‚10
DK
314
316
387
*kuólh;,-ie- gr. 20uëouot 'komme/gehe häufig wohin’
Intensiv ?*k“él-k“olh,/k"]h;- ved. (AV) carcariti “wandelt hin und her’,
[(RV) carcūryámāna-
Neubildungen: s-Aorist ved. acarisam ‘bin dahingewandelt, bin gegangen"
N
gr. ётғіДау Pi. ‘legten (den Weg) zurück’?
Sé Keis 24
Nasalpräs. arm. linim ‘werde’
(R.L.)
Set-Charakter nach Ausweis des Ved., Gr. und u.U. Toch.; *h, wegen gr. тїйє ‘in der Ferne’
< Lok. *k“elh, ‘ат Wendepunkt’ (endungslos-dehnstufige Bildung vom Typ av. den), HAR-
DARSON, HS 108 (1995) 205-6; daher lautlich regulär *k“olh;-éie- > gr. noA&o, *k“ölh,-ie- >
gr. rwA&ouaı (gegenüber *pothz-Eie- > gr. rordouaı, *pöthz-ie- > gr. nwtáoua ере,
flattere’) und *k'elh,-d"e- > gr. тєАёӨ® (gegenüber *pelhz-d"e- > gr. леДа0а); *k''é-k“Ih,-o- >
*k“é-k"l-o- "Rad hierher mit Laryngalschwund in reduplizierter Bildung, RIX, Unfreiheit 23.
Angesichts des Wurzelaor. ist telische Wurzel anzusetzen.
Thematisiert, vorarm. *e-k“I-e-to infolge Umbildung wie im Gr. (s.u.), KLINGENSCHMITT 31,
164, 267, 280-1.
Thematisiert;, рг. #лАєто < *é-k"l-e-to (statt *endiero < *E-k“]h,-e- oder *елёДЕто < *e-k"el-e-
to є *k"éle-to < *k*Íh,-to) zu Präs. reAouaı nach ёлоџоп : éozónnv, Rıx, Unfreiheit 24.
Urlat. *k'ela-uai < Aor. *k"ela- < *k“elh,-.
Vgl. PEDERSEN, Toch. 183-4; a-Prät. weist zusammen mit Nasalpräsens (*-na- < *-n-H-) auf
Set-Charakter dieser toch. Wurzel (traditionell *käl-), die somit kaum zu *kel ‘antreiben’ ge-
hört (gegen VAN WINDEKENS | 199-200, FRISK I 817); funktionale Bedeutung des semant.
transitiven Nasalpräsens (faktitiv *‘sich wenden machen, hinwenden’ — ‘führen, bringen’)
wurde lexikalisiert. Die toch. Formen ließen sich allerdings auch unter *kelH “aufrragen, hoch-
ragen’ einordnen.
Neutosk. ge, ls qeshë. Thematisiertes alb. kl’e < *k''l-e-t kann ein Medium tantum fortsetzen,
KLINGENSCHMITT 281-2°; statt *k“/h)-e- infolge analogischer Umbildung wie im Gr. und
Arm.
< *klel-ne-, MCCONE 31-2; l-n > AA Entwicklung an Morphemfuge mit längerer analogischer
Erhaltung von п, RIX 67, sekundär mit R(e) nach Wurzelaor. *k'elh,-, vgl. Aor. ark. Zeie :
Präs. ark. eñe- << BaAle-, s. *g"elh,-, Aor. TEHE- : Präs. att. тєшъє- «< tauve-, s. *temh,-.
AAE- nicht ie-Präs., das als tk“elh,-ie- bzw. tkt/h-ie- > Fr&Aee- anzusetzen wäre (vgl. ápów
< *hzerh;-ie- und sekundäres Eu&w < *uemh,-ie-). Nicht hierher рг. &ve-réAA@ “lasse (Gestir-
ne) aufgehen, lasse (Pflanzen) aufsprießen, bringe hervor’, Erı-reAAw ‘trage auf, befehle’
usw. (FRISK H 870 s.v. 2. éw), s. *telh;-.
< *k"alna-, MCCONE 11, 19, 27-8, 29-30, 36-7.
< *to-are-k"elnāt, sekundär in die schwache ā-Flexion überführt; vgl. WATKINS, Evidence
185; МССОМЕ 19, 27-8, 31-3, 36-7, 111; R(e) sekundär nach Wurzelaor.
< *k“alla- < *k"əl-n-a- < *k“]-n-h)-; Unterbleiben der in Toch.A neben Labial eintretenden
Rundung ä > u vielleicht infolge analog. Einflusses durch Prät. säl.
< *k"əlla-sk-.
< *k“[-ne-, dialektal auch ohne Präverb kulet ‘duckt sich’; vgl. DEMIRAJ 317. Сереп IEW 639
nicht *K“el-ne-, da *k“ im Alb. vor e palatalisiert worden wäre, s.u. alb. sjell < idg. *k“elh,-e-.
Seit AV auch calati, СОТО 133-5, 135-6, EW Aia 1 534-5 mit Lit.
Kyren. тёутол < *тёАтол (für kret. reieraı) sekundär zu zeAouaı nach synonymem ёсодол :
388
15a
19а
20
21
22
23
ёстоп, FRISK II 870-1 mit Lit., wegen Set-Charakters der Wurzel nicht Fortsetzung einer
akrodyn.-athem. Bildung (gegen PETERS 324).
Präs. *‘herumgehend besorgen’, vgl. Rıx, Unfreiheit 21-3; GS SCHINDLER 516. *kole- <
*k"ele- (e > о vor velarem l regulär auch vor *-ë-, s. NUSSBAUM, GS SCHINDLER 386, 409°”).
< *k“eletöd; vgl. DEVOTO, Tabulae Iguvinae, Кота 1954, 342-3.
Mit faktitiver Bedeutung nach dem Nasalpräs.
Опар. Alter der Bildung wahrscheinlich, vgl. morphologisch das Verhältnis zil vauaı ` me-
Aá6w; möglich aber auch Neubildung auf -@o zum ursprünglichen Aoriststamm *reie- <
*k“elh,- oder auf ën zu Präs. rEAouaı. Zur terminativen Bedeutung s. CHANTRAINE, Gramm.
Hom. 1327.
< *k"ala- (a-Umlaut) < *k"@la- < *(k*e-)k“olh,-, zur Herkunft der toch. Konjunktivklassen I
und V aus dem idg. Perfekt s. zuletzt K. T. SCHMIDT, FT Leiden 108-9.
HAJNAL 144; 168° und vgl. STARKE, Untersuchungen zur Stammbildung des keilschrift-Iu-
wischen Nomens, Wiesbaden 1990 (= StBoT 31), 236-7, zu den Verben mit luw. -i- - -ai-,
lyk. -i- ~ -eilai- aus „urluw.“ *-eii-/*-eio- < *-eielo- s. HAJNAL 147-50.
<- *‘pflügt, wendet (Erde) um’ kausativ, etymologische Zuordnung gem. Кх, FS MEID 234.
Jav. käraiia- (Obj. karsa-) ‘(Furchen) ziehen’ kann allerdings in der Interpretation “(Furchen)
besäen’ auch mit jav. käraiia- ‘ausstreuen, (be)säen, (be)pflanzen’ (vgl. ved. kar'- “ausschüt-
ten, ausgießen, ausstreuen’, EWAia 1 311) gleichgesetzt und somit zu 3.*kerH- gestellt wer-
den (M. K.; vgl. dazu EW Aia 1 319-20 mit Lit.).
HULD 106-7, 145-7. Skeptisch DEMIRAJ 338-9.
Sekundär zu Präs. ved. сагай.
Sekundär zu Präs. kret. 2440 ‘besorge, führe durch’.
24 < *jei-ne- Med. analog zum Aor. Med. Is еїё < *e-lei < *e-le-i, dazu als jüngere Analogiebil-
dung Präs. еѓапіт, KLINGENSCHMITT 164 und vgl. SCHMITT, Armen. 154. Als Vertretung des
ипар. Nasalpräsens wäre arm. fc“elanim (< *k“el-n-h,- <- *k“]-n-h,-) zu erwarten.
*k#els- “Furchen ziehen, einfurchen’' IEW 639-40
Präsens *k“els-/k“Is- [heth. gulasmi, gulsanzi “einritzen, aufzeichnen’?
[ved. karsati ‘zieht, schleppt’,
[krsatu ‘soll pflügen, soll Furchen ziehen”?
ау. karsöit ‘möge (eine Furche) furchen’,
karəšənti ‘schleppen her, befördern’*
Iterativ *kols-eie- jav. karsaiion ‘schleppten”
Intensiv ?*k“el-k£olsik“]s- ved. Коп). carkrsat ‘soll pflügen, soll
(Saatgetreide) dahin ziehen’
Neubildungen: redupl. Aor. ved. acikrsam RV 10,119,11 ‘habe (einen Flügel) hinter mir
hergezogen/schleifen lassen”
sa-Aor. ved. (YV) akrksat ‘hat gepflügt, hat gezogen”
(R. L.)
389
Einzelsprachl. auch ‘einfurchen’ — ‘Saatgut hineinfurchen, aussäen’, vgl. jav. karšta- ‘ausge-
sät’, akar.S$ta- ‘ungepflügt, nicht ausgesät’.
Ererbte athem. Bildung mit verallgemeinerter К(2) /kuls-/ < *k“]s-, OETTINGER 204 (anders
Сото 113).
Zur Bedeutung der beiden Präsensstämme und ihrer Konstruktion s. GOTÖ 112-3, 57-8 mit
Anm. 27 und vgl. NARTEN 96-7, kärsa- mit k° infolge analogischen Ausgleichs im ererbten
athematischen Paradigma *kärs-/krs- «< *cars-/kyS-, zu neuindoar. Fortsetzern von *cars- s.
CDIAL 4712. Eine „alte umgangssprachliche Form“ von Кагза- könnte ved. (AV+) kása-
‘kratzen’ sein, s. Сото 114.
4 Thematisiert; vor-av. *krša- oder *karša-, KELLENS, Verbe 100, 102, Сото 113.
š Dazu mp. (manichäisch) <kršytn’>, пр. kasidan ‘ziehen’.
ё Funktionell nicht kausativ (gegen GRASSMANN 317, EWAia I 319), vgl. BENDAHMAN 141.
7 Zum Präs krs-á- hinzugebildeter sa-Aor. (ks < *ts < *ss), sekundär auch auf Präs. kärs-a- be-
zogen, NARTEN 96-7.
*k#em- “(hinunter)schlucken, einsaugen’ IEW 640-1
Aorist ?*k“em-/k"m- arm. Präs. катет ‘presse aus; seihe durch"
gr. Ereuev' nueiyevHsch. ‘saugte aus, preßte
aus’
Präsens *k“öm-/k“&m- [ҹей. (ҮҮ?) a-camati “schlürft’®
ау. Konj. a-šamat Р. 8 ‘soll schlürfen’”;
[khot. tsam- ‘schlürfen”®,
sogd. #m- ‘schlürfen’’
[nisl. hvoma ‘verschlucken, verschlingen’®
Neubildungen: Kausativ ved. (GB) a-camayati “läßt schlürfen’
(R. L.)
! Aus thematisiertem *k"m-e- “aussaugen’ und ins Präsenssystem integriert, vgl. aber auch
*kem-.
е Entsprechend téu vovtæ [kon jiziert * rëuougol- GuéAyovra Hsch.; nach FRISK II 874 ist bei die-
sen Formen aber eher mit einer semant. Sonderentwicklung von téu væ ‘schneide’ zu rechnen;
CHANTRAINE, DELG 1103 hält die beiden Glossen dagegen für korrupt.
3
Funktionell iterativ/intensiv.
Thematisiert vom starken Stamm; zum ved. Formenbestand GOTÖ 136-7.
< *ciam-ä- zu thematisiertem *ciam-a-, vgl. KLINGENSCHMITT 210%, КЕШЕМ, Verbe 108-9
mit Anm. 25, Сото 136, EWAia I 530-1 (zum Ablautunterschied gegenüber ved. сдта- vgl.
Präs. jav. Каза! : ved. käsate, s. *k“ek),; möglich auch hypercharakterisierter Konj. auf -a- zum
athem. Stamm *ciam-. Es könnte aber auch *ā-šāmaāt vorliegen, mit Kürzung in drittletzter
Silbe. Iran. *ci? gegenüber indoar. c° wohl infolge onomatopoet. bedingter Varianz der Wur-
zelform, Сото 136-7, EW Aia 1530.
< *ciam-a-, EMMERICK 41, BAILEY 146b.
390
< *ciäm-a-, vgl. BENVENISTE, Textes sogdiens, Paris 1940, 240, 272; zu den iran. Präsens-
stämmen KLINGENSCHMITT 210%; Möglichkeit der Herleitung von sogd. š'm- aus *сійт-аіа-
(vgl. KLINGENSCHMITT ibid.) ist infolge Fehlens eines Palatalisierungsreflexes nicht gegeben,
vgl. sogd. fne$- ‘to deceive’ < *fra-näsaya-.
< *hvöma < *hvama (sekundär nach der ön-Klasse) < urgerm. *hwem-a-; vgl. morphonolo-
gisch synonymes hvamsa mit erhaltenem vá; MAGNÚSSON s.v. hvoma, hvamsa.
*kuendh-! ‘einen Eindruck empfangen, erleben, erleiden’ IEW 641
Aorist *k“önd"-Iknd"- [ег. ёлоабоу ‘erlebte, erlitt’?
Präsens *k*end"-e- lit. kentù, (kësti) ‘leiden, dulden, ertragen”?
*k“nqh-sk¿- gr. лбохо “erlebe, erleide’*
Perfekt *k*e-k“önd"Ik“nd"- gr. лёлоуба: ‘habe erfahren, habe erlitten’”
Desider. *k“end"/k“nd"-s- рг. reioouaı “werde erleben, werde erleiden"?
[air. cesaid “leidet, erduldet’’
Neubildungen: je-Präsens lit. kenčiù, (kesti) ‘leiden, dulden, ertragen’, lett. ciesu, (ciest)
“leiden, dulden’?
(R. L.)
*k#end"- mit Media aspirata, falls lit. кепгп, Кепёїй sekundäre Tenuis aufweisen, etwa auf-
grund einer falsch aufgelösten Gruppe st < *d"-t oder *ts < *d"-s (H. R.); andererseits ist
Wurzelstruktur mit Tenuis - Media aspirata unzulässig, somit als uridg. Wurzelform auch
*k#ent*- mit Tenuis aspirata (> Бай. *kent-) möglich; hypothetisches tk“enthz- ist unvereinbar
mit gr. ласо, лғісоцол (zu diesem s. jedoch auch *b"end"-).
Thematisiert (ausgehend уоп 3p *k'nd"-ent > urgr. *klat"-ont).
KURSCHAT II 1093. гіт Wurzelauslaut sekundär, s. Anm. 1.
Zum Lautlichen Rıx 78, 95; el. z&oxw entweder mit Restitution des Suffixes -око oder laut-
lich dial. oy > ок, SCHWYZER 708.
5 Bei Homer altertümlicher Ablautwechsel zwischen R(o) im Akt. Sg. und R(z) im Akt. Pl. zé-
naode (< *лелоб-тє) bzw. Ptz. Fem. яєлабиіп, SCHWYZER 769, CHANTRAINE, Gramm. Нот.
1 25, 424, CHANTRAINE, Morphologie 191, 282, 299. Analog. Reduplikation ze- statt tte- <
*k''e-.
Eine Alternativinterpretation als alter Konj. s-Aor. ist hier ausgeschlossen, da ein s-Aorist
hier weder uridg. noch einzelsprachlich vorkommt, vgl. Rıx 223, 225, CHANTRAINE, Morpho-
logie 246-7, MEILLET-VENDRYES 200. Das them. Paradigma von zeicouaı könnte direkt den
Konj. Desiderativ *k“énd"-s-e- fortsetzen.
” Auch ‘läßt leiden’; vgl. VENDRYES C-79-80.
Š Prät. lit. Кете (3. Person), lett. cietu. Vgl. FRAENKEL 246, KURSCHAT II 1093, MÜHLENBACH
I 395; balt. *kent-ie- sekundäres Präsens auf der Grundlage des Wurzelaorists *k#end"-, des-
sen Stamm unter Umständen im lit. Inf. kesti fortgesetzt ist (zum fraglichen Reflex des Wur-
zelaor. іп bel, Infinitiven vgl. Anm. 2 zu 1.*rek-).
39]
*k#er- ‘(ab)schneiden, schnitzen’' IEW 641-2
Aorist *kuér-/kur- heth. Prät. kuerta ‘schnitt’, [Präs. kuerzi,
luw. kuwarti ‘schneidet’?
ved. äkar ‘hat gemacht, hat getan”?
aav. cörat “schafft”;
ap. Ipf. akuta ‘machte (sich zu eigen)”
[apr. kūra Ench. 63,23 “baut(e)’
Präsens *k“yr-neulnu- ved. krnöti, krnvánti “machen tun’,
Med. 35 krnute®, [(AV+) karöti, kurvänti, kurute
aav. Konj. karanaon “werden machen”,
Jav. karanaoiti “macht, tut’;
ap. kunautiy "macht?
Pr kör-ske- heth. 35 kuraski[zzi], 3p kureskanzi “wiederholt
schneiden" TP
H
Kausativ ?*k“or-éie- ved. (Br.) kärayati, -te ‘veranlaßt jmdn. zu etw.’
Intensiv *k“ér-k“or/k“r- [heth. kurkuriyat “verstümmelte’
[ved. Ptz. kärikrat- “immer wieder machend’
Desider. *k“er/k“r-s- heth. kuer sun ‘schnitt’, Іру. kursai ‘schneide! '!
*k“i-k“r-sé- heth. kugursant- Ptz. ‘verstümmelt’,
[kuwakuwar<as>kimi, kukkuraskizzi
‘verstümmeln’ !?
ved. (AV) cíkirsati ‘beabsichtigt zu tun’
Neubildungen: s-Aorist ved. (TB) ákārsam ‘habe gemacht’ ”
R(z)-e-Präs.'? Кут. paraf ‘bewirke, verschaffe’
R(z)-ie-Präs.'” lit. kurin, (Кйгїї) ‘gründen, bauen, errichten, hervorbringen,
schaffen; feuern, heizen’ !°
Perfekt ved. cakära ‘hat gemacht’ '®
»17,
jav. *cāxrarə V. 4,46 ‘haben gemacht!"
ap. Opt. caxriyä ‘er hätte machen konnen" 1
(R.L)
‘schneiden’ mit effiziertem Objekt > ‘(Figur, Schüssel usw.) schnitzen’ (— nachuridg. ‘her-
stellen, machen’).
Hierher hluw. REL+ra/i- ‘schneiden’.
Mit s mobile nis ... askrta RV 10,127,3 ‘hat abgelöst’, vgl. VAdj. sarı-skrrä- (RV+) ‘zugerü-
stet, bereitet, opfergerecht’. Ab AV auch thematisiert akarar.
< *сагі.
Š < *akrta, HOFFMANN, Aufs. 587-826, anders COWGILL, KZ 82 (1968) 263-4; Durchführung
der Wurzelvariante ku- < *kr-, entstanden im Іру. *kršua (= aav. karafuuä) > ap. kušuvā ‘ma-
che!’ infolge Allegroassimilation y > u an и der Folgesilbe.
392
Mit s mobile ved. skrnve КУ 7,36,2 “ich bereite’.
Bereits RV 10 kuru (< krnu), kurmas (< krnmás), HOFFMANN, Aufs. 580ff., ved. karo-Ikuru-
ist entstanden in Allegrosprechformen von krno-/krnu- (umgangssprachlich bzw. in der Ver-
wendung als Hilfszeitwort), HOFFMANN, Aufs. 584-8, KUIPER, AION-L 2 (1960) 167ff. und
vgl. Ai. Gr. 1: XIX; zwei mögliche Entwicklungsreihen: 1. kyno- > *krro- (n > r Kontaktassi-
milation von Retroflexen in Allegroaussprache) > karo- (r > a in Allegroaussprache durch re-
gressive Vokalharmonie а : о = [э]: [2:]), krnu- > *krru- (Kontaktassimilation s.o.) > kuru- (r
> u infolge Allegroassimilation an и der Folgesilbe), 2. kyno- > *kano- (Vorwegnahme mi.
Lautentwicklung in Allegroform) — karo- analog nach ákar, krta- usw., krnu- > *kunu- (r >
u infolge Allegroassimilation an и der Folgesilbe) > kuru- analog nach akar, krtá- usw.
< *karnauan.
< *krnau- mit y > u von Allegrosprechform des Imperativs (mit nicht-lautgesetzlicher Antizi-
pation *kunu < *krnu wie ap. Іру. Med. kusuva < *kršua), HOFFMANN, Aufs. 587-8 mit Anm.
26, KUIPER, Le 165ff. Morphonologisch entsprechend sogd. kwn- ‘machen’.
KRONASSER 582; neben lautlich regulärem /kurske-/ > /kureske-/ gibt es auch analogisches
kuwaraskizzi = /k"arske-/, vgl. OETTINGER, Grammatica ittita 218, jedoch auch OETTINGER
119, 321.
Mit verblaßter Funktion. TISCHLER I 607-8 mit Lit.; kursai Luwismus?
Mit produktivem -ske- erweitert; vgl. OETTINGER 1 19-20 mit Anm. 65.
NARTEN 95-6.
Auf der Grundlage des Wurzelaorist.
Präsensbildung auf der Grundlage des Wurzelaorist.
‘feuern, heizen’ durch Bedeutungsverengung über Ellipse des Objekts in Verbindungen wie
ùgnį kürti ‘Feuer anmachen’, FRAENKEL 319.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 134-8.
KELLENS, Verbe 400; KÜMMEL, Perfekt 625.
KÜMMEL, Perfekt 625 mit Lit.
*kterpH-' ‘sich wenden’ IEW 631
Präsens *k“rp-ne/n-H- Doch A karnas ‘steigt herab’?
Perfekt ?*kYe-k“örpH/k“rpH- an. hvarf, аһа. (+) warb ‘wandte sich’
toch.B karpästa ‘stiegst herab’,
A karp ‘stieg herab”?
Kausativ ?*k"orpH-é ie- an. hverfa ‘wenden, drehen’, ahd. (+) werben
d A 4
‘wenden, drehen; sich drehen, zurückkehren’
Essiv *k#rpH-hyie- an. horfa sw.3 “in eine bestimmte Richtung
gewandt sein, schauen””
[toch.B korpotär ‘steigt herab”®
393
Neubildungen: R(e)-e-Präs.’ got. vairban ‘wandeln’, ап. hverfa ‘sich wenden,
weggehen’, ahd. (+) werban ‘sich wenden, umkehren,
wandeln, tätig sein’?
(R. L.)
Falls toch.AB karp- ‘herabsteigen’ hierhergehört, muß der traditionelle Wurzelansatz *kuerp-
durch *k“erpH- ersetzt werden; die toch. Formen legen einerseits Set-Charakter der Wurzel
nahe, andererseits wäre eine biphonemat. Anlautgruppe ku in Toch.B erhalten geblieben,
während anlautendes Di regulär delabialisiert wurde; zur Möglichkeit eines Wurzelansatzes
mit anlautendem K“ vgl. auch SCHWYZER 302, der gr. корлбёс m. “Handwurzel’ hierher stellt.
Mit R(o) nach dem Prät. zum Lautlichen s. Anm. 3.
Vorurtoch. a-Prät. *k"orpH- > *k"@rpa- > urtoch. *k"arpa- > toch.A kärp, В karpästa,
na-Präs. *k"orp-nH- > *k“erpna-> urtoch. *k“arpna- > toch.A kärnas (æ - a > a - a nach
CowGiLLs Gesetz, vgl. PINAULT 40-1 und speziell zu toch. kärp- 45, 143).
SEEBOLD 282ff., DE VRIES 27] (zu unterscheiden von den entsprechenden st. Verben, s.u.).
< urgerm. *hwurb-ai-, HARBARSON, FT Innsbruck, 83.2.; SEEBOLD 283; vgl. DE VRIES 249.
< urtoch. *K"arp-e>- mit a-umgelauteter R(o) nach dem Prät. urtoch. *-ез- < *-hie-, uridg.
Essivbildung in den toch. Präsensklassen III und IV fortgesetzt, RINGE, TIES 1 (1987), 98-
138; Sprache 34 (1988-90) 83ff.
Proportionale Neubildung zum Perfekt, germ. Ersatz für das alte Nasalpräsens.
SEEBOLD 282-4, LEHMANN 197, DE VRIES 271.
*k#jeh,- ‘ausruhen’ IEW 638
Aorist *k“iéh,-/k“ih;- jav. 1р šiāmā Inj. ‘freuen uns’ oder Коп).
‘wollen uns freuen’!
arm. han-geaw Med. ‘ruhte sich aus’
Dat, ашёиї ‘ruhte””
?[apr. Präs. ets-ki- ‘auferstehen’: 2s etskisai
[aksl. 1s po-čich», 3s -či ‘ruhte’”
2
Präsens *k“ih,-ské- arm. han-gčʻim ‘ruhe mich aus”®
1
E Ee H
[lat. quiescö, ere ‘ruhen’
Kausativ *k*ioh,-eie-” aksl. po-kojo, -kojiti “beruhigen”?
: . En . Frap а
Neubildungen: ie-Präsens jav. aiiente ‘freuen sich'!"
aksl. po-ëijo, (-&iti) ‘ruhen’!
(R.L)
< *ciä-, BENVENISTE, Les infinitifs avestiques, Paris 1935, 28-9, KLINGENSCHMITT 282 mit
Anm. 1-2, anders NARTEN, YH 299 mit Anm. 41 (Opt. Präs. zu av. #аё- ‘wohnen’, uridg.
*tkei-); zum Bedeutungswandel idg. *k#jeh)- ‘ausruhen’ > av. Zug. ‘sich freuen’ vgl. idg.
*k#jeh)-to- ‘ruhig’ > aav. Siiäta-, ap. Siyäta- ‘glücklich’ = lat. quierus ‘ruhig’.
<urarm. *han-gi-a- «< *sm-k“ih,-, KLINGENSCHMITT 70, 282 mit Anm. 1-2.
< *k“iē-ųuai < Wurzelaor. *k“ie-, KLINGENSCHMITT 282.
394
< Reflexivbildung *ar-s(i)-ki- ‘sich ent-ruhen’, d.h. ‘den Ruhezustand verlassen’, VAILLANT
III 274-5, 279.
Umgebildet zum s-Aorist.
< urarm. *han-gi-e-im «< *sm-k"ihj-ske-, KLINGENSCHMITT 70.
Mit analogischer R(e) vom Wurzelaor. *k“ieh,- > lat. qui@ui, KLINGENSCHMITT 70; vgl. RIX,
GS KURYLOWICZ 400.
Э *&“о[у-ёїе- durch phonotaktische Umbildung eines Wurzelmorphems der Struktur CUEH
vor Vokal, vgl. *bhuéh;-e- > *beuhz-e- > ved. bhävati ‘wird’, *gtieh,-e- > *gteihz-e- > gr.
BEouea “werde leben’.
VAILLANT III 417.
< *ciä-ia- < *k“ieh,-ie-, zu Wurzelaor. *k“ieh,-. Zur Form BENVENISTE, l.c., KLINGEN-
SCHMITT 2822; vgl. KELLENS, Verbe 16, 18°, 137.
Transponat *k“ih,-ie-: sekundär zum Aor. ро-і (s.o.), vgl. VAILLANT Ш 274-5.
*k#jeu-! ‘sich in Bewegung setzen’? IEW 539
Aorist *k#ieu-/kiu- ?ved. cyavam RV 1,165,10 (werde
unternehme(n)”
gr. hom. &oovro, ode ‘sprang auf, stürmte Jos"
š: “2 М. . £
Präsens *k“iču-/kťiéų-® меа. Konj. cyavante ‘werden sich bewegen",
Ptz. суйуйпа- ‘in Bewegung”
aav. 3p Sauuait “unternehmen” ’;
[ap. asiyava ‘ging (los), marschierte’®
arm. Aor. огап ‘gingen’
?*k#i-k#iéu/k#iu- мей. Aor. dcucyavit ‘hat in Bewegung gesetzt, hat
erschüttert"
Kausativ *kiou-eie- ved. cyävayati ‘setzt in Bewegung, erschüttert’
jav. S@uuaiieiti ‘setzt in Bewegung, erschüttert’
рг. соёо “тење”, Med. ‘bewege mich’
Neubildungen: s-Aorist ved. má ápa cyosthäs ‘weiche nicht"?
gr. Eooeva ‘trieb an’ Н
Nasalpräs. ?alb. syen ‘sieht an; bestürmt, fällt an’!?
R(e)-e-Präs. gr. EOGEDOVTO ‘stürmten’'?
ske-Präsens jav. -üsaiti ‘geht los, geht weg’'*
Perfekt ved. cucyuve ‘hat unternommen’
i
gr. &oovraı ‘ist gierig hingestürmt”'”
(M.K.)
Wegen der Palatalisierung in arm. одап (mit č < SEU gegenüber c‘ < *ki in lowcee-, s.
*leuk- mit Anm. 7) und in alb. syen (problematisch, vgl. Anm. 12) wahrscheinlicher als tra-
395
ditionell angesetztes *kieu-, s. LIPP 1.5.2. Der angebliche Zusammenhang mit semantisch be-
nachbartem *Ëeih;- (s.d.) ist nicht beweisbar.
Vgl. KÜMMEL, HS 111 (1998) 195-7 mit Lit. Nach HARDARSON 189 urspr. transitiv. Die iir.
Bedeutung ‘unternehmen’ erklärt sich wohl aus *‘sich an eine Sache begeben’, vgl. NARTEN,
FS KUIPER 16 = КІ. Schr. 104°; СОТО 143 mit Lit., GARCÍA RAMÓN, FT Zürich 59, 61-2, 71;
KÜMMEL, l.c. 196.
Wohl Konj. Aor., vgl. HOFFMANN, Inj. 247-8; könnte auch zum (sonst nur medialen) Präsens
gehören.
Daneben noch aktiv oú@:: #АӨё Hsch. "komm",
Vgl. KÜMMEL, l.c. 195-7.
Konj. in RV 1,167,8 nach GARCÍA RAMÓN, l.c. 58; daraus thematisiert cyávate RV X+ (oder
erst AV+, falls die RV-Belege alle Konj. sind), Bedeutung auch ‘unternehmen’ (s.o. Anm. 2,
vgl. GOTÖ 142-3.
Nur RV 10,115,6 und als Adj. im Vok. 6,62,7; sonst immer Personenname, s. GOTÖ 145%,
Daneben Is Konj. Siiauuäi; im jav. Akt. auch fakt. “erschüttern’, vgl. GARCÍA RAMÓN, l.c. 61.
Kaum Aor., wohl mit verallgemeinerter R(e) thematisiert; altes intr. Aktiv oder mit Objektel-
lipse aus ‘bewegen’, vgl. KLINGENSCHMITT 277. Stamm *čiaųa- auch mittel- und neuiran.,
vgl. BAILEY 147; ABAEV 307f.
< *k“iéų-nto, vgl. KLINGENSCHMITT 277.
Synchron Aorist zum Kausativ cyaváya-, kann auf einem alten faktitiven Nasalpräsens beru-
hen, s. KÜMMEL, Perfekt 180-1; dagegen nach BENDAHMAN 171-2 mit Lit. zumindest urspr.
Perfektpräteritum.
Vgl. NARTEN 115.
Sicher nicht Wurzelaorist, s. HARDARSON 188-92.
< *k“iu-n-ie-, nach JOKL, FS PEDERSEN 152-3 aus einem n-Partizip. Wegen der Bedeutung
‘ansehen’ empfiehlt sich aber eher Verbindung mit sy ‘Auge’, s. DEMIRAJ 357-8 mit Lit.
Neubildung zum s-Aorist; alt nur 3p Ipf., erst später Präs. oevouaı und fakt. Aktiv (B.) oevw;
nach HARDARSON 190 ie-Präsens, für lautgesetzliches Foeio ти analogischem Lautstand an
Morphemgrenze (vgl. Baoıkeio < *-eu-ie-).
Nur av. Neubildung in ingressiver Funktion (sonst im Iran. nur *liaua-).
Vgl. GARCÍA RAMÓN, l.c. 64.
*k#reihz- “eintauschen, durch Tausch erwerben" IEW 648
Aorist *kfreihs-/krih>- gr. лріото ‘kaufte””, тук. gi-ri-ja-to = Ik“riatof
[aruss. vy-kri ‘verkaufte’, Inf. kriti ‘kaufen’
toch.B käryam ‘wir kauften’?
Präsens *k#ri-ne/n-h>- [ved. krinati ‘kauft’”
altkhot. ggändä ‘kauft’, [mp. vryn-, vrin-,
sogd. yr’ yn- ‘kaufen”
gall. *prina- in s-Prät. prinas ‘kaufte’;
air. crenaid ‘kauft’, akymr. prinit ‘kauft’?
[aruss. kronju, krenju ‘kauf е?
toch.B Konj. VI Inf. kärnātsi “kaufen,
396
Perfekt ?*k#e-Kröihz/k“rih>- air. Prät. 15 -cer, 35 -ciuir ‘kaufte
1
handeln’ "°,
[Präs. Med. kärnastär ‘kauft, handelt’''
12
Desider. ?*&“réjh./k#rihx-s- [аіг. Konj. -cria ‘soll kaufen’'”
© о м а
?*k#i-kurih,-sé- air. Fut. -cíur ‘werde kaufen" D
(R. L.)
Die in den Einzelsprachen vertretene Bdtg. ‘kaufen’ basiert auf einer uridg. Ausgangsbedeu-
tung “eintauschen’, KLINGENSCHMITT, SU 1 (1975) 65-6.
Anstelle von Tzotzo nach 3p zpiavro (durch Umsegmentierung *k"ria-nto «< *k“ri-anto <
*k#rihz-ento), RIX 215, danach HARDARSON 187. Neben Aor. Erpıdyumv steht das suppletive
Präs. @v&guaı (denominativ) ‘kaufe’ = ‘handle einen Kauf ab’, BENVENISTE, Institutions 125-
8, FRISK III 172-3.
VENTRIS-CHADWICK 577b.
*kər ya- < *k"riya- entweder lautgesetzlich aus *k“rih;- (falls *ih, > toch. уа), K. T. SCHMIDT,
FS NEUMANN 364, 365, PINAULT 51, 148, RINGE, Sprache 34 (1988-90) 71 (und vgl. 74-5“)
oder vielleicht infolge Abstraktion von *K"riya- aus 3p *k"riyant < *k“rihz-ent entsprechend
dem Gr. (s. Anm. 2); zum Lautstand der toch. Primärstämme vgl. noch SCHINDLER, IF 72
(1967) 240; der Ansatz einer Schwebeablautvariante *kK"riya- ist hinfällig.
¿nach VAdj. kritá- usw.; krin° läßt sich metrisch nicht eindeutig nachweisen, ist jedoch vor-
auszusetzen für pali kinati, pkt. Кїпаї (neben kinai‘) ‘kauft’, EW Aia I 410-1.
< *ırina-, EMMERICK 28, BAILEY 83b.
< *ıri-na-.
< *k"rina-, VENDRYES С-229-31, MCCONE 11, 12, 35.
< *krin-je- — *k“rin-; VAILLANT П 304, 305-6, PATRI, HS 107 (1994) 284-97, vgl. STANG,
Verbum 60.
< *k"rina- < *k“ri-n-33-, K. T. SCHMIDT, l.c. 365.
< *k"rina-sk-, K. T. SCHMIDT, l.c. 365.
-cér < *k"ex"ra < *k"ix"r-a, -cíuir < SE (re mit normaler Perfektendung statt SET Grp <
ЖКК“ б < *k"i-k"roi-a(/-e) < *kte-k“roihz-hzel-ee gem. MCCONE, Vortrag (Freiburg
18.7.1995) und vgl. THURNEYSEN 45, 428, 462.
< *k"riya- < *k"reya-se- < *k“reihz-s-e-, zum Typ des unredupl. Desiderativs im Kelt. RIX,
Koll. Bonn 151-4, vgl. dagegen МССОМЕ 20, 35, 90-1, 109, 116-7 (Konj. des im Kelt. expan-
siven s-Aor.).
Vgl. МССОМЕ 35.
397
*]-
?*las-' ‘zügellos sein, gierig sein’ IEW 654
Präsens */i-lás/ls- [gr. АїАаїоноал ‘begehre heftig”
(М.К)
Vgl. lat. /asciuus “ausgelassen, zügellos, geil’, рг. 427ис “Bacchantin’ = air. lainn ‘gierig’
(*las-ni-), unsicher ai. ep. klass. lasati ‘strahlt, glänzt; vergnügt sich’, lasati ‘begehrt’, vgl.
КЕМА III 95.
Aus *lilas- mit -ie- weitergebildet. Nicht hierher Ptz. Perfekt AgAınuevog ‘fest entschlossen’,
vgl. TICHY, Onomatop. 230-1”.
*leg- “sammeln, auflesen’ IEW 658
Präsens *leg-e- gr. дуд ‘sammle, lese, zähle, sage’
lat. /egö, -ere ‘auflesen, lesen’
alb. mb-ledh “sammelt, erntet’°
Aorist *léĝ/léĝ-s- gr. Aeta ‘sammelte, las, zählte, sagte
Perfekt ?*le-lóĝ/lĝ- [lat. Jeer ‘las (auf)”
?[alb. mb-lodhi ‘sammelte, erntete’”
(M.K.)
< *mbi-leg-e-, vgl. DEMIRAJ 261 mit Lit.
Auch die Formen EA&yunv, Аёкто usw. gehen auf den s-Aorist zurück, vgl. HARDARSON 205.
Mit leg- als Ersatz für fle-Ig-, ebenso bei den hierher gehörigen Komposita (col-, ё-), wäh-
rend diejenigen mit Perf. Jeu ( di-, neg-, intel-) zu *hzleg- gehören, s.d.
< *lēĝ-; — *lelg- wie im Lat.?
"leg. “tröpfeln’ IEW 657
Präsens ?*leg-e- ап. (+) leka ‘leck sein, tropfen’
Kausativ ?*loĝ-é ie- ae. (+) leccan ‘benetzen’
(M. K)
Nur germ. undkelt., vgl. nicht primäres air. -lega “löst sich auf, schmilzt’ <- **zerflieBt'.
398
*Jeg"- ‘sich (hin)legen’' IEW 658-9
Aorist *lég”-/]g*- ?[gr. ёАєкто ‘legte sich hin’?
[aksl. (+) -leže, -lego ‘legte(n) sich hin’
Präsens ?*/-neln-g"- [aksl. lego, (lesti) pf. ‘sich hinlegen”
*/6рћ-е- gr. Aeyeraı: kouta Hsch. ‘legt sich schlafen’
falisk. lecet “Чер
got. ligan, [an. (+) liggja liegen”
air. laigid “legt sich, liegt’
toch.B !yasäm ‘liegt’
Perfekt P*le-lög"/lgt-" [gr. Ptz. f. Aekoyvia' Zeen yevouevy Hsch.
“(im Kindbett) liegend’?
[got. (+) lag ‘lag’
Kausativ *log"-Eie- [heth. /äki ‘neigt, legt um"
air. do-lugi, -luget ‘verzeihen’;
mkymr. (+) go-lo "bedecken H
got. (+) lagjan ‘legen’
aksl. (+) -/о20, -ložiti ‘legen’
Desider. ?rleg"/lg"-s- gr. A&eraı ‘wird sich hinlegen’
air. Коп). less-
Neubildungen: s-Aorist gr. Eieda ‘legte hin’, EA&&aro ‘legte sich hin’
R(ē)-ie-Präs. aksl. (+) /220, (lEgati) ‘sich wiederholt hinlegen’ ''
Fientiv aksl. /eza ‘lag’
Essiv aksl. (+) ležọ, ležati ‘liegen’
(M. K)
Gegen HARÐARSON 203-4 als Aoristwurzel zu bestimmen, wofür v.a. die deutliche Paralleli-
tät zu *sed- ‘sich setzen’ (bes. im Slav.) spricht, vgl. SPECHT, KZ 62 (1935) 42-51.
Formal eher s-Aorist, s. HARDARSON 201-5, v.a. auch wegen der R(e) im Med. man könnte
indessen mit einem frühen Ausgleich von */g"- zu *leg"- rechnen oder mit Einfluß des neuge-
bildeten s-Aorists. Die durative Bdtg. ‘liegen’ scheint (gegen HARDARSON 203) bei Homer
nicht aufzutreten; vgl. auch LfgrE s.v. A&yfouaı) und SPECHT, l.c. 45-6.
Aus dem schwachen Stamm sine. thematisiert, falls nicht slav. Neuerung, die allerdings un-
motiviert erschiene.
Mit <c> = [у], vgl. HARDARSON 203222.
Im Nord- und Westgerm. nach *sit-ja- (s. *sed), zum je-Präs. umgebildet. Das je-Präsens
könnte aber auch urgerm. sein, falls die them. Flexion im Got. sekundär ist.
Zeigt paradigmatischen Wechsel laig- : leg- gemäß dem Lautgesetz *e > *a vor palatalisier-
tem у, vgl. MCCOoNE, Ériu 42 (1991) 828.
Da ‘liegen’ im Uridg. durch das Stativ-Präsens *kei- (s. 1.*kei) bezeichnet werden konnte,
war ein Perfekt zu *leg*- eigentlich unnötig, im Gr. wird es in der Regel durch xeîuai sup-
pliert.
399
Setzt ein aktives Perfekt *A&Aoya ‘liege’ voraus, mit verallgemeinerter R(o).
Wegen der R(o) in die athem. Klasse der hi-Konjugation überführt, vgl. OETTINGER 425 (mit
Lut dazu sekundär jheth. Oppositionsbildung /agäri ‘wankt’, s. ibid.
Vgl. PEDERSEN, МКС П 572-3.
Nach KLINGENSCHMITT, FS MEID 8 1° mit Haplologie aus Intensiv *lē-leg"-ié-.
*leh;-' ‘nachlassen, (zu)lassen’ IEW 666, 682-3
Aorist *léh,-/lh;- ?heth. Prohibitivpartikel Je ‘laß nicht zu!”
alb. la “ließ”?
Präsens 9%, -и-“ [got. (+) lewjan ‘уеггаќеп”?
Herativ *loh,-éie- ?heth. laizzi, lanzi “lösen, losbinden, befreien’
7a
llett. /айји (aut) “zulassen, erlauben’
[lit. Ziäujuos, (liäutis) “aufhören”
ukr. livljú, (livýty) “nachlassen’,
čech. leviti “mäßigen, lindern’”
?* I-neln-h,- [alb. /ë, рер. lâ “аве”
8
(M.K.)
Vgl. lat. /erum п. ‘Tod’, lēnis ‘sanft’; lit. ëmge ‘ruhig, zahm’, aksl. /ёпъ ‘träge’, (ëm f. "Er
laubnis’; daraus erweitert *leh,d-, s.d. Gegen Zielt i)- (RASMUSSEN 54) spricht die Gestalt des
u-Präsens (nicht */öiu-) sowie heth. /a-, sofern wie hier erklärt.
Vgl. EICHNER bei OETTINGER 501.
< *la,-t mit durchgeführter R(z), vgl. KLINGENSCHMITT 150, 153. Dazu analogisch (nach
thashë : tha) 15 lashë.
Einzelsprachlich weitergebildet mit *-ie- bzw. *-eie-, denkbar wären auch Umbildungen ei-
nes akrodynamischen Präsens von *leuH- ‘lösen’ (mit dem im Bel Vermischung eingetreten
sein kann), doch liegt dies semantisch ferner.
<- *‘überlassen, preisgeben’.
Akutiert wegen Verallgemeinerung von antevokalischem */ёи- < *leh,u- auf Kosten von ante-
konsonantischem *leu- < *lehyu-.
Vgl. BERNEKER 715; die i-Flexion spricht für ein sekundäres Kaus.-It. zu einem Primärverb
(*lěvo?).
< *la-ne-, vgl. KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 130%; könnte nach dem Aorist */а- aus
* ]-ne- < *|n(é)h,- umgebildet sein. Für uralb. */a-ne- und gegen *lad-ne- (ОЕМІКАЈ 239) vgl.
z. B. 3s Konj. lërë < *la,-ne-t mit dem von DEMIRA) vermißten Rhotazismus.
Vgl. MELCHERT, SHHP 37-8; іп der 35 Präs. und 25 Ipv. auch Formen nach der Ai-Konj.;
nach OETTINGER 63-4, 67 flektierte das Verb ursprünglich wie dā- ‘nehmen’ (s. *deh;-), dann
müßte mit Umbildung eines Perfektstammes gerechnet werden.
400
*Jehjd-' ‘lassen’ IEW 666
Präsens *leh,d-e- got. (+) letan ‘lassen’
alb. lodh ‘macht müde’?
Perfekt ?*le-löh,d!Ih,d- рої. (+) lailot ‘ließ’
(M. K.)
Vgl. lat. lassus ‘müde’ < *l,d-to- statt *Jh,d-tó-, Erweiterung von *leh;-, s.d.; gr. Andeiv
‘müde werden’ in Hsch.-Glossen ist wegen danebenstehender Variante and zweifelhaft,
FRISK I 114. RASMUSSEN 54 setzt *leh,id- an und verbindet mit lit. /eisti ‘lassen’ (s. *leid-).
Faktitives Oppositions-Aktiv zu Med. lodhet ‘ist müde’?
*Jehjgt-' ‘kriechen’ IEW 660
Präsens *lehjg"-e- apr. lise *kriecht”
aksl. (+) -lčzọ, (1ё5її) steigen"?
Iterativ *lohyg"-die- aksl. (+) -/а20, -laziti ‘steigen’
(M.K.)
Vgl. an. lágr ‘niedrig’ usw.
< *leZa, vgl. SCHMALSTIEG 169.
Nachaksl. auch ‘kriechen’; beide Fortbewegungsweisen unterscheiden sich nur in der hori-
zontalen bzw. vertikalen Ausrichtung.
1.*Ieh;-" ‘bellen’ IEW 650-1
Präsens *Iéh,-ie- ved. räyati ‘bellt’
jav. gä0rö.raiiant- Yt. 13,105 ‘Lieder schreiend”
arm. lam “(Бе)меіпе”
gr. Aateıv рӨёууєсӨол Hsch. ‘tönen’!
lit. Join, (löti) ‘bellen’
aksl. (+) lajo, (lajati) ‘bellen, schimpfen’
Neubildungen: Perfekt got. lailoun ‘sie schmähten”
(M. K.)
Vgl. noch lat. lamentum n. ‘Wehklage’, lātrāre ‘bellen’; air. id ‘klagt an, tadelt’ weicht laut-
lich (*leh,-?) und semantisch ab.
? S.KELLENS, Verbe 137; vgl. auch ABAEV II 371.
3 Vgl. KLINGENSCHMITT 104.
401
* Mit Restitution des Suffixanlauts für игрг. *läe- < *laie-.
Präsens nicht belegt; es müßte */auan oder (sekundär) *laian lauten.
22.*leh;-' ‘gießen’ ПЕМ 692]
Aorist ?*léh>-/]hz- [heth. Іру. lah ‘gieße!”
Präsens *lehs/]h>-u- [heth. /ähui, lahuanzi “gießen”;
[kluw. /awa- ‘gießen’
Neubildungen: redupl. Präs. heth. /ilhu(wa)-, kluw. liluwa- “ріеВеп”?
(M.K.)
Verbal nur anatol.; nach SCHMITT-BRANDT, Die Entwicklung des indogermanischen Vokalsy-
stems, Heidelberg 1967, 65 gehört lat. lama ‘Pfütze’ (IEW 563-4) hierher.
Nur wenige Belege, vgl. OETTINGER 422-4.
Mit verallgemeinerte R(e), hi-Konj. wohl sekundär wegen a-Vokal.
Mit verallgemeinerter R(z) */w- (regulärer Verlust von *h zwischen Sonant und w) < */hw-
(analog. für */hw-), MELCHERT, KZ 101 (1988) 217-8. Der starke Stamm lahu- im Luw. viell.
in erweiterter /ahuni-/launai-, falls ‘waschen’ <+- *‘gießen’, MELCHERT, l.c. 218...
Gemeinanatolische Iterativbildung */í-Ih;u- zum u-Präs., MELCHERT 217.
3.*Jeh;-' ‘sich verbergen’ IEW 651
Präsens ?*leh>-ie- aksl. /ајо, (lajati) “auflauern, nachstellen’
(M.K.)
| Vgl. *lə2-to- für *[h,-tó- in lat. (denom.) lateð, -ёге “verborgen sein’.
?*]eh,dh-! “verborgen bleiben’ IEW 651
Aorist *leh>d"-/Ih,d"- ` Ier, &Aade ‘blieb verborgen, entging jmdm.’
Präsens *leh,d"-e- gr. Aneı ‘bleibt verborgen’
Perfekt *le-löhzd*/lh,d"- Ier. AEAnde ‘ist verborgen’?
Desider. ?*leh,d"/Ihzd"-s- рг. Адоғі ‘wird verborgen bleiben’
Neubildungen: Nasalpräs. gr. Aavddveı ‘bleibt verborgen”
(M.K.)
402
Nur gr., offenbar Erweiterung von 3.*lehz-, vgl. KLINGENSCHMITT, FS MEID 83; im Gr. ist
ein sekundärer Ablaut /är”- : lăt"- eingeführt.
Mit dem bei *h, enthaltenden Wurzeln regulären Ersatz von Rio) durch R(e) im Perfekt.
Wechselt bei Homer metrisch mit Auger.
Prleh;k- !“]ärmen’ IEW 650
Aorist *|éh;k-//h;k- рг. Eike "krachte, kreischte’
Perfekt *le-löhskllh>k- [gr. AeAnxe ‘hat gekracht’?
Neubildungen: ske-Präs. gr. Абскғі ‘kracht’
(M.K.)
Nur рг.; mit sekundärer К(2) läk- statt Tlak- < *|h;k-.
Mit dem bei zk, enthaltenden Wurzeln regulären Ersatz von R(o) durch R(e) im Perfekt.
*leh,p- “aufleuchten’ IEW 652-3
Aorist *]|éh;p-/Ih;p- heth. lāpta ‘glühte’'
Präsens %//,-пё/п-р- [gr. Абило ‘leuchte’
*/h,p-ske- [urkelt. */aske- “leuchten, brennen’?
(М.К.
Dazu Präs. /apzi; nach OETTINGER 443 hi-Verb, doch ist dies nur aus dem Vokalismus er-
schlossen, eindeutig der hi-Konj. zugehörige Formen sind nicht belegt.
< *ləsp-ske- mit analogischer Vokalisierung; vorausgesetzt vom Kausativ *loski- in air. los-
caid, mkymr. (+) losci ‘verbrennen’, vgl. KLINGENSCHMITT 194°.
*leid- ‘(los)lassen’! IEW 666
Präsens ?*leid-Ilid- alit. léidmi, (west)lit. [leidZiu, (leisti) "(os lassen,
in Bewegung setzen, ...”
*le-loidllid- [lat. йад, -ere "spielen"?
[ostlit. /aidZiu, (laisti) "(os lassen", lett. laîžu,
(lat'st) "lassen"?
403
?*li-né/n-d- ?[gr. Ariväeotiat: диїАА@сӨол Hsch. ‘wetteifern’,
%?[4íÇer: raiter Hsch. ‘spielt
[alb. lind ‘gebiert’, lindet “wird geboren”
Iterativ ?*loid-éie- mir. laídid ‘treibt ап?”
lit. /áid yti ‘(los)lassen, in Bewegung setzen’
?[alb. len ‘läßt nach; wird geboren; gebiert,
erzeugt”?
Neubildungen: s-Aorist lat. Їйї “spielte”
Essiv lit. IydZin, Iydeti ‘begleiten, geleiten’;
lett. lidu, lidet ‘schweben, flattern’
(M.K.)
Daraus einerseits ‘entsenden, in Bewegung setzen, werfen’, andererseits ‘nachlassen, (sich)
entspannen’ — ‘spielen’ (vgl. lit. ‘die Zeit vertreiben’). Oder könnte ‘spielen’ auf ‘Würfel
spielen’ — ‘(Würfel) werfen’ beruhen? Die balt. Wörter werden allerdings meist mit *leh;-,
*/eh,d- ‘(zu-, nach-)lassen’ verglichen (Ansatz *leh id- bei RASMUSSEN 54).
Die akutierte Intonation beruht auf WINTERS Gesetz. Wurzelpräsens nicht sicher, da im Balt.
evtl. sekundär; daneben im Balt. eine Variante mit R(o), s. auch Anm. 4.
Mit Reduplikationsverlust aus */e-loid- thematisiert, vgl. KLINGENSCHMITT 216.
Mit Reduplikationsverlust umgebildet. Es wäre allerdings attraktiv, (west)lit. /eisti mit laisti
zu vereinigen, dies könnte nur geschehen, indem man (im Anschluß an JASANOFF, Heth. u.
Idg. 79-90) einen Typ ипар. *löid-/*leid- ansetzte und so die o-stufigen Verben (auch lat.
lüdere) mit den e-stufigen vereinte.
$ Wohl < *lind-ie-; die vorausgesetzten Umbildungen sind im Gr. ungewöhnlich.
6 Bedeutung aus ‘entlassen (werden)’; vgl. ОЕМІКАЈ 243-4; OREL 228 mit Lit.
7 Zur Semantik vgl. lit. ‘in Bewegung setzen, senden, schicken’.
£ Is lej, vielleicht < *laid-nj°, erweitert aus (dialektalem) Je < *laid- nach OREL 217; vgl.
jedoch DEMIRAJ 235-6 und *h,leudh-.
° Мий vom Präsens.
Ы! GG EK DH
eig binden IEW 668
Präsens ?*leig-e- alb. lidh ‘(ver)bindet’”
M.K.)
Vgl. lat. ligare ‘binden’ (denom.?), mnd. lik ‘Band’.
Ablautstufe unsicher, auch R(z) möglich.
404
*]eiph- ‘lecken’ IEW 668
Präsens *leig"-1lig"- ved. redhi "leckt
[spätkhot. (+) rīśtä ‘leckt’!
[arm. lizem ‘Jecke’?
[gr. Aeiyo ‘lecke’
[air. ligim Ческе”?
[lit. Jiežiù, (liezti) "lecken"?
[aksl. (+) (120, (lizati) ‘\ecken”*
Aorist *leig"lleig"-s- gr. Аєїёоа ‘lecken’
[lat. linxi ‘leckte”
Perfekt ?rle-löig"/lig"-" ved. ririhvärhs- ‘geleckt habend’® `
[gr. AeAıyuöreg Hes. Th. 826 leckend’”
air. -/eluig “leckte’
Kaus.-It. P*loig”-Eie- an. sleikja ‘lecken’®
[lit. laiZau, laizyti ‘lecken’
Desider. ?*li-lig"-se- air. lilsit ‘werden lecken’
Intensiv *lei-loig"lig"- ved. rerihat- “immer wieder leckend’
jav. *raērizaite ‘lecken auf’
Neubildungen: Nasalpräs. lat. lingö, -ere "lecken"?
ае. (+) liccian, ahd. leckön "lecken"?
skr. läznem ‘lecke’
(M. K.)
< *raiza-, EMMERICK 115-6.
Daneben auch /izanem und lezowm, wohl durch Verdeutlichung gegenüber dem Aorist
*liz(e)- (der selbst durch /izec‘e- ersetzt wurde), vgl. KLINGENSCHMITT 209.
Wohl < *lige-, wofür auch kymr. uo ‘Lecken’ spricht, s. KLINGENSCHMITT 208.
Zum ie-Pršsens umgebildet; anders KLINGENSCHMITT 209%, der in dem bel, Präsenstyp
*leiĝ"-ié- eine Umbildung von *lei-liĝf-ié- sieht (vgl. ved. rerihyd- zum Int. rerih-, s.u.).
Nasal vom neugebildeten Präsens.
Trotz durativer Wurzelbedeutung offenbar alt, Bedeutung etwa ‘fortwährend lecken, durch
Lecken charakterisiert, ein Lecker sein’, DE LAMBERTERIE, FS WATKINS 379-87; KÜMMEL,
Perfekt 429.
Innervedisch isoliertes Relikt, s. KÜMMEL, Perfekt 429 mit Lit.
Mit u von Auge aus * AeAıyföreg, s. DE LAMBERTERIE, FS WATKINS 373-9, 384-7.
Mit sekundärem s mobile.
Vgl. SCHAEFER 174; das uridg. Alter der Bildung ist jedoch fraglich, wenn man nicht mit
KLINGENSCHMITT (s.o. Anm. 4) auch die bel Formen einbezieht.
Wohl Neubildung, vgl. MEISER, Habil. 875”.
Vgl. LÜHR 350.
Sekundäre Perfektivbildung.
405
*Jeig- ‘springen’ IEW 667-8
Präsens *le-loig’/lig- [got. (+) laikan ‘hüpfen, springen’
Trleiß'-e- np. a-liz- ‘springen’?
Perfekt ?*le-löoigllig'- got. (+) lailaik “hüpfte, sprang’
(M.K.)
' Zu trennen von *hlei8- “ins Zittern/Beben geraten’, vgl. EWAia II 459.
Inf. alixtan spricht für Velar, falls keine Analogiebildung vorliegt; auch semantisch eher von
iran. *raiz- ‘zittern’ (s. *yleig-) zu trennen.
1.*leiH-' ‘sich anschmiegen’ IEW 662-3
Präsens *leiH-e- ved. /äyate ‘schmiegt sich, haftet ап’?
Aorist *leiHlleiH-s- heth. u-lesta ‘versteckte sich”?
ved. (Br.) ni alesta ‘hat sich versteckt’
Iterativ ?*loiH-eie- heth. u-lanun, u-laed° ‘versteckte mich/sich’
lyk. lati ‘stirbt’
Neubildungen: Perfekt ved. (Br.) ní lilye ‘versteckte sich’
(M. K.)
! *H wegen VAdj. ved. ní-līna- ‘versteckt’.
2 Mit ní ‘versteckt sich’.
? Vgl. OETTINGER 363-4.
* Stamm -lae-Il(a)a- < *lai-eie-llai-eia-?; nach OETTINGER 364 aus dem them. Präsens mit
a-Vokalnachdem s-Aorist *u-laist.
2.*leiH-" ‘gießen’ IEW 664-5
Aorist *IéH-lliH- [aksl. -li ‘вов?
Präsens *leiH-IleiH- gr. Acißo ‘gieße aus”?
[lit. dial. leju, (Ге), lett. leju, (lier) “gießen’”*
[aksl. (+) /ёјо, (lijati) ‘gießen’
(M.K.)
406
1 Verbal nur bsl.; Рег auslautende Laryngal wegen der Inf. lit. /feri, skr. Dr. Nach RASMUSSEN
54 ist */еЛ,і- anzusetzen, doch gibt es dafür keine zwingenden Gründe.
Zum s-Aorist umgebildet.
Vielleicht mit Avon homonymem eißo (H. R.); daraus entlehnt lat. libäre ‘libieren’.
Thematisiert mit R(e), lit. schriftsprachlich Теўи nach dem Inf.
Thematisiert mit R(&); daneben auch -liti, -le jo, Neubildung zum Aorist?
wa Lo м
*leih,- ‘aufhören, schwinden’ IEW 661-2
Aorist 2*]éih,-/lih,- [gr. AL&oOn ‘sank hin, wich aus, ging weg’!
Präsens *li-ne/n-h>- gr. Alvayar: <ёк>трёлоноп Hsch. ‘weiche aus"
[ae. (+) linnan “aufhören”*
*lih,-ié- ved. -lfyate ‘löst sich auf"
(M. K.)
Viell. aus einem auf Aæ- < *lih;- beruhenden s-Aorist Aıao(o)- umgebildet, der in Il.
23,879 als v.l. Aíaooe für Aia@odev überliefert ist (spätere Belege dürften wohl sekundär sein);
dazu neues Präsens Ат@боцол (spät auch aktiv).
Vgl. WACKERNAGEL, Unters. 206', der wegen der Bedeutung für Lesung <ek>rperguan plä-
diert.
3 linn- < *linhz-, dann mit Ablautentgleisung als //lenn-// interpretiert, vgl. LÜHR, MSS 35
(1976) 79.
4 Vgl. LÜHR, ibid.; Сото 279.
?*|eik-! ‘feil sein/feilbieten’ IEW 669
Essiv *lik-hjle- [lat. liceö, -ere ‘feil sein, erlaubt sein’;
[osk. likitud ‘soll erlaubt sein’
(M.K.)
1 Nur ital., lett. /fkr ‘handelseins werden’ steht für lT gt, s. MÜHLENBACH II 487b.
*leik*- ‘zurücklassen, sich entfernen уоп?! IEW 669-70
Aorist *léik“-/lik”- ved. (prá) rikthās ‘ragst hinaus über”;
[áraik ‘hat verlassen”?
[arm. elik‘ ‘verließ’*
Kaus.-It. ?*loik*-eie- Ived. (Br.) recayati ‘läßt übrigbleiben
407
[gr. &Aınov ‘verließ’
lat. at “verließ”
Präsens *//-пё/п-КЧ-° ved. rinákti ‘verläßt, überläßt’
jav. irinaxti ‘verläßt’
?[arm. Ik'anem ‘verlasse’’
gr. Augen ‘verlasse’
[lat. linquð, ere ‘verlassen’
[air. -/eici ‘läßt gehen”?
Perfekt *le-löik“/lik#- ved. rireca ‘hat verlassen’”
gr. AeAoızev (+ АКК.) ‘ist weg von
[got. (+) laih ‘lieh’
[apr. Inf. po-läikt ‘bleiben’; alit. liekti “bleibt
‚12
sH
jav. raēcaiieiti ‘verläßť
an. leig(j)a ‘mieten, Miete zahlen’
Dit. /aikaü, laikýti ‘zurückhalten, halten, erhalten’'?
Desider. ?*léik“/lik"-s- gr. Aeivo ‘werde verlassen’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. gr. діло) ‘verlasse’
got. (+) leilvan ‘leihen’
R(z)-ie-Präs. ved. ricyatelricyäte ‘bleibt übrig’'*
s-Aorist jav. Opt. paiti.raexsisa Р. 40 "mögest du verlassen’'"®
Fientiv gr. hom. Aizev Il. 16,507 ‘wurden verlassen’
(M. K)
Vgl. MEISER, FS Rıx 305-9; allerdings ist zu beachten, daß die intr. Verwendung im Ved. an
das (nicht reflexive) Medium und den als fientiv/patientiv charakterisierten Stamm
ricya- (mit schwankendem Akzent) gebunden ist (der in der Prosa auch ‘übrigbleiben, entleert
werden’ bedeutet). Also könnte die Bdtg. ‘verlassen’ doch die primäre sein, vgl. KÜMMEL,
Perfekt 425-6.
Im Medium hat ved. rec mit ati, рга und úd die Bdtg. ‘hinausreichen über’, die sich aus ‘sich
entfernen von’ entwickelt haben könnte, vgl. MEISER, FS Rıx 306-7, doch ist auch eine Erklä-
rung aus einer fientiven Oppositionsbildung ‘(im Vergleich zu etwas) übrig bleiben’ möglich;
später wie üblich zum schwundstufigen s-Aorist umgebildet, s. NARTEN 224.
Aus Wurzelaor. *ärek verdeutlichter s-Aorist, vgl. NARTEN 223-4. Die Augmentdehnung
muß analogisch sein.
Thematisiert mit Verallgemeinerung des nicht palatalisierten Allomorphs /(i)K‘-.
Als Fortsetzer eines alten Perfekts wäre wohl vielmehr t/iqui zu erwarten.
Nach MEISER, l.c., gegenüber der Grundbedeutung ‘sich entfernen von’ (mit Abl.) „stark tran-
sitiv“ “etwas verlassen’ (mit Akk.); doch so Anm. 1.
Wohl eher Neubildung zum Aorist als direkter Fortsetzer des Nasalpräs.
Neubildung zum them. Aor. möglich, doch könnte hier einer der Prototypen des produktiven
Typs vorliegen.
408
9a
Mit *-ie- erweitert; zum Lautlichen vgl. SCHRIJVER, Eriu 44 (1993) 39-42, wogegen
МССОМЕ, FS WATKINS 474-5 (lautgesetzliches */i° analogisch nach Konj. ersetzt durch */e°).
Vor allem Präteritum (Plagpf.) und Partizip zeigen noch die Zustandsbedeutung ‘weg sein
von’, KÜMMEL, Perfekt 423-6; zum Medium ‘übrig sein’ ibid. 426-7.
<— **hat sich entfernt’, MEISER, Le 307.
Deuten nach STANG, Gramm. 311, 344 auf ein altes Perfektopräsens *laik-, пеши. thema-
tisiert liekü, likti, auch ‘zurück, übrig lassen’; die Infixbildung apr. po-linka, lit. dial. liñka ist
dagegen Neubildung zum Prät., s. ibid. 345.
Wohl eher Neubildung zum fientiven Präs. ricyare.
< *‘(zurück)bleiben lassen’.
Уеа. Fientivbildung, s.o. Anm. 1-2.
Entstehung unklar.
1.*leip-' ‘kleben bleiben’ IEW 670-1
Aorist *leip-llip- ?[ved. ni alipsata RV 1,191 ‘sind verschwunden”?
[aksl. ргї-ьре ‘blieb kleben’
?[toch.B lipa ‘blieb übrig”
Präsens *li-ne/n-p- [ved. (AV+) limpati "beschmiert, klebt an, betrügt’
[lit. /impu, (lipti) ‘kleben bleiben"
Perfekt ?*le-lóipllip- ved. riripür RV 5,85,8 ‘haben betrogen”
[got. (+) bi-laif ‘blieb’
Kausativ *loip-eie- np. firib- ‘betrügen’!
got. (+) bi-laibjan “übriglassen’
aksl. (+) pri-lëpiti “ankleben’
Fientiv *lip-ehylh,- aksl. pri-Ivpe ‘klebte (ап etw.)’
Essiv *lip-h;ié- got. (+) liban ‘leben’, ап. lifa ‘leben; übrigbleiben’
aksl. (+) pri-lopljo, (-lopeti) ‘kleben an’
toch.B lipetär ‘bleibt übrig”
Neubildungen: s-Aorist toch.A /yepäs “ließ übrig’
Nasalpräs. got. (+) af-lifnan “übrig bleiben’
aksl. (+) pri-loneri ‘kleben bleiben”
?toch.A Konj. /їрйдї “wirst übriglassen’”
R(e)-e-Präs. аһа. (+) bi-liban "bleiben"
R(z)-e-Präs. lit. lipù, (lìpti) ‘klettern’''
R(z)-ie-Prä. aksl. pri-Iopli ‘soll kleben bleiben?
(M.K.)
жч j—iiyis
409
Aus semantischen Gründen ist (gegen OETTINGER 208) heth. /ip-”" ‘lecken’ fernzuhalten, vgl.
TISCHLER Il 63.
Dreimal im gleichen Lied, von NARTEN 229 als Augenblicksbildung beurteilt.
Mit analogischer Entpalatalisierung von */уѓр- < *leip-, falls nicht Neubildung zum Präsens;
denkbar wäre auch Zurückführung auf Fientiv *lip-h;-.
Bdtg. vom Medium oder vom Aorist.
Bdtg. vom Präsens, vermutlich Neubildung, KÜMMEL, Perfekt 428.
< *pati-raip-, vgl. oss. feeliv-/felev- ‘betrügen’; Alter wegen der Produktivität des Kaus.-Typs
im Miran. unsicher.
Mit analogischer R(z) lip (für Tlyəp < *lip). Dazu neu Konj. lipātär.
Zum them. Aorist. Wohl erst innerslav. Ersatz für das fe Präsens,
Falls der toch. Konj. VII mit PINAULT 44 auf *-ne- mit generalisierter Palatalisierung zurück-
zuführen ist.
Neugebildet zum Prät.; Präs.-Stamm im Got. nicht belegt.
Wohl sekundär уоп limpü ‘bleibe kleben’ differenziert, zur Semantik vgl. FRAENKEL 376b.
Auch noch aruss., sonst durch */one- ersetzt, s. TEDESCO, Language 24 (1948) 361-2.
2.*leip- ‘begehren, verlangen’! IEW 671
Präsens *lip-ie- gr. Лілто ‘begehre’
[lit. liepiü, (пери) “befehlen, anordnen’?
Perfekt ?*le-lóip/lip- gr. Aeñiuuévog ‘verlangend’
(М. К.)
Vielleicht mit 1.*/е/р- zu verbinden, vgl. nhd. an etw. hängen ‘etw. gern haben’.
Mitsek. R(e).
*leis- ‘lernen, erfahren’! IEW 671
Perfekt *le-löisllis- [got. lais ‘weiß, verstehe zu’?
Kausativ *lois-Eie- as. (+) lērian "ehren"
Neubildungen: na-Präs. ae. (+) /eornian, ahd. lernön “iernen’*
(M. K.)
So die Grundbedeutung des primären Verbums im Germ.; üblicherweise als ‘nachspüren’ zu
Wörtern für ‘Furche, Spur’ wie lat. lira ‘Furche’, ahd. -leisa ‘Spur’, aksl. Jëche ‘Ackerbeet’
usw. gestellt, was aber nicht sicher ist, dagegen BENVENISTE, EGS I (1947/48) 1-5.
Nur an einer Stelle (Phil. 4,12), von erlernter Fähigkeit; wegen der Beleglage von MEILLET,
IF 26 (1909) 200-2 als sekundäre Bildung nach wait ‘ich weiß’ erklärt; es gibt jedoch keinen
Anlaß, das Alter der Form anzuzweifeln.
410
Got. laisjan mit s für z nach lais.
Germ. Inchoativbildung; im Ahd. (wegen der Bdtg.) auch zum ei- Verb lernën umgebildet.
1.*leit-' ‘(weg)gehen’ IEW 672
Aorist *Jéit-/lit- [toch.B lita, A līt ‘ging weg’?
Präsens *lit-ie- jav. -iridüieiti ‘stirbt”’
*Jit-ske- toch. /itk- ‘sich zurückziehen’*
Perfekt *le-lóit/lit- [jav. Ptz. iririQus- ‘gestorben’
[got. (+) -laip ‘ging (weg) e
[toch. Konj. B /aitam, A letas ‘soll/wird weggehen’
Kausativ *loit-eie- ahd. (+) leiten “führen, leiten’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. got. (+) -leiban ‘gehen, weggehen’!
Essiv toch.A litantär ‘gehen мер’
(M.K.)
Wegen toch. litk- < *lit-sk° als Anit-Wurzel zu bestimmen, av. 0 ist aus antekonsonantischer
Stellung verschleppt (s.u. Anm. 5). Daher ist nicht mit RASMUSSEN, New Sound 155 Seit,
anzusetzen, toch. /ait-/lit- ist sekundär Set-Wurzel.
= *lyita, analogisch entpalatalisiert; zur Semantik (nicht ‘herabfallen’) s. MELCHERT, KZ 91
(1977) 110.
Euphemistisch *‘geht davon’, oft mit Präverb para-.
? Vgl. MELCHERT, l.c. 110-1; *lirk- < *lit-sk° ist als Wurzel abstrahiert (A Abstr. lirkälune, PP
A litko, B litku), dazu Kaus. B /yirkässäm “entfernt”.
In den schwachen Aktivstamm ist Ө aus dem starken Stamm *iriri@ßah- übertragen. Beim
Medium ist neben analogischem iriridana- P. 34 auch noch iriritäna- P. 23 mit erhaltenem
intervokalischem Verschlußlaut bezeugt; s. KÜMMEL, Perfekt 664-5 mit Anm. 140.
Im Ahd. auch ‘leiden, erfahren’, wohl von dem nicht verwandten Substantiv leid п. ‘Leid’ be-
einflußt, vgl. SEEBOLD 329.
Neubildung zu Prät. und Konj. nach produktivem Muster, mit erneuerter К(2) lit statt Tlyət; in
В laitontär mit R(o) уот Коп).
2.*leit- ‘berühren’! IEW 664
Aorist *Iléit-/lit- gr. Аітёсбоп ‘bitten, anflehen’?
Präsens *lir-ie- gr. Alcooyaı ‘bitte, flehe an’
Alit. liečiù, (liesti) “berühren”?
411
Neubildungen: Essiv lit. Гусій, Iyteti ‘berühren’
(M.K.)
Im Gr. über “ап den Knien berühren’ zu ‘anflehen’ weiterentwickelt, vgl. hom. Al0o&oxeto
yoúvov.
Sekundär auch Präs. Аїтодол (h. Hom.+).
3 Mit R(e); kann balt. Neubildung sein.
?*lek-' ‘die Gliedmaßen bewegen’ (?) IEW 673
Präsens ?*lek-ie- lit. lekiù, (lEkti) ‘fliegen, laufen, stürzen’?
Iterativ *lok-éie- mhd. lecken ‘mit den Füßen ausschlagen’
(М.К)
1! Unsicher; dazu wird noch gestellt рг. Алки: tò zpóç @örjv dpyetodaı Hsch., das mit dem lett.
Iter. /ekat “fliegen, hüpfen, springen’ verglichen wird.
2 Ebenso lett. lecu, lekt, kann balt. Neubildung sein.
*JembH-' ‘schlaff herabhängen’ IEW 656-7
Aorist */embH-IImbH- toch.B Iyama, А [уйт ‘saß’?
Präsens *lembH-e- ved. rámbate ‘hängt (schlaff) herab’
mhd. limpfen ‘hinken’?
Neubildungen: Perfekt mhd. lampf ‘hinkte’
toch.B /Іатат, A lamas ‘wird sitzen’
(M.K.)
Laryngal nach dem Tocharischen, wo offenbar eine Set-Wurzel vorliegt (die allerdings se-
kundär sein könnte); wegen fehlender Aspiration im Ved. kaum zi:
Präsens suppl. В samä.s, A smä,s, zur Semantik vgl. VAN WINDEKENS l 259.
Vgl. auch пе. limp ‘hinken’.
*]embh-! “ergreifen, fassen’ IEW 652
Aorist *l&mb*-/lmb"- ved. arabdha ‘hat ergriffen”?
Präsens */mb"-e- ved. räbhate “ergreift”
Perfekt *le-lómbh/lmbh- мей. (RV) á rarabhmä ‘wir halten ergriffen’*
412
Kausativ *lomb"-é ie- ved. (YV) rambhayati ‘läßt anfassen’
(M. K.)
Vgl. gr. dupı-Aaprjg “umfangreich, umfassend’, Adpüpe n. Pl. ‘Beutestücke’ mit Aap- <
*/mb"-, ved. rambhäd- m. ‘Stütze, Stab’ < *lombhó- usw., vgl. KÜMMEL, Perfekt 420; möglich
wäre auch */ab”-, wenn die Formen mit Nasal im Ved. sekundär sein sollten.
Später zum s-Aorist umgebildet, vgl. NARTEN 218-9; bei den jüngeren /-Formen zeigt sich oft
eine Bedeutung ‘bekommen’, vgl. Сото 262.
Mit regulärer Akzentverschiebung bei а in der Wurzel.
4 Sonstnur Med., redupl. nurnoch rärabhe R V 1,168,3; sonst ab R V I, X ersetzt durch analog.
rebhe bzw. lebhe. Vgl. KÜMMEL, Perfekt 418-20, 436-7.
*JemH-' ‘brechen’ IEW 674
Präsens ?*lemH-ie- lit. /етій, (lemti) ‘bestimmen’
Kaus.-It. *lomH-eie- [aksl. (+) /omlje, lomiti ‘brechen’
Neubildungen: 5г4-Ргаӣѕ. lit. /imsta, (limti) ‘brechen (intr.)’
(M.K.)
Germ. *lama- ‘lahm’ (<- *‘zerbrochen’, vgl. denom. an. lemja ‘zerschmettern; lähmen’), falls
zugehörig, spricht allerdings gegen den vom Balt. geforderten Laryngal (keine Resonantenge-
mination); dazu nach IEW auch air. ro-Jaimethar ‘wagt’ (Semantik?), jedenfalls aber mir.
laime ‘Axt’, s. STOKES, KZ 37 (1904) 258.
*]endh-! ‘sich senken, nach unten geraten” [IEW 675, 961]
Aorist *lend"-Ilnd"- [ved. ma radham ‘daß ich nicht unterliege!”
Präsens *lend"-e- lit. /епай, (ljsti) ‘schleichen, kriechen; eindringen’
*/па!-16- ved. (AV) rádhyatu ‘soll unterliegen’
Kausativ *lond"-Eie- ved. randhayas “unterwirfst’
Perfekt *le-lönd"/Ind"- уед. raradhür RV 7,18,18 ‘sind umterlegen
Neubildungen: is-Aorist ved. randhis “unterwirfst’”
(M.K.)
Г Vgl. бото, MSS 44 (1985) 85-7; dazu wohl Wörter für ‘Lende’ «- *‘ Vertiefung, Einbuch-
tung’ wie ved. randhra-, lat. /umbus, an. lend, s. ibid. 77-86 (bes. zum Ved.).
Zur Bedeutung vgl. Wörter für ‘freies Land’, urspr. *‘ Vertiefung, Senke’ wie air. land, got.
(+) land n., s. Сото, Le 85-6; im Vedischen spezialisiert auf Unterliegen im Kampf und
ә
413
weitgehend nach den Ablautvarianten verteilt: Bildungen mit R(z) radh- intr. ‘unterliegen’,
mit R(e) randh- tr. ‘unterwerfen’, KÜMMEL, pf.
za Vgl. KÜMMEL, Perfekt 416-7, auch zum transitiven Іру. rārandhí “unterwirf!’.
3 Neubildung zum Kaus., ebenso der Wurzel-Ipv. randhi, vgl. NARTEN 217-8.
?*lenk-' ‘biegen’ IEW 676-7
Präsens *lenk-e- aksl. (+) -/eko, (-Iesti) ‘biegen, beugen’
Aorist *lönkllenk-s- aksl. -Iechv “beugte’
Kaus.-It. ?*lonk-eie- Пек. /йоси, lùocît “wiederholt biegen’
[aksl. (+) oro-, raz-lọčọ, -lọčiti “trennen”?
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. /enkiü, (leñkti) “biegen, beugen”?
aksl. (+) /еёо, (lecati) ‘Fallen stellen, fangen”
(M. K.)
Nur bsl. und in germ. Nominalbildungen.
< *‘auseinander/weg biegen’ mit Präverbien; sekundär auch im Simplex ‘trennen’.
Oder Umbildung des К(е)-е-Ргаѕ.?
Slav. Iterativbildung; könnte auch R(z) haben.
+ d H =
*Jep-' “abschälen’ IEW 678
Präsens *lep-e- gr. Aero ‘schäle (ab)
Aorist 9*1ëpllép-s- gr. Аёүугол ‘(ab)schälen’
Neubildungen: Perfekt gr. -AeAguuevog ‘geschält’
(M.K.)
Hierher nach IEW auch lat. lapit ‘dolore afficit’ Fest. 118 (?); verbal sonst nur gr.
*les- ‘sammeln, auflesen’ IEW 680
Präsens *les-I]s- heth. tess-”" “auflesen’'
[got. (+) lisan “auflesen, ernten’?
Ш. Jeep, (lesti) ‘(auf)picken’
(M.K.)
414
Belegt nur Inf. lessuweanzi, 3 p lissanzi, sonst zu lisae- umgebildet, vgl. OETTINGER 206.
Die Bedeutung ‘Schrift lesen’ ist Lehnbedeutung nach lat. legere.
*Jeu-' ‘beschmutzen’ IEW 681
Aorist 2?*léu-llu- lat. pol-Iui *besudelte’
Präsens *leu-e- lat. pol-luö, ere ‘besudeln’
(M.K.)
|! Vgl. gr. Addpovn. ‘geronnenes Blut’, lat. /йгит п. ‘Dreck’, air. loth f. ‘Schmutz’; gr. Айше п.
“Waschwasser, Schmutz’ < */u-smn, also nicht von einer Set-Variante.
*Jeub"- ‘lieb sein, gefallen; betören, verwirren’' IEW 683-4
Präsens ?*l&ub"- Stat. osk. loufir ‘oder’'*
Kaus.-It. *loub"-eie- ved. prati-lobhäyanti- ‘verwirrend’!
?got. (+) us-laubjan “erlauben”*
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. ved. (AV) lúbhyati ‘ist verwirrt, begehrt heftig”?
Еѕѕіу2° [alat. lubet ‘es beliebt, gefällt’, lubēns ‘gerne, willig”
(M. K., R. L.)
Im Indoar. herrscht “verwirren’/‘verwirrt sein’ vor, sonst eher ‘belieben’, ursprünglich entwe-
der ‘lieb(reizend) sein’ — ‘betören, verwirren’ oder umgekehrt ‘(aus Liebe) verwirrt sein’ -->
‘lieben’. Vgl. nominal *leubh-o- > got. (+) liufs, aksl. (+) ljub» ‘lieb’.
< ital. *louß-e-r (osk. Hebung e > e = <i> vor r, zum Lautlichen BUCK 32) < *leubf-e + -r
‘es beliebt’, vgl. umbr. ier “man geht’ < *(h;)i-é + -r, s. LIPP 6.5.1. Anm. (zur Stativ- und Per-
fektendung *-e).
b Zum Bedeutungsbereich von lobh vgl. MAYRHOFER, Kl. Schr. 100-6; EWAia II 483-4.
Innervedische intr. Oppositionsbildung zum Kausativ.
Ersatzbildung für das Stativpräsens */eub"-e.
Ae. auch Simplex, Bedeutung wohl aus *‘jmdm. etwas belieben lassen’, d.h. ‘nach Belieben
tun lassen’; dagegen ist got. (+) ga-laubjan ‘glauben’ denom. zu *ga-lauba- ‘vertrauener-
weckend’.
Klassisch /iber, libens usw. (u kontextsensitiv zu i dissimiliert).
415
?*]eud-! ‘sich ducken, sich beugen’ IEW 684
Präsens *lud-e- [ап. (+) lúta ‘sich neigen, fallen”?
Perfekt ?*le-löud/lud- [ап. (+) laut ‘neigte sich, fiel’
Essiv ?*lud-h;ié- lit. liūdžiņ, (lindeti) ‘traurig sein”
(M. K.)
Nur germ. und bsl., dazu auch r.-ksl. (+) lud» ‘Narr’, wovon Denom. russ. (+) luZú, ludíť
‘betrügen, täuschen’. Im Bsl. muß mit sekundärer Zirkumflektierung gerechnet werden.
Mit sekundärer Dehnung von u im Präs. nach dem Vorbild von Präs. i : Prät. í bei der I. Klas-
se der starken Verben.
Der palatalisierte Anlaut muß von einer nicht erhaltenen R(e) */iaud- stammen. Zur Metato-
nie bei i-Verben vgl. STANG, Gramm. 154-5.
*|]eudh-! ‘hemmen, hindern’ IEW -
Aorist *|éudh-Jluadh- ved. apa arodham RV 10,34,2 ‘habe verstoßen”?
Präsens *lu-ne/n-d"- ved. runäddhi ‘hemmt, hindert’
Prleud"-e- jav. -ғаодәті ‘hindern’
Perfekt ?*le-löud"/lud"- ved. rurodhitha ВУ 1,102,10 ‘hast
zurückgehalten’?
aav. uraraost ‘hielt an/zurück’”*
Neubildungen: Kausativ Jav. raodaiiete ‘hemmt, hindert’
(М. K.)
Verbal nur iir., dazu im Kelt. z.B. кутг. ar-Iludd ‘Hindernis’, s. HAMP, MSS 37 (1978) 65-7.
Dazu noch 3р arudhan AV; 35 Med. aruddha Y V; daraus umgebildet jüngerer s-Aorist агаш,
rautsit bzw. arutsi, arutsata, vgl. NARTEN 228.
2а Vgl. KÜMMEL, Perfekt 433-4.
` Vgl. HUMBACH, The Gäthäs II 228; KÜMMEL, Perfekt 667-8.
1.*leug- ‘lösen, brechen’' IEW 686
Aorist *leug-Mlug- ved. (VS) má rok ‘zerbrich nicht!”
arm. lowci “machte los, löste”
Präsens */ug-e- ved. rujäti ‘zerbricht, bricht auf
[ae. (+) /йсап ‘jäten’, tö-Incan ‘zerstören”"
416
Prlug-ie- pal. lukit Чеке“
Kausativ ?*loug-eie- Nat. lügeö, -ere “trauern”
Neubildungen: ske-Präs. spätkhot. rau stä ‘bricht, birst’
Nasalpräs. arm. lowcanem ‘mache los, löse”
Perfekt ved. rurója "hat zerbrochen’®
(M. K.)
Velar gesichert durch iran. Formen wie jav. uruxti- f. ‘Brechen’. Daneben Variante mit Pala-
tal in lit. /áužiu, lauzti, lett. lañZu, laüzt ‘brechen’.
Daneben verdeutlicht s-Aorist rauk KS und irregulär ruk MS, NARTEN 228.
S. KLINGENSCHMITT 268.
Mit analogisch gedehnter R(z), ahd. -liohhan ‘(her)ausreißen’ mit sekundärer R(e).
Wohl eher denom. zu luki- ‘Teil’, vgl. MELCHERT, AHP 193, 196 mit Lit.
Semantik ungeklärt.
*rux-sa-, vgl. EMMERICK 116.
Zum Aorist.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 432-3.
2.*leuß- ‘biegen’' IEW 685-6
Präsens *lu-ne/n-$- [air. fo-loing ‘erträgt’, in:loing “verbindet; erlegt
auf”; mkymr. ellyng- “freilassen’”
*]ug'-e- [got. (+) ga-lükan ‘schließen’, us-lükan ‘öffnen’
Perfekt ?*le-löu@Mlug- Эаіг. in.lolaig “verband; erlegte auf”
[got. (+) ga-lauk ‘schloß’, us-lauk ‘öffnete’
Desider. ?*li-lug'-se- ?air. Fut. fo:lil ‘wird ertragen’
(M.K.)
Vgl. wohl gr. 20уос ‘biegsamer Zweig’, lat. luctāre ‘ringen’ (Anschluß von lit. lügnas ‘bieg-
sam; schmeichlerisch’ ist problematisch, weil ohne Reflex уоп WINTERs Gesetz, dazu Anm. 1
zu *bhegu- s. auch */eug”-); Bedeutung ‘schließen’ im Germ. (mit Präverbien *ga-, *bi-)
wohl aus ‘zusammenbiegen’ o.ä., das Simplex (nur ae.) müßte dann sekundär sein.
Anschluß der air. Verben ist aus semantischen Gründen unsicher, viell. Grundbedeutung ‘wo-
hin tun’ <- *‘in eine Richtung biegen’?
Verbalnomen ellwng; < *eks-lung- ‘herausbiegen’, wohl besser mit air. -loing zu vereinigen
als (trotz passender Semantik) mit KLINGENSCHMITT 184 zu 1.*leug-, vgl. SCHULZE-THULIN
8201 s.v. ellwng.
Mit sek. Dehnung nach dem Vorbild von ї < *ei bei der I. Klasse der starken Verben.
417
?*leug"-' ‘Jügen”? IEW 686-7
Präsens *lug"-ie- aksl. (+) /vZo, (logati) ‘lügen’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. got. (+) liugan ‘lügen’
(M. K.)
Nur germ. und bsl.
Falls lit. /ùgnas 'biegsam; schmeichlerisch’, /üginris ‘sich einschmeicheln’ hierhergehört (vgl.
ta)
Anm. 1 zu 2.%/еид”-), viell. urspr. ‘(sich ver)biegen’.
*leuH-' ‘abschneiden, lösen’ IEW 681-2
Aorist *léųuH-/luH- gr. Адто ‘löste, befreite”?
flat. Jor ‘büßte, zahlte’
toch.B /yuwa, А Гуи ‘sandte’
Präsens *leuH-/leuH- [toch.B /yewerär ‘sendet?
*/u-neln-H- ved. (Br.) /unäti ‘schneidet аЬ”
?[toch.A lun/amäs] ‘wir senden"?
*/uH-e- gr. Aua ‘löse, befreie?
lat. /uö, -ere ‘büßen, zahlen’, so-luere ‘lösen’
Perfekt ?*le-löuHlluH- ` Ier AéAvuai ‘bin befreit’
| [toch. Konj. B /awam, А lawas ‘wird senden
$
Desider. ?*leuHlluH-s- [got. (+) fra-liusan ‘verlieren’
| Neubildungen: s-Aorist gr. éA voa ‘löste, befreite’
| ?Nasalpräs. russ. Jour" “losschießen, loslassen’
(M. K.)
Vgl. zu *H außer dem Ved. und Toch. auch gr. доо- 40zóç ** Аиѕѕраппеп der Rinder’ >
"Abend, lat. so-/ürus; einzelsprachlich auch sekundäre Anit-Formen, die wohl vom Präs. */и-
| пёН- одет *lue- < *luH-é- ausgehen.
Mit ü (Aöroll. 24,1 hat metr. Dehnung), das vom Präsens Ave- < *luHé- übertragen ist.
Falls mit PINAULT 138 die wurzeldehnstufigen Präsentien der Klasse Ш aus akrodynamischen
Wurzelpräsentien herzuleiten sind, Einzelheiten sind unklar.
Sekundär auch /unoti, vgl. COWGILL, Language 39 (1963) 253-4.
Vgl. SCHMIDT 45°.
Bei Нот. meist й, erst später auch # (nach dem s-Aorist).
Bdtg. vom Medium *‘sich lösen von’? Die Desiderativbedeutung ist verblaßt, germ. ist eine
| Wurzel *leus- abstrahiert, mit analogischer R(z) *lus- statt Т/й$-.
sau»
418
*Jeuhz-' ‘waschen’ IEW 692
Präsens */ёиһ;-е-'* [lat. lauë, -ere ‘(sich) waschen'2;
[umbr. уши /wo:tu/ ‘soll waschen’?
[alb. агер. Konj. laa ‘wasche”
Aorist ?rleuhzlleuh,-s- Эрг. Аоётол "wäschen"?
Iterativ *louh;-éielo- [gr. Aoéw "wäsche"
Neubildungen: Nasalpräs. arm. loganam ‘bade mich’, lowanam "wasche?
Perfekt gr. AeAouu£vog “gebadet habend’
5a
(M. K.)
Vgl. тук. re-wo-to-ro- /lewotro-/ ‘Aoetpo-’, aus *leuo- mit Metathese (wohl unter Einfluß
des Iterativs) im späteren Gr. *loue-, vgl. KLINGENSCHMITT 116''; PETERS, Sprache 33
(1987) 289-90'.
Für das von KLINGENSCHMITT 116-7; LIV' angesetzte Wurzelpräsens gibt es keine klaren
Anhaltspunkte.
< *lou-eie- mit restituiertem Suffix für Tlou-oie- < *lou(h;)-oie-, daraus jünger 4oúo; nach
KLINGENSCHMITT 116-7 ist Ade Od. Relikt des athem. Präs. *loue-t < *leuo-t, wahrscheinli-
cher liegt aber mit PETERS, Sprache 33, 286-7, 289-91! wie bei allen anderen Belegen von
„Аба“ eine jüngere Form von Ao&wvor; Neubildung zum Aorist möglich.
Nur tr., mit -a- nach lauäre für *lou-e- < *leu-e- — *leuhz-elo-, häufigeres lauäre intr. und tr.
‘(sich) waschen’ < *louä-ie-, denom. zu *louä- < *louhz-Ehz- (ererbtes *ou > *au, vgl. MEI-
SER, HLF 85 mit Lit.), vgl. das Perfekt /aui < *lauäa-uai (R. L.). Anders Rıx, GS SCHINDLER
518-9, 529°: louä- analogisch für Iterativ *ouh;-eie-.
Vgl. MEISER, Lautg. 155.
Setzt einen thematischen Präsensstamm *l/eue- voraus, vgl. KLINGENSCHMITT 117; neualb.
zum nj-Verb umgebildet: lan, 15 laj.
Mit Metathese analog zum Präsens, falls nicht sekundär zu diesem, vgl. PETERS, Sprache 33
(1987) 290-1'.
Wohl Neubildung zum Aorist logac‘e-/lowac‘e-, der zum ehemaligen Präs. *loga-/lua- (<
*leua-/luua- < *leuh;-/luh;-) gebildet wurde, vgl. KLINGENSCHMITT 117.
*leuk- ‘hell werden’! IEW 687-9
Aorist *léuk-/luk- heth. lukta ‘es wird hell, dimmert'2
Präsens *leuk-e- ved. röcate ‘leuchtet
ved. rucänd- ‘aufgeleuchtet””
[toch. A !yokät “wurde bell"?
„4a
Jav. raocint- ‘leuchtend’
?toch.B Konj. /yustär “erleuchtet”
Perfekt *le-löuklluk- ved. ruröca ‘ist aufgeleuchtet, leuchtet’?
419
Kaus.-It. *louk-eie- heth. /ukkizzi ‘zündet ап’
ved. rocayati ‘läßt leuchten’
jav. raocaiieiti ‘läßt leuchten’
alat. /üceö, -ere “leuchten lassen’!
?aksl. (+) lučiti se ‘sich ereignen, geschehen’,
po-lueiti “erhalten, annehmen’!
0
А А o 7
7* löuk-ie- arm. Aor. lowc‘e- ‘anzünden’
RER RR 10b
lit. /aukiu, (laukti) ‘erwarten’
Neubildungen: s-Aorist lat. Jo ‘ließ leuchten; leuchtete’
toch.B /yauksa, А lyokäs ‘erleuchtete’
ske-Präs. khot. 3s rrustä, 3p rrusindä "scheinen" (ie
se-Präs. toch.B /uksäm ‘erleuchtet’, A lukseñc “erleuchten”
Fientiv heth. /ukkesta ‘es wurde Һе!!!
Essiv lat. /йсед, -ёге ‘leuchten’?
Bun
vo u
lit. [äkiu, (аке “warten, hoffen, zaudern'!28
toch.B /yukerär “leuchtet”'”
(M.K.)
Vgl. HOFFMANN, KZ 82 (1968) 214-20 = Aufs. 251-7, zum Heth. s. jedoch unten Anm. 9.
Daneben auch /ukkatta, erst jheth. auch aktiv /ukzi, vgl. OETTINGER 273-4.
Vgl. HOFFMANN, Le 217-8 = 254-5 zu weiteren ved. Formen.
Für *lukät «< *luk-to nach s-Prät. Iyokäs, s. HACKSTEIN 126°, 128 mit Lit.; in B reguläre
Umbildung zum s-Prät. /auksäte.
Zur jungen Kunstbildung sam-lokete (AB) s. GOTÖ 275; klass. /okare ‘erblickt’ hängt vom
Denom. ep. klass. /okaya-" ‘erblicken’ ab, ibid. mit Anm. 633; hier liegt also kein Indiz für
eine Bedeutung ‘sehen’ von *leuk- vor, s. EW Ата II 480.
Könnte auch den Konj. Wurzelaor. fortsetzen, s. HACKSTEIN 127.
Wenn mit KLINGENSCHMITT 194 ce *ki möglich. Dazu neu Präs. /owc‘anem.
Sekundär auch faktitiv als Perf. zum Kaus. ‘hat leuchten lassen’; vgl. KÜMMEL, Perfekt 429-32.
Kann wegen kk gegen HOFFMANN, l.c., nicht auf */euke- zurückgeführt werden (wäre t/a-
ke-!); also *loukeie- > *lüke(i)e- > *lūkē- > lukke-, vgl. MELCHERT, SHHP 34-5; theoretisch
möglich wäre auch */uke-. Jheth. sekundär auch athem. 15 Prät. /ukkun.
Nur alat., sonst intr. ‘leuchten’, wohl aus einer Essivbildung, s.u. Neubildungen.
Urspr. ‘wonach sehen, erwarten’ -> ‘zielen’ -> ‘treffen’ usw., zur semantischen Entwicklung
vgl. VASMER 11 73 mit Lit. Russ. lučíť sja ‘strahlen’ ist jedoch Denom. zu /иё m. ‘Strahl’.
Aus ‘wonach sehen’ < **(für sich) leuchten lassen’ (?). Die (nur balt.) Akutierung spricht für
Dehnstufe.
EMMERICK 116.
Vgl. HACKSTEIN 127-8, Neubildung zum s-Aorist.
Daneben existiert auch redupliziertes /alukkess-"", vgl. WATKINS, MSS 45 (1985) 252-3, des-
sen Status nicht geklärt ist (*/o-l&uk-s-, OETTINGER, Koll. Kopenhagen 328°).
Mit sekundärem й уот Kaus. oder Durchführung der R(e) bei der ganzen Wurzel.
Mit sekundärem 8 analog zu dehnstufigem láukti (s.o.), vgl. auch іп lett. /ükuör “schauen;
(ver)suchen’.
Mit R(e) vom e-Präsens oder Wurzelaorist; dazu Prät. /yukä°.
420
?*]eup- ‘(ab)schälen’ IEW 690-1
Präsens *lup-e-
Iterativ */оир-ёіе-
1
Prleut-' ‘sehen’
Aorist Pr leut-MMut-
Präsens *leut-ie-
lit. /upü, (lüpti) ‘(ab)schälen’
[lit. /аирай, laupyti ‘schälen’
russ. (+) /иріг’, lupljü “(ab)schälen’
Wohl nur bsl., da ved. /op- ‘zerbrechen’ zu *reup-, s.d.
(MEI
` [IEW 688-9]
[gr. ark. Ptz. Aevzovr- *sehend*
gr. hom. poet. 4£úo(o)@ "sche"
(M. K.)
Verbal nur рг.; dazu könnte vielleicht auch heth. /urräi- ‘Fenster’ gehören, falls nicht besser
mit toch.B /yauto ‘Loch, Öffnung’ zu *leuH- ‘abschneiden’, s. MORPURGO DAVIES, Minos
20-22 (1987) 459-68.
Vgl. MORPURGO DAVIES, l.c.; Vollstufe ungewöhnlich.
Vgl. MORPURGO DAVIES, l.c. Der innergr. Zusammenhang widerspricht der traditionellen
Rückführung von Aedoow auf *leuk-io.
421
xm-
1
*mad- “па sein/werden” IEW 694-5
Präsens ?*mud-ie- air. -maid ‘zerbricht (intr.)”
Perfekt ?*me-möd/md- air. ro:mmemaid ‘ist zerbrochen’
Essiv *m,d-hyle- [lat. madeö, -ere ‘naß sein, triefen’”®
(Th. Z.)
Alternativ auch *med- oder *mehzd-, falls gr. паб analogische R(z) für аб < *md bzw. TruGó
< *mh;d.
Zur Wurzelbedeutung vgl. nominal gr. ua@dapög ‘feucht, triefend’, denom. gr. att. uaddo Чгіе-
fe, zerfließe, löse mich auf,
Semantisch problematisch: hierher, falls < ‘geht auseinander’ <— *‘zerfließt’, vgl. z.B.
THURNEYSEN, IF 14 (1903) 133.
Homonymes madeö ‘bin voll’ s. unter 2.*med- ‘voll werden’.
*maĝ-' ‘streichen, schmieren’ IEW 696-7
Aorist ?*máĝ-/mĝ- [arm. macaw ‘klebte an, haftete; gerann”
?[gr. &uada ‘strich ab, knetete’
Fientiv *m,g-Ehjlh;- gr. &uayn ‘wurde abgewischt, wurde geknetet’
Neubildungen: je-Präs. gr. пбсоою, att. deren ‘knete, streiche аЬ”?
aksl. (+) mažo, (mazati) ‘salben, schmieren"?
Perfekt gr. перо ха “habe geknetet’,
Ptz. Med. ueuayuevn Archil. ‘geknetet’
(Th. Z.)
Nicht *meh,8-, siehe KLINGENSCHMITT 219”. Hierher auch (denom.) germ. *makö-: nisl.
maka ‘schmieren’; westgerm. ‘machen’ («< ‘bilden’ — ‘kneten’): as. (+) makon.
Mit durchgeführtem starkem Stamm *ma$-; Med. ‘klebrig sein’ zu Akt. *‘klebrig machen’ —
‘schmieren, schmierig machen’; dazu Neubildung Präsens macanim, vgl. KLINGENSCHMITT
217-20.
< *mak-iö statt tuáćw < *mag-iö infolge Entgleisung bei Neubildung zum Aor. &uada, s.
SCHWYZER 715; das Präs. wird auch zu *menk- gestellt (s.d.) und müßte dann sekundär in ein
Paradigma mit &udyn getreten sein.
< *mäz-ie-, Vokallänge nach WINTERs Gesetz (s. Anm. 1 zu *b"eg“-); dagegen nach KLIN-
GENSCHMITT 219” mit innerslav. Dehnstufe.
422
*magt-' ‘können, imstande sein’ IEW 695, 697
Präsens *mäg"- Stat. ved. 3s á mahe R V 7,97,2 ‘verschafft’,
[Opt. Akt. sam mahema ‘mögen wir zustande
bringen"?
Ier. uayouaı "kämpfe"
got. (+) mag, 3p magun ‘können, imstande sein’!
[lit. таай, (mageti) ‘gefallen, Anklang finden’’
[aksl. (+) торо, (mošti) ‘können’?
Neubildungen: ?R(ē)-ie-Präs. lit. megiu, (mėgti) ‘lieben, mögen’;
lett. mêdzu, (mêgt) ‘taugen, vermögen’ 8
Fientiv [gr. Fut. uz zouen "werde kämpfen’,
VAdj. hom. uarymröv ‘zu bekämpfen”
Essiv ahd. (+) magen ‘stark sein, stark werden’
š (Th. Z.)
Zum Wurzelansatz vgl. KLINGENSCHMITT 137': gr. dor. u&xog ‘Hilfsmittel’ zeigt Dehnstufe.
Vgl. KLINGENSCHMITT 137', KÜMMEL, Stativ 80-1.
Vgl. KÜMMEL, Stativ 79-81 mit Lit., zur Bedeutung vgl. á śak- ‘verschaffen’ zu sak- ‘können’.
Thematisiert; zur möglichen Diathesenopposition Med. ‘imstande sein’ : Akt. ‘zustande brin-
gen’ siehe GOTÖ 243; nach KÜMMEL, Stativ 81 ist der akt. Opt. Neubildung nach sakema zu
śak- ‘schaffen, können’ (s. *kek-).
Zur semantischen Anknüpfung vgl. Hans TRÜMPY, Kriegerische Fachausdrücke im griechi-
schen Epos, Basel 1950, 126-8; FRISK 11 188.
Germ. Pluralformen mit Stamm mug- sind späte Analogiebildungen.
Thematisiert von der 3s *mage aus, u.U. schon urbsl.; Bedeutungsentwicklung ähnlich wie in
nhd. mögen, mag.
Thematisiert wie im Lit.
Bauen auf einen Stamm *uazn- auf.
+ ош Nn =
*masd-' ‘fett sein/werden’ [IEW 694]
Präsens *masd-ié- ved. medyati ‘wird fett, ist fett’
Kausativ ?*mosd-Eie- ved. medayati ‘macht fett’
Neubildungen: ?Nasalpräs. [alb. man, Is тај ‘mästen’?
(Th. Z.)
! Mita wegen gr. ode ‘Brustwarze’ < *masdö-, vgl. KLINGENSCHMITT 2187, und alb. madh
‘mit Fett bereiteter Maismehlbrei’, vgl. DEMIRAJ 250, 252.
2 < *mad-n-ie-, falls zu recht hierhergestellt, offenbar < *mazdhnie-.
423
1.*med-' ‘messen, für Einhaltung sorgen, sich kümmern’? IEW 705-6
Präsens *möd-/med- [gr. uröouaı “erwäge, ersinne, beschließe’’;
[ибо ‘herrsche, walte’, иёбоноал ‘sorge (für), bin
bedacht’
[air. midithir, -midethar ‘urteilt, beurteilt’*
[got. (+) mitan ‘messen’
Aorist *möd/med-s- aav. 3s Konj. Med. masata Y. 54,1
| 4
‘wird zumessen””
gr. Eurjoato ‘erwog, ersann, beschloß’
Iterativ ?*mod-eie- jav. vi-mäadaiianta ‘sollen ausmessen, ermessen’”
Essiv ?*med-hjié- [lat. medeor, -eri ‘heilen, zu Hilfe kommen"?
Neubildungen: Perfekt air. -mídair ‘(be)urteilte’
4a
4b
got. (+) Prät.-Präs. ga-mot ‘habe Raum, habe Gelegenheit”,
got. (+) mat ‘maß’
(Th. Z., M. K.)
Hierher auch got. matjan ‘essen’, an. metja ‘schlappen (vom Hund)’: denom. zu got. (+) mats
< *mati- m. < *mod-i- ‘Speise’ «< *‘ Anteil, Portion’ — *‘das Zugemessene’, vgl. HARÐAR-
SON, HS 108 (1995) 225 mit Anm. 53.
Vgl. zur Semantik BENVENISTE, Institutions 123-32. Vgl. auch lat. modus m. ‘Maß, Art und
Weise’, modestus ‘maßvoll’, osk. meddik- ‘der das (Straf-)Maß angibt’.
Vgl. MEIER-BRÜGGER, HS 105 (1992) 242. Alte athem. Form viell. noch in yorto: BovAev-
сото Hsch. < *med-to, CHANTRAINE 693, vgl. SCHWYZER 751 (falls nicht zum s-Aorist); die
R(&) im Medium muß sekundär sein.
Regulär zu *med-ie- umgebildet.
S. HINTZE, Koll. Erlangen 168-71.
Nur У. 7,38; 40 in Fig. et. mit vimaöas-cit ‘als Ermesser ermessen’ = “als Arzt untersuchen’,
s. HINTZE, l.c. 163-8.
Mit Restitution von e (anders als in madeö ‘bin voll’, vgl. 2.*теа-); könnte dies in Zusam-
menhang mit dem akrodyn. Präs. stehen?
Aus *me-möd-, sek. Perfekt zur R(e) in Präs. *med-Imed-, semantische Entwicklung im Ein-
zelnen unklar.
2.*med-' ‘voll werden, satt werden’ [IEW 694-5, 706]
Präsens ?*m-neln-d- [ved. mändati “erfreut, berauscht’?
*med-e- ved. mädati ‘erfreut sich, berauscht sich, sättigt
sich’
Jav. maöaite “wird trunken, berauscht sich’
424
Perfekt *me-mód/md- ved. mamáda “hat sich = ist berauscht/erfreut; hat
berauscht/erfreut'2;
[Präs. mamatsi ‘erfreust dich’
Kausativ *mod-eie- ved. mädäyati ‘erfreut, berauscht’;
mädäyate ‘erfreut sich, sättigt sich”
[jav. 2s Іру. Med. *maöailan'ha ‘erfreue dich!’°;
khot. maitti “ist berauscht' `
an. Ptz. Prät. mettr ‘satt?
Desider. ?*méd/med-s- ved. Ipv. mátsi ‘berausche dich"?
Essiv *m.d-hie- [lat. тааео, -ёге ‘voll sein, betrunken sein’ "°
Neubildungen: R(&)-ie-Präs. ved. (Y VP) mädyati ‘erfreut sich, berauscht ach"!
vo mo м
10
II
(Th.Z.)
Siehe HARDARSON, HS 108 (1995) 225-31. Hierher u.a. gr. weorög ‘voll’ und an. metta, ae.
mettian ‘sättigen’ (denom. zum Ptz. Prät. *matiöa- ‘gesättigt’).
Thematisiert aus *mandd- ` *тапа- < *т(а)паа- : *mad-; daraus ist die sekundäre Wurzel
mand- ‘berauschen, erfreuen’ abstrahiert: is-Aor. amandit, Perf. mamanda u.a., s. KÜMMEL,
Perfekt 359-60, 366-7, nach GOTÖ 235-6 basieren alle diese Bildungen auf dem schwachen
Stamm mand- < *ma-md- des kausativ gebrauchten Perfekts.
Schwacher Stamm ursprünglich mand- < та-та-; faktitiv-transitive Bedeutung vom Kausa-
tiv, vgl. GOTÖ 235-6, KÜMMEL, Perfekt 356-60 mit Lit.
Zu Іру. Perf. mamaddhf ‘berausche dich!’ usw. hinzugebildet, LEUMANN, Neuerungen 34;
Сото 235-65!8; KÜMMEL, Perfekt 358.
Vgl. Сото 235 mit Anm. 517.
Mit sekundärer Vokalkürze; vgl. GOTÖ 238 mit Lit.
EMMERICK 108; könnte auch Med. sein, vgl. EMMERICK 199.
Aus *matiöa- zu Kaus. *matja- “sättigen’; s. HARBARSON, HS 108 (1995) 231.
Dazu sekundär intr. Med. mätsva, Konj. mätsat, auch Зр Ind. amatsur, vgl. NARTEN 185-6;
dort auch zum sekundären is-Aor. amädisur.
Homonymes madeö ‘bin naß’ s. unter *mad-.
Rückbildung zum Kaus. mädayati, ersetzt aussterbendes тааап, GOTO 236-7 mit Anm. 523.
*meh,-' ‘(ab)messen’ IEW 703-4
Präsens *mi-meh,/mh,- ved. Med. mimite “тібі, teilt zu’
aav. 2p Konj. fra-mimada Y. 32,4 ‘sollt anordnen’?
Aorist ?*möhlmeh)-s- ved. (AV) 15 Med. ámāsi ‘habe gemessen”
Desider. ?*meh/mh,-s- ved. Іру. masi ‘teile zu!”*
Kausativ *moh;-é ie- jav. Konj. ä-maiiänte ‘sollen sich erweisen als”
Neubildungen: ?R(e)-ie-Präs. aksl. (+) зъ-тёуо, (sp-meti) ‘wagen’!
425
Perfekt меа. 3d mamätur "haben gemessen’,
Med. mame ‘hat (für) sich gemessen”
(Th. Z.)
Hierher auch lat. mëtior, mētīrī “abmessen’, denom. zu *méh;-ti- ‘Maß’. Ebenfalls denom. ist
alb. mat, 15 mas ‘messen’ < *mat-ie- zu *mat° < *mə;-t°, vgl. DEMIRAJ 258. Kaum hierher
(gegen IEW) toch.B Pràs./Konj. Med. maistär *miñt' (zur Formbestimmung vgl. SCHMIDT
504),aus einem *moiske-?
2 Siehe HUMBACH, Die Gathas Il 33; 1991 II 79; BEEKES, Gramm. 166.
? Vgl. NARTEN 191-2.
< *meh,-s-si, durch Umbildung daraus Іру. тай, mäsva (kein Präsens mäti!), s. NARTEN 191
mit Anm. 547.
< *‘sollen sich messen lassen als’, KELLENS, Verbe 153; mit Kürzung а > a vor ii aus
*mäla- < *тааіа-.
° Zu möglicher semant. Verknüpfung z.B. BERNEKER 47.
7 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 378-80.
*meh;- ‘Zeichen geben’ IEW 693
Präsens *mhz>-neulnu- [gr. тубо, dor. uaviw ‘zeige an, gebe bekannt’!
[aksl. ро-тапогі ‘zuwinken’?
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. mó ju, (móti) ‘winken’
aksl. (+) -ma jo, (-ma jati) ‘(zu)winken’
(Th. Z.)
! Lautgesetzlich та < *mh;, oder mit sekundärer Dehnung der Wurzelsilbe (*man°)? Wird oft
als denom. beurteilt; s. FRISK II 229-30.
2 Mit analogischer К(е); vgl. STANG, Verbum 55(-6).
*meh;-' “Mühe bereiten, zur Last fallen’ IEW 746
Präsens ?*meh;-ie- аһа. muoen ‘sich abmühen; belästigen’
russ. máju, (májat”) ‘plagen, erschöpfen’,
bulg. mája ‘halte auf, verzögere”
(Th. Z.)
Vgl. vielleicht gr. &uorog “unermüdlich (?)' (< *zi-ma;-to-); sowie mit /-haltigen Suffixen gr.
н@Аос m. ‘Kampf e ** Mühe”, lat. möles f. "Last, Mühe’, wovon mölior, -iri ‘sich mühen’.
2 Vgl. VASMER II 108 mit Lit.
426
1.*mei-! ‘befestigen’ IEW 709
Präsens *mi-neu/nu- ved. minöti ‘befestigt, errichtet’
?khot. ha-mändä “macht (zu etw.)”
[air. do:di-men, -tuid-men ‘befestigt?
Neubildungen: R(e)-e-Präs. lett. me ju, (mier) “einpfählen’®
s-Aorist ved. 3s Med. amesta KS 22,7: 63,11 “hat befestigt”
Perfekt ved. mimäya “hat errichtet”
с ww + ш ы
(Th. Z.)
Wegen heth. suhmili- angeblich ‘wohlbefestigt und ved. sämaya- КУ SIGI) ‘schön verfer-
tigt’, setzt CATSANICOS, BSL 81 (1986) 123 *л,(зуте- an; vgl. EW Aia II 314; TISCHLER II
220.
*fra-min®, vgl. EMMERICK 147; nach BAILEY 460a zu 2.*mei- “wechseln, tauschen’.
Umbildung aus *minu-, vgl. MCCONE 14.
Sekundär umgebildet zu mienu.
Vgl. NARTEN 192.
KÜMMEL, Perfekt 367-8.
2.*mei-' “wechseln; tauschen, ändern’ IEW 710
e e 7 А 2
Präsens *mei-e- ved. ví mayante ‘wechseln sich ab (?)’
Yav. тайа: *??
?[lett. Präs. mi ји, (mit) “tauschen’*
*mi-ske- toch.B mäsk- ‘tauschen’, [maskässäm ‘tauscht’
Neubildungen: Nasalpräs. mkymr. tre-myn- “vorüber gehen”
Ó bk “Q H
aksl. (+) minoti “vorbeigehen (Zeit)’
(Th. Z.)
Vielleicht *h,mei-, falls *hzmeig*- ‘wechseln’ Wurzelerweiterung hierzu ist; vgl. auch ved.
(YV) apamítya- ‘Entgelt’ neben (AV) apamitya-. Hierher auch lat. тед, тейге ‘gehen’ (de-
nom. zu einem *meiä-) und aksl. (+) menjo, měniti ‘ändern’ (denom. zu měna “Tausch’). Vgl.
aber andererseits *meithz-.
Siehe Сото 240-1.
Die Stelle (F. 6) ist unklar; vgl. JOACHIM 127.
Mit sek. R(z) nach dem Prät. für *meju (?).
< *ті-п-Н-; viell. auch im mkymr. Verbalnomen mynet ‘gehen’, vgl. LEWwIS-PEDERSEN 336,
s. aber auch *menH-.
427
*meig®"- ‘blinzeln, zucken? IEW 712
Präsens ?*meig'®h-e- ?ved. ni-meghamäna- ‘niederblinzelnd’'
Perfekt *me-möig®h/mig'®*- 9[alit. miegmi, [lit. miegù, (miegöti) ‘schlafen’?
Kaus.-It. *moig'""-eie- aksl. (+) -тё20, -m£Ziti “(die Augen) schließen’
Essiv *mig®h-h jé- ačech. (+) mim, (mžieti) "dësen"
Neubildungen: Nasalpräs. lit. mingù, (mìgti) ‘einschlafen’
r.-ksl. (+) mognori ‘blinzeln’“
(Th. Z.)
! Vgl. Сото 245-6 (*herabschimmernd’).
Nach STANG, Gramm. 311 könnte ein Perf. *maig- ‘hat geblinzelt, ist eingeschlafen’ zu-
grunde liegen. Unklar ist apr. meicte ‘schlafen’: 3s Präs. oder Inf. (?); SCHMALSTIEG 216.
2 VAILLANT III 384.
Könnte einen them. Aor. (є Wurzelaor.?) *тьръ voraussetzen.
1.*meiH-' ‘gering werden, schwinden’ IEW 711
Präsens *mi-neln-H-? ved. minäti, minánti ‘mindern, schädigen’
[gr. uıvößo *vermindere; nehme ab’?
[lat. minuð, minuere ‘vermindem’;
[osk. Inf. menvum ‘vermindern’
*miH-ié- ved. miyate ‘schwindet hin’
Neubildungen: s-Aorist ved. (AV) Med. 15 mesi, 35 mesta ‘schwindet hin’
Perfekt ved. mimaya ‘hat hinschwinden lassen, hat beeinträchtigt’?
(Th. Z.)
Hierher an. Präs. meiða sw. ‘verletzen, schaden’ (denom. zu *moiH-tö-, vgl. got. gamaipbs
(-d-) ‘verstümmelt'). Vielleicht auch mit „d-Erweiterung“ die дегт. Wurzel *mait-: Präs. in
got. -maitan “abhauen’, аһа. meizzan ‘abhauen’; Prät. got. (+) 3p maimaitun, Kaus.-It. in an.
(+) meita sw. ‘abschneiden’ (vgl. SEEBOLD 343-4).
Außeriir. voreinzelsprachlich (?) ersetzt durch *mi-neu/nu-, u.U. in Anlehnung an nominales
*minu-. KLINGENSCHMITT bei EICHNER, Indo-European Numerals, ed. J. GVOZDANOVIC, Ber-
lin - New York 1992), 77 erklärt *mineu-ti als faktitiv zum Adj. *meiu- ‘klein’; analog dazu
faßt EICHNER *minehz-ti als denom. zu einem Abstraktum *m(e/o/@)i-eh;- auf.
Mit terminativem *-dhe- erweitert, vgl. фг/000 ‘schwinde’ (s. *d"'g!"ei).
S. KÜMMEL, Perfekt 368-70, auch zu 24 mimitas, Opt. mimiyat.
428
2.*meiH-' ‘heranreifen, gedeihen’ ПЕМ 711-2]
Präsens ?*miH- Stat. [heth. miyari “wird geboren”?
Perfekt *me-möiH/miH- heth. mäi, (miyanzi*) ‘gedeiht, wächst’
(Th. Z.)
*H = *h, oder *л;. Hierher könnte mit dem semant. Übergang ‘reifen, reif — ‘weich, mild’
ved. mäyas-, jav. maiiah- “Erquickung, Behagen’ gehören; des weiteren mit verschiedenen
Suffixen lat. mitis ‘mild’, lit. mielas ‘sanft, lieb’ ua: vgl. TISCHLER II 93.
2 S. OETTINGER 471. Ersetzt im Heth. die verbal nicht mehr erhaltene Wurzel *ĝenh;-.
*meik-' mischen’ IEW 714
Aorist *meik-Imik- gr. hom. ёшкто “mischte sich’;
[&ueı£a “mischte”?
Präsens *mik-ske- ?ved. Ptz. Med. micchamäna- RV-Kh. 2,14,11
“aufgewühlt (?)”?
рг. uioyo “mische’*
lat. pränestin. 25 Іру. misc CIL 560 “тіѕсһе!”?;
[lat. misceö, -ere “mischen’”®
[air. mescaid ‘mischt, verwirrt, taucht’,
kymr. (cy-)mysgaf ‘mische’’
[ае. miscian sw.2, ahd. miscen sw. ‘mischen’?
Iterativ *moik-eie- [lit. maisaü, maisyti “mischen”
ак]. (+) mëšo, mesiti ‘mischen, kneten’
Desider. ?*meik/mik-s- [ved. (KS) meksayati ‘rührt ап’!
рг. uei&o ‘werde mischen’
Neubildungen: Re)-ie-Präs. lit. miesiü, (mie$ti) ‘mischen’
n-Infix-Präs. lit. myš u. [mystü, (mi$ti) ‘sich vermischen, verwirrt
1
werden’!
nu-Präs. gr. att. и(є)їууйи: ‘mische’"?
Fientiv gr. &uiynv ‘wurde vermischt’
(Th. Z.)
1 Zu *k vgl. ved. misrd- ‘vermischt’; das Ог. (ийту@, &uiynv) weist aufeine Variante *meiglg-,
die wohl vor stimmhaften Folgelauten aus *meik- assimiliert und verallgemeinert worden ist.
Dazu als alte Erweiterung *miek-s- (s.d.) > ved. myaks- ‘sich fest anschließen, sich festset-
zen’, KÜMMEL, Perfekt 388-9.
2 Vgl. HARDARSON 195: gue Umbildung des Wurzelaor. *e-meig-a, *e-meik-s, *e-mei.
429
3 S.SCHEFTELOWITZ, Die Apokryphen des Rgveda, Breslau 1906, 87. DhP 6,16 gibt als Bedeu-
tung von micch: ut klis (d.h. “aufpeitschen’).
< игрг. *migske-,; vgl. Anm. 1.
misc wird von WACHTER 53, 169 als Kurzschreibung für *misce beurteilt. Spätlat. und roman.
miscere kann sekundär sein.
Mit dem Kausativsuffix verdeutlicht, vgl. LINDSAY-NOHL 551; dazu die Sekundärwurzel misk
in Perf. miscui, PPP mixtus < *misk-to-.
Mit Übergang in die schwache ä-Flexion.
Die germ. Verben werden meist als Lehnwörter aus dem Lat. beurteilt; sie könnten aber auch
Umbildungen von ererbtem *miska- sein.
? Vgl. STANG, Gramm. 323.
Zur Neo-Wurzel meks ‘mischen’, die aus einer s-Bildung abstrahiert ist, wohl schon uriir.;
vgl. EW Aia П 373-4.
< *тіпќа- < *minke-.
2 Mit R(e) nach Aor. gueta.
?*meik hz- ‘aufblitzen (?)’ IEW 712-3
Aorist ?*méikh,-ImiRh»- [lat. micui ‘zuckte, blitzte auf
FA dt u, В 6 l
Präsens ?*mik-ne/n-h;- "алг. de-meccim ‘verachte’
2
4р) >. éi e €< . .
?*mik h>-eie- lat. micö, äre “sich ruckartig bewegen, zucken,
2
funkeln’
?kymr. (+) ed-mygaf ‘bewundere’'
(Th. Z.)
Bedeutungsentwicklung ‘glänzen, scheinen’ (vgl. kymr. mygr “leuchtend’) — ‘blicken’ (?);
vgl. PEDERSEN, VKG II 576.
2 <*mikhzdie- (möglich auch *mikh;-ie-). Wegen Perf. micui nicht leicht als denom. erklärbar.
?*meis-' ‘die Augen aufschlagen’ IEW 714
Präsens ?*mis-e- ved. misati “öffnet die Augen’,
ni misati ‘schließt die Augen’
(Th. Z.)
Nur indoar., weiteres unsicher; hierher nach GOTÖ 74“ u.U. auch ved. (KS+) Präs. milati
‘schließt die Augen’: für *mid° < *mis-d°.
430
*meith;- “wechseln, austauschen, entfernen’! IEW 715
Aorist *meith>-Imith;- мей. Рх. mithati- КУ Зх “anfeindend”
aav. 35 Konj. möidat Y. 46,4 ‘wird berauben’,
35 Inj. hdm.aibi.möist Y. 46,12 ‘vereinigt’
Präsens *mit-neln-h>- jav. paiti-miBnäiti V. 3,20 ‘schickt weg (?)’
*meith,-e-" ved. methati ‘feindet an, beschimpft’
lat. mittö, ere “loslassen; werfen; senden"?
аһа. (+) midan ‘meiden; verhehlen’”
?[toch.B 3p maitem “machen sich auf?
?*mith;-éie- alat. mitat "schenkt, gibt (im Austausch)”
Kaus.-It. *moith>-eie- khot. ha-mihäte ‘ändert’
lat. matö, äre “ändern”
й ` 10
[got. maidjan “verändern, verfälschen’
Neubildungen: s-Aorist lat. misi ‘ließ los’
toch.B maitar, A metär "machten sich auf",
[B Ір тайат!!
R(z)-e-Präs. khot. ha-mättä “ändert sich’!?
Perfekt ved. mimetha RV 10,34,2 ‘hat beschimpft’
ahd. (+) теѓа ‘mied; verhehlte’
toch.B Konj. maitam ‘wird sich aufmachen’
Essiv toch.B mitentär ‘machen sich auf?
(Th. Z.)
Daraus einzelsprachlich ‘(im Austausch) weggeben’, ‘wegnehmen, berauben’, *‘(den Ort)
wechseln’ — ‘weggehen’; im Toch. ist Intransitivierung der aktiven Formen eingetreten, vgl.
HACKSTEIN 28°“,
Bestimmung als Ptz.-Formen des Wurzelaor. bei JOACHIM 125. GOTÖ 244-5 stellt die Formen
zu mithati- f. ‘ Anfeindung’.
Nach НАСКЅТЕІМ 28-9 neu kategorisierter Konj. Wurzelaor.
Aus *mite- durch „Lit(t)era-Regel“; vgl. LEUMANN 183. Nach Rıx, GS SCHINDLER 521
alternativ mit tt für nn aus dem Nasalpräsens *minne- < *mitne-.
< *‘(sich) fernhalten’.
Beleg unsicher; Wurzelvokalismus nach dem s-Prät.?; vgl. HACKSTEIN 29.
< *mithzdie-. mitat ist belegt in der Duenos-Inschrift (CIL I? 4) und auf der Basis von Tibur
(CIL Р 2658); vgl. WACHTER 84-5. Nach Кх, GS SCHINDLER 521 mit analogischer R(z) aus
*moitä-, letzteres existiert aber daneben weiter in lat. mātāre (s.u.).
< *fra-maidaya-, EMMERICK 147-8.
< *moithzäie-. Könnte auch denom. zu einem *moith>o- sein.
Mit restituiertem *-eie- für *(hz)-aie-.
Das westtoch. Prät. I beruht auf dem (gemeintoch.) s-Prät., vgl. HACKSTEIN 28°°.
*fra-mißatai, EMMERICK 147.
431
*meld-' ‘weich werden’ IEW 718
Präsens *meld-e- ?[ved. 25 Іру. vi mradä ‘erweiche!’,
Med. (MS) vi mradate ‘wird weich”
gr. ueAööuevog Il. 21,363 ‘schmelzend (intr.)”,
иёАёф Call. ‘lasse schmelzen’,
ayueAödeıv: ттїкє1ү Hsch.
ae. meltan “schmelzen (intr.), vergehen’,
ahd. (+) smelzan ‘schmelzen’*
Kausativ *mold-eie- an. (+) melta ‘schmelzen, verdauen’,
ahd. smelzen ‘schmelzen, auflösen’
(Th. Z.)
1 Wohlohne anlautenden Laryngal; s. КІХ, HS 104 (1991) 19428,
Zugehörigkeit und Entstehung уоп mráda- ist ungewiß (vgl. das reimende vrada-?). Сото
248 setzt zwei idg. Wurzeln *(s)meld- ‘schmelzen’ und *mled- ‘sanft werden/sein’ an. Das
ved. Aktiv ist wohl als oppositionelles Faktitivum zum Med. zu beurteilen wie Kaus. mrada-
yati TS 6,1,4,4.
? Siehe M. SCHMIDT, Glotta 65 (1987) 65-9.
Mit innergerm. produktivem s mobile?
1.*meldt-! “ablassen von, im Stich lassen’ IEW 719
Aorist *meld"-/mld"- [35 Konj. ná mrdhati ‘wird nicht im Stich lassen’
аау. 35 Коп). maradaiti Y. 51,3 “wird verfehlen’
Präsens ?*meld"-e- ved. ла märdhati “läßt nicht im Stich,
2
kümmert sich um
Neubildungen: is-Aorist меа. 2s Inj. ná mardhis ‘läßt nicht im Stich’
(Th. Z.)
*/ wegen Anschluß von germ. *meldi- ‘mild’ und gr. uaA8axög ‘weich’, u &A6oəv “Weichling’
usw., vgl. FRISK II 167.
Vgl. auch Ptz. d-mardhant- “unablässig, nicht im Stich lassend’, das einen thematischen
Stamm märdha- erweist; СОТО 242 erwägt Umdeutung des Konj. Wurzelaor. zum Präs.
432
2.*meld"- ‘feierlich sprechen, verkünden’ IEW 722
Iterativ ?*mold"-eie- heth. 35 maldi ‘rezitiert, gelobt”?
Ш. maldau, maldýti ‘bitten, anflehen’
Yaksl. (+) moljo, moliti ‘bitten, flehen’®
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. meldžiù, (mel sti) ‘bitten, beten’
(Th. Z.)
Vgl. auch westgerm. *meldö- Ё. ‘Anzeige’, wovon denom. ae. (+) meldian ‘verkünden’.
Aus Iter. *mold"-6ie- oder einem Perfekt; OETTINGER 444.
Urslav. *modliti, vgl. poln. modlić. Setzt singuläre Metathese */d zu dl voraus, die zeitlich
vor der Liquidametathese (Gold > ак]. */аа) liegt. Nach ІЕМ denom. zu modla f. < *mold-la-
*melh,-' ‘zerreiben, mahlen’ IEW 716-7
Präsens *melh,-Im[h>- [arm. malem ‘zerstoße, zerquetsche”?
[lat. molö, -ere ‘“mahlen’’;
[umbr. 35 Іру. kumaltu, kumultu, comoltu ‘soll
zerbrechen’*
[air. melid “mahlt’*;
[mbret. (+) malaff ‘mahle’”?
[an. mylja ‘zerreiben’, аһа. (far)mullen
‘(zer)malmen’”
[aksl. (+) meljo, (mlëti) ‘mahlen”®
*melh/mlh>-u-" kluw. Ptz. malwammis, 3s Prät. malhüta ‘brach’;
[3s Präs. mammalwai ‘soll brechen’
*me-molhz/m/h>- ?[heth. 3s malli, Зр mallanzi “mahlen’?
[got. (+) malan ‘mahlen’
[lit. malu, (mälti) *таМеп?!°
Aorist *mölh,/melh>-s- °[lat. molui ‘mahlte’''
[air. -melt “mahlte’
aksl. т/ёслъ "habe gemahlen’
З E S 12
Iterativ *molh>-eie- [an. melja “zermalmen’
Neubildungen: Nasalpräs. toch.B mällastär “leugnet’'?
(Th. Z.)
433
*h, wegen kluw. mälhüta ‘brach’ u.a., s. MELCHERT, HS 101 (1988) 216''. Мук. me-re-ti-ri-
Ја /meletrijail “Müllerinnen’ (vgl. CATSANICOS, BSL 75 (1980) CR 119 Anm.) muß dann aus
*mela- assimiliert sein; vgl. auch JASANOFF, FT Zürich 15815.
Thematisierung des schwachen Stamms.
*mole- < *mele- (e > o vor velarem / regulär auch vor *-ë-, s. NUSSBAUM, GS SCHINDLER
386, 409°”), Thematisierung des starken Stamms.
< %*-таіегӧа; *male- < *mlh;-e-; vgl. KLINGENSCHMITT 145-6; Rıx, GS SCHINDLER 517,
529112.
Thematisierung des starken Stamms *mel-e-.
Aus *muljan (< *m/h;-ie-), vgl. SEEBOLD 345.
Aus *mel(h,)-ie-. KLINGENSCHMITT 146°, bzw. 209° erwägt Herkunft aus einem Intensivum
*mel-m]h;-ie-, dagegen spricht nach KOCH 437 der einsilbige Inf.-Stamm, da alte Intensiva
Inf. auf -ati zeigten.
S. auch unter der Wurzel *melhzu-.
Zu Bezeugung und Beurteilung derkluw. Formen siehe MELCHERT, HS 101 (1988) 215-6.
Zur Beleglage siehe MELCHERT, SHHP 17. Könnte auch auf dem Iterativ [*molh;áie-] oder
auf dem Wurzelpräs. (?) beruhen.
Balt. *mala-. Lett. malu ‘mahle’ (< *malie-) ist Umbildung davon; STANG, Gramm. 380.
Wahrscheinlich Substitution für alten s-Aor. *mela-s-; vgl. MEISER, Habil. $167.
Mit restituiertem *-eie- für *(hz)-aie-. Fehlende Resonantengemination analog. nach mylja?
sk-Erweiterung von *malla- < *m]-n-h>-, HACKSTEIN 316-7; dort auch zur Semantik. Das ved.
Nasalpräs. mynäti “mahlt’ s. *merh;z-.
?*melh;u- ` ‘zerreiben, mahlen’ IEW 717
Iterativ *molhyu-eie- [got. ga-malwjan ‘bedrücken’,
an. molva ‘zermalmen’
[toch.A 25 malywät, В Зр melyem ‘(zer)drücken”
(Th. Z.)
! Aus dem u-Präs. abstrahierte Erweiterung von *melh,-, die aufgrund der toch.-germ. Glei-
chung im Iterativ vielleicht schon für die Grundsprache angenommen werden darf.
2 Mit *h; > Ø /oR_: *molhzu-eie- > *molueie-, siehe z.B. HACKSTEIN 26.
*melh;- ‘hervorkommen’ IEW 721-2
Aorist *melh;-Im]h;- gr. EBAw' gei, xero, ёотп Hsch. ‘kam hervor’,
[&uoAov ‘gelangte’!
Präsens *mllh;-ské- gr. ВАбдско "komme, gehe’
Kausativ *molh;-eie- [skr. iz-moöliti ‘vorzeigen’,
RR 2
slov. moliti “hinstrecken’
434
Desider. ?*melhz/m]h;-s-
Neubildungen: Perfekt
è w N =
gr. Fut. uoAoduaı ‘werde gehen”?
gr. hom. zap-u£ußAwice ‘steht bei’;
ueußAwre Od. 17,190 ‘ist da”
(Th. Z.)
Siehe HARDARSON 169-70; 219; 224-5.
Mit restituiertem *-eie- für *(h;)-oie-.
< *molesomai; nach RUIPEREZ, Emerita 18 (1950) 404 aus *melösomai umgestellt.
Neubildung zum Wurzelaorist Glo < *m(b)lö-.
Prmelk®-! “still werden’ - [IEW 719]
Aorist *mélk®-/m}k®-
Fientiv ?*m}k®-éh/h;-
Essiv ?*m]kK-h;ié-
Neubildungen: Nasalpräs.
1
[aksl. (iz-, u)-mləče ‘verstummte’
aksl. mləča ‘schwieg’
aksl. (+) ml>¿o, (mləčati) ‘schweigen’
aksl. (+) (iz-, и)-тіъкпог “verstummen’
(M.K.)
Nur sslav. (urslav. *mo/k-, vgl. poln. milkngć), weitere Etymologie unklar.
*melk*-! ‘behindern, schädigen, zerstören’ [IEW 737]
Präsens *т/-пё/п-К"-
*m|k*-ié-
Iterativ *molk*-eie-
Neubildungen: R(z)-e-Präs.
s-Aorist
Fientiv
aav. 3p Med. vi.marancaite Y. 31,1 ‘zerstören’
?уеа. pra mrcyati JB 2,138 ‘beschädigt’?
gr. ВАблто ‘bringe aus dem Tritt”, behindere,
schädige’
ved. marcayati ‘beschädigt, versehrt’
gr. hom. BAdßouaı ‘komme aus dem Tritt, stocke’
ved. 3s Prek. Med. anu mrksista RV 1,147,4 ‘soll sich
schädigen’
aav. Konj. marəxšaitē Y. 51,10 ‘wird schädigen’,
jav. Ptz. mərəxšāna- Yt. 19,41 ‘zerstörend”
gr. EBAaawa ‘brachte aus dem Tritt, schädigte’
gr. hom. 3p EBAaßev “kamen zu Fall’
(Th. Z.)
435
Im Gr. Neowurzel *BAaß- aus dem Tritt bringen’ mit analogischem Auslaut — *Дол- (<
*mjk“-), vgl. noch kret. &ßAoréçs: GBAaféç Hsch. ua vgl. SCHWYZER 257 („Distanzassimila-
поп“). Ved. marcáyati ‘beschädigt,’ wird von OETTINGER 425 mit heth. 15 aheth. mārkhi
‘zerteile, zerlege’, 3р markanzi als *mork-Eie- gleichgesetzt; die Wurzel lautete dann *merk-
und das gr. Verbum müßte davon getrennt werden.
au ш N
Einzige Form des ya-Stammes; vgl. NARTEN 19
Dies ist die ältere Bedeutung (z.B. LfgrE II 64); vgl. Med. ‘komme aus dem Tritt, stolpere’.
Augenblicksbildung, s. NARTEN 196.
Neubildung, s. NARTEN 196.
Möglicherweise tatsächlich mit R(z) im Medium, vgl. HINTZE 221-2.
70
6”.
l.*men- “einen Gedanken fassen’ IEW 726-8
Aorist *men-/mn-
Präsens *mn-neu/nu-
*mn-ie-
57
?*mn-ské-
Perfekt *me-món/mn-
Kausativ *mon-éie-
ved. Ze Med. ámata “hat an etw. gedacht
aav. 35 Med. manta ‘denkt an etw.”2
uriir. Akt. *manáuti ‘läßt denken an; erinnert’
ved. Med. manuté ‘denkt, ersinnt; erinnert sich’
ved. mányate ‘denkt, meint, hält für’
aav. 3p mainiiente ‘halten für’
gr. yaæívouat ‘rase, wüte’*
flat. re-miniscor, -i ‘sich erinnern’,
comminisci ‘ersinnen, ausdenken"?
[air. -mainethar ‘meint, glaubt”
khot. va-mas- *етЁаһгеп?®,
parth. pd-ms- ‘verstehen’?
?[heth. mēmai ‘spricht’;
?[kluw. mammannai ‘schaut
?ved. Plqpf. amaman "hatte im Sinn
?3d Med. ánu ... mamnäte ‘haben zugestanden’
jav. 3s Med. mamne “hat gedacht'!!
рг. ep., lyr. yéuovæ, 1р ueuanev
‘im Sinn haben, nach etw. streben’
lat. memini “erinnere mich, erwähne’, Adj. memor
“eingedenk’'?
[got. (+) man ‘meint’, ga-man “erinnert sich’
ved. (AV) mänäyati ‘ehrt, schätzt’?
aav. mänaileiti Y. 49,2 ‘gemahnt’'*
jav. Ptz. mänaiion ‘denken lassend’'°
lat. moneö, -ёге “mahnen’
?abret. guo-monim “zusagen”
‚10
‚10а
6
436
Fientiv *mn-Ehjlh,- gr. ion.-att. &udvnv “wurde rasend’
?[lit. minėjau “gedachte, erinnerte mich’
[aksl. 3p monese ‘glaubten, meinten’
Essiv *mn-hjle- got. munan ‘gedenken’, ahd. fir-monen
‘gering schätzen’
lit. miniu, (mineti) ‘gedenken, sich erinnern’
aksl. (+) monjo, (тьпёгі) “glauben, meinen’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. lit. Präs. menü, (miñti) ‘gedenken, erdenken, erinnern’!
s-Aorist"? ved. 35 Med. amamsta ‘hat gedacht’
aav. ls Inj. Med. möyhi ‘halte für’,
3s tarə.masta Y. 45,11 ‘verachtet’ а
Perfekt gr. ueunva masc)?
(Th. Z., M. K.)
5
Nur noch defektiv bezeugt, hierher (und nicht als Ipf. zum nu-Präs.) auch Ip amanmahi КУ,
s. NARTEN 190-1.
Mit analogischer Einführung der R(e) ins Med.
Wird durch das Nomen agentis ved. manötar- ‘*Erinnerer’, aav. manaodri- f. Y. 44,5 ‘erin-
nernd an’ vorausgesetzt; vgl. TICHY, Nom. ag. 40-1.
Dazu analogisch hinzugebildet s-Aorist hom. Er-eurjvaro “wurde rasend nach’, später auch
fakt. Aktiv &umva ‘machte rasend’.
Könnte ein ie-Präs. bezeugen, vgl. z.B. proficiscor zu faciö. Siehe KLINGENSCHMITT 73-4.
Meist -moinethar, -muinethar durch Einfluß des anlautenden Labials, THURNEYSEN 80, 129.
Дау. masata ist gegen KELLENS, Verbe 156-7 mit Anm. 16 zu trennen, s. 1.*med- ‘messen’.
EMMERICK 119.
GHILAIN 80.
Siehe OETTINGER 486-7 und STARKE, Kadmos 19 (1980) 142-8; danach geht kluw. mamman-
nai auf den starken Stamm *me-mön- und das heth. Paradigma auf den schwachen Stamm
*me-mn- (> mem-) zurück. Die semant. Anknüpfung der anatol. Verben, v.a. des kluw., ist
nicht unproblematisch. Vgl. auch *mnehz-.
Zusammen mit den Modalformen mamanyät, mamandhi als Relikte des alten Aktivperfekts
hierher nach KÜMMEL, Perfekt 364-6 (s. aber 2.*men-).
Das iir. mediale Perfekt könnte Neubildung sein, jedenfalls zeigt es nicht die alte präsentische
Funktion, vgl. KÜMMEL, Perfekt 360-2; 655.
memor geht auf das Ptz. Perf. Akt. *me-mn-us- zurück.
Siehe Сото, 11) 31 (1988) 313.
Siehe WERBA, Sprache 32 (1986) 343.
Vgl. HOFFMANN, Aufs. 264-5°.
Glossiert lat. polliceri. Siehe SCHUMACHER 124-5 mit Anm. 79.
Vgl. STANG, Verbum 112.
Lautlich bedingte iir. Neuerung für den Wurzelaor. zur Erhaltung der Wurzelgestalt (NARTEN
188). Im lir. fand eine funktionale Differenzierung statt: der s-Aor. ist dem Präs. *mania- mit
der Bedeutung ‘denken, meinen, halten für’ und der Wurzelaor. dem Präs. *manu- Med. ‘den-
ken, ersinnen, sich erinnern’ zugeordnet, GOTÖ 239526. KÜMMEL, Perfekt 362-4 gegen HAR-
DARSON 104-6”.
Zu yalvouaı, Eudvnv (urgr. *man ‘toben’) nach z.B. #т@кту, тётпко (s. *tehzk).
437
2.*теп- ‘bleiben, warten" IEW 729
Präsens *mi-mén/mn- ?[heth. mimmai, mimmanzi ‘zurückweisen’?
[gr. ep., lyr. piu vw ‘bleibe, verweile’”
?*mén-e- gr. Evo ‘bleibe, verweile’
*mn-ske- [toch.B mäsketär, A mäskatär ‘befindet sich, ist’*
Aorist *mën/mén-s- gr. &ueıva ‘blieb’
[lat. mansi ‘blieb’?
Iterativ *mon-eie- jav. 3p Opt. ира.тапаііәп ‘man soll warten’
ap. 3s Ipf. amänaya DB II 28 ‘erwartete’
Fientiv *men-Ehjlhj-° [lat. maneð, -ёге ‘bleiben’ ®
Essiv *men-hjle- arm. mnam ‘bleibe’’
Neubildungen: Perfekt ?ved. 35 Plapf. amaman ‘wartete’; Іру. mamandhi ‘warte!’
ба
(Th. Z.)
Atelisch; BARTON, REArm. 22 (1990-91) 44 nimmt jedoch eine telische Wurzel ‘anhalten’
an, dagegen KÜMMEL, Perfekt 334560,
Thematisiertes *mí-mn-, vgl. MELCHERT, SHHP 100 mit Anm. 54. Zur Semantik vgl. z.B.
PEDERSEN, Hitt. 121. Anders OETTINGER 497: zu einer Wurzel *meh,-.
Nach MARKWALD, LfgrE П 147a besteht (gegen VENDR YES, MSL 20 (1916) 119-21 und an-
dere) kein Bedeutungsunterschied zw. vevw und ui. Ai ио gehört zu einem produktiven
Typ und könnte gr. Neubildung sein.
*mask< *mnsk° ist im Toch. als Wurzel abstrahiert.
Mit a-Vokalismus nach Präs. maneö.
Als Weiterbildung des Stammes *m,.n-Eh,/h,- wird von BARTON, Le 45 auch das gr. att. Perf.
дєцёупка ‘blieb’ angesehen.
Vokalismus problematisch, Reduktionsstufe *m,n-? Nach SCHRIJVER 457-8 aus *mon-ë- mit
Delabialisierung nach *т°; gegen diese Regel vgl. aber monē- < *mon-eie- (M. K.).
Vgl. BARTON, Le 45. KLINGENSCHMITT 91-2 geht von denom. *menahz-ie- aus.
Vgl. JOACHIM 122-3; nach KÜMMEL, Perfekt 364-6 jedoch zu 1.*men-, s.d.
?3.*теп-! ‘етроггареп’ IEW 726
З Së E 2
Essiv *mn-hle- Паг. &-/prö-minere “heraus-/hervorragen’
(M.K.)
Verbal nur lat., vgl. jav. mati- f. ‘Vorsprung’, lat. mont- m., kymr. mynydd < *moniio- ‘Berg’,
an. möna “emporragen’ (denom.); dazu wohl auch lat. mentum п. ‘Kinn’, kymr. mant m. f.
‘Kinnlade, Mung’, ahd. (+) mund m. ‘Mund’.
Falls nicht denom.
438
*menH- ‘treten, stampfen’ (?)' IEW 726
Präsens ?*menH-/ImnH- ?[umbr. 25 Еш. menes ‘wirst kommen"?
[lit. minù, (minti) “treten, brechen (Flachs)’
[ksl. (+) mono, (meti) “treten (Lehm), kneten,
drücken’
Iterativ ?*monH-eie- ?gall. 25 Іру. топі ‘komm (her), wohlan!’;
mkymr. (d)an-uon- ‘schicken’
(Th. Z.)
Zusammengehörigkeit und Interpretation der hier aufgeführten Belege sind sehr unsicher.
Könnte auf *mene-s-s zu einem Präsensstamm *mene- zurückgehen.
Zur Deutung von moni (Inschrift von St.-Révérien) vgl. z.B. MEID, Gaul. Inscr. 53.
Dazu nach SCHUMACHER 109-13; 124-5 auch Inf. mynet, mbret. monet ‘gehen’ < *monH-éie-;
s. jedoch SCHRIJVER, BCHP 32-3.
è ùu N —
*menk-' “drücken, kneten’ IEW 730-1
Präsens ?*mnk-ie- ?gr. u&oc, att. пітто ‘knete, streiche ab’?
Iterativ *monk-eie- as. (+) mengian “vermengen, mischen’
Пи. тапкан, mänkyti ‘drücken, umschlingen’
aksl. (+) тоёо, mgčiti “quälen, martern’
Neubildungen: Nasalpräs. aksl. (+) u-meknoti “weich werden’
(Th. Z.)
! Hierber auch lit. minkau, minkyti ‘kneten’; lett. men, mícít ‘kneten, treten’; die akutierte Into-
nation im Bsl. spricht für *menHk-, was aber mit gr. u&00@ unvereinbar ist.
2 Falls nicht Neubildung zum paradigmatisch zugeordneten Aor. &uafa, Pass. &udynv, s. *ma$-.
*тепіћ- ‘quirlen, umrühren’ IEW 732
Präsens *menth>-/mnth;- [ved. mänthati ‘quirlt, reibt (Feuer)
Ш. menčiù, (тё зїї) ‘anrühren (Mehl)’
[aksl. (+) meto, (mesti) ‘verwirren, aufwühlen’
toch.A 2p mäntäcär ‘seid verletzt, seid gekränkt’'
7*mnt-neln-hz- toch.B mintanam ‘rührt an (Lehm mit Wasser)”
[toch.B 35 татат, Зр mäntaññem “verletzen”
439
Aorist ?*mënth;/méntho-s- ?[ved. 3d ámanthistam RV 3,23,2 ‘haben (Feuer)
gerieben**
aksl. mese ‘verwirrten, wühlten auf’
Kaus.-It. *monthz>-Eie- ved. (Sü.) manthayati ‘läßt (Milch) rühren’
[aksl. (+) mošto, motiti ‘verwirren’, russ. mutit'
“trüben, (Flüssigkeit) umrühren, aufhetzen’”°
Neubildungen: Perfekt ?[toch. Prät. В 15 mantawa, А 25 тйтаг,
Konj. B татат, A Abstr. mäntlune
(Th. Z.)
Toch.AB mänt- Akt. ‘kränken, verletzen, vernichten’, Med. ‘gekränkt sein, übelgesinnt sein’
zu *menth>- nach POUCHA 223; vgl. auch THOMAS, TIES 1 (1987) 173-4; HACKSTEIN 20°,
etwa ‘aufwühlen’ -> ‘kränken’.
2 Vgl. THOMAS, TIES 1 (1987) 171, 173.
Entspricht *nınt-n-hz-ie-. HACKSTEIN 30 erwägt formale und semant. Konvergenz der Fortset-
zer von idg. *menth; und *meth, ‘wegreißen’, von wo das Nasalpräsens bezogen sein könnte.
Die R(e) im Aktiv spricht allerdings gegen alten s-Aorist.
Mit Restitution des Suffixes -i- < *-eie- für *(hz)-aie-.
*mer- ‘verschwinden, sterben’ IEW 735
Aorist *mer-Imy- aheth. merta ‘verschwand, ging verloren’!
ved. тута ‘ist gestorben’?
[gr. &uoptev: блёдоуғу Hsch. “starb”?
[агт. Med. meraw ‘starb’*
aksl. u-mrerv ‘starb’
Präsens *mr-ie- ved. mriyäte ‘stirbt’
jav. miriiete ‘stirbt’; ap. amariyarä ‘starb’
lat. morior, -i ‘sterben’
aksl. и-тығјегъ ‘wird sterben’,
[mbr g, (mreti) "sterben"?
Perfekt *me-mör/mr- ved. mamära ‘ist gestorben, ist (ot "
Kausativ ?%*тог-ё іе- ved. (AV) maráyati ‘tötet’
aksl. -morjo, -moriti ‘töten’
Neubildungen: Nasalpräs. arm. теғапіт ‘еге’
(B. S., М.К.)
3s Prät. ist Fortsetzer eines akt. Wurzelaorists, jheth. auch Med. martari, vgl. OETTINGER 20,
105-6 (112-3 zur 3p Prät. merir).
440
Aktiv nur noch Kon). maranti, sonst (nach dem Präs.) nur Med.
Nach KLINGENSCHMITT 220 „wohl Umbildung von *emorto < *emyto“.
Sekundär Medium, R(e) aus dem Aktiv, ebenso 7: 15 *mer-m > mern, 25 *mer-s > *mer, vgl.
BARTON, IF 94 (1989) 135-57.
Zu Resten der urspr. je-Flexion (auch skr. und slov. belegt) im Aksl. und zum sonst im Slav.
erfolgten Übergang zur einfach thematischen Flexion vgl. KOCH 443-8.
KÜMMEL, Perfekt 370-2.
KLINGENSCHMITT 220-1 erwägt Ersatzbildung für älteres *mernu- ‘sterben lassen’, Med.
‘sterben’, viell. = heth. marnu- (sek. auch mernu-, ОЕТТІМСЕК 105) ‘verschwinden lassen’.
*merh;- ‘gewaltsam packen, zerdrücken’ IEW 735-6
Präsens *my-ne/n-h>- ved. mrnäti “zermalmt’, ní mrnihi AV ‘packe’,
[mynäti ‘zermalmt; packt, raubt’!
gr. ибдуошол ‘kämpfe’,
[uopeivo ‘reibe auf, vernichte”
[alb. merr ‘nimmt (an), ergreift, erhält’, 15 marr”?
*merh>-e- heth. Med. marritta, marrattari “wird zerkleinert”?
Iterativ *morhņ-é ie- [an. merja ‘schlagen, zerschlagen”
Neubildungen: Intensiv ?ved. 3s Ipv. marmartu RV 2,23,6 ‘soll zermalmen (2)5
(Th. Z.)
In ved. mar'- ist auch idg. *melh;- ‘mahlen’ semantisch mit vertreten. Zur synchronen Differen-
zierung von mfnäti 'zermalmt, mahlt' und mrnéti ‘packt’ vgl. THIEME, KZ 66 (1939) 232-5.
le-Erweiterung des aus 3p *marananti < *mrnh;anti abstrahierten Stammes *maran-.
< *marnelo- < *mrn-elo- <- *my-n-h,-, Vorschlag von DEMIRAJ 258.
Vgl. OETTINGER 277-81.
Ohne Resonantengemination; mit restituiertem *-eie- für *(h,)-aie-.
Könnte auch zu *melh;- oder aber zu mard- (s. *h3merd-) gehören; vgl. SCHAEFER 166.
*mers-' ‘vergessen’ IEW 737-8
Aorist *mers-/Imys- ved. 25 Inj. Med. má mrsthas ‘vergiß nicht!’
Doch, В marsa, A märs “vergaß”?
Präsens *mprs-ie- ved. mf'syate ‘vergißt’
Perfekt *me-mörsimrs- ved. pra-mamärsa КУ 8,45,15 ‘ist vergeßlich’”
?[toch.B Konj. marsam “wird/soll vergessen”?
441
Kausativ *mors-éie- ved. (MS) marsayanti “lassen vergessen”
got. (+) marzjan “ärgern, stören’!
Neubildungen: na-Präs. toch.A 3p märsnenc ‘vergessen’
Essiv toch.B /mä]rsetär ‘vergißt’
(Th. Z,M.K.)
Hierher auch arm. тоѓапат ‘vergesse’ (denom. zu *morsö-; KLINGENSCHMITT 126-7); balt.
st-Präs. in lit. mir$tu, (miřšti), lett. mirstu, (°mirst) ‘vergessen’. Mit „d-Erweiterung“ könnte
hier auch iir. *maržd- (< *mers-d-) ‘gnädig sein, verzeihen’ (ved. Präs. mrláti und mrláyati;
aav. 2р Іру. Präs. maraZdara Y. 33,11 ‘habt Mitleid’) angeschlossen werden (urspr. Komposi-
tum mit *deh;- ‘geben’, KÜMMEL, Perfekt 3759).
Im Toch. sekundär Set-Wurzel.
22 S. KÜMMEL, Perfekt 376.
æ Sekundäre Set-Form *marsa- < *mersa- < *(me-)mors-.
Zu beachten auch Aor. mimrsas RV 1,31,16 ‘verzeihe!’.
Bedeutungsentwicklung etwa ‘vergessen lassen’ — Sum Verwirrung bringen’ > ‘stören’.
*mes-' ‘den Arm ausstrecken’? IEW 693
Präsens *ms-ie- gr. поїоцоп “taste, untersuche, erstrebe’’
Kaus.-It. ?*mos-eie- [lit. masinu, (mäsinti) ‘locken’
Neubildungen: s-Aorist gr. -ud00a0daı ‘tasten, erstreben’
(Th. Z.)
Die spärliche Beleglage läßt auch andere Ansätze zu.
2 Zur Semantik vgl. PRELLWITZ, BB 26 (1901) 307-8.
т5-16- > *asie- > masie- mit Restitution von m- nach der R(e). In Sol, (Sappho) uaoyaı
scheint *mas-e- — *ms-e- vorzuliegen.
*mesg-' “eintauchen (intr.), versinken’ IEW 745-6
Präsens *mesg-e- ved. mäjjati “taucht unter, versinkt’
lat. 2-mergö, ere “auftauchen (tr./intr.)’,
mergere ‘eintauchen (tr.), versenken’
Kausativ ?*mosg-eie- ved. (Br.) majjayati ‘versenkt’
Neubildungen: s-Aorist lat. mersi ‘versenkte’
(Th. Z.)
"Hierher auch balt. Denom. lit. mazgó ju, et, mazgäju “wasche’.
442
?1.*met-' “mähen’ IEW 703
Präsens ?*mét-e- lat. metö, -ere ‘mähen, ernten’
kymr. med- ‘ernten’
(M. K.)
t Nur ital. und kelt.; wird auch als *hzmet- mit *hzmehj- ‘nähen’ zusammengebracht.
22.*met-' “abmessen’” IEW 703-4
Präsens *met-e- lit. metu, (mesti) ‘werfen’
aksl. meto > [(+) meSto, (metati) “werfen”
?aksl. (+) -тего, (-mesti) “kehren, ереп’
(М.К.)
1 Verbal nur bsl., dazu wohl gr. иётроуп. ‘Maß’ (falls nicht eher < *med-tro- zu 1.*med-),
kymr. medr m. ‘Geschicklichkeit’. Alb. mot m. ‘Zeit; Jahr; Wetter’ (DEMIRAJ 278) gehört
eher zu *meh;-.
Vgl. auch bel, Nominalbildungen wie lit. metas m. “Jahr, Zeit’, mātas m. ‘Maß’; im Verbum
muß eine Bedeutungsverschiebung über *‘zielen’ zu ‘werfen’ stattgefunden haben.
Schon im Aksl. ist metg meist durch je-Präs. mesto verdrängt, vgl. KOCH 478-9; 737° mit Lit.
Innerslavisch klar getrennt von metati "werfen", doch wohl urspr. identisch; die Bedeutung
wohl aus präverbierten Formen, doch sind die Einzelheiten unklar. Vgl. VAILLANT III 149-
50; 205.
*methz-' ‘wegreißen’ IEW 732
Aorist *methz-Imeth>- ved. Inj. mäthit ‘raubt”?, Konj. (AV) таглаг
Präsens *met-ne/n-h>- ved. mathnäti ‘raubt, entreißt’,
[mathayati ‘raubt, entreißt””
[lat. mandö, -ere ‘kauen’
Neubildungen: ?ie-Präs. gr. att. uaodouaı ‘kaue, БеіВе”
Perfekt ved. (AV) mamätha ‘hat hinweggerissen’
(Th. Z.)
Oder *math;-, falls gr. dor. Лро- u@deög hierhergehört, vgl. EWAia II 298-9 mit Lit.
2 Daraus umgebildet is-Aor.; NARTEN 184-5. Zur Trennung von ved. math' und manth' (<
*menthz, s.d.) NARTEN, Ш 4 (1960) 121-35 = КІ. Schr. 11-25.
443
< *met-n-hz-Ie-.
Thematisiertes *таї-п-һ;-е- > *matane- > *matne- > mande-. Vgl. dazu und zum Bedeu-
tungsübergang ('wegreiBen' > ‘(Beute) reißen’ > ‘zerfleischen’ — ‘fressen’ > ‘kauen’)
MEISER, Habil. $236 Ende; Rıx, GS KURYLOWICZ 405.
Mit Aor. guaoTodanv, falls überhaupt hierher, Weiterbildung aus je-Präs. *m.th3-ie- (FRISK
П 179) oder denom. (*math;ia-, vgl. IEW 732).
*meud-' ‘in Freude geraten’ IEW 741-2
Aorist *meud-/mud- ved. Ір Opt. Med. mudimahi КУ 8,1,14 “mögen
wir in Freue geraten!’
Präsens *meud-e- ved. mödate ‘freut sich, gerät in Freude’
Perfekt *me-möud/mud- ved. mumöda КУ 10,8,2 “freut sich’?
Neubildungen: Kausativ ved. (Br.) prá modayati ‘läßt sich freuen’
(Th. Z.)
! Hierher auch lit. mudrüs, lett, mudrs “munter, lebhaft’, s. FRAENKEL 467b. MAYRHOFER,
EWAia П 383 erwägt wegen Kompositionsdehnung in ved. hasa-muda-, abhi-moda- einen
Ansatz *Нтеиа-.
2 S. KÜMMEL, Perfekt 384.
*meuH- entfällt, s. *mieuh,-
*meuk- “losbinden, abstreifen’' IEW 744
Aorist *meuk-/muk- меа. 2р Med. práti ... amugdhvam ‘habt (Kleider)
angezogen’, 35 Akt. (AV) amok ‘hat erlöst”?
[aksl. рго-тъёе se ‘verbreitete sich (Gerücht?
Präsens *mu-neln-k- [ved. muñcáti ‘löst, befreit’
[lat. #-mungd, -ere “ausschneuzen, betrügen’®
[lit. munkü, (mükti) “sich losmachen, entwischen’
[aksl. (+) pro-moknpti se ‘sich ausbreiten’?
*muk-ie- ved. mücyate ‘kommt frei, wird befreit’
gr. Gmo-/1ú6Gom, -oua ‘schneuze, schnaube;
betrüge’
444
Desider. ?*méuklmuk-s-- [ved. (Y VP) Ptz. Med. möksamäna-
‘sich zu befreien suchend”®
?*mi-muk-sé- ved. Ptz. Med. mümuksamäna- RV 10,111,9
‘sich zu befreien suchend’
Neubildungen: s-Aorist lat. &-münxi ‘schneuzte aus"
R(e)-ie-Präs. lit. maukiñ, (maükti) “abstreifen, ausziehen; anziehen”?
Perfekt ved. Konj. Akt. mumöcati ‘soll befreien”,
lp Med. mumucmaähe ‘sind freigekommen’
Essiv aksl. (+) тъќо, тъёап ‘hin und her werfen’
(Th. Z., M. K.)
Im Gr. und Lat. die verengte Bedeutung ‘(aus)schneuzen’; vgl. auch lat. mücus ‘Schleim’ <
*möuk-o- “Absonderung’.
Daraus thematisiert ámucat КУ. s-Aor. ámauk YV ist Verdeutlichung des Wurzelaor. amok;
im Medium umgebildet zu 3p muksata usw.; s. NARTEN 194.
Aus *‘hat sich losgemacht’.
* Міга statt *k neben Nasal (?); vgl. z.B. SCHRIJVER 499-500.
*moknoti “wegbewegen’ (vgl. russ. -mknut' ‘schließen’, skr. maknuti ‘rücken’ usw.), Umbil-
dung des „-Infix-Präsens; vgl. z.B. VAILLANT Ш 237.
Kann Neubildung zur Sekundärwurzel moks sein, die ihrerseits auf einer Desiderativbildung
beruhen dürfte; vgl. Сото 246 mit Anm. 547. Nach NARTEN 43 Š denom. zu moksa-.
Zum Präsensstamm munge-.
Analog. entpalatalisiert, falls nicht mit Riol
Dazu auch weitere Modalformen und Plgpf., erst spät ist auch ein Ind. Akt. bezeugt. Vgl.
KÜMMEL, Perfekt 380-4.
7а
?*теџѕ-! “sich schließen’ IEW 752
Aorist ?%*тёиѕ/тиѕ- [gr. &uvoe ‘schloß sich’?
Präsens ?*mus-ie- gr. uer ‘schließt sich’
Neubildungen: Perfekt gr. péu oxe ‘ist geschlossen”
(M.K.)
Nur рг.; urspr. onomatopoetisch? Möglich wäre auch *meu-, falls s in &- uvori ‘ohne (die
Lippen) zu schließen’, uvorng ‘Eingeweihter’ < ‘der die Augen schließt’ analogisch ist.
Umbildung wie bei фӨ@о(о)- < фӨп-/фӨо-, vgl. FRISK П 280; später auch mit й nach dem
Präsens.
Nach бёбоке, лёрока gebildet.
DÉI
*meusH-
Aorist *meusH-/musH-
Präsens *mus-neln-H-
, pl
?*mieks-
445
‘aufheben, wegnehmen’ [IEW 743]
ved. 25 Inj. тй рга mosis ‘raube nicht!”,
2p Konj. mösathä R V 5,54,6 “werdet berauben’!
toch.A Med. musat ‘hob sich empor’
?toch.B masa “ging”
ved. musnäti, [musayati? ‘stiehlt, raubt’
toch.AB musnatär ‘hebt sich empor’*
(Th. Z., M. K.)
S. NARTEN 195-6, dort auch zum umgebildeten is-Aor.
< *masa-, suppletives Präteritum zu i- ‘gehen’ (s. *h,ei-), vielleicht mit durch Ellipse beding-
ter Intransitivierung als *musH- hierher, vgl. ADAMS, ОТВ 61.
< *mus-n-H-ie-.
Siehe K. T. SCHMIDT, Zaryngaltheorie 472.
Aorist *mieks-/miks-
Präsens ?*mi-mieks/miks-
Pk mieks-e-
Perfekt *me-miöks/miks-
Q + Ç кю
*mieuh,-'
Alte Erweiterung von *meik-
KÜMMEL, Perfekt 388-9.
“sich festsetzen (bei/an/in)’ IEW —
ved. ámyak ‘hat sich festgesetzt’ RV 1,169,3?
[ved. mimiksa-" ‘festhalten, versehen mit'?
ved. ápa myaksa RV 2,28,6 “halte fern!”
ved. mimyäksa ‘ist fest bei, gehört zu”
(M.K.)
‘mischen’ mit Schwebeablaut bzw. Metathese vor *-s-, vgl.
Gleichbedeutend auch Passivaorist amyaksi, s. KÜMMEL, Stativ 85.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 387-8.
KÜMMEL, Perfekt 387-8.
Daneben auch nach dem Präsens transitiv ‘festhalten’, vgl. KÜMMEL, Perfekt 385-8.
Präsens *mieuh,-/mihu-
‘(sich) bewegen’ IEW 743
[ved. (AV+) mivati ‘schiebt, drängt’
[jav. Ip auua.miuuamahi ‘beseitigen’”
21. тдији, (mauti) “überstreifen, anziehen;
abstreifen’; Пе. maüju, (maüt) ‘anziehen,
aufziehen; untertauchen (intr.)’
446
?[aksl. (+) тујо, (туй) “waschen’”*
toch.B miwäm ‘bebt’*
*miuh,-ske- toch.AB musk- ‘verschwinden, verloren gehen”
Aorist *mieuhllmieuh,-s- [heth. 25 Präs. Med. mausta “Б?
Iterativ *miouh,-eie- ?[heth. mumiyezzi “fällt herab, zerfällt”
lat. moueö, -ere ‘sich bewegen, sich in
Bewegung setzen’
(Th. Z,M.K.)
*mi > *m viell. schon uridg. unter bestimmten Bedingungen, nach RASMUSSEN 112-3 gene-
rell. *h, wegen lat. moueö (vgl. z.B. RASMUSSEN 117) und toch.B /miw-/ (HACKSTEIN 17).
Hierher auch heth. mütaizzi “drängt beiseite’: denom. zu VAdj. *miuh,-tö- (EICHNER, Heth. u.
Idg. 49'*). Hierher auch mit RASMUSSEN 117; TICHY, Sprache 39, 1997, 95-7 ved. mütra-
‘Urin’, aav. müßra- п. ‘Durchfall’ und bel, Verben für ‘waschen, baden’ (s.u.), mit sekundä-
гет d auch lit. Kaus.-It. maudau, maud yti ‘baden (tr.)’, lett. mûdêtiês “baden (intr.)’.
Mit Metathese *miuh,- > *mihyu-, vgl. EICHNER, Laryngaltheorie 135; anders RASMUSSEN
115-6: *miuhr- < *miiuhr- < *mieuhr-.
Ved. und av. aus iir. *miHua-.
Von der analogischen R(z) *muhj- aus weitergebildet.
Mit Durchführung des schwachen Stamms *miu- < *mihju-. Analogisch hinzugebildet Konj.
Prät. mit Riol *maiwa-: B Inf. maiwatsi, Prät. maiwäte°, A Abstr. mewlune.
*musk < *muh,sk° als Wurzel abstrahiert; vgl. HACKSTEIN 190-2.
*mausta ‘fällt aus medialem *meuh,-s-to ‘setzt sich (ruckartig) in (Fall-)Bewegung’, siehe
EICHNER, FT Regensburg 84. Die R(o) nach OETTINGER 526 vom Iterat. *mouhj-eie-.
Nach EICHNER, MSS 31 (1973) 90” *тоић-ёіе- > *mauueie- > *muueie- > *mumeie- >
mu(m)miia- (Umbildung nach reduplizierten je-Verben).
*mleuhz-' ‘sprechen’ IEW -
Präsens *mleuh>-Imluh>- ved. braviti, bruvanti ‘sagen, sprechen’,
N
Stat. bruve ‘wird genannt’?
aav. ls mraomi ‘sage, spreche’,
jav. Stat. mruiiē ‘wird gesagt'
?toch.B 3s рамат ‘klagt”
(Th. Z.)
*/ und *h, aufgrund der unsicheren toch. Evidenz. BERNEKERs (IF 8 (1898) 286-7) Anschluß
von aksl. mləva ‘Lärm, Tumult’ (mit denom. т/ъу/јо, mləviti “lärmen’, russ. mólviť , čech.
mluviti ‘sprechen’) läßt sich aus laryngalistischer Sicht wohl nicht halten, da das Slav. eine
R(z) *mļu voraussetzt, die aus *mluh;- nicht erklärbar ist.
Mit irregulärem Lautwandel *mr > br unter Sonderbedingungen bei einem Verbum für ‘sa-
gen’, vgl. EWAia II 236.
447
Hierher nach K. T. SCHMIDT, FS NEUMANN 365 mit Anm. 21: Stamm pälwä- < *pluwä- <
*mluH-, singulärer Lautwandel *m/ > pl unter Sonderbedingungen eines Verbums für
‘sagen’. Der Stamm *pluwa- muß wohl auf der 3p *mluhzanti beruhen, wodurch *h, für die
Wurzel erwiesen wird.
*mneh;-' “denken an’ [IEW 726-7]
Präsens *mnéh-/mnhz- ?kluw. manati Ітпагі! ‘sieht’?
[spätved. (Sü.) &-manati “erwähnt, überliefert
[gr. hom. uuvaouazı ‘denke an, freie’
БЕ
*mnhz-ské- gr. и výoretæi Anacr. 94,4 Bergk ‘gedenkt,
erwähnt’, [иш vriorw ‘denke an, gedenke,
kümmere mich, erinnere (mich)”
Aorist *mnöh>/mnehz-s- ?[ai. (Yäska) 3p sis-Aor. sam-ā-mnāsisur
‘haben überliefert’
gr. &uvrioo, -сбшту, dor. &uvaoa ‘dachte an,
erinnerte (mich)’
Perfekt *me-mnöh;/mnh>- gr. Med. péu vnuaı “denke an, habe präsent’
(Th. Z.)
Wird meist als Wurzelerweiterung von 1.*men- angesehen (z.B. EW Aia II 385). Falls kluw.
manäti zu recht hierher gestellt wird, dürfte die Grundbedeutung der Wurzel ‘sehen’ sein,
woraus dann ‘innerlich sehen’ — ‘sich vorstellen’ — ‘gedenken’.
2 $. STARKE, Kadmos 19 (1980) 147.
Thematisierung des sw. Stamms: *mnhz-e-; vgl. WATKINS, BSL 72 (1977) 205'%; GOTO del,
Semantik: ‘denken an’ — ‘gedenken’ — ‘gedenkend erwähnen’.
= *mnä-ie- < *mnh-ié-, Weiterbildung des Wurzelpräs. oder Neubildung nach dem Aor.
ёиутойц ту.
Reduplikation sekundär wie in yuyvóox@ <+- *уибско, vgl. lat. епдѕсо; s. RIX 213.
Bei früherer Bezeugung könnte man die gleiche Umbildung eines s-Aor. annehmen wie bei
yä- (vgl. dazu NARTEN 71).
448
*n-
1.*nebt.! ‘feucht werden, bewölkt werden’ IEW 315-6
Präsens *neb"-e- gr. ovvvepeı Ar., Erivepeı Arist. ‘es wird
bewölkt, (Zeus) macht bewölkt’
Perfekt *ne-nóbh/nb)- gr. Evvvevopev Ar. Fr. 46 ‘ist bewölkt’
(Th. Z)
Verbal nur gr., vgl. auch jav. VAdj. napra- ‘feucht’; hierher z.B. idg. *neb"-os- n. ‘Feuchtig-
keit, Nebel, Wolke’ — ‘Himmel’ in heth. пёріѕ- ‘Himmel’, ved. nabhas- “Nebel, Wolken’, gr.
végoç ‘Wolke’ usw. FRISK II 309 betrachtet die gr. Verbalstämme als Rückbildungen zu ou.
veoprjs “umwölkt'.
22.*nebt-! ‘bersten, zerspringen’ IEW 758
Präsens *neb"-e- ved. nabhate ‘birst, zerspringt’
Neubildungen: Kausativ ved. (AVP) nambhayati, (Br.) nabhayati ‘läßt bersten’
(Th. Z.)
' Ohne sicheren außerindoar. Anschluß. Zusammenhang mit 1.*neb*- ist reine Spekulation.
Prned-' “tönen, dröhnen’ IEW 759
Präsens *ned-e- ved. (AV+) nádati ‘dröhnt’
aav. Ptz. nadant- Y. 33,4 ‘schreiend”
Kausativ *nod-eie- ved. nadayati ‘läßt ertönen’°
khot. panäy- “еіп Geräusch machen"
(Th. Z.)
Außer-iir. Anschlüsse (Gewässernamen) sind nicht verläßlich; vgl. EWAia II 8.
S. HOFFMANN, FS PAGLIARO III 29 (= Aufs. 270).
Mit analogischer Vokalkürze statt fnadaya-. Von JAMISON 60-1 als intr. ‘ertönen’ aufgefaßt;
dagegen u.a. Сото 192356.
< *pati-nädaya-;, EMMERICK 70.
449
*neg"-' ‘dunkel werden, dämmern’ IEW 762-3
Präsens *neg*-/ng*- heth. nekuzzi ‘es wird dunkel, es dämmert’?
Desid. ?*neg*Ing!-s- ?[heth. nanakuss- “dunkel werden”?
(M. K.)
Verbal nur anatol., aber vgl. *nög*r-/*neg“t-f. "Abend, Nacht’ іп heth. Gen Sg. nekuz ‘des
Abends’, ved. näkt-, gr. vú, lat. nox usw., s. SCHINDLER, KZ 81 (1967) 290-303; RIEKEN
128f. mit Lit. Der Ansatz mit *g” erfolgt wegen der Einfachschreibung im Anatol., ist aber
unsicher, wenn mit MELCHERT, AHP 61 im Inlaut *k&“ > anatol. *g“ gelten sollte. Aspirata
жеч! ist wegen iir. *nákt- ausgeschlossen; gr. vöyıog ‘nächtlich’ usw. haben sekundäres z und
sagt nichts über die uridg. Wurzelgestalt aus, zur Erklärung s. PANAGL, KZ 85 (1971) 49-65.
Für ursprüngliches Präsens und gegen Aorist spricht das überwiegende Vorkommen im Ind.
Präsens, vgl. OETTINGER 209-10.
Daneben auch erweitertes nanakussiye-” und sekundär nasaliertes nanankuss-, vgl. WAT-
KINS, MSS 45, 1985, 249-54. Mit sekundärer Reduplikation? Vgl. OETTINGER, Koll. Kopen-
hagen 327-8 mit Lit.
*neh,- “in Angst geraten’ IEW 754
Perfekt *ne-nöh,/nhz- heth. nahi, [nahzi “fürchtet sich’?
(Th. Z.)
Das heth. Verbum wird allgemein mit air. nár ‘bescheiden’ (< *na-sr-o-), náire “Schüchtern-
heit’ (< *na-sr-iia-) verglichen; s. TISCHLER II 247. Hierher vielleicht auch kluw. nahhuwai-
‘am Herzen liegen’; vgl. TISCHLER II 252-3.
OETTINGER 410-2; TISCHLER II 245-8.
Prneid-' ‘strömen’ IEW 761
Präsens *neid-e- ved. (Br.) (ati, prá) nedati ‘fließt über’
Kausativ *noid-eie- khot. gga-nihäte ‘befeuchtet, macht пав”?
(Th. Z.)
Nur iir. und vielleicht in europäischen Flußnamen.
2 Vgl. BAILEY, BSOAS 23 (1960) 21-4; EMMERICK 28.
450
*neig!- ‘waschen’ IEW 761
Aorist *neig*-/nig"- ved. Ptz. Med. -nijāná- RV 9,69,5 ‘gewaschen’,
[(AV) anijam ‘habe gewaschen”?
Präsens ?*ni-neig*/nig“- ved. 2p Іру. ninikta ВУ 10,132,6 “wascht!”*?
*nig®-ie- gr. ибо, vifouaı "wäsche (mich), bade’
[air. -nig "wäscht", Pass. negar
Perfekt ?*ne-nöig"/nig*- gr. vevirtauıll. 24,419 “ist gewaschen, ist rein’
ў i 4
[air. -nenaig ‘wusch’
Intensiv *nei-noig*/nig“- ved. nenikte “wäscht sich’
Dav. naeniZaiti Yt. 8,43 ‘spült weg”
Neubildungen: s-Aorist ved. (AV) prá anaiksit ‘hat abgewaschen””
gr. énya ‘wusch’
(Th. Z.)
Vgl. JOACHIM 102.
Them. Rückbildung zu 3p anijan. Auch 15 Inj. Med. s-Aor. niksi AV könnte auf Grundlage
des Wurzelaor. *anikta gebildet sein; s. NARTEN 161-2 mit Anm. 445.
Kaum mit 11У! Perfekt, eher Rest eines alten reduplizierten Präsens, das durch das Intensi-
vum verdrängt wurde (M. K.).
Sekundär thematisch *nige-, doch zeigt die Vertretung von *g“ als kelt. ze Entlabialisierung
vor *i, somit muß Umbildung von *nigie- vorliegen; s. THURNEYSEN 115, 378.
g statt *b < *g* analogisch nach dem Präsens.
Fungiert als regulärer Präsensstamm (daher auch die irreguläre Akzentuierung), vgl. SCHAE-
FER 144.
Thematisiert; vgl. KELLENS, Verbe 194-5.
Nach NARTEN 161-2 eher unabhängige Neubildung als Verdeutlichung des Wurzelaor. *anek.
*neiH-! “führen, leiten’ IEW 760
Präsens *neiH-e- heth. 3p neanzi ‘lenken, richten, schicken”,
35 Stat. пёагі “wendet zu sich her”?
ved. nayati ‘führt’
jav. naiieiti ‘leitet, führt’
ap. Ipf. anaya ‘führte, brachte’
Aorist *пёіН/пёіН-5- [heth. 3s Prät. nais ‘führte’
ved. anaisam MS, anait AV, YV, 3p Med. anesata
‘haben geführt”
aav. 3s Konj. naēšat Y. 31,20 ‘wird führen’
451
Perfekt ?*ne-nöiHlniH- heth. Präs. Sg. nehhi, naitti, паі “führen”
ved. ninya ‘hat geführt’
Neubildungen: Wurzelpräs. ved. 3d Ipf. änitam КУ 1,121,5 “brachten”
іе-Ргаѕепѕ heth. Präs. niye- ‘führen’!
(Th. Z.)
*H = *h, oder *h;, da heth. kein Reflex.
1
2 Vgl. EICHNER, FT Regensburg 91-2; OETTINGER 460-1; 481-2.
3 Sekundär mit medialer Funktion; EICHNER, Heth. u. ldg. 506,
4 < *néiH-s-t, Umbildung von Inj. *n&iH-s-t, OETTINGER 405, 460. Oder lautgesetzlich neiH-s-
t > nais; aheth. auch na-i-is geschrieben.
5 Vgl. NARTEN 162-4; mit regulärem Schwund des Laryngals nach *i, vgl. TICHY, Nom. ag. 35.
€ nehhi < *naihhi < *(ne-)noiH-h;ai, OETTINGER 405. Parontiv Perf. als Präs. fortgesetzt.
@ Vgl. KÜMMEL, Perfekt 280-2.
7 Ур]. NARTEN 164.
8 Vgl. OETTINGER 460-1, 482. Nach MELCHERT, SHHP 141-3 jedoch lautlich aus ne(ya)- ent-
wickelt.
*neik-' ‘sich erheben’ IEW —
Aorist 7*neik-Inik- [aksl. уъ2-пїКо ‘richteten sich auf”
Präsens *ni-ne/n-k- [heth. ninikzi ‘hebt (auf)”
[lit. {-пїпЁй (-nikti) ‘sich hineinstürzen’,
su- *herfallen über’;
lett. nikuös (nikties) ‘sich aufdrängen’
aksl. (+) уъг-пікпогі ‘sich aufrichten’*
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. aksl. (+) nice (nicati) ‘keimen, entstehen, sich erheben”
(M.K.)
l Dazu wohl auch gr. veíxoç n. ‘Streit, Zank’, vgl. die lit. Bedeutung.
2 Thematisiert mit R(e).
> Faktitive Präsensbildung; vgl. OETTINGER, Grammatica ittita 219.
^ Mit R(e) vom Aorist, viell. erst Junge Neubildung dazu.
` viell. sekundäre Präsensbildung zum them. Aorist und erst später durch nikng- ersetzt.
*nek- ‘verschwinden, verloren gehen’ IEW 762
Aorist *nek-Ink- ?ved. Konj. nasanti ‘werden verloren gehen’',
[(JB, KausS) апаўа: ‘ist verloren gegangen”
452
[toch.A Med. nakät ‘ging zugrunde,
verschwand”
Prne-nk-e- [ved. Inj. nesat ‘verschwindet, geht verloren"
aav. nasat, anasat Y. 53,6-7 ‘ist verschwunden’
“ се Ze Š 2 š 5
Präsens *nk-ie- [ved. nasyati “verschwindet, entweicht’
ау. nasiieiti “weicht ab’
Perfekt *ne-nök/nk- ved. папаќа ‘ist verschwunden’?
RE . b
aav. vi.nanäsä Y. 32,15 ‘ist verloren"?
[toch.B Konj. 15 neku ‘will vernichten’,
3p nakäm “werden zugrunde richten”
Kausativ *nok-eie- ved. näsäyati ‘läßt verschwinden, vernichtet’
av. Opt. vi-nadaiion ‘sollen schinden’’;
ap. vi-nädayatiy “tut Unrecht’?
x= SS D . x 9
lat. noceö, -ere ‘schaden, hinderlich sein’
Neubildungen: s-Aorist toch. Prät. A 35 äakäs ‘hat (das Leben) verloren’,
+ u H с
B 2s nekasta "hast vernichtet'
?R(e)-e-Präs. toch. Konj. В nketär ‘wird zugrunde gehen’,
А 25 nkatär “wirst zugrunde gehen’'”
se-Präs. toch.A 3s nkäs ‘vernichtet’, B 3s naksäm ‘vernichtet’,
Med. nakstär ‘geht zugrunde’
(Th. Z.)
RV 6,28,3; gehört nach HOFFMANN, Aufs. 360 mit Anm. 5 und anderen zu nas- ‘erreichen’.
Thematisiert. V gl. HOFFMANN, Inj. 58-9.
< *næktæ < *nok-to — *nk-to, vgl. HACKSTEIN 88 mit Lit.
Mit analogischem Vokalismus nach Art des e-Perfekts; vgl. HOFFMANN, Inj. 64-5; KÜMMEL,
Perfekt 288.
Aus *asya- (< *nkie-) mit Restitution des Wurzelanlauts nach der R(e); ebenso im Av.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 288-9.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 654.
Die Bedeutung ist im Toch. sekundär nach Diathesen geregelt: Akt. ‘vernichten’, Med. ‘zu-
grunde gehen’.
Nach KELLENS, Verbe 146°° trotz Ө statt s hierher.
KELLENS, MSS 34 (1976) 66 stellt die Form u.a. wegen УАП]. vinasta- zu iran. *näth-, vgl.
dagegen JAMISON 141-2”,
Urspr. ‘jmdm. (Dat.) den Tod bringen’, dann semant. abgeschwächt; ERNOUT-MEILLET 440a.
Von noceö hängt morphologisch der alat. s-Konj. noxit ‘(falls) er Schaden zugefügt hat’ ab.
Falls der toch. Konj. Ш aus thematischen Stämmen herzuleiten ist, vgl. Anm. 15 zu *Zenhj-
(M.K.).
Toch. Ersatz für das Kausativ bzw. das je-Präs., vgl. HACKSTEIN 87.
453
l.*nem- ‘zuteilen”' IEW 763
Präsens *nem-e- gr. ив ‘teile aus, teile zu’,
veouaı "bebaue, weide (intr.), bewohne’
got. (+) niman ‘nehmen, fassen, empfangen’?
lett. лети, (nert) ‘nehmen’?
Aorist *лёт/пёт-5- gr. veure ‘teilte zu’
Neubildungen: Perfekt got. (+) Prät. nam ‘nahm’
(Th. Z.)
Vgl. auch ved. námas- п. ‘Verehrung’, av. namah- n. “Verehrung; Darlehen’, EW Aja П 16.
Semant. vom Medium ‘sich zuteilen’.
Mundartlich auch nemu, nemt (MÜHLENBACH II 724a). WIEDEMANN, Das Litauische Präteri-
tum, Straßburg 1891, 69 führt Жети auf Kontamination von лети und jemu ‘nehme? (s.
*h,em-) zurück.
2.*nem- ‘sich neigen’! IEW 764
Präsens *nem-e- ved. námate ‘neigt sich, beugt sich’,
Akt. nämati ‘neigt (etwas), beugt”?
Jav. Med. (fra, apa) namaite ‘beugt sich, flieht”
?[toch.B Konj. nmetär, Inf. ñmetsi ‘sich neigen’*
Aorist *nem/nem-s- ved. (KS) abhi anan ‘hat hingeneigt’, 3p Med.
(SB) ananısata ‘haben sich gebeugt’””
toch.B Prät. 3p nemar-nes ‘bogen ihm (einen
Baum) zu’
2 a EaI б e H
Perfekt *ne-nöm/nm- ved. папата ‘neigt sich’””
S Sé z x . 6
Kausativ *nom-eie- ved. namayati “bringt zum Neigen’
jav. nämaiieiti ‘beugt’
Neubildungen: se-Präs. toch.A 3р nämsenc ‘beugen sich”, В 35 namsäm ‘beugt’
(Th. Z.)
So die Wurzelbedeutung von ved. nam-, s. GOTÖ 195; KÜMMEL, Perfekt 279.
Faktitive Oppositionsbildung; v.a. nachrgvedisch auch intr., ersetzt dann z.T. das Medium, s.
Сото 195-6.
Kein sicherer Aktiv-Beleg; vgl. KELLENS, Verbe 23.
Muß wegen der (nur im Inf. erhaltenen) Anlautpalatalisierung auf eine Bildung mit R(e) zu-
rückgehen, viell. them. Konj. *пет-ё-; vgl. Anm. 15 zu *ëenh, (M. K.).
Beide Formen sind paradigmat. isoliert; NARTEN 159 vermutet Augenblicksbildungen.
454
5а Langvokalische Reduplikation wohl analogisch und funktional motiviert (Zustandsperfekt),
da es keine Indizien für laryngalischen Anlaut gibt. Daneben jünger Medium neme und fakti-
tiver Konjunktiv nanamas, KÜMMEL, Perfekt 278-9.
Mit analogischer Kürzung des Wurzelvokals. In Sü., Up. auch namayati ‘neigt, beugt’.
Im Osttoch. könnte ein intr. ske-Präs. fortgesetzt sein, vgl. HACKSTEIN 68-73.
Y*nerH-' ‘untertauchen’ IEW 766, 975-6
Aorist *nérH-/nrH- aksl. ро-пгёгъ ‘versenkte sich’
Präsens *nyH-ie- lett. niru, (nirt) ‘tauchen’; 4
[lit. neriù, (nerti) ‘tauchen, einsinken”?
[aksl. -noro, (-nreti) “tauchen””
(M.K.)
Nur bel: kaum mit VAILLANT Ш 188 sekundär aus *er- ‘ajuster’ (= 1.*hzer-?) mit n° von
Präverbien.
Urbalt. wohl *niriö, *nörti mit einzelsprachlichem Ablautausgleich.
Nach geläufigem Schema zum thematischen Präs. mit R(z) umgebildet, viell. erst innersla-
visch (vgl. Anm. 5 zu *mer-).
*nes- “davonkommen, unbeschadet heimkehren’' IEW 766-7
Aorist *nes-Ins- [ved. Ip Opt. (sam) nasimahi RV 2,16,8 ‘mögen
wir uns vereinen’
gr. Ptz. doyevog ‘gerettet, froh”?
Präsens *ni-nes/ns- ved. 3p nimsate ‘suchen auf, kommen hin’,
[3s Inj. nimsata R V 10,74,2 ‘kehrt zurück’
[gr. vioouaı “gehe, komme zurück’
Е 2 Акага 5
*nés-e- ved. näsate “vereint sich (zu Hause)’
р : 6
gr. véoueu ‘kehre heim, komme davon’
got. (+) ga-nisan ‘genesen, gerettet werden,
davonkommen’
Perfekt *ne-nös/ns- [got. (+) ga-nas “wurde gerettet’
e
[toch.B nesau, A nasam ‘bin’
i Ge : š 8
Kausativ *nos-eie- ahd. (+) nerien ‘retten, nähren’,
. Pr: 9
[an. nøra ‘erfrischen, ernähren’
Neubildungen: s-Aorist gr. vaooa Od. 4,174 ‘habe gegründet (GO ru"
455
je-Präs. gr. vaio ‘wohne, bewohne’, verröuevog ‘gelegen’ !?
(Th. Z.)
Vgl. den Ansatz von BADER, FS RISCH 484: ‘survivre, échapper au danger’.
Ersetzt *asimahi, HOFFMANN, MSS 22 (1967) 27°. Zur Semantik s. Anm. 5.
Zu *nes- mit WACKERNAGEL, Kl. Schr. I 7672, der einen s-Aor. *ns-s-meno- annimmt. Zum
Wurzelaor. könnte &ozevog unter der Annahme gehören, daß das s aus Formen, wo es vor t
erhalten blieb, z.B. 35 *&oro, verallgemeinert wurde.
Die Gleichung mit ved. nims- spricht gegen die Auffassung von vioe < desiderativem
*ni-ns-se- (z.B. LEJEUNE 208). *nins(e)- > игоє- statt lautgesetzlichem Тигує- kann z.B. mit
Erhaltung von s in Stellung vor /, z.B. 35 athem. *ni-ns-toi und erst späterer Thematisierung
erklärt werden; so IEW 766. Eine andere Lösung bei PETERS, Sprache 30 (1984) 86°.
Ур]. Сото 200. Bedeutungsentwicklung: ‘nach Hause kommen’ — ‘(mit denen zu Hause)
zusammenkommen’ — ‘sich vereinen’.
Aus den Personennamen Néoz@p und тук. ne-e-ra-wo wird auch auf ein aktives * иќо “nach
Hause bringen, retten’ geschlossen; z.B. HEUBECK, Minos 20-22 (1987) 229.
Aus ‘bin da’ — ‘bin heimgekommen’; vgl. z.B. JASANOFF, Stative 14. Toch.A nas-, B nes-
‘sein’ wird auch auf *no (bzw. urtoch. *na) + hes- “гіп sein’ zurückgeführt; vgl. z.B. KLN-
GENSCHMITT, Koll. Berlin 361.
Got. nasjan ‘retten, gesund machen’ zeigt Ausgleich des gramm. Wechsels.
Mit Roi urgerm. *nözia-; vgl. DE VRIES 414b.
*ns-ie- > *ahie- > *паһіе-; Kontamination mit der R(e).
*neu- ‘nicken, (den Kopf) neigen”? IEW 767
Aorist *neu-Inu- [lat. adnūit Enn., Ann. 133 ‘nickte zu’,
-nui “nickte’!
Präsens *neu-e- [gr. vedo ‘nicke, winke, neige mich’?
lat. ab-, ad-nuö, -ere 'abwinken, zunicken’
mir. a:t-noí ‘vertraut ihn ап”
Kaus.-It. ?*nou-éie- ved. áti nāvayet TS 6,3,4,4 ‘soll neigen’
?gr. voéw "denke"!
Desider. *neu/nu-s- gr. Veteran ‘werde nicken, werde winken’
[lit. niausiù, (niaŭsti) ‘neigen (z.B. den Kopf),
beugen”
Neubildungen: s-Aorist gr. Evevoa 'nickte, winkte’
akrodyn. Präs. ved. (SankhGS) apa-nauti ‘neigt weg’
Perfekt gr. (5. Jh. v.Chr.) vevevra, -vevevuaı ‘habe genickt’”®
(Th. Z.)
0
Nach GARCÍA RAMÓN, MSS 54 (1993[94]) 33-6 allgemeiner ‘eine momentane Bewegung
machen’, was sicherlich zu weit gefaßt ist.
456
< *neu-uai, Umbildung des Wurzelaorists.
Statt Tvéa) mit Restitution von £v nach dem Aor.; oder aus *néu-se- (Desider.?).
PEDERSEN, УК С I 441.
Aus iterativem ‘neige den Kopf hin und her’? Kann auch denom. zu ибо sein. Zur etymolog.
Verknüpfung von wöog und vevw vgl. z.B. HEUBECK, Minos 20-22 (1987) 237. Zugehörigkeit
von vwöog, ио zu *nes- ist ebenfalls möglich.
Zum je-Präsens umgebildet.
6 Sekundär zum Präs. vevw, vgl. FRISK II 309.
E un.
?].*neud-' ‘nutzen’ IEW 768
Präsens ?*neud-e- got. (+) niutan ‘genießen, erreichen’
Neubildungen: Perfekt got. (+) nutun ‘sie genossen’
Iterativ an. neyta ‘benutzen’, afr. neta ‘nutzen’
(Th. Z.)
; Außergerm. sind lit. nauda f. “Nutzen, Vorteil’ (mit denom. naudóti ‘benutzen’), lett. naüda f.
‘Geld’ anzuschließen.
22.*neud-' stoßen’ IEW 767
Aorist *neud-/nud- ved. 25 Inj. Med. nutthas ‘du stößt”?
Präsens *nud-e- ved. nudäte ‘stößt’
Neubildungen: Perfekt ved. Med. nunude ‘hat gestoßen’
(Th. Z.)
Nur indoar., wird meist als innerind. (iir.?) Reimbildung nach od, tudäti (s. 1.*(s)teud) ange-
sehen; z.B. EWAia II 58. Ein Wurzelaor. und mediales Perf. sind zu tod- allerdings nicht be-
legt.
Wurzelaor. nach NARTEN 166.
*neuH-' ‘schreien, brüllen’ IEW 767
Präsens ?*neuH-IneuH- [ҹей. Ipf. anavan КУ 10,68,1 ‘schrien’'”,
[Med. nävate ‘brüllt”?
Aorist ` ?*nëuHInéuH-s-
Neubildungen: akrodyn. Präs.
se-Präs.
s-Aorist
Perfekt
457
?[np. nawidan “klagen”
[toch.B 35 Med. ñewetär ‘brüllt’*
ved. 35 Med. anavista ‘hat gebrüllt”
ved. (Br.) prá nauti ‘sagt om”
toch.A 35 лиз ‘brüllt’, 3р nuseñc “brüllen’
ved. 15 Med. abhí anüsi ‘habe angerufen’,
3p Med. anasata “haben gebrüllt””
toch.B Prät. 2s Med. nawatai ‘hast gebrüllt’,
Konj. У Opt. nuwoytär
(Th. Z., M. K.)
Oder *neu-, falls ved. Aor. anavista nicht alt ist; s. Anm. 5.
la Mit Dehnstufe aus dem Singular; nach GRASSMANN 743; Сото 199 jedoch metrisch gedehnt.
2 Das abweichende Ptz. nuvánt- RV 1,29,5 *brüllend' ist im Anschluß an bedeutungsnahes
ruvänt-, huvánt- gebildet; JOACHIM 103. Es könnte aber auch mit einem analogischen schwa-
chen Stamm nu(v)- gerechnet werden, vgl. stu(v)- zu *stëu- (s. *steu-).
Könnte auf ur. *naua- beruhen. Weitere hierher gestellte neuiran. Verben s. EWAia П 23.
4 Zusammenhang mit RV anāvan (vgl. Anm. 2) nach HOLLIFIELD, JIES 6 (1978) 181; Umbil-
dung zum Präsens Klasse III unklar, die R(&) muß vom Aktiv übertragen sein.
Von NARTEN 165-6 als analog. Neubildung zum them. Präs. nach pavate : pavista erklärt.
6 Siehe СОТО 199°®”, mit der uridg. Bildung besteht kein direkter Zusammenhang.
7 Reimbildung zu ahüsata ‘haben gerufen’ (?); vgl. NARTEN 164.
458
*p-
*ped- “treten; fallen, sinken’! IEW 790-2
Aorist *péd-/pd-
Präsens *pi-ped/pd-
*ped-ié-
Perfekt *pe-pódłpd-
Kausativ *pod-eie-
Neubildungen: R(e)-e-Präs.
ved. apadran ‘sind gefallen’?
[aksl. райо ‘sie fielen”?
[ved. píbdamana- ‘abwechselnd fest auftretend’*
[arm. hiwcanim ‘nehme ab (vom Mond),
sieche dahin’
ved. pädyate “fällt; tritt; gerät wohin’®
jav. Konj. paiöiidäite ‘soll hineingeraten in’
ved. papada ‘ist niedergesunken’**
an. (+) fat ‘fand heraus’, ae. (+) ge-fæt ‘fiel’
ved. padáyati ‘bringt zu Fall’
an. feta ‘herausfinden’
Aaksl. райо, (pasti) ‘fallen’
(B. S,M.K.)
Zur Bedeutungsentwicklung ‘den Fuß aufsetzen’ > *‘fußwärts gehen’ — ‘fallen’ vgl. RIX,
KZ 89 (1976) 278-9.
Später zum s-Aor. umgebildet, vgl. NARTEN 167.
Nach KLINGENSCHMITT 171-2 mit *ö von damit kontaminiertem *peh;/H- ‘fallen’, s.d.; der
Langvokal könnte auch durch WINTERS Gesetz (s. Anm. 1 zu *b"eg*-) erklärt werden, nicht
aber die o-Stufe (aus dem Perfekt nach VAILLANT Ш 1537).
Vgl. STRUNK, ZDMG Suppl. III 1, 977-80, der urspr. ‘sich auf den einen oder anderen Fuß
fallen lassen’ annimmt und dabei ein faktitives Aktiv “fallen lassen’ voraussetzt, nach СОТО
280°°° dagegen iterativ ‘stapfend, auf der Stelle tretend’. STRUNK, Laryngaltheorie 567 nimmt
erst vedische Neubildung an.
Zur lautl. Entwicklung vgl. KLINGENSCHMITT 217 (vorurarm. *b > p, antekons. p (> b) > w):
arm. hiwcani < *pibdie- < *рі-ра-іе-; zum Bildungstyp vgl. auch ders., MSS 37 (1978) 105°.
Nach Сото 280% als „automatische, nicht beabsichtigte Bewegung im Gegensatz zu pibda-
mäna- ‘stapfend, auf der Stelle tretend’“.
Aktiv neben medialem Präsens spricht für alte Bildung, KÜMMEL, Perfekt 296-7.
Nach KLINGENSCHMITT 171-2 entstanden aus *pöle- zu *peh;lH- (s.d.) durch Kontamination
mit *ped-; nach VAILLANT III 153 ist das Präs. sekundär zum Perf. gebildet, dessen Reflex
noch im Aor. pad» erhalten sei.
459
*peH-' ‘sich bewegen’ IEW —
Präsens *pi-peH/pH- ?heth. Зр pippanzi, 35 pippai “umstürzen’?
ved. vi-pipänd- “aussondernd’,
(YV) ut-pipite “erhebt sich”
Aorist ?*peHlpeH-s- — ?ved. má prä pasta AV 12,3,43 ‘soll nicht
herkommen!”*
(M. K)
! Ур]. Вих, Kratylos 14 (1969[72]) 185-6; BURROW, IIJ 15 (1973) 81-107.
Vgl. OETTINGER 498. Die semantische Anknüpfung bedürfte der Präzisierung, jedenfalls
dürfte (passend zum Präsenstyp) faktitive Bedeutung vorliegen.
3 Zu Einzelheiten s. BURROW, l.c.
Hierher nach BURROW, l.c., 91.
Y*peHs-' ‘sehen’ IEW -
Präsens *pHs-ie- aav. pišiiant- Y. 50,2 ‘sehend’
?pišiieinti Y. 44,20 ‘sehen’?
arm. hayim ‘blicke, schaue, betrachte”?
Fientiv *pAs-ehlh,- alb. Aor. 35 pa, [15 pashë ‘sah, schaute’?
M.K.)
Nur iran. (?), arm. und alb.; Vollstufe könnte auch *pHes- lauten. Vielleicht läßt sich über ur-
sprüngliches ‘hüten, überwachen’ an *peh,(i)- ‘schützen, weiden’ anknüpfen, vgl. DEMIRAJ
313 zum Alb.
Vgl. KLINGENSCHMITT 150 mit Lit. KELLENS, Verbe 122” betrachtet allerdings Bedeutung
und Etymologie als unbekannt.
< *haye- < *pasie-, dazu viell. auch aha ‘siehe’ als urspr. Іру. Aor. *a-häi(a), KLINGEN-
SCHMITT 149-50, 153.
Aalb. 3s раа, 15 pae; Stamm aalb. pā- kontrahiert aus *pae- < *pase- < *pas-eh,- nach KLIN-
GENSCHMITT 150-2; MSS 40 (1981) 97-8, 123°; zurückhaltend DEMIRAJ 312-3. Präs. suppl.
sheh, s. 1.*sek*-.
*pehji-' ‘tadeln, schmähen’ IEW 792-3
Präsens ?*pehji-e- got. Зр Pass. faianda ‘werden getadelt”?
?*pih;-ié- ved. рѓуагі ‘schmäht, tadelt, beschimpft”?
460
Neubildungen: Essiv got. (+) fijan, (3s fijaip) hassen"?
(В. S)
Ansatz nach RASMUSSEN 55, doch vgl. EWAjia I! 85.
Hap leg., Stammbildung daher unsicher.
Nach RASMUSSEN 55 „durch Kreuzung von Grundverbum *pehji-e-ti und Stativ-Präs.
*phji-h;-ie- (indoir. *päati : *piiáti) entstanden, wie es auch der Akzent nahelegt“.
Kann nicht auf eine alte Bildung *phji-h,ie- zurückgehen, da dies zu germ. *fija- (sw.1) ge-
führt hätte; daher muß mit Neubildung (auf der Grundlage eines alten Fientivs *pih,-Eh,/h,-?)
gerechnet werden.
*pehx(, Ob ‘schützen, hüten, weiden (tr.)’ - ТЕМ 787, 839
Präsens *péh,-/ph;- ved. päti ‘schützt’
aav. pät ‘hält ab von’, jav. Däin ‘schützt’
*ph,-ske- [lat. pascö, ere ‘weiden lassen, füttern”?
toch.B paskenträ, [A pasantär ‘sie beschützen”
?*peh;-ie- jav. ni.pāiiðiš Yt. 1,24 ‘sollst beschützen’
Aorist *pëh,/péh,-s- ved. Konj. pāsati ‘soll schützen”
Dat, paui “ließ weiden, fütterte’”®
Desider. *péh/phz-s- [heth. pahhasmi “ich bewahre, schütze”
[aksl. (Präs.) paso, (pasti) ‘weiden, hüten’?
(B. S., M. K.)
Trennung in *ре/›- ‘weiden’ und 1.*peh/(i)- ‘schützen’ ist unnötig, die gr. Nominalbildungen
mit o-Vokal (zoyumvm. ‘Hirt’, л@ше п. еске) können Riol haben und verlangen keine
Wurzel mit zk, s. HACKSTEIN 176-7 mit Lit. Erweiterndes *i tritt nur in Nominalableitungen
auf, z.B. gr. лот}, lit. piemuö m. ‘Hirt < *pohzi-men-;, damit ist es als Wurzelbestandteil
nicht zu sichern.
2 Mit R(e) vom Aor.
3 Im Toch, ist *pask- als Wurzel abstrahiert, vgl. HACKSTEIN 177-8.
Im Jav. sonst paiia- mit sekundärer Kürzung, zur Länge vgl. aber khot. pai-, sogd., mp.,
parth. p’y-; im Ap. mit unerklärtem Kurzvokal paya-, s. KELLENS, Verbe 137 mit Anm. 5.
Vielleicht iran. Neubildung nach dem Vorbild von *raia- ‘schützen’ (s. *rreH-); möglich
wäre auch ein Iterativ *pohz-eie-.
Nur zweimal im R V, nach NARTEN 168-9 sekundär aus metrischen Gründen entstanden.
Ersatz für einen s-Aorist nach MEISER, Habil. $167.
Oder zum s-Aorist, vgl. OETTINGER 210-2.
Herleitung aus dem Konj. des s-Aorists ist formal auch möglich, hätte aber vermutlich zu ei-
nem perfektiven Verb geführt.
so u
461
*pehĝ-' ‘fest werden’ IEW 787
Aorist ?*рёһ,8-/рһё- агт. s-p'acaw “umgürtete sich’?
Präsens *phz-né/n-ĝ- [ved. paj-2 in Int. päpaje RV 10,105,3 ‘bleibt
immer wieder stehen”
[arm. s-pacanim “umgürte mich”
Agr. ayyvyuı ‘befestige’, zryvuyuaı ‘werde fest”
[lat. pangö, -ere ‘befestigen, festsetzen’
Perfekt *pe-pöh,glph,$- Ier. лёлтүє ‘steckt (im Boden) fest”
Fientiv *ph,8-éh,/h,- gr. ёлауп ‘wurde fest’
Neubildungen: s-Aorist gr. ¿zna ‘befestigte’
(B.S.,M.K., R.L.)
Vgl. auch *pehzk- ‘festmachen’.
2 Vgl. KLINGENSCHMITT 278; die Bedeutung stammt уот reflexiven Medium des Präsens.
з Neowurzel paj- < iir. *paf- < *phaf- < *ph,-n-8- (*p° für *ph° nach dem starken Stamm iir.
*pindj- < *рһ,-пё-2- und der R(e) *paj- < *peh,8-); zu Stammbildung und Lautentwicklung
vgl. РР 4.7.2.1.1. Die Neowurzel auch in dem Adj. ved. pajra- ‘fest, stark’.
Vgl. KLINGENSCHMITT 227-8; mit Präverb *zu.
Vgl. SCHAEFER 151-2; zum Vokalismus s. jedoch auch Anm. 2a.
Oder Neubildung zum s-Aorist.
Mit analogischer R(e) wie generell bei Wurzeln mit a-Vokal.
au + Lei
*pehk- *festmachen”'! IEW 787
Präsens *рй,-пё/п-Ё [jav. paiti auua.*pasät V. 4,51 ‘soll
zusammenfesseln”
[got. (+) fahan “fangen, greifen”
*ph)k-ske- heth. paske- ‘aufrichten, befestigen’?
Kaus.-It. *poh,Ñ-éie- [as. (+) fogian “реп”
Neubildungen: R(z)-e-Präs. alat. pacunt, [klass. paciscor, -i ‘einen Vertrag oder
Vergleich festmachen"
(B. S., M. K., R. L.)
Tr. Bedeutung möglicherweise aus faktitiven Stammbildungen verallgemeinert, vgl. demge-
genüber *pehzĝ- “fest werden’.
Thematisiert, mit Akzentverschiebung > *pank-.
Nach KELLENS, Verbe 107, 108-9 Anm. 14 zu lesen für °pašar, möglich ist aber auch ein
Präs. Pass. *°pasiät, wegen des parallel gebrauchten Passivs °kərəðiiāt. Jav. *pas- < Wr.
462
*pać- — *phaé- < *р№пҝ- (*p° für *ph° nach dem starken Stamm iir. *pináć- < *phz-ne-k-
und der R(e) *pāć- < *реһ›Ё-), zu Stammbildung und Lautentwicklung vgl. LIPP 4.7.2.1.1.
Uriir. *pad- als Neowurzel auch in тр. past ‘Übereinkunft’.
Hierher nach MELCHERT, AHP 167. Oder zu *peh,$-, wogegen aber die tr. Bedeutung spricht.
Bei Ansatz *peh,k- problemlos aus dem regulären Kausativ-Iterativ zu erklären. Das von
RASMUSSEN 147 verglichene Verb ai. päsaya- (nur Lex.) ist sicherlich sekundär zu рӣѓа- m.
‘Fessel’ gebildet.
*ph,k-e-, vielleicht Umbildung eines Aor. *pehzk-/*phzk-.
2a
Prpehzu-' ‘aufhören; beenden’? IEW 790
Aorist *peh,ulpehzu-s- рт. Eravoa ‘beendete’, &ravosumv ‘hörte auf’
Neubildungen: them. Präsens рг. zua ‘beende’, лотоцоп ‘höre auf
Perfekt gr. лёлоготоп ‘ist beendet’
(M. K.)
|! Nur gr; wohl kaum urspr. identisch mit zoí@ ‘schlage’ (s. *pieh,-), eher zu aksl. ризгъ “öde,
wüst’.
2 Op die Bedeutung des gr. Aktivs oder Mediums primär ist, läßt sich nicht entscheiden.
*pehz()- ‘trinken’ IEW 839-40
Aorist *péh,-/pihs,- ved. ápat ‘hat getrunken’
gr. Ipv. äol. (EM) zößı' , att. лї: “їтїпКе!?,
[&mov “trank”
[aksl. pit» тапк”?
Präsens *pi-ph;-é-* ved. píbati ‘trinkt’
arm. əmpem “trinke”
[lat. bibo, -ere “trinken”,
[falisk. Fut. pipafo /bibafö/ “werde trinken’’
gall. iberi-s “trinkt!’®, air. -ib, ebait ‘trinken’
?aalb. pii /pi/ “trinkt”®®
Kausativ *pohzi-Eie- ved. päyäyati “tränkt’
Perfekt *pe-pöh;/ph;- ved. papdu ‘hat getrunken”®®
gr. ёк- лєлотоп Od. 22,56 ‘ist ausgetrunken””
Neubildungen: s-Aorist [heth. разі “schluckt’'®
ved. 35 Akt. драѕ ‘hat getrunken’!
a a H rs
463
Nasalpräs. gr. mivo, [äol. ябио ‘trinke’?
R(z)-e-Präs. aksl. ріјо, (piti) “trinken’'”
R(e)-ie-Präs. apr. Ipv. poieiti чї?“
Kausativ aksl. ројо, pojiti *tršnken'!Š
(B. S., М.К.)
Nach LIPP 4.8.4.2. sind die Formen der Wurzel vielmehr sekundär aus zwei ursprünglich
selbständigen voruridg. Primärstämmen **peh;-/ph;- tr. ‘schlucken, trinken’ und (abgeleitet)
**ph;-Eili- intr. “einen Schluck nehmen, trinken’ vereinigt; bei diesem Ansatz wären die Kau-
sativa ved, päydya-, aksl. ројо, po jiti “tränken’ beide aus *ph;oi-Eie- zu erklären (*p° statt *b°
< *ph;° durch Analogie der Nullstufe *pih;- < **ph;i-).
Mit Übertragung von д aus vorauszusetzenden Formen mit alter R(e) in die 2s Ipv.
Thematisiert von der 3р *pi(i)on < *pih;-Önt aus.
Mit durchgeführter К(2) *pih;- (oder dazu neugebildeter R(e) *peih;-).
Daraus wohl schon grundsprachlich *pib(h;)e- mit Sonorisierung von *p vor *h;, vgl. MAYR-
HOFER, Lautlehre 143-4.
< *en-(h)ipe- < *en-pibe-, vgl. PRAUST, Sprache 38 (1998), 184-200 mit Lit.
Mit Assimilation *pib° > *bib°, dazu Perfekt bibi, wohl urital. Neubildung *beb- mit Anglei-
chung des Redupl.-Vokals im Lat., vgl. MEISER, Habil. 8235 mit Anm.
Setzt ein Präs. *biba- voraus, das sekundär zu *bibe- hinzugebildet ist; daneben bezeugtes
pafo könnte als haplographische Fehlschreibung hierher gehören, sonst wäre es vom Aorist-
stamm abzuleiten, vgl. MEISER, Habil. $93-4.
Vgl. FLEURIOT, EC 18 (1981) 91.
Der alte Langvokal spricht nach DEMIRAJ 318-9 für reduplizierte Bildung *pibe- > *pi- mit
intervokalischem Schwund des *b. Nicht ausgeschlossen werden kann *pi-ie- (so OREL 324-5
mit Lit.).
KÜMMEL, Perfekt 308-9.
Aktiv лёлшко erst bei Aischylos.
Nach OETTINGER 435-6 s-Aorist-Neubildung wie im Ved., anschließend im Heth. wegen des
Stammvokals a in die hi-Konjugation überführt.
Vgl. NARTEN 168: vereinzelte Formen neben lebendigem Wurzelaorist.
Äol. mit Übertragung der R(e) vom Aorist *erwv.
< *рьуе- < *рііе- < *pih;-e-, Neubildung zum Aor., vgl. STANG, Verbum 46 mit Lit.
Balt. *pö-ja-, Neubildung zum Aor. *po-.
Neubildung zum Präs. *рьје- mit geneuerter Rio) *poi(h;)-, doch s. auch Anm. 0.
?*peh;lH-" ‘fallen’ IEW 851
Aorist *pehjlH-/phjlH- агт. Glow ‘fier?
Präsens *ph;l-neln-H- [arm. planim “falle”
[an. (+) falla ‘fallen’
*peh;lH-e- lit. púolu, (pulti) “fallen”
(M. K.)
464
Mit ungewohnlicher Wurzelstruktur, die aber vom einzelsprachlichen Material vorausgesetzt
wird. Vgl. KLINGENSCHMITT 164-72, auch zum Lautlichen (arm. z < *p).
Mit durchgeführter R(e) *p'ul- < *pöl(H)-.
Mit analogischer R (e) aus *paln(H)- vgl. KLINGENSCHMITT 171-2.
Umgebildet aus *paln(a)- < *рәзіпә-, vgl. KLINGENSCHMITT 171.
Nach KLINGENSCHMITT 171-2 bel, Neubildung, die auch durch slav. *pado ‘falle’ vorausge-
setzt werde, das aus *pöle- durch Kontamination mit *ped- (s.d.) entstanden sei.
a в ш H
1.*peig-' ‘malen’? IEW 794
Präsens *pi-ne/n-g- [lat. pingö, ere ‘malen, schmücken’
Neubildungen: s-Aorist lat. pinxi “malte, schmückte’
(B. S.)
Wohl Variante von besser bezeugtem *peik-, verbal nur lat. (und toch.?), dazu ved. pingala-,
pinga° ‘rötlich’, aksl. рёръ "bunt".
Bei dieser Wurzel ist anders als bei *peik- nur ‘schmücken, malen’ belegt, nicht (mehr?) ‘her-
ausschneiden’ o.ä.
22.*peig-" “уегігіеВеп’ IEW 795
Essiv *pig-hie- [lat. piget ‘verdrießt’
(М. К.)
|! Nurlat. (vgl. noch piger ‘уегігоѕѕеп, faul’) und wohl in germ. *faikna- ‘Betrug’ usw.
1.*реіН-' “anschwellen’ IEW 793
Aorist ?*peiH-IpiH- [ved. Ptz. Med. piyana- КУ 1,79,3 ‘strotzend’”
Präsens ?*pi-peiH/piH- ved. Aor. apipet ‘hat schwellen lassen’
*pi-neln-H-' [ved. prä pinvire ‘quellen hervor?)
[pinvati ‘läßt schwellen’, pinvate ‘schwillt’
Dav. fra-pinaoiti “bringt zum Gedeihen’
?*piH-ié- lit. руй, (pyti) “Milch bekommen’
Perfekt *pe-pöiH/piH- мей pipäya ‘ist angeschwollen, strotzt
jav. pipiiusi- V. 15,8 ‘Milch führend’®
„4a
465
Neubildungen: R(e)-e-Präs. ved. páyate RV 1,164,28 ‘strotzt (von Milch)”
(B.S., M. K.)
! Zum Ansatz von laryngalhaltiger bzw. laryngalloser Wurzel vgl. EWAia II 83-4. Daneben mit
Schwebeablaut (?) ved. pya-, Präsens pyäyate (vgl. KÜMMEL, Perfekt 316-7).
2 Nach JOACHIM 106-7 neugebildet nach dem Muster von hi- : hiyāná- ‘antreiben’.
2а Fakt. Präsens umgedeutet zum Aorist, später teilweise mit Perfektformen vermischt, vgl.
KÜMMEL, Perfekt 300-3.
Einzelsprachlich zu *pi-neu/nu- umgebildet.
Einzige athematische Form neben Ptz. pinvand-, sonst immer thematisiert, mit Stativendung
nach hinvire, vgl. KÜMMEL, Stativ 72.
4а Schwacher Stamm pipy-, auch der starke Stamm ist metrisch ganz überwiegend mit *pip° zu
lesen; sekundär teilweise mit Formen des reduplizierten Aorists vermischt und dann auch fak-
titiv, vgl. KÜMMEL, Perfekt 298-303. Das Medium pipye wird später als Perfekt zu pya- ver-
wendet, ibid. 316-7.
4 KÜMMEL, Perfekt 647.
7 Nach Сото 206 Kunstbildung in figura etymologica; JOACHIM 107 rechnet dagegen mit der
Möglichkeit eines verdeutlichten intr. Präs. neben altem pinvire.
22.*peiH- ‘singen’ IEW —
Präsens ?*pe-poiH/piH- [aksl. ројо, (pěti) ‘singe’?
[toch.B Konj. 3p piyam ‘singen”
(M. K)
FürSet-Wurzel spricht der toch. A-Charakterund die Akzentuierung von skr. pjëvati usw.
Mit Reduplikationsverlust thematisiert.
Starker Stamm /рауа-/ < *pëya- < *poiH-, vgl. Abstr. päyalüe; ADAMS, ОТВ 383, Reduplika-
tionsverlust wie im Slav.
*peik-' “heraushauen, herausschneiden” IEW 794-5
Aorist *peik-Ipik- ved. Ptz. pisand- RV 7,57,3 “schmückend’,
Іру. piśá RV 7,18,2 ‘zeichne aus!”
Präsens *pi-neln-k- [ved. pirm$ati ‘haut aus, schneidet zurecht,
bildet, schmückt’
ар. 3p <а-ра-і-да> Јарі,Өа! “schmückten’”*
toch.B pinkem ‘sie malen, schreiben”,
[A pikinc ‘sie malen, schreiben’
Irpeik-e- Jav. anku.pa&samna- Yt. 17,10 ‘sich mit Haken
schmückend’
466
Neubildungen: Rf(e)-ie-Präs° lit. piešiù, (piesti) “zeichnen, malen; schreiben’
aksl. pišọ, (posati) ‘schreiben’
Perfekt ved. pipesa ‘hat geschmückt”
toch. В paiyka, A Med. pekat “malte, schrieb’?
Konj. B paikatär, A pekatär
(В. S., M. K.)
Daneben Variante 1.*peig- in ähnlicher Bedeutung, s.d.
Oft, um eine bestimmte Form zu geben. Daraus schon grundsprachlich auch ‘еіпѕсһпеійеп,
ritzen’ — ‘färben, malen’, später auch ‘schreiben’, vgl. EWAia II 168 mit Lit.
Vgl. SCHINDLER 32.
* Ebenso ist auch DB 4,71 -pi,[Qa]m zu lesen, nicht als s-Aorist -pai[$a]m, vgl. COwGILL, KZ
82 (1968) 266.
Das toch. Verbum könnte auch zu 1.*peig- gehören, oder zu beiden Varianten, da im Toch.
* und ze zusammenfallen.
Nach KLINGENSCHMITT 209% aus Intensiv *pei-pik-ie-, vgl. ved. pepis-.
7 KÜMMEL, Perfekt 311-2.
* peis- ‘zerstampfen, (zer)stoßen’ IEW 796
Aorist ?*péis-/pis- ?[ved. ví apiksan ŚB 4,1,5,5 ‘haben beworfen’,
[ai. ep. apisan ‘haben zerstampft’'
Präsens *pi-ne/n-s- ved. pinästi ‘zerstampft, zermalmt’?
jav. Ptz. pišant- ‘zerstampfend””
[lat. pinsö, ere ‘kleinstampfen, zerstoßen’
[ks]. pochngti “(mit dem Fuß) treten’
*pis-é-4 lit. pisù, (pisti) ‘begatten’
ksl. рьсһотъ ‘gestoßen werdend',
[slov. (+) pšëm, (phäti) "stoen"?
Neubildungen: Präsens gr. (Hdt.+) лтїсо@ ‘stampfe, schrote”*
Perfekt ved. sám ... pipesa "hat zermalmt’’
(B. S., M. K.)
Ved. ist keine Form des them. Aor. belegt, was aber auf Zufall beruhen kann; neben einem
sa-Aorist steht sonst fast immer ein thematischer, vgl. NARTEN 78, 169.
рїпаз- statt fpinäs- mit s nach dem schwachen Stamm pirns-, vgl. den umgekehrten Prozeß
bei hirhs- für Fhirhs- nach starkem Stamm hinas- (s. *$eis-).
Uriran. *pi$- < *pin$-, vgl. KELLENS, Verbe 165.
Womöglich auf den Wurzelaorist aufbauend.
Sekundär scheinbar ie-Präsens wegen Verallgemeinerung des palataliserten š im Paradigma
*рьсћо ~ poše-; in den meisten slav. Einzelsprachen jedoch neues Präs. *рьсћаје-, vgl. VAIL-
LANT III 206.
6
7
467
Anlautendes лт unursprünglich und unerklärt, vgl. FRISK II 612 s.v. лтрил.
KÜMMEL, Perfekt 312-3.
1.*pek- ‘(Wolle oder Haare) rupfen, zausen’ IEW 797
% 0 ¿ ša
Präsens *pek-e- gr. лёко "kämme, schere’
lit. pesu, (pesti) ‘rupfen’
*pek-te- ?[gr. лєктёш@ ‘kämme, schere’!
lat. pecto, -ere ‘kämmen, krempeln’
ahd. (+) fehtan ‘kämpfen, fechten’?
Aorist *peklpek-s- gr. ёлғѓа ‘kämmte, scherte’
?lat. pexi ‘kämmte, krempelte’”?
Iterativ *роҝ̆-ёіе- oss. fas- "kämmen"?
(B. S., M. K.)
Nach KLINGENSCHMITT 133-4 gehört hierher auch arm. hiwsem ‘fiechte < *pi-pk-e-, s.
jedoch 2.*tek-. А
Oder viell. eher Denom. zu einem *pek-tó-.
1
2 < **sich raufen’.
3 Könnte altes *pek-s- fortsetzen, obwohl synchron als *pekt-s- zu analysieren.
4 Vgl. АВАЕУ [ 424.
22.*pek- ‘sich freuen’ IEW 796-7
Präsens *pek-e- ae. ge-feon ‘sich freuen’!
Kausativ ?*pok-eie- got. fulla-fahjan “befriedigen”
*pök-ie- [an. fögja ‘glänzend machen, putzen”
lit. púošiu, (puosti) ‘schmücken’,
lett. puösu, (puöst) ‘reinigen; schmücken’*
(B. S.)
Ñ Ahd. gi-fehan (nur Tatian) ist vielleicht aus dem Ае. entlehnt, vgl. SEEBOLD 189 mit Lit.
5 Mit sekundärem Ausgleich des grammatischen Wechsels, falls nicht denom.
8 Aus **erfreulich machen’, mit sekundärem Akzent bzw. Umbildung zu *pök-eie-.
Daneben auch zirkumflektiert lit. puóšti, lett. puost; falls diese Akzentuierung alt sein sollte,
spräche das für sekundäre Entstehung. Bedeutung wie im An. < *‘erfreulich machen’.
468
l.*pek#- ‘reif machen, gar machen” IEW 798
Aorist ?*pék=-/p,k*- [toch.A Ze Med. pakät ‘kochte (intr.)?'
Präsens *pek*-e- ved. päcanti ‘sie kochen, braten’
Jav. -pacaiti ‘kocht, backt, brät’
lat. содиб, ere ‘kochen, backen, braten’
kymr. pob- ‘backen’
[lit. kepu, (kepti) "backen, braten’?
aksl. реќо, (pesti) ‘backen, braten’
alb. pjek “баскі, brät’
?[toch. Konj. Ш Abstr. В pkelne, А pkalune
‘kochen; reifen’?
жр.К-1- ved. pácyate ‘wird reif”
рг. лёсоо, ай. л&тт@ ‘lasse reifen, verdaue, koche’
Neubildungen: 5-Аогіѕб ved. Konj. päksat "wird kochen, braten’
gr. &zewa ‘kochte, verdaute’
lat. coxi ‘kochte, buk, briet’
se-Präs. [toch.B paksäm ‘kocht (tr.)’, Med. pakstär ‘reift, kocht
(intr.)”; A Ipf. päksänt ‘kochten (tr.)””
Nasalpräs. [toch.A päknästär ‘reift, kocht (intr.)”®
Perfekt ved. pece "habe mir gekocht’, (AV) papäca "hat gekocht”
toch. PP B pepeku, A pakku ‘gereift; gekocht’
(В. S., M. K)
Ursprünglich wohl ‘genießbar machen’, vgl. JANDA, Eleusis 48-9; dort 49-51 wird dies auf
noch älteres ‘(Getreide) zerstampfen’ zurückgeführt, das in heth. pakkuske- ‘id.’ erhalten sei.
< *pektæ (mit Ze vom aktiven s-Aorist *peks-) < *pak!-t@ < *p,k“tó.
kep- mit Metathese < *pek-.
Zur Erklärung des toch. Konj. III aus dem them. Konj. auf *-ё- vgl. Anm. 15 zu *ëenh;.
Daneben Passiv pacyáte ‘wird gekocht’, das aber auch ‘wird reif bedeuten kann, s. СОТО
203”.
Faktitives Oppositionsaktiv ‘reif, gar machen’ zu einem nicht erhaltenen Medium; ersetzt das
ererbte them. Präsens.
Auch das Toch. setzt ein aktives s-Prät. voraus, von dem jedoch keine Formen belegt sind,
vgl. HACKSTEIN 89.
Nur 2x im RV, nach NARTEN 38 isolierte Formen (d.h. kein Zeugnis für alten s-Aorist). Zur
Bedeutung „Zukunft im präteritalen Sachverhalt“ vgl. NARTEN 167.
Ersatzbildungen für *pek*-e- bzw. *pek“-ié-, s. HACKSTEIN 89.
Nachurtoch. Neubildung für das mediale s-Präsens, s. HACKSTEIN 303-4.
KÜMMEL, Perfekt 292-3.
469
2.*pek#-' ‘vertrauen’ IEW 798
Präsens *pek#-/pck*-u- toch.B paktär ‘vertraut’, Зр pkwäntär?
(M.K.)
Zum Ansatz vgl. JANDA, Eleusis 48!!5 mit Lit. Verbal nur toch., dazu ved. päka- “arglos, tö-
richt’, gr. ó лёлоу ‘mein Lieber’, s. ibid.
Wegen des Erhalts von kw in Toch.B muß urtoch. *pakw-, nicht *pak”- vorliegen, das nur aus
*pek'®-u- entstanden sein kann (vgl. RINGE 42 mit Lit.).
Prpel-! ‘aufflammen’ IEW 805
Perfekt *pe-pöllpl- [aksl. (+) poljo, poleti ‘brennen, flammen’?
Kausativ ?*pöl-ie- [aksl. (+) paljo, paliti ‘anzünden””
Neubildungen: Nasalpräs. aksl. (+) vos-planpti “auflodern”*
(М.К.)
Nur slav., Anit-Wurzel, vgl. russ. рбіотја ‘Flamme (skr. р!йтёп zeigt sekundäre Kürzung),
VAILLANT III 423.
Umbildung wie bei goreti, s. *g“*er-.
Zu *pöl-eie- umgebildet.
Inchoativbildung *ро/погі zu polëti bzw. zum alten Perfekt.
*pelh;-' “їп Schwung bringen’ IEW 801
Aorist ?%рё-р]һ-е- gr. au- лелоЛфбу ‘(die Lanze) oben (über dem
Kopf) in Schwung gebracht habend’?
Präsens ?*pe-polh,/plh,- [slov. (+) pöljem, (plati) ‘wogen; wallen machen”?
*pJ-neln-h;- [gr. л&ААф ‘schwinge, schüttle, Jose"
Neubildungen: s-Aorist gr. ёллАа ‘schwang’
(H. R.)
Verbal nur gr. und slav.; Nomina außer im Gr. (*reAguo- < *pélh,-mo- “Schwung? in лєАєиї-
Zon ‘schwinge, erschüttere’, zäieuoc für *лбАдо- < *pól(h)-mo- *‘Lanzenschwingen’ —>
‘Kampf’ — “Krieg') auch іт Ital. (umbr. poplo ‘Heer’, lat. populus "Heer — ‘Volk’ <
*p.pl(h,)-ó- “Gruppe von Lanzenschwingern’, Rıx, Eutopia IV 1 (1995) 82), dazu vom
‘Schwingen’ = ‘Klopfen’ des Herzens bei Erregung (vgl. рг. ræAAouévn кробіпу “mit klop-
Neubildungen: s-Aorist air. ad:ell "besuchte
470
fendem Herzen’ Il. 22,461) germ. *fel-ma- in got. us-filma ‘erschrocken’ etc. (HARDARSON
198) und slav. *polchv < *pol-so- in r.-ksl. plach» ‘Schrecken’ etc.
BENDAHMAN 50-2. Nicht hierher л@Ато ‘sprang’ etc., s. Anm. Іа zu 1.*sel-.
Vgl. VAILLANT Ш 299.
Zum Lautlichen vgl. ВЕЛЛ 4-- *g“]-neln-h,-; Lit, bei HARDARSON 161°. Lat. pellö ‘schlage,
stoße, treibe’ liegt semantisch ab, s. *pelh;.
*pelhz- ‘sich nähern’ IEW 801-2
Aorist *pelh;-Iplh;- ?arm. eli ‘ich ging hinaus, ging hinauf 2
gr. zAñto ‘näherte sich’; А
[Er&Aacoa ‘näherte mich; brachte näher”?
[umbr. Fut. ex. afm]-pelust ‘wird erschlagen
haben’
Präsens *pJ-neln-h;- jav. parane ‘gehe an (gegen)”
?[arm. elanem ‘gehe hinaus, gehe hinauf”
[gr. ep. zii vayıaı ‘nähere mich’;
[(Hes.) mA ий ‘bringt näher”®
[lat. pell, -ere ‘schlagen, treiben’;
[umbr. am-pentu ‘er soll erschlagen’?
[air. ad:ella “besucht”
Desider. *pi-plh;-se- air. eblaid ‘wird treiben’
ЯТ
?ткутг. Коп). el ‘würde gehen’?
Perfekt gr. menà nuévoç ‘herangekommen’?
lat. pepuli ‘schlug, vertrieb’ "?
(В. S.)
In freundlicher oder feindlicher Absicht — Verallgemeinerung der einen oder anderen se-
mantischen Komponente in den Einzelsprachen.
Möglicherweise hierher nach MEISER, Habil. 8270", möglich wäre aber auch Anschluß an
*h,elh;- ‘wohin treiben’, s.d.; aus ‘sich (einem Ort) nähern’ müßte sich zunächst eine allge-
meine Bedeutung ‘wohin gehen’ entwickelt haben, die wieder auf ‘hinauf-’ oder ‘hinausge-
hen’ eingeschränkt wurde.
Vgl. НАКРАКЅОМ 181-2, 216.
Vgl. STRUNK, FS HUMBACH 445-54, auch zur Semantik (bei ‘sich nähern’ wurde die urspr.
fakultative Komponente ‘in feindlicher Absicht’ obligatorisch), die N. 13 überlieferte 3s
рагәпіі, nach STRUNK möglicherweise Relikt eines aktiven Stammes *pel-n-hz-, ist jedoch
schon wegen der Diathese (sonst jav. nur Medium) mit KLINGENSCHMITT, Diss. 84 in
*parante zu emendieren.
Mit R(e) vom Aorist, falls nicht überhaupt Neubildung zu diesem.
471
Š Mit sekundärem i für ТлоА\?, vgl. HARDARSON 18312.
Mit vom Aorist übertragener R(e), vgl. KLINGENSCHMITT 176-7?'; daneben com-, ap-pelläre
‘anreden’ mit @-Flexion im Kompositum, vgl. MEISER, Habil. $59; Кх, GS KURYLOWICZ
402-4. Bedeutungsentwicklung nach STRUNK, MSS 46 (1985) 235 “п die Nähe bringen’ >
‘stoßen, antreiben’.
š Vgl. MEISER, Lautg. 164-6.
9 Мі vom Aorist übertragener Biel, vgl. KLINGENSCHMITT 176-7°', zur Erklärung der schwa-
chen ä-Flexion vgl. МССОМЕ 16, 28, 110-1. Gegen Herleitung der keltischen Verben von
*h;elh;- ‘wohin treiben’ (PEDERSEN, МКС II 353) spricht das air. Еш. eblaid, das eine mit *p
anlautende Wurzel voraussetzt.
Suppletiv zu ag-, vgl. МССОМЕ 32-3.
I Vgl. МССОМЕ 111; dazu nach MCCone 99 auch der britann. Konj., s.u.
Nach MCCone 99 wegen des Stammes e/(h)- außerhalb der 35 aus s-Aorist-Konj. *elase- <
*pelh;-s-e-; dagegen nach WATKINS, Celtic Verb 150 < *(pJelat < *pelhz-e-t.
13 Vgl. MEISER, Habil. 8270.
?*pelk-! ‘einhüllen, verbergen’ IEW 803
Präsens ?*pelk-e- got. (+) filhan “verbergen, begraben’, ae. feolan
“eindringen; durchmachen”
(В. S.)
! Nur germ., vielleicht (wenn ‘verbergen’ primär) erweitert aus *pel- in gr. n&Aag, lat. pellis
‘Haut’ usw.
° Grundbedeutung des Simplex wohl ‘eindringen’ neben ‘verbergen’, vgl. SEEBOLD 191-3.
*pen-' “füttern, nähren’ IEW 807
Präsens *pen-e- lit. репй, (peneti) “füttern, mästen’
(M.K.)
Vgl. lat. penus, -oris n., penus, -й5 f. “Nahrung, Proviant’.
*pent-! ‘(einen Weg) finden” IEW 808-9
Präsens ?*pent-e- got. (+) finban “finden, erfahren’
Perfekt ?’*pe-pöntlpnt- рої. (+) fanp “fand, erfuhr’
472
Neubildungen: Iterativ ?gr. латёо ‘treten, betreten, häufig besuchen”
(В. $.)
Verbal wohl пиг germ. (s.u. zu рг. лото), dazu Wörter für ‘Weg’: *pónt-Ipnt- іп arm. hown
‘Furt’, lat. pöns m. ‘Brücke’, арг. pintis, aksl. роѓь m. ‘Weg’, thematisch рг. лотос m. "Weg,
Pfad’; *pentohz-/pnthz- m. in ved. päntha-/path(f)-, av. рата-/раб-.
Oder urspr. ‘wohin gelangen, treffen auf’ — ‘finden’; dazu ‘Weg’ < ‘auf dem man wohin
gelangt’.
Viell. eher Denom. zu л@тос, vgl. FRISK 11 481; SCHWYZER 726 (unentschieden).
1.*рег- ‘hindurchkommen, durchqueren”! IEW 816-7
Aorist *pér-/pr- [aav. Konj. fra-frā ‘ich will überschreiten’?
Präsens *pé-porlpr- [got. (+) faran ‘wandern, ziehen”?
[ksl. (+) -prati, -porjo “zerschneiden, auftrennen’””
*pi-perlpr- ved. piparti ‘bringt hinüber’
?*pér-ie- gr. лғіро “durchdringe; durchbohre’
Kausativ *por-eie- ved. päräyati ‘bringt hinüber’
jav. -päraiieinti ‘bringen hinüber’
?got. (+) farjan “fahren (tr.), ѕсҺі еп”
Neubildungen: s-Aorist ved. Konj. pärsat(i) ‘wird hinüberbringen’’
gr. ёлера ‘durchbohrte’
Perfekt gr. reropj1Evog “durchbohrt’
Kausativ an. (+) fóra ‘führen, bringen"?
Fientiv gr. (Hdt.+) ézápnv ‘wurde durchbohrt’
3a
(B. S., М.К.)
Besonders vom Überqueren des Wassers, vgl. BENVENISTE, BSL 51 (1955) 36-8; im Gr. und
Slav. teilweise Spezialisierung von ‘durchdringen’ zu ‘durchbohren’. Es scheint auch eine
Set-Variante zu geben, vgl. z. B. skr. (+) präm ‘Fähre’ < *porH-mo-.
/-fra’äl zu lesen, vgl. HUMBACH, Die Gathas II 71; thematisiert *pr-e-.
Vgl. HARDARSON 30'*; etwas anders (*pí-por- nach dem Ved.) KLINGENSCHMITT 85; 146°.
Nebenformen mit -per- (z.B. Ipv. na-peri) sind sekundär, vgl. VAILLANT Ill 298-9. Alt nur
mit Präverbien (pro-, raz-), mit na- auch ‘durchbohren’.
Wegen i-Redupl. und faktitiver Funktion viell. besser (unter Annahme von innervedischer
Akzentneuerung) von gerin. *faran zu trennen (J. A. H.); möglich wäre aber auch Umbildung
von *pd-par- < *pe-por- (HARDARSON 30'*). Aus dem Präsens auch der Kausativaorist pi-
par-(a)-, vgl. BENDAHMAN 162-3.
Viell. eher Denom. (zu *fara- n. oder *farö- f.). i
Nur im Konj., nach NARTEN 170-2 Neubildung zum si-Ipv. pársi; d.h. letztlich viell. aus et:
nem athematischen Desiderativ/,Prospektiv“ *per/pr-s- (vgl. RASMUSSEN, FT Berlin 384-99).
Die faktitive Bedeutung spricht aber wohl eher für einen s-Aorist.
473
8 Innergerm. Kausativbildung zum Präteritalstamm *för- des starken Verbums, kaum ein altes
изу:
рдг-1е-.
2.*per- ‘gleich machen, ausgleichen’' [IEW 817]
Präsens *pr-neulnu- Jav. fra-paranaoiti A. 3,10-12 ‘beschlagnahmt (zum
Ausgleich)”?
Neubildungen: them. Präs. Jav. aipi.paramna- V. 8,107 ‘sich der Beschlagnahme
unterwerfend”
(M. K.)
Von *регһ;- ‘verkaufen’ zu trennen, verbal пиг iran., dazu lat. par, paris ‘gleich’ (mit unkla-
rem Vokal, sollte man deswegen die Wurzel als *par- ansetzen?); vgl. BENVENISTE, Institu-
tions 181-5.
2 Vgl. KELLENS, Verbe 114.
Nach KELLENS, Verbe 114-5 Augenblicksbildung zu pära- ‘Schuld’.
3.*per- ‘schlagen’ IEW 818-9
Aorist *per-Ipr- arm. ehar ‘schlug’
Präsens *per-e- [lit. periu, (perti) ‘mit dem Badequast schlagen;
baden’; lett. peru, (pert) ‘schlagen (auch mit dem
Badequast)’
ksl. pero, porati ‘schlagen, waschen’
(M.K.)
Vgl. KLINGENSCHMITT 215; Präs. suppl. harkanem, s. *h;erg-.
*perd- ‘(laut) furzen’ IEW 819
Aorist *perd-Iprd- ?[jav. paradan V. 3,32 “furzten’'
[gr. att. - #торбєу ° furzte’
Präsens *perd-e- ai. klass. (11. Jh.) pardate ‘furzt”?
gr. att. zepdouan ‘furze’
ahd. ferzan, [an. freta’ “furzen’
474
Perfekt ` *pe-pórd/prd-
Essiv ?*prd-hie-
£ Ta ку ex
Präsentische Funktion!
*perh;- ‘verkaufen’
Aorist *perh>-/prh>-
Präsens *pr-neln-h;-
*prh,-ske-
Vgl. НАКРАВЅОМ 216.
lett. реѓаи, (рі?ѕг); [lit. perdZiu, (persti) ‘furzen’
alb. pjerdh ‘furzt’
gr. ай. лёлорбе ‘furze’
[an. frat ‘furzte’
russ. (+) peržú, (регаёг) ‘furzen’
Oder Präs., so KELLENS, Verbe 102; dann mit unklarer R(z), nur graphisch?
Schlecht belegt, fast nur DhP, aber vgl. hindi (+) padna (TURNER 7933).
Mit wohl tabubedingter Metathese.
(М. K)
IEW 817
[gr. ёлќрао(о)а “verkaufte’'
[gr. zéovnu “verkaufe”?
air. -ren, -renat "verkaufen"?
[gr. лілобоко) ‘verkaufe’
(В. S.)
Mit sekundärer R(e) уот Aorist.
Nach МССОМЕ 37-40 dagegen zu einer Wurzel *h;reiH- ‘zählen’, wofür besonders Konj. -ria
und Prät. Pass. -rith sprächen; außerdem könne urkelt. *rin- nicht auf *pyn- zurückgehen, da
dies zu *arn- geführt hätte.
Mit sekundärer Reduplikation.
*perh;- ‘verschaffen’ [IEW 816-8]
Aorist *perh;-Iprh;-
Präsens *py-neln-h;-
*prhz-ie-
Perfekt ?*pe-pörhz/prh;-
ved. pärdhi ‘gib, spende!”'
[gr. ¿ropov ‘verschaffte, schenkte, gewährte”
lat. (*Ptz.) parentes “Eltern”
ved. prnäti ‘gibt, schenkt, spendet"
[air. -ern* “gewährt”
lat. parö, -äre ‘bereiten, erwerben’,
[рагіб, ere “erwerben, gebären’, re-periö, -ire
“(wieder)finden, entdecken”
?ved. Opt. pupür;yas КУ 5,6,9 ‘mögest du geben!’
gr. лёлротол ‘ist (vom Schicksal) bestimmt’
475
falisk. pe:para[i] ‘habe erworben’,
lat. peperi ‘verschaffte, erwarb; gebar, erzeugte’”
air. ro-ir ‘gewährte’?
Desider. ?*pi-prh;-se- air. ebarth-i ‘wird es gewähren”
Neubildungen: redupl. Aor. gr. лєлорєїү Pi. Р. 2,57 zeigen
6a
іе-Ргаѕ. lat. parið, -ere ‘verschaffen, erwerben; gebären, erzeugen’ "!
(B.S.,M. K.)
Zur Abgrenzung von par`- ~ ргй- ‘füllen’ im Vedischen vgl. KUIPER, AcO 16 (1938) 313-26.
Aus pore- < *pero- < *perh;- (und viell. auch *poro- < *pfh;-) thematisiert, vgl. HARDARSON
169.
MEISER, Habil. $$ 70, 269 mit Lit.
Homonym mit prnáti ‘füllt’ (s. *pleh,-), nur semantisch-syntaktisch noch trennbar; vgl. КО-
PER, Le 314-5.
Mir analogischer R(e) nach dem Konj. und dem (später vom Perfekt verdrängten) Aor.
< *paraie- < *pfh;ie-, in Komposita dagegen *pąr-iie- > lat. -peri-, vgl. MEISER, Habil. 8143.
pari-t < *pfrh;-i-ti, vgl. RIX, GS SCHINDLER 525.
Die Stammgestalt spricht für par‘- ‘geben’, nicht prä- ‘füllen’, denkbar wäre jedoch auch
Zuweisung zur Neowurzel pür- ‘füllen’, s. KÜMMEL, Perfekt 304-5.
Nach MEISER, Habil. 8269 eher ural, Perfekt-Neubildung (oder nach 8204 Umdeutung eines
alten Zustandsperfekts ‘besitze’) als Entsprechung von рг. Aor. zerapeiv.
Dazu viell. gall. euapoviieuru “weihte’, doch ist die Entwicklung schon innerhalb des Gall.
unklar; vgl. LEJEUNE, EC 12 (1972) 40; LAMBERT, ZCPh 37 (1979) 207-13; LEJEUNE, FS LE-
ROY 110-8; K. H. SCHMIDT, ZCPh 41 (1986) 175-6.
Vgl. MCCONE 31.
У]. лєлор?, auch von Hsch. glossiert als Evdergaı, onuñvaær, vgl. HARÐARSON 219.
Rückgebildet aus Komposita wie re-perire nach MEISER, Habil. 88143, 269. Dagegen nach
RIx, l.c. 525 *pari- < *prh;-i-.
*perk-' ‘graben, aufreißen’ IEW 821
Präsens ?*perk-Iprk- lit. 3s peřšti (peršëti) *stechend schmerzen’?
M.K.)
Verbal nur balt.; hierher wohl ved. párśāna- m. ‘Vertiefung, Senke’ (kaum altes Ptz.) und
*pfk- f. ‘Furche’ in ae. (+) furh usw., vgl. HAMP, MSS 58 (1998) 87-8; GRIEPENTROG 185-93.
Dazu vermutlich auch die von IEW 820-1 unter 2.*perk- ‘gesprenkelt, bunt’ aufgeführten
Wörter sowie *pörko- m. “junges Schwein’ in lat. porcus usw., vgl. GRIEPENTROG 194-9.
Zur Semantik s. HAMP, Le 87; GRIEPENTROG, Le, 198-9; vgl. noch lit. (lexikal.) praparsas
‘Graben’.
476
*perk-' “an-, auffüllen’? IEW 820
Aorist *perk-/prk- ved. aprkta "hat gemischt”?
Präsens *pr-neln-k- ved. prnáksi “füllst, sättigst, mischst’
?*prk-é- [lat. рагсо, ere ‘sparen, schonen”?
Prprk-ske- [lat. com-pescö, ere “einschließen; bezähmen,
unterdrücken’;
[umbr. pustra perstu ‘soll zurückschieben’”,
[osk. com-parascuster ‘wird beraten werden”
Perfekt *pe-pórklprk- ?ved. sam раргсуйт ‘möchte ich vereinigen’,
vi paprcyat ‘möge unterscheiden”“
?[lat. peperci ‘sparte, schonte’;
[umbr. 35 Еш. ex. postro peperscust ‘wird
zurückgeschoben haben"
Neubildungen: redupl. Präs. ved. sám piprgdhi КУ 10,11,11 ‘vereinigel’®
3a
5a
5b
5c
R(e)-e-Präs. mir. ercaid ‘füllt’
s-Aorist ved. (AV) ápi aprāk ‘hat beigemischt’”
(B. S., H. R., M. K.)
Für das Vedische wird auch eine Wurzelvariante *pel-k- neben *pel-h,- ‘füllen’ (recte *pleh,-
‘sich füllen’, s.d.) erwogen, dann müßte das Vergleichsmaterial mit *r entfallen, vgl. EWAia
П 96; nach WALDE-HOFMANN I 256 gehört lat. -pescere zur Sippe von parcere ‘sparen’.
Hierher als Erweiterung *prek-s- in ved. praks- ‘(sich) stärken’?
Primär “ап-, auffüllen’, ‘mischen, vereinigen’ aus ‘mit etw. anfüllen’?
Dazu aktiver Konj. pärcas КУ 7,100,2, im Medium später umgebildet zum s-Aorist prks-,
vgl. NARTEN 173.
Mit analogischer Reduktionsstufe parc- für *porc-, s. Anm. 5 und 5b; Bedeutung vielleicht
aus ‘(Vorräte) aufhäufen’ < ‘anfüllen’.
Zweifelhaft nach WALDE-HOFMANN II 372.
Dazu Antonym dis-pescere ‘trennen’; mit sekundärer R(e) zur Differenzierung von poscere <
*prk-ske- (s. *prek) oder „geschwächt“ aus *-parsc° < *-park-sk° mit Reduktionsstufe *park-;
semantisch von den Präverbien abhängig: ‘einschließen (> bezähmen)’ aus ‘zusammenfüllen
(im Pferch)’: vgl. ved. sám parc- ‘vereinigen mit’, ví parc- ‘trennen’.
< *persketöd, mit sekundärer R(e) wie im Lat; ‘schieben’ aus “(іп den Pferch) drängen’, dies
aus ‘(den Pferch) anfüllen’.
Eher Fut. I *-park-sk-es-ter mit „Schwächung“ e > u als Fut. II, das sonst analytisch gebildet
wird. Bed *‘versammeln’ (aus “zusammenfüllen’, s. Anm. 5) zu ‘(in der Versammlung)
beraten’ wie bei lat. cönsulere (s. *selh,-); osk. komparakiuf (*-iöns) entspricht lat. cönsilium.
Nur Opt. „suppletiv“ zum Іру. Präs. piprgdhi (s.u.), daneben Ptz. Med. paprcand- “angefüllt’,
vgl. KÜMMEL, Perfekt 305-6.
Mit -persc- für t*-porc- vom Präsens (sol
Vgl. ЈОАСНІМ 109.
Für Wurzelaor. *apar(k), vgl. NARTEN 173.
477
9?*pert- “in Streit geraten, kämpfen’ IEW 818
Präsens *pert-e- jav. paratante ‘sie kämpfen”
Perfekt *pe-pórtl pyt- jav. pāpərətāna- “im Kampf befindlich”?
(M.K.)
Nur iir., ved. nur nominal (pft-, pftand- = jav. parat-, рәўапа- “Kampf’), vgl. EWAia II 160;
KÜMMEL Perfekt 648. Nicht hierher av. paran(a)- “angehen gegen’, s. STRUNK, FS HUMBACH
446-7 (s. *pelhz-).
Die handschriftliche Überlieferung spricht (gegen GELDNERs Ausgabe und КЕШЕМ, Verbe
40) eher für ara als ərə; vgl. HINTZE 243 mit Anm. 18.
? KÜMMEL, Perfekt 648.
*pesd-' ‘(leise) furzen, fisten’ IEW 829
Präsens *pesd-e- lat. pedö, ere “furzen’
lit. Бегай, (bezdeti) “fisten’?
*Diesd-éie- Эрг. бё) ‘furze leise, Date"
[slov. (+) pəzdím, (pəzdéti) “fisten’*
Neubildungen: Perfekt lat. pepedi ‘furzte’
(M. K.)
Einzelsprachlich in der R(z) auch assimiliert bzd- (> gr. bd-), von wo aus *b auch in die R(e)
verschleppt werden kann; vgl. noch *pesd-i- in mhd. vist т. ‘Fist’ = gr. zéi ‘Bovist”.
Mit b пасһӣег К(2).
Allerdings spricht Aor. poa (wenn nicht sekundär) für eine (nominale?) Basis *bdes-.
Sekundär in die &/i-Klasse eingegliedert; auch mit assimiliertem b in russ. bzdet’, čech. bzditi.
*peth;-' ‘fallen’ IEW 825-6
Aorist *peth,-/pth;- Ier. котелттту Il. 8,136 ‘sie prallten nieder”,
(dor. Sol, ёлєтоу, Don, att. ёлєсоу “fiel”
Präsens *pi-pthj-e- gr. zatrto ‘falle’
* péth;-e- ved. pátati “fliegt”
jav. pataiti ‘fliegt, eilt’
478
Perfekt *pe-pöth/pth,- ` ved. paptima ‘wir sind geflogen”
gr. hom. zezreóç ‘рейиске,
[att. rertoxa ‘bin gefallen”
Iterativ *poth;-éie- ved. patáyati “fliegt umher’”
Desider. *péth;/peth;-s- [gr. hom. ion. att. reoeouaı ‘werde fallen’?
Neubildungen: redupl. Aor. ved. apaptat “ist geflogen’?
Kausativ ved. pātáyati ‘läßt fliegen, läßt fallen’
Jav. us-pataiieni Yt. 19,44 “will herausgehen lassen’
(B.S,M.K.)
Zu trennen von 2.*pethz- ‘fliegen’, doch im lir. offenbar damit zusammengefallen, wobei sich
semantisch weitgehend *peth;- durchsetzt, vgl. HARDARSON 184-5; der Set-Charakter könnte
im Ved. aber auch sekundär sein und zur Differenzierung von Formen der Wurzel *ped- ‘tre-
ten, fallen’ dienen, vgl. EWAia II 71-2, wo nur eine Wurzel *pet- ‘fallen, fliegen’ angesetzt
wird. Vgl. auch KÜMMEL, Perfekt 295-6.
Mit sekundärer Vollst. II pr2-, die zur R(z) pte- gebildet ist nach dem Vorbild von *pra- : pta-
von *peth,-, wo wiederum Analogie nach z.B. *stā- : *sta- (s. *stehz-) vorliegt.
Ion. att. nach dem Futur umgebildet.
Die Länge des Reduplikationsvokals ist unerklärt.
Ved. pätati (und av. pataiti) kann trotz seiner Bedeutung nicht zu *peth;- gestellt werden, da
dieses im Ved. tpathati ergeben hätte, vgl. Сото 205*!%. KÜMMEL, Perfekt 295.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 293-6.
Daneben zexrnög mit metrisch bedingtem 7.
Umgebildet nach Aor. ргё-.
Möglich wäre auch *peth,-Eie- mit R(e) als Ersatz der R(z).
< *petsee- als sog. „dorisches Futur“ mit Restitution des Futurzeichens -s- aus *petee- <
*peth,-s-e-, Nebenformen bei Homer mit or < (*-ts-), wie sie WACKERNAGEL, KZ 30
(1890) 313ff. erwarten würde (vgl. HARDARSON 185"! mit weiterer Lit.), konnten nicht auf-
treten, da als до]. Futurform aus Aor. ¿metrov metrisch gleichwertiges *rereouaı zu erschlie-
Ben ist (R. LA
Nach BENDAHMAN 200-1 mit Lit. aus dem Perfekt entstanden; denkbar wäre auch eine alte
iterativ-komplexive Bildung, auch wenn diese Funktion synchron nicht mehr nachweisbar ist.
1 жреіћ»-! ‘ausbreiten’ IEW 824-5
Aorist *peth;-/pthz- [gr. Er&tao(o)a ‘breitete aus, öffnete”?
Präsens *pt-neln-hz- (er. літипші ‘breite aus, öffne”?
[lat. рапад, ere ‘ausbreiten, öffnen’
[osk. 3p Kon). Ipf. patensins ‘sie mögen
öffnen’?
Essiv *pthz-h;ié- аг. pateð, -ere *offenstehen, sich erstrecken’
479
Neubildungen: nu-Präs. gr. att. лєт@ууши: ‘breite aus, öffne”
Perfekt gr. лелтоатоп ‘ist ausgebreitet, steht offen’
(В. S.)
Urspr. identisch mit 2.*pethz- ‘fliegen’ «- ‘die Flügel ausbreiten’ nach HARDARSON 18533.
1
2 Umbildung aus Wurzelaorist nach HARDARSON 185°,
3 Mit Stützvokal i für *p,tn°, vgl. HARDARSON 182!!°.
4 Zur Entwicklung von lat. pandö und osk. patensins aus einem athem. Nasalpräsens-Paradig-
ma vgl. Rix, GS KURYLOWIcCZ 405 mit Lit.
5 Analogisch zum Aor. zerdo(oJaı.
2.*peth;- ‘(aufJfliegen’' IEW 825-6
Aorist *péth,-/Ipth;- ?[arm. an-tac‘aw “lief”?
gr. ёлтато ‘flog auf”?
Präsens ?*pt-ne/n-h>- arm. ən-t'anam “laufe’”*
*peth,-e- gr. zérouaut ‘fliege’, [(Pi.+) лёторо?
lat. peto, ere ‘zu erreichen suchen, eilen, streben,
erbitten’
akymr. hedant ‘sie fliegen’, mkymr. eh-ed- ‘fliegen’
Iterativ *poth,-éie- gr. лотаоноп ‘fliege hin und her’
mkymr. odi "werten"
*pöthz-ie- gr. zwrdouaı ‘fliege umher’
(B. S)
Vielleicht urspr. mit *peth;- ‘ausbreiten’ identisch als ‘die Flügel ausbreiten’ — ‘fliegen’
(wobei der Wurzelaor. die Bdtg. ‘auffliegen’ hatte, neben dem ein Nasalpräs. mit der Bdtg.
‘ausbreiten’ stand? Das them. Präs. mit der Bdtg. ‘fliegen’ wäre dann sekundär), vgl. HAR-
DARSON 185'°°. Im lir. offenbar mit *perh,- ‘fallen’ zusammengefallen, s.d.
Falls Weiterbildung zu einem *¢”a- < *pthz-, vgl. KLINGENSCHMITT 115.
Daneben auch thematisiert &rrero, Aktiv ёлттту usw. ist erst seit Hesiod belegt und stellt (wie
ФӨп- : фда-, s. Anm. 5 zu *d’eg""hz-) eine Neuerung nach dem Muster стл- ` ota- dar (s.
*steh>-), vgl. HARDARSON 153”, 185.
Med. zu einem Akt. *‘zum Laufen bringen’, könnte auch Neubildung zum Aor. an-t‘ac‘- sein,
vgl. KLINGENSCHMITT 114-5.
Nach Кх, GS SCHINDLER 82.1. aus umgefärbtem *peth;-a- < *pethz-e-, nach FRISK II 522
viell. analogisch zu Aorist zraodaı wie zo ` летонот. Oder liegt hier der Rest eines
akrodyn. Präsens *peth,-, Med. *pethz- vor, das sonst thematisiert wurde (M. K.)?
Könnte formal auch zu *peth,- ‘fallen’ gehören, semantisch liegt aber vielleicht die Zuord-
nung zu *pethz- ‘fliegen’ näher, in dem Sinne ‘fliegen auf etwas’.
3s abs. ottid, in Komposita -yt; < *oti-, vgl. SCHULZE-THULIN $159 s.v. *ot-i-, auch zur Bdtg.
‘werfen’; Suffix *-eie- > *-i- restituiert für *(h>)-aie- (M. K.).
480
*peuß-' ‘stechen’ IEW 828
Präsens ?*pu-neln-$'- lat. pungö, -ere ‘stechen, verletzen’
Neubildungen: Perfekt lat. pepugi, pupugi ‘stach, verletzte’
(M. K.)
Verbal nur ital., dazu nominal lat. pagiö m. ‘Dolch’ und mit spezialisierter Semantik рг. тё
‘mit der Faust’, zöyunf. ‘Faust, Faustkampf” usw., lat. pugil m. “Faustkämpfer’, pūgnus m.
‘Faust’, vgl. WALDE-HOFMANN II 383. Daneben Variante *peuk- іп gr. ége- nevrńýç “mit einer
Spitze versehen’, zeúx f. ‘Fichte’, lit. pusis f. ‘id.”.
1.*peuH- “reinigen, läutern’ IEW 827
Präsens *pu-neln-H- ved. punäti “läutert, macht rein’
*рёиН-е- ved. pävate ‘wird rein, läutert sich"
Aorist ?%*рёиН/рёиН-ѕ- ved. apävisur "haben geläutert’, pavista ‘hat sich
geläutert”?
Kausativ ?*pouH-eie-” ved. (АУР) pävayati, (Y V) pavayati ‘reinigt’
ahd. fouwen, fewen ‘sieben’
Neubildungen: Perfekt ved. Plapf. äpupot ‘hat gereinigt’*
(B. S., M. K.)
Vgl. Сото 207-8.
Vgl. NARTEN 169.
Nach GOTO 208 unabhängige Neubildungen.
Zum Aorist umfunktioniert; Anit-Form analogisch bedingt, s. KÜMMEL, Perfekt 306-8, auch
zu weiteren, jüngeren Formen.
2 uno
2.*peuH-' “faulen, stinken’ IEW 848-9
Präsens *puH-ie- ved. (Y V) püyati ‘fault, stinkt’?
Jav. puiieti-Ca ‘und sie verwesen’
?an. *fua in Ptz. Prät. fúinn ‘verfault’
Kausativ *pouH-eie- an. feyja ‘verfaulen lassen”
Neubildungen: Nasalpräs. lit. рйпй/риуй, (DÉI) ‘faulen, modern, verwesen’
481
d"e-Präs. gr. лббоноп аше, verwese”“
(B. S.)
' Nach IEW „vermutlich aus einem pu ‘pfui!” entwickelt“, lautet kaum ab.
2 Dazu sek. Aorist apäyit JB, s. NARTEN 170.
3 Оһпе Resonantengemination, analog. nach Anit-Wurzeln?
4 Dazu fakt. Akt. ябор ‘lasse verfaulen, lasse vermodern’.
?*peuk-! “hauchen, keuchen’ IEW 847
Präsens ?*puk-ie- агт. реет “hauche”?
(В. S.)
1 Verbal nur arm., wohl onomatopoetisch, kaum alt.
2 Könnte auch denom. zu powk‘ "Hauch sein.
%*peus- s. *h;peus-
?*peut-' “aufblasen’ IEW 848
Präsens *put-ie- lit. риёій, (püsti) ‘blasen, wehen’
Neubildungen: Nasalpräs. lit. puntü, (püsti) ‘schwellen, sich aufblasen’
(В. S.)
1 Nurbalt.
*piehz-' ‘schlagen’ IEW —
Aorist *piéh,/pih,-2
Präsens *piehz/pihz-u-
Iterativ *piohz-eie-
[toch.B 3p pyakar ‘sie schlugen nieder”
[gr. zraio ‘stoße an (intr.)’;
[лоіо *schlage**
[lat. pauiö, -ire “schlagen’”
[lit. piauju, (piauti) “schneiden, mähen, quälen’,
lett. pJauju, (рјайг) ‘mähen, schlagen’
gr. Zë ‘zucken und hart anschlagen machen’
482
Neubildungen: s-Aorist gr. naida “schlug”
с щл оь ш м
(В. $.)
Zum Ansatz vgl. НАСКЅТЕІМ, Glotta 70 (1992) 136-65, wo aber auch рг. *ptë- und *präk-
‘sich ducken’ (s. *peth;-, *pteh>k-) einbezogen werden.
Nach HACKSTEIN, І.с. 159-61 urspr. stark *piehzk-, schwach *pih;-.
Zum s-Aor. umgebildet (35 *pyaksa). Dazu auch Konj. pyak-: Inf. pyaktsi, Opt. pyasi.
*pauie- dissimiliert aus *piauie- < *pia(h;)u-.
*paui ie- dissimiliert aus *ріаийе- < *pia(h;)u-.
Neu zum Präs ` zu zoio wird auch gr. zo ‘beende’ gestellt (s. *peh,u-), dessen Aor. Emav-
са gegenüber Eraica die urspr. Bildung fortsetzen soll; Zusammenstellung der griechischen
Formen unter einem Ansatz wird von FRISK Il 464, 483 ohne Gegenvorschläge abgelehnt.
*pleh,-' “sich füllen, voll werden” IEW 798-800
Aorist * pleh,-/plhy-' gr. лАтўто “wurde voll, füllte sich"
[lat. -pleui “füllte”
Präsens *pi-pleh,/plh,- [ved. Ipf. ápiprata ‘hat sich (den Bauch) gefüllt”
[gr. л{илАли “е”
*р/-пё/п-һ- ved. prnáti ‘füllt’?
aav. pərənā “е!
[arm. Inowm “Ше”!
?[lat. polleö, -ēre ‘stark sein, vermögen’''
Aair. do:lin fließt (über)’'?
[alb. m-blon ‘füllt ”
*pleh,-d"e- aav. frädat ‘fördert’, frädante ‘gedeihen’'*
gr. Або “Ше mich, werde voll?!’
Perfekt ?*pe-plóhiplhi- ved. paprá RV 1,69,1, papráu ‘hat gefüllt’ "6
aav. pafrē ‘hat sich gefüllt"
Neubildungen: s-Aorist ved. apras ‘hat рейік '®
l
arm. elic‘ *füllte*!?
gr. ErAnoa ‘füllte’
R(z)-e-Präs. lit. рій, (рїї) “gießen, schütten’
IR(e)-ie-Präs. lat. -pleö, -plere füllen’
R(z)- ie-Präs. ved. püryate, püryäte ‘füllt sich, wird voll?!
khot. pir-: 3s pide ‘wird voll, wird gefüllt”?
(B. S., M. K.)
Vollstufe I *pelh,- nur in den ur. Nominalbildungen ved. párinas- п. ‘Fülle, Reichtum’ (vgl.
jav. paranan’hant- ‘mit Fülle’), päriman- п. ‘Fülle’ sowie in dem wohl zugehörigen uridg.
Adj. *pölh,u-Ipelhju-/p}h,eu- ‘viel’ (in ved. purú-, gr. roAög, air. il, got. filu).
22
483
Zum Bedeutungsansatz vgl. MEISER, FS Rıx 284-7; außerhalb des Gr. spricht allerdings
nichts klar für urspr. fientive Bedeutung, die praktisch auf das gr. Medium beschränkt ist.
Nicht hierher (gegen HARDARSON 100°, 112; 182) ved. pürdhi ‘gib!’ , s. *perh;-.
Wahrscheinlich urspr. aktiv, Umbildung zum Medium nach dem Präsens.
Nach MEISER, l.c. 287 aus einem transitiven aktiven Wurzelaor. *plē-d umgebildet, der sei-
nerseits auf Rückbildung zum Medium *р/его beruhe, das wiederum seine Vollstufe dem
urspr. aktiven (intransitiven!) Wurzelaor. verdanke.
Setzt aus *рїргй- thematisiertes *pipra- voraus; zur Abgrenzung gegen piparti ‘bringt hinü-
ber’ (nur AV einmal auch ‘füllt’, sicher sekundär) vgl. NARTEN, FS PAGLIARO Ш 139-55 =
Kl. Schr. 108-24.
Mit sekundärer Nasalierung; nach MEISER, Le, 285?° dagegen Ersatzbildung für das NP (das
*л@ААє- ergeben hätte) nach dem Vorbild von muroni, tornu.
Auch thematisiert prnáti; zu trennen von (stets athem.) prnáti ‘gibt, schenkt’, s. *perh;-.
Endungslose Form oder thematisiert, vgl. KLINGENSCHMITT 253.
Mit R(e) nach dem Aorist und Ersatz von altem -na- durch -nu-, vgl. KLINGENSCHMITT 253-4.
Falls mit MCCONE 21 als Fortsetzung von *p/neh,- zu beurteilen; die intr. Bedeutung dürfte
von anderen Bildungen stammen, nach Rıx, GS Kuryzowicz 401'' von einem Essivpräsens
*pale-.
Nach МССОМЕ 18, 21 < *pli-n-, nach R(e) *pl2- für *pal-n- < *p/nh,-, semantisch unmittelbar
mit lat. pollere zu vergleichen. Air. línaid ‘füllt’ ist eher denominativ zu lín ‘volle Zahl, Men-
ge’ als mit KLINGENSCHMITT 253-4 Umbildung des ererbten Nasalpräsens mit sekundärer
R(e) und sekundärer ä-Flexion.
ls m-bloj, dialektal auch Simplex plonj < voruralb. *plänie- < *р/һ-піе- «< *p/nh,-, vgl.
KLINGENSCHMITT 254-5; ОЕМІВАЈ 327.
Hierbei wäre die Bedeutung des Mediums primär und das Aktiv als faktitive Oppositionsbil-
dung zu werten.
Erst spät auch faktitiv, nachhom. auch Perfekt лелА10Е ‘ist voll’.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 325-7; wenn der obige Ansatz fientiver Wurzelbedeutung zutrifft, muß
die Bedeutung vom transitiven Nasalpräsens übernommen sein.
Transitiv-reflexiv, nicht fientiv, vgl. KELLENS, Verbe 56; KÜMMEL, Perfekt 648-9.
Die 35 aprat АУ, TB ist sekundär verdeutlicht für apras und setzt nicht den Wurzelaor. fort,
s. NARTEN 173.
Falls mit KLINGENSCHMITT 287 aus verdeutlichtem *ple-ss- (wie gr. *р/25(5)- für *pleh-) her-
zuleiten.
Nach HARÐARSON 182-3'?* in Komposita deredupliziert aus *pi-pleh,-.
Daraus Neo-Wurzel pür- mit Kaus. pūráya- (RV+) und Perfekt pupüre (MS), s. KÜMMEL,
Perfekt 327-8 mit Lit.
Vgl. EMMERICK 1968: 84; KÜMMEL, Perfekt 328.
*pleh,k-' ‘abreißen’ IEW 835
Präsens *pleh,k-/p/h,k- [an. fld, ae. гап "(Haut abziehen, schinden”
[lit. plesiu, (plesti) ‘(ab)reißen, abschälen’
484
Neubildungen: Perfekt ап. flö, ae. flög ‘schindete’
(M.K.)
! Oder *plek-, wenn im Lit. R(&) und im Germ. Bio) vorliegt.
2 *pleh,k-/plh,k- > *fleh-Ifulg- > *fleh-/flag- mit analogischer Biz) > *fleh-/flah- > flah-a-.
*pleh;g-' ‘schlagen’? IEW 832-3
Präsens *plh,-néfn-g- [gr. zÀA&yz0n ‘prallte ab, ging in die Fremde,
wurde verschlagen’
flat. plangð, ere ‘sich an die Brust schlagen,
wehklagen’*
[mir. lessaim ‘schlage heftege"?
Fientiv *plh,g-éh;,/h,- gr. ErArjynv “wurde geschlagen, getroffen’
Neubildungen: s-Aorist gr. &rAn&a ‘schlug, traf
R(e)-e-Präs. ae. flöcan “(mit den Handflächen) schlagen’, as. (+) flökan
‘fluchen’
ie-Präsens gr. ériofz ‘schlug (von Wogen)”;
лА@ в ‘lasse abprallen, lenke ab, verschlage*š
Perfekt gr. Plqpf. (#)лёлАтуоу ‘schlugen (wiederholt)?
got. faiflokun ‘sie betrauerten’
(В. $.)
Daneben auch *pleh;k- in gleicher Bedeutung.
Insbesondere auch zum Ausdruck von Gefühlen der Trauer, Reue, Freude, Zustimmung.
Nach Тїснү, Onomatop. 53-4 einzelsprachliche Bildungen zu onomatopoetischen Basen
*pläg, *plang.
Neugebildet zu Präs. *plang- — *plang- für *palag- < *plh;ng- nach *pläneg- < *plh;-ne-g-.
Dazu fakt. s-Aorist rAdydaı und (nasalloses) Präsens Add, vgl. TICHY, Le 51-2.
< *pläng- für *palng- < *plhzng- nach *planeg- < *plhz-ne-g-.
Aus *plang-se- weitergebildet, denom.?
Dazu іп Komposita neu Präsens -rArjooa, att. -zArjrrw, s. TICHY, l.c. 49; im Gr. ist also *plak
(mit Tenuis) nicht alt belegt.
Dazu Aor. лє, synchron von rAdo zu trennen, s. TICHY, Le, 50-1.
° vgl. TICHY, Le 51-2.
Indikativ Perf. nicht belegt. Hat gegenüber dem Präsens/Aorist iterative Funktion, vgl. TICHY,
l.c. 65-9; 71 (dort als onomatopoetische Neubildung beurteilt). Nachhomerisch sekundär auch
passives Zustandsperfekt ‘getroffen sein’, vgl. TICHY, Le. 50%.
485
2?*pleh;k-! ‘schlagen (auch als Gestus)” IEW 831-3
Präsens ?*pléh,k-/plh,k- [ак]. р!аёо se, (plakati) “sich auf die Brust
schlagen, klagen”
[lit. plaku, (plakti) ‘schlagen (mit der Rute),
peitschen””
(B. S., M. K.)
Sicher urspr. identisch mit *pleh;g-, *k aus Formen mit stimmlosem Suffix. Möglicherweise
hierher auch die unter *pleh;k- aufgeführten Formen, s.d.
Zur semant. Entwicklung s. Anm. 2 zu *pleh3g-.
Weitergebildet zum je-Präs. *pläk-ie-.
Mit neuer R(z) plak < *plak statt Tpilk < *p/h;k, schwacher Stamm thematisiert.
2a
*plehz-' ‘schwimmen, fließen’ [IEW 836]
Aorist *pleh;-/p}h;- gr. @л- ёлтАф ‘segelte ab”
Präsens ?* pleh;-ie-" gr. mAów ‘schwimme’
ae. flöwan "Hieben"?
(M.K.)
Traditionell als dehnstufige Form von *pleu- interpretiert, doch offenbar nur Parallelwurzel,
s. HARDARSON 183.
Vgl. HARDARSON 183.
Oder *pleh;-ue-, könnte auch einzelsprachlich sein.
Mit hiattilgendem w aus *flöan, im An. schwach flóa.
?rplehzk-' “zufrieden machen, gefallen’ [IEW 831]
Präsens ?*pleh;k-e- toch.B Коп). II in Inf. pläktsi ‘zuzustimmen’?
Aorist ?*pl&hzkiplehzk-s- toch.A plāksāt ‘ersuchte um Erlaubnis’
Essiv *p/hyk-hjie- [lat. placeð, -erë “gefallen”
Neubildungen: se-Präs. toch.B Ipf. plaksiyem ‘waren einverstanden’*
(B. S.)
Nur lat. und toch., zum Ansatz vgl. HACKSTEIN 116-7; von *plek- in gr. Si - кос ‘Fläche’
zu trennen, s. ibid. 1162 mit Lit.; der Ansatz von *h, beruht auf Interpretation von toch. pla°
im Inf. und Prät. als Fortsetzer einer vollst. Form. Sollten diese Formen Neubildungen auf
486
Basis einer analog. Schwundstufe sein, könnten die hier aufgeführten Formen zu *pleh;k-
(s.d.) gerechnet werden.
Oder athematisch ( < Wurzelpräs.), das se-Präs. läßt aber eher thematischen Konj. erwarten.
Mit „super-zero-grade“ *plak- statt Tplak-, plācāre ‘beruhigen, beschwichtigen, versöhnen’
ist denominativ zu einem Wurzelnomen *plak- < *p/h;k-.
< *ploh;k-se- oder p/h;k-se-, vgl. HACKSTEIN 114-7.
*plek-' ‘flechten’ IEW 834-5
Präsens *plek-e- gr. тАёк@ ‘flechte’ _
*plek-te- lat. plectö, -ere ‘flechten’
ahd. (+) flehtan ‘flechten’
aksl. (+) р/его, (plesti) ‘flechten’?
Aorist *plöklplek-s- gr. ёлАєѓа ‘flocht’
lat. plexi ‘flocht’
(B. S.)
Palatal wegen spätved. (SG.) prasna- ‘Turban, Kopfbinde’, s. EWAia П 185.
plet- weist allerdings auf *plekt- mit velarem *k, sonst wäre Tplest- zu erwarten.
*pleth,-' “breit werden, sich ausbreiten’ IEW 833
Aorist ?*pleth,-/plth-- |[ved. prathänd ‘sich ausbreitend’?
Präsens *pleth,-e- ved. präthate ‘breitet sich aus”
jav. frada.sauuah- ‘die Kraft verbreitend’*
?flit. р/еёій, (plėsti) ‘(sich) ausbreiten’
Kausativ *plothz-eie- ved. prathayat ‘breitet aus"?
Perfekt ?*pe-plöth,/plth,- ved. paprätha ‘hat ausgebreitet’, Konj. papräthat”,
Med. paprathe ‘hat sich ausgebreitet”
Neubildungen: s-Aorist ved. aprathistha ‘hat sich ausgebreitet’
Nasalpräs. lit. plintü, (plisti) ‘sich ausbreiten’
(B.S., M. K.)
Vgl. gr. rAarüg ‘breit, platt’, lit. platùs "breit, weit’ usw.
Mit irregulärer К(е), nach Сото 209°? sekundär nach Ptz. Perf. paprathanö-.
Dazu selten fakt. Aktiv dprathatam, vgl. Сото 208-9.
Vgl. Сото 209.
Sun.
487
% Ersetzt das aktive Präsens prátha-, СОТО 209.
4% Vgl. KÜMMEL, Perfekt 320-2.
5 Nach бото 209° zum medialen Kausativ mit R(e) von diesem, s. jedoch KÜMMEL, Perfekt
319-20.
*pleu-"
Präsens *pleu-e-
Aorist *pleulpleu-s-
Kausativ *plou-eie-
Desider. ?*pleu/plu-s-
Neubildungen: Wurzelpräs.
Nasalpräs.
se-Präs.
Perfekt
“schwimmen, schweben’
IEW 835-7
ved. plävate ‘schwimmt, schwebt’!
jav. us.frauuänte ‘(Wolken) werden aufsteigen’
gr. лАёо ‘segle, schwimme’
lat. pluit “es regnet’?
lit. pläuju, (pläuti) ‘spülen; überschwemmen”
aksl. plovp, (pluti) ‘segeln, schwimmen’
ved. (JB) aplosta ‘ist (weg)geschwommen’*
gr. att. ёллғооса ‘segelte, schwamm"
aksl. plu ‘segelte, schwamm"
toch.B ple}sa/plyewsa “schwebte”
ved. (Br.) plävayati ‘läßt schwimmen, läßt
schweben’
jav. fra-fräuuaiiähi “wirst fortschwemmen’
аһа. ir-flouwen “ausspülen’
gr. rAedoouaı “werde segeln’
toch.A Ptz. Med. plumam ‘schwebend”,
toch.B Konj. plyewäm ‘wird schweben”
gr. zÀ vo ‘wasche’?
poln. (+) рРупас “fließen”
toch.B plusäm ‘schwimmt, schwebt’ H
ved. (ŠB) pupluve ‘ist geschwommen, ist geschwebt’
(B. S.)
Vgl. auch die Erweiterungen *pleu-d-, *pleu-k-.
Уеа. prävate ‘springt, bewegt sich springend’, ist nach СОТО 210-1 von pláva- ‘schwimmen’
zu trennen (s. *preu-); im frühen Ved. beide deutlich voneinander geschieden (wohl wegen
Homonymiegefahr r und / bewahrt), erst spät Zusammenfall von prav- und plav-.
Lat. pluö < *plouö, nach WALDE-HOFMANN II 326-7 aus Komposita verselbständigt (com-
seit Varro, im- seit Cato, per- seit Plautus); dazu Perf. plū(u)it < *plou-u°, Ersatz für s-Aorist
nach MEISER, Habil. 8264.
Daneben sekundär auch p/äunu; der Akut ist unerklärt (vgl. aber Anm. 6).
Vgl. NARTEN 177.
Zu anders zu beurteilenden angeblichen Formen eines Prät. I plusa® s. HACKSTEIN 95-6.
488
„(Vor)urtoch. Ersatz für uridg. *pleu-e/o-“ nach HACKSTEIN 97, doch nach welchem Prinzip?
Könnte nicht eher im Toch. ein urspr. akrodyn. Präsens vorliegen (s. ISEBAERT, Koll. Salz-
burg 198), das sonst thematisiert wurde (vgl. auch den balt. Akut)? Daß och D plyewäm
Коп). ist, spricht (trotz HACKSTEIN 96'”°) nicht dagegen, da ja das Präsens (s. Anm. 7) urspr.
mit diesem identisch war (M. K.). Nach RINGE, MSS 51 (1990) 187-8: Paradigmenspaltung
aus urspr. *plus? ~ plæw- ~ plyews- zu zwei Verben plus- und plyew-.
Bestimmung als Konj. nach HACKSTEIN 94-5; das urspr. identische Präs. ist durch eine s-Bil-
dung ersetzt, . ibid. 97.
Aus *plu-n-ie- zu einer Basis *plu-n-, die jedoch gr. Neuerung sein muß, falls man nicht mit
einer Set-Variante der Wurzel rechnen will.
Vgl. VAILLANT III 233; dazu Faktitiv in ksl. plaviti ‘treiben, fließen lassen’, s. ibid. 424.
Neubildung zu Konj. und Prät. für älteres Präs. I, vgl. HACKSTEIN 97-8.
?*pleud-' ‘schwimmen; fließen’ IEW 837
Präsens *pleud-e- an. (+) fljóta ‘fließen’
Alit. pláudžiu, (pläusti) ‘spülen, waschen’?
Kausativ *ploud-eie- air. -lúaidi ‘bewegt’
an. (+) fleyta ‘treiben lassen’
(B.S)
Erweiterung (urspr. de-Präs.?) von *pleu-, nur kelt., germ. und balt.
2 Dazu neu Inchoativum plástu, plästi “ins Schwimmen geraten; fluten, strömen’.
Prpleuk-' ‘schweben, schwimmen’ IEW 837
Präsens *pleuk-e- an. (+) fliúga ‘fliegen’?
Mit. plaukiu, (plaukti) ‘schwimmen, treiben,
schweben’
Kausativ *plouk-eie- an. (+) fleygja ‘werfen’
Neubildungen: Nasalpräs. lit. plunkù, (plükti) ‘naß, durchtränkt werden’
(B. S.)
Erweiterung von *pleu-, nur germ. und balt.
Mit Verallgemeinerung der VERNER-Variante mit *g wegen Gefahr der Homonymie mit
*fleuha- ‘fliehen’.
489
?*pneu-' ‘hauchen, keuchen’ IEW 838-9
Präsens *pneu-e- gr. zv&w "atme, hauche, blase’
Aorist *pndulpneu-s- gr. Ervevoe “atmete, hauchte, blies’
(В. $.)
! Besser von *pneuH- (s.d.) zu trennen; nur gr. und in germ. Erweiterungen wie an. fnysa
‘schnauben’.
*pneuH-' ‘zu Bewußtsein kommen’ [IEW 838-9]
Aorist *pneuH-/pnuH- рг. @и-лубто ‘kam wieder zu sich”
Perfekt *ре-рпбиН/рпиН- gr. лёлубсоп ‘bist verständig, bist klug”
Desider. *pneuH/pnuH-s- heth. punuszi, punussanzi “fragt, fragen’?
(M.K.)
Nach HARDARSON 195 von *pneu- ‘atmen’ zu trennen; dort Ansatz von *pneh,u-Ipnuhj-,
doch ist die R(e) nicht sicher belegt, da heth. punus(s)- auch R(z) reflektieren kann.
Vgl. HARDARSON 194; dazu auch einmal them. Іру. Akt. ču- тушк ‘Котт zu dir!”.
Wohl aus *‘bei Bewußtsein sein’ > *‘wahrnehmen’, vgl. HARDARSON 194.
Aus *‘wahrnehmen wollen’, vgl. HARDARSON 195; nach OETTINGER 214-5 aus s-Aorist.
*preh,- “anblasen, anfachen’ IEW 809
Präsens *pi-preh,/prh,- ` Ier. att. ziumpnuı ‘blase, fache an, verbrenne’!
*prh,-ie- [heth. paräi, pariyanzi ‘blasen, anfachen”
[russ. (+) preju, (prer’) ‘sich erhitzen, schwitzen’?
?*preh,-d*e- gr. év- Ёлртбоу Il. 9,589 “zündeten an’
Aorist ?*pröh,lpreh,-s- gr. &mpnoa ‘blies, fachte an, verbrannte’”
(B. S.)
Mit sekundärer Nasalierung.
Vgl. OETTINGER 468-9 mit Lit.
Mit sekundärer R(e), Bedeutung wohl vom Medium; könnte auch aus dem redupl. Präs. um-
gebildet sein oder Neubildung zum einem Aor. *pre < *pre(s)t.
Umbildung aus Wurzelaor. möglich.
490
*preiH-' ‘vertraut, lieb sein/werden’"” IEW 844
Präsens *pri-neln-H- ved. prinäti “erfreut, befriedigt”?
aav. friianmahi ‘wir befriedigen’,
jav. ä-frinami “wünsche jmdm. etw. an”
Aorist ?*préiHlpréiH-s- ved. presat ‘soll erfreuen’*
Neubildungen: Perfekt ved. Konj. pipräyat ‘soll zufriedenstellen”
Med. ріргіуё ‘ist erfreut worden”
(B. S., M. K.)
! Wegen рг. zit: ‘sanft, mild’ auch als *prāi- (bzw. *prehi-) angesetzt, doch s. dagegen
EWAia II 182. Verbal nur iir., vgl. das Adj. *priH-ó- “eigen, vertraut, lieb’ in ved. priyá-, av.
friia-, mit Bedeutungsübergang zu ‘frei’ in kymr. rhydd, got. (+) freis*, EWAia II 190.
'* Zur Bedeutung der Wurzel s. SCHELLER, Vedisch priyá- und die Wortsippe frei, freien,
Freund. Eine bedeutungsgeschichtliche Studie, Göttingen 1959; KÜMMEL, Perfekt 324.
2 ZT. noch *prin° zu lesen. Dazu nach EWAia II 190 auch ved. priyāyá- Med. ‘sich freuen an,
gern haben’ als *pri(i)-n-H-ié-, doch ist ein Denom. von priyá- ‘eigen, vertraut, lieb’ wegen
der Bedeutung wahrscheinlicher.
3 Schon aav. auch thematisches Ptz. Med. frinəmna-, vgl. KELLENS, Verbe 177.
Nur RV L, vielleicht jung; Indikativ apraisam erst im ŠB, vgl. NARTEN 176.
Dazu auch Plapf. дрірғауат RV-Kh. usw., ein nicht belegter Indikativ *pipräya wird von der
25 Іру. pipräyasva AV vorausgesetzt, KÜMMEL, Perfekt 323-5.
6 KÜMMEL, Perfekt 322-3.
*prek-' ‘fragen’ IEW 821-2
Aorist ?*prékK-Iprk- ?jav. 1s Konj. a-frasane V. 3,27 “ich will mich
beraten’?
*prekiprek-s-" — ved. (RV) äprat, (ŠB) apraksit “hat gefragt’
aav. 15 Inj. Med. fraši ‘berate mich’
toch.B preksa, toch.A prakäs “fragte, bat’
Präsens *prk-ske-* ved. prcchäti ‘fragt’
aav. parasä “ich frage’, parasaite “berät sich’;
ap. parsä ‘befrage, strafe!”
arm. Aor. eharc‘ fragte”
lat. poscë, -ere ‘fordern, гареп’
air. -airc, [mkymr. (+) eirch ‘bittet, fragt”
Iterativ *prok-eie- (1. prašaŭ, prasyti “bitten, betteln, fordem’
aksl. proso, prositi ‘erbitten, verlangen’
491
Neubildungen: R(e)-e-Präs. lit. per$ü, (piřšti) “für jmdn. freien’
ne-Präs. got. (+) fraihnan гареп’!
se-Präs. toch.B preksäm, A prakäs “fragt, bittet’!'
Perfekt ved. (YV) papraccha “hat gefragt!”
lat. poposci ‘forderte, fragte!”
got. (+) frah ‘fragte’
toch. Konj. B preku, А pärkmār ‘werde гареп’?
(B. S.)
Vollst. I *perk- einzelsprachlich zur R(z) rückgebildet, alt nur *prek-.
Vgl. HUMBACH, MSS 9 (1956) 68; nach KELLENS, Verbe 157” dagegen zu einem sekundären
Präsensstamm frasa- (gleichsam *prek-e-). Die Beleglage spricht in der Tat gegen alten Wur-
zelaorist: aav. und ved. ist nur s-Aorist belegt.
Nach KLINGENSCHMITT 62-3 möglicherweise neben altem Wurzelaor. (falls dieser wirklich
anzunehmen ist; der s-Aorist könnte als komplexiver Aor. zum iterativen ske-Präs. gehört ha-
ben).
Wohl schon grundsprachlich zu *prske- vereinfacht. Wird auch durch das Postverbale аһа.
forsca ‘Forschung, Frage’ < *prskā- vorausgesetzt, wovon denom. ahd. forscön “forschen,
nachfragen’.
Aus dem Ipf.; dazu neues Präs. harc‘anem, vgl. KLINGENSCHMITT 61-2.
Dazu neu Perf. poposci. Osk. com-parasc- gehört zu *perk-, s.d.
< *arketi < *arsketi < *prsketi, von der aus *arke- abstrahierten keltischen Wurzel *ark wer-
den die weiteren Verbalformen abgeleitet, z.B. air. Konj. 2s -airser, Prät. -arcair, mkymr.
Prät. erchis. Britann. zum i-Präs. umgebildet, SCHULZE-THULIN 835.
Mit neuer R(e) *per$- nach R(z) pir$- für tpres- < *prek-.
Nasalsuffix nur im Präs., im Westgerm. auch ins Prät. eingedrungen, vgl. SEEBOLD 209;
LÜHR 335.
Urtocharischer Ersatz für das idg. ske-Präs., neu zum s-Prät., vgl. HACKSTEIN 74
Mit cch vom Präs., junge Neubildung; KÜMMEL, Perfekt 318-9.
"a Mit sc vom Präsens, falls aus älterem *peporc- und nicht erst zum Präsens neugebildet.
13
Vgl. HACKSTEIN 75-6 gegen KLINGENSCHMITT 62.
*preK-' ‘sich fürchten’ IEW 820
Präsens *prK-ske- [toch.B Präs. parskam “fürchten sich’,
Konj. prāskam ‘wird sich fürchten’,
[A Präs. praskatär ‘fürchtet sich”
(M.K.)
Oder *preG'h. Außertoch. nur in got. (+) faurhts ‘furchtsam’, wovon епот. faurhtjan
‘fürchten’ usw., so daß sich der Tektal nicht genauer bestimmen läßt. Die Vollst. II wird vom
Toch. vorausgesetzt.
Im Toch. ist aus dem sk-Präs. eine Wurzel *presk-/parsk- abstrahiert, die wie eine Set-Wurzel
behandelt wird und sogar Ablaut zeigt, was wohl voraussetzt, daß neben dem sk-Präs. auch
Bildungen mit Vollstufe eingewirkt haben. Vgl. HACKSTEIN 192-4.
492
*prep-' “in die Augen fallen, erscheinen’ IEW 845
Präsens *prep-e- gr. лоёло ‘falle in die Augen, zeichne mich aus’,
лрёлғі ‘es ziemt sich’
arm. erewim ‘werde sichtbar, erscheine”
Aorist ?*pröplprep-s- рг. ай. ёлрғџа ‘zeichnete mich aus’
(B.S)
Nur arm., gr. und wohl in air. richt ‘Form, Gestalt’ < *prp-tu-, ganz unsicher Zugehörigkeit
von ahd. furben “reinigen, putzen, fegen’ (aus “іп die Augen fallend machen, ein Ansehen ре-
ben’?), vgl. FRISK II 591.
KLINGENSCHMITT 143-4.
*pres-' ‘spritzen’ IEW 823
Aorist *prés-/prs- ved. (*Ptz.) pfsant- (fem. pfsati-) ‘gesprenkelt’?
?[toch.B pärsäte ‘spritzte (intr.)’
Präsens ?*pe-prosiprs- [heth. papparaszi ‘verspritzt”’
*pr-neln-s- toch.B prantsäm ‘besprengt’*
Prprs-ske- [lit. purskiu, (purksti) ‘spritzen, sprühen
zerstäuben’
Kausativ ?*pros-eie- [aksl. (+) ras-praso, -prašiti ‘Zersprengen”
Essiv ?*prs-h,ié- čech. (+) prším, (pr$eti) ‘sprühen, spritzen,
regnen’
Neubildungen: s-Aorist toch.A prasar ‘besprengten’
redupl. Aor. toch.A papärs “bespritzte’
(M. K)
! Für Vollstufe II spricht pali pasada- ‘gesprenkelt’ — ai. *prasat- (BERGER, Zwei Probleme
der mittelindischen Lautlehre, München 1955, 54)und vielleicht auch toch.A pras- < *pres-;
Vollstufe I іп пр. paš- ‘streuen, besprengen’ < *parš° und urslav. *porchs ‘Staub’, *poršiti
‘sprengen’ erklärt sich durch Analogie zur R(z) uriran. *pars- bzw. urslav. *porch-.
Vgl. Ai. Gr. II 2,165; allerdings muß die Bildung schon früh verselbständigt worden sein: pa-
tientive Funktion aktiver Partizipien (wie im Heth.) ist im lir. ungewöhnlich und nur als Ar-
chaismus verständlich; vgl. auch dard. pa$af dial. pus- ‘sprinkle’ < *prs°, s. MORGENSTIERNE,
IFL Ш 3, 148 (der aber offenläßt, ob nicht eher aus *prus- zu *preus-).
Nach OETTINGER 212-3 aus altem Kausativaorist (*pe-prs- in toch.A papärs, s.u.) mit Vokal-
assimilation; nach MELCHERT, AHP 142 eher anatolische Neubildung.
3
493
4 *pärns- > pärnts- (mit sek. t) > *pränts- (mit Metathese), vgl. KRAUSE-THOMAS I 206; im
Med. intr. ‘spritzen’, vgl. SCHMIDT 131-2. Daneben wohl neu die Set-Bildung /pərsna-/.
7 Nach FRAENKEL 673 onomatopoetisch.
6 Vgl. VAILLANT Ш 421-2; mit Vollstufe II *pors- nach der R(z) *pirs-, kann auch Neubildung
sein.
Vgl. VAILLANT Ш 386; dazu wohl sekundär Inchoativum *porchneti іп skr. (+) pfhnuti “auf-
flattern’, s. VAILLANT III 241.
?*pret-' ‘erkennen’ IEW 845
Perfekt ?*pe-prötlprt- ?[got. frabjan ‘verstehen’?
[lit. prantü, (pràsti) ‘verstehen, begreifen”
(M. K)
Vgl. wohltoch.B e-prete ‘mutig’, A pratim “Entschluß’ (auch als Lehnwort in B), die *preHt-
ausschließen.
Wohl aus einem *frab- weitergebildet; man würde allerdings im Germ. eher Bewahrung des
Perfekts als Präteritopräsens erwarten. BAMMESBERGER, HS 111, 376 setzt daher ein Präs.
*pe-prot- an, das aber nicht gut zum Lit. paßt.
Inchoativbildung, die ein *prat- ‘wissen, kennen, verstehen’ voraussetzt.
*preu-' ‘springen’ IEW 845-6
Präsens *préu-e- ved. pravanta ‘springen’?
Neubildungen: s-Aorist ved. ($ВК) -aprosta ‘ist gesprungen”
Perfekt ved. (Br.) -pupruve ‘ist gesprungen’
(B. S.)
Verbal nur ved., sonst Nominalbildungen, z.B. germ. *frawa- in an. frár ‘schnell, flink’, an.
(+) froskr ‘Frosch’; russ. pr yt’ f. ‘schneller Lauf’, pryg m. ‘Satz, Sprung’.
Nur mit Präverbien; zu trennen von plav- ‘schwimmen, schweben’ (s. *pleu-), Zusammenfall
mit diesem erst spätvedisch, s. Сото 210-3.
3 Vgl. NARTEN 176-7.
*preus- ‘sprühen, spritzen’! IEW 809-10, 846
Aorist ?*preus-/prus- [ҹей. prusä ‘will sprühen’?
494
Präsens *prus-néulnu- ved. prusnuvánti ‘besprengen, beträufeln, sprühen’
?*préus-e- an. (+) friösa ‘(ge)frieren’
?[lit. рғаиѕій, (praüsti) ‘waschen’
*prus-ske- [skr. (+) pfskam, pr. skati “spritzen”
Neubildungen: Kausativ ahd. in-frören “auftauen lassen’
(В. $.)
Nominalableitungen wie ved. prusvä- ‘Tautropfen’, lat. pruina ‘Reif, Frost’ (< *prusuina-),
gern. *frusta- "Frost und das germ. starke Verb setzen eine Bedeutung ‘kühlen’, моћ <
‘mit (kaltem) Wasser bespritzen’ voraus, vgl. EWAia II 191-3.
Nach JOACHIM 112-3 Augenblicksbildung; es könnte aber auch ein alter thematischer Aor.
(< Wurzelaorist) vorliegen.
*proskati, ostslav., westslav. mit gedehntem Vokal *pryskati, dazu Inchoativum skr. prsnuti,
aruss. prysnuti usw.
?*preuth,- “schnauben, schäumen’ IEW 810
Präsens *preuth;-e- ved. pröthati ‘schnaubt, keucht, schnauft’
Jav. fraodat.aspa- ‘mit schnaubenden Pferden’
?[ae. a-freodan “schäumen””
(В. S.)
Nur iir. und germ. (vgl. noch ап. frauö п. "Schaum", Parallelwurzel zu *preus-, vgl. EWAia
II 192?
2 Schwaches Verb? Belegt nur Inf.
*pster-' ‘niesen’ IEW 846-7
Aorist *pstér-/pstr- [gr. ёлторє ‘nieste’
Präsens *pster/pstr-u- [mkymr. (ys)trew- ‘ niesen’?
*pstr-néulnu-? gr. ion. att. лтарууиол ‘niese’*
[lat. sternuö, -ere ‘niesen’”
(B.S)
1 Sicherlich onomatopoetischen Ursprungs, doch wohl Erbwort, vgl. STRUNK, MSS 46 (1985)
221-42.
2 Nach PEDERSEN, VKG I 81 aus *striw- < *stru-.
495
STRUNK, Le 234-7 setzt wegen der R(e) in lat. sternuö ein amphidynamisches Paradigma
*pstérlpstr-nu- an, das er als „ргоѓоѓуріѕсһеѕ“ Nasalpräsens zu einer u-erweiterten Wurzel
*psteru-/*pstyu- betrachtet, das in kelt. *striw- fortgesetzt sei.
Das Fehlen des Präs. bei Homer ist gewiß zufällig, vgl. STRUNK, Le 222-3.
5 Mit R(e) vom Aor.
*ptehzk-' ‘sich ducken’ IEW 825
Aorist ?*ptéh;k/ptéh>k-s- gr. ёлтђѓа, dor. ёлтоѓо “duckte mich”
Iterativ ?*ptóh;k-ie- gr. лтбсоо "ducke mich”?
Fientiv *pthak-Ehjlh;- [arm. rfakeaw ‘verbarg sich’?
Essiv *pth,k-h,ié- [lat.taceo,-ëre ‘schweigen’
ahd. (+) dagen ‘schweigen’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. gr. ion. (und att.) zrrjcoo, dor. лебсоо ‘ducke mich’
(B. S.)
Ansatz nach KLINGENSCHMITT 70, 78, 84, 99.
Vereinzelt auch faktitive Bdtg. ‘Angst einjagen’.
Falls nicht aus zrrjoow mit sekundärem о nach dem Wurzelnomen zo *‘der sich duckt >
‘Hase’ oder denom. zu diesem.
Dazu neues Präs. *rakeske- Med. > ťakči-, vgl. KLINGENSCHMITT 70, 78, 84.
Im Got. mit ausgeglichenem grammat. Wechsel bahan, im An. nach dem Antonym segia ‘sa-
gen’ teilweise umgebildet zu begia.
496
2*га$4-! ‘kratzen’ IEW 854
Präsens *räsd-e- lat. rado, ere "kratzen, schaben’
kymr. rhath- ‘kratzen, feilen’?
Neubildungen: s-Aorist lat. rasi ‘kratzte, schabte’
(M.K.)
Nur ital. und kelt.; vgl. SCHRIJVER 309-10; Кутг. rath- neben lat. rād- fordert *razd-, damit
wird der Vergleich von lat. rädere mit iir. *rad- (s. *Red-) hinfällig. Falls *razd- auf analogi-
sche Reduktionsstufe *r,zd- zurückgeführt wird, kann die Wurzel auch als *resd- angesetzt
werden.
Ур]. bret. razh- ‘abschaben, rasieren’.
1.*rebh. ‘sich (heftig) bewegen’! IEW 853
Präsens ?*reb"-e- parth. rf- “angreifen”, np. rav- ‘gehen’
mhd. reben ‘sich bewegen’
*rbh.ie- Dat. rabið, ere ‘wüten, rasen”
(М.К)
Hierher vielleicht auch ved. rábhas- n. *Ungestüm' usw., KÜMMEL, Perfekt 42079. s. jedoch
EWAia П 435.
! Vgl. SZEMERENYI, ZDMG 101 (1951) 207-10.
Mit analog. f nach dem PPP, s. SZEMERENYI, l.c. 209.
Mit analog. R(z) *r,b*- statt *rbh-.
22.*(h)reb*-" “überdecken, bedecken’ IEW 853
Präsens *reb"-e- gr. Er&po "überdache’
Aorist *rëbh/rébh-s- gr. &peyaı “überdachen’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. gr. ёрёлто “überdache’
(M.K.)
1
497
Verbal пиг gr., vgl. an. (+) rif n., aksl. (+) rebro п. ‘Rippe’; im Gr. ёре? neben öpo°, entweder
echte Prothese vor *r° oder Wurzel *h;rebh mit Assimilation *ero° > oro°.
?* Red. ‘schürfen, kratzen’ IEW 854
Präsens ?*K-né/n-d- [mp. (+) rand- ‘kratzen’?
*Red-e- ved. rädati ‘schürft, nagt’
khot. va-rrad- ‘(zer)kratzen”;
ау. radaiti *schürft**
Neubildungen: Perfekt ved. raräda RV 7,49,1 ‘hat geschürft’
(M. K)
Nur iir. (zu lat. rädere usw. 5. *rasd-).
Vgl. BAILEY 357b; ABAEV II 375; Umbildung von *ranad-/*rand- < *R.ned-I*R,nd-? Oder
ist die Wurzel als *Rend- anzusetzen und iir. *rad- als R(z) zu betrachten, die erst sekundär
als R(e) interpretiert wurde?
Vgl. EMMERICK 119.
а könnte Überlieferungsfehler durch Einfluß von aav. rädat (zu *reh,d*-) sein, eine Hand-
schrift schreibt rädaiti, was Einfluß des Aav. verrät.
?*redh-! “erscheinen, entstehen’ [IEW 1153, 1167]
Kausativ *rod"-eie- ?Пей. radu, radit ‘gebären, hervorbringen’?
aksl. rozdo, roditi “gebären’, refl. ‘geboren werden’
Perfekt *re-röd"Ird"- [lit. гапай, (rasti) ‘finden’, refl. ‘sich finden;
geschehen; sein; werden’;
lett. rùodu, (rast) “finden; werden”
Neubildungen: Kausativ lit. (+) rödau, rödyti ‘zeigen’, refl ‘(er)scheinen’*
2
3
(M. K)
WINTERS Gesetz (s. Anm. 1 zu *bheg#-) macht Ansatz von *dh wahrscheinlich, doch könnte
auch *d und Verallgemeinerung des antevokalischen Wurzelallomorphs angenommen wer-
den; eine Verbindung mit got. wraton ‘wandern’ ist aus semantischen Gründen nicht anzu-
nehmen.
Falls nicht Lehnwort aus dem Slav.
Nach STANG, Gramm. 347-8 aus einem Perfekt > Präsens *rad- umgebildet, Spuren athema-
tischer Flexion viell. noch in lett. гйоти neben rodu, s. ibid. 313. Die urspr. Bedeutung ‘sich
finden’ < ‘erschienen sein’ im Reflexivum, dazu sekundär tr. ‘finden’.
498
4 So nach STANG, Verbum 148; Gramm. 326; FRAENKEL 741-2; der Vokal urbalt. *ā erweist
Neubildung mit innerostbaltischer funktioneller R(ö), sonst wäre urbalt. *0 > lit. Tuo zu er-
warten.
"reg. “fließen, tropfen (?)° IEW 857
Präsens ?*reg-e- alb. rrjedh ‘fließt, quillt, tropft”?
(М. K)
Verbal nur alb. (s. aber unten), vgl. aber an. raki m. ‘Feuchtigkeit’; vielleicht auch lat. rigare
‘bewässern’, mit i von ir-rigäre, vgl. PANAGL, HS 104 (1991) 199-204, der aber an Herkunft
von *h;re8- denkt.
2 DEMIRAI 352-3 bevorzugt *sred*- (zu gr. Pö8og ‘ Rauschen’).
*regh-! ‘sich aufrichten’ [IEW 854, 863]
Aorist ?*rég"-/*rg"- gr. Ipf. dozou ‘fing an; herrschte’!
Präsens *rg"-ské- gr. охо ‘fange ап; herrsche’
Perfekt ?*re-róg"/rg"- [mhd. rac “erhob sich, ragte empor’
Kausativ ?*rog"-éie- mhd. regen ‘aufrichten, erregen’
Essiv ?*rgh-hié- [lit. regiù, (regėti) “schauen”
Neubildungen: s-Aorist gr. ўра “fing ап; herrschte”
R(e)-e-Präs. mhd. regen ‘sich erheben, emporragen’
(M.K.)
Möglich auch *hzreg"-. Vgl. auch lit. rägas m., aksl. ropp m. ‘Horn’; daneben scheint
*(h,)rek- zu stehen, vgl. germ. *rahö- f. ‘Stange’ usw., lit. rekles f. Pl. *Stangengerüst’.
Gr. Bedeutung urspr. ‘der erste sein, den Anfang machen’ (oder ‘herrschen’ aus ‘sich aufrich-
ten über’?); bei Homer ist der s-Aorist noch selten, an seiner Stelle scheint das Ipf. zu stehen;
dies könnte auf рг. Zusammenfall des thematisierten Wurzelaorists mit dem ske-Präs. beru-
hen. Etymologie nach TICHY, mdl., vgl. auch BOISACQ 85-6.
Hierher nach JEGERS (s. FRAENKEL 712-3); mit analogischer R(e).
Bei Homer noch selten, wohl jüngere Ersatzbildung, vgl. Anm. 1а.
499
1.*reh;-' ‘geben, schenken’ IEW 860
Präsens *re-roh/frh;- ved. Іру. raridhvam "schenkt"
Aorist *rehjlrehj-s-” [ved. árāsata ‘haben geschenkt, haben gegeben”?
[аау. Konj. ränhahöi Y. 28,8 ‘wirst spenden’,
jav. Inj. fəra rahi Y. 0,5 ‘bringe dar’
Neubildungen: ske-Präs. jav. Ptz. räsainti- Y. 52,1; 3 ‘spendend’”°
Perfekt ved. rarimä ‘haben gespendet, sind Spender”
(М.К.)
Nicht *reh,i-, suffixales *-i- liegt vor іп ved. rayi-/räy- m. ‘Reichtum’, lat. res Ё < *rehj-ili-,
s. SZEMERENYI, KZ 73 (1956) 167-84.
Die Wurzelbedeutung ließe eher einen Wurzelaorist erwarten.
Zu angeblichen Wurzelaorist- und -präsensformen sowie zu Kunstbildungen s. NARTEN 220-1.
Daneben Ipv. Akt. ririhi mit i-Redupl. durch Assimilation.
Vgl. HOFFMANN, FS PAGLIARO Ш 25' = Aufs. 266".
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 420-2.
au bk wi ы
2.*reh;-' ‘zählen, rechnen’ [IEW 59]
7 > Sos ; 2
Präsens ?*réh;,-Irh;- [lat. reor, reri "berechnen, meinen’
(M.K.)
Dazu wohl auch got. rabjo ‘Zahl; Rechnung’, ga-rabana ‘gezählt’ usw., die letztlich vom
VAd)j. *raba- < *rá-to- (mit Substantivierungsakzent) — *ra-tö-, mit analogischer R(z) <
*rh,-tö- (vgl. lat. ratus) stammen, vgl. SEEBOLD 365; SCHRIJVER 307.
Zum ije-Präsens weitergebildet (*reh,-ie- könnte indessen auch alt sein).
*reh,dh-! “erfolgreich durchführen”? IEW 59-60
Aorist *réhdh-Jrhdh- мей. Konj. rädhat(i) ‘wird zustande bringen”
aav. rädat ‘wird recht machen"
?[got. (+) Präs. -redan “Vorsorge treffen"
Präsens ?*rhd"-eie- aksl. (+) ne-roždọ, -roditi ‘nicht beachten,
verachten’®
Perfekt ?*re-röh,d"Irh,d"- ved. rarädha ‘hat Erfolg gehabt’
got. (+) -rairop ‘traf Vorsorge’
500
Kaus.-It. *roh,d"-eie- ?уеа. (AV) rädhayati ‘bringt zustande, läßt
gelingen’
air. -räidi “überlegt, sagt’;
mkymr. ad-rawd ‘erzählt”’
got. (+) rodjan ‘reden’”
aksl. (+) razdo, raditi ‘beachten, sich kümmern
шт’?
Neubildungen: nu-Präs. ved. (YV) radhnöti ‘bringt zustande, erreicht glücklich”
R(e)-ie-Präs. ved. (AV) rädhyate ‘gelingt’?
(M.K.)
Nach SCHRIJVER 307 *Hr°; falls mit 1.*hzer- ‘sich fügen’ zu verbinden, *h;r°; dieser Ansatz
beruht aber nur auf Wurzelanatomie, und die semantische Verbindung ist vollkommen unsi-
cher.
Vermutlich urspr. “Erfolg haben’, daraus mit Inhaltsakkusativ ‘in Bezug auf etwas Erfolg ha-
ben’ — ‘zustande bringen’; aus ‘für Gelingen sorgen’ die Bdtg. “Vorsorge treffen’ — ‘bera-
ten’; vgl. KÜMMEL, Stativ 91!“
Ind. aradham TS; zur Umbildung zum s-Aorist und weiterem vgl. NARTEN 222-3.
Vgl. KELLENS, Verbe 116.
Wohl cher Neubildung zum Prät. (« Perf.).
Im Aksl. früher bezeugt und häufiger als gleichbedeutendes ne-raditi, zur Verteilung s. KOCH
370, 635"; nach RASMUSSEN 148? auf analogische R(z) *rad*- statt *rh,d*- zurückzuführen.
%@ Wahrscheinlich Neubildung, KÜMMEL, Perfekt 422-3.
‘überlegen’ <— “Vorsorge treffen’, daraus ‘beraten’ — ‘reden’.
Meist negiert, wechselt mit (ne)-roditi, s.o. Anm. 6.
? Mitanalog. R(e).
Neubildung mit fientiver Funktion.
au» ч
?*rehip- ‘kriechen’ IEW 865
Präsens ?*reh,p-e- lat. repö, ere ‘kriechen, schleichen’
Aorist ?*röhjplreh,p-s- lat. repsi ‘kroch, schlich’
(M.K.)
"vgl. lit. repliöti “kriechen’; lit. dial. r&ptis, repiúos ‘hinaufklettern’ scheint allerdings *rep-
vorauszusetzen, dann müßte im Lat. R(e) vorliegen.
501
P*(h)rehjs-' “sich stürzen’ [IEW 336]
Fientiv *rh,s-éh,/h,- alb. 3s ra, Is rashë “fiel; schlug’?
(M. K)
Primäre Verbalformen nur alb.; vgl. ап. rás f. ‘Lauf, rasa ‘sich stürzen; straucheln’ (de-
nom.), gr. Epwij f. “Andrang, Schwung’ mit denom. ёрожо ‘eile’. Zum Problem des Anlauts
*(h,)r° vgl. Anm. 1 zu *(h,)reid-.
Aalb. 35 raa, 15 raae, Stamm aalb. rā- kontrahiert aus *ráë- < *rase- < *ras-eh,- (mit analo-
gischer Syllabifizierung) nach KLINGENSCHMITT 150-2; MSS 40 (1981) 97-8, 123°. Bdtg.
‘schlagen’ wohl aus ‘sich auf jmdn. stürzen’. Präs. suppl. bie (s. *b"erH-).
Prrehjt-' “treffen, finden’ [IEW 1160]
Aorist *rehlt-Irhjt- aksl. ob-retv “ich fand’, ѕъ-гёгъ ‘begegnete’
Präsens ?*rh,-neln-t- [aksl. (+) ob-rešto, (-resti) “finden, begegnen”?
(M. К.)
Nur slav. und nur mit Präverbien; eine nähere Beziehung zu *rer- ‘laufen’ (VAILLANT Ш
184-5) ist nicht feststellbar; angebliches lit. su-resti (BEZZENBERGER, BB 26 [1901] 168) fin-
det sich in keinem Wörterbuch.
so-rësti ‘begegnen’; ret- < *rint- < *ph,nt-, aus unbekannten Gründen (wegen Transitivität?
STANG, Gramm. 339) zum je-Präsens umgebildet und nicht einfach thematisiert.
?*reh,()-! “schreien, brüllen’ IEW 859
Präsens ?*re-rohzilrihz- [lit. ríeju, (ier) ‘tadeln, schelten; bellen’?
* réhz-ie- lett. гаји, (rät) ‘schelten, tadeln’;
?apr. ett-räi ‘sie antworten”
russ. (+) гаји, (гајаг) ‘lärmen, schallen’
(М.К.)
Vgl. RASMUSSEN 57 (auch zur Stammbildung), der zu Recht ап. rámr ‘heiser’, rómr m.
*Stimme; Laut’ mit remja ‘brüllen’ zu einer Wurzel *rem- stellt. Nur bsl., ved. räyati ‘bellt’
zu 1.*lehz-, s.d.
Nach RASMUSSEN, l.c., über *räi-mi aus *re-rohzi- umgebildet (?). Man beachte aber die Ne-
benformen lit. rejù (Prät. rëjau), lett. reju (Prät. réju), die, wenn alt, für eine Wurzel *reiH-
sprechen.
Semantisch abweichend.
2
502
?*Reibh-! ‘singen’ IEW 860
Präsens *Reib"-e- ved. rebhati “singt”?
Neubildungen: Perfekt ved. rirebha ‘hat gesungen’
M.K.)
! Wohl nur ved, vgl. EWAia II 461.
Daneben auch ‘glänzen’, GOTO 273. Vgl. aber JAMISON, Proceedings of the Eleventh Annual
UCLA Indo-European Conference, Washington, D.C. 2000, 12.
?*(hi)reid- ‘(sich) anlehnen’ IEW 860
Pršsens *réid-e- gr. Epeiöw ‘lehne an, stemme, stütze’
Aorist Prreidlreid-s- gr. ёоғїсоп “anlehnen, stemmen, stützen’
Perfekt ?*re-röid/rid- gr. &опрёдатол ‘sind angelehnt”?
(M.K.)
! Gr. &ist entweder aus *h, entstanden oder echte Prothese; das Perfekt müßte im letzteren Fall
analogisch aus *&-pe-p° umgebildet sein. Das Gleiche gilt für alle anderen Wurzeln, die im
Gr. mit ёр + Vokal anlauten. In LIV? wird *(h,) nur hier im Lemmateil angegeben, doch
weder für die alphabetische Ordnung noch in den Indices berücksichtigt.
Für fepmpiöerzen, hom. Äolismus.
*reid"- ‘sich schwankend bewegen’ IEW 861
Präsens *reid"-e- air. -reid, riadait ‘reiten, fahren’
ae. (+) ridan ‘reiten, fahren, schwanken’
lit. riedu, (riedeti) “(dahin)rollen’
Kausativ ?*roid"-eie- an. reiða ‘reiten lassen’
Пе. raidu, raidit “eilig senden, hetzen!
(М.К.)
Akutierung problematisch.
503
*reiß-' ‘(sich) strecken, recken" IEW 862
Präsens ?*reig-/rig- [air. rigid, Pass. regair ‘ausstrecken; herrschen”?
hit. reiziu, (reiZti) “тескеп, straffen’
?*ri-né/n-ĝ- [air. *-ringi ‘foltert”?
fit. r(Zu,(riZti) ‘sich sträuben’*
Iterativ *roiĝ-éie- ae. (+) r&@c(e)an ‘(er)reichen, (er)langen’
Neubildungen: Perfekt air. reraig ‘streckte aus; herrschte’
(M. K)
Nach OLSEN, FS Rıx 3622 mit Lit. *hreig-, Variante von *h;re8- (s.d.) und mit diesem aus
älterem *h;rieg- entstanden.
< *rige- < *reig-/rig-, flektiert (auch außerhalb des Präs.: Konj. pass. -riastar, Fut. ririss,
Prät. reraig) wie -rig ‘binden’ (s. *rei$’-), daher kann es sich trotz der semantischen Überein-
stimmung kaum um das Simplex zu *rege- in a-t:raig ‘erhebt sich’ usw. (s. *h;reg-) handeln,
vgl. МсСоме, Ériu 42 (1991) 8-9. Am einfachsten ist die morphologische Übereinstimmung
mit -rig ‘binden’ durch Herleitung von der urspr. oder zumindest kelt. homonymen Wurzel
*reig- zu erklären.
Aus Prät. Зр -ringset, Pass. Sg. ringed, Pl. ringthea zu erschließen (zur Wurzelgestalt vgl.
riag ‘Folter’). Bedeutung ‘foltern’ wohl aus ‘(Glieder) strecken’ als einer der möglichen Fol-
termethoden.
Wenn alt, mit Bdtg. vom Medium, doch wahrscheinlich balt. Neubildung.
*reig-' ‘binden’ IEW 861-2
Präsens ?*reig-/rig- [air. -rig, -regat “binden”?
?[mhd. ricken ‘anbinden”
Essiv "*rig-hle- lat. rigeö, -ere ‘starr sein, steif sein’*
Neubildungen: Perfekt air. -reraig ‘band’
(M. K)
Nur ital. (jedenfalls in lat. corrigia ‘ Riemen’), kelt. und germ., vielleicht homonym mit *reiĝ-.
< *rige- «< *reiß'-/*rig’-, nur mit Präverbien, vgl. МССОМЕ, Eriu 42 (1991) 8; dort auch zur
Abgrenzung gegenüber air. -raig (s. *h;reg-). Dazu Konj. 15 -rias, Fut. -riris.
Denom. (von unklarer Grundlage) möglich.
Hierher nach MCCONE, Ériu 42 (1991) 8; oder aus ‘gestreckt sein’ zu *reig-?
504
*(hi)reik-° ‘reißen, brechen (intr.)’ IEW 858
Aorist *reik-/rik-
Präsens *reik-e-
Perfekt ?*re-röiklrik-
Kausativ *roik-eie-
Neubildungen: s-Aorist
?[ved. Präs. risdte, lisäte ‘reißt ab (tr.)”°
[gr. pixe ‘barst’!
np. (+) ris- ‘spinnen’?
gr. ёоєіко ‘zerbreche, -reiße (їг.)”?
mkymr. rwyg-, mbret. roeg- ‘zerreißen’
gr. éonpiyuévoç Hp., Arist. ‘zermahlen’*
mkymr. go-rug- ‘zerreißen, beißen, stechen’
gr. &peigaı ‘zerbrechen, -reißen”
š (M. K.)
0 Zum Problem des Anlauts *(h;)r° vgl. Anm. 1 zu *(h,)reid-.
1 Soll. 17,295, erst später auch transitiv.
2 Semantik? Könnte neugebildetes aja-Präsens sein; altiran. nicht belegt.
? Med. bei Homer intr. .
£ Zur att, Redupl. s. Anm. 1 zu *reid-; ved. lilisire ŠB ist Neubildung.
5 Faktitive Neubildung.
° Aus einem them. Aorist (+— Wurzelaorist) entstanden wie jusäte (s. *Beus-)?
*reik®h,-" ‘ritzen, kratzen (tr.)? IEW 858
Aorist *reikh>-/rikh>-
Präsens *rikhz-e-
Neubildungen: R(e)-ie-Präs.
ved. (YV™) má lekhis ‘kratze nicht!”
ved. (RV) ärikha reif auf",
(AV) likhati ‘ritzt, kratzt’
lit. riekiu, (riekti) ‘*(Brot) schneiden; aufreißen’
Perfekt ved. (TB) /ilekha ‘hat geritzt, gekratzt’
(M.K.)
*h, wegen ved. kh; formal und semantisch steht *reik- ‘reißen, brechen’ nahe.
Wohl alter Wurzelaor., vgl. NARTEN 229.
*(һ, )reip-? ‘(nieder)stürzen, (nieder)reiBen'! IEW 858
Aorist *reip-/rip-
Präsens *reip-e-
[gr. njpıze ‘stürzte nieder”?
gr. Epeinw ‘reiße nieder”?
an. (+) rífa ‘reißen (tr.)’
Perfekt *re-róiplrip- gr. кот-єртўрілє ‘ist niedergestürzt'*
Neubildungen: s-Aorist gr. Epeiyaı ‘niederreißen’
?Nasalpräs. russ. діа]. repnut’ ‘bersten, platzen”
0 Zum Problem des Anlauts *(h,)r® vgl. Anm. 1 zu *(h,Jreid-.
| Das Gr. weist auf primär fientive, das Germ. auf faktitive Bedeutung.
2 Ptz. &pız£vn Рі. О. 2,43 ist viell. noch athem.
3 Oppositionsaktiv zu med.-pass. ‘niederstürzen”.
4 Mit durchgeführter R(z).
5 Zugehörigkeit unsicher.
?*reis-' “Schaden nehmen’
Aorist *reis-/ris- ved. Konj. resat ‘wird Schaden nehmen’
Präsens *ris-ie- ved. risyati ‘nimmt Schaden’
jav. irisüeiti ‘nimmt Schaden’
Kausativ *rois-eie- ved. resäyanti ‘schädigen’
Jav. raēšaiiāt ‘soll schädigen’
Außeriir. Verwandte sind nicht zu sichern, vgl. EW Ата II 462-3.
505
(M.K.)
IEW 859
(M.K.)
Außerdem ridhvam TS, sonst thematisiert risa-; vgl. HOFFMANN, FS SCHUBRING 19-20 =
Aufs. 29-30.
*(h,)reks-' ‘schädigen’
Präsens *reks-d"e- рг. E&y4o ‘zermürbe”?
ў SE S BE Е РЕР
Kausativ *roks-éie- jav. rāšaiieņte ‘sie schädigen’
IEW 864
(M. K., R. L.)
Vgl. ved. ráksas- п. ‘Beschädigung’ = aav. rašah- n. ‘Schaden’ < *(h/)réks-es-. Zum Problem
des Anlauts *(h,)r° vgl. Anm. 1 zu *(h)reid-.
s. РР 4.8.8.
Herkunft des langen Wurzelvokals unklar.
erekhthe- < *ereksthe- < *(h,)re$z-dhe- terminativ ‘zu Ende schädigen, allmählich zerstören’,
506
*rek-' ‘ordnen, festlegen, bestimmen’? IEW 863
Aorist *rek-Irk- [aksl. (+) reče; [a&ech. rče ‘sagte’
Präsens *rek-e- mkymr. reg- “fluchen”?
aksl. (+) rekọ, (resti) pf. "sagen"
lit. rekin, (rekti) ‘schreien, brüllen’”
Iterativ ?*rok-eie- [ai. ep. racayati ‘verfertigt, bewirkt”
Prrök-ie- [aksl. race, račiti “wollen, geruhen’’
Neubildungen: ?Nasalpräs. lit. rinkü, (rikti) “aufschreien”®
(M.K.)
Der kurze Wurzelvokal von аі. racaya- würde, wenn die Bildung sich als alt erweisen ließe,
für *rekH- sprechen.
Vgl. ai. ep. racanä- f. ‘Einrichtung, Ordnung’, aksl. (+) roko m. ‘Termin’, lit. räkas m. ‘Ter-
min, Grenze’, got. (+) ragin n. ‘Rat, Beschluß’, toch.B reki, A rake “Wort”.
АК]. hat nur der Ipv. гьсі К(2); verschiedene Thematisierung oder liegen besondere lautliche
Entwicklungen vor?
Spezialisierung von ‘sagen, sprachlich festlegen’.
Daneben aruss. гьќе-, čech. “ku mit К(2), die man bei dem perfektiven Verbum im Präs. eher
erwarten würde.
Wegen der Semantik viell. besser als onomatopoetische Bildung fernzuhalten.
Könnte auch Denominativ zu einem *raca- sein; andernfalls muß eine Set-Wurzel (s. Anm.
1) oder analogische Kürzung aus *räcaya- vorliegen.
Mit sekundärem *eie-Suffix; der Bedeutungszusammenhang ist unklar. Nach VAILLANT III
434 Lehnwort aus germ. *rökija- ‘sich kümmern um’ (s. *harehjg-).
Semantisch zweifelhaft, vgl. Anm. 5.
I*renk-' “auflesen, sammeln’ IEW 1155
Präsens *renk-e- lit. renkù, (riñkti) “auflesen, sammeln; wählen’;
2
apr. sen-rinka “sammelt”?
(M. К.)
Nur bsl.; kein sicherer Anhaltspunkt für immerhin möglichen Anlaut *ur; hierher auch lit.
rankà = aksl. roka f. ‘Hand’.
Im Apr. unklarer Akut.
507
*( h,)rep-" ‘(an sich) reißen, rupfen’ IEW 865
Aorist ?*rép-/rp- ?[gr. hom. ep. dv- ярёуауто ‘sie rissen hoch”!
Präsens *rop-/rep- [gr. ёрќлтоцоп ‘rupfe, reiße аЬ’
IP (ap)-repiu, (-repti) “umgeben, umfassen’?
[alb. rjep ‘zieht aus, beraubt”?
?*rp-ié- [lat. rapiö, -ere ‘raffen, an sich reißen”
M.K)
Zum Problem des Anlauts *(h,)r° vgl. Anm. 1 zu *(h)reid-.
Meist falsch -npeiy überliefert, vgl. FRISK I 552-3; aus dem Wurzelaor. erweitert?
Zum je-Präsens umgebildet; auch mit Zirkumflex rep-.
Thematisiert *rep-e-, vgl. ОЕМІКАЈ 346-7.
Regulär zum je-Präsens umgebildet.
Mit rap < *r,p- statt *(h,)rp-, viell. späte Neubildung zum ursprünglichen Wurzelaorist, der
durch das neue Perfekt rapui verdrängt wurde.
vaun — ©
*resg-' ‘flechten’ IEW 874
Präsens *résg-e- lit. rezgù, (règzti) ‘flechten, stricken’
M.K.)
1 Verbal nur balt.; vgl. ved. rájju- f. ‘Seil, Strick’ (jj muß von einer Form mit folgendem Pala-
talvokal stammen), lat. restis f. ‘Seil’ (< *rezg-ti-).
*ret-! ‘laufen’ IEW 866
Präsens *ret-e- air. -reith, -rethat, akymr. retit, -ret- ‘Jaufen’'?
Desider. ?*ri-rt-se- [air. Fut. zé, -resat ‘wird/werden laufen’?
(M. K.)
Vgl. *rót-o- "Rad in air. roth m., ahd. rad n., lit. rātas m.; Koll. *rot-eh;- in lat. rota f. ‘Rad’,
wozu Adj. *rot-h;-ó- ‘mit Rädem versehen’, substantiviert in ved. rátha-, av. rada- m.
‘(Streit-)Wagen’; anders RASMUSSEN, New Sound 154-5: der Themavokal in *rot-e-h;- könne
nicht in die Schwundstufe treten, daher sei die Wurzel als *rer''- anzusetzen.
Modern red.
Vgl. McCone 174; der gleichlautende Konj. dagegen aus (neugebildetem?) *rer-se-.
508
*reudH-' ‘schreien, weinen’ IEW 867
Präsens *reudH-/rudH- ved. rodisi ‘du weinst’?
Dav. uru6on ‘sie weinen’
[alat. rudö, -ere ‘schreien, brüllen’*
[ае. (+) reotan ‘weinen, klagen”
alit. raumi “wehklage”®
3
: £ А = : 74
Aorist *rēudH/réudH-s- aav. raostā ‘weinte’
Kausativ *roudH-6éie- ved. äarodayat ‘ließ weinen’
[ačech. ruditi “betrüben’®
Neubildungen: them. Aorist ved. (AV) ärudat ‘hat geweint’ -
(M. К.)
Wegen fehlender Aspiration im Ved. ist *H vermutlich als *h, oder *h; zu bestimmen.
3p rudanti usw. erst spätvedisch sekundär thematisiert ruda- und roda-, vgl. Сото 275.
Mit dialektalem Ө statt д, das öfter bei them. Stämmen іт Jav. auftaucht.
Erst bei Persius rüd°.
Normale Umbildung zum R(e)-e-Präs. im Germ.
Modern raudu, raudöti, dial. auch гаити.
Wegen der R(e) im Med. eher s-Aorist als Imperfekt.
Sonst im Slav. nur das abgeleitete Imperfektivum aksl. (+) rydajọ, rydati ‘weinen’.
© м с Q bk une
1.*(h,)reud"-' ‘rot machen" IEW 872-3
Präsens *ru-neln-d"- air. -roind ‘rot färben’
Prreud"-e- gr. ёрғдбт ‘röte, färbe rot”?
an. (+) rjóða ‘röten (mit Blut)’
Aorist ?*réudifréudh-s- gr. ёоғдсоп ‘röten’*
Essiv *rud"-h,le- [lat. rubeö, -ёге ‘rot sein’
[air. ruidid “wird rot, schämt sich"
ahd. roten ‘rötlich sein, erröten’
[lit. rūdžiù, (radeti) ‘braun werden, гоѕіеп’®
r.-ksl. roždu, (rvdeti) sja ‘rot werden’
(М. K.)
Nominal gemeinindogermanisch: vgl. ved. róhita- = av. raoióita- ‘rot, rötlich’; ved. rudhird-
*(blut)rot' = gr. gogo = lat. ruber ‘rot’ usw. Zum Problem des Anlauts *(h;)r° vgl. Anm. 1
zu *(h;)reid-.
Fakt. Bedeutung aufgrund der Bedeutung des them. Präsens wahrscheinlicher.
Oder Neubildung zum s-Aorist?
509
4 Oder Neubildung.
*rudi- < *rudřē- < *rud"-ehjie-, Umbildung wie іт Lat: auch faktitiv ‘rötet, beschämt’, vgl.
МССОМЕ 44 mit Lit.
Mit sekundärem a, lett. noch rudét.
22.*reud"-" ‘roden’ IEW 869
Präsens ?*rudh-ié- an. (+) ryðja ‘roden, aufräumen”?
Neubildungen: R(e)-e-Präs. mhd. rieten “ausrotten’?
M.K.)
Außer im Germ. nur in dem av. Adj. raoióiia- ‘urbar zu machen’.
Könnte Denom. zu ruð ‘gerodete Stelle’ sein; ahd. riuten mit analogischer R(e) oder Denom.
An. riöda ist nicht nachzuweisen, es existiert nur hrióða, vgl. SEEBOLD 278, 378.
2
3
*(h)reug-” ‘rülpsen, erbrechen’ IEW 871
Aorist *reug-/rug- [gr. ovyov ‘erbrach’'
Präsens ?*ru-ne/n-g- [gr. ёооуубуо ‘“erbreche’?
*reug-e- gr. EpEüyouaı ‘erbreche’
lat. &-rügö, ere ‘ausrülpsen’
?[lit. riaugiu, (riaugeti) rülpsen’”
Prrug-ie- аһа. ita-rucken “wiederkäuen’®
Desider. ?*reug/rug-s- рг. Epevgouaı “werde erbrechen’
(M. K)
Zum Problem des Anlauts *(h,)r° vgl. Anm. 1 zu *(h;)reid-.
Homonym mit тору “ге”, das viell. auch hierher zu stellen ist; vgl. FRISK I 554-5.
Könnte analogische Neubildung zum Aorist sein.
Alit. auch athematisch raugmi ‘rülpse’; wohl sekundär, falls nicht ein (akrodyn.) Wurzelprä-
sens vorliegen sollte.
Typ im Germ. (außer denom.) nicht mehr produktiv, daherkaum als Neubildung erklärbar.
w N — о
510
*reuH-' “aufreißen’ IEW 868
Präsens *reuH-/ruH- ved. (YV™) Коп). rävat ‘wird verletzen’?
[lat. гиб, ere ‘wühlen, scharren’
[aksl. (+) rovo, (rvvati) ‘reißen, ausjäten’
toch.B rwatär ‘reißt heraus’, A Inf. гид
?*ruH-ié- an. rýja “Wolle abreißen’
aksl. (+) гу/о, (ryti) ‘graben’
Aorist ?*rčéųH/réuH-s- мей. ravisam RV 10,86,5 ‘schlage wund’”®
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. ráuju, (ráuti) ‘ausreißen, jäten’*
= (M. K.)
1 Im Ved. (wohl sekundär) teilweise Anit-Wurzel (VAdj. rutá-), dagegen zeigt im Germ. und
Bsl. die R(z) *rü- Langvokal, vgl. außerdem germ. *raww- < *rouH- in an. roggr m. ‘langes
Haar’; toch. rwa- spricht gegen Zb,
Zum Formenbestand von ved. rav- vgl. NARTEN 224-6.
3 Ур]. HACKSTEIN 78.
3 Neubildung nach NARTEN, l.c.; dazu mit analogischer R(ē) Inj. Med. ravista ҮМ".
Aus *rüje- oder *ru(u)e- normalisiert, vgl. STANG, Verbum 35, 48.
*reuh,-' ‘öffnen’ IEW 874
Perfekt ?*re-röuh,lruh)- toch.B Коп). rewät ‘du sollst/wirst öffnen”?
Neubildungen: se-Präs. toch.B rusentär ‘öffnen sich’, A rusenc “öffnen”
(M.K.)
Vgl. av. rauuah- n. ‘freier Raum’, lat. rs, rüris п. ‘Land’ germ. *rüma- “geräumig; Raum’;
*h, wegen toch. R(z) ru- < *ruh,-. Nach K. T. SCHMIDT, Koll. Erlangen 507-14 geht toch. ru-
jedoch auf *A;ru- zurück und ist und mit ved. дра rnoti, gr. ğovvuı sowie lat. aperire ‘öffnen’
usw. (s. Sher, *ђег-, *Huer-) unter einer Wurzel *h;uer- ~ *hzur-/*hzru- zu vereinigen; dies
ist schon deshalb fragwürdig, weil die Bedeutung ‘öffnen’ überall sonst nur mit Präverbien
der Entfernung erscheint, bei toch. ru- dagegen im Simplex.
Neubildung möglich; in diesem Fall wären keine ererbten Primärstämme belegt.
3 S. HACKSTEIN 77.
*reup- ‘brechen, (zer)reiBen (intr.)”” IEW 870
Aorist *reup-/rup- lat. rapi ‘brach, zerriB etw.’'
511
Präsens *ru-né/n-p- [ved. (АУ) lumpáti ‘zerbricht etw.”
[lat. rumpö, ere “etw. brechen, zerreißen’
?*rup-ié- ved. (TB) rúpyati “hat reiñende Schmerzen"?
?*rup-éie- aav. игйрайеїтїї Y. 48,10 "haben Bauchkrämpfe’”*
Kausativ *roup-éie-* ved. (A VP) ropayati ‘verursacht Schmerzen’,
(JB) lopayati ‘läßt zerbrechen’
an. (+) reyfa ‘durchbohren, zerreißen’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. an. (+) rjúfa ‘brechen, zerreißen’°
Perfekt ved. (SB) Ішора “hat zerbrochen’
an. (+) rauf ‘brach, zerriß’
(M. K.)
Wohl eher intr. (vgl. besonders aav. urūpaiia-), die tr. Verben der Einzelsprachen können auf
dem Nasalpräsens bzw. Kausativ beruhen.
Am einfachsten als direkter Fortsetzer des Wurzelaorists zu erklären; vgl. liqui, uidi (s.
*leik“-, *ueid-), Bedeutung vom zugeordneten Nasalpräsens.
Im Ved. sekundäre Spaltung in rop- ‘Schmerzen haben’ und lop- ‘zerbrechen’.
lir. oder ved. Neubildung mit fientiver Funktion möglich.
3% Wohl iterativ, vgl. TICHY, Sprache 39 (1997) 97-8.
Alter unsicher; im Ved. relativ spät bezeugt und nach den neuen Wurzeln (s. Anm. 2) ge-
trennt; auch im Germ. Neubildung möglich.
Neubildung nach dem Präteritum, das selbst auf (früherer) Perfektneubildung beruht.
*reus-' ‘wühlen’ IEW 870-1
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. rausin, (raŭsti) ‘wühlen, graben”?
(M.K.)
Primäre Verbalstammbildungen nur im Bsl., dazu germ. Nomina wie ап. reyrr m. “Steinhau-
fen’.
x Kausativ ?*rous-éie- aksl. (+) ruso, rušiti “zerstören, vernichten’
Wahrscheinlich Neubildung; r analogisch entpalatalisiert.
512
?*(s)bheng-! “leuchten, glänzen" IEW 989-90
Präsens *(s)bhéng-e- gr. фёуув ‘leuchte, scheine’
?[lit. spengin, (speñgti) *(nach)klingen*?
Essiv *(s)bhng-h,ié- lit. spingiu, (spingeti) ‘flimmern, glitzern;
(nach)klingen’
(M. K.)
! Mit SIEBS’ Gesetz *spheng-. Im Balt. schwankt die Intonation: neben der nach WINTERs Ge-
setz (s. Anm. 1 zu *р^ер"-) erwarteten Akutierung erscheint auch (unerklärte) Zirkumflektie-
rung. Von IEW 990 angeführtes ae. spincan ‘Funken sprühen’ scheint ein Ghostword zu sein;
Fehler für spircan?
Mit Übertragung auf akustische Sinneswahrnehmung.
*(s)drerb"-" ‘fest/starr werden” IEW 257, 1024-5
Aorist ?*(s)dhérbh-/(s)dhrbh- [ksl. u-strobe ‘wurde reif”
Präsens ?*(s)drerb"-e- ae. (+) deorfan ‘sich mühen, in Gefahr sein,
zugrunde gehen’;
аһа. (+) sterban ‘sterben’
Perfekt ?*(s)dhe-(s)dhórbh/(s)dhrbh-
[ae. (+) dearf ‘mühte sich, ging zugrunde’;
[ahd. (+) starb ‘starb’
Kausativ ?*(s)dhorbh-éie- aksl. (+) u-strabljo, -strabiti “gesund machen’
Neubildungen: Nasalpräs. russ. (+) sterbnut’ ‘hart werden, erstarren, absterben”
(Th. Z., M. K.)
Mit SIEBS’ Gesetz *sferb*, ohne s mobile nur germ., die betr. Wörter werden allerdings meist
getrennt und mit lit. dirbti ‘arbeiten’ (s. *derb") verglichen.
Vgl. gr. стёррос п. “Haut, Fell’, an. stjarfi ‘Starrkrampf , stirfinn “trotzig’. Daraus einerseits
(slav.) ‘reif, gesund werden’, andererseits (germ. slav.) ‘erstarren, zugrunde gehen, sterben’.
Neu zum them. Aorist *storb-e-.
513
*sed- ‘sich setzen’! IEW 884-7
Aorist *sed-/sgejd- ved. Konj. sädathas “werdet euch setzen”,
[ásadat "hat sich gesetzt’
[arm. лесам ‘setzte sich (auf ein Reittier); gur?
[gr. &ew ‘setzte sich”
[lit. sedau ‘setzte mich"
[aksl. (+) sed» ‘setzte mich"?
Präsens 2*séd-/séd-Š ?ved. sadád-yoni- КУ 5,43,12 ‘auf seinem Platz
sitzend’
9[air. -said, sedait ‘sitzen, sich setzen”?!
?[an. (+) sitja ‘sitzen’
Yalit. sedmi, [lit. sedu, (sesti) ‘sich setzen"?
*çi-sd-é- ved. sídati ‘setzt sich"
jav. -Shiöaiti ‘setzt sich’'"
arm. n-stim ‘sitze, setze mich’!
gr. бо ‘setze mich; sitze; lasse sitzen’'
lat. sidö, -ere ‘sich setzen" !?;
?umbr. -sistu ‘-sidito”!*
[apr. sindats, syndens, sidans ‘sitzend’"”
[aksl. (+) sedo, (sesti) ‘sich setzen’'®
2
Perfekt!’ Prse-söd/sd- ved. sasäda ‘sitzt, hat sich gesetzt’"®
jav. Opt. ni-hazdiiät ‘würde sich einsetzen
lat. sēdī ‘setzte mich, saß’'?
air. do:es-sid “hat gesessen’, [stasair ‘saß’?!
[got. (+) sat, setun ‘saß(en)’
?[aksl. Ptz. Prät. Sod» “gegangen”
‚18а
Kaus.-It. *sod-eie- ved. sädäyati ‘setzt, läßt sitzen’
jav. -Säöaiieiti ‘setzt’
air. a-t:suidi “hält fest’, mkymr. anho- ‘verjagen’?
got. (+) -satjan ‘setzen’
?aksl. (+) choZde, choditi "gehen?
3
*söd-ie- [air. sädid ‘steckt’; mkymr. gwa-hawd ‘lädt ein’?
[aksl. (+) saždọ, saditi “setzen, pflanzen’
Desider. ?*sed/s.d-s- ved. Іру. sätsi “setz dich!”
air. Konj. 15 -sius “ich würde sitzen’
‚Irsi-sd-se- air. Fut. seiss ‘wird sitzen””®
Neubildungen: s-Aorist gr. Eooaı ‘setzen, sitzen lassen’
umbr. Fut. ex. -sesusr”
514
Fientiv aksl. sëdëchs ‘saß’
Essiv?? [lat. sedeö, -ёге ‘sitzen’; umbr. zeref/serse ‘sitzend’
lit. sedZiu, sedeti ‘sitzen’
aksl. (+) sëzdo, sëdëti “sitzen”
(M. K)
Zur Grundbedeutung der Wurzel und der Opposition zu *h,eh;s- ‘sitzen’ vgl. SPECHT, KZ 62
(1935) 42-51; BARTON, Sprache 31 (1985) 21"; genaue Parallelen in der Formenbildung
zeigt teilweise *legf- ‘sich legen’ neben 1.*kei- ‘liegen’. Aus ‘sich wohin setzen’ — ‘wohin
gehen und sich setzen’ scheint sich mit Präverbien teilweise ‘wohin gehen’ entwickelt zu
haben, vgl. ved. úpa sad ‘sich zu jmdm. setzen; herantreten’, gr. óóóç f. ‘Weg’, aksl. chod» m.
‘Gang’; im Slav. auch im Verbalparadigma Trennung von *söd-/sad- ‘sich setzen’ (antekon-
sonantische Wurzelform gemäß WINTERs Gesetz, s. Anm. 1 zu *b’eg*-) und *$od-/chod- *ре-
hen’ (antevokalische Wurzelform). z
Nur RV 5,67,2; sonst thematisiert, vgl. CARDONA, Language 39 (1963) 15. Nach KLINGEN-
SCHMITT 130 ist ved. sáda- aus *sáda- < *sēde- < *se-sd-e- (s.u. Anm. 5) umgebildet; ein
Aoriststamm *säda- wäre aber neben dem morphologisch abseits stehenden Präs. sida- kaum
zu sáda- regularisiert worden.
Umbildung des Wurzelaorists zum s-Aorist *sed-s- nach BARTON, IF 94 (1989) 147. Dazu
neues Präsens hecanim. Dagegen nach KLINGENSCHMITT 195-6 aus einem Präsens *sed-ie-,
wobei aber der Übergang in den Aorist schwer zu erklären wäre.
Aus augmentiertem thematischem *e-sd-e- mit sekundärer Behauchung, vgl. CHANTRAINE,
Gramm. Hom. I 336 (möglich wäre auch Herleitung aus redupliziertem *se-sd-e-, das aber
nicht weiter zu stützen 151); das Medium dient zur Verdeutlichung der intransitiven Geltung.
Bei Homer normalerweise Aorist, erst sekundär Präsens &eaı Od. 10,378, vgl. RISCH, Gno-
mon 37 (1965) 3, letzteres daher kaum aus einem alten Präs. *sed-ie-.
Im urspr. athem. Paradigma wurde die durch WINTERs Gesetz (s. Anm. 1 zu *b*eg*-) entstan-
den Wurzelform *sëd- wohl schon urbsl. verallgemeinert. KLINGENSCHMITT 130 setzt redupl.
*se-zd- an,dasbsl. und iir. zu *söd- dissimiliert worden sei; doch isteine zweite, reduplizierte
Aoristbildung im Uridg. kaum zu motivieren.
Der Ansatz eines akrodyn. Präs. beruht in erster Linie auf ved. sadad- und dem möglicher-
weise zugeordneten Kausativ *söd-ie- und ist daher ziemlich unsicher.
Zum ie-Präsens umgebildet, got. sekundär einfach them. sitan, wohl nach ligan.
Vgl. ISEBAERT, Koll. Salzburg 201 mit Lit. Nach KLINGENSCHMITT 130° ist das lit. Präs. al-
lerdingsnach dem Prät. und Inf. umgebildet aus *sid-.
Nicht hierher heth. sesd-/sisd- ‘wachsen’, s. *sesT-.
Schon ur. *sida- durch frühe Dissimilation mit Ersatzdehnung, vgl. KLINGENSCHMITT 129;
Annahme uridg. Alters der Dissimilation ist aber unnötig.
< *ni-sizde-, vgl. KLINGENSCHMITT 129-31. Der Aorist n-staw geht wohl auf das Imperfekt
zurück.
Bei Homer ist das Aktiv meist intr.; die fakt. Bedeutung erklärt sich als Neuerung zum sekun-
dären (die Intransitivität verdeutlichenden) Medium Sou ‘setze mich’, vgl. SPECHT, І.с. 50.
In Komposita auch faktitiv ‘setzen’.
< *sizdetöd oder mit nachlässiger Schreibung für *sirstu < *sidetöd, falls nicht vielmehr eine
Entsprechung zu lat. cödere vorliegt, vgl. MEISER, Habil. 8297.
Alle für sind-a-, mit sekundärer Nasalierung aus *sida-, dissimiliert aus *sizde-, vgl. KLEIN-
GENSCHMITT 129-30.
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Wie im Apr., vgl. KLINGENSCHMITT 129-30. Die Nasalbildung könnte von leže- ‘sich legen’
übertragen sein.
Da ‘sitzen’ im Uridg. bereits durch den Stativ *h,Eh,s- bezeichnet wurde, ist ein Perfekt zu
*sed- eigentlich überflüssig, im Gr. wird es durch guor suppliert.
Sekundär auch ‘hat gesetzt’ mit der Bdtg. des Kausativs. Der schwache Stamm sed- < *sa-zd-
ist eine der Quellen des ved. e-Perfekts. Vgl. KÜMMEL, Perfekt 542-4,
KÜMMEL, Perfekt 676-7.
Vgl. MEISER, Habil. $297. Urspr. nur Perf. zu sidere, sekundär auch zum Zustandsverb sede-
re, vgl. ibid. 8126.
< *de-en-sesod-e, THURNEYSEN 427.
Aus *sead- < *sesod- mit zusätzlicher s-Suffigierung im narrativen Präteritum (durch Konta-
mination mit einem s-Aorist *sess-?), THURNEYSEN 427.
Außerdem im Ptz. Perf. šel», Verbalnomen $estije; mit slav. Reduktionsstufe *sod- (für *zd-)
und š° aus Komposita, vgl. VAILLANT III 176.
Verbalnomen anhos, 35 enhy; mit sekundärer Angleichung an arho- ‘warten’ (s. 2. *hzues-,
*ses-), vgl. SCHUMACHER 47.
Oder Denominativ zu chod» ‘Gang’, Anlaut übertragen aus der Verbindung mit Präverbien.
Wohl aus *söd-iie- zu *sädi- umgebildet, vgl. SCHUMACHER 225.
Mit sekundärer *eie-Flexion, falls nicht erst innerslav. Bildung zum Grundverb sësti.
Dazu ist gebildet Konj. satsat ‘soll sich setzen’, vgl. CARDONA, Language 39 (1963) 15-6;
NARTEN 262-3.
Vgl. МССОМЕ 174.
Gr. Faktitivneubildung, vgl. CARDONA, l.c. 14-6.
Vgl. MEISER, Habil. $297.
Wohl aus *sede/o- > tseid- : sed- in Analogie zu laig- : leg- ‘sich legen, liegen’ (s. */eg"-) zu
said- : sed- umgestaltet, vgl. МССоме, Ériu 42 (1991) 828,
Ersatzbildung für (in den betreffenden Sprachen verlorenes) uridg. *h,Eh;s-, vgl. die analoge
Erscheinung bei */eg"- für *kei-.
Daneben kommt пиг im Alech. auch sederi mit kurzem *e vor, vgl. VAILLANT III 391, der
mit sekundärem Entstehen rechnet.
жеб! “überwältigen, їп den Griff bekommen’' IEW 888-9
Aorist *seg"-/sg"- ?ved. Рх. Med. pra-sahaná- RV 10,99,2
‘besiegend’,
?2s Konj. sáhas RV 1,174,8 ‘wirst überwinden’?
[gr. &oxov ‘brachte zum Einhalten, hielt fest”?
Präsens ?*si-séĝ”/sĝ"- [gr. суо ‘bringe zum Einhalten, halte fest’*
a ved. sähate “überwältigt, besiegt’
gr. &1o ‘habe, halte’, тук. 35 е-е /ekhei/
Perfekt *se-sög"lsg"- ved. säsäha ‘hält bezwungen, ist siegreich’””,
[Med. sasähe ‘hat bezwungen”
Iterativ *sog"-6ie- gr. öx&o ‘habe, halte”
516
Desider. *seg"/sg"-s- меа. Konj. saksat ‘wird überwältigen’
gr. Fut. ёо ‘werde haben, werde halten”
Neubildungen: s-Aorist ved. 15 Med. asäksi ‘habe überwältigt?
a ш N —
с ч a u
(Th. Z., M. K.)
Vgl. uridg. *séĝ”-os- n. ‘das Überwältigen’ in ved. sähas- ‘Stärke’, got. (+) sigis ‘Sieg’.
Die Form kann an der Stelle auch als Nomen aufgefaßt werden; siehe Сото 325.
Semantisch vom them. Präs. (s.u.) unterschieden, vgl. LfgrE s.v. &w.
Oder altes *sí-sĝ"-e-. Semantisch dem them. Aor. entsprechend, viell. Neubildung zu diesem.
Alte präsentische Bildung, s. KÜMMEL, Perfekt 563-5; 567. Kurzvokalische Reduplikation ist
metrisch oft vorzuziehen, s. KÜMMEL, ibid. Schwacher Stamm ursprünglich Tsah- < *sāj"- <
*sezg"-, vgl. Ptz. sahvárñs- (daraus die sekundäre Wurzelform säh- in Opt. Aor. sahyáma
u.a.); jedoch früh analogisch durch stark säsah- ersetzt; vgl. KLINGENSCHMITT 129 mit Anm.
4; KÜMMEL, ibid. 565.
Aus *säh- verdeutlicht; daneben auch jünger Ptz. sehänd-, KÜMMEL, Perfekt 565-7.
Lautlich mit dy&oueaı ‘fahre’ zusammengefallen; s. *ue$"-.
Futur zum them. Präs. drot zu ісус und dem them. Aorist dagegen Neubildung oyrjow.
Vgl. NARTEN 264-5.
1.*seg-' "hetten, anhängen’ IEW 887-8
Aorist *ség-/sg- ved. Med. лї... asakta ‘hat sich etw. angehängt’?
Präsens *s-ne/n-g- [aksl. pri-sego, (-sesti) “anfassen, ergreifen”
*seg-e- ved. (a-)sájati ‘heftet an’
ap. 15 frāhajam DB II 78 “hängte auf’
lit. segù, (segti) ‘heften, schnallen’”*
(Th. Z.)
Vgl. KLINGENSCHMITT 185?°. Die ved. (nachrgved.) Wurzelform sañj- in Perf. Br. sasañ ja,
Aor. Pass. Вг. asanji, AV ра!-ѕай јіп- ‘mit Fußfesseln’ ist analogisch entstanden, Zusammen-
hang mit dem n-Infix-Präs. ist denkbar.
Mit Reduktionsstufe bzw. analog. R(e).
Die Bedeutung basiert auf dem Med. ‘sich an etwas anklammern’. Dazu die Weiterbildungen
aksl. (+) -segnpri und -seZo, -se(d)zati ‘berühren, ergreifen, fassen’; vgl. VAILLANT III 185.
Mit Verallgemeinerung der antevokalischen Wurzelform ohne WINTER-Dehnung (s. dazu
Anm. 1 zu *bfeg"-).
517
2 äeef ‘salben’ IEW-
Präsens *s$-ie- heth. iskiyanzi ‘salben’
(M. K.)
! Oder *se$”*-, nur anatolisch, vgl. heth. sakan- ‘Öl’, dazu und zum Wurzelansatz s. RIEKEN,
AOF 23 (1996) 293-4.
*seHdh-' ‘zum Ziel kommen, gelingen’ IEW 892
Präsens *seHd"-e- ved. sädhati ‘läßt gelingen’,
Med. ‘gelangt zum Ziel’
*sHd"-ie- ved. sidhyati ‘gelingt, gelangt zum Ziel’
Kausativ *soHd"-é ie- ved. sādháyati ‘läßt gelingen, bringt zum Ziel’
(Th. Z.)
1 Verbal nur indoar.; zur sekundären Wurzelform *sid"- in рг. 904 ‘gerade, gerecht vgl. RIX,
FS KNOBLOCH 345-6; weitere Literatur zum Wurzelansatz in EW Aia II 723.
*seh;- ‘eindrücken, einsetzen’ — ‘säen’' IEW 889-90
Aorist ?*séh,-/sh;- lat. ѕгиї ‘säte’?
Yaksl. уъ-5ё “säte”?
Präsens *sé-soh/sh;- Паг. serö, -ere ‘säen, anpflanzen’*
*sh)-ie- [heth. 3s sai, 3p Ipv. siyandu
‘drücken, einprägen, siegeln”
*seh,-ie- got. (+) ѕаѓап ‘säen”
lit. seju, (seti) ‘säen’
aksl. (+) sëjo, (seti, sejati) “säen’
Desider. ?*si-shj-se- heth. sissatti ‘siegelst, prägst ein’?
Neubildungen: Perfekt got. (+) saiso ‘säte’
(Th. Z.)
Ursprünglich wohl durch einzelnes Einsetzen des Saatgutes im Boden.
Vgl. SOMMER, Handbuch 560: für *se-m. Könnte auch Umbildung eines s-Aor. sein.
518
So Codex Marianus ап der Stelle Mt. 13,31 (Codex Zographensis: уъ-5ёё); vgl. MEISER, Ha-
bil. $257,2 Anm.; se könnte auch einen s-Aor. *söhj-5-t fortsetzen.
Vgl. Ех, GS KURYŁOWICZ 406. Beim Ansatz *si-seh,/sh)- müßte man für lat. serö Voka-
lismus nach den Komposita annehmen, da *i > e / r nur in Mittelsilben gilt (so MEISER, HLF
§52,2; nach PARKER, Glotta 66, 1988, 221-41 jedoch lautgesetzlich auch in Erstsilbe). Zur Se-
mantik vgl. noch inserö, (ins2uf) ‘setze ein, pfropfe’.
Vgl. OETTINGER 473-4; zur Trennung von siye- ‘werfen, schleudern’ (s. 2.*h,es-) KIMBALL,
GS CowGiLL 166-7.
< germ. *se(j)a-.
Š Vgl. KIMBALL, l.c. 180.
1.*seh(i)-! ‘loslassen’? IEW 889-91
Aorist *séh,-/sh;- ved. (áva, ví) sat “macht los, spannt aus"
Лук. hadi, Prät. hadé “läßt’®
Präsens ?*si-né/n-h- [lat. sino, -ere ‘lassen, zulassen, gestatten”
*shjl-e- ved. (áva, vi) s(ydti “macht los, spannt aus”
heth. siezzi “schießt”
Kausativ ?*sohi-éie- ved. (Y VP) ava-sayáyati “läßt ausspannen’®
Perfekt ?*se-sóh/shj- [kluw. sai ‘läßt’, sātta “ließ”
M.K.)
! Zum Ansatz vgl. MELCHERT, HS 102 (1989) 36-8, 40-1; KÜMMEL, Perfekt 549-50.
Daraus auch ‘entsenden’ --> ‘werfen, schleudern, schießen’ in heth. siye- (s.u.) und Nomina
wie ved. säyaka- m. n. “Wurfgeschoß’, prásiti- f. "Dahinschießen’.
Nicht als ‘binden’ zu sinäti, *shzei-, s. KÜMMEL, Perfekt 549-50.
Überführung ins Präsens wie bei adi, tadi zu *Hieh,-, *d*eh,-, vgl. MELCHERT, l.c. 38-41.
Vielleicht besser hierher als zu *rkei- (s.d.) oder *shzei ‘binden’ (Rıx, GS KURYŁOWICZ 404);
Infigierung in die metathetierte R(z) *sih,- < *shji- wie auch sonst, vgl. z. B. *kri-ne/n-h,- zu
*krih)- < *krhji-, s. *kreh,(i)-. Das lat. Perfekt siris, siui wäre dann jedoch problematisch,
vielleicht aus s-Aorist *sehji-s- > ital. *sei-s- mit innerlat. Ersatz von *seis- durch *seiu- (vgl.
MEISER, Habil 8167)?
Morpholog. Zuordnung zum fudati-Typ nach KULIKOV, Koll. Erlangen 267-279; ein ie-Prä-
sens *shj-ie- hätte wohl eher analogisch Zei vd. ergeben.
Vgl. MELCHERT, Le, 37-8. Oder zu 2.*hyes-, s.d.
Der Belegstand spricht eher für eine Neubildung (analog. zu payaya- ‘trinken lassen’).
Umbildung analog zu tätta ‘stand’ usw. (s. *steh>-); vgl. MELCHERT, Le 32-8. Dazu Iterativ
sa-ssa-, ibid. 33-4.
519
2.*sehj(i)- ‘sieben’ IEW 889
Präsens *sehj-ie- aksl. ѕё/о, (seti, sejati) ‘sieben’
Alit. sijöju, (sijöti) “sieben”
(Th. Z., М.К.)
Mit į z.B. *sehji-to- > lit. sietas, skr. sito ‘Sieb’; ohne i z.B. *séh,-tlo- > ап. sáld ‘Sieb’. Viel-
leicht als ‘durch-lassen’ ursprünglich identisch mit 1.*sehj(i)-.
Könnte auf *sija- < *s2ja- (analogische Übernahme der Biz) vom Prät.) aufgebaut sein.
Oder denom.; vgl. RASMUSSEN 57.
Prsehjk gi ‘da sein, angekommen sein’ [IEW 893]
Aorist ?*sehjk-Ishjk- arm. hasi “Кат an"?
Präsens Prsehyk-e- gr. ўк@ “bin angekommen, bin da”
(M.K.)
Zusammenhang mit *seik- ‘erreichen’ lautlich kaum möglich.
Mit verallgemeinerter R(z); wohl besser hierher als zu *h,nek- (s.d.), vgl. GARCÍA RAMÓN, FS
FORSSMAN 58-9 mit Lit. Dazu neugebildet Präsens hasanem.
Mit perfektartiger Semantik, die spätgr. auch Perfektflexion bewirkt, jedoch nicht ohne weite-
res als altes Perfekt erklärbar, vgl. FRISK I 628. Vielleicht liegt urspr. ein thematisiertes akro-
dynamisches Wurzelpräsens *seh,k-/seh)k- vor, das nach KÜMMEL, HS 111 (1998) 191-208
auch eine durative Folgehandlung (hier von aoristischem ‘Апкоттеп’) bezeichnen kann.
*sehp-' ‘(durch Schmecken) wahrnehmen’ IEW 880
Aorist *seh,p-Ishyp- osk. sipus “wissend’, volsk. sepu?
Präsens *sh,p-ie- lat. sapiö, -ere ‘schmecken, wissend sein’
as. biseffe ‘bemerken (?)’,
аһа. *int-seffen ‘bemerken, vernehmen”?
Perfekt ?*se-söhplship- as. af-söf, аһа. int-suob ‘nahm wahr, bemerkte’
(Th. Z.)
Denkbar auch die Ansätze *seh,,;p-, *sHep- oder *sap-; dann wäre *2 in osk. sipus “wissend’,
volsk. sepu analogisch nach dem Тур *apiö, *ё р- zu erklären.
Nach MEISER, Habil. 872, $187 liegt ein Dehnungsperfekt *se p- für Tsesp- vor.
< *saf-ja-, st. Verb, mit Verschiebung des Akzents auf die Wurzel. Vgl. SEEBOLD 383.
520
*seh;P- ‘einer Fährte nachgehen’ IEW 876-7
Präsens ?*seh$-Ism@- — [air. -saig ‘geht (einer Sache) nach, sucht"
[got. (+) sakan ‘gerichtlich streiten, Vorwürfe
machen’
*seh,ß'-ie- heth. sakiya-"" ‘offenbaren’!
lat. 52910, -ire ‘spüren, wittern’
got. (+) sokjan ‘suchen’
Iterativ ?*soh;@'-éie- gr. ўуёоцол, dor. @уёоиол “führe, meine”
Neubildungen: Perfekt ?air. Prät. siacht “suchte”
got. (+) sok ‘stritt, machte Vorwürfe’
(Th. Z., М.К.)
Vgl. MELCHERT, AHP 69; wegen des langen a nicht Denom. von sagai- ‘Omen’.
Nach TUCKER 170 епот. zu -nyo- in страт- пубс usw., also von 1.*hza$; Aspiration und
Rektion (Dat.) dann nach SZEMERENYI, Scr. Min. 1398 vom Antonym ёлоџол ‘folge’ übertra-
gen; ebenso könnte man auch das Med. erklären. Falls zy&ouaı doch hierhergehört und pri-
таг ist, muß analogische Einführung der R(e) bzw. Vokalersatz *6 > à angenommen wer-
den, wie er im Perf. regulär ist.
3 Entspricht *sh3'-&-; semant. wohl über **еіпе (gerichtliche) Untersuchung vornehmen, aus-
schnüffeln’.
Gegen LIV' kein je-Präs., sondern thematisch: von saig- < *sag-e- aus analogisch in die
Flexion von -laig, -legat übergegangen, als ob *seg-e- vorläge: 3p segait, -segat.
5 Vgl. WATKINS, Celtic Verb 167.
(1.)*seh;(i)- ‘binden’ entfällt, s. 1.*seh,(Ü)-, *shzei-
1.*seh;(i)- ‘satt werden” IEW 876
Aorist *séh,-/sh;- gr. Inf. dueveı Il. 21,70 ‘sich sättigen, satt werden’,
lp Konj. &wuevIl. 19,402 ‘haben genug”
Präsens *si-ne/n-h,-" [ved. Ptz. d-sinvant- ‘unersättlich””
[toch.A 3p ѕітѕейс, 3p Med. simsantär,
В /sinask°/ Akt. “sättigen’, Med. ‘satt werden’
*sehz-le- [gr. deraı Hes. Sc. 101 ‘sättigt ѕісћ””
toch.B 3p soyem “werden satt’?
6
Neubildungen: s-Aorist gr. (IL) Inf. боол ‘sättigen’, Med. сеооа ‘sich sättigen’
(Th. Z.)
521
Von der i-losen Wurzelform auch das ri-Abstraktum *sähz-ti-/*shy-tei- in lit. sótis f. ‘Sätti-
gung)’, air. sáith f. ‘Sattheit’, lat. satis ‘genug’ und das УАП]. *sh;-tó- got. (+) saps ‘satt’, рг.
@-отос ‘unersättlich”.
Für intr. Wurzelbedeutung auch HACKSTEIN 299. HARDARSON 207 nimmt dagegen tr. ‘sätti-
gen’ als Wurzelbedeutung an, weil bei intr. ‘satt werden/sein’ das Med. von gr. бето: unmoti-
viert sei; duevaı und Zoe müssen dann auf Fientiv *shzäh,- ‘satt werden’ zurück geführt
werden.
Emuev< *ђоцєу < *sa-o-men.
Zur R(z) mit Laryngalmetathese *sihz-.
Aus ‘nicht satt werdend’; es kann (thematisiertes?) *si-nö/nu-, Umbildung von *si-nälni- <
*si-ne/n-h;-, zugrunde liegen.
° Mit sk recharakterisierter Präs.-Stamm; siehe HACKSTEIN 325.
7 Mit analogischer Kürzung des *ā. Oder *sh;-éie-; siehe HARDARSON 207. Das Med. zur Ver-
deutlichung der intr. Funktion.
Nach HACKSTEIN 300 eher aus *sehz-ie- als aus *sh;-ie-. Davon die westtoch. Sekundärwur-
zel soy- ‘satt werden’ in Prät. 3p soyäre u.a.
t
22.*seh;(i)- ‘toben, wüten’'? IEW 877
Präsens *sehz-ie- heth. зай ‘“zürnte”
(Th. Z.)
! Miti lat. saeuus “wütend, grimmig’, das auch zb: erweist.
Viell. ursprünglich metaphorisch *‘etwas satt sein’ zu 1.*seh;(i)- ‘satt werden’ (M. K.).
2 Vgl. EICHNER, Sprache 24 (1978) 1608; Schwund von */; vor *i.
la
*seib- “fließen lassen’ IEW 894
Präsens *seib-e- gr. ер. eio ‘lasse fließen’, Med. ‘rinne herab’'
mnl. sipen ‘tropfen’, mhd. sifen ‘fließen (Blut)”?
?toch.A siptär ge
(Th. Z.)
! Mit ep. Psilose (H. R.).
Siehe SEEBOLD 391.
Präs. I oder II zu toch.A sip- ‘bestreichen, salben’. Vgl. POUCHA 374, VAN WINDEKENS I
427-8. Könnte auch ein Wurzelpräs. fortsetzen.
522
?*seid"- ‘wegtreiben’ IEW 892
Präsens *seid"-/sid"- [ved. sedhati “treibt weg, hält ab’
?[jav. apa.hiöat “trieb davon (intr.)”'
Neubildungen: s-Aorist ved. is-Aor. 2s Inj. mă prá sedhis RV 10,27,20 ‘treibe nicht
fott". s-Aor. Is apa *asaitsam? JB ‘habe weggejagt’
Perfekt ved. sisedha RV 1,32,13 ‘hat abgewehrt”
(Th. Z.)
Vgl. HINTZE 287 mit Lit.
Emendiert für handschriftl. apäsitsam; vgl. HOFFMANN, IIJ 4 (1960) 27; NARTEN 267.
3 Siehe Сото 326-7”; KÜMMEL, Perfekt 571-2.
*seik- ‘erreichen’ IEW 893
Aorist *séik-/sik- [gr. Zero ‘gelangte hin, erreichte’
Präsens *seik-/seik- [lit. sfekiu, (siekti) “wonach langen; erreichen,
reichen bis"
?*si-sik-é- gr. Dem ‘komme, gelange hin’?
*sik-neulnu- [gr. іку ‘komme, gelange hin’,
[їкъёонол ‘komme, gelange hin’
?[toch.B siknam ‘schreitet’
Perfekt *se-söiklsik- [umbr. Fut. ex. pru-sikurent ‘bestätigen’
[toch.B Konj. saikam ‘wird schreiten’
Neubildungen: s-Aorist gr. ige, Iov (ер.) ‘gelangte(n)’
(B. S,M.K.)
Ansatz der R(&) wegen der Akutierung; sollte dieser anders erklärbar sein (Kontamination mit
*sehjk-, KLINGENSCHMITT 21399), kënnte auch ein neugebildetes ¿e-Pràs. mit R(e) angesetzt
werden.
Oder thematisiert aus athem. *si-seikl/sik-.
hikäne- < *hikanue- < *siknu-e- von der 3p aus; *hikneue- thematisiert vom starken Stamm
*hikneu- aus, vgl. RISCH 271.
Umbildung von *sik-nu- zu *sikna- mit -a- nach Kon). *saika-?
Mit Reduplikationsverlust im Kompositum; ‘schwören’ aus ‘ergreifen’ 4 ‘greifen nach’, vgl.,
MEISER, Lautg. 87-8 mit Anm. 2.
*seik“-
Aorist
Präsens
Iterativ
Essiv
“ausgießen’
*seik"-/sik®-
*sij-neln-kY-
*seikt-e-
*soik#-eie-
ТИТА
Neubildungen: 5-Аогіѕї
Perfekt
Halle 2000).
| Vgl. KELLENS 151".
VAILLANT III 405,
м о әл А
*sek-
Aorist
Präsens
Dazu neu Kon). V sekas.
Vgl. NARTEN 267; oder vielleicht eher Umbildung des medialen Wurzelaorists (M. K.).
Vgl. FRISK 1717 s.v. (vue,
Teilweise mit auffälligem Fehlen der ruki-Reflexe, vgl. KÜMMEL, Perfekt 570-1.
523
IEW 893-4
[ved. asicat ‘hat ausgegossen’
ved. Ptz. f. ѕійсай- RV 10,21,3;
[siñcáti ‘gießt aus’
ау. hincaiti *begießt, gießt aus’
[sabell. *simpe- “ausgießen, schöpfen’”
ved. secate RV 10,96,1 ‘ergießt sich’
ahd. (+) sihan ‘seihen’
jav. Konj. (us ...) haēcaiiāt ‘wird entleeren’!
ahd. seihhen ‘pissen’?
s.-ksl. (+) soCo, (socati) “pissen”
toch.A 3p sikamtär “werden überschwemmt’*
ved. Is Med. abhí asiksi ‘bin gesalbt worden?
Эрг. Téa: óim0ñooeu Hsch. ‘seihen’®
ved. 3d sisicatur, 3p sisicur ‘haben ausgegossen’’
ahd. (+) seh ‘seihte’
(Th. Z.)
Thematisiert *sink"-e-, vorausgesetzt vom lat. LW simpulum ‘Schöpfkelle’ (Н. R., Vortrag
SEEBOLD 390; mit analog. Ausgleich des grammat. Wechsels.
Mit morphologisch irregulärem Inf. (Stamm soca- < *sik-a-, nicht їѕьёа- < *sik-E-), vgl.
“уегѕіереп, austrocknen (intr.)’ IEW 894-5
*sek-/sk-
Ik se-soklsk-
*s-neln-k-
[gr. ёскєто oo 11. 17,696 “die Stimme stockte’
[ved. sascasi RV 8,51,7 ‘versiegst’,
Ptz. d-sascant- ‘nicht versiegend’
[lett. sökstu, (sîkt) “versiegen, verschwinden’';
[lit. senkü, (sekti) ‘fallen, sinken (Wasserstand)”
[aksl. Aor. i-se&e ‘trockriete aus” А
Präs. /-зеёегъ “wird austrocknen""
524
Perfekt *se-sók/sk- ved. Ptz. f. d-sascusi- RV 9,86,18 *unversieglich**
Kausativ ?*sok-éie- ae. sengan, ahd. bi-sengen "sengen"
[aksl. (+) i-sọčọ, i-sọčiti “austrocknen (tr.), dörren’
(Th. Z,M.K.)
6
Nach KÜMMEL, Perfekt 542 viell. sekundär aus dem (präsentischen) Perfekt.
Weitergebildet aus *sink- mit suffixbedingter Akutierung.
Balt. *senka- mit analogischer R(e). Vgl. ENDZELIN 575-6.
< *snk-e-, der Stamm des Nasalpräsens ist als Wurzel abstrahiert.
< *snk-ie-, auch noch aruss. belegt, sonst früh durch ne-Präs. aksl. (+) i-sekng ersetzt, vgl.
TEDESCO, Language 24 (1948) 360-1.
4 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 541-2.
Westgerm. *sangija-. Setzt erheblichen semantischen Wandel "sengen" <— “austrocknen (їг.)’
voraus. Falls hierher, mit n-Infix nach dem germ. nicht erhaltenen n-Präs. wie slav. -so£iti.
Übertragung des infigierten n vom Präs.; oder Neubildung.
ь ш N = ©
*sekH-' “abtrennen’: 1. ‘schneiden’, 2. ‘unterscheiden’ IEW 895-6
Aorist *sekH-/skH- [lat. secui ‘schnitt ab’?
Präsens *sekH-IsekH-” [aksl. (+) seko, (sesti) “hauen, fällen’
*skH-ie- lat. secö, -äre “(ab-)schneiden, mähen’,
ne-sciö, -scire ‘nicht wissen’®;
А 4
umbr. Іру. П pru-sekatu ‘soll abschneiden” "°
í z б 5
?mir. tescaid ‘schneidet’
Perfekt *se-sökH/skH- “[heth. 35 sakki ‘weiß’, 2р sakteni “wißt”®
Neubildungen: s-Aorist aksl. -sese ‘hieben’
(Th. Z.)
Set-Wurzel aufgrund des lat. Perfeks secui; vgl. RIX, GS SCHINDLER 525-6.
< *seka-uai, kann Umbildung des Wurzelaor. sein, vgl. z.B. genui zu idg. *genh,-/Snh,-. Ei-
nen Aor. *sek-e- < *seka- setzt nach RIX, Le 526-7 auch das umbr. PPP pru-secetu voraus.
Zum akrodyn. Präs. vgl. EICHNER, Heth. u. Idg. 43°. Das ebenfalls hierher gestellte lit. į-/iš-
sekti ‘ein-/ausgraben’ findet sich in keinem gängigen Wörterbuch, sondern пиг bei BEZZEN-
BERGER, Beiträge zur Geschichte der litauischen Sprache, Göttingen 1877, 287; 290.
Simplex *s,KH-ie- > *sekaie- > secä-, komponiert *ne-skH-iie- > ne-sci-, dazu retrograd sciö
‘weiß’. Zum semant. Wandel ‘unterscheiden’ > ‘wissen’ vgl. mhd. geschide zu scheiden.
“Vgl. RIX, l.c. 526-7.
Könnte aus *ro-eks-skHie- hergeleitet werden.
Semant. aus ‘hat unterschieden’. Zuweisung zu *seh3£- ‘einer Fährte nachgehen’ (OETTIN-
GER 412-3 mit Lit.) aus lautlichen Gründen (Lautgesetz *h;jg > gg nicht erweisbar) schwierig,
s. MELCHERT, AHP 69.
525
l.*sek*- ‘sich anschließen’ IEW 896-7
Aorist *séku-/sku-
Präsens ?*se-sok*/sk*-
*sek*-e- Med.
Perfekt *se-sök*/sk*-
Kaus.-It. *sok*-eie-
Desider. *sek“/sk*-s-
Neubildungen: s-Aorist
ved. Ptz. Med. sacäna- ‘begleitet’, (KS) Ip Opt.
Med. sacimahi “mögen wir begleitet sein’!
aav. Is Konj. (2)? л2са Y. 46,1 ‘will mich
anschließen’, 3p Ipv. scantü Y. 53,2 ‘sollen sich
anschließen’
[gr. Eonöunv, (олёсӨоп) ‘folgte
ved. 3p säscati RV 1,101,3 “begleiten”;
[sisakti "begleitet"
[аау. Ip Kont" Med. hiscamaide Y. 40,4 ‘(werden)
folgen’, jav. @-hi$haxti ‘heftet sich an’
„2a
ved. säcate ‘begleitet’
aav. hacaite ‘schließt sich an, folgt’
gr. ёлоцол ‘folge, begleite’
lat. sequor, sequi ‘folgen’
[air. sechithir ‘folgt’®
?got. (+) sailvan "schen?"
lit. sekù, (sekti) ‘(ver)folgen’
ved. 3p sascur, sascire ‘sie folgen, begleiten”*
?got. (+) sah ‘sah’
jav. Konj. häcaiieni "werde folgen lassen
(d.h. zum Gefolgsmann machen)’
aruss. (+) оби, sočiti “suchen; verfolgen, anklagen’
?[alb. sheh ‘sieht, schaut’, Is shok?
?ved. Konj. saksat ‘wird folgen’
aav. ls Konj. haxšāi Y. 46,10 ‘werde folgen lassen’
gr. Ewouaı ‘werde folgen’
ved. 3p Med. asaksata ‘sind gefolgt’
(Th. Z., M. K.)
Nach NARTEN 262 viell. Neubildung für s-Aorist R V saksimáhi.
həca wird wegen der dreisilbigen Messung meist als (aktiver) Konj. Präs. aufgefaßt; vgl. z.B.
HARDARSON 120%, Siehe auch NARTEN, ҮН 288°. Ganz anders MONNA 63, 66-72.
2a
MER 83 mit Lit.
Aspiration der augmentierten Formen vom Präsens übertragen, s. DEBRUNNER, GS KRETSCH-
Kein Bedeutungsunterschied zu säcate feststellbar; vgl. Сото 319-20. Palatalisierung des
Wurzelauslauts analogisch. Nach KÜMMEL, Perfekt 540-1 könnte die a-Reduplikation vom
nahezu synonymen präsentischen Perfekt übernommen sein, wodurch die formale Grundlage
für den Ansatz der uridg. e-Reduplikation entfiele.
526
Überführung in den i-redupl. Typ im lir. (s. jedoch die vorige Anm.) Ved. gilt die Verteilung
i-Redupl. vor konsonantisch, a-Redupl. vor vokalisch beginnender Endung; vgl. Сото 3207”;
JOACHIM 164°.
Kann auch als them. Ind. aufgefaßt werden; so z.B. Сото 320”.
Reguläre Umbildung zum ie-Präsens (erst spät, wie die nicht durchgeführte Hebung von e er-
weist).
Wird oft unter Annahme semant. Wandels ‘sehen, im Auge haben’ < ‘(mit dem Blick) fol-
gen’ hierher gestellt.
< *‘sich angeschlossen haben’; vgl. KÜMMEL, Perfekt 538-40.
Uralb. *sahe/o-; nach HULD 114-5 < *sasoh- < *sok*-2-ske-. Aor. suppl. pashë (s. *peHs-).
Zur Semantik s. Anm. 7.
2.*sek#- ‘sagen’! IEW 897-8
Aorist жек“ [gr. Evi- one ‘erzählte, verkündete’
flat. in-quit ‘sagt, sagte’, Іру. in-que (РІ.) “sag!”
Präsens *sek!-e- gr. Evv- Era ‘erzähle, verkünde””
alat. Іру. in-seque, in-sece ‘erzähle, verkünde!’
air. in:choi-ssig “bedeutet, bezeichnet’*
Jakymr. hepp, mkymr. лер ‘sagt, sagte”
9110. sekù, (sekti) ‘erzählen’!
*si-sék”/sk!-® [gr. Evioow ‘spreche aus, kündige ап; tadle’®
flat. in-quit ‘sagt, sagte’, Іру. in-que (РІ.) ‘sag!’
Iterativ *sok®-eie- an. (+) segja ‘sagen, mitteilen’’
[lit. sakau, sakyti ‘sagen’
Neubildungen: ä@-Präs. air. con-secha ‘verweist, züchtigt’
a Q + w
Fientiv Ier. Еш. eve-ozrioo ‘werde erzählen’®
(Th. Z,M.K.)
Möglicherweise als ‘(Worte) anschließen’ urspr. identisch mit 1.*sek“-, vgl. MEISER, Habil.
8179.
Wie im Gr. thematisiert: *en-sk*-e-,; der Verlust von s ist allerdings nicht geklärt, vgl. z.B.
LEUMANN 212. Es könnten auch synkopierte Formen des Präsensstammes vorliegen, zur dia-
chronen Einordnung vgl. MEISER, Habil. $178-9. Oder viell. besser zum redupl. Präs., s.u.
vv metrische Dehnung, s. CHANTRAINE, Gramm. Hom. I 100-1.
< *ind-kom-sek*-e-t, vgl. THURNEYSEN 472.
Wird nicht flektiert,; Stammbildung kaum feststellbar.
Nur mit innerem Objekt päsak« ‘eine Geschichte erzählen’; ist ul als ‘einer Geschichte
nachgehen’ mit sekti ‘folgen’ identisch.
Ursprünglich mit terminativer Bedeutung gegenüber durativem *sek#-e-, HACKSTEIN, MSS 57
(1997) 36-7.
527
6b < *enhiklie- < *enhisk#ie- < *en-si-sk#-ie- (zur *ie-Weiterbildung vgl. iueipw «<- *sismer-, s.
*smer-) mit lautgesetzlichem s-Schwund vor CC; aus dem neugebildeten Futur *en-hisk“-se-
> *enhispse- > Evivo wurde eine Neowurzel enip- abstrahiert, dazu das analogische Präs.
Evinto und weitere Bildungen wie Aor. Evevırre, rjvinave, s. HACKSTEIN, l.c. 20-37.
& < *en-sisk“-e-, hierher nach HACKSTEIN, Le, 37-42, dort auch zur Priorität des präsentischen
Gebrauchs.
” Daneben auch Formen der e Klasse, z.B. аһа. sagen; vielleicht Umformung nach dem Ant-
onym *bagai- ‘schweigen’ (s. *ptehzk-).
š Neubildung zum Aor. nach øye- : oyńow (s. *se$"-); könnte auch auf Fientiv *sk#-Eh,/h,- auf-
bauen.
1.*sel-! “sich losschnellen, springen’ IEW 899
Aorist *sel-/sl- [ved. asarat ‘ist losgelaufen’
gr. @Ато ‘sprang’,
[Konj. @Аєтол епп) er springt
[toch.B Prät. Med. salate *hüpfte*?
Präsens *si-sellsl- ved. pra-sisarti “läßt laufen; streckt aus”
[gr. #@ААв@ ‘lasse losschnellen (Hände, Pfeil)’*
[toch.B Konj. II in Inf. sällatsi "werten"?
„la
*/-[ё- gr. ФАЛонап ‘springe, hüpfe’
lat. salió, -ire ‘springen, hüpfen’®
Perfekt *se-söllsl- ved. sasära ‘ist losgelaufen’, sasrvanıs- “im Lauf’;
sasre ‘ist losgelaufen; hat sich ausgestreckt?
[toch. Adj. B salamo, A salat “fliegend’’
Kaus.-It. *sol-eie- ved. (RV) sarayante ‘laufen’?
(YV) sāráyati ‘läßt laufen; streckt aus’
Neubildungen: Wurzelpräs. ?toch.A 3p sliñc “springen”
Nasalpräs. toch.B *salld- ‘springen’?
(Th. Z., M. K.)
Gegen einen Ansatz *sal- oder *sh;el- spricht die Erweichung in toch.B Präs. saläskemane;
siehe HILMARSSON, TIES 4 (1990) 107-8; HACKSTEIN 21%. Im Toch. meist (sekundär) Set-
Wurzel.
Hierher (und nicht zu z&AAw, s. *pelh,-) auch hom. (-)лт@Ато durch falsche Ablösung aus @v-
ÉT- aAto, s. HARBARSON 196-8 mit Lit.
Prät. Ib, ersetzt älteres Prät. la *səlá-, s. HILMARSSON, Le 105-6, 109-10.
Zu den ved. Formen vgl. NARTEN, MSS 26 (1969) 77-103 = Kl. Schr. 125-43, v.a. 98-9 =
141-3.
528
Mit *-ie- erweitert, vgl. ТІСНҮ, Onomatop. 229-30. Unerweitert im homer. Eigennamen
ToAuevog.
Stamm *salyyö- < *ssalyya- < *sasalyya- < *si-s[-ie- wie im Gr., s. HILMARSSON, l.c. 110-1.
Mit */ > al vor Vokal in den sekundär halbthem. Formen, z.B. ural 35 *s/ir > salit.
D Vgl. KÜMMEL, Perfekt 550-3.
Gebildet vom Stamm eines Konj. V: В sala- < *söla- mit R(z), A sala- < *s@la- < *sol-H-
mit R(o), s. HILMARSSON, l.c. 109.
Mit analog. Kürze des Wurzelvokals.
Nach HILMARSSON, l.c. 109 aus dem Wurzelaorist.
10 < *s)-n-H-; nicht belegt, erschlossen von HILMARSSON, l.c. 92-3, 109.
2.*sel-! “wohnen, verweilen’ IEW 898
Herat *sol-eie- lat. soleö, -ëre ‘gewohnt sein, zu tun pflegen”
got. saljan ‘sich aufhalten, einkehren’
(Th. Z.)
Hierher z.B. auch lat. solum n. ‘Grund, Boden’, ahd. sal m. ‘Wohnung, Saal’, aksl. selo n.
‘Acker, Dorf.
Gegen die Verbindung von solere mit su&scere usw. vgl. ERNOUT, Les éléments dialectaux du
vocabulaire latin, Paris 1909, 228. Die Gleichung mit got. saljan bei GRIENBERGER, Untersu-
chungen zur gotischen Wortkunde, Wien 1900, 180.
N
3.*sel- ‘schleichen’ IEW 900
Präsens *sél-e- ?ved. tsárati ‘schleicht (an)!
lit. selù, (seleti) ‘(an)schleichen’
Aorist 9*sël/sél-s- ?ved. аіѕаг RV 10,28,4 ‘hat beschlichen’
(Th. Z.)
Wird уоп IEW, KEWA 1540-1 u.a. als mit (schwundstufigem) idg. *(H)ad “ап, hin’ kompo-
niert aufgefaßt. Aus *(H)d-sar- die Sekundärwurzel tsar, z.B. Perf. tarsara RV 1,145,4.
*selö-' ‘loslassen, entsenden’ IEW 900-1
Aorist *selg-/s/g- ?[heth. salkzi ‘knetet, vermengt?
ved. 3s asrsta “hat losgelassen’*
Präsens *s/ĝ-é-
Kaus.-It. ?*solĝ-éie-
Neubildungen: s-Aorist
529
?[gr. s-Aor. Aaydoaı Leg. Gort. 1,5 ‘“freilassen’,
Аву&ссол` Opeivarı Нѕсћ.“
меа. srjati “läßt los, schickt ab’
Jav. harazaiti “entsendet’
[mkymr. di-hol, de-hol ‘verbannen’, finit dy-holy-°
ved. Akt. asräk hat losgelassen”“
Perfekt ved. sasärja ‘hat losgelassen’’
(Th. Z.)
Oder *serg-, wenn mit HÜBSCHMANN 446 iir. *sarj- und arm. z-ercane- ‘lösen, losmachen’,
3s Aor. z-erc zusammenzustellen (und folglich die kelt. Wörter zu trennen) sind; s. dazu
KLINGENSCHMITT 206-7. Ved. Formen mit g (scheinbar < *g) wie sárga- ‘Schuß’ sind analo-
gisch, 5. Ai. Gr. I 161. Verwandtschaft von *selĝ- mit *sle@'- “erschlaffen’ (s.d.) ist aus se-
mant. und morpholog. Gründen (Schwebeablaut) nicht anzunehmen.
Zugehörigkeit zu *5е/5- ganz unsicher; semant. allenfalls über ‘zusammengießen’, vgl. KIM-
BALL, MSS 53 (1992) 80; kann nach ihr auch zu *selk- ‘ziehen’ gehören.
Vgl. auch Ptz. Med. srjänd-, umgebildet zu s-Aor. 15 asrksi, vgl. NARTEN 27, 270.
Könnte als analogische Umbildung von *Аауєѓу (thematisiertes *s|6-) nach yaldoaı ‘lösen,
loslassen’ auf gefaßt werden; vgl. FRISK II 68.
[у weist auf He, vgl. SCHUMACHER 220-1; könnte auch епот. zu kelt. *solgo- sein (ibid.
285); ob mkymr. helyaf ‘jage’ primär ist, bleibt fraglich (ibid. 285-6). Der Ansatz уоп kelt.
*-solgi- < Кегаї. *sol$-eie- bei KLINGENSCHMITT 207°.
Statt *asar(k) mit (analogischer) Metathese von айг zu ra, siehe dazu NARTEN 271-2.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 554-6.
*selh,-' ‘nehmen’ IEW 899
Aorist *sélh,-/s]h,- Ier. eiAov ‘nahm’?
[lat. cön-sului “versammelte, beriet ...”
Präsens ?*selhy-e- lat. cön-sulö, -ere ‘versammeln, beraten,
beschließen, befragen”?
Kausativ *solh,-eie- got. saljan ‘opfern’,
an. (+) selja “übergeben, verkaufen"?
(Th. Z,M.K.)
Laryngal wegen des Lat., *h, wegen рг. &4=-, HARDARSON 156. Lautliche Probleme ergeben
sich durch den auslautenden Laryngal für das germ. Kaus., s.u.
*helelo- < *hele- abstrahiert aus dem starken Stamm *selh,- bzw. dem sekundär akzentuier-
ten schwachen Stamm *s/h,-, HARDARSON 156, 166 mit Lit.; Präs. suppletiv aipeo, s. 3.*ser-.
Oder mit R(z) *s/hj-E-? Rückbildung zum Aor./Perf. nicht ausgeschlossen. *su/- aus der
Position vor velarem / verallgemeinert.
Fehlende Resonantengemination wegen Laryngalschwundes neben Rio?
530
*selh,- ‘gnädig werden" IEW 900
Präsens *si-sélh/slh,- (ouer /hila-/ (h. Hom.) ‘stimme gnädig’””
*sJh;-ské- [gr. iAdoxouan /hilö°/ “stimme gnädig”
arm. аѓаёет ‘bitte’*
Perfekt *se-sólh;/fslh,- gr. Іру. #4101 /hil°/ Od. ‘sei gnädig!”,
äol. 243002 /-й-/, EAAare /-a-/
‘sei(d) gnädig!”°
Neubildungen: s-Aorist gr. Konj. Adooouaı ‘will gnädig stimmen’,
Ptz. iAaoodjuevog ‘gnädig stimmend’”’ -
(H. R., Th. Z.)
! Intr. Bedeutung wird vom akt. Perf. ‘gnädig sein’ vorausgesetzt. Anders KLINGENSCHMITT,
MSS 28 (1970) 77-8: “gnädig stimmen’. Dort (75-88) zu allen hier erwähnten Formen.
2 Aus *si-s/h>- > *hihla- wäre /thila-/ zu erwarten; die beiden Kurzvokale sind wohl ana-
logisch vom Aor. *hela-s- (> iAa-o-) bezogen. /hilä-/ ist bewahrt im *uo-Adj. Do
“gnädig’, das auf den Präsensstamm gebaut ist; falls das redupl. Präs. faktitiv war, hat *-мо-
hier pass. Funktion wie in ved. pakva- ‘gekocht’; vgl. KLINGENSCHMITT, l.c. 78-9, 85-6°.
3 Umbildung von lautgesetzlichem f(h)laske- nach dem redupl. Präs. /hila-/, kurzes a nach dem
s-Aor.; faktitive Bedeutung nach dem s-Aor. oder dem redupl. Präs.
Hierher nach KLINGENSCHMITT, Le, 79-82; die Verbindung bleibt im Einzelnen unsicher, vgl.
CLACKSON 173-4. Die faktitive Bedeutung muß sekundär sein.
5 Mit iotazistischer Schreibung für 2°; vgl. stoë Hsch.
° Der Pl. Aarte mit Neo-R(z).
7 s-Aor. mit faktitiver Funktion. £ (dann auch i) statt ze nach dem redupl. Präsens. Sekundär zu
iAdooa- das Präs. iAdovraı /hila-/ 11. 2,550 ‘stimmen gnädig”.
*selk-" ‘ziehen’ IEW 901
Aorist ?*sélk-/slk- [toch.B Med. sälkäte ‘zog heraus’
Präsens *s/-ne/n-k- toch.B Med. slanktär ‘zieht heraus’
*selk-e- gr. &4ко ‘ziehe, schleppe’
?alb. 25 Іру. hiq ‘zieh!’
Iterativ *solk-eie- ?[gr. hom. éAxéw ‘zerreiße, schände”?
?alb. лед ‘zieht (heraus)?
Neubildungen: s-Aorist gr. (1. Jh. n.Chr.) eiAda ‘zog’
Perfekt toch.B Konj. salkam “wird herausziehen’
(Th. Z.)
531
Dazu auch ae. sulh f. ‘Pflug’ < *s/k-, s. GRIEPENTROG 393-402. Vgl. auch die Parallelwurzel
*hzuelk-.
Geht nach KLINGENSCHMITT, Koll. Kopenhagen 228 auf 2s Opt. *selkoih,s zurück. Fraglich
wegen h- < *s- (vgl. unten Anm. 3).
2 Aus *öAxew mit Biel von Axa? V gl. FRISK 1 497-8.
3 Vgl. PEDERSEN, KZ 36 (1900) 278; RASMUSSEN 164, 263-4. Dialektal noch helg. Fraglich
wegen h- < *s-, OREL 145 nimmt daher Assimilation *skalk° < *salk° < *solk° an, DEMIRAJ
48 rechnet mit *suelk- (kontaminiert mit *uelk-).
*semH-' ‘schöpfen’ IEW 901-2
Präsens ?*semH-e- air. 3p doe-smet ‘gießen aus"
lit. dial. semù ‘schöpfe, schaufle’
[lit. ѕетій, (semti) “schöpfen, schaufeln’
(Th. Z., М.К.)
l
2
Hierher u.U. рг. čun, бип “Wassereimer’ < *smH-áh,-.
Air. sem- bedeutet mit versch. Präverbien ‘gießen, schöpfen, erzeugen’; vgl. VENDRYES
S-82-3.
*seng"- “herunterfallen, untergehen, sinken’ IEW 906
Aorist *seng*-Isng*- агт. ankaw "Del"
?[gr. ёафӨп ‘fiel herunter’ (Helm und Schild)?
Präsens *si-seng“/sng“- ` Ier. hom. ійлто ‘werfe hinab; schädige’*
Prsn-neln-g"- [arm. ankanim “falle”
Prseng"-e- got. (+) siggan ‘sinken’
Perfekt ?*se-söng“/sng*- got. (+) sagq ‘sank’
Kausativ ?*song*-eie- got. (+) saggqjan* "senken"
(H. R.)
Zum Lautlichen KLINGENSCHMITT 182 (n hinter palatalem Vokal im Sg. Wz.-Aor. nicht zu w
geworden, vgl. hing ‘5’ < *penk“e), zur medialen Flexion ursprünglich aktiver Wz.-Aoriste
KLINGENSCHMITT 269-70.
In einer Formel am Versende (Il. 13,543; 14,419); Ersatz für *ёолто < *e-sng"-to? S. jedoch
auch Seene
Mit *-ie- erweitert, dazu neuer s-Aorist zaw(@a)-. Etymologie nach MEISTER, Die homerische
Kunstsprache, Leipzig 1921, 110°; PETERS 101%, Das verailgemeinerte z (statt t8 < *g*)
532
könnte von einer athematischen Verbalform wie *ї@лтол < *si-sng“-toi stammen, vgl.
PETERS, ibid.
Intransitives Medium zum kausativen Aktiv, das durch homonymes ankanem ‘webe’ ver-
drängt wurde.
*senguh-! “singen, verkünden’ IEW 906-7
Aorist 2?*séng#h-/snguh- ?[gr. hom. &фӨл ‘sang, klang’'*
?aksl. 35 зегъ ‘sagt, sagte’?
Präsens ?*seng!"-e- ?gr. тук. e-go-te /henk“ontes! ‘singende’”
got. (+) siggwan ‘singen’
(Th. Z., M. K.)
Hierher auch gr. duet f. ‘Stimme’ < *song""-áh3-.
Vielleicht sekundär verdeutlicht aus altem Wurzelaorist *ehak**-. Interpretation und Etymolo-
gie nach MEIER-BRÜGGER, MSS 50 (1989) 91-3; s. jedoch *seng*“-.
2 Zur Einleitung der direkten Rede; Wurzelaor. nach STANG, Verbum 72-3. S. auch *keNs-.
S. MEIER-BRÜGGER, l.c. 94, oder mit RISCH als /hek*ontes/ zu Evvenw (s. 2.*sek"-).
*senh;- “erlangen, erwischen’ IEW 906
Aorist *sénh,-/snh,- heth. sanahzi ‘sucht’, 3p sanhanzi'
ved. äsanat "hat erlangt”?
aav. Konj. hanät “wird erlangen’
gr. (2. Jh. v.Chr.) усо ‘habe vollbracht’?
[
[
[
Präsens *sn-né/n-hz- [ved. sanóti “erlangt, gewinnt, läßt erlangen’
[gr. бууш ‘bringe zustande, vollbringe’”
[
air. sennid, -seinn ‘verfolgt’
Perfekt *se-sönh/snhz- ved. sasana ‘hat erlangt’ ®’
jav. Ptz. hanhanus- ‘erworben habend’®
[агт. ownim ‘habe, halte, nehme in Besitz”
[ae. sann ‘kümmerte sich’,
ahd. sann ‘strebte nach’?
А Br ; 9
Iterativ ?*sonh,;-éie- ?umbr. sonitu °?
?gall. soniti Lezoux-Amulett "271
Desider. ?*sénh,/snh,-s- ved. Konj. sanisat ‘wird gewinnen’
Neubildungen: s-Aorist ved. 15 asānisam RV 6,47,23 ‘habe erlangt”?
6a
6b
533
R(e)-e-Präs. ?ае. sinnan ‘sich kümmern, beachten (+ Gen.)’,
А 1
ahd. sinnan ‘streben nach’'?
(Th. Z., M. K.)
Die Bedeutung ‘suchen’ muß von einem konativen Präs. “erlangen wollen’ ausgegangen sein.
säna- nach der ls sanam < *sénh;m oder mit Akzentverschiebung aus *sand-.
*e-henes- assimiliert aus *-hena-s- < *-sena-s-, zu s-Aor. umgebildeter Wurzelaorist; s. HAR-
DARSON 216-7. Vgl. auch STRUNK 115-9.
Umbildung von *sanäti.
Aus *лапаті umgebildet. Zur Produktivität der vuuı-Verben vgl. z.B. RISCH 257-8.
Ursprünglich na-Verb (Typ tlenaid), dann wegen nn in den them. Typ -glenn (s. *g"lend*-)
überführt; vgl. WATKINS, Celtic Verb 130’ und 133'?, МССОМЕ, FS WATKINS 467; der lenier-
te Anlaut f- muß von 2. sennid ‘spielt (Musik)’ bezogen sein; s. *suenh;-.
Dazu altes Ptz. sasavänıs-, metrisch *sasav° < *se-snh;-u°; vgl. KÜMMEL, Perfekt 545-7.
Dazu wohl auch Ind. hayhana ‘hat erworben’, vgl. KÜMMEL, Perfekt 677.
Ins Präs. eingegliedert. Siehe SCHINDLER, Handes Amsorya 90 (1976) 341, 344.
Zur etymolog. Verbindung vgl. EICHMAN, KZ 87 (1973) 270-1.
Vgl. MEISER, Lautg. 115. Die Bedeutung ist nicht eruierbar. Das Suffix *-eie- für [*-aie-]
muß analogisch erneuert sein; ebenso im Gall.
Etwa ‘soll vertreiben’ (?); vgl. MEID, Gaul. Inscr. 47. Keltib. „uersoniti“ ist dagegen als
uerdoniti zu lesen und muß daher entfallen, s. МІН IV 532 (viell. zu *d"enh;-, s.d.).
Wohl (wegen des Ablauts) relativ frühe Neubildung zum Konj. sanisat, vgl. NARTEN 263-4.
Germ. *senna-, Neubildung zu Perf. *sann. Könnte auch den Konj. des Wurzelaor. *senhza-
‘erlangen wollen’ fortsetzen; oder es ist thematisiertes Präs. *sunna- < *sn-n-hz-a- mit analo-
gischer Einführung der R(e).
*sent- ‘gehen’ — ‘wahrnehmen’ (?)! IEW 908
Präsens *snt-ie- lat. sentið, -ire “wahrnehmen, fühlen’
Aorist 9*sëntlsént-s- lat. sönsi ‘nahm wahr’
Kausativ *sont-eie- got. (+) sandjan ‘senden’
Neubildungen: Essiv lit. Zemait. sinčiù, (sinteti) ‘sich entschließen, überlegen’
(Th. Z.)
Vielleicht zwei verschiedene Wurzeln: 1.*sent- ‘gehen, einen Weg einschlagen’ o.ä. wozu ne-
ben germ. *sandija- noch germ. *sinpa- ‘Weg’, denom. *sindö- ‘reisen’, air. sét ‘Weg’ <
*sentu-, 2.*sent- ‘bemerken’ wozu neben lat. sentið und lit. sinteti viell. noch aksl. sesto
‘klug’. Vermittlungsversuche gehen etwa über ‘eine Richtung nehmen’ — ‘(Wild) nach-
gehen’ > ‘aufspüren’ > ‘bemerken’ (> еп)”.
534
*sep- ‘(richtig) behandeln, (in Ehre) halten? IEW 909
Präsens *sep-/sp- [ved. sapati “pflegt, ehrt, kümmert sich’
аау. 25 hafsi Y. 43,4,
35 hapti Y. 31,22 ‘hält, bewahrt’
[gr. Erw “besorge, lege Hand an’
Neubildungen: them. Aor. gr. -#олоу ‘erreichte, vollendete (das Schicksal = starb)”!
Perfekt ved. 3р sepur R V 6,29,1 ‘haben geehrt”?
(Th. Z., M. K.)
0 Zur Wurzelbedeutung s. VINE, IF 93 (1988) 52-61.
Neubildung in Analogie zu &rguaı : Eonöumv ‘folgen, begleiten’ (?).
KÜMMEL, Perfekt 547-8. Wohl besser nicht hierher ved. sev- ‘verweilen, sich aufhalten’, s.
ibid. mit Lit.
l.*ser- “aufpassen auf, beschützen’ IEW 910
Präsens *ser-/sr- (у. sareta- ‘Beschützer’!
ау. ni-Sanharatü Y. 58,4 ‘soll Acht haben”,
Med. ni haraite Y. 19,10 ‘bewahrt sich’
[gr. тук. o-pi ... о-го-те-по ‘Acht habend auf,
hom. 3p Med. дроутол ‘haben Acht auf”?
?*sér/sr-u- [jav. ni-šhauruuaiti "hat Acht auf"
Iterativ ?*sor-éie- Луд. katared- ‘steht Wache”
(Th. Z.)
Gleichsam *serfto-, vgl. MELCHERT, AHP 341; Thematisierung des Ptz. *seront-, *s.rnt-?
Entspricht ni haratü.
Thematisiert. Mit Bio) nach den Nomina *sor-ö- und *зог-й- (wovon denom. бобо ‘schaue,
sehe’); vgl. Rıx, Unfreiheit 77-8, 80.
Nach RIX, Unfreiheit 79 denom. zu *sor-uö- “der Acht hat, bewahrt’.
Siehe MELCHERT, AHP 336. <> = /ts/. Vgl. das Präverb kat- mit Jav. ni (har).
2.*ser-' “aneinander reihen, verknüpfen’ IEW 911
Präsens *ser-/sr- [lat. serö, ere “anreihen, anknüpfen’;
[osk. Inf. (manim) a-serum (Напа) anlegen’ I
[gr. eipw ‘reihe an, knüpfe ап” |
535
Aorist *sërlsér-s- gr. ion. -ёосол, -Eipaı ‘anknüpfen’
Neubildungen: Perfekt gr. 35 Plgpf. Med. spro ‘war aufgereiht’; Ptz. ёєрцёуос)
(Th. Z.)
RASMUSSEN 198 setzt *serH- ап, u.a. wegen air. sernaid (s. *sterhz-).
Sekundäres *-ie- wie in deivo. Psilose z.B. durch Rückbildung aus Komposita wie out: Elon.
FRISK I 469.
? Z.B. Od. 15,460 in etymol. Figur mit őguoç ‘Kette’. Mit analog. R(e).
3.*ser-" ‘nehmen, ergreifen’ [IEW 909-10]
Präsens *sr-ie- Ier. aipew ‘nehme, ergreife’?
lett. siru, (sirt) "Raubzüge machen”?
(M. K.)
Verbal nur gr., vgl. *sór-u- п. in heth. saru ‘Beute’, *ser-uo/ä- іп kymr. herw m. *Landstrei-
cherei’, mir. serb f. ‘Diebstahl’, s. VINE, долєтоу 48-9.
Für *æipw, das noch in dem Verbaladjektiv £é- aiperog reflektiert ist, -£w-Flexion nach dem
Synonym аурёо, s. VINE ibid. Aorist suppletiv EAeiv, s. *selh,-.
? Vgl. MÜHLENBACH 847-8.
*serh;- “(in feindlicher Absicht) losgehen auf ў IEW 909
Präsens *srh;-ié- heth. sarhieddu ‘soll angreifen, soll überfallen’?
gr. ®Фоцол ‘bewege mich schnell, stürme an’
lat. sariö, -ire ‘hacken, behacken, jäten”?
Neubildungen: s-Aorist gr. &дрфоауто 11. 24,616 ‘tanzten’
(Th. Z.)
Vgl. auch рг. ġouń f. ‘Anlauf, Angriff < *sor(h,)-mehz- mit Laryngalschwund wie in tófan f.
zu *relh;- [falls nicht als *or-smä- zu *h;er, M. K.].
Vgl. OETTINGER 289-90.
Falls hierher gehörig, u.U. Neubildung für *sara- < *saraie- < *srh;-ié-; vgl. parið, (re)perire
zu paräre < *prh;-ié-, MEISER, Habil. $143. Dazu neugebildet Perf. sarui.
536
*serk- “instand setzen, wieder gutmachen’ IEW 912
Präsens *sr-neln-k- heth. sarnikzi, [sarninkanzi ‘ersetzen,
entschädigen”
*srk-jé- lat. sarcið, -ire ‘flicken, wieder gutmachen’'
Neubildungen: s-Aorist lat. sarsi ‘machte wieder gut’
(Th. Z.)
0 Vgl. EICHNER, GS KRONASSER 19.
! Zum a-Vokalismus vgl. SCHRIJVER 416, 492-3. Nach EICHNER, GS KRONASSER 19 mit Anm.
17 ist sarciö sekundär nach farciö (s. *b'rek“‘) gebildet (M. K.).
*serp- ‘kriechen, schleichen’ IEW 912
Präsens *serp-e- ved. särpati ‘kriecht, schleicht’
gr. ёоло ‘schleiche’
lat. serpö, -ere ‘kriechen, schleichen’
Neubildungen: them. Aor. ved. (AV) 2s Inj. má ápa srpas ‘schleich nicht weg!’
s-Aorist ved. (АВ) 3s Med. asrpta “ist gekrochen”"
gr. (&&)йора LXX, Psalm 105,30
lat. serpsi ‘kroch, schlich”?
Perfekt ved. (Br.) sasarpa ‘kroch’
(Th. Z.)
Nach NARTEN 274-5 Augenblicksbildung. Die ved. Aor.-Formen könnten auf einen alten
Wurzelaor. deuten, doch ist ein solcher nur schwer mit der durativen Aktionsart der Wurzel
vereinbar.
s-Perf. ist die im Lat. einzig mögliche Perf.-Bildung zu serpere und muß nicht ererbt sein.
*ses- ‘ruhen, schlafen’ IEW -
Präsens *ses-/s.s- heth. seszi, sasanzi “schläft, schlafen’'
ved. (RV) sästi, sasänti “schläft, schlafen’?
aav. hahmi Y. 34,5 ‘schlafe’
*s,s-neulnu- heth. sasnuzi ‘veranlaßt zum Schlafen”?
?агт. y-enowm ‘stütze mich auf x:
Aorist 9%55/565-5- arm. y-ec'aw ‘stützte sich auf"
537
Kaus.-It. ?*sos-eie- mkymr. ar-ho- ‘stehen bleiben, warten?
(M. K.)
OETTINGER 116. Hluw. sassa- ist Iterativ zu sā- ‘lassen’, s. MELCHERT, HS 102 (1989) 33-4
und unter 1.*sehjfi)-.
Nach dem RV praktisch ausgestorben; die reduplizierte Form sasaästi TS, sasasti VS, MS in
einem YV-Mantra ist als Kunstbildung zu betrachten, s. JAMISON, KZ 96 (1983) 12-13°.
Vgl. OETTINGER 116.
< *i + (h)enu- < *ses-nu-, Bedeutung < *‘sich in Ruhelage bringen’; möglich ist jedoch auch
Zusammenhang mit arm. hast, germ. *fastu- ‘fest’, falls diesen eine Wurzel *pes zugrunde
liegt, vgl. KLINGENSCHMITT 249-50.
5 Мр], KLINGENSCHMITT 285, 286-7.
35 er-hy < *are-sosit, Verbalnomen arhos < *are-sosso-, s. KLINGENSCHMITT 249. Anders
SCHUMACHER 42-7, s. Anm. 6 zu 2.*/,иезѕ-.
PrsesT-' ‘wachsen, gedeihen’ [IEW 880]
Präs./Aor. *sesT-/s,sT- heth. seszi “wächst”?
(M.K.)
Erweiterung von (2.)*ses-, vgl. heth. ѕёѕа- ‘Frucht’ = ved. sasd- ‘Feldfrucht’ sowie urkelt.
*sasio- inkymr. haidd ‘Getreide’ (*s.s-iö-), vgl. EICHNER, GS KRONASSER 26-8; die Nomina
werden auch auf *se-sh,-o- oder *sh,-es-o- zu *seh,- ‘säen’ zurückgeführt (Lit. in EW Aia II
717).
Stamm sesd-, vgl. Verbalsubst. sisduwar; nicht als ‘ruhen’ zu *sed- ‘sich setzen’ (so OETTIN-
GER 219).
Prseu-' ‘auspressen’ IEW 912
Aorist *seu-/su- ved. Іру. 2d sutám, 2р sotana ргеђі!”
?jav. 3p Opt. huiiārəš ‘sollen anbrennen (tr.)”?
Präsens *su-neu/nu- ved. sunöti ‘preßt (Soma)’
Jav. hunaoiti "pret (Haoma))’
Neubildungen: s-Aorist ved. (Up.) Med. asosta ‘hat sich (Soma) gepreßt’
Perfekt ved. susäva ‘hält gepreßten Soma bereit’?
Kaus.-It. ved. (Sü.) savayati ‘läßt pressen’
av. häuuaiieiti ‘ (Feuer) zehrt auf, brennt nieder’
(Th. Z.)
538
Verbal nur iir., weitere Verwandte unsicher, vgl. EWAia II 713-4.
2 V. 7,55; KELLENS, Verbe 170, 1722! konjiziert *hunuiiārəš. Ganz unsicher ist der Bedeu-
tungsübergang ‘аиѕргеѕѕеп’ — ‘Saft auslassen’ — ‘“(Fleisch) verbrennen’; vgl. KELLENS,
Verbe 151".
3 KÜMMEL, Perfekt 556-8; dazu wohl auch Präs. 3p susvati "halten gepreßt bereit’, ibid. 557
und Plqpf. — Aor. asusuvur “haben дерге”, ibid. 558 (M. K.).
?*seuH-' ‘gebären’ IEW 913-4
Präsens *seuH-/suH- ved. 35 эйе ‘gebiert’
*su-neln-H- [jav. hunami, 2s hunahi ‘gebierst””*
Perfekt ?*se-söuH/suH- [ved. sasüva ‘hat geboren”?
(Th. Z,M.K.)
Verbal nur iir., vgl. *suH-nu- m. ‘Sohn’ in ved. sänd-, lit. sūnùs usw.; nach OETTINGER 159,
298 viell. aus ‘schwanger sein’ zu heth. sunna- ‘voll sein’ (s. *seuhz-), vgl. ved. sätu- m.
‘Schwangerschaft’. Ansatz mit Vollstufe II *sueH- könnte wegen der Parallele zu *bhueh;- >
ved. bhü- : Perf. babhüva vorzuziehen sein, s. KÜMMEL, Perfekt 560.
Thematisiert.
Mit verallgemeinerter R(z) oder überhaupt Neubildung nach babhüva : bhav'- ‘werden’ (s.
*bhueh;-), s. KÜMMEL, Perfekt 559-60.
*seuhz-' ‘antreiben, in Bewegung halten’ IEW 914
d Я d Р 2
Präsens *séwuh;,-/suh,- ?[heth. suwezzi, suwanzi ‘stoßen, verbannen"
[ved. suväti “treibt an, setzt in Bewegung”
air. im:soí “dreht sich um’,
0 24
mkymr. am-heuaf ‘zweifle’
* su-neln-h;- aav. hunäiti Y. 31,15 ‘überträgt’
Aorist *seuhlseuhj-s- ved. 3p asävisur ‘haben in Bewegung gesetzt’
air. Konj. 3s -soa ‘soll sich drehen”
Neubildungen: akrodyn. Wurzelpräs. ved. (Br.) prá sauti “fordert auf, veranlaßt”
Perfekt ved. (AV) susuve ‘hat angetrieben’
Aor. asusot YV ‘hat angetrieben”
(Th. 2., M. K.)
і Е | ER
Nicht hierher рг. Zoo ‘lasse, lasse zu’; s. *huehz-.
539
Gemäß MELCHERT, SHHP 16 u.U. aus *suh;-ie- mit produktivem ¿e-Suffix. Anders OETTIN-
GER 293-7; ders., Grammatica ittita 220: *suh,-&- wie im Ved.
Thematisierung des schwachen Stamms.
< kelt. *soue-, aus thematisiertem *suh,-e- > *suue- mit lautgesetzlichem *uu > *ou; vgl.
МССОМЕ 109, 132.
5 < *seuhj-se-, MCCONE 109.
6 Sekundäre Neubildung zur Зр suvanti; siehe NARTEN, FS КОРЕК 16 = КІ. Schr. 104.
Aus dem Perfektpräteritum nach KÜMMEL, Perfekt 561-3.
Prseuhz-' ‘voll sein/werden” IEW —
Präsens *su-ne/n-h;- heth. sunnai “füllt”, pal. sanat ‘goß aus"
(Th. Z.)
Nur anatol. (s. aber Anm. 1 zu *seuH-); zur Bestimmung des Laryngals als *h, vgl. MEL-
CHERT, Sprache 33 (1987) 23-5.
Vgl. OETTINGER 159.
Aus dem schwachen Stamm *sunh;-, MELCHERT, l.c. 24-5; mit sekundärem Übergang in die
hi-Kon).
< *sunöh;t, dazu 25 Іру. sūna; setzt den starken Stamm fort, während das Verbalnomen pal.
sunnuttil- auf den sw. Stamm gebaut ist; MELCHERT, Le 25-6.
*seuk-' ‘saugen’ IEW 912-3
Präsens *seuk-/suk- flat. sägö, ere “saugen”
[an. (+) súga ‘saugen’,
[ae. (+) säcan "saugen"
[aksl. (+) 5ъѕо, (sosati) "saugen"?
?*зи-пё/п-Ё- ЭПИ. sunkiù, (suñkti) 'auspressen, filtern’,
lett. ѕйси, (sükt) ‘saugen (Blutegel); durchseihen’
Aorist ?*séuk/séuk-s- lat. ѕйхї ‘saugte’
Kausativ *souk-eie- as. sögian, ahd. sougen ‘säugen’,
ае. sican ‘säugen’
(Th. Z.)
Daneben auch *seu$-, u.U. ursprünglich phonet. Varianten, die verschieden verallgemeinert
wurden; vgl. z.B. lat. sügö ‘sauge’, aber ѕйсиѕ m. ‘Saft’ < *söuk-o-, ae. sücan zu *seųĝ-
neben sügan. Die Bestimmung des Wurzelauslauts als Palatal aufgrund von aksl. зъзо; die
balt. k-Vertretung ist, zumal neben dem potentiellen Dissimilator s, nicht dezisiv.
540
Thematisierung des starken Stamms mit Auslautvariante *ĝ. Aus lat. spe entlehnt ist air.
süigid sw. ‘saugt’.
Aus *suga- < *suk-e- mit analogischem Ablaut *ü : *u : *аи nach *i : *i : *ai der I. Klasse
der starken Verben.
Von der Variante mit *g.
Kann them. *suk-e- fortsetzen; oft vertreten wird die Herleitung aus *sup-se-; z.B. VASMER II
701; ARUMAA, Urslavische Grammatik, Band II: Konsonantismus, Heidelberg 1976, 138.
Prseuk-" ‘drehen, winden’ IEW 914
Präsens *seuk-/suk- Ш. sukù, (sùkti) “drehen, verdrehen’
[ksl. suče-, (sokati) “aufwickeln, winden’?
Iterativ *souk-eie- russ. sučú, sučitť' ‘zwirnen, strampeln’
(Th. Z)
Nur bsl.
Zur Beleglage siehe VAILLANT Ш 315; suče- < *seuk-ie-.
*seup-' ‘werfen’ IEW 1049
Aorist ?%*5ёир-/ѕир- [urslav. *such®, *зъре “ich/er schüttete, streute*?
Präsens ?*sup-é- lit. ѕирӣ, (sùpti) “einhüllen, umgeben; schaukeln’;
[lit. ap-siaupiu, (-ѕіайрії) "bedecken, umgeben’*
ksl. ѕъро, (suti) “schütten, streuen’
?*sup-ié- alat. in-sipiö, ere ‘hineinwerfen”?
?[aksl. (+) sypljo, (sypati) 'schütten, streuen’”
(M.K.)
Schwebeablautendes *ѕиер- angeblich in ksl. svepiti se ‘agitari (?).
Neubildung möglich, doch spricht die Aktionsart der Wurzel für urspr. Wurzelaor.; zur ur-
sprünglichen Gestalt des Paradigmas vgl. KOCH, MSS 47 (1986) 109-11; 25/35 im Ksl. umge-
bildet zu -su.
Neubildung zum urspr. Wurzelaorist? Daneben alat. supäre, -sipäre ‘werfen’ usw., klass. nur
dissipäre ‘zerstreuen, ausbreiten’, vgl. WALDE-HOFMANN 356.
Spaltung eines urspr. Paradigmas supù ` siaupti, vgl. KOCH, MSS 47 (1986) 112. Bsl. Neubil-
dung zum Wurzelaorist möglich.
Wohl eher Imperfektivneubildung zu *suri mit produktiver gedehnter К(2).
541
?*веш- s. *h seut-
*(s)g#esh,-” “erlóschen' IEW 479-80
Aorist * s)g’esh,-/(s)g*.sh>- |[ved. dasat “verschmachtet(e)’, jasamäna- =
däsamäna- ‘hungrig, verschmachtend’?
gr. &oßn ° erlosch'°
?[aksl. и-ваѕъ “erlosch”
?[toch. Konj. ШВ 35 Med. ksetär,
A Abstr. ksalune ‘erlöschen’”
Präsens *(s)g*.s-ne/n-h,-° gr. deivauev' oßEvvuuev Hsch. ,
Don, att. (Hes.+) oßevwvgui tr. “lösche (aus)!
[alit. gesa Daukša “erlischt”
[aksl. u-gasngti “erlöschen’'?
?*(s)g#sh>-ié-!! ved. ní jasyata ‘verschmachtet!’, dásyati “ег-
schöpft sich, schwindet’
[aksl. u-gašet», (u-gasati) ‘erlöschen’'?
Perfekt *(s)gte-(s)g*öshzl(s)g*eshz-
ved. (AV) ni jajäsa ‘ist vergangen’,
(RV) sam-dadasvärhs- “erloschen’'”?
Yav. јахёииаһ- F. 15 *9*12b
?[toch. Präs П B 3s kesäm, A 25 käst
“erlöschen’"
Kausativ *(s)g*osh>-eie- ved. (RV) dasayanta “егѕсһӧрғ еп sich’,
[(AVP) jasaya ‘vernichte, lasse
verschmachten!’, (AV) däsayati “erschöpft,
macht erschöpft’'*
gr. Präs. * oßodw ~ *бобо ‘lösche, dämpfe’'”
*(s)g#6sh>-ie- Š ?[lett. dzešu, (dzest),
lit. gesau, (ges yti) ‘löschen’
[aksl. u-gaso, u-gasiti “auslöschen’'"®
Neubildungen: 5-Аогіѕї ved. (RV) та... vi däsit ‘nicht soll dahinschwinden’'?
gr. dor. opire Sophr. ‘löscht!”®,
gr. Eoßeolo)a "lëschte (aus)”?'
?toch.B 25 kesasta ‘erloschst’, 3p Med. kessante
‘erloschen’
542
redupl. Aor. ved. (КУ) 2d jajastám ‘entkräftet!’
?toch.A Prät. II3p Med. kaksänt””, Ptz. kākso”
‘auslöschen, blenden(?)’
(R. L.)
Wahrscheinlich Set-Wurzel (statt traditionellem *sg“es-) wegen gr. Aor. обл, Präs. ¢eívapev,
ved. Aor. dasit und toch.A Ptz. Prät. kakso, s.u. Beim toch. Grundverb muß sekundäre Til-
gung des Set-Charakters angenommen werden. Ein Problem ist der vom Gr. vorausgesetzte
Labiovelar: die toch. Evidenz (otoch. nicht Tkus-) scheint damit kaum vereinbar, vgl. RINGE
FS WATKINS 611-618, desgleichen die attraktive Verbindung mit heth. kast-/kist- c. "Hunger,
vgl. KÜMMEL, Perfekt 236-7°°° mit Lit.
Typ des them. Aor. mit Wurzelbetonung wie ved. sanam, sanat — Wurzelaor. 15 *sanam zu
san‘, dagegen nach Сото 84 mit sekundärem Wurzelakzent. das dissimiliert aus jas gem.
HOFFMANN in EWAia 1711.
< *e-sg!eha < *e-sglesa-t < *e-sg“eshz-t; frühe Kontraktion von zwei nicht durch Morphem-
grenze getrennten Vokalen wie bei ep. hom.(ion.)+ rördpn ‘Kopf < *kapa (= kápa Trag.) <
*karaha in myk. Instr. Pl. karaa-pi (< *karasa < *Ëfh-s-n). Нот. opn (< *esg"eha) weist
also die prosodische Struktur — — auf und steht stets am Versschluß wie hom. E&yrpa “wurde
alt’ (< *egörahe, s. dazu Anm. 20). Jeweils andere Erklärung auf der Grundlage einer Anit-
Wurzel *sg“es- bei RIX 218, НАКРАКЅОМ 211. Wandel */sg“ë/ > oße/n nicht nur Sol. sondern
gesamt-gr., da infolge des dissimilator. Einflusses von s die Palatalisation eines folgenden g“
unterblieb, s. GARCÍA RAMÓN, Emerita 50 (1982) 102-4 und auch CHANTRAINE, DELG 992.
Vom Aor. aus neugebildet Еш. oßrjoouaı, Perf. Eoßmxa.
< *-Zes» durch Umbildung nach Kausativ u-gasiti “auslöschen’, VAILLANT Ш 252-3, RAS-
MUSSEN, Koll. Basel 189.
Viell. mit analogischer Entpalatalisierung < *kse- (vgl. Inf. ksersi) < Konj. *g#s(h,)-ë- zu ei-
nem them. Aor. *g“s(h,)-e-; zur Erklärung des toch. Konj. Ш aus dem them. Konj. auf *-ё-
vgl. Anm. 15 zu *genh;- (M. К.).
Faktitiv “erlöschen machen, auslöschen’.
Ceivayev iotazist. Schreibung für ark. *rjvauev [d’enamen] < *g“esna-, GARCÍA RAMÓN, l.c.
106-8, dazu auch HARBARSON 212; zum morphologisch reinterpretierten Faktitivpräsens
*sgles-nä- (< *sg“.s-ne-h;-) wurde sekundär der faktitive s-Aor. *sg“es-s- > ёайєа(а)а gebil-
det, wodurch die Basis für die Verallgemeinerung einer Sekundärwurzel *sg“es- im Averbo
gegeben war, s. Еш. oß&ow, Aor. Pass. oßeodrjvaı, Perf. Med. (kaiserzeitl.) Eoßeouaı und
VAdj. &oßeo- тос “unauslöschlich’, urspr. vielleicht *0- оба- тос < *ri-sg“shz-to- mit dissimila-
torischem Spirantenverlust, s. 'wrooßaie verp@ Hsch. (vgl. V. SCHMIDT, Sprachliche Unter-
suchungen zu Herondas, Berlin 1968, 86°, GARCÍA RAMÓN, Le 1002) mit der möglichen
Emendation *arooßere.
Ersetzung von morphologisch primärem deivouev durch oßevvuuı < *oßeo-vv- nach s-Aor.
£oßeoa (s. dazu HARDARSON 212) im Rahmen der Ablösung des Typs hom. xip иһ
‘mische’ < *ky-ne-h;- durch att. кєр@ууйш < *xepao-vv- nach Aor. ёкёраса (vgl. RIX 210).
< *gens? < *ges-n° mit Verlegung des Nasalinfixes vor den synchronen Wurzelauslaut, RAS-
MUSSEN, Koll. Basel 189, entsprechend HARDARSON 2 112; umgebildet lit. gestü “erlösche,
gehe aus’ (Inf. gesti) = lett. dziestu “erlösche, werde kühl’ (Inf. dzist mit Ablautentgleisung),
IEW 479, FRAENKEL 149, VAILLANT III 253.
= *Zesno- durch Umbildung nach Kausativ u-gasiti “auslöschen’, VAILLANT III 252-3, RAS-
MUSSEN, Le 189. Nasalpräs. im Bsl. regulär als intr. Fientiv refunktionalisiert: u-gasngti
**auslöschen’ tr. > “erlöschen’ intr. nach Aor. и-раѕъ ‘erlosch’.
Sekundäre Präsensbildung auf der Grundlage des Wurzelaor., nachuridg. Genese möglich.
543
Mit analogischer Umgestaltung des Wurzelmorphems nach Kausativ gasiti, vgl. STANG, Ver-
bum 36, VAILLANT lll 253.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 199, 236-7.
Bedeutung unbekannt; lautlich paßt am besten iir. *éas- “vergehen, erlöschen’, s. KÜMMEL,
Perfekt 633 (auch zu anderen Möglichkeiten).
< *glos(hy)-e- ~ *g.s(h)-e- < Perf. *gte-g"ösh,lg*.sh>-, RASMUSSEN, Le, 189° und vgl. VAN
WINDEKENS 1210.
Vgl. EW Aia I 581, 711, ЈАМІЅОМ 141, aber auch 59.
< *(s)g"osaie-, vorausgesetzt von Aor. vz. oct Herod. (< *oßonjoaı, vgl. ion. Вдоол <
Войсол), бдоооу: oßEoov Hsch., Еш. ¿o&ç: ofiéogiuç (Emendation zu fodo<eig> nicht zwingend
notwendig), (обоа овоо Hsch.;, möglich auch Herleitung aus *(s)g!ösh;-ie- (wie im Bsl.):
*(s)g"ösaie- > *oßwaw ~ *wáw > *oflo&oeo ~ *Lodw. Zu diesen gr. Formen vgl. V. SCHMIDT,
І.с. 87; GARCÍA RAMÓN, l.c. 117-8; SCHWYZER 719 oben; FRISK 11 685; CHANTRAINE, DELG
992. Ark. Formen mit ¢ analog nach dem Basisverb deivauev < *g“esna-, s. GARCÍA RAMÓN,
ibid.
RASMUSSEN, Koll. Basel 189.
Balt. *ges-ja- < *gös-ja- = aksl. u-gase mit analogischer Umgestaltung des Wurzelvokalis-
mus nach dem Grundverb *gens- (s. Anm. 9), im Lit. mit sekundärer Flexion nach dem Kau-
sativtyp auf -au, -yti, vgl. ІЕМ 479, FRAENKEL 149, VAILLANT Ш 253, STANG, Gramm. 326,
346, 373. Die zirkumflektierte Dehnstufe im lett. Inf. stammt vermutlich aus dem Prät. dzesu
(zum Typ vgl. STANG, Gramm. 389-91); lett. Präs. nach dem Inf. auch dzesu, Inf. nach dem
Präs. auch dest.
= *gas-je- mit sekundärer Flexion nach dem produktiven Kausativtyp auf -iti.
Vgl. NARTEN 133-4.
Faktitiv: обўтє < *sg“eha-ha-te < *sg“esa-s- sekundär hinzugebildet zum intr. Wurzelaor.
¿on < *sg“esa-; morphonologische Entwicklung wie bei Eyrjo@ ‘wurde alt’ < *egerahe < *e-
gera-s-e < *e-gerhz-s-t (s. *gerhz-), dazu HARDARSON 73.
Verdeutlichende Neubildung *sg“es-s- nach Präs. *(s)g“es-na-/-na- (s. Anm. 7).
Vgl. POUCHA 75, VAN WINDEKENS II, 2 143-4.
< (a-Umlaut) *k"æksa- < *g"o-g"sa- «< *g"i-g“sh,- (kausativ zu käs- ‘erlöschen’), s. dazu
RASMUSSEN, Koll. Basel 1892 nach VAN WINDEKENS I 237. Bei KRAUSE-THOMAS II 100 un-
ter der sonst nicht nachweisbaren Wurzel ksa- ‘blenden(?)’ eingeordnet.
*(s)g"nyel-' ‘straucheln, fehltreten’ IEW [490,] 929, 985
Präsens *(s)g“"hyel-e- ved. (AB) skhalate ‘strauchelt, stolpert’
агт. sxalem ‘strauchle, gehe fehl’
Fientiv *(s)g""hzl-Ehjlh- gr. &opdAnv “Кат zu Fall”
Neubildungen: /е-Ргаѕепѕ gr. opaAAw ‘bringe zu Fall’, op@AAouaı ‘komme zu Fall’
ne-Präsens Mat. fallö, ere ‘ausgleiten lassen; täuschen”
s-Aorist gr. &opnAa ‘brachte zu Fall’
(B. S.)
544
Aus *sg* mit SIEBS’ Gesetz *sk'*, s. RIX 31; oder a-Wurzel *(s)g'*al-, vgl. KLINGENSCHMITT
144, 169; Сото 330-1.
Nach KLINGENSCHMITT und Сото hierher, unsicher nach FRISK II 827.
Oder zu erweiterter Wurzel *fal-d- bzw. *fal-s-, bei Annahme von *fal-ne- läßt sich aber die
Neubildung des Perfekts fefelli leichter erklären, vgl. MEISER, Habil. $ 217-8.
< *sphal- < *spřalh- < *spal-s-, neu zum Präs. *spfal-ie-.
*shyei-' ‘fesseln, binden’ IEW 891-2
Aorist ?*sh,éi-/sh;i- ?aav. a-yhaiia Y. 32,16 “werde binden (?)”
Präsens ?*sh,éifsh;i-u- [ved. sevate ‘verweilt, hält sich auf (bei)”””
*si-neln-h>-° ved. sinäti “fesselt’*
?[lett. sten, (sier) ‘binden’, lit. dial. sienù ‘binde’?
Prsmyli)-ie- ?[heth. 3p ishiyanzi “binden, fesseln’;
[kluw. 3p hishiyanti ‘binden’®
Perfekt *se-smöllshji- ved. á sisaya RV 10,28,10 ‘hält gefesselt”?
11
aav. ā-hišāiiā Y. 29,1 ‘hält gefesselt’"
[gr. тук. a-ja-me-no- [ai(h)äimeno-/ ‘eingelegt
(M.K.)
„ll
Da ved. sa, syáti usw. wohl nicht hierher, sondern zu 1.*seh,(i)- gehört (s.d.), ist mit *sh;ei-
auszukommen, vgl. KÜMMEL, Perfekt 549-50, 676; von *sh;ei- aus ist auch рг. тук. (h)ai-
und anatol. ishai- leichter erklärbar als von *seh;(i)-.
Unsicher; falls Verbalform mit Präverb a, vielleicht so zu analysieren, s. KÜMMEL, Perfekt
675-6, auch zu anderen Möglichkeiten.
Viell. hierher als *‘sich festbinden bei, sich fesseln an’; thematisiert mit Biel
Zur R(z) mit Laryngalmetathese *sihz-, vielleicht erst nachgrundsprachlicher Ersatz für *sh>-
neln-i. Toch. si-(n-) ‘bedrücken’ existiert nicht, s. HACKSTEIN 295-9.
Jungvedisch auch umgebildet zu sinoti JB.
Thematisiert und mit sekundärer Riek könnte auch produktive Neubildung sein. Lit. siejü
‘binde’ ist sekundär zum Inf. sieti gebildet.
Die jav. 3p hiien Yt. 8,55 (Konj. zu hiia- ‘binden’ nach KELLENS, Verbe 100) ist besser als 3p
Opt. zu ah- ‘sein’ zu deuten, KÜMMEL, Perfekt 676.
3s ishäi mit Übergang in die hi-Flexion; vgl. OETTINGER 461, 466.
Mit sekundärem Ah im Anlaut; vgl. z.B. RASMUSSEN 36°. Nach MELCHERT, SHHP 99-100 da-
gegen im Anatol. urspr. redupliziert *h,i-sh;i- mit Dissimilation im Heth.
Dazu auch Inj. mä siset RV 8,67,8; s. THIEME, Plusqu. 41; HOFFMANN, Inj. 78; KÜMMEL,
Perfekt 548-9.
KÜMMEL, Perfekt 675-6.
Zu тук. (h)ai- vgl. GARCÍA RAMÓN, Minos 29-30 (1994-1995) 335-346, semantisch speziali-
siert aus ‘befestigen’ — “anbinden’.
545
*shzeu-' ‘schütten, regnen’ IEW 912
Präsens *sh5&u-Isuhr-” [heth. suhhai, suhhanzi “schütten, ausstreuen’”
[gr. бє, боро ‘regnen’*
toch.B 3s suwam ‘regnet”°, A Ptz. Med. sumam
‘herabregnend’, [3р swiñc ‘regnen’!
*sh;i-shéulshu- heth. 3p ishuwanzi ‘werfen hin, verschütten”®
Neubildungen: s-Aorist gr. oai ‘regnen’
(Th. Z.)
Oder *seuh;-, wenn heth. ishuwa- anders erklärt werden kann.
Laryngalmetathese *shu- > *suh;- im schwachen Stamm; vgl. JASANOFF, MSS 37 (1978)
897, 90"'.
Verallgemeinerung des schwachen Stamms *suh,-.
< *suhz-ie-.
Übertragung des schwachen Stamms auf die 3p: *suh;ánti und Verallgemeinerung des Stam-
mes *suua-; vgl. PETERS, Laryngaltheorie 378.
sūmām < *suh;-mh,no- mit Einführung des them. Partizipialsuffixes; swirice mit Restitution
der nicht laryngalgefärbten Endung *-énti; vgl. HILMARSSON 285.
Ohne H-Metathese(n); *-shzu- z.B. vor vokal. anlautender Endung (3p).
Mit dissimilatorischerem Verlust des anlautenden *h aus *hishu-; vgl. MELCHERT, SHHP 99
mit Anm. 49.
*sjeuH-' ‘nähen’ IEW 915-6
Präsens ?*siufl-e- lat. suð, -ere “nähen”
lit. siuvù, (siäti) ‘nähen’
*siuH-ie- ved. sfvyati ‘näht”
oss. xwyj-/xu j- “nähen”
got. (+) siujan ‘nähen’
ksl. $ijo, (šiti) “nähen”
M.K.)
Vgl. VAdj. *siuH-tó- in ved. syūtá-, lit. siütas; einzelsprachlich oft Verlust von *i, z.B. ved.
sútra- ‘Faden’, lat. sūtus ‘genäht’; vgl. RASMUSSEN 118.
Mit Schwund von *i wie bei spuö (5. *sptieuH-), gegen RASMUSSEN 114 kein altes
ie-Präsens, dies hätte зго ergeben, vgl. Dä < *bhuh;-ié- zu *bhueh,- (s.d. Anm. 16).
Wohl mit (schon uridg.?) Metathese *iuH- > *iHu-; nach RASMUSSEN 115-6 dagegen *siéuh;-
> *sifuh,- > *stuh;-.
< *hūia- < *süie-.
Entweder mit Kürzung von *iu (< *iHu) oder *iü > *iu.
< *sin-ie-.
546
?*sKed-!' ‘bedecken’ IEW 919
Iterativ *skod-eie- ved. chädäyati “bedeckt, verhüllt’
?јау. sadaiianti- ‘lange Hose’ («- *Вейескепӣе”)
(Th. Z.)
1 Nur Ur. und viell. ohne s mobile in ae. hæteru п. Pl. ‘Kleider’, s. EWAial 555.
*skeH(i)-' "schummen, scheinen’ IEW 917-8
Präsens *ski-ne/n-H- [got. (+) skeinan ‘scheinen’?
[skr. (+) sínëm, (sínuti) ‘erstrahlen’
(Th.Z.)
RASMUSSEN ol setzt *H wegen gr. dor. oxđ@vá ‘Zelt’ als zt, an; EW Aia I 559 wegen ак].
sënb ‘Schatten’ als *h,. Vgl. *5ЁёН-їһ›-/5ЁН-1ёһ›- f. ‘Schatten’ in ved. chayá-, рг. oxid usw.
Mit sekundärer R(e). Nach RASMUSSEN 61 wurde zu Зр *skinhzänti eine 3s *skeinhzti rückge-
bildet und dann thematisiert. Die gleiche Erklärung gilt auch für slav. *sing, (*singti).
I*skend-' (ег)ѕсһеіпеп”? IEW –
Präsens *sknd-eie- ved. chadäyati ‘scheint (zu sein); gefällt’
jav. saöaiieiti ‘scheint (zu sein)’
Perfekt *ske-skönd/sknd- ved. cacchanda ‘scheint (zu sein)”
Kausativ *skond-eie- ved. chandayase ‘läßt dir gefallen’
jav. sandaiian'ha ‘laß dir gefallen’
Neubildungen: s-Aorist* ved. acchän ‘ist erschienen, hat gefallen’
aav. sas ‘erscheint’
(M.K.)
| Mur ir. vgl. HOFFMANN, KZ 79 (1965) 174-7 = Aufs. 165-8. Nach GARCÍA RAMÓN, Sprache
34 (1988-1990) 27-58 mit *kend- іп ved. śāśad-, gr. кёкосцоп zu verbinden, dagegen
KÜMMEL, Perfekt 183-4 und s. *kend-, *kend-.
Daraus prägnant ‘gut scheinen, gefallen’; vermutlich ursprünglich Aoristwurzel, vgl. KÜM-
MEL, Perfekt 182-4.
Präsentischer Gebrauch und der Optativ cacchadyät sprechen für eine alte Bildung, vgl.
KÜMMEL, Perfekt 181-4.
lir. Neubildung zum iterativ-durativen Präsens nach KÜMMEL, Perfekt 184.
547
Prskerd-' ‘auswerfen’ IEW 947-8
Präsens *skr-ne/n-d- ved. (YV+) á chrnatti “gießt aus; speit aus,
erbricht’
Kausativ *skord-eie- ved. (SB) chardayati ‘läßt überlaufen’
(M. K)
! Nur indoarisch, angebliches keltisches Vergleichsmaterial ist zweifelhaft, s. THURNEYSEN,
ZCPh 20 (1936) 202-4; semantisch unsicher der Vergleich von N. SIMS-WILLIAMS bei
ЕМА1а I 557 mit iran. *sard- in khot. *a-/pa-sal- ‘beschmieren’ (s. EMMERICK 12, 78), oss.
(i-)seerd- ‘(be)schmieren’, vgl. ABAEV Ш 81, 90 (s.v. seeryn).
*skheh,(i)- “aufschneiden, schinden’ [IEW 919]
Präsens *sk"ni-e-"° ved. -chyati ‘schindet, zieht (Haut) ab’
?аау. 2р Іру. Med. paiti ... siiödüm Y. 48,7
“haut ein auf ...!”?
?gr. субо ‘ritze auf, Öffne, lasse los”?
Neubildungen: s-Aorist gr. ёсұдсо ‘habe aufgeritzt, habe losgelassen”“
(Th. Z., M. K.)
' Die Tenuis aspirata durch SIEBS’ Gesetz (< *sg”), vgl. KURYLOWICZ, Apophonie 378; RAS-
MUSSEN 61 rechnet dagegen mit *skh; > рг. or. Ansatz von *i wegen z.B. air. scían f. ‘Mes-
ser’, vgl. RASMUSSEN 60.
la Morphologische Analyse (nicht *sk"h,-ie-) nach KULIKOv, Koll. Erlangen 267-83 zum Vedi-
schen.
Nach LUBOTSKY bei KULIKOV, l.c. 267° jedoch als siiðzdūm zu siiazd- ‘banish’ zu lesen. Aav.
säzdum Y. 31,18 ist Präs. von sah ‘lehren’, nicht s-Aorist zu sa; HUMBACH, The Gäthäs II 73.
` Nach RASMUSSEN 61 aus *sÄhz-&ie- (neben komponiertem *-skhz-ie- im lir.); bei *skhsie-
wäre wohl eher mit der SIEvERS-Variante *sk"hziie- > gr. Toxiw zu rechnen.
Neubildung zum als *sk"a-(i)e- analysierten Präsens. Zu &oyaoa ist das Präs. схо nach
z.B. Eoyıoa : oxißwanalogisch dazugebildet.
*sKkheid-! ‘spalten, abtrennen, zerreißen’ IEW 920-1
Aorist *skteid-Isk"id- ved. Ip Inj. тй chedma RV 1,109,3 ‘daß wir
nicht (etw.) zerreißen!’'”
548
Präsens ?rskte-sk"oid/sk"id- got. (+) skaidan, ahd. skeidan “scheiden”
5
*skhi-neln-d- ved. chinätti ‘schneidet ab, zerreißt, zerbricht
[lat. scindö, ere ‘zerreißen, spalten’
lit. skindù, (skisti) “auseinander gehen,
sich spalten”?
*sk"id-ié- ?ved. chídyate, chidyáte ‘wird abgeschnitten,
zerreißt, zerbricht’
gr. сұібо ‘spalte’
Kaus.-It. *sËhoid-éie- ?spätved. (Sü.) chedayati ‘läßt abschneiden”
[lit. skáidau, skáidyti ‘trennen, zerlegen’,
lett. skaidu, skaidít ‘verdünnen’
r.-ksl. cediti, skr. cijèditi ‘seihen, Sieben”
Neubildungen: s-Aorist ved. (Br.) acchaitsit ‘hat zerrissen?”
gr. £oyıca ‘habe gespalten’
R(e)-e-Präs. an. (+) skíta scheien"
?R(z)-e-Präs. arm. ctim ‘ritze mir (die Hau?
R(e)-ie-Präs. lit. skiedZiu, (skiesti) “trennen; verdünnen’,
lett. SkieZu, (Skiest) ‘verstreuen, vertun’
Perfekt ved. (АУР) cicchidur ‘haben abgeschnitten”
vo uy с м жк
jav. Opt. auua-hisióiiat Yt. 8,54 ‘würde тегге1Вег?!°
lat. scicidi ‘zerriß, spaltete’, jünger (Kaiserzeit) scidi
?got. (+) skaiskaip ‘schied’?
3p an. skito, ae. be-sciten ‘schissen’
(Th. Z.)
Aus *sg"eid- mit SIEBS’ Gesetz.
Daraus thematisiert acchidat AV. Daneben intr. Medium chitthäas mit Umbildung zum
s-Aorist chitsi, vgl. KÜMMEL, Stativ 41-2 mit Lit.
Germ. *skaiba- weist auf idg. *t; will man nicht eine eigene Wurzel *skeit- ansetzen, muß
man annehmen, daß eine aus bestimmten Formen wie z.B. 35 *skesk"oir'ti ableitbare Aus-
lautvariante *skoir in diesem germ. Verbalstamm verallgemeinert wurde.
Nach STANG, Gramm. 339 späte Neubildung. Die intr. Bedeutung könnte indes auf das Medi-
um zurückgehen.
Könnte Neubildung sein. Zum schwankenden Akzent s. KULIKOV, FT Innsbruck 344-9.
Wahrscheinlich ved. Neubildung.
Der Anlaut c nach VAILLANT Ш 418 durch Reanalyse einer präfigierten Form wie is-(s)cediti.
Beruht auf Verdeutlichung *acchait des Wurzelaorists *acchet, NARTEN 116.
Vgl. KLINGENSCHMITT 144-5: < *skid-e- oder allenfalls *sktid-eie-.
KÜMMEL, Perfekt 184-5.
KÜMMEL, Perfekt 668.
549
*skabh-! “kratzen, schaben’ IEW 931-2
Präsens *skab"-e- lat. scabö, -ere ‘kratzen, reiben”?
got. skaban ‘scheren’, аһа. (+) scaban ‘schaben’
lit. skabu, skabti “abpflücken’”
s-Aorist ?*skab"/skäab"-s- gr. &oxawa grub (auf)
Neubildungen: n-Infix-Präs. Nit. skambü, (skäbti) “entblättert werden"?
le-Präsens gr. скблто ‘grabe (аиї)”
lit. skabiu, (sköbti) ‘schaben, hobeln; schnitzen, meißeln;
pflücken, rupfen”
Iterativ lit. skabaŭ, skabyti ‘schneiden, pflücken, rupfen, abbrechen’
(М.К)
Lat. scobis f. ‘Feilstaub, Sägemehl’ < *‘Abgeschabtes’ = verlangt laryngallosen Ansatz
(nicht *skeh,b"-), s. SCHRIJVER 431, der jedoch unter Annahme des Laugesetzes *e > lat. a
nach Velar *skeb"- ansetzt. Es wäre jedoch auch *skhzeb*- möglich, etwaiges gr. o° wäre
durch GRASSMANNS Gesetz zu ох? dissimiliert worden.
Dazu neues Dehnungsperfekt scabi.
Nur Lex., s. KURSCHAT 2166a.
Nach FRAENKEL 790; bei KURSCHAT nicht verzeichnet.
же Erde aufkratzen’; näher ап der Grundbedeutung noch ox&en f. “Wanne, Becken, Trog’
(SOLMSEN, Beiträge zur griechischen Wortforschung, Strassburg 1909, 201); die gr. Sippe
zeigt auch analogisches z für oe
Semantisch (und formal?) teilweise von sköpti “aushöhlen’ beeinflußt.
м > Lei кю
?*skeb"H-! ‘stützen’ IEW 916
Aorist ?*skébhH-/sk,bhH- [ved. skambhur ‘stützen’'*
Präsens *sk,bh-néln-H- ved. skabhnäti ‘stützt?
Neubildungen: Perfekt ved. caskämbha ‘hat gestützt”
Kaus.-It. av. fra-scinbaiiöit ‘soll befestigen”
(M.K.)
Dazu lat. scamnum n. “Bank, Scheme?’ < *skab*-no- (vgl. Dimin. scabillum), nach SCHRIJVER
431, 434 mit a < Ze neben Velar, doch viell. eher mit Reduktionsstufe Set bh. im lir. sekun-
där nach bedeutungsnahem *stamb*H- (s. *stemb"H-) zu *skamb"H- umgestaltet, vgl. z.B.
ved. skambhä-, av. -skamba- ‘Stütze’.
Wohl zu einer 3s *skambhit (mit sekundärem Nasal) gebildet; dazu sekundär 2d skambhäthur
mit Perfektendung, KÜMMEL, Perfekt 574.
Dazu deverbativ skabhāyá- < *sk,bh-nH-ié- in gleicher Bedeutung.
550
2a
Neubildung nach dem Vorbild von tastämbha zu stabhnäti, KÜMMEL, Perfekt 573-4, auch zu
den unredupizierten Formen skambhäthur, skambhur.
Spät belegt in Figura etymologica mit fra-scinbana-, wegen der Palatalisierung sicher Neubil-
dung, die eine Form mit R(e) voraussetzt; s. KELLENS, Verbe 134.
*(s)kedh;- ‘zersplittern, zerstreuen’ IEW 918-9
Aorist *(s)kedhz-I(s)k.dh,- Ter. ёокёдасо, Ex&dacoe “zerstreute’
toch.B śtasta ‘du streutest’, Med. ktäte
‘streute’!, [A katar ‘sie streuten?
Präsens *(s)k.d-neln-hz- [jav. scindaiieiti ‘zerbricht, zerstört”;
Fientiv ?*(s)k,dh,-éh,/h,- [lit. kedetti ‘bersten
vo м с
altkhot. ha-tcanäte “zerbricht, zerstört’®
gr. oxiövnuu ‘zerstreue”,
(o)kiövayuaı ‘zerstreue mich”
lit. kedinu, kedinti ‘zupfen’!
toch. A knas ‘streut’’,
[В katnam ‘streut”®,
[kämtam, känta-ne ‘sie streuen”
?[alb. can ‘spaltet, zerreißt, pflügt
?*(s)kédhz-e- lit. kedù, (kedeti) ‘bersten’!
‚12
‚10
(R. L.)
Akt. /šəta-/, Med. /kəta-/ < *kedhz-Ik.dhz-.
< *kodh;-, zur sekundären Rio) im Prät. I vgl. PINAULT 147-8. Etymologische Einordnung
der toch. Formen gem. VAN WINDEKENS I 211. Fehlende Affrizierung von *d zu toch. ts
wegen Stellung vor Konsonant im Nasalpräsens, RINGE 147.
< *scand-aia-, Iterativ zu einem Nasalpräsens iran. *ѕсапа- — *ska-näln-d"-, dieses statt
*skadnä-Iskadn- < *(s)k.d-neln-hz- retrograd zu Aorist iir. *skad*-a- < *skäd"itlskad"änt <
*skedhz-tsk,dh>-Ent.
< *fra-scandaia-; vgl. KELLENS, Verbe 140-1 mit Anm. 18; EMMERICK 145-6; BAILEY 449;
EW Aia II 750.
Später jungatt. окєбд&ууби1 < *oKeöao- vv- zu Aor. Eok&daoa. Mit í für *,, vgl. HARDARSON
182 `.
Auch kedenü, kedénti, vgl. FRAENKEL 233 mit Lit.
< *kana- < *kanna- < *Кәгпа-.
Mit Restitution des Wurzelauslauts für lautlich entwickeltes *kana-.
Mit Nasalinfix vor dem restituierten Wurzelauslaut für *kana-. Vgl. KRAUSE-THOMAS 203
8367.3, 205 5369; VAN WINDEKENS I 211; ADAMS, THPM 18; 47%; PINAULT 143; toch.B
käsk- ‘(gewaltsam) zerstreuen’ gehört zu *g""en- ‘schlagen’ (s.d.).
ls сај, < *sked-n-ie-?; vgl. OREL 49. Zweifelnd HULD 47-8; DEMIRAJ 116-7.
551
Verallgemeinerung der funktionellen Bedeutung des im Infinitiv kedeti fortgesetzten Fientivs,
wovon Präsensneubildung kedeju, zu den Formen vgl. Lietuvių kalbos žodynas V (Vilnius
1959) 481-2; KURSCHAT II 1073, 834.
2 Vgl. FRAENKEL 233 mit Lit.; mit funktionellem -2- statt *-й- < *°hy-ehj-.
PrskeHt-' *hervorspringen’ IEW 950
Präsens ?*skH-neln-t- [lit. skantü, (skasti) ‘springen’
?*skHt-é- lat. scatö, -ere ‘hervorquellen’?
M.K.)
1
2
Dagegen nach SCHRIJVER 432 *sker- mit R(o) im Lit. und *е > a neben Velar im Lat.
Daneben wohl sekundäres scateð, -ёге.
*skeht"-' ‘schädigen’ IEW 950
Präsens *skht"-ie- got. (+) ga-skabjan ‘schaden’?
Neubildungen: Perfekt got. (+) skop ‘schadete’
(M. K)
Vgl. RASMUSSEN, New Sound 154: *r" wegen gr. d-oxuëdc ‘unversehrt’, Srb- unmöglich we-
gen air. сїз ‘Müdigkeit’ < *skissus < *skeh,t-tus (nicht Tscírhud < *skehjth>-tus), das aller-
dings semantisch deutlich abweicht.
Mit sekundärem Wurzelakzent, da starkes Verb. Vgl. SEEBOLD 408.
*skek-' ‘sich schnell bewegen, springen’ IEW 922-3
Präsens *skek-e- ahd. (+) gi-skehan ‘geschehen; zuteil werden”,
mhd. schehen ‘eilen, dahinjagen’
urslav. *šéeko “ѕргіпве”
Iterativ *skok-eie- [air. scuichid* ‘bewegt; geht zu Ende"
mkymr. kesgyc ‘schüttelt’
aksl. 5Коёо, skočiti ‘springen’
?* skök-ie- aksl. skačọ, (skakati) ‘springen’!
(В. S.)
552
Lit. šóku, $ökti ‘springen’ nach FRAENKEL 1021 nicht hierher, s. *kehzk-.
2 Vgl. SEEBOLD 408-9.
Nach VAILLANT Ш 414 vorausgesetzt von aksl. za-Sticati “anspielen auf, andeuten’ <— ‘sur-
prendre’, das zu *šteče- gebildet ist wie -ricati zu rece-.
In der Bedeutung ‘bewegen’ immer schwaches Verb, dagegen in der Bedeutung ‘zu Ende ge-
hen’ außerhalb des Präsens stark: Konj. -sc (< *scess-), Prät. -scaich, das starke Präsens *ske-
ke- ist dagegen schon durch scuich- ersetzt. Vgl. DIL s.v. scuchaid; SCHUMACHER 229-30.
Verbalnomen kyscoc, nkymr. ysgogi; vgl. SCHUMACHER 229-30.
Wohl eher innerslavische Imperfektivbildung zu perfektivem skočiti als alt.
21.*(s)kel-' ‘schuldig werden” - IEW 927
Präsens *(s)kél-e- apr. skellänts ‘schuldig’;
alit. skelu, [lit. skelin, (skeleti) ‘schuldig sein’
Perfekt *fs)ke-(s)köll(s)k]- got. (+) skal “ist schuldig, muß, soll”
Neubildungen: Nasalpräs. lit. skylü, (skilti) “in Schulden geraten’
(M.K.)
Nur germ. und bal: ohne s mobile lit. kaltas ‘schuldig’, kalte f. ‘Schuld’.
Diese Grundbedeutung setzt das Perfekt voraus, das balt. Präs. muß dann sekundär Zu-
standsbedeutung erhalten haben.
3 Vgl. SEEBOLD 405-6.
22.*(s)kel-' ‘spalten’ IEW 923-6
Präsens *fs)kl-ie- [gr. ок@ААв (Hdt.+) ‘hacke, scharre’?
(M.K.)
Vgl. рг. oxa@Ayög m. “Ruderpflock’. Verbal nur gr., vgl. aber Nomina wie ahd. scala f. “Scha-
le, Schote’ < *skol-Eh;-, daneben die Erweiterung *skelH-, s.d. Zur unerweiterten Wurzel we-
gen fehlender Resonantengemination auch an. skil, aschw. skiæl n. “Trennung, Unterschei-
dung’ < *skel-azliz- (MAGNÚSSON 842-3) mit Denom. an. skilja “trennen, unterscheiden’ usw.
Semantische Spezialisierung auf ‘den Boden spalten, hacken’ vielleicht unter Einfluß der No-
minalbildungen wie oxaAig ‘Hacke’ (näher an der Grundbedeutung oxaAuös, vgl. FRISK II
716). Kaum wahrscheinlich ist Zugehörigkeit von oxú44@ ‘zerfleische’.
553
*skelH-' ‘aufschlitzen, spalten’ IEW 923-6
Aorist *skélH-/skIH- [heth. iskallari ‘schlitzt””
arm. elo ‘spaltete sich, zer"
Präsens ?*sk/H-ie- lit. (+) skiliù, (skilti) (Feuer) schlagen’
Neubildungen: ?u-Präsens arm. c'elowm ‘spalte, zerreiñe??
n-Infix-Präs. lit. skylü, (skilti) ‘splittern, sich spalten, platzen’
R(e)-ie-Präs. lit. (+) skeliu, (skelti) ‘spalten; (Feuer) schlagen’
(M.K.)
Auslautender Laryngal aufgrund des balt. Akuts und heth. Il, offenbar Erweiterung von
2.*(s)kel-, wozu auch (gegen LIV') gr. ох@ААв usw., s.d. Das arm. Verb könnte auch zur un-
erweiterten Wurzel gehören.
Aus unbekannten Gründen alt nur mit medialer „Stativflexion“, erst später Aktiv, vgl. OET-
TINGER, MSS 34 (1976) 126-7.
Vgl. KLINGENSCHMITT 236. Mit durchgeführter R(e). Die Entwicklung с‘ < *sk gilt als unge-
wöhnlich, Kann aber regulär sein, ibid. 83.
Vgl. KLINGENSCHMITT 236.
2a
*(s )kelh;-' ‘austrocknen, verdorren’ IEW 927
Aorist *(s)kélh,-/(s)k|]h;,- gr. att. @л- ёскАт “verdorrte”?
Präsens *(s)k[-ne/n-h,- [gr. att. скел Лошо ‘vertrockne, trockne aus
(intr.)”
Perfekt *fs)ke-(s)kölh,/(s)klh,- [gr. att. EorAnka ‘bin ausgetrocknet’
Neubildungen: 5-Аогіѕї gr. Opt. oxmAeıe 11. 23,191“
(M.K.)
1 Verbal nur gr., dazu wohl mhd. schal ‘schal, fade; trüb’ usw., ohne anlautendes s z.B. mnl.
hael ‘dürr’, lett. (denom.) kälter ‘trocknen’ (allerdings zeigen diese Wörter keinen Laryngal-
reflex, wegen o-Stufe?); für zb, spricht besonders рг. omeAetög m. ‘Mumie, Skelett’ — *oxa-
Jeng < *sk/h,-etö- oder direkt < *skelh,-etö- (vgl. VINE, долєтоу 60).
Mit generalisierter R(z), daneben dürfte ursprünglich aus der 35 *skelh,-t > gr. Ғоҡєдє abstra-
hiertes *оҡєдє- gestanden haben wie bei Gin. : ark. Zeie (s. *g“elh,-), vgl. BEEKES 237.
? Mit R(e) vom Aorist *скєдє- für *oxaAAe- (s. Anm. 4) wie z.B. ark. Zeëiic zu eñe- (neben
AAA, s. *g"elh;-), vgl. BEEKES, ibid.
< *skal-s- zu *okdAAw (s.o. Anm. 3), ein s-Aorist zu oxeAAe- müßte скє:4(0)- lauten, was
später auch belegt ist.
554
1.*skend-' ‘(los)springen, davonspringen’ IEW —
Aorist *skend-/sknd- ved. Inj. skän, (ŠB) Ind. áskan ‘ist gesprungen”
lat. scandi “stieg”
Präsens *skend-e- ved. skandati ‘springt’
[lat. scandö, ere ‘steigen’*
mkymr. ky-chwynn- “anfangen, sich erheben”’;
mir. scendid, scennid ‘springt’!
Kausativ ?*skond-é ie- ved. (Br.) skandáyati ‘läßt springen’
Neubildungen: Perfekt ved. caskanda RV 10,17,11 ‘ist davongesprungen’’
mir. -sescaind ‘sprang’ Ы
(М. К.)
Wegen kelt. *skend- kann keine a-Wurzel *skand- vorliegen; im Ved. ist nichtpalatalisiertes
sk verallgemeinert (*śc viell. noch mi. дага. fortgesetzt, s. TURNER 854, 8816, 11943, 12653).
Daraus verdeutlicht s-Aorist (á)skan, NARTEN 275.
7 Wohl mit analog. Reduktionsstufe *sk,nd- für Biz) *sknd-, könnte auch deredupliziertes Perf.
fortsetzen.
* Mit Reduktionsstufe nach dem Perf. für fscendere? Nach SCHRIJVER 434-5 lautgesetzlich <
*skend-e- mit *a < *e nach altem Velar.
< *‘aufspringen’; zur Lautentwicklung Get > *skw > *sw > *hw vor *e) s. SCHRIJVER,
BBCS 39 (1992) 8-15.
6 Wohl *skenne-, analog. für Tscindid < *skende- zu Konj. *skess-, Prät. *seskond- nach z.B.
*glenne- < *glannde- ` *gless-, *geglond- (s. *g"lend"-), s. MCCONE, FS WATKINS 472.
7 KÜMMEL, Perfekt 572.
2.*(s)kend-' ‘“erglänzen” IEW 526
Aorist ?*(s)kend-I(s)knd- lat. ac-cendi ‘zündete an’?
Präsens *(s)kend-e- lat. ac-cendö, -ere “anzünden’”
Essiv *(s)knd-h;ié- [lat. candeð, -ere ‘glänzen, schimmern’®
Neubildungen: Intensiv ved. cániścadat- ‘glänzend’
(M.K.)
Vgl. ved. Scandra-/candra- ‘schimmernd, hell’; vgl. auch *skend- ‘(er)scheinen’.
Falls wirklich Aoristwurzel; falls Präsenswurzel, durativ ‘glänzen, schimmern’.
Falls alt und nicht deredupliziert aus einem Neoperfekt; Bedeutung vom Präsens?
? Wohl fakt. Oppositionsaktiv zu urspr. medialem “leuchten, glänzen’, MEISER, Habil. 8243°°.
3 Ми Reduktionsstufe *sk,nd- oder viell. sekundärer R(e) und a < *e nach Velar (SCHRIJVER
428, 434)?
555
*(s)keng-' ‘hinken’ IEW 930
Präsens *(s)keng'-e- pāli khanjati ‘hinkt’?
ahd. hinkan ‘hinken’
*(s)kn@'-ié- рг. окббо ‘hinke’
(В. $.)
1 s mobile auch im Germ.: an. skakkr ‘hinkend, schief.
2 < ai. *skanj-, aus dem Mi. auch ai. klass. khaitjari ‘hinkt’, s. HOFFMANN bei SOMMER, FS
DEBRUNNER 426.
1.*(s)kep-' “hacken, hauen’ IEW 931-2
Präsens ?*ke-kop/kp- Ier. кблто ‘schlage, haue; ermüde (ei?
lit. карӣ, (kapti) “hauen, hacken”;
?[kapóju, (карбії) *(zer)hacken, schlagen’*
[aks]. kopajo, (kopati) “graben; backen"
Iterativ “?*(s)kop-éie- Yaksl. (+) skopljo, skopiti “verschneiden’
alb. kep ‘behaut; hackt'°
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. kampu, (kapti) ‘müde werden’
s-Aorist gr. £&xoya ‘schlug, hieb’
(M.K.)
Verbal dominiert die o-Stufe, vgl. aber gr. ox&mapvov ‘Beil’, russ. ščepá ‘Holzspan’, denom.
бераг, Scepir ‘spalten’ (s. VASMER III 448-9); in ähnlichen Bedeutungen steht daneben
*(s)kap-: lat. scapulae ‘Schulterblatt’”. Мр. np. kaf-/käv-, käftan ‘spalten’ dürfte mit sogd.
buddh. 4/3- ‘spalten’ auf iran. *këb- zurückgehen und bleibt daher fern.
Mit (im Gr. ungewöhnlichem) Reduplikationsverlust?
Nur Lex.
Wohl eher Denom.
Vielleicht denom. Primär wirkendes *kopljo in slov. köpljem (neben kopäm), poln. kopie ist
nach VAILLANT Ш 2, 358 sekundär für *Кораўо.
Mit Umlaut aus *kap-i- < *kop-; auffällig das Ausbleiben der Palatalisierung.
Q à a N
22.*(s)kep-' ‘bedecken’ IEW 930
Präsens ?*skep-e- gr. (Нр.+) окёло ‘bedecke, schütze"
(В. $.)
556
Verbal nur gr., dazu wohl (ohne s mobile) lit. Керйге f. ‘Mütze’, russ. (+) depec m. ‘Haube’.
Spät belegt; nach FRISK 11 724 daher womöglich Rückbildung zu denom. oxerdgo.
1.*(s)ker- “springen, sich schwingen’ IEW 933-5
Präsens ?*(s)ker-Ks)kr-" gr. скоіро ‘springe, hüpfe, tanze’?
?[kymr. cerddaf ‘wandle”
(R. L.)
Möglich auch Wurzelaor., dessen Stammvarianten dann einzelsprachlich zur Grundlage se-
kundärer ie-Präsentien geworden sein könnten. Die einzelsprachlichen je-Präsentien gr.
скаіро (R(z)) und Кутг. cerddaf (R(e)) lassen sich miteinander nur unter dem Ansatz eines
wurzelablautenden athem. Paradigmas *(s)ker-/s)kr- vereinigen (im Gr. reguläre Umbildung
athematischer Präsensstämme auf Resonant zu je-Präsentien). Es ist jedoch auch möglich, daß
gr. oxaipwund kymr. cerddaf auf verschiedenen uridg. Primärstammbildungen beruhen.
< *skr-ie-.
Falls < *ker-ie-, vgl. Кутг. arddaf ‘pflüge’ < *ar-ie- < *hzerh;-ie-; abret. credam ‘vado’ mit
Metathese von r. Davon verschieden ist air. fo:ceird ‘wirft, legt’, das zu 3.*kerH- “ausstreuen,
schütten’ gehört (s.d.).
Möglich auch *ker-dre-; oder Wurzelpräs. *(s)Kerd-(s)krd- mit Wurzelerweiterung -d- wie in
gr. кр@бт ‘Baumwipfel, Zweigspitze’ < *krd-h,- ‘Schwingen’ und dem davon abgeleiteten
Denominativ xpaödov ‘schwingend, schüttelnd’ (nicht Iterativum oder urspr. athem. Wurzel-
präs., vgl. dagegen FRISK II 2 mit Lit.). Aus lautlichen Gründen bleibt dagegen fern lit. pa-
kirsti ‘wach werden’, das gem. FRAENKEL 259, 221 [wohl als *‘sich bemerkbar machen’] zu
lit. kardas “Widerhall, Echo’ gehört (s. *еға-).
2.*(s )ker-' ‘scheren, kratzen, abschneiden’ IEW 938-40
Präsens *(s)ker-/(s)kr- [агт. kerem ‘kratze ab, schabe ab’?
[gr. xeipw ‘schere’
[an. (+) skera ‘scheren, schneiden’
[alb. shqerr ‘zerreißt, zerfetzt, zerkratzt'?
Aorist *(s)ker/(s)ker-s-* gr. ёкєроє ‘schor’
Iterativ *(s)kor-eie- arm. k'orem ‘kratze””
alb. harr "Biet (aus), schneidet aus"
Fientiv ?*(s)kr-éh,/h,- ?gr. ёкбрти ‘wurde abgeschnitten’
557
Neubildungen: R(z)-e-Präs. ukr. dial. (+) ёли, (Cersty) “abschneiden”
Perfekt heth. iskari ‘sticht, steckt”
an. (+) skar ‘schor, schnitt’
(М.К)
Daneben *(s)kerH- ‘trennen’ (s.d.), das aber semantisch abweicht; hierher auch heth. kartae-
‘schneiden’ als Denom. *kr-to-ie- nach OETTINGER 375-6; 416°. Aus 2.*(s)ker- könnten
zahlreiche Wurzeln erweitert sein, s. 2.*kers-, *(s)kerd"-, *(s)kerp-, *(s)kert-.
Die fehlende Palatalisierung kann nach KLINGENSCHMITT 144 von der R(z) stammen (oder
von Korem?), doch ist sie bei altem Velar wohl lautgesetzlich.
Vgl. MEYER 410-1; daneben Variante çjerr, nach DEMIRAJ 369 aus *$-ker-, außerdem dane-
ben shqyen ‘zerreißt, reißt ab’, shquan ‘unterscheidet’; könnte auch zu *(s)kerH- gehören.
Heth. kars- s. unter 2.*kers-.
KLINGENSCHMITT 144; 244".
Vgl. ОЕМІВАЈ 196-7.
Vgl. Stownik prastow. П 166-7.
Hierher nach OETTINGER 415-6, der das Verb als altes Iterativ bestimmt; semantisch ist die
Anknüpfung allerdings zweifelhaft: wohl urspr. ‘stechen’ aus *‘scharf sein, schneiden’.
*(s)kerb-! ‘sich krümmen, schrumpfen’ IEW 948-9
Präsens *( s)kr-né/n-b-2 [an. skreppa ‘ausrutschen, sich zurückziehen’,
mhd. (+) schrimpfen ‘schrumpfen’;
[ahd. (+) rimpfan “einschrumpfen’*
[lit. skrembü, (skrebti) “einschrumpfen, trocken
werden”
Neubildungen: Nasalpräs. russ. skörbnut’ ‘zusammenschrumpfen’
(M.K.)
e Vgl. an. skorpinn ‘runzelig’, skarpr “eingeschrumpft’.
2 Dazu vielleicht auch gr. xo&ußos “eingeschrumpft, айтг”, vgl. FRISK II 5-6.
2 Mit sekundärer R(e) aus *skrump- < *skrmb-; vgl. SEEBOLD 423.
4 *hrimpan, mit sekundärer R(e) aus *hrump- < *krmb-. V gl. SEEBOLD 272.
° Mit sekundärer R(e) und analog. Nasalverlust im Inf.
*(s)kerb*-! ‘scharf sein”? IEW 943-4
Präsens ?*(s)kerb"-e- ae. sceorfan ‘abnagen, beißen’?
Fientiv ?*(s)krb"-Ehjlhj- aksl. (+) -skrobe ‘war betrübt, trauerte’
Essiv 7*(s)krb"-hie- aksl. (+) skrobljo, skrobeti) ‘betrübt sein, trauern’
558
Neubildungen: sta-Präs. lit. skirbstu, (skiřbti) ‘sauer werden’; skurbstù, (skufbti) ‘sich
grämen, verzagen, niedergeschlagen sein’
(М.К)
Daneben Variante mit *b in germ. *skar pa- ‘rauh, scharf,
Vgl. noch air. cerb ‘scharf, ahd. scirbi ‘Scherbe’; daraus auch ‘sauer sein’, im Bsl. auf Ge-
mütszustände übertragen.
3 Falls nicht als *skerfa- zu *(s)kerp, s. SEEBOLD 414-5.
?*skerdh-! "schneiden, stechen’ (?) IEW 940-1
Präsens Pskerd"-e- air. sceirtid* ‘schabt, kratzt аЬ”?
[lit. skerdžiù, (skersti) 'abstechen, durch Abstechen
schlachten’
M.K.)
Vgl. wohl ved. krdhü- ‘verstümmelt, Klein’; oder viell. ae. scort, аһа. scurz ‘kurz’, dann
*skerd- (im Lit. wäre in diesem Fall freilich Akutierung nach WINTERs Gesetz zu erwarten, s.
Anm. 1 zu *bfeg#-).
2 S. THURNEYSEN, ZCPh 20 (1936) 201-4.
*(s)kerH-' ‘trennen, teilen’ IEW 938-40
Präsens *(s)kérH-I(s)krH- [umbr. kartu ‘soll verteilen’?
[air. -scara ‘trennt?
[lit. skiriù, (skìrti) ‘trennen, teilen,
unterscheiden’
Aorist ?*(s)körH/(s)kerH-s- [air. scarais, -scar ‘trennte’!
Iterativ *(s)korH-éie- air. scurid ‘spannt (Pferde) aus’
(M.K.)
Von der Anit-Wurzel *(s)ker- ‘scheren’ (s.d.) zu trennen, auch die Bedeutung weicht ab.
Thematisch *kare-; Vgl. auch karu, karn- ‘Teil’ = lat. carö, carnis f. ‘Fleisch’, urspr. ‘Stück
(Fleisch)’; kar- (nicht tkor-) spricht für *krH- mit Laryngal.
3 *skarä- < *skera-Iskrä-Iskar- < *skerH-IskrH-, vgl. MCCONE 110.
*skarass- < *skirass- nach dem Präs., vgl. МССОМЕ 110-1.
559
*(s)kerp- “abschneiden, abrupfen”! IEW 944-5
Präsens *(s)kérp-/(s)krp- [lat. сагро, ere ‘rupfen, pflücken’?
[lit. kerpù, (kirpti) ‘schneiden, scheren’
?[aksl. (+) ро-ёгъро, (-črěti) ‘schöpfen’”
Aorist ?*(s)kerp/(s)kerp-s- lat. carpsi ‘rupfte, pflückte”?
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. aksl. (+) črěpljo, (čropati) ‘schöpfen
(M. K.)
! Op von der Ernte, vgl. gr. xæpróç m. ‘Frucht’, germ. *harbista- ‘Ernte’ — ‘Herbst’; seman-
tisch im Einzelnen noch Erklärungsbedarf.
2 Mit Reduktionsstufe ar für Biz) *or; nach SCHRIJVER 429-30 mit a < *e nach Velar.
3 Semantisch problematisch, über ‘abrupfen’ > ‘nehmen’ — ‘schöpfen’? Vgl. BERNEKER 171.
*(s)kers-" ‘kratzen, (Wolle) krempeln’ IEW 532-3
Präsens ?*(s)kers-/(s)krs- [lat. carrö, -ere ‘Wolle krempeln’!
?[ahd. (+) skerran ‘scharren, schaben’?
I*(s)ke-(s)korsi(s)krs- [lit. karsiu, (karsti) ‘Wolle krempeln’
(M. K.)
Sollte in germ. *skerr- eine Ablautneuerung vorliegen, wäre auch *(s)kars- möglich; dann
könnte man mit dem Ansatz eines them. Präsens *(s)kärs-e- auskommen.
Thematisiert mit analogischem Reduktionsablaut *skers-; nach SCHRIJVER 430, 434 jedoch <
*skers-e- mit a < *e nach Velar.
Mit verallgemeinerter VERNER-Variante rr < *rz; nach LÜHR, MSS 35 (1976) 74 zu *(s)kerH-
‘trennen’, was aber semantisch problematisch ist.
*(s)kert-! ‘(zer)schneiden’ [IEW 941-2]
Aorist *(s)kert-/(s)krt- [ved. vi äkrtas ‘hast zerschnitten’
[aruss. o-Certe ‘bestimmte die Grenze”
Präsens *(s)kr-neln-t- [ved. krntáti “schneidet”
Dav. kərəntaiti ‘schneidet’
?[ahd. scrintan ‘bersten, sich spalten’
*(s)kert-e- arm. kertem ‘ziehe die Haut ab’
lit. ker, (kirsti) “abhauen, fällen, schlagen’
560
Neubildungen: R(z)-e-Präs. r.-ksl. črotu, (Eresti) "schneiden"?
Perfekt ved. ví cakarta "hat zerschnitten”®
(M. K.)
Wohl aus 2.*(s)ker- erweitert; s mobile nur teilweise im lir. (vgl. EWAia I 316) und im
Germ.
2 *o-ëbrte, Inf. o-Ceresti.
3 Thematisierung (schon iir.?) verhindert Homonymie mit krndt- ‘spinnen’ (s. 1.*kert-).
* Wenn mit sekundärer R(e) aus *skrund? < *skrnt-, Bedeutung wohl vom Medium.
5 Neu zum Aorist.
6 KÜMMEL, Perfekt 138-9.
Irskeub"-' ‘stoßen, schieben’ IEW 955
Präsens ?*sku-neln-b"- (1. skumbù, (skübti) “eilig werden, sich zu beeilen
beginnen’?
Prskeub"-e- got. (+) af-skiuban ‘verstoßen’, ahd. scioban
‘schieben’?
?russ. (+) skubú, (Gebuer) ‘zausen, rupfen’*
Fientiv ?*skub*-Ehjlh)- lit. skubeti “in Eile sein’
(M.K.)
|! Nur germ. und bal.
2 Вар. vom Medium, falls nicht Neubildung.
3 Ae, scūfan zeigt wohl sekundär й.
7 Mit analogischem 5° für *ščub-. Semantische Entwicklung unklar.
` Präs, thematisch skubu.
*(s)keud- ‘(vor)antreiben’ IEW 955-6
Präsens *(s)keud-e- ved. codämi ‘treibe an’
an. (+) skjöta “schießen, schieben’
Yalb. hedh ‘wirft’
Kaus.-It. ?*(s)koud-é ie- ved. codayāmi ‘treibe an”
an. skeyta ‘zusammenfügen’
(M. K)
! Нир 72-3; Zweifel bei DEMIRAJ 197-8 wegen der Variante hjedh (je < *e, nicht < *eu).
2 Ersetzt nachrgvedisch das Präsens, s. Сото 142.
561
*(s)keuh;-' “wahrnehmen, schauen’ IEW 587-8
Präsens *(s)keuh,-/(s)kuh,- [ved. (KS) a-kuváte ‘beabsichtigt’
aksl. ¿ujo, (čuti) ‘fühlen, merken”
Aorist ?*(s)keuh,/(s)keuh,-s- aksl. ču “fühlte, merkte’
Iterativ *(s)kouhy-Eie- gr. коёо ‘bemerke, vernehme, höre’
lat. caueö, -ere ‘sich in acht nehmen’
(В. 5.)
*sk in gr. Gw. скбос “Opferschauer’, аһа. (+) scouwön ‘schauen’; zum Laryngal vgl. ved. á-
küta- n. ‘Absicht’ und den Akut im Slav. (skr. Cüri ‘hören’); *h, wegen рг. коё@, lat. cauere
(nicht косо, Tcauare).
Oder Neubildung zum Aorist.
*skeuhz-' ‘stochern, stoßen’ IEW 954
Präsens *sku-ne/n-h;- heth. iskunant- ‘befleckt’;
3s Prät. iskunahhis ‘kennzeichnete”
[ved. (АУ) @-skunoti ‘durchsticht (Ohren),
markiert”
Neubildungen: акгойуп. Wurzelpräs. ved. (ŠB) á skauti “durchsticht”
(M.K.)
Im Ved. sekundär (wohl nach Präs. skunö-) Anit-Wurzel: VAdj. d-prati-skuta- ‘ungestört’,
vgl. SCHAEFER 200-1.
Vgl. OETTINGER 156-7.
Umbildung von skunäti, das viell. noch durch einen Dhätupätha bezeugt wird, s. HOFFMANN
bei OETTINGER 157.
Neubildung nach dem produktiven stäuti-Typ, vgl. NARTEN, FS КОРЕК 16 = КІ. Schr. 104.
Prskeut-' ‘kratzen, schaben’ IEW 954
Präsens ?*skut-e- lit. skutu, (50511) ‘rasieren, schaben’
M.K.)
Nur balt. und in mir. (denom.?) scotha- ‘abschneiden’.
562
*(s)kreb-' ‘schaben, kratzen’ IEW 943-4
Präsens *(s)kreb-/(s)krb- [kymr. craf- “kratzen”
[ae. (+) screpan ‘schaben, kratzen’
lit. skrebu, (skrebeti) ‘rascheln, knarren’®
[russ. (+) skrebu, (skresti) “kratzen, schaben”
I*(s)ke-(s)krob/(s)krb- Uert. skrabu, (skrabt) ‘kratzen, schaben’
[poln. skrobię, (skrobać) “kratzen, schaben’
(M. K)
3
Vgl. noch lat. scrobis m. f. ‘Grube’ («e ** Aushöhlung’); іт Bsl. muß bei diesem Ansatz mit
der Verallgemeinerung der antevokalischen Wurzelform (ohne WINTER-Dehnung, s. Anm. 1
zu *bheg*-) gerechnet werden. Andernfalls wäre *(s)kreb"- anzusetzen und im Germ. sekun-
däres (*b >) *p anzunehmen.
2 Mit Reduktionsstufe *kr.b- für R(z) fkrib- < *krb-.
3 S.SEEBOLD 425.
4 Urspr. “ein schabendes Geräusch machen’ < ‘schaben’?
5 Vgl. VAILLANT Ш 159.
?*(s)k®rei-! “einen Kreis beschreiben’ IEW 936
Präsens *(s)k’rei-e- lit. skrejü, (skrieti) “einen Kreis beschreiben;
kreisen”?
lett. skreju, (skriet) “laufen, rennen, fliegen”
(М.К.)
Verbal пиг balt. (doch s. Anm. 7 zu 3.*kerH-), vgl. ohne s mobile urslav. *ліуъ ‘krumm’.
Daneben auch Präs. skrie jü nach dem Inf.
Präs. auch skrienu.
"e reih. ‘kratzen, ritzen’ IEW 946-7
Präsens *skreib"-e- lat. scribö, -ere ‘zeichnen; schreiben”?
Aorist *skreib"iskreib"-s- lat. scripsi ‘zeichnete; schrieb’
(M. K.)
Vielleicht hierher mit Anaptyxe (und lotazismus?) рг. oxápīgoç ‘Griffel; Umriß, Skizze’,
denom. oxapipdonaı 'kratze, ritze’.
Daraus entlehnt ae. (+) scrifan ‘schreiben’, vgl. SEEBOLD 419-20; gegen germ. Erbwort
spricht die Bedeutung.
563
Prskreit-” “im Kreis gehen’ (?) IEW 937
Präsens ?*skreit-e- ае. (+) scridan ‘schreiten, gleiten’
lit. skrie£iu, (skriesti) “einen Kreis beschreiben, im
д l
Kreis herumdrehen’
Kausativ ?*skroit-éie- ahd. screiten ‘spreizen’
(M. K)
0 Nur germ. und balt., zweifelhaft.
1 Akutierung unklar.
?*(s)kreng#- “sich krümmen, schrumpfen’' IEW 936
Präsens *(s)kreng*-e- an. hrokkva “zusammenfahren, zurückweichen; sich
krümmen’;
ае. (+) scrincan ‘schrumpfen, verdorren’?
(M.K.)
Verbal nur germ., vgl. aksl. krog» m. ‘Kreis’.
Vgl. SEEBOLD 273, 424.
*(s)kuehjt- ‘durchschütteln, aufrütteln’ IEW 632, 957-8
Aorist Pr(s)kuehit-Ks)kuhjt-' ?[gr. я “streute*?
[lit. Prät. at-kutau ‘erholte mich’,
Präs. burg, (kuteti) ‘rüttle auf”
Präsens *( s)kuh,-neln-t-" [an. (+) skynda ‘schnell vorwärtstreiben’,
ае. scyndan sw.| ‘eilen; beschleunigen’
911. kuntu, (küsti) ‘sich erholen”®
*(s)kuhjt-ie- [gr. zdoow, att. л@тт@ ‘streue””
flat. quatiö, -cutiö, ere ‘schütteln, erschüttern,
stoßen’®
[as. scuddian ‘mit einem Schwung
ausgießen’, аһа. scurten ‘schütten; schütteln,
erschüttern’”
Neubildungen: s-Aorist gr. Groo ‘streute’
lat. quassi, -cussi “schüttelte, erschütterte, stieß’
564
R(z)-e-Präs. ?ae. scadende “eilend’'®
(R. L)
Könnte auch Wurzelpräsens sein, angesichts der Existenz des Sekundär-Präsens *(s)kuhjt-ie-
handelt es sich wohl jedoch eher um einen Wurzelaorist.
Hsch. л kai лўу éri той коталасоє кої katandooeıv, Insc. Epid. zu pyapuaxov- hom.
éni ... ф@диоко лісоєу, FRISK II 478; vielleicht 25 *kueh,ts, 35 *kuehjt‘t > vorgr. 25 *kues,
35 *kues(t) > *Киё(1) mit Abstraktion eines Stammes *kue-.
Vgl. FRAENKEL 322; -u- statt *-й- < *-uhz- analog nach Präs. kunt- < *kuhy-n-t-, s. Anm. 4.
*(s)künt- > *(s)kunt- (OSTHOFFsches Gesetz) im Germ. bzw. *(s)kuh,-n-t- > *(s)kunt- (*n
nach Laryngalschwund unsilbisch) im Germ. und Balt.
< *skund-ija- gegenüber an. skunda sw.3 ‘schnell fortschaffen’ < *skund-ö-, vgl. DE VRIES
507, 509.
< *'sich aufrütteln’; vgl. FRAENKEL 322. =
Laut Н. Кїх (bei Lipp 4.7.2.1.1.) wird im Gr. bei Samprasärana-Fällen die der Schwundstu-
fenposition entsprechende Wurzelform häufig dadurch hergestellt, daß der e-Vokalismus der
Vollstufe durch a ersetzt wird, z.B. т@кос “(Leder-)Schild’ < *ruak-os/-es- «< *ruk-Es- nach
*tuek-os (vgl. heth. tuekka- ‘Körper’, ved. tväc-, °tvacas- Наш, Fell’); dieser Prozeß ist ana-
logisch nach Fällen mit lautgesetzlichem a in der R(z) und Restitution des Anlautkonsonanten
nach der R(e), z.B. R(z) *nas- < *as- < *ns- nach R(e) *nes- (s. Anm. 10 zu *nes). Danach
vielleicht auch *kür-iö > *kuat-iö > лассо nach Wurzelaor. *kuët-, Sekundärablaut ë : a wie
priyvou, ёорпёа < *ureg- (< *urehjß-) ` Eppdynmv < *urag- (statt *ureg- < *urh,ë-), vgl.
KURYLOWICZ, Apophonie 175, 205 mit Anm. 49.
*küt-iö > quatiö analog zu Wurzelaor. *kuer- nach dem Muster faciö : feci, d.h. *kuariö mit
ursprünglich biphonemat. Anlaut, im Kompositum (z.B. concutere ‘heftig schütteln, erschüt-
tern’) entweder durch Synkope oder durch Vokalschwächung zu -curiö, vgl. LEUMANN 90.
Vgl. KLUGE-SEEBOLD 656b; mit u statt й nach *skund-ija-, vgl. Anm. 4-5.
Zu *scüdan st. (thematisiert aus Wurzelaor. *skuhjt-) oder aber zu *scüdian sw. < Denom.
*sküdö-ja- = s.-ksl. skytati se “umherschweifen’ (J. A. H.), vgl. SIEVERS-BRUNNER, Altengli-
sche Grammatik, Halle 1942, 310 $385 Anm. 1, SEEBOLD 417.
Prslak-' ‘schlagen’ IEW 959
Präsens ?*släak-e- got. (+) slahan ‘schlagen, erschlagen’
Neubildungen: Perfekt got. (+) Prät. sloh ‘schlug’
(Th. Z.)
Hierher wohl mir. slacc ‘Schwert’, neuir. slacairt ‘das Schlagen’ usw.; vgl. STOKES, KZ 41
(1907) 388; VENDRYES S-124. Vielleicht auch *s/ek- mit Riol im Germ. und Reduktionsstufe
*sl.k- im Kelt. (M. K.).
565
elef. ‘erschlaffen’ IEW 959-60
Präsens ?*s/-neln-g- [gr. Aæyyóv ЕМ ‘Feigling’?
[lat. langueð, -ere ‘schlaff sein, träge sein”
(Th. Z.)
Nicht *slen@'-, wegen gr. Aaywög ‘Hase’ < *slagöusö- ‘Schlappohr’ (s. PETERS 59) aus *5/@'-
o- und wegen ап. slakr ‘schlaff (mit Denom. slakna ‘schlaff werden’) < *slo$'-o-.
Auf den Präsensstamm gebaut (?); davon denom. Доуусбо ‘lasse nach, erschlaffe’.
Denom. zu *languo-, uo-Adj. zum Präs.-Stamm (vgl. z.B. gr. оос ‘gnädig’; s. *selh;). Der
Sproßvokal a in der Wurzel wie bei frangö, vgl. SOMMER, Handbuch 54.
?*sleh,b-' ‘schlaff sein’ IEW 656
Präsens ?*sleh,b-e- got. (+) slepan ‘schlafen’
Neubildungen: sra-Präs. lit. slobstu, (slöbti) ‘schwach werden’?
Perfekt got. (+) saizlep ‘schlief
(М.К.)
Nur germ. und bsl., vgl. noch aksl. slabv ‘schwach’ < *5/ођр-о-; der Ansatz mit *eh, setzt
voraus, daß *5/ар- in germ. *slapa- ‘schlaff’, lit. slabnas usw. analogische R(z) *sla,b- (für
*s/h,b- > germ. Tsulp-, lit. Tsilb-) darstellt und nicht R(o); andernfalls wäre *5/ер- anzusetzen,
mit R(&) im germ. Verbum.
Mit sekundär gedehnter analog. R(z) *slab-, daneben auch slambù, slabti in gleicher Bedeu-
tung, vgl. FRAENKEL 825, 833.
*slehß-' “ans Ende kommen’ IEW 959
Präsens *slehjg'-e- gr. Атуш ‘höre auf, lasse ab, ende’
Aorist ?*slëéh/ó'/sléh/ó'-s- gr. &AAn&a ‘hörte auf”
(Th. Z.)
! Zum Wurzelansatz vgl. JOSEPH, Glotta 60 (1982) 112-5; mit ihm hierher noch osk. slaagi-
‘Grenze’ < *s|h/@'-i-.
566
*slehogu-! ‘nehmen, ergreifen’ IEW 958
Aorist *slehsg"-Isih2g"- [gr. EA(A)aBov ‘ergriff, nahm’?
Präsens *s/hyg*-ie- gr. hom. Adfouaı “ergreife, nehme’?
ae. leccean sw. “ergreifen”
Desider. *sléh,g"/s]h,g"-s- gr. Anwouaı ‘werde ergreifen’
Neubildungen: n-Infix-Präs. gr. nachhom. Aaußavo ‘nehme, ergreife’
redupl. Aor. gr. Inf. Med. Aea одо Od. 4,388 ‘festhalten’
Perfekt gr. eine ‘habe genommen’
(Th. Z.)
! Beim Ansatz *slag“- müßte іп gr. Aýyoua Ana ‘Annahme’ usw. Wurzeldehnstufe *slag*-
vorliegen.
? Zur gr. Neoschwundstufe la? statt /4° neben Bic) /4° vgl. BENDAHMAN 107%.
3 Aus germ. *lak-ie-; Schwund des anlautenden s- nicht lautgesetzlich (sekundäres s mobile).
Bei Herleitung aus *s/h,g*-ie- muß -la- statt T-ul- in der R(z) analogisch sein. *lak-ie- könnte
auch urspr. stark und Rückbildung zu Aor. *sláh,g“- oder Perf. *se-slöh;g*- (beide > germ.
*s/ök"-) nach Typ hafjan, höf (s. *keh;p-) sein.
?*sleib-' ‘schleifen, gleiten’ IEW 663
Präsens ?*sleib-e- ahd. (+) slifan ‘schleifen (intr.), vergehen’
Kausativ ?*sloib-eie- ahd. (+) -sleifen “zugrunde richten’
(M.K.)
' Nur germ., zugehörig allenfalls (ohne *s, mit Vokalprothese?) gr. öAıßpög “schlüpfrig’ Hsch.,
vgl. FRISK II 376 (ähnlich HAıodavo zu *h,sleid"-).
*sleig- "schmieren, glatt machen’! IEW 663-4
Präsens ?*sleig-/slig- [air. -slig, -slegar ‘schmieren, schlagen’?
Desider. *si-slig-se- air. -silis “wird schmieren, wird schlagen’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. ahd. slihhan ‘schleichen”
Perfekt air. -selaig ‘schmierte, schlug’
ahd. sleih ‘schlich’
(M. K.)
567
Vgl. noch gr. Aiyönv “oberflächlich berührend’, aksl. з/ьгъКъ ‘schlüpfrig’ (є *slig-u- mit re-
gulärem Unterbleiben der WINTER-Dehnung in offener Silbe, s. Anm. 1 zu *bhe g!-); die se-
mantischen Zusammenhänge bedürfen der Klärung.
< *slige-; mit fo- ‘schmieren’, Simplex ‘schlagen’; zur Semantik vgl. nhd. streichen 'schmie-
ren’ und Streich ‘Schlag’ sowie jemandem eine schmieren ‘jemanden schlagen’.
3 Vgl. SEEBOLD 428-9.
*slenk#-' ‘gleiten’ IEW 961
Präsens *slenk*-e- an. (+) s/yngva “schwingen, schleudern’;
аһа. slingan ‘verfallen’?
lit. slenkù, (sliñkti) ‘“kriechen, schleichen’
Kausativ ?*slonk“-éie- an. (+) sløngva ‘fortschleudern’
(M. K.)
1
2
Im Germ. muß die VERNER-Variante *g" durchgeführt sein.
Vgl. SEEBOLD 432-3; die Bedeutung des an. Präs. (= Kausativ) muß auf einem faktitiven Ak-
tiv beruhen.
*s[eubt-' “gleiten, schlüpfen’ IEW 963-4
Präsens ?*sleub"-/slub"- ае. siapan ‘schlüpfen’;
[got. (+) sliupan ‘schleichen, schlüpfen”?
Kausativ %*sloub"-Eie- got. (+) af-slaupjan “abstreifen’
(M.K.)
Außergerm. nur lat. /abricus ‘schlüpfrig’; *b wegen ae. sliefe f. “Ärmel”; im Germ. sonst mit
sekundärem *p < *b für zb < *bh durch Übertragung aus dem Intensiv *s/uppö- (*slub"-n°) in
аһа. slopfari, vgl. LÜHR 352.
Mit analogisch gedehnter Biz) aus thematisiertem *s/ub"-6-.
Mit analogischer R(e) normalisiert aus *slāpa-.
*(s)leug-' ‘schlucken’ IEW 964
Präsens *(s)lu-neln-g- [gr. Avyyavóuevov: Alkovra Ev т@ KAaieıvHsch.
“schluchzend’?
[air. loingid, longait ‘essen’
568
*(s)lug-ié- gr. Aldo ‘habe Schluckauf, schluchze’
Neubildungen: R(z)-e-Präs. тпа. (+) slüken ‘schlucken’
(М.К)
! Daneben gleichbedeutendes *sleuk-, s.d.
2 Außerdem verbaut im s-Aorist &Auyea Gal.
*sleuk-' ‘schlucken’ IEW 964
Präsens *slu-né/n-k- [air. -sluic*, slocait, mkymr. llync- ‘schlucken’
(M. K.)
! Nur kelt. und in slav. nichtprimären Verben wie ukr. Iykaty ‘schlucken’; daneben *(s)leug-,
s.d.
?*smeh;-_ ‘streichen, reiben’ IEW 966
Präsens ?*smh,-ié- gr. сид, оу] ‘геі ab, wischt ab’
Neubildungen: s-Aorist gr. Eounoa, (Call. &suaoa) ‘wischte ab’
(Th. Z.)
Nur gr. belegt; zur Vollstufenstelle vgl. сша ‘Salbe’ < *smeh,-mn-. Vereinzelte Formen mit
& (Hdt. сид) erklärt CHANTRAINE, DELG 1027 als sekundär. Vgl. auch Präs. рг. cuyo ‘wi-
sche ab’.
*smei-! ‘lachen, lächeln’ IEW 967
Präsens *smei-/smei-” [ved. smayate ‘lächelt’
[lett. smeju, (smiet) “lachen, verspotten’
[aksl. (+) smëjo se, (smijati se) ‘lachen’
toch.B smiyäm ‘lächelt’,
A Ptz. Med. smimäm ‘lächelnd’®
Neubildungen: Perfekt ved. Рг. Med. sismiyand- “lächelnd’*
(Th. Z.)
569
Daneben die Erweiterung *smeid- z.B. in gr. hom. фїАо- ии&1бїў6 ‘gerne lächelnd’ und Aor.
des Denom. &uelönoa ‘lächelte’, sowie in lett. smaida ‘Lächeln’, smaidit “lächeln, verspot-
ten’.
Akrodyn. Präs. angesetzt von RASMUSSEN, New Sound 161, v.a. wegen des Slav.
Wohl mit durchgeführter R(e) smi- < *smei-, falls nicht analogische R(z) vorliegt.
* KÜMMEL, Perfekt 587-8.
?*smeid-! ‘schmieren’ IEW 966
Präsens ?*smeid-e- ае. (+) smitan “(be)schmieren’
Kaus.-It. *smoid-é ie- ahd. be-smeizen ‘beschmutzen’
Neubildungen: Perfekt got. (+) -smait ‘schmierte’
(Th. Z.)
! Hierber vielleicht ksl. směd» (< *smoido-) ‘dunkelbraun’ — ‘schmutzig, schmierig’; Verbin-
dung mit lat. mittere ist lautlich ausgeschlossen, s. *meith>-.
1.*(s)mer-! ‘denken an, sich erinnern’ IEW 969
Aorist ?*smér-/smr- jav. Opt. (?) mairiiāt V. 3,33 ‘soll sich erinnern’ ’*
Präsens *si-smérlsmr- ау. Ptz. Nom. Pl. (aipi-)hišmarəntö Yt. 10,45
2
‘aufpassend, aufmerksam’
Se 4 А 3
[gr. jueipo /him°/ ‘sehne mich, begehre’
*smér-e- ved. smärati "denkt an, erinnert sich an’
aav. 3p maranti Y. 43,14 “erinnern sich’;
jav. paiti-Smara- “denken an, sich sehnen’
Perfekt ?*se-smörlsmr- ved. ира sasmära АУР 5,11,7 ‘hat sich erinnert"?
Kausativ ?*smor-éie- ?ai. (ep.) smärayati “erinnert (jmdn. an)’
jav. märaiieiti Yt. 14,29 “läßt erkennen, bemerkt’
Iterativ 2*(s)mör-ie- [skr. märim, märiti “sich kümmern’*
Neubildungen: Nasalpräs. ae. murnan (Prät. mearn, murnon) ‘trauern, bangen’?
(Th. Z.)
Hierher auch gr. pépi ve f. ‘Sorge’ usw. Zu weipouan usw. vgl. 2.*smer-. Fern bleiben wohl
lat. тоға f. ‘Verzögerung’ und air. maraid ‘bleibt übrig’; z.B. VENDRYES M-19.
570
la KELLENS, Verbe 356. Fragwürdig: im Kontext wird eher ein Konj. Präs. verlangt, woraus sich
ein Stamm mairiia- ergäbe, so BARTHOLOMAE 1142-3 (M. К.).
Wohl thematisiert.
je-Erweiterung des starken Stamms; RISCH 285.
3 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 588.
Zugehörigkeit zweifelhaft.
5 Vgl. SEEBOLD 351-2. Daneben sw. 3 (denom.: vgl. KRAUSE, Hdb. Got. 246) *murnai- in got.
ni maurnai (Mt. 6,25) ‘un pepi vte und ahd. mornen ‘trauern, sich sorgen”.
2.*smer-! ‘Anteil bekommen’ IEW 970
Präsens ?*smer-ie- gr. пєіроцоп “bekomme Anteil an’ i
Perfekt *se-smórlsmr- gr. hom. (äol.) čuuope ‘hat Anteil an’,
Med. (ion.) eiapro ‘war zugeteilt’
Essiv *smy-hjle- [lat. mereö, -ere “verdienen”
(Th. Z.)
Wird von ІЕМ 970 als ‘jemanden womit bedenken’ (> ‘Anteil geben’) mit 1.*smer- gleich-
gesetzt.
Mit sekundärer R(e); aus lautlichen Gründen besser nicht als Denom. *meresie- zum s-Stamm
*(s)mer-os- ‘Teil’ (vgl. gr. 14&005) zu beurteilen, vgl. Anm. 23 zu *dek-.
*smerd-' ‘ (übel) riechen’ IEW 970
Kaus.-It. *smord-éie- ?[lit. smardyti “übelriechend machen”
aksl. (+) o-smrazdo, -smraditi ‘Gestank verbreiten’
Fientiv ?*smrd-éh/h- ` °?[Mt. smirdejo ‘stank’
[aksl. vo-smrodese se ‘begannen zu stinken’
Essiv *smyd-hjie- lit. smirdZiu, (smirdeti) “ѕіпкеп”
aksl. (+) smrvZde, (smrodeti) “übel riechen,
stinken’
(Th. Z.)
! Hierher vielleicht lat. merda f. "Unrat, Scheiße’ (< *smerd-ah;-). Gr. *ouopdo- in Hsch.
оиорбоўу: ovvovdiéćerv “Geschlechtsverkehr haben’ und ouöpöwves ~ nöcdwveg ‘Schwänze
(durch ihr Glied ausgezeichnete Männer)’ (vgl. SPECHT, KZ 62 (1935) 215) ist semant. nicht
mit lit. smärdas, lett. smärds m. ‘Geruch, Gestank’, aksl. smrad» m. ‘Gestank’ zu vermitteln.
2 Verzeichnet bei KURSCHAT 2213b.
Hierzu neugebildet sra-Präs. lit. smirstu, (smirsti) ‘zu stinken beginnen’.
571
?*smeuk- ‘gleiten’ [IEW 744-5]
Präsens *smeuk-Ismuk- (ае. smügan ‘kriechen, schmiegen’?;
[an. (+) smiüga ‘hineinschlüpfen””
[lit. smaukiu, (smaukti) ‘gleiten lassen;
überstreifen; abstreifen’
[slov. (+) smúčem, (smükati) ‘huschen, schlüpfen’*
?*smu-neln-k- Ш. smunkü, (smükti) “gleiten, rutschen, schlüpfen’
[čech. (+) smeknouti “abstreifen’, refl. ‘ausgleiten””
Kaus.-It. *smouk-eie- an. (+) smeygja ‘sich schmiegen’
(М.К)
Nur germ. und bsl., wird oft mit *meuk- ‘losbinden, abstreifen’ vereinigt.
Mit analogisch gedehnter R(z) aus thematisiertem *smuk-é-, daher mit grammatischem
Wechsel.
Mit sekundärer R(e) aus *smüga- normalisiert.
4 Vgl. VAILLANT Ш 316.
< *smbknoti, VAILLANT Ш 237.
I*sned"-! ‘schneiden’ IEW 972-3
Präsens *sned"-Isnd"- [air. -snaid*, -snadat; Кут. nadd- ‘schnitzen,
schneiden”
(M. K.)
! Nur kelt. und germ., vgl. ahd. snar(t)a f. ‘Strieme, Wundmal’.
*snad-e-, thematisiert aus *sned-/snad- < *sned-Isn,d- < *sned-Isnd-.
*sneh;- ‘spinnen’! IEW 973
Präsens *snéh,-/snh,- gr. äol. 35 Ipf. vvn ‘spann ’?;
[gr. уў “spinnt”
lat. [neö], nes, net; пеге ‘spinnen’
[air. sníid, -sní ‘bindet; strebt nach’,
kymr. nyddu, mbret. nezaff ‘spinne’
[ahd. naen ‘nähen”
5
Aorist *snehllsneh)-s- рг. &vnoa ‘habe gesponnen’
[lat. nēui ‘spann’
572
Neubildungen: а"е-Ргӣѕепѕ gr. vri6o *spinne
(Th. Z.)
Zugehörigkeit уоп Іей. sna ju, (snat) ‘flechten; abhauen’ (vgl. MÜHLENBACH Ш 974-5) ist
unsicher.
Aus athem. *é-sneh;,-t oder them. *é-sneh;-e-t; vgl. SCHWYZER 1 675.
< *(s)nē-ie-.
Kann abgesehen von der normalisierten 1s das Wurzelpräs. fortsetzen; vgl. SCHRIJVER 403-4;
MEISER, Habil. $167. Möglich aber auch *sne-ie-.
< *sniie-. Uridg. 35 *snehjti, Зр *snh,enti > kelt. *sniti, *sanenti > (analog. Ausgleich)
*sniti, *sninti > (Thematisierung) 3p *sniionti, woraus der Stamm *sniie- (K. MCCONE
mdl.).
Zum ja-Präs. umgebildet. Irregulärer Verlust des anlautenden s- im Germ.; ebenso in germ.
*neblö ‘Nadel’ < *snéh,-tlah;-.
7 Wahrscheinlich Substitution für alten s-Aor.: vgl. MEISER, Habil. $167.
Wohl Rückbildung zum Aor. Evnoa nach semantisch nahestehendem via ` ErAwoa (s.
*Ëleh qh).
*(s)neho-' ‘baden, schwimmen’ IEW 971-2
Präsens *(s)neh,-As)nh>- ?heth. sanzi, sanhanzi ‘spülen, benetzen’?
ved. snäti “badet’
?[gr. viet, dor. vyw ‘schwimme’
lat. [nö], nat, nämus; паге ‘schwimmen’
[mir. snaid, -sna ‘schwimmt, durchschwimmt°
3
4
*(s)nh,-ské- toch.B 3p nāskem ‘baden, waschen sich"?
Aorist Pr(s)nehz/(s)nehz-s- [lat. пйиї "schwamm" `
?mir. ls ro-snaus-a ‘schwamm’
Kausativ *(s)noh>-eie- jav. (2, fra) snaiiät (Konj.) ‘spült ab, wäscht
(Th. Z.)
s mobile wegen toch.B nāsk-; SCHRIJVER 169.
2 *sanh- setzt den schwachen Stamm *snhz- fort, vgl. KIMBALL, MSS 53 (1992) [1994] 90-1.
Problematisch ist bei Anschluß ans Wurzelpräs. die kausative Bedeutung des heth. Verbs. Zur
Unterscheidung von sanh- ‘suchen’ (s. *senhz-) vgl. PUHVEL, FS LAROCHE 299.
Gleiche Erweiterung wie іп тобжо ‘reibe auf’ neben 000 (s. *rreuH -). vew ‘schwimme’ (Ipf.
Ewveov ‘schwammen’, Aor. vedcaı) scheint nach synonymem zA&(ı)w, rAedoaı umgebildet zu
sein (Reimbildung; s. FRISK 11 311).
Entweder direkt das Wurzelpräsens fortsetzend mit analog. 15 oder umgebildet zu *sna-ie-.
Aus *snä-ie-, Erweiterung des starken Stamms.
Vgl. HACKSTEIN 171, 173, zur Lautentwicklung (*nH > toch. *па im Anlaut) auch 30-1. Aus
dem Präsensstamm ist die westtoch. Wurzelform nask- abstrahiert.
Wahrscheinlich Substitution für alten s-Aor. *sna-s- (Verallgemeinerung des schwachen
Stamms); vgl. MEISER, Habil. $167.
573
Kausativisch *‘läßt baden’ (KELLENS, Verbe 1471!). Mit iir. *snaHáia- metrisch identisch
sind die verdeutlichten Neubildungen jav. -snädaiia- ‘waschen’ (Einfügung уоп ô) und ved.
snäpäya- ‘baden (tr.)”.
*sneigt". ‘kleben bleiben’! IEW 974
Aorist *sneig*"-/snig*"-
[ved. (KS) asnihat ‘ist (niedergestreckt) liegen
" я; 3
Präsens ?*snéig#h_e-
Neubildungen: s-Aorist
geblieben”?
ЭПИ. snigo ‘schneite’
gr. veipeı ‘schneit’
= V
jav. Konj. sna&Zät ‘wird schneien’
at. niuit Pac. schneit?
an. snýr, ahd. sniwit ‘es schneit’
lit. sniega “es schneit?
Zenit. jé. al. ep. klass. snihyati ‘heftet sich an; wird feucht’
[air. snigid “regnet, tropft, schneit'°
Kausativ ?*snoig“"-éie- ved. sneháyat ‘ließ (niedergestreckt) liegen”
gr. att. кот- ёуєцує ‘schneite nieder’
n-Infix-Präs. lat. (Lucr.+) ninguit ‘es schneit’
lit. sniñga ‘es schneit’?
Perfekt air. senaig ‘regnete, tropfte’
(M.K.)
Dazu Wörter für ‘Schnee’ — *‘was kleben bleibt, was sich ansetzt’: *snig**- in gr. Akk.
vipa, lat. nix, niuisf. und erweitert in pkt. sinhä- < ai. *snihä- f., *snoig®"-o- m. in pkt.
sineha- (s. TURNER, BSOAS 18 [1956] 451), got. (+) snaiws, lit. sniegas, aksl. snegb; von
den Nomina ausgehend auch beim Verbum die Bedeutung ‘schneien’; zur Semantik der
Wurzel, besonders im Ved., vgl. HOFFMANN, MSS 18 (1965) 13-28 = Aufs. 442-54.
Wohl urspr. ‘kleben bleiben’ als „Ausdruck des Krieger-Slangs“, vgl. HOFFMANN, Le 13-8 =
442-7.
Nur in der Bedeutung ‘schneien’, die entweder von den ‘Schnee’-Wörtern abhängt oder viell.
aufeinem Konj. Aor. *‘es wird kleben bleiben’ beruht.
Quantität des Wurzelvokals unsicher, auch пѓи- wäre möglich; später nur Nasalpräs., s.u.
Dial. auch sekundär athem. 3s sniegti, s. STANG, Gramm. 312.
Vermutlich umgebildet zu *snige- wie z.B. nigid < *nig#ie- (s. *neig*-). Oft zitiertes kymr.
nyfio "schneien" existiert nicht, s. P. SIMS-WILLIAMS, BBCS 29 (1981) 218.
Bedeutungsentwicklung wie beim Aorist, vgl. HOFFMANN, Le 19 = 447-8.
Wohl sekundär für sniega, s. STANG, Gramm. 312, 339.
574
?*sneit-! ‘schneiden’ IEW 974
Präsens ?*sneit-e- got. (+) sneiban ‘schneiden’
(M.K.)
"Nur germ. und in ukr. snit ‘Klotz’, čech. snet ‘Ast’ (< urslav. *snët% m. < *snoit-o-).
*snerk-' ‘zusammenziehen, schlingen’ IEW 976-7
Präsens ?*snerk-e- ahd. in-snerahan “anbinden’?
Е (М. К.)
Vgl. wohl рг. wënnt ‘Krampf, Lähmung’.
2 SEEBOLD 444; vgl. ап. denom. snara “drehen, wenden’.
*sneu- “ (Flüssigkeit) hervorquellen lassen, tropfen’ IEW 972
Präsens *sneu-/snu- ved. snuvanti TS 2,1,4,8 ‘lassen Milch strömen”?
[gr. vet ‘quillt hervor, sprudelt, quillt über”
(Th. Z.)
Hierher lat. nätrix ‘Amme’ <— *‘Milch strömen lassende’, Weiterbildung von *sneu-tr-ihz-,
wovon auch епот. lat. närriö, -ire “säugen, nähren’.
Dazu neu das akrodyn. Präs. prá snautu TS 3,5,5,2 ‘soll tröpfeln lassen’.
Bei Hesych væver: déet, Di oer ‘ergießt sich’. vdet ist them. *hnaue- (vgl. TUCKER 204), wel-
ches analogische Umformung von *hanue- < *snue- (von 3p *snu-Enti) nach der R(e) *hneu
sein könnte (H. R.). Umbildung zu *hnau-ie- in vatovOd. 9,222 (mit v.l. v&ov).
хо
*sneubh-! ‘heiraten (von der Frau)’ IEW 977-8
Präsens *sneub"-e- lat. nūbð, ere ‘(einen Mann) heiraten’
Aorist ?*snéubh/snéubh-s- lat. nūpsī ‘heiratete’
Kausativ *snoub"-Eie- r.-ksl. snublju, snubiti ‘verkuppeln’
(M.K.)
|! ур], mit unklarem Nasal (von einem Nasalpräsens?) gr. vöupn ‘Braut, junge Frau, Nymphe’.
575
*sneuH-' ‘drehen, winden’? IEW 977
Präsens *sneuH-/snuH- [рої. sniwan ‘eilen’, [ae. sneowan ellen":
[an. snúa ‘winden, drehen’*
(kel, snovo, (snovati) “Gewebe anzetteln’”
Neubildungen: Perfekt got. (+) snau “ее”
M.K.)
Vgl. ae. snūd ‘schnell’, an. snúðr m. ‘Drehung, Schlinge’ < *snuH-tó-, an. snoggr ‘schnell’ <
*snouH-u-.
Daneben auch ‘eilen’, wohl urspr. ‘hin und her eilen’, viell. zuerst metaphorisch vom Weber-
schiffchen.
Im Got. ohne Gemination aus antekonsonant. *ѕпеиә-, іт Ae. mit Gemination aus antevokal.
*sneuH-, s. RASMUSSEN 229. Diese Analyse setzt ein urgerm. athem. Paradigma voraus.
*snü-ie-, vom Stamm der Ip *snü-mes aus weitergebildet.
5 Sonst im Slav. Präs. meist analogisch *snujg, teilweise auch neuer Inf. *snuti. Einzelsprach-
lich auch ‘hin und her eilen’.
*(s)peh;- ‘(heraus)ziehen’ IEW 982
Aorist *(s)peh,-s)ph,- Aler. ёолосо ‘zog (heraus)''
D P E 2
Präsens *(s)ph,-ié- gr. слобо ‘ziehe (heraus)
Neubildungen: ne-Präsens arm. hanem ‘ziehe (heraus)”
(M.K.)
Oder Neubildung zum Präsens.
2 Weniger wahrscheinlich der Ansatz *sph>-Eie- von KLINGENSCHMITT 132.
Neubildung *pä-ne- zum urspr. Aor. *pä- wie dnem < *d"e-ne- zu *d"eh,-, vgl. KLINGEN-
SCHMITT 132.
*spek- ‘schauen, ansehen, spähen’' IEW 984
Präsens ?*spi-speklspk- [jav. hispösa- “betrachten, spähen’?
Prspek-neulnu- aav. spasnuda “ihr erspäht, betrachtet’
*spek-ie-” ved. päsyati ‘sieht, schaut, betrachtet’*
aav. spasiiā ‘beobachte, spähe’
gr. ox&rtouaı “sehe mich um, spähe’”
lat. speciö, -ere ‘sehen, anschauen’
576
Aorist *speklspek-s- ved. dspasta ‘hat betrachtet”
рг. скёуато ‘sah sich um, spähte”
lat. spexi “sah, schaute an’
Iterativ *spok-eie- ved. späsayasva ‘spähe!”’
gr. скол ‘sehe mich um, spähe””
Neubildungen: Perfekt ved. paspase ‘hat betrachtet’?
(M.K.)
Vgl. *spek- m. ‘Späher’ in ved. spá£-, av. spas-, lat. (au-, haru-)spex, denom. аһа. spehön
‘spähen’.
2 Vgl. КЕШЕМ, Verbe 1934.
? Oder *sp.k-ie-, der ved. Wurzelakzent kann sekundär sein. `
Suppl. Präsens zu dars- (< *derk-) mit sekundärem Verlust von s°; innervedisch von den
übrigen Formen der Wurzel (mit erhaltenem s°) zu trennen, die eine engere Bedeutung ‘be-
trachten, spähen’ haben, vgl. JAMISON 167.
Mit Metathese *sp...k > sk...p.
° Nur RV 1,10,2 (mit v.l. ásrsta, s. SCHEFTELOWITZ, WZKM 21 [1907] 1); die traditionelle Be-
stimmung als Wurzelaorist ist wegen der durativen Wurzelbedeutung unwahrscheinlich; for-
mal kann ebensogut s-Aorist vorliegen.
Synchron Präsens zu öspasta und Perf. paspase, KÜMMEL, Perfekt 586-7.
° KüÜMMEL, Perfekt 586-7.
1.*(s)pelH-' “öffentlich sprechen’ IEW 985
Präsens *(s)p/-ne/n-H- gr. dmeiAéo ‘drohe”
[toch.B pällatär ‘preist’, A pällantär “preisen”
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lett. peļu, (реіг) “schmähen, lästern’
(M. K)
Mit s mobile wegen arm. ařa-spel "Sage, Sprichwort, Rätsel’ und got. (+) spill n. "Erzählung"
(denom. $рі от “verkünden, erzählen’, oder ist dies aus dem Nasalpräsens umgebildet und
das Substantiv eine Rückbildung dazu?).
Denom. zu блед f. ‘Drohung, Angeberei’ < *apelnä-, das auf dem Nasalpräs. *pelnH- (mit
analog. R(e) statt *p/nH-) aufgebaut sein könnte (£ copulativum); vgl. FRISK I 119-20 mit Lit.
Dazu neugebildet Konj. В pälamar, A palatär,Prät.B pälatai, A palat.
2.*(s)pelH-' “abspalten, trennen’ IEW 985-6
Präsens *(s)pelH/(s)pIH-u- [аК51. (+) plevo, (pleti) “jäten”?
577
?*(s)pélH-e- spätved. (Sü.) phalati ‘birst, springt entzwei”?
M.K.)
Der nur auf ai. ph beruhende Ansatz mit *(s)p” ist unnötig, da ph wohl mi. Entwicklung von
sp ist; gegen *(s)p* spricht ved. paläva- m. ‘Spreu’, falls mit KLINGENSCHMITT 232° hierher.
Urspr. ‘die Spelzen von den Körnern entfernen’; vgl. KLINGENSCHMITT 231-3°.
Mit mi. Lautentwicklung für echt ved. *spala-, Bedeutung aus urspr. Medium, das im Mi.
zum Aktiv wurde? Dazu viell. auch ved. (є mi.) phäla- m. ‘Pflugschar’, np. supar ‘Pflug’, s.
EWAia I 203-4.
?*(s)pelt-! ‘spalten’ IEW 986
Präsens *(s)pe-(s)polt/(s)plt- [ahd. spaltan ‘spalten’?
Kausativ *(s)polt-é ie- ksl. ras-plašto, -platiti ‘trennen’
(M. K)
! Ansatz unsicher; nur gem. (wo auch *speldh- möglich) und slav.
2 Dadie Wurzel in keinem Fall betont war, пиг mit VERNER-Variante *а; Reduplikationsverlust
regulär.
l.*spend- “Jibieren’ IEW 989
Präsens *spend-/spnd- ?[heth. ispanti “libiert, opfert'!
[gr. слёубо ‘libiere, spende’?
?osk. spentud ‘soll spenden”
Aorist P*spendlspend-s- gr. &oreıoa ‘libierte, spendete’
Dat, sponsis ‘du magst verbürgen’*
Perfekt” ?*spe-spönd/spnd- heth. sipanti “libiert, opfert”®
alat. spepondi ‘gelobte, versprach’?
Iterativ *spond-eie- lat. spondeö, äre ‘geloben, versprechen’
Essiv ?*spnd-hjié- toch.B späntetär ‘vertraut?
(M.K.)
Daneben sipant- in gleicher Bedeutung, s.u. Perf., die hi-Flexion müßte von diesem übertra-
gen sein, vgl. FORSSMAN, Koll. Kopenhagen 102-4.
Med. ‘treffe eine feierliche Vereinbarung’.
Vgl. BENDAHMAN 236 mit Lit.
Mit R(o) vom Iterativ.
Ist ein altes Zustandsperfekt semantisch sinnvoll? Einzelsprachliche Neubildungen nicht aus-
geschlossen.
wu
578
tend unredupliziertes ispand-, s.o.
Nach FORSSMAN, l.c. 103 ist *sep° aus *sesp° oder *spep° dissimiliert; daneben gleichbedeu-
Jünger spopondi, vgl. FORSSMAN, l.c. 101.
Hierher nach BENDAHMAN 236; die semantische Verbindung bedürfte allerdings der Aufklä-
rung (ähnlich dem gr. Medium). Dazu Коп )./Ргаї. urtoch. *spanta-.
22.*(s)pend-' ‘spannen’
IEW 988
Präsens *(s)pend-e- lat. pendö, -ere ‘wägen; beurteilen; zahlen”?
[lit. spendziu, (spésti) “einen Fallstrick legen’
Kausativ ?*(s)pond-eie- ksl. po2do, poditi “treiben”*
Neubildungen: Perfekt lat. pependi ‘wog; hing’
(M.K.)
1 Parallelwurzel von *(s)penhj-; bel, Akutierung durch Wirkung уоп WINTERs Gesetz (s. Anm.
1 zu *рћер“-).
2 Dazu Essiv pendeo, -ёге ‘hängen’. Nach MEISER, Habil. 5271-2 möglicherweise Ersatz von
* pn(h,)e- (s. *(s)penh,-), dann wohl ohne Zusammenhang mit den bel, Wörtern.
<-- *‘ (Zügel o.ä.) anspannen’?
*(s)penh)-' ‘ziehen, spannen’ IEW 988
Aorist *(s)pénh,-/(s)pnh,-
Präsens *(s)penh,/(s)pnh;-u-
?*(s)pé-(s)ponh,/spnh,-
?*(s)pénh,-e-°
2*(s)pnhi-é-
Ierativ *(s)ponh,-éie-
Essiv ?*(s)pnh;,-h;ié-
[arm. hani ‘webte, nähte zusammen’?
aksl. -регъ ‘spannte’
y 3
arm. henowm ‘webe, nähe zusammen’
[ahd. (+) spannan ‘spannen’, spanan ‘locken’*
gr. лёудиоа ‘mühe mich ab, strenge mich ап’
?[got. (+) spinnan “spinnen”
lit. pinü, (pinti) ‘flechten’
aksl. (+) -рьло, (peti) ‘spannen’
gr. тоуёдиоа ‘mühe mich ab, strenge mich an”
an. spenna ‘spannen, umschlingen”®
?[toch.B peññatár, A panwäs ‘streckt aus,
spannt’?
čech. pním, (pniti) ‘in der Luft hängen’
(M.K.)
579
Das s mobile tritt nur im Germ.aufund könnte sekundär sein; für *h, spricht gr. zovee-.
1
2 Sekundir auch hen- nach dem Präsens, vgl. KLINGENSCHMITT 235.
3 Vgl. KLINGENSCHMITT 234-5; sekundär auch hanowm mita nach dem Aor.
* Nach LÜHR, MSS 37 (1976) 80, *spana- aus antekonsonant. *-sponə;-, *s panna- aus antevo-
kal. *sponh;-.
° Alter Konj. Aor.?
° < *‘sich anspannen’.
Í Vgl. LÜHR, Le Dagegen nach KLINGENSCHMITT 235 aus *spen(h,)-u-.
8
Dagegen ist an. spenja ‘ziehen, locken’ usw. wohl Neubildung, jedenfalls von *spana- beein-
flußt.
Nach KLINGENSCHMITT 235 < *ponhjueie- mit u nach dem u-Präs.,; dazu sekundär Konj. B
раппат, Prät. В ріпа, А (3р) panwar.
?1.*sper-' ‘befreien, retten"? [IEW 992]
Aorist *sper-Ispr- ved. äspar ‘hat gerettet’
Präsens *spy-neulnu- ved. sprnuhi ‘mache los, befreie!’; sprnavama ‘wir
wollen gewinnen’
Kaus.-It. ?*spor-eie- ved. (TB) späräya- ‘retten, befreien; gewinnen,
erwerben’
Neubildungen: s-Aorist ved. áspārsam ‘habe gerettet’
Perfekt ved. (АУР) paspära ‘hat befreit”?
(M.K.)
Oder *spel-, nur indoar.
Daneben auch ‘gewinnen, erwerben’, Verhältnis der beiden Bedeutungen unklar, vgl. EW Aia
II 773-4.
` ур], KÜMMEL, Perfekt 584.
2.*(s)per-' ‘fliegen’ [IEW 817, 850]
Präsens *(s)per-e- aksl. peror ‘sie fliegen’, Inf. *preri?
Aorist P*(s)per/(s)per-s- ksl. -prë “Пор”?
Iterativ ?*(s)pór-ie- [aksl. parjọ, pariti ‘fliegen’
(M.K.)
580
Von *per- ‘hindurchkommen’ zu trennen, vgl. BENVENISTE, BSL 51 (1955) 36-41. Verbal
nur slav., dazu nominal z.B. ved. parná- n. ‘Feder, Flügel’, lit. ѕраѓпаѕ m. ‘Flügel’; die Ge-
stalt des slav. Paradigmas deutet auf slav. Set-Charakter (nicht zwingend), vgl. KOCH 431.
Zum singulären Konjugationstyp vgl. KOCH, MSS 43 (1984), 137-74.
Vgl. KOCH, l.c. 140-1, der jedoch 152-3 wegen des Anit-Charakters der Wurzel тії älterem
-pretv rechnet; dies ist möglicherweise auch bezeugt, könnte aber sekundär sein.
Zu *pör-eie- umgebildet; bei Annahme einer Set-Wurzel kann auch mit einer (vor)slav. Neu-
bildung *pör-eie- zu Präs. *per- < *perH- gerechnet werden, vgl. KOCH 431.
І š ,
3.*sper- ausstreuen IEW 933-4
Präsens ?*spér-/spr- gr. ozreíoo ‘streue aus, (be)säe”?
7*spr-neulnu- heth. isparnu- ‘zerstreuen”*
Aorist ?*spërlspér-s- ?[gr. onea ‘streute aus, (be)säte’
(R. L., M. K.)
Gr. oreipw hat altes *p, vgl. тук. pe-mo ‘on&pua’ und kann daher gegen ШУ! nicht unter
einem Ansatz *sk“erH- mit 3.*kerH- vereinigt werden (vgl. auch das Heth.).
Athem. Präsentien zu CeR-Wurzeln wurden im Gr. regelmäßig zu je-Präsentien umgebildet.
Das traditionell mit dem sonst isolierten gr. orreipw verbundene arm. spřem ‘zerstreue, ver-
streue’ (ІЕМ 993, FRISK II 763, CHANTRAINE, DELG 1036) ist lautlich dazu inkompatibel
(idg. sp > arm. sp, gr. ол; idg. sp" > arm. sp, gr. сф, vgl. KLINGENSCHMITT 168-71 mit Anm.
14) und könnte als Kompositionsform *2-рїў-е- (vgl. ibid. 170) < *j(u)-per-s-(e-) in der Be-
deutung ‘zer-stoßen, auseinander-stoßen’ entweder zu arm. Aor. har(e)- ‘schlagen’ von der
Wurzel 3.*per- gehören oder zusammen mit arm. spařnam ‘drohe’ (< *‘hole mit dem Fuß
zum Stoß aus’, KLINGENSCHMITT 111) auf idg. *spherH- “(mit dem Fuß) stoßen’ zurückge-
führt werden.
Vgl. OETTINGER 269-71; MELCHERT, SHHP 17; AHP 80, zu trennen von isparre-" und
ispar-"" ‘niedertreten, hinbreiten’ (s. *sp"erH-).
*sperd".' ‘weglaufen”? IEW 995-6
Aorist *sperd"-Isprd"- heth. isparzasta “entkam’”
ved. asprdhran ‘sind in Wettstreit geraten’
Präsens *sperd"-e- ved. spärdhate ‘wetteifert’
?khot. spal- "zucken?
Neubildungen: Perfekt ved. pasprdhe ‘liegt im Wettstreit”°
M.K.)
581
Vgl. noch got. spaurds, ae. spyrd, ahd. spurt f. ‘Rennbahn’ < *sprd*- = ved. spfdh- "Wett
streit’, GRIEPENTROG 367-9.
Daraus im reziproken Medium ‘einander weglaufen” — ‘einen Wettlauf unternehmen’, vgl.
EICHNER, FT Regensburg 84.
Stamm ispart-, vgl. OETTINGER 194-5 mit Lit.
Semantische Anknüpfung unklar.
KÜMMEL, Perfekt 584-5.
*sperg"- ‘sich beeilen’? IEW 998
Präsens ?*sperg"-/sprg"- ` [aav. а-ѕрәғәгаіа Y. 31,16 ‘strebt, bemüht sich’!
[gr. orepyouaı ‘eile; rege mich auf”?
*sprĝ"-éie- ved. sprhayanti ‘streben, bemühen sich ит”?
Aorist ?*sperg"/sperg"-s- gr. &omep&aunv ‘eilte; regte mich auf’
(M. K.)
Auch mit finalem Dativ.
Ansatz des Wurzelpräsens beruht ausschließlich auf der av. R(z), die jedoch in Anbetracht
häufiger Verwechslungen von ara und ara in den Mss. nicht ganz sicher ist (tatsächlich bietet
ein Ms. aspara°); man könnte also auch *sper$"-e- ansetzen.
Thematisiert mit R(e), die von einem urspr. intr. Aktiv oder vom Konj. stammen muß; dazu
faktitives Aktiv -олж оу ‘treibe an’.
Urspr. iterativ?
*speud- ‘sich beeilen’ IEW 998-9
Präsens *speud-e- gr. onedöw ‘beeile mich; treibe an’
?flit. spaudZiu, (späusti) “drücken, drängen,
antreiben’
Aorist ?*speud/speud-s- gr. &omevoa ‘beeilte mich; trieb an’
Essiv *spud-h;ie- lit. spūdžiù, (spadeti) ‘sich abmühen, sich quälen’
(M. K.)
Falls nicht Neubildung zum Essiv, mit analog. Entpalatalisierung (für *spi°); sekundär fakti-
tiv wie teilweise im Gr.
582
*spieuH- s. *sptieuH-
?*splend-' “glänzen, hell sein/werden’ IEW 987
Kausativ *splond-eie- air. sluindid ‘erklärt, erzählt; bedeutet”?
Essiv *spInd-hjie- [lat. splendeö, -ere ‘glänzen’
(M. K.)
1 Nurlat. und kelt., auch *d” möglich; alit. splendeti ist пиг lexikographisch bezeugt und nicht
verwertbar.
< ‘macht hell, erhellt’, vgl. SCHRIJVER, BCHP 435-6. =
?*spreg-' ‘prasseln, knacken’? IEW 996-7
Präsens ?*spreg-e- ahd. (+) sprehhan “sprechen”
Neubildungen: Iske-Präsens alb. shpreh ‘drückt aus, äußert“
(M.K.)
Nur germ., balt. und viell. alb.
Vgl. nichtprimäres an. spraka ‘knistern, prasseln’, lit. spragu, sprageti ‘knistern, prasseln,
knacken; platzen’, sprögti ‘platzen’; die Bedeutung ‘sprechen’ des primären germ. Verbum
muß daraus entwickelt sein (Slang-Ausdruck?).
Ae. neben sprecan auch sekundär specan ohne r, vgl. SEEBOLD 455-7.
Erst sehr spät belegt, nach DEMIRAJ 368-9 jung entlehnt, vielleicht aus nhd. österr. sprechen
[Sprex-].
?1.*(s)prend-' ‘spannen’ (?) [IEW 994]
Präsens *(s)prend-e- Ш. sprendZiu, (spresti) ‘spannen, spreizen’
aksl. (+) predo, (presti) ‘spinnen’
(M.K.)
! Nur bsl.; nach VAILLANT Ш 153-4 mit 2.*(s)prend- zu verbinden.
583
22.*(s)prend- “aufspringen’ [IEW 996]
Präsens *(s)prend-e- an. (+) spretta ‘(auf)springen’
?slov. o-predem, -presti “umsinken’'
Kausativ *(s)prond-eie- an. spretta “aufsprengen, öffnen’
Neubildungen: ne-Präsens aksl. (+) уъз-ргепоп “emporfahren’
(M. K)
! Dagegen nach VAILLANT Ш 154 Neubildung zum Imperfektiv -predati, dieses zu *prenpti.
*(s)preng"- ‘springen’' IEW 998
Aorist ?*(s)préng"-I(s)prng"- Naksl. -preže ‘spannte an’
Präsens *(s)preng"-e- an. (+) springa ‘zerspringen’,
ae. springan ‘springen’
?lit. dial. sprengü, [sprengiü, (sprengti)
‘pressen, drücken, klemmen, spannen’
?aksl. (+) -prego, (-preSti) “anspannen’
Kausativ *(s)prong"-eie- an. (+) sprengja ‘springen lassen’
20]. proZiti ‘апѕраппеп’
(M. K.)
Vgl. aksl. ргоръ m. ‘Heuschrecke’; nicht klar ist der semantische Zusammenhang (der Hin-
weis auf Präverbien bei VAILLANT lI] 166 hilft wenig) mit den bsl. Wörtern für ‘anspannen;
pressen, klemmen’, die deshalb hier nur unter Vorbehalt angeführt sind.
7 Vgl. FRAENKEL 879-80.
*sptieuH-' ‘spucken, speien’ IEW 999-1000
ved. (GB) asthavisam ‘habe gespuckt””
Aorist PrsptieuH-/sptiuH-
lat. spui ‘spuckte, spie”?
[
[
Präsens ?*spte-sptiouH/sptiuH-* [lit. spiäuju, (spiauti) ‘spucken, speien’
[aksl. (+) pljujo, (pljevati) ‘spucken, speien’
*sptiuH-é-5 ved. (YV) ni sthivati ‘spuckt, speit aus’,
(AV) praty-ästhivan ‘spuckten’®
got. (+) speiwan ‘speien’
7* sptiuH-ie- gr. zröw ‘spucke, speie’
584
Neubildungen: s-Aorist gr. ёлтиса ‘spuckte, spie’
R(e)-e-Präs. lat. spuö, -ere ‘spucken, speien”
Perfekt ved. (Br.) tistheva ‘hat gespuckt’
(M. K.)
In den Einzelsprachen z.T. Vereinfachung der singulären Anlautgruppe zu *st( i), *sp(i) oder
*p(t)i. Der Laryngal wird von RASMUSSEN 115-6 als *h, bestimmt, weil nur dieser die Ent-
wicklung *ieuh, > *liuh, > *uh, bewirke (s. Anm. 5).
Falls aus einer 3s *ásthavit umgebildet und keine Neubildung, vgl. NARTEN 261.
Könnte Neubildung sein, doch sprechen die divergierenden Präsensstämme der Einzelspra-
chen sowie die momentane Aktionsart der Wurzel für alten Wurzelaor.
Bsl. zum je-Präsens erweitert; möglich wäre auch neu- oder umgebildetes *spieuH-ie-, vgl.
RASMUSSEN 119. S
Wenn *iu mit Metathese *iuH > *їНи zu erklären ist; anders RASMUSSEN, Le, der eine laut-
gesetzliche Entwicklung *spiéuh;- > *spiíuh;- > *spiuh,- annimmt.
Alt nur mit auf í endenden Präverbien, daher immer sth für *sth. Ist wegen ved. th grund-
sprachliches *spt" anzusetzen (wogegen das Gr. spricht) oder mit erst sekundärer onomato-
poetischer Aspiration (Spuckgeräusch) zu rechnen?
Neubildung nach geläufigem Typ zum Perf. (< Aor.)?
*spřeh-' “wunschgemäß geraten, gelingen’ IEW 983
Präsens *spehj-ie- ved. (АУР) sphäyätai ‘soll fett werden’
khot. spaiye ‘wird befriedigt; stellt zufrieden’'?
[ае. spöwan, ahd. spuoen* ‘gelingen’?
lit. speju, (speti) “Zeit haben; rechtzeitig kommen,
imstande sein’
aksl. (+) spejo, (speti) ‘Erfolg haben’
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. ved. (Br.) sphiyate ‘wird fett’
Perfekt heth. ispai ‘ißt sich satt?
(M.K.)
Vgl. lat. spēs f. ‘Hoffnung’ < *sphéh,-; *sp"h,-rö- in ved. sphird- ‘fett = lat. pro-sper ‘gün-
stig’ = aksl. spor» ‘reichlich’; Hinweise aufi-Erweiterung sind spärlich.
< *späya-, vgl. EMMERICK 136.
Mit *ó für *ë nach dem vorauszusetzenden Präteritum *spespö. Ae. w, аһа. *j sind Hiattilger
nach Verlust von *i.
7 Wohl frühe Neubildung zum Präs. mit daraus übertragenem *i, vgl. OETTINGER 461, 466-8.
We
585
Prspfeig-' ‘zuschnüren’ IEW 984
Präsens *sp"i-neln-g- [gr. opiyyw ‘schnüre zu, umfasse, klemme ein”?
(M.K.)
1
2
Außergr. wohl in lett. spaiglis ‘Krebsgabel’ (MÜHLENBACH s.v.) und Germanischem.
Dazu (spät) Aor. opiy&aı usw.
*sp"erH-' ‘(mit dem Fuß) stoßen’ IEW 992-3
Aorist *spherH-Isp'rH- ved. má ápa spharis ‘stoße nicht weg!”
flat. spreui ‘stieß weg”
[aksl. o-prese se ‘stemmten sich, stützen sich’
Präsens *spfr-ne/n-H- arm. sparnam ‘drohe”
(lat. spernö, -ere ‘wegstoßen; verachten”®
[an. (+) sperna/sporna, ае. spornan “wegstoßen’’
*spřrH-é- ved. sphuráti ‘stößt weg’
jav. -sparat ‘stieß, trat’
[lit. spiriù, (spìrti) ‘mit dem Fuß stoßen,
ausschlagen; sich stemmen"?
ksl. -рьго, (-prěti) se ‘sich stemmen, stützen”
Iterativ *spřorH-éie- heth. isparranzi ‘treten nieder; breiten һїп?!°
?an. (+) sperra ‘spreizen, hindern, mit Sparren
versche
Fientiv ?*sphrH-éh/h- [aksl. pr&-porese “überredeten’
Essiv ?*sp"rH-h ié- aksl. (+) рьг/о, (porëti) ‘streiten, widersprechen’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. aksl. (+) -perọ, (-porati) *(zer)treten'!2
Perfekt [heth. ispari, isparanzi ‘niedertreten; hinbreiten’'”
(M.K.)
Wegen air. seir ‘Ferse’, kymr. ffêr ‘Fußknöchel’ < *speret- wird *H z.T. als *h, bestimmt,
doch könnte hier eine Neubildung mit dem Suffix *-er- vorliegen; andererseits spricht germ.
*spurnö- eher für *hy/h;; zu *sph s. KLINGENSCHMITT 168-9'*, hierher gr. opupöv “Fußknö-
сһе” (mit irregulärem ur < *ar nach Labial?); &oraipw “zucke, zapple’ kann wegen z trotz
ähnlicher Semantik (aber iterativer Aktionsart) nicht angeschlossen werden, zumal а? uner-
klärt bliebe.
Vgl. NARTEN 282.
Wenn mit MEISER, Habil. 8258 (ähnlich KLINGENSCHMITT 1762!) analogische Umgestaltung
von *spera- : *sprä- nach *ple- : *plä- zu *spre- : *sprä- (und nicht Neubildung zum Präs.
spernö nach сеғпо : creui).
586
25, 35 ksl. -prerv; sonst zum s-Aorist umgebildet.
Wenn urspr. **ті dem Fuß zum Stoß ausholen’, vgl. KLINGENSCHMITT 111. Hierher (und
nicht zu gr. слєѓро, vgl. *(s)k“erH) viell. auch рт” ‘zerstreut’ < *z-pfir”.
Mit R(e) nach dem urspr. Wurzelaor. *spera- < *sp"erH-. Daneben Komp. a-spernä-ri ‘ab-
sondern, verwerfen’ mit verschiedenem Ausgleich der Stammallomorphe auf *°na-/*°na- bei
Simplex und Komp., s. RIX, GS KURYLOWICZ, 402-4.
Urspr. *spurnö-/*spurna- (wenn *h, anzusetzen, aus *spurne-/*spurna- umgebildet), Prät.
*sparn; daraus nordgerm. stark *sperna-, schwach *spurnö-, westgerm. stark *spurna-.
Daneben lett. speru, spert mit R(e), urspr. wohl *spiriö, *sperti, zur Umbildung vgl. KOCH
445-6.
Im Slav. hat sich die Wurzel in zwei Verben gespalten: *preri, *рьго ‘stemmen, drängen’ und
* pobrati, *perg ‘treten’, vgl. KOCH 445, 704-5.
Vgl. LEHRMAN, Sprache 35 (1991-93) 131-2 [das von ihm postulierte Wurzelpräsens ist je-
doch wegen des Wurzelaorists ausgeschlossen]; anders OETTINGER 266-70: < *sprH-é/ó-,
wogegen sich allenfalls prinzipielle Einwände erheben lassen. Heth. isparnu- ‘streuen’ gehört
jedenfalls zu 3.*sper-, s.d.
Falls nicht, wie die letzte Bedeutung nahelegt, denom. zu sparri m. ‘Sparren’.
Nur mit po-, ras-, za-. Dagegen dürfte ksl. pero, рьгагі ‘waschen’ usw. zu 3.*per- gehören, s.d.
Sicher keine sekundäre Entwicklung von isparre-, vgl. MELCHERT, SHHP 17-8; AHP 80-1.
*sp"erh,g-' ‘zischen, prasseln’? IEW 996-7
Präsens ?*spfrh,g-e-’ ved. (AV) -sphürjati "kracht
lat. spargö, -ere ‘"besprengen, streuen, spritzen’*
lit. spirgstu, (spirgti) ‘(beim Braten) zischen,
braten’
*spřrhg-éie- ved. sphūrjáyant- ‘(im Feuer) zischend’
gr. Oopapayedvro ‘zischten im Feuer’
Neubildungen: s-Aorist lat. sparsi ‘besprengte, streute, spritzte’
M.K.)
Nach Сото, GS KURYLOWICZ 368° als ‘hervorbrechen, aufplatzen' Erweiterung von
*spherH-, R(e) ist nicht belegt und könnte auch als *sphreh;g- angesetzt werden.
Vgl. TICHY, Onomatop. 176-80.
Eine Spur dieses Präsensstammes könnte auch in der R(z) des gr. Nominalstammes
-сфірауо- vorliegen, vgl. TICHY, Le 180.
Wenn urspr. Sms Feuer spritzen, so daß es zischt’, mit Entwicklung von sekundär betontem
*spffh,g- > *sparag- > *sparg-.
Mit apa statt ре nach nominalem -opápayo-, vgl. TICHY, Onomatop. 176-80.
587
*sreb"- “schlürfen’ IEW 1001
Aorist *sreb"-Isrb"- [arm. arbi ‘trank’!
Iterativ *srob"-Eie- ?[heth. sarapi ‘nippt””
gr. боро ‘schlürfe”
Dat. sorbeö, -ёге ‘schlürfen’*
[alb. gjerb “schlürft’”
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. srebiù, (srebti) "schiefen?
aruss. (+) sereblju, (sprbati*) “schlürfen’’
(M.K.)
Suppl. zu Präs. ampem, vgl. KLINGENSCHMITT 272-3.
1
N Vgl. OETTINGER 426; möglich wäre auch altes Perfekt mit Bedeutung vom Aorist/Präsens.
? "іе ion. Nebenform PVPE@ ist sicher sekundär, vgl. TICHY, Onomatop. 84.
4 Mit sekundärer R(z) oder analogischer Vollst. І nach mordere, torquere, TICHY, l.c. 82209
5 <*gjarb-i- < *sorbhéie- mit sekundärer Vollst. I, vgl. HULD 143; DEMIRAJ 187.
° Daneben mit R(z) surbiü, sufbri, urspr. wohl *srebiö, *surbti, vgl. KLINGENSCHMITT 272-3.
7 Präs mit sekundärer Vollst. 1. nach der R(z) *sorb-.
*(s)reß-' ‘(sich) färben’ IEW 854
Präsens ?*(s)reß-ie- ved. (AV) rajyate ‘färbt sich, rötet sich’
gr. рёбо ‘färbe’
Aorist ?*(s)rÉ0'/(s)ré@"-s- gr. péar ‘färben’
Neubildungen: Kausativ ved. (АУ) rajayati “färbt, rótet'2
(М. K.)
Anlautendes *s vom Gr. verlangt; die Stammansätze sind unsicher, da jeweils produktive
Stammbildungstypen vorliegen.
2 T $ - 5 Е
Neu zum Präsens, a statt tā von diesem übertragen.
?*sreiHẸ-' ` "Dieren, schaudern’ IEW 1004
Perfekt *se-sróiH®/sriH- Ier. Epprya ‘friere, erstarre, schaudere”?
Fientiv ?*sriH%'-éh,- [gr. &ppfynoa “erschauderte, erstarrte’
588
Essiv ”*sriHg-h,le- ?gr. (Pi.+) øryéw ‘friere, erstarre, schaudere’”
[lat. frigeö, -ere ‘kalt sein, frieren, erstarrt sein’
(M.K.)
Nurgr.undital., R(e) nicht belegt und daher unsicher.
1
2 Mit Verallgemeinerung der R(z) *srig-.
3 Vermutlich jüngere Ersatzbildung für das Perfekt.
а Ebenfalls Ersatzbildung für das Perfekt?
*sreu- “fließen, strömen’ IEW 1003
Präsens *sreu-e- ved. srävati ‘strömt, fließt’ Š
[arm. aFoganemloFoganem “bewässere’'
gr. péw *еВе”
alit. *sräva ‘fließt langsam, sickert”?
Aorist ?*sréuflsréu-s- ved. (ŠB) asrausit ‘ist geflossen’”
gr. (nachhom.) &ppevoa ‘floh’
Kausativ ?*srou-eie- ved. (AV) srävayati ‘läßt fließen’
Fientiv ?*sru-éh;/hj- gr. Aor. &ppün ‘floß’
Neubildungen: Perfekt ved. (AV) susruvur ‘sind geflossen’*
(М.К.)
l Vgl. KLINGENSCHMITT 204.
2 Modern umgebildet sraviu, sraveti, s. FRAENKEL 888.
u Vgl. NARTEN 283-4, wo wegen des früher bezeugten redupl. Aorists als Neubildung beurteilt.
4 KÜMMEL, Perfekt 589-90. Hierher auch Inj. má susrot ‘soll nicht fließen’, Plgpf. > Aor.
asusrot, ibid. 590-1 mit Lit.
l š А
*stebh- erstarren IEW 1012-3
Präsens ?*st-ne/n-b"- lit. stembu, (stebti) “in Erstaunen geraten”
Kausativ ?*stob”-éie- [lit. ѕѓарап, stabyti ‘anhalten, hemmen, hindern’
Essiv Prst,b"-hie- lit. stebiù, stebeti “betrachten, beobachten"?
(M.K.)
| Nicht leicht abzugrenzen von *stemb*H- ‘sich stemmen, stützen’ (s.d.). Vgl. noch germ. *sta-
ba- ‘Stab’, lit. stabas ‘Pfosten, Säule; Starrkrampf" und епот. an. stefja ‘hemmen, hindern’,
аһа. staben ‘starr sein, steif sein’.
589
2 Aus ‘(vor Erstaunen) erstarren’; vgl. FRAENKEL II 899a; vielleicht für *stimbù mit e nach Inf.
und Prät.
3 Wohl aus ‘starr bleiben, verwundert sein über’; vgl. ibid.
*( s)teg-! "decken, bedecken’ IEW 1013-4
Präsens *(s)tég-e- рг. стёуо ‘(be)decke, schütze’
lat. tegð, ere ‘(be)decken’
Aorist *(s)teg/(s)teg-s- рг. отёё&ол ‘(be)deckte, schützte’
lat. evt ‘(be)deckte’
Iterativ *%(5)0р-ёіе- air. -tuigethar ‘(be)deckt’; mkymr. to- "bedecken"
an. (+) bekja "decken"
(M. K.)
1 Mit s mobile im Gr. und in lit. stögas m. ‘Dach’.
?*stegh- ‘stechen’ IEW 1014-5
Präsens *st-ne/n-g"- [an. (+) stinga ‘stechen’
?[ksl. o-stegnori “knüpfen, Fesseln anlegen’?
(M.K.)
D
2
Mit sekundärer R(e) für tstunga?
Vgl. russ. stegát' ‘steppen, nähen; schlagen’, čech. pfistehnouti ‘anheften’, poln. scieg ‘Stich
(beim Nähen)’.
?*(s)teg™*-! “bekränzen, umkränzen’ IEW —
Präsens *sreg!"-e- gr. ozépo "bekränze, umkränze, umschließe’
Aorist ?rstög"/steg*"-s- рг. &otewa "bekränzte, umkränzte, umschloß’
(M.K.)
Verbal nur gr., dazu iran. *räga- ‘Kranz, Krone, Diadem’ in khot. rräva-, mp. t'g (BAILEY
126b), das man allerdings auch zu *(s)reg- ‘bedecken’ stellen könnte; vgl. LIDÉN, Streitberg-
Festgabe, Leipzig 1924, 224-6 (Grundbedeutung nach ihm ‘winden, wickeln’, wozu auch oss.
-day ‘-fältig’). Nicht mit FRISK II 776 als ursprünglich ‘fest umschließen’ zu *sreb"- “erstar-
геп’.
590
*steho- ‘wohin treten, sich hinstellen’ IEW 1004-8
Aorist *stehz-/sthz- ved. ästhät ‘ist getreten, hat sich hingestellt””
arm. er-t‘a- ‘gehen’
рг. ёотпу ‘trat, stellte mich hin’
[aksl. (+) sta ‘stellte sich hin’*
toch.A Konj. tāmäs ‘wir werden sein’
Präsens *sti-steh,/sth,-" [ved. tísthati “tritt, stellt sich hin; steht”
[jav. histanti ‘stellen sich hin; stehen"
[arm. er-ram ‘gehe’?
gr. іотпші ‘stelle’, iorayaı ‘stelle mich, trete hin’
[lat. sistö, ere ‘(sich) stellen’;
[umbr. sestu ‘stelle’
keltib. sistat K.3.3 “hat errichtet”,
[air. air-sissedar “bleibt stehen"
*st-neln-h>- ?[heth. istanh-"" ‘kosten, probieren’'!
arm. stanam Med. ‘erwerbe’'?
?[gr. kret. стоубо ‘setze ein”!
[lat. de-stinö, -äre "festsetzen"
[alb. shton “fügt пли’?
Perfekt *ste-stöh,/sthz- “[kluw.ëtta ‘trat ein’, hluw. ta-i ‘tritt ein"
?[heth. riyezzi ‘stellt sich, bleibt stehen’
ved. tastháu ‘steht; hat sich gestellt’'”?
. Eo ‹ = 317b
jav. vi-šastarə ‘erstrecken sich
gr. #отоику ‘wir stehen’?
lat. steri ‘stellte (mich), stand’'?
[air. -sestar ‘blieb stehen’
6
; К $ SE Н 0
Kausativ *stoh,;-éie- jav. -stāiiā ‘stelle’, ap. -astäyam ‘stellte’?
?got. stojan ‘richten, beschließen’?!
?[aksl. stavljo, staviti ‘stellen’???
Neubildungen: s-Aorist aav. Konj. ståņhat ‘soll treten’
gr. Eornoa ‘stellte’
R(e)-ie-Präs.? lit. stöju, (stóti) ‘treten’
aksl. (+) sta jọ, (stajati) ipf. ‘sich hinstellen, treten’
Essiv?* [lat. 0, stāre ‘stehen’, umbr. stahu stehe’?
[osk. stait, stahínt ‘steht, stehen’, umbr. stahitu
“soll stehen”*®
[air. ги ‘bin, befinde mich'2?
ahd. sren/stan ‘stehen’?
aksl. (+) stojo, sto jati ‘stehen’
л > ÇQ к
7a
591
Nasalpräs.” apr. po-stänimai ‘wir werden’
ак]. (+) stang, (stati) pf. ‘sich hinstellen, treten’
M.K.)
Daneben Erweiterung *steh;-t- im urgerm. Prät. *ѕгор(е) ‘stand’ < *(ste)stöte, wozu neues
n-Infix-Präs. *stə-n-t- Э urgerm. *sta-n-d-a-; dagegen ist heth. istantae- ‘sich verzögern’ de-
nom. zum Ptz. Wurzelaor. *sth,-Ent-, vgl. OETTINGER 367.
Im Ved. ist im Anlaut sth < *sth; durchgeführt.
< *per-steh;-; im Indikativ durch čoga- suppliert, vgl. KLINGENSCHMITT 96, 104.
Umbildung zum s-Aorist.
< *(s)teh;-o-mes(i), s. HACKSTEIN, Glotta 70 (1992) 160-1. Sonst mit k (wohl von *qheh;,-k-
übertragen) erweitertes *raka- im suppl. Konj. und Prät. zu nes-/nas- ‘sein’: Коп). B takam, A
täkenc; Prät. B гака, А tak.
Alle einzelsprachlichen Formen können auch auf them. *sti-sthz-a- (mit Umfärbung des The-
mavokals) zurückgeführt werden, wenn man im Gr. (und Keltib.?) mit sekundär athemati-
scher Flexion rechnet. Ursprünglich wohl faktitiv, einzelsprachlich ist vom Wurzelaorist die
Bedeutung ‘sich stellen’ übernommen.
Sekundär auch mit Perfektbedeutung ‘stehen’.
Sekundär auch mit Perfektbedeutung ‘stehen’. Neben hista- auch sekundär fra-x$ta-, vgl.
KELLENS, Verbe 192!.
Wohl mit Reduplikationsverlust aus *per-stisthz-, vgl. KLINGENSCHMITT 104.
Vgl. МІН IV 522 mit Lt wohl wie рг. ѓстуш: athematisch *sistā-, da der umgefärbte The-
mavokal a im thematischen Paradigma wohl zu e ausgeglichen wäre.
Sekundär wie andere Deponentien mit je-Flexion.
Mit durchgeführtem schwachem Stamm *stnhz-. Hierher nach EICHNER, Zaryngaltheorie 143,
urspr. *‘(den Geschmack) feststellen’; zu den Belegen OETTINGER 177-8.
ж (Ваг) sich hinstellen’, vgl. KLINGENSCHMITT 112.
Wohl aus *stana- umgebildet, oder Neubildung mit nu-Suffix; daneben auch gr. ioravo mit
Reduplikation von ттш.
Ebenso prae-st? ‘kaufen’, ob-st° ‘bestehen auf’; vgl. RIX, GS KURYLOWICZ 404 mit Lit.
ls shtoj, nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 125 *srä-nie- — *stehz-n- «< *stnhz-. Oder
inneralb. Erweiterung zu einem *štā- anderer Herkunft (*sta-ie-?).
S. MORPURGO-DAVIES, GS COWGILL 211-9; Bedeutung vom Aorist; lyk. sttati ‘steht, bleibt’
dagegen nach MORPURGO-DAUVIES, Le 220-1 Entlehnung aus dem Gr.
Umbildung eines hi-Verbs *rai : tiyanzi nach OETTINGER, Grammatica ittita 236.
Alt noch überwiegend präsentisch, KÜMMEL, Perfekt 580-3.
Daneben mit i-Reduplikation vom Präsens 35 -hista, vgl. KÜMMEL, Perfekt 670.
Im Sg. neues k-Perfekt &ornka statt їёсто).
Zum Resultativperfekt umgedeutet, die alte Zustandsfunktion wird von stare (s.u. Neubildung
Essiv) übernommen; urspr. nur Perfekt zu sistere, sekundär auch zu stare.
Im Ved. zu sthäpaya- verdeutlicht.
< *‘feststellen’; j analogisch restituiert. Wird auch auf *stöw-ija- zurückgeführt, dann wohl
denom.
Mit hiattilgendem v, da sonst Zusammenfall mit dem ѓе-Ргаѕепѕ stajo drohte.
Neubildungen zum Aorist.
Ersetzt das alte Zustandsperfekt in den Sprachen, wo es verlorenging.
Alte Neubildung *sthz-eh,ie- /sthzah,ie-/ > *stäie- oder (noch älter) *sthz-h,ie- > *staie-. Ge-
gen Rückführung auf ein vom Wurzelaorist abgeleitetes ѓе-Ргаѕепѕ spricht die Zustandsbe-
deutung.
592
26
27
28
Neu charakterisiert *stä-ē- für älteres stä-e- < *stäie-, s. Anm. 25.
Wohl *stāie- < *sth;ahjie- wie im Ital.
< *stai-Istaa- < *sta-(j)ila- < *staz-hjielö-, mit Vokalisierung des Laryngals in erster Silbe
(J. A. H.; diese könnte gegebenenfalls auch analogisch sein, M. K.).
j hiattilgend vor vorderen Vokalen.
30 Bel, Inchoativneubildung zum Aorist, kaum Umbildung des alten Nasalpräsens.
Lë
©
I*steh p- ‘träufeln; tropfen, tröpfeln’ IEW 1010
Präsens ?*sthg'-ie- gr. oral ‘träufle’
Neubildungen: s-Aorist gr. ёттодо ‘träufelte’
(M. K)
1 Verbal nur gr., vgl. lat. stagnum ‘Gewässer’ (und stagnum ‘Zinn’?), abret. staer f. ‘Fluß,
U
Bach’; möglich auch *staĝ’-.
?*steib-' ‘steif/fest machen’ IEW 1015
Präsens *steib-e- ?агт. stipem “dränge, zwinge’
gr. oteißw ‘trete fest, (zer)trete’
2. stiebiu, (stiebti) ‘recken, strecken,
hochheben”?
(M.K.)
1
Vgl. gr. onßapös ‘fest’, daneben ergo: mit *b*, wofür auch der balt. Zirkumflex (sofern
nicht sekundär, z.B. von *ste ip- übertragen) spricht. Daneben Variante *steip-, s.d.
2 Wohl eher sekundäre Variante von stie рїї (s. *steip-).
*(s)teig-' ‘stechen, spitz sein’ IEW 1016-7
Präsens *f(s)reig-/(s)tig- [ved. гёјаѓе ‘ist scharf, sticht (jmdn.)”?
[as. (+) stekan, аһа. stehhan ‘stechen”?
?*(s)ti-(s)téig-/(s)tig- ved. práti titigdhi MS 1,5,2 ‘sei scharf gegen!”®
?*(s)ti-né/n-g- umbr. an-stintu ‘soll anheften’*
?*(s)tig-ié- gr. стібо ‘steche’
?ahd. sticken ‘vollstopfen’’
593
Kausativ *(s)toig-éie- ?а1. ep. kl. tejayati "schärft"
an. steikja “(ат Spieß) rösten, braten’
Neubildungen: s-Aorist рг. ёстіёо ‘stach’
(М. К.)
Ohne s nur im Ved. und viell. in germ. *pih-stila- m. ‘Distel’.
Nach Сото 165-6 faktitiv ‘schärfen, zuspitzen’, was bei einem Medium erstaunlich wäre und
besonders dem (bei GOTÓ unerwähnten) reduplizierten Präsens widerspricht. Die wenigen
Belegstellen (auch des Int. rerikte, vgl. SCHAEFER 128) können aber anders interpretiert wer-
den: das Subjekt (Indra oder die Axt) * ist scharf, zeigt Schärfe’ und kann ‘“jmdn./etw. ste-
chen, seine Schärfe gegen jmdn./etw. wenden’; vgl. HAUDRY, L’emploi des cas en vedique,
Lyon 1977, 398.
*stik-a- > *stek-a- mit Ablautentgleisung neu analysiert, wozu neues Prät. *5гаќ, Kaus. *stak-
ja- usw., vgl. SEEBOLD 467-8. Es wäre aber auch eine Wurzel *sreg- denkbar, oder *steg"-
(s.d.) > *steg-, kontaminiert mit *stig- > *stik-?
< *stingetöd; vgl. denom. lat. in-stigare ‘anspornen’; lat. -stinguere dagegen zu *steng"-, s.
MEISER, Habil. 8157”.
Oder Neubildung.
Augenblicksbildung; die KS-Variante riryagdhi 6,9 mit davon abhängiger 35 Іпа. riryakti 7,6
scheint für Zugehörigkeit zu tyaj- (s. *rieg“-) zu sprechen (so RENOU, Ai. Gr. I Introd. 56'%
mit Lit.), doch im Kontext fungiert ritigdhi eindeutig als zu téjas- п. ‘Schärfe, Glut, Energie’
gehöriger Präsensstamm.
*steig"- ‘steigen, schreiten’ IEW 1017-8
Aorist *steig"-/stig"- [gr. &orıyov ‘stieg, ging, zog’
[aksl. po-stiZe “erreichte, traf”!
Präsens *sti-neln-g"- air. 35 téit, -tét ° geht”?
*steig"-e- gr. стєі жо ‘steige, gehe, ziehe’
air. tíagu ‘gehe’
got. (+) steigan ‘steigen’
[lit. steigiuos, (steigtis) ‘eilen, sich bemühen’®
Perfekt ?*ste-stöig"/stig"- [got. (+) staig ‘stieg’
Neubildungen: s-Aorist air. Konj. -riasat ‘würden gehen’
nu-Präs. [ved. (MS) prä stinnoti ‘kommt empor”
[aksl. (+) po-stignoti “erreichen, tweffen’®
(M.K.)
1
Thematisiert mit R(e).
594
Vgl. SCHRIJVER, Eriu 44 (1993) 42-6: *sting*-ti > *tinxti > (nach 15 *tingmi) *tingti >
*tin(k)ti > *titi > téit usw., nach SCHRIJVER hatte das Nasalpräsens gegenüber dem themati-
schen urspr. determinierte Funktion ‘wohin steigen’.
35 réit, -tét suppl. vom Nasalpräs., s.o.; Futur und Prät. suppl. -riga (s. *hjer$"-) bzw. luid (s.
*n,leud"-).
Vgl. FRAENKEL 899-900; nichtreflexiv dagegen faktitiv “gründen, errichten, schaffen’.
Ersatz für das Infixpräsens, nur MS; Орг. pra-stinnuyät;, außerdem Desiderativ ati-tistighisa-
“übersteigen wollen’.
Mit analogischer R(e) und sekundärem Akut, vgl. skr. sð gnuti, russ. -stígnut'.
?*steip- ‘steif machen" x IEW 1015
Präsens ?*steip-e- [lit. stiepiü, (stiepti) ‘recken, strecken, hochheben’
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. stimpuü, (stipti) “erstarren, steif werden; verenden’
(M.K.)
| Vgl. lat. stipes ‘Pfahl, Stamm, Stock’, denom. stipäre *zusammendrücken, vollstopfen’, germ.
*stifa- ‘steif’; daneben Variante *steib-, s.d.
*stel-' ‘hinstellen, bereit machen’ IEW 1018-9
Präsens ?*stél-ie- gr. oz£ÀAo ‘mache fertig, rüste aus, schicke”?
aksl. (+) po-steljọ, (-stolati) “ausbreiten”
Aorist *stellstel-s- gr. otera “machte fertig, rüstete aus, schickte’
Fientiv ?*st]-éh;/ h- gr. Aor. #ст@Алу ‘wurde ausgerüstet, geschickt’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. ?got. (+) stilan ‘stehlen’?
alb. shtjell ‘wirft, schleudert; wickelt auf’
Perfekt gr. ёстоАдоа ‘bin ausgerüstet, geschickt’
(M.K.)
Unklar ist, ob hierher auch germ. *stalla- ‘Ort, Stelle, Stall’ (wozu Denominativ *stall-ija-
‘stellen’) als *5г0/-по- (oder als *sth,-d"lo- zu *stehz-).
Allerdings bezeugen Lexikographen (nicht die Inschriften) äol. orei-, was für *sk*el- spräche.
Simplex im Slav. auch ‘betten, decken, ausstreuen’.
ж іг sich wohin stellen’? Wegen / (nicht tH < *Ih;) eher nicht zu *telh;- ‘aufheben’.
Dagegen gehört shtie ‘legt hin’ zu *sterh;-, s.d.
ч b ы H
595
*steldh- entfällt
Prstelg-' “glattstreichen’ IEW -
Aorist *stelgstlg'- heth. istalakzi ‘streicht glatt’'?
Präsens *stlg'-ie- heth. istalkiyattari ‘wird geglättet”?
(M.K.)
|! Nur anatol., auch *@” möglich.
la Vgl. MELCHERT, InL 20 (1997) 86: athem. tr. Akt. istalk- neben intr. Med. istalk(i)ye-.
? Vgl. OETTINGER 345; MELCHERT, InL 20 (1997) 86.
Prstelh)k- — “trñufeln' IEW 1018
Präsens *st/hk-ie- gr. oraAdoow “таце, lasse tropfen’?
Neubildungen: s-Aorist gr. ёстблЛаёа ‘träufelte’
(M.K.)
Nur gr., erweitert aus *(s)tel(h;)- in gr. Aug ‘Pfütze’, ne. stale ‘Harn’? Auslaut unsicher,
auch *@', *8”* möglich.
2 Mit sekundärem Akzent *stjhk-ie-; daneben auch стодабо und sekundär отаАао, s. FRISK II
776.
*stemb*H-! “sich stützen, sich stemmen" IEW 1012-3
Aorist *stémbřH-/stmb"H- ved. ástambhit ‘hat gestützt?
toch.B sama/scmä°, A säm “stand”
Präsens *srmb"-ne/n-H- ved. stabhnäti ‘stützt, befestigt’
[toch.B Sanmässäm ‘setzt fest’
Perfekt ?*ste-stömb"H/stmb"H- ?ved. tastämbha ‘hat gestützt, hält befestigt”
toch. Коп). B stëmam, A stamas ‘wird/soll
stehen’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. stembiu, (stermbti) ‘Widerstand leisten; Stengel
bekommen’
(M.K.)
596
Q % Lei м
Sekundär im Ved. auch Anit-Formen wie stabdha- für älteres stabhitá-. Aus semantischen
Gründen kaum hierher gr. (nur Lex.) ozéufko ‘schüttle heftig’ und Wörter wie &oteuprig "un-
erschütterlich’. Schwierig ist Abgrenzung von *sreb"- (s.d.).
Faktitive Bedeutung vom Nasalpräsens übernommen.
Vgl. RINGE, Sprache 34 (1988-90) 94; Präs. suppl. B kaltär, A kälytär, s. *Klei-.
Dazu deverbativ synonymes stabhäyd- < *stmb"-nh-ie-.
Mit analogischer Palatalisierung für stanm° < *stamn® — *stamna- < *stmb"-nH-, toch. Um-
bildung zum kausativischen sk-Präs., s. HACKSTEIN 319.
Mit Bedeutung vom Nasalpräsens oder dazu neugebildet, KÜMMEL, Perfekt 574-6.
*sten-! ‘stöhnen’ я IEW 1021
Präsens *sten-e- ai. (ep.) stanant-/ni-stanant- ‘stöhnend””
gr. orevo ‘stöhne”
ае. (+) stenan, mnd. stenen ‘stöhnen”*
lit. sten, (steneti) *stöhnen’
[aksl. (+) stenjo, (stenati) ‘stöhnen’
?*ste-stón/stn- [aruss. (+) stonju, (stonati) ‘stöhnen’”
Zur Semantik der Wurzel und zur Abgrenzung von *(s)tenh;- “donnern’ vgl. NARTEN, FS RIX
314-39 = Kl. Schr. 396-421.
Vgl. NARTEN, l.c. 325-8 = 407-10.
Vgl. NARTEN, Le 328-34 = 410-6. Unsicher ist gr. guter: соќи, Добуєтол Hsch., das wie ein
je-Präsens ohne s mobile aussieht; vgl. Anm. 4 zu *(s)renhz-.
Das тпа. Verbum ist auch schwach, doch muß wohl kaum allein deswegen ein Iterativ *ston-
eie- angesetzt werden; vgl. noch Denom. ап. stynja = тпа. stönen.
Falls alt und nicht aus stenari (s.o.) mit sekundärem o nach dem Substantiv russ. (+) ston
‘“Stöhnen’ (vgl. VAILLANT Ш 320).
(M. K.)
*steng"- ‘stoßen’ [IEW 1033]
f Е RER e б l
Präsens *steng*-e- lat. ex-, re-stinguö, ere ‘auslöschen’, di- ‘trennen’
got. (+) stiggan “zusammenstoßen, anstoßen’?
Aorist *stöng"/steng“-s- lat. -stinxi "lëschte aus ...’
Kausativ *stong®-eie- got. (+) ga-staggjan ‘etw. anstoßen’
Neubildungen: Perfekt got. (+) bi-stagq ‘stieß an’
(M.K.)
597
Vgl. KLINGENSCHMITT, FS MEID 99-100.
An. stokkva ‘springen, stürzen’, ae. stincan ‘springen; riechen’, аһа. stinkan ‘riechen, stinken’
mit weiterer Bedeutungsentwicklung, vgl. SEEBOLD 471-2.
*(s)tenh;-' “donnem’ IEW 1021
Aorist *(s)ténh;-/(s)tnh,- ved. пі(ѕ) stanihi ‘donnere heraus!”
flat. tonui “donnerte”’
I*(s)te-(s)tnh>-e- мей. tatanat "donnert
Präsens *(s)tenhz-ie- ved. tanyati "donnert"?
Iterativ *(s)tonh,-éie- ved. stanáyanti “donnern’
lat. tonö, -äre ‘donnern’’
(M.K.)
Zur Semantik der Wurzel und Abgrenzung von *sten- “stöhnen’ vgl. NARTEN, FS RIX 314-39
= КІ. Schr. 396-421.
Wohl Іру. Aor., dazu mit sekundärer Anit-Form Inj. stan; aus einer 35 *astanit wohl umgebil-
det AV astanit, vgl. NARTEN, l.c. 323 = 405.
Falls mit o von fonäre für Trenui < *tena-uai und nicht (s. u.) sekundär zu tonäre nach ѕопа-
re : sonui, vgl. STEINBAUER 125.
Vgl. NARTEN, l.c. 321 = 403. Falls gr. rëuer: orgue, бофуктол Hsch. hierhergehören sollte (s.
ibid. 335, 338), müßte mit analogischem Schwund von *h; gerechnet werden.
< *ronaie-, reanalysiert als *rona-ie-, dazu wohl neugebildetes Perfekt *rona-uai > tonui.
Vereinzelte Belege eines lat. Präsens гопд, -ere (Varro Меп. 132) dürften auf sekundärer
Rückbildung zu tonāre ` tonui nach dem Vorbild von sonäre : sonui : sonere beruhen. Anders
SCHRIJVER 396; Rıx, GS SCHINDLER 519; 529'*; tone- mit o nach гопйге für Präs. Steng. <
*(s)tenh,- [dieser Stamm jedoch wohl Aorist, s. ol
*ster-' ‘niederstrecken’"* IEW 1022, 1029-30
Aorist *ster-Istr- ved. ástar ‘hat niedergestreckt’
Präsens *str-neu/nu- ved. strnósi “streckst nieder’
[lat. sternö, -ere ‘hin-, niederstrecken”
[alb. shtrin “streckt nieder”?
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. Jav. -striieite “wird niedergestreckt’
Perfekt ved. 3p tastrire AV ‘haben niedergestreckt”
(M.K.)
598
Von *sterh;- ‘ausbreiten’ zu trennen, vgl. NARTEN, MSS 22 (1967) 57-66; Sprache 14 (1968)
131-4 = КІ. Schr. 56-62, 93-6.
Nach EICHNER, Sprache 20 (1974) 37 mit Anm. 29 ursprünglich ‘starr/steif machen’, dazu
auch Wörter für *unfruchtbar’ wie ved. stari-, got. stairo.
In lat. sternere sind die beiden Wurzeln *ster- und *sterh;- ‘ausbreiten’ zusammengefällen,
wobei sternere formal auf *styneh;- beruht, s. *sterh;-.
ls shtrij, < *str-n-ie-, in der Bedeutung ‘ausbreiten’ zu *sterh;-, s.d.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 576-7.
*(s)terĝř-! ‘zerschlagen’ (?)? [IEW 1062]
Aorist *(s)terg"-/(s)tyg"- heth. istar(ak)zi “macht krank’
[ved. (АУ) atrham ‘habe zerschmettert””
Präsens *(s)ir-ne/n-$"- [heth. istarnink- "krank machen’
ved. (AV) trnedhu ‘soll zerschmettern’*
Neubildungen: Perfekt ved. (AV) rararha ‘hat zerschmettert’
+ a H с
(M. K.)
Im Ved. meist ohne s mobile; vgl. (bes. zum Heth.) EICHNER, GS KRONASSER 16-21.
Semantische Verbindung problematisch, OETTINGER, Grammatica ittita 242-3”,
Mit s mobile Ptz. strhanti- ÄpDhS, s. EW Aia I 636 mit Lit.
Dagegen in RV X thematisierter Inj. баг.
*sterg- ‘sich sorgen um’! IEW 1032
Präsens *sterg-e- gr. стёруо ‘liebe, mag’
aksl. (+) strego, (streSti), aruss. steregu, (stere£i)
“hüten, bewachen’
Aorist *störglsterg-s- gr. or&p&aı ‘lieben, mögen’
Neubildungen: Perfekt gr. (Hdt.) &oropya ‘habe geliebt’
1
(MK
Semantisch stark divergierend; vgl. VASMER ШІ 12; FRISK II 790.
599
9*çsterh,-_ *entbehren, beraubt sein’ IEW 1028
Präsens *sterh,-e- gr. стёрошоп ‘bin beraubt, entbehre”?
Aorist *störh,lsterh)-s- pr. orep&oaı ‘berauben ”
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. рг. (dro)orep&w ‘beraube’*
(M. К.)
Nur gr.; mir. serb f. ‘Diebstahl’ gehört zu 3.*ser-, s.d.
2 Zu delph. ozapéor@ = отєрѓёо@о s. HARDARSON 214* mit Lit.
Faktitiv zum Medium, vgl. HARDARSON 214, Еш. отер, später zu orepfjoaı umgebildet, da-
zu weitere Formen mit dem Stamm oreprr..
Neubildung zum Aorist, s. ibid.
*sterhs- ‘hinbreiten, ausbreiten’ IEW 1029-30
Aorist “*stérh,-/strh;- ved. (AV) astaris ‘hast hingebreitet”'
Jav. staräna- Yt. 10,138 ‘hinbreitend’
fra-stairiiät V. ‘soll hinbreiten’'*
[gr. ёстдресо/ёотрооа “breitete aus, streute”?
[aksl. pro-stret® ‘breitete aus’
Präsens *str-neln-h;- ved. szrnäti “breitet hin’
Jav. -staranäiti “breitet hin’
[gr. oröpvouı ‘breite aus, streue’
[lat. sternö, -ere ‘hinbreiten, -streuen”"
[air. -sernat “breiten aus’;
kymr. sarn- ‘streuen; treten’
[alb. shtrin “breitet aus’
3
Neubildungen: s-Aorist air. -sert ‘breitete aus’
R(e)-e-Präs. alb. shtie ‘tut hinein”
R(z)-ie-Präs. aksl. (+) pro-storjọ, (-streti) ‘ausbreiten’?
Perfekt ved. tistiré ‘ist hingebreitet’, (JB) tastāra ‘breitete hin”
gr. Eorpwran “ist ausgebreitet’
(M.K.)
1 Я РТ E '
Vgl. NARTEN 281. Zur Trennung von ved. star'- *hinbreiten” und star- ‘niederstrecken’ s.
unter *ster- (mit Lit.).
S. KELLENS, Verbe 357; star- < R(z) *strhs-.
Vgl. HARÐARSON 222.
ta
2
600
Mit regulärer Umgestaltung zum nu-Präs. und or vom Aor. orop£oaı, später neu zum Aor.
orpovvyu bzw. сторёуууи.
Mit R(e) nach dem ursprünglichen Wurzelaor.; setzt in der Bedeutung ‘niederstrecken’ *ster-
fort, s.d. Perfekt strraui wohl neu zum PPP strätus, vgl. MEISER, Habil. 8259. Vgl. auch Rx,
GS KURYLOWICZ 403-4, besonders zum Komp. cön-sternä-re ‘durcheinanderbringen’.
Mit R(e) nach Konj. -sera und dem Prät.
ls shtrij, < *str-n-ie-, in der Bedeutung ‘niederstrecken’ zu *ster-, s.d. Daneben steht shtron,
15 shtroj, nach KLINGENSCHMITT 255, 256!5 mit Einführung der regulären R(z) < *strä-nie-
(quasi *sirh;-nie-), dagegen nach DEMIRAJ 379 aus *štr-ē- oder Lehnwort aus mgr. сӯхбио.
? Мр]. JoKL, Studien 84-5; DEMIRAJ 374-5.
8 Sekundär auch -store, vgl. KOCH 444. Möglicherweise wird von dem slav. Verbum auch
*srer- ‘niederstrecken’ fortgesetzt, s. ibid.
° Vgl. KÜMMEL, Perfekt 577-8.
9*(s)terK- *beschmutzen”'' IEW 1031-2
Präsens ?*(s)terk-e- [lit. tersiu, (tefsti) "beschmutzen"
(M.K.)
! Vgl. lat. stercus n. ‘Kot, Mist, Dünger”.
*steu- ‘bekannt sein; preisen’' IEW 1035
Präsens *stéu- Stat. [heth. istuwäri ‘wird bekannt”?
ved. stäve ‘wird gepriesen”
*sföu-Isteu- ved. astaut ‘pries, lobte’,
[lp stumäsi, (YV?) Med. stuté'
aav. stäumi ‘preise’, Ptz. stauuat-,
jav. 3s Inj. Med. staota,
[jav. 1s Akt. staomi, Med. -stuiie°
gr. стєбтол ‘gibt kund, rühmt sich, verspricht’
Aorist ?*stéu/stéų-s- ved. astosi ‘habe gepriesen’®
Neubildungen: nu-Präsens spätved. (Up.) stunvanti ‘preisen’
Perfekt ved. tustuvür ‘haben gepriesen’’
Kausatıv ved. (Br.) stävayati ‘läßt preisen’
(M. K)
601
Ob Stativ oder aktives Präsens primär ist (oder beide), läßt sich vorläufig nicht entscheiden;
vgl. KÜMMEL, Perfekt 579-80.
Wohl mit Durchführung von istü- < *steu- vor Konsonant und sekundärem Übergang zum en-
dungsbetonten Typ, vgl. EICHNER, FT Regensburg 99; OETTINGER, Grammatica ittita 237-8.
Nur R V, daraus (und aus dem Medium *sröre) thematisiert stávate, vgl. NARTEN, FS КОРЕК
12-13, 16-18 = КІ. Schr. 100-1, 104-6.
Urspr. akrodynamisch, später im schwachen Stamm nach dem amphidyn. Typ, vgl. NARTEN,
l.c. 12, 15-19 = 100, 103-7.
Ablaut an den amphidyn. Typ angeglichen, s. ibid.
Im Akt. fast nur Konj., vgl. NARTEN 276-8.
Alte Neubildung mit Plqpf. > Aor. atustavam, s. KÜMMEL, Perfekt 578-80.
1.*(s)teud- ‘stoßen’ IEW 1033-4
Präsens ?*(s)te-(s)toud/(s)tud- [got. (+) stautan ‘stoßen’!
* (s)tu-neln-d- Aved. ni tundate RV 1,58,1 ‘stachelt sich ап”?
?[arm. ndam ‘werde erschüttert’
[lat. гипао, ere ‘stoßen, schlagen’
?*(s)tud-é- ved. tudáti ‘stößt, stachelt an’
Essiv *(s)}tud-h, jé- [lat. studeð, -ёге ‘sich bemühen’
Neubildungen: Perfekt ved. tutóda "hat gestoßen’
lat. tutudī ‘stieß, schlug’
(M. K.)
' Von *(ste-)stoud- aus thematisiert.
Daneben athem. гипайпа- AV, beide eher Augenblicksbildungen als alt, vgl. JOACHIM 85.
22.*steud- ‘kalt werden’ [IEW 1035]
Aorist *steud-/stud- ksl. sv-styde se "gefor"
Präsens ?*stud-newlnu- [К]. -stynoti ‘gefrieren’
Kausativ *stoud-é ie- aksl. (+) u-stuždọ, -studiti ‘kühlen’
Fientiv ?*stud-éh,/h;- [aksl. u-styděšę ‘schämten sich’
Essiv ?*stud-hié- [aksl. (+) styZdo, (stydëti) se ‘sich schämen’
(M.K.)
Nur slav. Teilweise zu 1.*(s)reud- gestellt, dies müßte aber semantisch untermauert werden.
602
Mit weitgehender Durchführung der durch WINTERs Gesetz (s. Anm. 1 zu *b*eg“-) gedehnten
antekonsonantischen К(2) *styd-; antevokalische Kürze noch erhalten in slov. (+) zdenac m.
‘Quelle, Brunnen’ < *згъаепьсь neben studenac mit analog. R(e), s. VAILLANT Ш 243.
*(s)teug-' “in heftige Bewegung geraten’ IEW 1032-3
Aorist *(s)teug-/(s)tug- ?[ved. Präs. Ptz. Akt. tujant-
‘sich heftig bewegend’?
?[gr. &otvyov ‘haßte, verabscheute, scheute mich”
Präsens *(s)tu-ne/n-g- ved. tuñjánti, Med. tunjäte “stoßen,.treiben ап,
schleudern’
[mkymr. estwng ‘beugen, unterwerfen”
*(s)tug-éie- ?ved. tujáyant- RV 7,104,7 ‘sich heftig
bewegend’”
gr. отууёш ‘hasse, verabscheue, scheue mich?
Neubildungen: Perfekt ved. tutujyát ‘möge erregen’, Ptz. tātujāná- “eilend, eifrig”
(M.K.)
Dazu wohl air. túag f. ‘Axt’, mnl. stüken ‘stoßen’ u.ä.
Viell. sekundär aus einem thematisierten Aorist. Nicht hierher gehören ved. fujete und tuj-
vd, s. *hzteu’-, in ved. toj- sind beide Wurzeln zusammengefallen, doch morphologisch
und semantisch weitgehend getrennt geblieben; vgl. Plath, Koll. Erlangen 409-21.
Urspr. wohl fientiv-intransitiv mit Akkusativ der Beziehung.
Vgl. JOACHIM 84-5.
BARS *eks-(s)tung-, vgl. SCHRIJVER, BCHP 419-20.
52 Augenblicksbildung nach JAMISON 58; PLATH, Koll. Erlangen 413.
Wegen des zugehörigen them. Aorists wohl nicht denom. zu ozúyoç n. ‘Abscheu’.
7 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 221-2.
*(s)teup- ‘stoßen, schlagen’ IEW 1034
Präsens *(s)tup-ie- kluw. däpiti, lyk. tubidi ‘schlägt’!
gr. тблто ‘stoße, steche, schlage’
alb. per-typ ‘kaut, каш wieder’,
sh-typ ‘zertritt, zerquetscht’'?
Fientiv *(s)tup-éh,//h,- gr. &rürcn ‘wurde gestoßen, wurde geschlagen’
Essiv *(s)tup-hjle- Dat. stupeo, -ёге “betäubt sein, staunen’?
603
Neubildungen: s-Aorist gr. röyorı ‘stoßen, schlagen’
Perfekt gr. тёголтоп ‘ist gestoßen, ist geschlagen’
(M. K.)
! Ур]. OETTINGER 417; 535; HAJNAL 127.
la Vgl. DEMIRAJ 317f` mit Lit.
2 < ‘geschlagen sein’.
P*stieH-' ‘steif werden’ IEW 1010-1
Präsens ?*stieH-ie- ved. (A VP+) ni styayatam ‘soll steif werden”
(M. K.)
|! Verbal nur indoar.; dazu viell. gr. офа п. ‘(toter) Körper’ < *sriéh;-mn; für *steiH- (RAS-
MUSSEN 167: *steih;-) sprächen dagegen gr. oréap п. ‘stehendes Fett’ oder germ. *staina- m.
‘Stein’; vgl. EW Aia II 762-3.
Nach INSLER, GS CowGiLL 61-2 sekundär Medium nach stets vorausgehendem 4 pyayatam
‘soll anschwellen’. Nach RASMUSSEN, l.c. liegt ein Iterativ *stih;-óie- > ved. styäya- mit „ur-
alter Lautbehandlung“ vor.
9*sçgrebh-! ‘drehen, wenden’ [IEW 1025]
Präsens *streb"-e- gr. стрёро ‘drehe, wende’
Aorist *streb/streb"-s- рг. &orpewa ‘drehte, wendete’
Neubildungen: Perfekt gr. ёотрора ‘habe gedreht’
(M. K)
Nur gr. vgl. FRISK 11 808-9; theoretisch auch *srreg!*- möglich.
1.*streig- ‘streichen’ IEW 1028
Präsens *stri-nel/n-g- [lat. stringö, -ere ‘berühren; wegreißen’'
* streig-e- ahd. (+) strihhan ‘streichen’?
aksl. (+) strigo, (stristi) ‘scheren”
(M.K.)
604
! Wohl mit *strengte- (s. *strengh-) zusammengefallen, vgl. WALDE-HOFMANN II 604-5. Von
jenem stammt formal das Perfekt strinxi.
An. strykva hat wohl sekundäres *w.
3 < ‘abstreifen”.
2.*streig- “eindringen, stecken bleiben" IEW 1036
Präsens *stri-ne/n-g- (lit. stringü, (strigti) “eindringen, stecken bleiben’
[poln. (+) u/za-strzege, (-strzac) ‘stecken bleiben’?
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. striegiu, (striegti) "beködern; mit Stroh decken’,
streigiu, (streigti) *hineinstechen, -stecken’
(M.K.)
Vgl. viell. lat. strigāre ‘stehen bleiben, anhalten’; u.U. mit 1.*streig- zu vermitteln, doch zei-
gen die baltischen Wörter Varianten mit sr°, das auch dem slav. str° zugrunde liegen könnte;
sollte dies ursprünglich sein, wäre *sreig- anzusetzen und das lat. Verb davon zu trennen.
Mit verallgemeinertem Nasalinfix.
*streng"-' ‘zusammendrehen’ IEW 1036-7
Präsens *streng"-e- lat. stringö, ere ‘schnüren, zusammenbinden”
Prstrng"'-ske- khot. (pa-)stris- ‘steif werden”?
Aorist P*ströng"/streng"-s- lat. strinxi ‘schnürte, band zusammen’
Kausativ ?*strong"éie- khot. (pa-)stramj- ‘straff machen, versteifen’®
M.K.)
Vgl. ahd. strang, an. strengr m. ‘Strang, Seil, Strick’, dazu gr. строуубс ‘gedreht’ mit g < ze
nach Nasal (vgl. z.B. @á/uufoç zu 1.*dhembh-).
2 Wohl mit *stri-n-g-e- (s. 1.*streig-) zusammengefallen, vgl. WALDE-HOFMANN II 604-5.
3 S.EMMERICK 79, 135 mit Lit.
S. EMMERICK ibid.
605
*(s)trep-' ‘lärmen’ IEW 1037
Präsens *(s)trep-e- lat. strepö, -ere агтеп, schreien, rauschen’
fan. brefa sw.3 ‘zanken”
(M.K.)
1 Nur ital. und germ.
2 Vielleicht sekundär in die schwache ai-Flexion überführt.
*sfreu- ‘streuen’ IEW 1030-1
Präsens ?*streu-e- lat. struð, ere ‘schichten, aufbauen’!
Kaus.-It. *strou-eie- air. asroither ‘wird zerstreut’;
abret. strouis ‘streute hin’?
got. (+) straujan ‘streuen’
aksl. o-strujo, -strujiti ‘'niedermachen, vernichten”
(M.K.)
! Mit °иб < *’ouö aus Komposita, oder könnte *struu.&- vorliegen? Dazu Perfekt sträxi analog.
wie Лио : flüxi (s. 1.*bhleuH-).
S. PEDERSEN, МКС II 626-7; vgl. neubret. streuein ‘streuen’.
< ‘auseinander streuen, zerstreuen’.
2
3
*sfreug- ‘streichen, abwischen’ IEW 1029
Präsens *streug-e- Эрг. отребуоцол ‘bin erschöpft’!
an. strjúka ‘streichen, abwischen, dahineilen’
[aksl. (+) o-struZg, (-strogati) ‘abschaben’?
(M. K.)
Semantische Entwicklung unklar, vgl. FRISK II 807-8.
Zum ie-Pràsens umgebildet. Im Slav. muß analogische Verallgemeinerung der antevokali-
schen R(z) *strəg- vorliegen, da antekonsonantisch durch WINTERs Gesetz *stryg- entstanden
wäre, s. Anm. 1 zu *bfeg®-.
606
?*sued- entfällt, s. *sueh;d-
P*sueh,(i)- ‘schwanken, sich schwingen’ IEW 1041
Präsens *sueh,-ie- тпа. swäien ‘sich schwingend bewegen’
russ. (+) chvejus’, (chvejat’ sja) ‘sich bewegen”
(M.K.)
1
2
Nur germ. und slav.; i-Erweiterung in Nomina wie an. svimi m. ‘Schwindel’.
chim Anlaut muß aus Komposita stammen; Umbildung eines Wurzelpräsens möglich (eben-
so im Germ.)
*sueh,d-' "schmackhaft werden" IEW 1039-40
Aorist *suehzd-Isuhrd- Ier. єабє, dër “gefiel”?
Präsens *suhz-neln-d- [ved. Suvádanti ‘machen schmackhaft’
gr. ávõávæ "gefale"?
*suéh,d-e- ?ved. svadate RV 9,68,2 “wird schmackhaft"
gr. ўдоцоп “freue mich”
?*suh;d-éie- ?ved. sīdáyati ‘macht schmackhaft, macht bereit”
[lat. ѕидаео, -ёге ‘jmdm. raten”
lit. sädau, südyti salzen"!
Perfekt *se-suöh;d/suh,d- ?[susūdima ‘haben schmackhaft gemacht"
gr. hom. Exöörta (u 00ov) ‘gefallend, angenehm’?
Neubildungen: s-Aorist gr. сото ‘freute sich’?
(M. K, R. L.)
Dazu das resultative Adj. *suéh;d-u- ‘angenehm, schmackhaft, süß’ in ved. svādú-, gr. nóúç,
lat. suãuis, ahd. swuozi usw. Für einen Ansatz *suad- spricht nichts außer dem ved. Verbum
svad-, welches aber schon innerhalb des Ved. nicht mit sūd- vereinbar ist, sondern wohl auf
dem Nasalpräsens beruht, s. Anm. 2a. Die gr. Formen mit 4 vertreten jedenfalls morpholo-
gisch die R(z), und eine Dehnstufe im u-Adj. wäre nicht zu motivieren.
2 Mit analogischer R(z) *suad- für tsūd- nach R(e) *suad-.
" Faktitives Nasalpräsens. Schwacher Stamm *suhz-n-d- > *suHad- > *suuad- thematisiert; im
RV noch zweimal s„váda- zu lesen (GOTÖ 3408345) sonst zu sváda- normalisiert; dazu fienti-
ves Oppositionsmedium ‘schmackhaft werden’ und neugebildetes Kausativ svadaya-, das
später sváda- ablöst, vgl. GOTÖ 339-41. Daraus Neowurzel svad-/sud-, vgl. Wurzelnomen
sam-süde КУ. Vgl. LIPP 4.7.2.1.1.; KÜMMEL, Perfekt 569-70.
2b
607
Intr. Bedeutung vom Aor.; < *suand- (*suV < *suV außer bei synchroner Morphemgrenze) <
*suand- < *suh;,nd- < *suh;-n-d- (vgl. Ptz. Aor. стоут- < *sth;,nt- < *sth;-n-t-); s. LIPP ibid.
Nur einmal in der Kadenz, also viell. metrisch bedingte Augenblicksbildung statt geläufigem
svada-, vgl. Сото 340, 342.
Med. *‘sich gefallen in, es sich schmackhaft sein lassen’ gegenüber Aor. Akt. 46-є- ‘gefal-
len’ — *‘schmackhaft werden’.
Vgl. Сото 340-3; auffällig die R(z) bei Kausativfunktion. Nach JAMISON 99, 159"? Rückbil-
dung zum Perfekt susüd-.
< *‘schmackhaft machen’; mit sekundärer R(e) nach *suädu-.
Viell. eher mit sekundärem d zu süras ‘salzig’, vgl. FRAENKEL 944.
Dazu Konjunktiv süsüda-; mit Ablautausgleich und Bedeutung vom faktitiven Nasalpräsens,
KÜMMEL, Perfekt 568-70.
Nur Il. 9,173 = Od. 18,422; nicht Sol, sondern ion. Form mit quantitativer Metathese <
*head-öt- < *hufuad-uöt- < *hue-huad-uöt- < *sue-suad-uöt- (zur gr. К(2) *suad- s. Anm.
2) < *se-süd-uös-, zum Lautlichen s. LIPP, l.c. und vgl. RISCH 346 ($121b).
Zum them. Präsens.
l *sueid-' ‘in Schweiß ausbrechen’ IEW 1043
Präsens *sueid-e- spätved. (АА, ChU) svedate ‘schwitzt’?
gr. ёбіо ‘schwitze’”
*suid-ske- jav. xisat ‘geriet in Schweiß’
?[lett. svistu, (svist) ‘schwitzen’
* suid- ié- ?spätved. (SadvB) svidyati *schwitzt'°
ahd. swizzen ‘schwitzen’
toch.B /sya-/ “schwitzen”
Perfekt ?*se-suöld/suid- ved. sisvidāná- “in Schweiß ausgebrochen,
e 7
schwitzend’
Kausativ ?*suoid-éie- ved. (Br.) svedayati ‘läßt schwitzen’
ahd. sweizzan ‘rösten’
(M.K.)
Vgl. Rıx, FS KNOBLOCH 339-43.
S. бото 345-6.
lotazistisch für *eiöiw, das nach WACKERNAGEL, Philologus 86 (1931) 137-9 = КІ. Schr. 749-
51 nach «Kim aus *eidw umgebildet ist, viell. aber eher aus einem Denom. *є{бё@ < *sueid-
es-ie-, s. RIX, l.c. 342.
Vgl. Rıx, l.c. 339, 342.
Neubildung für sveda- nach Сото 345, 345-6°°'; ebenso Opt. svidyāt KätySS für *svidyer
(setzt also keinen Wurzelaorist fort), s. ibid.
< *saya- — *suidi°, vgl. RINGE, TIES 1 (1987) 117, 129°; MSS 52 (1991) 141°.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 595-6.
608
N2.*sueid-' ‘glänzen’ IEW 1042
Präsens ?*sui-ne/n-d- Ш. svindü, (svisti) ‘zu glänzen beginnen”
Fientiv ?*swid-Eh,lh- lit. svideti ‘ glänzen”
Neubildungen: sta-Präs. lett. svfstu, (svist) ‘hell werden"?
(M.K.)
Vgl. ae. switol ‘klar’, möglicherweise sekundäre Entwicklungen von 1.*sueid-, s. RIX, FS
KNOBLOCH 347; nicht hierher lat. sidus ‘Gestirn’, s. RIX, Le 344-7.
Г analogisch übertragen von svideti.
Präs. thematisch svidü; reguläre Bewahrung des Kurzvokals vor Media in’offener Silbe (zu
WINTERS Gesetz s. Anm. l zu *bfeg"-).
Dagegen in der Bedeutung ‘schwitzen’ zu 1.*sueid-.
73.*sueid-' "werten? IEW 1042
Präsens ?*sueid-e- lett. dial. pa-svied°, [lit. sviedZiu, (sviesti) ‘werfen,
schleudern; schmieren’
Iterativ *suoid-eie- [lit. sváidau, sväidyti “werfen, schleudern”
(M.K.)
|! Nurbalt.
2 Relikt der einfach them. Flexion, sonst wie im Lit. zum je-Präsens umgebildet: svieZu,
(sviest).
3 Lett. svaidit auch ‘schmieren’.
Prsyeig*-' “ausweichen; im Stich lassen’? IEW 1042
Präsens *sueig*-e- ап. (+) sykva/svikja “täuschen, betrügen’,
ae. swican ‘entgleiten; im Stich lassen’
(М.К)
Nur germ., Zugehörigkeit von lit. svaigti ‘Schwindel bekommen’ unsicher.
2 Vgl. SEEBOLD 486-7.
609
?*sueiH-' ‘schwinden’ IEW 1052
Präsens *sui-neln-H- [an. svina “zusammensinken’,
[ahd. swinan ‘schwinden’?
(M.K.)
Nur germ. Vgl. ohne Nasalinfix an. svía ‘nachlassen’ (schwaches ö-Verb).
Im An. schwaches Verb aus dem starken Stamm *swinö-, im Ahd. stark aus dem schwachen
Stamm mit sekundärer R(e) *swi-na-.
2
1.*suel-' ‘schwelen, brennen’ IEW 1045
Präsens *suel-e- ае. (+) swelan ‘schwären”?
lit. žem. svelü, (svilti) ‘glimmen, schwelen’
Iterativ *suol-eie- ahd. swellen ‘brennen’
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. svilu, (svilti) ‘sengen, schwelen’
R(e)-ie-Präs. lett. sve/u, (svelt) ‘sengen’
(M. K.)
! Im Balt. z.T. mit akutierter Intonation, wohl sekundär. Dagegen nach LÜHR, MSS 35 (1976)
83-4 Set-Wurzel mit im Germ. analogisch beseitigter Resonantengemination.
2 S.SEEBOLD 488.
N2.*suel-' ‘(ver)schlucken’ IEW 1045
Präsens *suel-e- jav. Xaraiti ‘ißt, trinkt’
Kausativ *suol-eie- jav. fra-n’häraiiat ‘läßt trinken’
(M. K.)
1 Nur iran., dazu im Germ. erweitert *suel-g"- (oder *-k-, falls ahd. Nebenformen mit h auf
urspr. grammat. Wechsel deuten) in аһа. swelgan “verschlucken’ usw., vgl. SEEBOLD 488-9.
PrsuelH-' “anschwellen’ IEW —
Präsens ?*suelH-e- an. (+) svella “(an)schwellen’
Perfekt ?*se-suölHlsulH- ап. (+) уай! ‘schwoll (an)’
610
Kausativ ?*suolH-eie- an. svella ‘vermehren’, ahd. bi-swellen ‘verstopfen’
Fientiv 7*sul[H-eh;- ?[lat. in-solescö, ere ‘sich aufblasen, unverschämt
werden, schwellen’”
M.K.)
! Nur germ. und (vielleicht) ital., vgl. SEEBOLD 489-90; die vorherrschende Gemination im
Germ. spricht für Set-Wurzel, LÜHR, MSS 35 (1976) 9251,
Vgl. auch Ptz. in-solēns ‘unverschämt’; skeptisch ERNOUT-MEILLET 318-9.
Y*sueld-' ‘verhungern, sterben’ ПЕМ 1045]
Präsens ?*sueld-e- got. (+) swiltan “im Sterben liegen’
Perfekt ?*se-suöld/suld- [got. (+) swalt ‘lag im Sterben’
Kausativ ?*suold-eie- an. svelta “verhungern lassen’
(М.К)
Nur germ., nach IEW urspr. “verschmachten’, d-Präs. zu 1.*suel- ‘schwelen, brennen’.
*(s)uend"-' ‘verdorren, schwinden’ IEW 1047
Aorist *(s)uend"-Is)und"- [аК$1. pri-svede ‘verdorrte, verwelkte’
Präsens ?*(s)uend"-e- ahd. (+) swintan ‘schwinden’
Perfekt ?*se-(s)uönd"/(s)und"- [ahd. (+) swant “schwand’
Kausativ *s)uond"-Eie- ahd. swenten ‘vernichten’
ksl. ọždọ, oditi *räuchern’
Neubildungen: Nasalpräs. aksl. (+) pri-svenoti, u-venoti ‘verwelken’?
(M.K.)
Germ. und slav.; slav. nach pri- mit s mobile, sonst ohne.
2 Zum them. Aor.
?*sueng-' ‘umarmen’ IEW 1047
Präsens *sung-é- ved. pári svajante ‘umarmen’?
611
Perfekt ?*se-suöng/sung- ved. pári sasvaje ‘hat umarmt’?
(M. K.)
Verbal nur iir., vgl. jav. -x'axta- ‘umarmt’, dazu air. seng ‘schlank’ < *‘biegsam’; Anschluß
von mhd. swanc ‘schwankend, beweglich’ usw. (s. КЕМА Ш 558) unsicher.
Fast nur (reziprokes) Medium, vgl. GOTO 338-9.
7 KÜMMEL, Perfekt 591-2.
Prsueng!"-" ‘schwingen’ IEW 1047
Präsens ?*sueng*"-e- ahd. (+) swingan ‘schwingen’
Kausativ ?*suong®"-&ie- got. (+) af-swaggwjan ‘verzweifeln’
M.K.)
|! Nur germ., vgl. SEEBOLD 493. Theoretisch möglich auch *suenk- mit Ausgleich des gramm.
Wechsels.
*suenh,- “tönen, klingen’ IEW 1046-7
Präsens *swenhz-/sunh,z- ved. Ipf. asvanit RV 4,27,3 ‘tönte, schrie’!
[alat. sonö, ere ‘tönen, klingen, rauschen’?
air. sennid, -seinn ‘spielt (Миѕік)”°
*sun-neln-hz- ау. apa.x’anuuainti Yt. 14,46 “tönen hinweg’
Aorist *suenh;/suenhz-s- ved. Inj. svänit RV 2,4,6 ‘ertönt’
Iterativ *suonh,-éie- ved. svanáyati ‘rauscht’
lat. sonö, -äre ‘tönen, klingen’
(Th. Z.)
Ein Verbalstamm (wohl Präs.) liegt auch vor in jav. x'anat.caxra- ‘mit sausenden Rädern’,
ved. Eigenname svanád-ratha-
3s sonit < *suenati < *suenh;zti, vgl. SCHRIJVER 395. Von sonit aus das them. Paradigma.
Thematisierung des starken Stamms. nn analogisch nach 1. sennid ‘verfolgt’; s. *senhz-.
Zur Analyse der Form siehe NARTEN, MSS 27 (1970) 75-8 = Kl. Schr. 172-4. Umbildung von
*suana- zu *suanau-.
< *suonh;áie. Vgl. STEINBAUER 124-5. Könnte auch denominal zu sonus ‘Laut, Klang’ (<
*suónh,-o-) sein, Bestimmung des Laryngals als *h, dann ungewiß.
612
*suep- ‘einschlafen’! IEW 1048-9
Aorist *ѕиёр-/ѕир- heth. Akt. 2р Ipv. supten,
Med. 3s Ind. suppa “einschlafen”
ved. svapänt- “eingeschlafen”
[aksl. и-зъре ‘schlief ein’
Präsens ?*sup-ske- [sogd. *'wbs- ‘schlafen’*
*sup-ie- r.-ksl. u-sople- “einschlafen”
Kausativ *suop-eie- ved. sväpäyati ‘schläfert ein’
H
ап. (+) svefja, ае. swebban “einschläfern, töten
мб E = : e
*suöp-ie- lat. söpiö, -ire “einschläfern’ e
an. sófa ‘töten’
Perfekt *se-suöp/sup- ved. ní susupur ‘sind entschlafen’°*
jav. husx'afa ‘hat geschlafen”
[an. (+) svaf ‘schlief
[aksl. (+) sopljọ, sopiši, (sopati) ‘schlafen’?
Neubildungen: s-Aorist ved. (AVP) má áva svapsit ‘soll nicht einschlafen”?
Nasalpräs. an. sofna ‘einschlafen’
[aksl. (+) u-sonori ‘einschlafen’?
R(z)-e-Präs. an. sofa, [ae. swefan ‘schlafen’''
d"e-Präsens jav. auua-y'habda- ‘einschlafen’?
N
6a
(M. K.)
Zur Aktionsart vgl. BARTON, Sprache 31 (1985) 17-39; KÜMMEL, Perfekt 594-5; für
Aoristwurzel sprechen besonders das iir. Perfekt, das ved. VAdj. suptá- und das Slav.; auch
an. sofa ist mit Aoristwurzel vereinbar, vgl. koma zu *g“em-.
Vgl. BARTON, l.c. 28-32.
Aor. nach BARTON, l.c. 27; daneben thematisiert ní svapa ‘schlaf ein!’. Nachrgvedisch wer-
den beide Stimme zum Präsens umgedeutet, das sásti (s. *ses-) ersetzt; in der Prosa Neubil-
dung einer Set-Form 3s svápiti, wohl nach ániti usw., vgl. BARTON, l.c. 34; zur Beleglage vgl.
Сото 343-4; KÜMMEL, Perfekt 594-5.
Auch іп yaynob1 üfs-, vgl. GERSHEVITCH, GMS 97 $620; dagegen spätjav. х'а/ѕа- und wohl
auch khot. hūs- mit sekundärer R(e), vgl. KELLENS, Verbe 159; EMMERICK 154; KÜMMEL,
Perfekt 627.
Sonst im Slav. durch die Neubildung *зъле- (s.u.) ersetzt, vgl. TEDESCO, Language 24 (1948)
375-6.
Vgl. KLINGENSCHMITT, KZ 92 (1978) 1-13; das von ihm angesetzte akrodynamische Wurzel-
präsens *suöp-/*suep- läßt sich allerdings im Ved. nicht sichern (bleibt aber möglich), vgl.
JAMISON, KZ 96 (1982/83) 7-8.
Ganz überwiegend Zustandsperfekt ‘eingeschlafen sein = schlafen’, KÜMMEL, Perfekt 592-5.
Mit f statt p nach Präs. x'afsa- (s. Anm. 4), vgl. KÜMMEL, Perfekt 627.
613
Wohl Umbildung des dereduplizierten Perf.-Stammes *sup-; die Herkunft aus altem Perfekt
könnte viell. den irregulären Inf.-Stamm (nicht Tsopë-) erklären.
Neubildung zum sekundären Wurzelpräsens, s.o. Anm. 3; vgl. NARTEN 284.
Ersetzt *-ѕъріје-, s. Anm. 5.
Im Ae. nach dem Prät. regularisiert.
Danach Kausativ ni-x'ab-d-aiia-, das eine Parallele in sna-ö-aiia- hat, vgl. KELLENS, Verbe
155, 163; KÜMMEL, Perfekt 627.
1.*suer- ‘tönen’ IEW 1049-50
Präsens *suer-e- ved. svärati “tönt, rauscht’
Aorist *suërlsuér-s- ved. й... ásvar ‘ist hingerauscht’
Iterativ ?*suor-éie- an. (+) sverja ‘schwören’!
(M.K.)
! Starkes Verb, im Got. sekundär einfach thematisch swaran ohne j; Bedeutung wohl urspr.
‘sprechen’ < ‘tönen’, vgl. ап. (and-)svar n., ae. and-swaruf. ‘Antwort’. Das ved. Kaus.
svaráya- (AV+) ist dagegen Neubildung. Vgl. jetzt FORSSMAN, FS SEEBOLD 77-91.
2.*swer-' ‘schmerzen, schwären’ IEW 1050
Präsens ?*suer-e- ahd. (+) sweran ‘schmerzen, schwären’
(M. K.)
|! Мр]. av. vara- “Wunde, Verletzung’ < *suér-o- n., das gegen BARTHOLOMAE nicht m. sein.
?*suerbh-! tabwischen, abreiben’ IEW 1050-1
Präsens ?*suerb"-e- got. (+) -swairban “abwischen’
(M.K.)
Vgl. wohl gr. oupperög “Kehricht’, sonst nur germ., vgl. SEEBOLD 494-5.
?*suergh-! "krank sein; sich sorgen" ПЕМ 1051]
Präsens *suérgh-e- lit. sergù, (sirgti) ‘krank sein’
614
Desider. ?*suérg"/surg"-s- ?[ved. (YV) má sürksata ‘sorgt euch nicht"
Essiv *surg"-hjle- [ahd. (+) sorgen ‘sich sorgen, besorgt sein’
(M. K.)
Zu *su vgl. ved. Gr und ahd. fränk. sworga ‘Sorge’, im Lit. kann sekundärer Verlust von Zu
vorliegen, vgl. z.B. sesuð ‘Schwester’ < uridg. *suésor-, šēšuras ‘Schwiegervater’ < *sueku-
ro-. Alb. dergjet ‘liegt darnieder’ etc. gehört zu *derHəh-, s.d.
Vgl. air. serg m., toch.A särk ‘Krankheit’.
Mit irregulärem är < *ur, thematisiert. Desider.-Bedeutung verblaßt; die v.l. särksya- kann
sekundär sein, andernfalls wäre Umbildung zum je-Präsens anzunehmen.
615
* t-
"teg. “ordnen, anordnen, aufstellen’ [IEW 1055]
Präsens ?*tag-ié- Ier. тосоо, att. тбтто ‘stelle auf, ordne’?
Desider. ?*tág/tag-s- ?[ap. ham-ataxšatā “bemühte sich um Ordnung”?
[gr. табо "werde aufstellen, ordnen’
Neubildungen: s-Aorist рг. Erada ‘stellte auf, ordnete’
(M.K.)
Zum Wurzelansatz vgl. gr. тут} f. “Ordnung; Befehl’, parth. /ragma-/ ‘Befehl’ іп rgmdr “Be-
fehlshaber’ (vgl. FEAR, FS SCHMITT-BRANDT 22-3) und toch.B ras ‘Anführer’, A РІ. rassi <
*rag-iu- (vgl. ADAMS, ОТВ 287-8). Weniger sicher ist aus semantischen Gründen lit. tog- <
*räg- in pa-togüs ‘bequem, gefügig’, surögri ‘heiraten’, aus lautlichen Gründen (Dehnstufe?)
gr. thessal. т@уб ‘Anführer’, das innergr. nicht direkt mit dem Verbum zusammenhängt
(Fremdwort? vgl. FRISK П 845-6 mit Lit.).
Analogisch nach dem Aorist für * тб.
Vgl. FEAR, l.c. 17-23; jedoch besser als sa-Präs. — Desider. zu interpretieren (kaum sekundä-
re ruki-Wirkung bei altem ske-Präs. *taxsa-).
"teg. ‘schwören’ [IEW 1055]
Präsens *t-ne/n-g- [air. -toing ‘schwört’; kymr. twng “schwört”
Neubildungen: Perfekt Iphryg. eti- terixuievog ‘verflucht””
air. -thethaig “schwor’
(M. K.)
1 Vgl. air. Verbalnomen -tech = korn. ty ‘Eid’ < *reg-o-; пиг kelt. und viell. phryg. (s.u.). Ver-
bindung mit *reh,g- ‘berühren’ wäre semantisch passend (vgl. *hjemh;- “anpacken; schwö-
ren’), ist aber lautlich schwierig.
< *tonge-, der o-Vokalismus muß sekundär sein, viell. nach einem Kaus.-It. (VENDRYES
T-108). Ein Stamm tong- auch in gall. (Futur?) roncsilont-1o (Chamalieres) ‘die schwören’.
Hierher als Ptz. Perf. nach MARSTRANDER, NTS 2 (19) 290-305. Auch -rerovkuievovv mit
analog. R(o), ibid. 298'.
616
1. *teh>- ‘stehlen’ IEW 1010
Präsens *W(h>-ie-2 heth. räyezzi ‘stiehlt?
[ved. (АУ) stāyát ‘heimlich’
alat. пе... tātōd CIL I? 4 ‘soll nicht stehlen”
M.K.)
! Im Ved. teilweise mit — wohl sekundärem - s mobile, vgl. Rıx, MSS 46 (1985) 217°. Eine
erweiterte Wurzelform *reh;(i)- in ved. stená- m. ‘Dieb’ (mit sekundärem s mobile); auch das
ie-Präsens könnte damit in Zusammenhang stehen. Die unerweiterte Wurzel z.B. in air. táid,
aksl. tate < *téh;-ti- m. ‘Dieb’ und gr. тутт f. ‘Mangel’.
Nach RIX, Le 205-6 auch von Nominalbildungen weiterer Sprachen vorausgesetzt: vgl. ved.
tāyú-, av. täiiu- m. ‘Dieb’, lyd. teju- ‘Räuber’, gr. emie ‘vergeblich’; av. tëiia- n. ‘Dieb-
stahl’, aksl. Adv. ta ji ‘verborgen’ mit Denom. ѓајо, tajiti “verheimlichen’.
Vgl. OETTINGER 396-7.
Wohl adverbieller Akk. Sg. n. zu einem Ptz. *(s)táyant-, s. RIX, l.c. 205.
Vgl. Rıx, Le 193-220. Möglich wäre auch Lesung stātōd, in diesem Fall läge Homonymie
mit stä- ‘stehen’ vor.
2.*teh;-' ‘tauen, schmelzen’ IEW 1053
Präsens *r-ne/n-hz- arm. “апат ‘benetze, tauche etw. ein”?
*téh,-ie- oss. taj- ‘tauen, schmelzen’
aksl. (+) tajọ, (tajati) ‘schmelzen, tauen’
?*téh-d"e- kymr. tawdd ‘schmilzt’’
(M.K)
Daneben die Erweiterung *teh>K-, s.d. Oft werden hier unter Annahme einer „langdiphthongi-
schen“ Wurzel auch Bildungen von einer R(z) *tř- angeschlossen, die aber wohl eher zu
*reih,- ‘heiß werden’ gehören, s.d.
Vgl. KLINGENSCHMITT 112, dazu neuer с-Аогіѕї t'ac'i, s. KLINGENSCHMITT 285.
Verbalnomen toddi, bret. teuzi. Brit. *ô kann hier nicht auf *í zurückgehen, das intervokalisch
geschwunden wäre.
*feh,ß-' “berühren, fassen’ IEW 1054
Aorist ?%1^,0-/1150- — ?[alat. Коп). tagam, at-tigäs”
*re-th,'-e- gr. rerayov “Ғаѕѕепа’
Nat. tetigi ‘berührte””
(got. taitok ‘berührte’”*, [ап. tók ‘nahm’”
617
Pràsens ?*/Éh>@'-/táhy 9-5 [got. tekan “berühren’’
[toch. B cesäm, Зр ceken- ‘berühren’?
Zb, véi Паг. гапво, -ere ‘berühren’?
Neubildungen: s-Aorist toch.B teksa ‘berührte’
R(z)-e-Präs. an. raka 'nehmen’!”
(M.K.)
Zum Wurzelansatz vgl. PETERS, Sprache 23 (1977) 68.
Viell. Reliktformen des (thematisierten?) Wurzelaorists; oder im Kompositum aus dem re-
dupl. Aorist mit analogisch rückgebildetem Simplex, s. MEISER, Habil. $136, 8181, $278.
Oder ital. neugebildetes Resultativperfekt, vgl. MEISER, Habil. $266, $278.
Mit erneuertem Ablaut *rerök-/tetk- für *tetk- < *dedg-, assimiliert aus *re-dg- < *te-tg- <
*re-th>8'-, s. MOTTAUSCH, HS 106 (1993) 157-8.
Mit Reduplikationsverlust, schwacher Stamm *rerk- wurde aus phonotaktischen Gründen ver-
mieden, s. MOTTAUSCH, l.c., 159-60.
Vgl. MOTTAUSCH, Le 154-5.
Anlautkonsonant (7° für TP°) analogisch nach dem reduplizierten Aor./Prät., ibid. 158.
Thematisiert aus cek- < *1&h3'-, der Ablaut des Konj. tekäm : Opt. taśi ist demgegenüber ana-
logisch geneuert, s. MOTTAUSCH, Le, 156-7.
Neubildung nach MOTTAUSCH, l.c., 155-6.
Zum Prät. tók rückgebildet für älteres *raka, MOTTAUSCH, l.c., 158-9.
Irtehzk-' ‘schmelzen (intr.)’ IEW 1053
Präsens *reöh>k-e- gr. тўкоцоп ‘(zer)schmelze’”
Perfekt *te-töhskithzk- — [gr. тётпко ‘bin zerschmolzen’’
Neubildungen: s-Aorist gr. ётпёє ‘schmolz, löste auf’
Fientiv gr. (nachhom.) токту ‘(zer)schmolz’
(M.K.)
Nur gr., wohl Erweiterung von 2.*tehz-; Kä möglicherweise urspr. suffixal (verselbständigter
k-Aorist, der durch Fientiv &rax ersetzt wurde?).
Dazu faktitives Aktiv тк@ ‘schmelze, löse auf.
Mit dem regulären Ersatz von R(o) durch R(e) im Perf. von Wurzeln mit *eh;.
*feih,-' ‘heiß werden” [IEW 1053-4]
Präsens *reih,- Stat. heth. zēari ‘ist gar, kocht”?
618
?*ti-né/n-hj- ?[heth. zinnizzi ‘beendet, macht fertig**
air. tinaid “schmilzt, verschwindet”
ae. dinan ‘befeuchten; feucht werden"?
(M. K.)
Vgl. lat. titió m. “brennendes Scheit’, gr. Teo “Tagesgöttin’; für *h, spricht die them. Flexion
des Nasalpräsens im Heth.
Im Anatol. auf ‘kochen, gar werden’ eingeschränkt, im Kelt. und Germ. wohl urspr. von Eis
“warm werden’ — ‘schmelzen’, woraus dann auch ‘feucht werden’.
z < *t lautgesetzlich vor *ë < *ei, vgl. MELCHERT, AHP 118?
Vgl. OETTINGER 150-1, 311-3; -nn- aus *nh,, OETTINGER, Koll. Kopenhagen 324%; Bedeu-
tung aus ‘kochen, gar machen’ — ‘fertig machen’; wird auch als *si-ne/n-h,- aufgefaßt und
mit lat. sinere (wenn zu 1.*seh,(i)- und nicht zu *rkei-, s.d.) verglichen. š
Wegen der schlechten Beleglage ist die urspr. Flexion (stark oder schwach?) nicht sicher zu
ermitteln.
Mit analogischer R(e) *bi- aus *bina- — *tinh,-, dazu Kausativneubildung б@лап ‘befeuch-
ten’; vgl. auch ап. bíór ‘geschmolzen, getaut’ < *rih,-tö-.
Sek ‘zeugen, gebären’ IEW 1057
Aorist *ték-ltek- [gr. ётєкоу, - óunv ‘gebar, erzeugte; brachte hervor’
Präsens *ti-tk-e- gr. тїкт©, -ouaı ‘gebäre, erzeuge; bringe hervor’
Perfekt *re-tökltk- gr. (Hes.+) тётокє “hat Junge bekommen’
Desider. ?rreklt.k-s- gr. Fut. rE&w, meist r&fouaı “werde erzeugen’
Neubildungen:
s-Aorist
gr. ëreëo ‘gebar, erzeugte; brachte hervor’?
(R. L.)
Verbal nur noch gr. Daraus paradigmatisch ausgegliedert voruridg. redupl. Aor. **te-tk- ter-
minativ ‘er-zeugen’ — ‘(handwerklich) herstellen, produzieren’ — Reanalyse (infolge se-
mant. Sonderentwicklung): uridg. Wurzelaor. *tétk- (s. *tetk-).
Erst spätgr. produktiv.
1.*tek- ‘die Hand ausstrecken, empfangen, erlangen’! IEW 1057-8
Aorist ?*ték-Itek- it. Inf. tèkti? “sich erstrecken, reichen,
ausreichen; zuteil werden"?
Präsens *tek-ié-* an. þiggja, ae. ðicgan st. “empfangen, nehmen’”
Perfekt *te-tókltk- an. þá, ае. ðah “empfing, nahm’®
Iterativ ?*rok-eie- ае. d-öecgan ‘empfangen’
619
Neubildungen: Nasalpräs.’ lit. rent, (tekti) ‘sich erstrecken, reichen, ausreichen; zuteil
werden’?
ukr. tjáknuty ‘berühren’
(R. L.)
Etymologisch wahrscheinlich zugehörig, jedoch als Denominativverben zu klassifizieren sind
1. air. techtaim ‘habe, besitze’ < *rektä-ie- zu *tek-tā ‘das Empfangene, die Habe’, ІЕМ 1058
(nach VENDRYES T-41-2 jedoch Derivat von techt f. ‘act of going’ < *tig-tā zu *steig"), 2. gr.
ктаонол ‘erwerbe’ < *rkä-ie- < *rk-eh,-ie- zum Verbalnomen *rk-Eh,- ‘Erlangen (von Gü-
tern), Erwerbung’ (Typ gr. guyñ); wie im Gr. bei Denominativa üblich, entstand durch Abzug
des Präsenssuffixes *-ie- die den übrigen Primärstäimmen sowie Verbalnomina zugrunde lie-
gende Verbalbasis *rka- > «rn-, aus lautlichen und innerparadigmatischen Gründen ist gr.
ктаонол, Aor. EKtnodumv zu trennen von iir. *kSaia- “beaufsichtigen, herrschen’ < voruriir.
*hzk#s-Eie-, Aor. *kS-a- (> av. x$a-) < voruriir. Wurzelaor. *hzek*s-Ihzk"s- (als Wurzel ver-
selbständigtes Desiderativ von *h;ek“- ‘sehen’, s.d.), s. dazu WÜST, Altpers. Stud. 83-4, 80-1
und vgl. MAYRHOFER, Lautlehre 157 und Anm. 257 mit Lu: lautliche und morphologische
Gesamtanalyse bei LIPP 4.8.9.1.-3.
Reflex des Wurzelaor. in balt. und slav. Infinitiven unsicher, da die entsprechenden Formen
im Gegensatz zu denjenigen Infinitiven, die von einem durch ein Suffix charakterisierten Ver-
balstamm abgeleitet sind (z.B. lit. mine-ti, aksl. тьпё- vom zu 1.*men- gehörigen Fientiv
*mn-Eh,-), auch ältere Verbalnomina, die direkt von der Wurzel gebildet sind, fortsetzen kön-
nen.
Mit der intr. Bdtg. des im Lit. zugehörigen Nasalpräs. tenkà, s.u.
Vom Wurzelaor. *rek-/t,k- derivierte Präsensbildung.
Dazu mit sekundärer Flexion als sw. Verb as. fhiggian ‘annehmen, bekommen, flehen’, ahd.
diggen ‘erflehen’, vgl. SEEBOLD 510.
€ Alte Perfektbildung, jedoch im Germ. neben der Kontinuante des je-Präs. sekundär zum Prät.
umfunktionalisiert.
Nach geläufigem Muster analog hinzugebildet zu dem in einer Vorstufe des Balt. noch vor-
handenen Wurzelaorist (eventuell reflektiert vom lit. Inf. rekti, 5.0.).
Nasal-Infix-Präsens im Balt. mit funktionell intr. Bdtg.
2.*tek- ‘weben, flechten’ IEW 1058
Präsens *rek-e- arm. t'ek'em ‘drehe, flechte, wickle’
Desider. *ték/tek-s-' [heth. 3s rakkeszi, 3p taksanzi ‘unternehmen,
vereinbaren, bereiten’?
?[ap. ham-ataxšatā ‘bemühte sich, strebte,
kooperierte””
?[arm. hiwsem ‘flechte’*
[lat. гехо, ere ‘weben, flechten, zusammenfügen,
bauen’
[mhd. dehsen ‘Flachs schwingen, Flachs brechen”
(R. L.)
620
Funktionell erstarrt zum Wurzelpräs. *téks-/t¿ks- (nach-uridg. thematisiert *téks-e-); die im
Heth. und Ap. vorliegende übertragene Bedeutung ‘unternehmen’ bzw. ‘streben’ könnte sich
direkt aus der ursprünglichen funktionellen Desiderativbedeutung ‘weben wollen, flechten
wollen’ entwickelt haben.
Mit anaptyktischem е bei konsonantisch anlautenden Endungen. s. OETTINGER 217-9; mit
auffälligem Wurzelvokal a, nach OETTINGER ibid. mit € > 4 vor Konsonantengruppe, doch
gilt diese Regel im Anatol. nur vor der Folge Resonant + Konsonant; heth. taks- beruht somit
wohl auf dem schwachen Stamm *r,ks- (vgl. lautlich den zu heth. /degan/ ‘Erde’ gehörigen
Gen. /dagnäs/ < *dh 8hm-ós), der paradigmatisch verallgemeinert wurde, vgl. den Ausgleich
*k“éls-/k"]s- “furchen’ — anatol. *k“/s- > heth. kuls- “einritzen’; im Gegensatz zu den übrigen
einzelsprachlichen Entsprechungen ist in heth. taks- die athem. Flexion des zugrunde lie-
genden Desiderativparadigmas bewahrt; s. LIPP 4.8.2.2. am Ende.
Alternative Herleitungen: -
1. Rückführung auf das zu *rek*- ‘laufen, fließen’ gehörige Desiderativ *rek*-s- ‘laufen wol-
len’ > ‘sich beeilen, streben nach’;
2. Kontamination von vor-ap. *ra$- ‘zimmern, bilden’ (vielleicht in ap. us-ta$-ana ‘Treppen-
aufgang’) = av. taš- (= ved. taks-, s. *tetk-) und vor-ap. *Ouaxs- < *tuaks- “eifrig sein,
streben’ = av. Вахё (= ved. tvaks-, s. 2.*teuk-), KENT 185-6 und vgl. MAYRHOFER, FS MOR-
GENSTIERNE 141-2 mit Lit.
3. Zu *rag-, s.d.
Arm. hiwse- ‘flechten’ wird von WINTER, Sprache 29 (1983) 180-1 als von arm. hiwsn ‘Zim-
mermann’ (mit fraglicher Herleitung aus *гегЁ-оп- zu *rerk- ‘erzeugen, herstellen’) unabhän-
gig betrachtet und zusammen mit lat. texere ‘weben, flechten’ aus idg. *reks-e- hergeleitet.
Gem. KLINGENSCHMITT 133-4 läßt sich arm. hiwse- ‘(das Haar) flechten’ jedoch auf einen
Präsensstamm *pi-pk-e- von 1.*pek- ‘rupfen, zausen’ zurückführen.
5 < *behs-a-.
*tek”- ‘laufen, fließen’ IEW 1059-60
Präsens *rek#-/t.k#- [heth. wa-rkuzzi “(ent)springt’'
ved. takti ‘schießt dahin’?
jav. -tacinti ‘fließen, laufen”?
[air. -teich ‘flieht’
[lit. tekù, (tekėti) “laufen, fließen’
[aksl. (+) tekọ, (tešti) ‘laufen, fließen’
[alb. n-djek ‘verfolgt’
Aorist *ték"/ték!-s- aksl. tëchs ‘lief
Kaus.-It. *tok“-é ie- jav. tācaiieiti ‘läßt fließen’
aksl. (+) točọ, točiti “fließen lassen’
alb. v-des ‘stirbt?’
Desider. *rék“/tek”-s- air. 15 Konj. no-tes ‘würde fliehen’?
kymr. Präs. tech- “fliehen”
621
*ti-tk”-sé- jav. tixšənti “wünschen zu laufen*!%
Е É 1
air. Is Fut. tess ‘werde fliehen’'
Neubildungen: Perfekt jav. Ptz. fem. -tat.kuši- ‘geflossen’!?
vo м с л b ш м
©
[air. táich ‘floh’
(M.K.)
Stamm /wark*-/ mit durchgeführter R(z), mit Präverb *ио- urspr. “weg-laufen’; vgl. OETTIN-
GER 237 mit Lit.
Nur RV und thematisiertes Ptz. fakanti- AVP.
Teilweise thematisiert ѓаса-, vgl. KELLENS, Verbe 87".
35 teka, thematisch wie im Air. und Slav., kein altes #/i-Verb.
< *en-tek"-e-.
Neubildung möglich, doch spricht nichts gegen uridg. Alter.
Wohl Iterativ *au-rok*-eie-ti ‘geht weg’, vgl. HULD 125.
Vgl. МССОМЕ 99 (aus Konj. s-Aorist).
<-- “entlaufen wollen’; *rexs- als Wurzel abstrahiert.
Vgl. HOFFMANN bei MAYRHOFER, FS MORGENSTIERNE 143; KELLENS, Verbe 198 mit Anm.
3; mit regulärer Vereinfachung *ti-tkš- > *ti-kš-.
Vgl. МССОМЕ 173-4, *titk“se- > *tik“se- wie im Iran.
Nur im Kompositum a-fra-tat.kuSi-‘ohne vorwärts zu fließen’, vgl. BARTHOLOMAE 100;
KÜMMEL, Perfekt 638.
*telH-' ‘still werden’ IEW 1061-2
Kaus.-It. *tolH-éie- air. -tuili ‘schläft
aksl. (+) u-toljọ, -toliti ‘beruhigen’
Fientiv ?*t]H-éh,/h;- [aksl. (+) tolëjo, tolëti ‘modern, vergehen’?
Essiv ?*t]H-hié- [lit. гуй, (tylëti) “schweigen”
Neubildungen: n-Infix-Präs. lit. tila, (tìlti) “verstummen’
M.K.)
Nach VENDRYES T-170 gehört die gesamte Wurzel zu *relh,- ‘aufheben’, doch ist dies se-
mantisch unsicher.
Daneben faktitiv tol jọ, tèliti ‘verderben’, mit analogischer R(z) statt der im Kompositum be-
wahrten К(о)?
Mit sekundärer Dehnung des Wurzelvokals.
622
*telhz-" ‘aufheben, auf sich nehmen’ IEW 1060-1
Aorist *rélh,-/t]h;- [gr. ётАту, dor. #тА@у “егігир; wagte’;
[#т@Асссе “wagte”
[alat. Konj. abs-tulas, at-tulat'
[umbr. Fut. ex. en-telust ‘wird hineingetan ha-
ben’*
?toch.B 15 /t]lava *??
Präsens *t}-neln-h;- [gr. &vaæ- тёАА@ ‘lasse aufgehen, bringe hervor’,
- тёААдиоа ‘gehe auf, sprieße”®
[arm. “оѓоит ‘erlaube, lasse 2и?” i
[lat. 10llö, -ere ‘aufheben, wegtragen’’””
[umbr. en-tentu ‘soll hineintun’®
[air. tlenaid “trägt weg, stiehlt’?
[toch.B tallam ‘erhebt, erträgt’"”
Perfekt *re-tölhzftlhz- gr. rerAauev “wir ertragen, dulden"
[venet. toler “brachte dar (?)’ =
alat. reruli, lat. tulī тир’?
air. *ro-thiuil “hat weggenommen’ '*
Kaus.-It. ?*rolhz-eie- venet. tolar ‘bringt dar (?)'!°
Essiv ?* tlh -h,ié- got. (+) bulan ‘ertragen, dulden" (8
(B. S.,M. K.)
Zum Sitz des Vollstufenvokals vgl. gr. reAauov m. “Tragriemen’ und die umbr. R(e) tel-; gr.
*tlā- setzt die R(z) fort, ebenso dürfte im Kelt. (s. MCCone 19-20) die alte R(e) *rela- früh
durch *r/a- verdrängt worden sein.
Mit generalisierter R(z) *rla- < *t/h,-, das alte Ptz. *r/h,-Ent- noch in t@Aavren. Pl. ‘Waage’,
vgl. HARDARSON 183-4.
Aus *tala- < *tÍh;- umgebildet, daneben mit R(e) тоссо Hsch., vgl. HARDARSON 162-3;
170; 183.
Zur Entstehung dieser Formen vgl. HARDARSON 46°"; MEISER, Habil. $78, 882.
Setzt Stamm żel- mit durchgeführter R(e) voraus (M. K.).
MQ-Schreibung für *rlawa, unsicherer Beleg in Fragment 584 (Berlin). Stamm *rala- <
*telhz-.
< *telne-, für *talne- — *t]nh;- mit R(e) vom Aorist *reAe- (R. L.); zur Thematisierung der
Nasalpräsentien von Wurzeln auf *h, vgl. x&uvo(s. *kemhz-).
*rol-nu- mit analogischer Riol nach dem Perf.-Stamm und Suffixersatz -nu- für *-nhz-, dazu
neugebildet Aor. f‘otfe)-, vgl. KLINGENSCHMITT 243-4.
Vgl. Rıx, GS KURYLOWICZ, 403.
*en-telne-töd mit R(e) nach dem Аог., vgl. MEISER, Lautg. 164-6.
Mit *rli-n° für lautgesetzliches fral-n° nach der R(z) *rla, die im Kelt. auch als R(e)
fungierte; vgl. МССОМЕ 18-21.
< urtoch. *ralna- < *t|-n-ə>-.
623
Schwacher Stamm etla- mit analogischer Kürze, Länge erhalten im Ptz. тєгА 0с; im Sg. k-
Perf. rerAnka.
Wenn Prät. < *role + zc *te-tolh;-e mit Reduplikationsverlust; vgl. LEJEUNE, Manuel de la
langue vénète, Heidelberg 1974, 81-2.
13 Vgl. MEISER, Habil. 8280.
14 Vgl. THURNEYSEN, ZCPh 20 (1936) 212; KLINGENSCHMITT 243.
Falls mit lat. @-Verben wie domäre < *domhz-E ie- zu vergleichen, s. LEJEUNE, l.c. 82. Bestim-
mung als Präs. unsicher.
Vgl. HARDARSON 184; oder Umbildung des Perf. bzw. eines daraus entstandenen Prät.-Präs.
* ball-/bul-?
Prtelk-' ‘schlagen’ IEW 1062
Aorist ?rrelk-Itlk- [aksl. sv-tloče ‘zerschlugst”
Präsens ?*/k-é- aksl. (+) t/oko, (tlěšti) ‘klopfen, stoßen, schlagen”?
(M. K.)
Nur slav. und wohl noch in kymr. talch ‘Bruchstück’. Lit. tìlkti usw. gehört nicht hierher, s.
FRAENKEL 1093-4.
Thematisiert, außerhalb der 25, 3s suppl. neuer s-Aorist tlöchv.
Wahrscheinlich eher Neubildung zum Aorist.
*telp-' ‘Raum schaffen’ IEW 1062
Präsens *télp-e- ?[air. -tella ‘gibt Raum, ermöglicht”?
lit. ге/рӣ, (tilpti) "Raum finden, Raum haben’
Neubildungen: Perfekt ?toch.B Inf. talptsi “reinigen”
Fientiv toch.B Kon). V rälpa- in Ger. tälpalle ‘Reinigungsmittel’
ske-Präs. toch.B Ptz. talpässenca ‘fließen lassend’
(M. K)
Vgl. auch ved. tálpa- m. ‘Lager, Bett, Ruhesitz’, EW Aia I 637-8.
Daneben auch -talla und analogisch deuteroton do.alla, so nach THURNEYSEN, GOI 55, 95,
vgl. VENDRYES D-119; sekundäre Umbildung zum 4-Stamm oder denominal?
Setzt wohl einen Konj. | *relp-/*talp- voraus, vgl. ADAMS, ОТВ 297. Die toch. Bedeutung
wohl aus ‘aufräumen, leer machen’.
624
*fem-' ‘erreichen’ IEW —
Aorist ?*tém/tm- ?[toch.A Med. tamät ‘wurde geboren”?
*té-tm-e- gr. ep. čtete ‘traf an, erreichte’
Präsens *rem-e- gr. zéugu Il. 13,707 “erreicht”
?[toch. Konj. Bcmetär, A cmatär
“wird geboren werden"?
Neubildungen: Nasalpräs. toch.B tanmässäm, A tämnäs “erzeugt”
(M.K.)
Viell. darf toch.B /tam-/, A täm- ‘erzeugen’, Med. ‘geboren werden’ an das bisher isolierte рг.
Verb angeschlossen werden, unter Annahme einer Bedeutungsentwicklung ‘erreichen’ —
‘zustande bringen’ — ‘erzeugen’, oder intr. (> toch. Med.) ‘geboren werden’ — ‘kommen’
(vgl. jetzt auch ADAMS, ОТВ 293). Anschluß an *remh;,- ‘schneiden’ ist wegen des Anit-Cha-
rakters der toch. Wurzel problematisch.
< *tæm-tæ < *tom-to <— *tm-to, in Toch.B reguläre Umbildung zum s(a)-Prät. remtsate.
Toch. Bedeutung urspr. Aktiv ‘erzeugen’, dazu passivisches Medium ‘erzeugt werden’ —
‘geboren werden’ oder umgekehrt; vgl. WINTER, IF 67 [1962] 27.
Vgl. CHANTRAINE, Gramm. Нот. I 309.
Wegen der Palatalisierung des Anlauts, die nicht analogisch erklärbar ist, muß der toch. Konj.
auf eine Bildung mit R(e) zurückgehen, viell. direkt auf den Konj. *rem-&-. Vgl. Anm. 15 zu
*Senh,- und ADAMS, ОТВ 293, der toch. сәт- alë- ansetzt.
< *tam-nask°, Neubildung zum Konj.?; іп A als Aktiv des Grundverbs, in В wohl sekundär
als Kausativ eingeordnet. Dazu Medium В rfänmastär; А tämnästär ‘wird geboren’.
*temH-' "ermatten, ohnmächtig werden’ IEW 1063
Aorist *remH-ItmH- ved. Konj. tamat unpers. ‘soll (mich) erschöpfen””
Präsens ?*rmH-ie- ved. (KS) tamyati “ermattet””
Kausativ ?*romH-eie- ved. (KS) гатауаіі “erstickt jmdn. ”?
ак]. (+) tomljọ, tomiti ‘quälen’
Neubildungen: Perfekt ved. (Br.) tatāma ‘wurde ohnmächtig’
(M. K.)
Nach EW Aia I 626 identisch mit (2.)*remH- ‘finster sein’ in ved. támas- n. ‘Finsternis’ u.a.
(IEW 1063-4), von dieser Wurzel verbal nur neugebildetes lit. remsta, témti ‘dunkel werden’
und Denominativa (z.B. lat. femeräre “entweihen’).
RV 2,30,7; scheinbar faktitiv, doch vgl. DELBRÜCK, Ai. Synt. 5; als thematischer Inj. Aorist
in TB 3,7,2,7 persönlich und fientiv, s. HOFFMANN, Inj. 240.
Innerved. Neubildung möglich.
*temh;-' ‘schneiden’
Aorist *remh,-Itmh,-
Präsens *rm-ne/n-h;-
Desider. ?*remh,ltmh;-s-
Neubildungen: Perfekt
Vgl. gr. VAdj. zunrög usw.
625
IEW 1062-3
[gr. Erazuov, att. &euov ‘schnitt’?
[gr. téu vo, att. тёшио "schneide"
[lat. temno, -ere “verachten, verschmähen’®
mir. tamnaid “schneidet”
lit. tina, (tinti) “dengeln”
Эагиѕѕ. (+) tonu, (tjati) ‘schlagen’!
gr. Fut. teuéw trepó ‘werde schneiden’
gr. TEzunran ‘ist geschnitten’
(M.K.)
Aus verschiedenen Stammalternanten des Wurzelaorists entwickelt: tepe- aus R(e) *remh;-
und sekundär akzentuierter К(2) *trñh;-, zoue aus 3р *tam-on < *tm(h,)-ont < *tmh,-Ent, vgl.
HARBARSON 157-8, 160-1, 166.
Thematisiert aus *tamne- < *tmnh,-, vgl. HARDARSON 161 ; im Att. mit e nach dem Aorist.
Mit R(e) nach dem Aorist, anders КІХ, GS KURYŁOWICZ 404; Bedeutung wohl aus ‘die
Haare/Ehre abschneiden’.
Schwaches Verb, viell. Denominativ, vgl. JOSEPH, Eriu 33 (1982) 36-7.
Mit *timn- > *tin- im Bsl. Die semantische Anknüpfung ist erklärungsbedürftig, viell. urspr.
‘durch Schlagen abschneiden’ — ‘schlagen’; oder faktitiv ‘schneiden machen’ — ‘dengeln’
(— ‘schlagen’)?
70
1:
H
*temk-' ‘fest werden, gerinnen’ IEW 1068
Präsens *tm-né/n-k- [heth. tamekzi (Stamm tamenk-) ‘anheften,
anschmiegen’?
ved. (YV) ä-tanakti ‘läßt gerinnen’
[air. -téici “gerinnt””
Perfekt ?*te-tömk/tmk- ае. Prät. Pl. öungon ‘gediehen””
Kausativ *romk-eie- air. *-tuici ‘bestimmt’;
mkymr. tyngh- ‘bestimmen’
as. d-thengian “ausführen, vollenden’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. got. (+) beihan ‘gedeihen’
M.K.)
626
*m nur im Heth. erhalten, sonst an folgendes *k assimiliert; vgl. noch mir. techt ‘geronnen’,
ап. (+) pettr ‘dicht’ usw., lit. tánkus ‘dicht, häufig’.
= ‘befestigen’ < ‘fest machen’; vgl. OETTINGER 144-6.
Aus *rnnk- > *tan(n)k-, sekundär in die schwache i-Flexion übergegangen (zur Erklärung vgl.
МССОМЕ, FS WATKINS 469-70, 474-5). Nach MCCone 78 hierher Konj. (?) keltib. -tiseri <
*ixseti < *tenk-se-ti, doch s. *ateigt-.
Sg. даһ < *baih mit Übergang in die 1. Ablautreihe analogisch nach Präs. *pihan > ae. öeon,
in den übrigen germ. Sprachen auch im РІ.
5 Vorausgesetzt von Kon). -thoicther, Perf. Pass. -thocad, s. SCHUMACHER, Ériu 46 (1995) 50.
6 < festmachen’, vgl. SCHUMACHER, l.c. 49-57.
7 < *pinh-a-.
*temp-' ‘spannen, dehnen’ IEW 1064-5
Präsens *témp-e- [lit. tempiù, (tempti) ‘spannen, dehnen’
toch.B campäm, A cämpäs ‘kann, ist in der Lage")
Aorist *römpltemp-S- [toch.A campär ‘konnten’
(M. K)
Durch Nominalbildungen auch für das Ital., Germ. und Slav. bezeugt. Unsicher dagegen An-
schluß von np. tāb- ‘drehen, spinnen’, das sekundäres Kausativ zu einem *tapa- < *tmpe-
sein müBte.
Anschluß nach PEDERSEN, Toch. 162'; wohl urspr. ‘(die Kräfte) anspannen’ — ‘stark sein’
— ‘können’, vgl. ANREITER, Bemerkungen zu den Reflexen indogermanischer Dentale im
Tocharischen, Innsbruck 1984, 78.
*ten-' ‘sich spannen, sich dehnen’? IEW 1065-6
Aorist *tén-ltn- ved. dron ‘hat gespannt, ausgebreitet’*
Präsens ?*ti-tén/tn- [gr. Tıtæívw ‘spanne, dehne aus”
*1п-пёи/пи- ved. tanóti “spannt, breitet aus’
jav. Opt. гапийа “möge ich fernhalten’®
gr. T@vvraı ‘spannt, streckt (eicht)
lat. tendö, ere “spannen, ausstrecken’?
[mkymr. tannu ‘spannen’?
Perfekt *te-tón/tn- ved. гаїйпа “ist ausgebreitet, dehnt sich aus;
hat gespannt, hat ausgebreitet’!
Эрг. тётотоа “ist ausgedehnt!
alat. retini ‘hielt’
627
Kaus.-It. *ron-eie- Ived. (AV) -ränayati “dehnt aus, streckt'!2
got. (+) uf-banjan "ausdehnen"
Essiv *n-hie- ?ved. Pass. täydte ‘wird gedehnt, wird gespannt’
[lat. tened, -ere ‘halten’;
[umbr. tenitu ‘soll halten’'*?
ahd. (+) donen ‘hingestreckt sein’
Neubildungen: s-Aorist ved. dtän ‘hat gespannt’'*
gr. terva ‘spannte, dehnte aus’
R(z)-e-Präs. lett. tinu, (tr) ‘flechten, winden, wickeln’!?
R(e)-ie-Präs. gr. teívw ‘spanne, dehne aus’
alb. n-den ‘breitet aus, spannt aus’!
M.K.)
Meist Anit-Wurzel; eine Set-Variante scheint jedoch der balt. Akut vorauszusetzen (doch s.u.
Anm. 15).
Das teilweise intr. ved. Perfekt spricht für diesen Ansatz und wäre bei Annahme einer Grund-
bedeutung ‘etwas spannen’ kaum zu erklären. Die faktitive Bedeutung ‘spannen, dehnen’
kann überall aus dem Nasalpräsens übernommen sein.
Ptz. dazu in рг. rEvov m. ‘Sehne’, FRISK II 864? Zu der von BERGIN, Eriu 12 (1938) $21 als
*ten-ti hierher gestellten 35 air. réit s. *steig"-.
Im Medium auch ‘sich ausdehnen’, Bedeutung des Aktivs vom Nasalpräs. Früh auch themati-
sierte Formen wie atanat.
5 Weiterbildung von *titn- mit *-ie- oder gr. Neubildung?
6 Vgl. auch khot. ttanv- ‘to stretch’, s. BAILEY 122.
7 Aktiv nur thematisiert rævúw; zum Präsens sekundärer s-Aorist zzvúcoau.
® Wenn mit MEISER, Habil. 8279 als Substitut von *tnne- — *tnnéu- aufzufassen. Andernfalls
zu l.*rend-, s.d.
? Vgl. SCHULZE-THULIN §216.
10 Der transitive Gebrauch nach dem Präsens; vgl. KÜMMEL, Perfekt 208-11.
1! Alt nur Pass., also gr. Neubildung möglich.
H Nurzwei Belege, nach JAMISON 101 denom.
3 Falls das iir. Passiv aus Essiva auf *-h,ie- herzuleiten ist; vgl. RASMUSSEN, FS SZEMERENYI 2
III, 481; HARDARSON, FT Innsbruck $3.1.(5).
a Umbr. muß, lat. kann R(e) vorliegen, die vielleicht vom Grundverb übernommen ist.
ap Verdeutlichung des Wurzelaor., daraus dann Y V+ rarıs-/tams-, vgl. NARTEN 127.
13 Vgl. lit. гіѕги, tinti “schwellen’. Mit unklarem Akut, viell. in athematischen Formen des Nasal-
präsens durch Ersatzdehnung entstanden: *rrn- > *tinn- > *tin- > *tin- (H. К.).
6:2 *en-ten-ie-.
1.*tend-' “ermatten’”? IEW 1065-6
Präsens *rend-e- ved. tandate RV 1,138,1 ‘erlahmt’”?
Nat. tendö, ere ‘spannen, ausstrecken’”
628
Neubildungen: Perfekt at. гегепаї ‘spannte, streckte aus"?
(M. K.)
Erweiterung von *ren- als ‘sich (zu sehr) anspannen’?
Vgl. ved. á-tandra- ‘unermüdlich’, lit. dial. гапайѕ “faul, träge’, heth. randuki- ‘hinfällig’, s.
EWA1al623mitLit.
Vgl. бото 158-9; dazu 35 randrat RV 2,30,7, Augenblicksbildung nach ärandra-, s. HOFF-
MANN, Inj. 240; Сото 159.
Wenn nicht zu *ren-, s.d. Wenn hierher, wäre mit einem faktitiven Oppositionsaktiv zu rech-
nen, s. GOTÖ 159.
In jedem Falle (urital.?) Neubildung zum Präsens.
2.*tend-' “schneiden, spalten’ IEW 1063
Präsens *rn-ne/n-d- air. tenn- ‘schneiden, nagen”
*ёпа-е- рг. тёибо ‘benage’
Kaus.-It. *rond-eie- lat. fondeö, -ёге ‘scheren, schneiden’
Neubildungen: Perfekt lat. fotondi ‘scherte, schnitt”?
Di
mir. -tethainn ‘spaltete, brach’
(M.K.)
Gilt als Erweiterung von *remh,- ‘schneiden’, kann aber, da ohne *h,, höchstens eine parallele
Erweiterung *rem-d- neben *rem-h;- sein oder auf einem d-Präsens zu unerweitertem **rem-
beruhen.
Erst spät überliefert; < *ranne- — *tannd- < *tnnd- oder Ersatz eines them. *rende-, vgl.
MCCONE, FS WATKINS 472.
Wenn nicht aus einem redupl. Aor., vgl. MEISER, Habil. $182.
1.*teng--! ‘benetzen, anfeuchten’ IEW 1067
Präsens *reng'-e- gr. téyyw ‘benetze, befeuchte’
E = e „2
lat. tingð, -ere ‘benetzen, anfeuchten
Aorist *ténĝ’/ténĝ-s- gr. čtéyćaæ ‘benetzte, befeuchtete’
lat. finxi ‘benetzte, feuchtete an’
l
(М.К.)
Vgl. auch nicht primäres ahd. dunkön ‘tunken’.
Daneben auch ringuö mit gu z.B. nach unguð.
2.*tenp- ‘dünken,
Präsens *rn$'-ie-
Kausativ *ton@'-éle-
629
scheinen (unpers.)”' IEW 1088
got. (+) bugkjan “dünken, scheinen’
alat. fongere ‘wissen’?
got. (+) þagkjan ‘denken’, an. þekkja ‘verstehen,
kennen’
M.K.)
Grundbedeutung wohl ‘jmdm. in den Sinn kommen’; nur ital. und germ.
Nur Paul. Fest. 357M, wo für Enn. tongent bezeugt wird, dort auch pränestin. tongitionem
‘notionem’; vgl. osk. tangin- ‘sententia’ < *rang-iion-/-in- < *tn@-i-h;on-/-i-h;n- (R. L.);
urspr. ‘in den Sinn kommen lassen’ — ‘bedenken, erkennen’?
*tens-! ‘ziehen’
Präsens ?*téns-e-
Iterativ *tons-éie-
Neubildungen: Perfekt
Nachrgvedisch Aktiv.
Urspr. ‘in den Sinn kommen lassen’ — ‘nachdenken (über)’?
IEW 1068-9
got. (+) -ріпѕап ‘ziehen’
[lit. resin, (12501) ‘dehnen’
ved. tarısayethe ‘ihr beide zerrt”?
[lit. tasau, tasyti ‘zerren’
ved. fatasre ‘haben (hin- und her)gezogen”
got. (+) -bans ‘zog’
(M. K.)
Aus einem Desiderativ ‘dehnen wollen, spannen wollen’ von *ten- abstrahiert?
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 204-5; zur isolierten 2d Prät. dtatamsatam (Aorist?) ibid. 205.
1 .*tep- ‘warm sein, heiß sein’ IEW 1069-70
Präsens *rep-e-
?*t p-sk é-2
?*tep-ské-
Aorist ?*tépl/tép-s-
Kausativ *rop-eie-
ved. tápati ‘brennt, ist heiß; erhitzt’!
khot. Med. ttavāre ‘sind heiß’ "
jav. tafsat ‘wurde heiß’,
khot. ttaus- ‘heiß werden"
ved. (YV) atapsit ‘hat erwärmt”?
ved. (AV) tāpáyati ‘erhitzt; quält’
jav. tāpaiieiti ‘macht heiß’
russ. (+) topljú, topít' ‘heizen, schmelzen’*
630
Fientiv *tep-éh;- ?[alb. f-toh ‘kühlt, läßt abkühlen’”
Essiv *tep-hjié- аг. repeö, -ēre ‘warm sein’
6
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. ved. гаруше ‘wird heiß; leidet”
Perfekt ved. tatäpa ‘habe verbrannt?
(M.K.)
Urspr. wohl intr. ‘ist heiß’, daraus entwickelt ‘macht heiß’, vgl. Сото 159-60.
EMMERICK 38.
Iranische Inchoativneubildung möglich.
EMMERICK 40.
Vgl. NARTEN 128.
Dazu wohl auch aksl. (+) -topiti “eintauchen, ertränken’ mit neuem Inchoativum -tonopri ‘ein-
tauchen, ertrinken’, vgl. VASMER Ш 120-1.
Wohl präfigiert *v(ë)-t° > fr° “ent-wärmen’ = ‘kühlen’, sekundär erweitert mit *sk° > alb. h,
vgl. ОЕМІКАЈ 173-4. Dagegen nach OREL 105 mit Lit. als *awa-tä- zu 2.*teh;-.
Mit R(e) für R(z) aus phonotaktischen Gründen.
Oppositionelle Fientiv- bzw. Patientivbildung, mit schwankendem Akzent tapydá- bzw. táp-
ya-, vgl. GOTÖ 160; KULIKOV, FT Innsbruck 344-5.
Resultativperfekt zu rapa- ‘erhitzen’, auch im Med. teilweise transitiv; vgl. KÜMMEL, Perfekt
212-3.
22.*tep-' ‘schmieren; kleben bleiben’ IEW —
Präsens *rep-e- lit. герй, (tepti) “streichen, schmieren’
aksl. (+) геро, (teti) ‘schlagen’?
Perfekt ?%ге-гӧр/гр- [lit. гатрй, (tapti) “werden”?
Iterativ ?*top-éie- [lit. тарай, tapyti ‘schmieren; malen’
(M.K.)
Nur bsl.; ‘schlagen’ ließe sich viell. aus ‘erwärmen’ herleiten (vgl. poln. grzad ‘erwärmen;
schlagen’) und so mit 1.*rep- verbinden, aber das wohl ursprüngliche ‘schmieren’ kaum.
Zur Semantik vgl. nhd. streichen "schmieren" und Streich ‘Schlag’ sowie jemandem eine
schmieren ‘jemanden schlagen’.
Wenn mit STANG, Gramm. 347 mit inchoativem Nasalinfix aus einem altem Perfektopräsens
*tap- ‘bleiben’ < *'kleben geblieben sein’. In diesem Fall müßte die Wurzel urspr. ‘kleben
bleiben’ bedeutet haben.
ter. ‘sprechen’ IEW 1088-9
Präs./Aor. *rer-/tr- heth. taranzi ‘sagen, sprechen’?
631
Herativ ?*tor-éie- [lit. tariù, tarýti ‘sagen, aussprechen”?
(М. K.)
Zum Wurzelansatz vgl. TISCHLER III 144-5 mit Lit.
2 In Suppletion mit tē-"" < *dřéh;-, vgl. OETTINGER 109-10. OETTINGERs semantisch schwieri-
gere Verbindung mit *dher- ‘befestigen’ beruht auf der zweifelhaften Annahme, daß die heth.
Anlautschreibung mit d-Zeichen auf altes *d bzw. *dh deute.
Singuläres Paradigma, deswegen findet 2.Т. Ausgleich statt: zum Präs. jüngerer Inf. ronn,
zum Inf. jüngeres Präs. гагай, vgl. STANG, Gramm. 329. Daneben mit Intensivreduplikation
slav. *ror-tor-iti in russ. torotorit‘, čech. tratořiti ‘schwatzen’.
*terd- ‘durchbohren, spalten’ IEW 1076
Aorist *térd-/trd- ved. Konj. (abhô) tärdas ‘wirst öffnen’
Präsens *tr-ne/n-d- ved. tynätti “durchbohrt, spaltet, öffnet’
?[lit. tréndu, (trendeti) "von Motten zerfressen
werden’
Neubildungen: Kaus.-It. spätved. (Sü.) vi-tardayati ‘höhlt aus’
iran. parädi tär-, np. täl- ‘spalten’?
Perfekt ved. tatárda “hat durchbohrt, hat geöffnet’
(M. K)
|! Wohl intr. Neubildung zu einer aus dem Nasalpräs. abstrahierten Wurzel *trend-.
2 Miran. Neubildung *rardaia- als Ersatz des Nasalpräs.
?].*terg'®-' ‘reißen, ziehen’ ПЕМ 1073]
Aorist ` Prrerg"-/rrg'®- [aksl. is-troZe ‘riß heraus, zog heraus’
Neubildungen: Nasalpräs. aksl. (+) is-trognori ‘herausreißen, -ziehen’?
R(e)-ie-Präs. aksl. (+) trëzo, (-trodzati) ‘reißen’
(M. K.)
Nur slav., mit 2.*ter@'- verbindbar?
Neubildung zum them. Aorist.
Imperfektivbildung zu -trognoti. Später mit R(z) skr. ve:
2
632
22.*terg-' ‘abwischen, entfernen’ IEW 1073
Präsens *terg-e- lat. tergö, ere “abwischen’
Aorist *rerglterg'-s- lat. tersi ‘wischte ab’
M.K.)
1 Verbal nur ital., dazu viell. got. þairko f. ‘Loch’, wenn aus **Durchgescheuertes”.
*terg!-' ‘bedrohen, schrecken’ IEW 1076-7
Präsens ?*terg*-e- ai. (ep.) tarjati ‘droht, schmäht’
Kausativ ?*rorg!-eie- ai. (ер.) farjayati ‘droht, schmäht, erschreckt,
verhöhnt’
(M. K.)
l Hierher gehören wohl noch gr. тбдбос̧ f. ‘Schrecken’ (wovon епот. tapßéw “erschrecken,
scheuen’) und (mit unklarem ar) kymr. tarfu ‘erschrecken’.
*terh;-' ‘bohren, reiben’? IEW 1071-2
Präsens *rerh,-/trh,- [gr. zeipo ‘reibe auf, erschöpfe””
[lat. terð, -ere “reiben”*
[lit. zirin, (tirti) “erforschen, erfahren’”
[aksl. (+) torje, (troti) ‘reiben’®
Neubildungen: s-Aorist gr. &ronoa ‘durchbohrte’”
ак]. (+) -tr& ‘rieb’?
(M.K.)
Vgl. gr. тёрєтроу n. ‘Bohrer’ < *terh,-tro-, тоттбс “durchbohrt’ < *irh,-tö- usw.
Die Bedeutung spricht gegen HARDARSON 214 eher für eine Präsenswurzel.
Sekundäre Weiterbildung zum Stamm *rer-, wohl für *repew < *terh,-ie- analog zum Futur
* tepéw (vgl. Eust. rep&oow) nach dem Muster ктєѓио : Еш. xrevéw (R. L.).
Perfekt suppl. tri-ui, das wohl sekundär nach dem РРР tritum (von einer Wurzel *rrei(H)g', zu
der dann keine Primärbildung bezeugt wäre) gebildet ist, vgl. MEISER, Habil. 8259.
< *‘(durch Fragen) nachbohren’; Umbildung zum je-Präsens wohl wegen Transitivität.
Formen des ie-Präsens relikthaft, sonst einfach them. fro das je-Präsens hat aber wohl ein
aus dem Wurzelpräs. thematisiertes *rire- ersetzt, wie die slav. Relikte des Imperfekts dazu
(im Aorist, s.u.) zeigen, vgl. KOCH 435-7.
633
7 Mit R(z) vom Wurzelpräs., daneben mit R(e) (oder еге < *fh,) tépeooev Hsch., vgl. HARÐAR-
SON 214 (aber kaum alter Wurzelaor., s. Anm. 2).
® Neben thematischem -fore/-torje, das das Imperfekt zu tor(j)ọ fortsetzt, vgl. KOCH 438-9.
*terh;-' “durchkommen, überqueren’ IEW 1074-5
Aorist *rerh;-Itrh>- heth. tarahmi, Prät. tarhun “überwinden, können”?
lat. trans “jenseits, über ... hinweg”?
Präsens *terhzltrhz-u- heth. tarhuzzi “überwindet, kann"?
[ved. rärvati “überwindet”
[aav. *rauruuama ‘wir wollen überwinden”®
?*ti-térh/trh- ` ved. Ptz. titrat- “hindurchkommend’’
jav. Konj. fitarat “wird angreifen”
*terh>-e- heth. tarratta ‘kann, vermag?!”
ved. гага ‘kommt durch, überwindet’
*trh-éie-"! ved. turayante ‘dringen vorwärts’
ap. -atarayam ‘setzte über’
Aalb. sh-tir ‘überquert’ !?
Perfekt ?*re-törhzltrh,- ved. titirúr ‘sind durch(gekommen)’'”?
Neubildungen: 5-Аогіѕї ved. átārisur ‘sind durchgekommen'!?
R(z)-e-Präs. ved. -tiráti ‘bringt durch’'®
9055. tær- Чгеіреп”!5
R(z)-ie-Präs. lat. іп-гғ0, -träre 'eintreten'!°
Kausativ ved. (RV-Kh.) tāráyati ‘bringt hindurch’
?(spàt-)jav. -Óaraiieiti ‘bringt hindurch'!š
(M. K.)
Vgl. рг. тобус **durchdringend’ — ‘deutlich, klar’, auch das Heth. spricht für *h,. Hierher
nach K. T. SCHMIDT, Laryngaltheorie 476-80; FT Leiden 104-5 auch toch. tärk- < *trh;- “auf-
geben, entlassen’ (s. *TerKh;-) und (semantisch zweifelhaft) toch. tränk- В ‘wehklagen’
(Präs. = Kon). tränk-, Prät. tränca°), A ‘sprechen’ (nur Präs. tränkäs) < *trnhz-, problema-
tisch wegen der angenommenen Entwicklung *h; > toch. k.
Neben gleichbedeutendem tarhu- aus dem u-Präsens, unklar ist, ob auch geschriebenes ta(r)-
ru-uh- hierhergehört und dann für tar-ah- besser tar-uh- zu lesen ist; s. unten zu farhu-.
Wenn aus Ptz. *trh;-nt- bzw. umgebildet *rrä-nt-;, nach KLINGENSCHMITT 97-8 *trant- mit
analogischer R(z) *trə>- statt *trhz-.
Formen mit ta(r)-ru-uh- sind wohl gegen OETTINGER 220-3 nicht als /tarh“-/ zu interpretie-
ren, sondern entweder als ѓаг“л- mit Anaptyxe zum Stamm tarh- (Go) zu stellen (EICHNER,
Indo-European Numerals, ed. J. GVOZDANOVIC, Berlin - New York 1992, 81) oder mit echter
Metathese auf *(e)r-uh,- zurückzuführen (MELCHERT, AHP 58).
634
Akzent sekundär verschoben. Das Нар. leg. tarute RV 10,76,2 ist dagegen kein Relikt des
athem. u-Präs., sondern Augenblicksbildung nach dem Nomen agentis tarutár-, vgl. СОТО
164.
Y. 28,6 für überliefertes rauruuaiiama zu lesen, vgl. KELLENS, Verbe 163; іт Jav. stets
erweitert fauruualia-, nach KELLENS, l.c., viell. Kontamination mit *raraiia- (in ap. ѓағауа-,
s.u.).
Mit -tr- (statt T-tir/tur- < *-trh2-) nach píprat-, vgl. Сото 165.
KELLENS, Verbe 193 mit Anm. 6; dazu neues Kausativ titāraiia-, vgl. ibid. 155-6.
Vgl. OETTINGER 298-9.
Die ved. und ap. Bildung können gleichgesetzt werden, weichen aber in der Bedeutung leicht
voneinander ab, vgl. GOTÖ 16428.
Nach JOKL, Studien 87 hierher mit R(z).
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 213-5.
Vgl. NARTEN 128-30, auch zu sekundärem átārima.
Faktitiv, nur mit Präverbien, vgl. СОТО 161-3. Wegen des Funktionsunterschieds zu fára-
kann tirá- gegen KLINGENSCHMITT 145 nicht urspr. die mit Präverbien gebrauchte Form des-
selben Stammes sein.
Wegen der Bedeutung wohl eher hierher und nicht zu ved. tárati oder ap. taraya-; oder altes
Kausativ mit durch BRUGMANNs Gesetz bedingter Vokalkürze *raraia-?
Neubildung *trā-ie- zum Wurzelaor. *trā- < *trh;-; oder Umbildung des гедир]. Präs. *ritra-
< *ti-Irh;- mit Reduplikationsverlust im Kompositum?
Ersatz für das fakt. Präs. -tirá-, vgl. Сото 163.
Vgl. KELLENS, Verbe 152.
*terh;-' “verwunden’ [EW 1071]
Aorist *rerh;-Itrh;- [gr. hom. ёторє ‘durchbohrte”?
Präsens ?*térh;/trh;-u- [gr. ane “verwunde, verletze’*
*trh-ské- [gr. rızpoorw ‘verwunde, verletze’
Neubildungen: s-Aorist gr. Erpwoa ‘verwundete’
M.K.)
Vgl. ved. turá- ‘wund, krank’.
Die Bedeutung ist von *terh,- beeinflußt, vgl. PETERS, FT Wien 34952, der Wurzelaorist ist
viell. noch direkt überliefert іп &&&rpw, Exzp@ı, s. HARDARSON 220-1.
Falls aus thematisiertem *rröue-, möglich wäre auch *rrö-ie- < *trh;-ie-.
635
*TerKh;-' ‘lassen’ [IEW 258]
Aorist *TérKh,;-/TrKh;- toch.B carka, А cärk ‘ließ (zu/ab), entließ’
Präsens *TrK-neln-hz- heth. tarnai “läßt (hinein)”?
toch. А tärnäs, [В tärkanam ‘läßt (zu/ab),
entläßt”®
Perfekt ?*Te-TörKh;/TyKh,- [toch. Konj. B rärkam, A tarkas ‘wird lassen’
(M.K.)
Nur anatol. und toch., *7 = *t oder *d*, *K = beliebiger Tektal (doch wohl kein Labiovelar).
Das heth. Verb wird allerdings von OETTINGER 155-6 als Surah: zu erh: gestellt, was
formal möglich bleibt, aber semantisch weniger attraktiv ist. K. T. SCHMIDT, Laryngaltheorie
476-80; FT Leiden 104-5 stellt auch toch. rärk- (mit „Verhärtung‘ des Laryngals) zu *terhz-.
Partielle Angleichung an die Faktitiva auf -ahh- mit Überführung in die hi-Konjug,, vgl. OET-
TINGER 155-6; Schwund des Tektals zwischen Konsonanten wie bei har(k)- (s. *h;erË-).
In der Gruppe *rKn schwand der Tektal lautgesetzlich, wurde aber in B analogisch restituiert,
s. RINGE 164.
Atert. ‘sich drehen’ IEW 1077
Präsens *rerk#-/trk#- heth. rarukzi, tarkuanzi ‘tanzen’?
[alb. tjerr “spinnt’”®
Kausativ *tork“-éie- lat. torqueð, -ёге ‘drehen, winden’
Neubildungen: Perfekt toch.B Ptz. tetarku “gedreht”?
2a
M.K.)
Wurzelauslaut mit Labiovelar wegen des Anatol. und Ital.; gr. čtpaæxtoç ‘Spindel’, @трєктїїс
‘genau, bestimmt’ (є *‘unverdreht’?) müssen auch wegen der Vollstufe II fernbleiben. Hier-
her auch ai. tark- ‘drehen’, ‘(gedanklich hin- und herdrehen —) überlegen’, vgl. EW Aia 1 633
mit Lit.; das ep. Präs. tarkaya- ‘überlegen’ ist wohl denom. zu tarka- ‘Überlegung’, wäre es
primär, müßte es Ttarcaya- lauten.
Stamm /tark“-/, vgl. OETTINGER 223-6. Dieses auf *rerk-u- zurückzuführen, ist u.a. wegen des
Inf. rarkuwanzi (nicht frarkumanzi < *terk-u-u°) problematisch (s. MELCHERT bei ADAMS,
DTB 295.
Wenn < *terk-e- mit (analogischem?) Verlust des wurzelauslautenden Konsonanten, vgl.
DEMIRAJ 387; OREL 457.
Sonst keine Verbalformen belegt; nach ADAMS, DTB 294-5 setzt das Nom. ag. rärkättsa
einen Konj. V /rarka- ~ tarka-/ voraus, der ebenfalls einen Perfektstamm fortsetzen könnte.
636
1.*terp- ‘sich sättigen’ IEW 1077-8
Aorist *rerp-Itrp- [ved. (AV) аурат "habe mich gesättigt’
[gr. hom. tapmauıeda “wollen uns erfreuen’'
Präsens *tr-ne/n-p- [ved. тра ‘sättigt sich, befriedigt sich’?
Perfekt *te-tórpltrp- ved. (A V) tatrpur ‘sind befriedigt’?
?[got. (+) þarf ‘bedarf”*
[lit. tarpstü, (tarpti) ‘gedeihen, zunehmen”
Kausativ ?*rorp-eie- ved. farpäyati “befriedigt, sättigt’
Neubildungen: s-Aorist gr. Gogo ‘sättigen’
redupl. Aor. gr. hom. тєтбрлєто ‘sättigte sich"? `
nu-Präs. ved. trpnóti ‘sättigt sich, befriedigt sich’
R(e)-e-Präs. gr. tépropa ‘sättige mich’; тќоло ‘sättige”®
apr. en-terpo ‘ist nützlich”
R(z)-ie-Präs. ved. (RV-Kh.) týpyati ‘sättigt sich, befriedigt sich’!?
?jav. trəfiiāt ‘wird stehlen’!
Fientiv gr. ётбрлту ‘sättigte mich, erfreute mich’'?
(M.K.)
Vereinzelte Form neben dem £-Aor. (s.u.), mit тарл- für *трол- nach der R(e) тєрл-.
k
2 Das Nasalpräs. wird auch von jav. Orefs-ca “Zufriedenheit” usw. vorausgesetzt.
3 Im ВУ nurmed. Ptz. tätrpänd- ‘gesättigt’; vgl. KÜMMEL, Perfekt 216-7.
4 Bedeutungsentwicklung ungeklärt, vielleicht ‘befriedigt sein von’ — ‘zur Befriedigung be-
dürfen’, vgl. SEEBOLD 510; KÜMMEL, Perfekt 217 mit Lit.
5 Wohl Inchoativbildung zu einem *rarp- ‘zufrieden sein’ < Perf. *re-törp-.
° Mit zapr- für *трол- nach derR(e) тєрл-.
7 Ersatz des Infixpräsens, vgl. JOACHIM 25, 87.
š Medium neu zum ё-Аог., dazu faktitives Oppositionsaktiv.
° < *befriedigt’, wohl wie im Gr. faktitives Oppositionsaktiv zu einem Medium.
D Neubildung in fientiver Funktion.
!! Dazu auch weitere iran. Formen und ved. paśu-týp- m. “Viehdieb’; euphemistischer Gebrauch
von ‘sich erfreuen’, EW Ата I 635 mit Lit.
"7 Mit analogischem rapr- für tpar- (noch belegt in der hom. Formel zpareiouev eüvndevre)
nach der R(e) тєрл- ; neben dem gleichbedeutenden them. bzw. Wurzel-Aor. kaum alt.
2.*terp-" “erstarren’ IEW 1024
Aorist ?*rerp-Itrp- [slav. *orpe “erstarrte”'
Kausativ ?*rorp-eie- slov. (+) träpiti ‘quälen’?
Fientiv ?*rrp-Ehjlh,- [aksl. tropech® ‘litt’
637
Essiv *trp-hié- [lat. torpeö, -ëre ‘starr sein’
aksl. (+) tropljo, (tropeti) “leiden”
Neubildungen: Nasalpräs. russ. (+) terpnür’, skr. tfnuti “erstarren”“
sta-Präsens lit. tirpstü, (tif pti) “erstarren, gefühllos werden’
(M.K.)
Zusammenhang mit 1.*ter p- ‘sich sättigen’ über ‘satt werden’ — ‘träge werden’?
Wird von Präs. *ror(p)noti vorausgesetzt.
< ‘leiden lassen’; viell. Neubildung zu urslav. *rerperi ‘leiden’, s.u. Essiv.
Wohl aus *‘(bewegungslos) ertragen’, vgl. s.-Ksl. u-tropeti ‘егѕќаггеп’.
Zumthem. Aor.
+ ш N с о
*fers- ‘vertrocknen; durstig werden’ IEW 1078-9
Aorist *rers-Itrs- ved. trsänd- ‘durstig’, [(AV) má trsat ‘soll nicht
durstig werden’
Präsens *irs-ie- ved. !fsyant- ‘dürstend’
chwar. т-ёў- ‘durstig sein’!
got. baursjan* ‘dürsten”?
Perfekt *re-törsitrs- ved. tatrsúr ‘sind durstig’”®
?[got. *-bars ‘verdorrte”
Kausativ *rors-eie- [heth. tars-"* ‘dörren’”*
ved. (Y V) vi-tarsäyati ‘läßt verschmachten”
lat. torreö, -ere ‘dörren, rösten’
an. þerra ‘(ab)trocknen’, аһа. derren ‘dörren, etw.
trocknen’
alb. ter ‘trocknet, dörrt’®
Fientiv *irs-Ehjlh,- [gr. Aor. zeporjvan “trocken werden"
lat. torröscö, -ere “ausgetrocknet werden’?
Essiv *irs-hje- Dat, torrens “brennend, erhitzt”
ahd. dorren ‘verdorren’
Neubildungen: R(e)-e-Präs. gr. тќоооцоп ‘werde rocken
?got. *bairsan ‘verdorren?
nä-Präsens got. (+) ga-baursnan ‘verdorren’''
(M.K.)
t Vgl. EWAia I 636 mit Lit.
Offenbar *rfs-ie- mit verschobenem Akzent wie im Ved. (oder deutet dieser Fall auf grund-
sprachliches Alter des Wurzelakzents bei primären je-Präsentien?).
638
KÜMMEL, Perfekt 217-8.
Belegt nur Ptz. ga-baursana Mk. 3,1; 3 ‘verdorrt’, das nicht wirklich zwingend ein starkes
Verb erweist.
4 Zur Beleglage und Umbildung vgl. OETTINGER 453-4.
$ Wird durch den Aor. atitrsama auch für den RV vorausgesetzt.
6 S. HULD 156; ОЕМІКАЈ 384; OREL 452.
7 Wenn richtig überliefert, mit analogischer Biel.
š Könnte Rückbildung zu torrere oder torridus “ausgetrocknet’ sein.
? Auch ‘brausend, reißend’, als Substantiv ‘Wildbach’ < ‘(im Sommer) ausgetrocknet’, s.
WALDE-HOFMANN 694.
I Wohl Ersatz für *rys-ie-.
1 Germ. Inchoativneubildung.
*tetk-' ‘erzeugen, herstellen’ IEW 1058-9
Aorist *tétk-Itetk-? [ved. átaksat ‘hat geschaffen”
[aav. jav. tašat ‘hat gebildet’
Präsens *rétk-/tétk-* ved. tāsti “zimmert, schafft, verfertigt’, Зр táksati
aav. tāšt ‘bildet(e)’, jav. auui ... tāšti ‘zerlegt’
[lett. rešu, (tèst) ‘behauen’®
[aksl. (+) tešọ, (tesati) ‘hauen, fällen”
Ierativ ?*totk-éie- [lit. tašaŭ, tašýti *behauen'°
Neubildungen: nu-Präs. ved. taksnoti ‘zimmert, schafft, verfertigt'°
Perfekt ved. tatáksa ‘hat geschaffen’, 2d taksathur, 3p taksur!*
1
aav. tatašë ‘hat gebildet'!% Ptz. jav. taršuuāh-"'
(R. L.)
*tetk- (traditionell *rekp-) abstrahiert aus einem uridg. zum Wurzelaor. umgedeuteten Primär-
stamm *rerk-, der auf einen voruridg. von *tek- ‘zeugen, gebären’ gebildeten redupl. Aor.
**je-rk- zurückgeht; dieser hatte urspr. resultativ-terminative Funktion (vgl. BENDAHMAN
246-7): ‘er-zeugen’ — ‘(handwerklich) herstellen, produzieren’; durch diese semant. Diffe-
renzierung wurde die paradigmat. Ausgliederung des Aor. und die Abstraktion einer Neowur-
zel ermöglicht (vgl. das davon gebildete Nomen agentis *rerk-on- m. “Hersteller, Handwer-
ker’ > ved. taksan- ‘Zimmermann’, ау. гаўап- ‘Schöpfer, Bildner’, рг. тќктоу ‘Handwerker,
Zimmermann’); s. LIPP 4.8.2.2. Zur Interpretation als urspr. Reduplikationsform einer Wurzel
же}, jedoch mit jeweils anderer morpholog. Einordnung s. BRANDENSTEIN, Glotta 25 (1936)
29; RIX bei HARDARSON 2017 Aus lautlichen Gründen von tert. zu trennen sind heth. raks-,
ap. ham-tax$a-, arm. hiwsem, lat. texere und mhd. dehsen, s. 2.*tek- ‘weben, flechten’.
Zur Genese des Wurzelaor. *rétk- aus einem voruridg. redupl. Aor. von *tek- ‘zeugen, gebä-
ren’ s. Anm. 1. lir. Lautentwicklung (idg. Å > iir. palato-alveolare Affrikate č = /&/ gegenüber
H" > iir. präpalatale Affrikate c, s. Anm. 4 zu *k*ek-): іар. *rerk- > iir. *rar&- > *tatš-
(postokklusive Affrikatenvereinfachung, s. Anm. 7 zu *k“ek-) > indoar. *rats- > ved. taks- (zu
639
{5 > ks s. Lit. in Anm. 2 zu *tkei-); uriran. *tač- (č < iir. *tš infolge Monophthongierung ho-
morganer Obstruentengruppen) > av. taš-; s. LIPP 4.8.2.2. Іт lir. thematisiert zu *rarc-a-.
Im RV nur Aoriststamm, s. NARTEN 124-7; erst ab AV treten auch als Imperfekt verwendete
Formen dieses Stammes auf, von denen aus das ab den Sütras belegte them. Präsens raksati
rückgebildet wurde. 3p ataksisur ist sekundäre Verdeutlichung gegenüber der auch als Imper-
fekt interpretierbaren Aoristform ataksan, s. NARTEN 123-4. Zur Thematisierung vgl. KÜM-
MEL, HS 111 (1998) 202-3.
Iterativ-durativ ‘zusammenbauen, zimmern’, Oppositionspräsens zum Wurzelaor.; vgl. KÜM-
MEL, l.c.
Idg. 3s *tétk-t(i) > iir. *tdtë-t(i) > *tátš-t(i) > (Dissimilation) *rası(i) > ved. tästi, aav. tāšt,
jav. tasti, idg. Эр *гёїЁ-тїї > iir. *tátč-ati > *tátšati > indoar. *tátsati > ved. téksati; zum iir.
Palatalwandel s.o. Anm. 2.
< *tes-ja- < urbalt. *teš-ja- «< Pl. *tétk-. Die zirkumflektierte Dehnstufe im Inf. stammt ver-
mutlich aus dem Prät. tèsu (zum Typ vgl. STANG, Gramm. 389-91); Präs. nach dem Inf. auch
tèšu, Inf. nach dem Präs. auch test (M. K.).
< urslav. *tes-je- < Pl. *tétk-.
Könnte auch einzelsprachliche Neubildung sein zu lit. *teš- = lett. tes- ‘behauen’, s.o.
Sekundär zum Aor. átaksat.
'% Zur Klassifikation als Perfekt s. NARTEN 123, 125236; KÜMMEL, Perfekt 206-8.
Wa Vgl. KÜMMEL, Perfekt 638-9.
Schwacher Perfektstamm iir. *ta-ttš- (*ttš- R(z) zu iir. *tatš- < *tetk-) > *tatš- (Geminaten-
vereinfachung) > indoar. *tats- > ved. taks-, dann mit nach dem starken Stamm restituierter
Reduplikation tataks- (3р tataksúr), vgl. KÜMMEL, Perfekt 207-8; uriran. *tač- > av. *taš-;
Ptz. *taš-uah- > jav. taršuuāh- ‘der gebildet/geschaffen hať = ‘Schöpfer’, lautlich beeinflußt
von semantisch nahem aav. ABörastar- = /Auar$-tar-/ ‘Bildner, Schöpfer’ (zu Bars <
*tuerk-); s. LIPP 4.8.2.2.; zum iir. Palatalwandel s. Anm. 2.
P*teuH-' ‘(freundlich) beachten, betrachten; schützen’ IEW 1079-80
Präsens ?*reuH-e- lat. tuor, tui “ansehen, betrachten; schützen”
Essiv ?*ruH-h,ie- [lat. гиеог, ër? “ansehen, betrachten; schützen’?
(M.K.)
Nur ital. sowie nominal kelt. und germ.; zum Laryngal vgl. lat. PPP rürus.
Zu den beiden Varianten tuor (mit tu- für *tou- nach tueor oder aus Komposita) und геог
sowie zur Semantik vgl. ERNOUT-MEILLET 706.
2
*teuhz-" ‘schwellen, stark werden”! IEW 1080-1
Präsens *rtexhz>-/tuhz- ved. út taviti RV 10,59,1 *erstarkt'!°
aav. Konj. tauuā? ‘werde vermögen”
[r.-ksl., aruss. tyju, (tyti) ‘fett werden”
640
P*ri-teuhzltuh,- ved. Aor. (?) tätos ‘stärkst’”
?*tu-néln-h,- [ap. tunuvant- “mächtig’*
Perfekt *re-töuhr/tuh- ей. tütäva ‘ist stark"
jav. fürauua “vermag, ist fähig”
Neubildungen: Intensivum ved. samtävit,vat- ‘immer wieder erstarkend’’
(М.К)
Nach PETERS 2902“ ist *h, anzusetzen wegen рг. odoç ‘heil, gesund’ < *гиаио- (mit umge-
kehrtem SIEVERS) < *ruhzeuo-.
Die Wurzelbedeutung ist gegen LIV’ als fientiv anzusetzen, KÜMMEL, Perfekt 219 mit Lit.
Vgl. SCHAEFER 129; KÜMMEL, Perfekt 219.
Vgl. KELLENS, Verbe 88. -
Slav. Erweiterung mit *-ie-, bei Wurzeln dieser Struktur häufig.
Wegen der faktitiven Bedeutung wohl so zu analysieren, KÜMMEL, Perfekt 220-1.
Wenn altes Präs.-Ptz. zu umgebildetem *runautiy — *tunäti.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 219-20.
KÜMMEL, Perfekt 637-8.
S. SCHAEFER 129.
*teuhs- s. *thzeus-
1.*teuk-' ‘stoßen, schlagen’ IEW 1032
Aorist *reuk-Ituk- [aksl. (+) -toče ‘stieß’
?*té-tuk-e- gr. тётокоу ‘verfertigte, bereitete’ !*
Präsens *tuk-é- aksl. (+) toko, (tokati) ‘weben’?
Neubildungen: s-Aorist Эрг. čtevča ‘verfertigte, bereitete’'*
Nasalpräs. ак]. (+) toknoti ‘stoßen, treffen”
R(e)-e-Präs. Эрг. Teüyw ‘verfertige, bereite’'*
Perfekt Эрг. тук. Ptz. n. P]. te-tu-ko-wo-a /tetuk"wohal = [hom.
DÉI
Terguyóç Od. 12,423 “angefertigt
(M. K.)
Vgl. gr. rücog m. "Hammer, Steinaxt’.
Bedeutungsentwicklung über ‘mit Stößen bearbeiten, hämmern’; wohl mit faktitiven Aktiva
von tevy- < *dheugh- ‘treffen’ — ‘trefflich machen’ vermischt, woraus sich die Aspiration
des Auslautkonsonanten außerhalb des reduplizierten Aorists erklären könnte.
Urspr. *‘stoßen’, vgl. Iterativ tykati ‘stoßen’.
Neu zum them. Aorist.
641
72 *teuk-' “stark/fett werden, schwellen’ IEW 1081
Präsens ?*ru-ne/n-k- [lit. tunkù, (tükti), lett. tùku, (tukt) ‘fett werden”
Desider. *ruek/tuk-s-” [ved. pra-tvaksänd- “überragend, überkräftig’
(pv OBaxsante “tummeln sich’,
ӨЗах$әтпа- “emsig sich rührend’
(M. K., R. L.)
Vgl. die Parallelwurzel *reuh,-. Dazu Nomina wie aksl. tuko m. ‘Fett’, an. (+) þjó n. ‘Ober-
schenkel’, air. tón f. *Hinterteil” sowie lat. *tuccum n. < *toukom, umbr. Gen. Sg. toco ‘vom
Schinken’, s. Кх, Sprache 32 (1986) 314-8 (der allerdings wegen lit. raukas ‘Fettstück; Ge-
bärmutter’ *reuHk- ansetzt, doch ist der Akut des lit. Wortes wohl sekundär, vgl. lett. rauks
‘fett’, und air. tón setzt *t#kna- voraus).
Balt. Inchoativbildung, wahrscheinlich eher Neubildung; wenn alt, Bedeutung vom Medium.
Mit s-bedingtem Schwebeablaut, vgl. *hzueks- : *hzeug-, *hzleks- : *hzelk-. Im lir. wurde
*tuaks- als Wurzel abstrahiert, die Desider.-Bedeutung ist verblaßt.
Prteup- ‘sich niederkauern, sich klein machen" IEW 1085
Präsens ?*reup-Iteup- [lit. Ciaupiu, (Eiaupti) “fest zusammenpressen”
?*tup-ié- lit. tupiù, (täpti) ‘sich hinhocken”?
Iterativ ?%гоир-ёіе- [lit. raupau, taupýti ‘schonen, sparen’
Essiv ?*tup-hjié- lit. tupiù, (tupeti) *hocken, kauern’*
(M.K.)
Vgl. urgerm. *bufti- f. ‘Ruderbank’, *beuba- m. ‘Dieb’ (< *teup-ó- *‘sich versteckend’; mit
auffälliger Akzentuierung, Vrddhi-Bildung zu einem *rup-?) und viell. gr. év- толас Il.
24,163 “kauernd’.
Wenn der Akut alt ist, muß von dehnstufigem *reup- > *tjaup- ausgegangen werden, das mit
*-ja- erweitert wurde.
< *‘sich zusammendrücken’.
= *‘sich zusammengedrückt halten’.
1.*teus- “zufrieden sein, ruhig sein’ IEW 1056-7
Präsens *rus-ske- heth. tuskezzi “freut sich’!
?*tus-éie- ved. tusáyanti- RV 10,27,16 ‘stillend’ oder
‘zufrieden’?
642
Kaus.-It. ?*rous-eie- ?spätved. (Sü.) rosayati ‘stellt zufrieden’
[lit. гай505, tausytis ‘sich legen (Wind)’
russ. (+) zusu, tusit’ ‘löschen’,
poln. po-tusze, -tuszyé ‘ermutigen’
Neubildungen: Nasalpräs. russ. (+) túchnut' ‘erlöschen”
R(z)-ie-Präs. spätved. (Sü.) zusyati ‘ist zufrieden’
Fientiv apr. tussi-se ‘soll schweigen’®
(M.K.)
|! Vgl. OETTINGER 326.
? Die Belegstelle erlaubt keine Entscheidung, doch spricht die R(z) wohl eher für ‘zufrieden
sein’ als für faktitives ‘zufrieden stellen, stillen’, vgl. JAMISON 50.
Fientivneubildung zum Kaus.
43 Stamm /tusi-/ < *tusē- nach SCHMALSTIEG 202; dagegen nach SMOCZYNSKI 139 [tusinsə] <
*tussina si oder vom Inf. abgeleitetes Futur tussint-se. Die Bedeutung spricht eher für Zuord-
nung zu *thzeus- ‘schweigen’ oder nach SMOCZYNSKI 140 für ein LW aus mhd. zen ‘sich
still verhalten’.
2.*teus-' ‘leer sein/werden’ IEW 1085
Präsens *rus-ske-” jav. tusan ‘verlieren (die Fassung)’;
bal. tus- “verlassen werden’
Kausativ *rous-eie- jav. taosaiieiti “läßt fallen, läßt los’
(M.K.)
' Verbal nur iir., vgl. EWAia I 652 mit Lit.; nominal vgl. z.B. lit. tùščias ‘leer’, aksl. tošto ‘leer,
nichtig’; viell. mit 1.*reus- zu verbinden (‘leer sein’ - ‘ruhig sein’ von Orten?).
2 AufeinemPräs. *ruccha- beruht auch ved. tucchyd- ‘leer’, vgl. EWAia I 652.
*fhzeus-' ‘still sein, schweigen’ IEW 1056-7
Präsens *thzus-ie- heth. zuhussiyezzi ‘sieht ruhig zu”
(M. K.)
| Mit heth. /tuhs°/ (oder *rhus°, s.u.?) vgl. ved. tüsnim “still, schweigend’, aav. гиўпа°, арг.
tusnan ‘still’. Trotz semantischer Nachbarschaft wegen der Lautung von 1.*reus- ‘zufrieden
sein, ruhig sein’ zu trennen. Dazu auch mir. tó, tuae ‘schweigend’, kymr. taw ‘Schweigen’
und die zugehörigen Verben air. -гиаіѕі, kymr. taw- (Verbalnomen tewi), wobei die britann.
Wörter *raus- voraussetzen; von *thzeus- > *taus- ~ *thzus- > *tuhzs- > *tüs- aus können alle
Formen erklärt werden, vgl. SCHUMACHER 179.
2
643
Vgl. OETTINGER 326. Entweder /tuhss-/ mit regulärer Metathese der R(z) *th;us- > *ruhzs-
oder /thuss-/ ohne Metathese mit Anaptyxe, s. MELCHERT, AHP 108-9.
*tieg!-
Präsens
Aorist
Perfekt
Kausativ
Desider.
‘sich zurückziehen’! IEW 1086
*tiég!-e-
?*tiég“/tiég!-s-
?*te-tióg"/ti el.
*tiog"-éie-
?*ti-tig“-sé-
ved. tyajāmahe AVP (Kashm.) 20,14,4
“wir geben uns hin’?
gr. о&Вошоп ‘scheue mich, schäme mich’
ved. (АУР) atyaksam ‘habe verlassen”
ved. tityäja RV 10,71,6 ‘hat im Stich gelassen’”
gr. oopéw ‘verscheuche, јаре weg’
ved. titiksati “erduldet, leidet’
(M.K.)
! Zur Semantik vgl. Сото 168-9; EWAia I 674.
2 S.NARTEN 130.
3 Neubildung möglich, vgl. KÜMMEL, Perfekt 222-3. Nicht hierher tityagdhi KS ~ titigdhi MS,
s. *s)teig-.
Aktiv ‘verlassen’ erst Sü.+, s. GOTÖ 168.
Kaum urspr. *‘fernzuhalten suchen’ mit faktitiver Bedeutung (so Сото 169°” mit Lit.), eher
*‘sich (aus einer unangenehmen Situation) zurückziehen wollen’.
*tkei-
Präsens
Aorist
‘Landbau treiben, siedeln, wohnen’! IEW 626
*tkéi-Itki-?
?*tki-néH/nH-
*keiltkei-s-
ved. kseti ‘wohnt, verweilt’, ksiyanti ‘wohnen’
aav. jav. šaēitř ‘wohnt’, šiieintř ‘wohnen, stehen auf
jmds. Seite”, jav. Іру. -šaēta ‘wohnt!’
gr. myk. ki-ti-je-si = /Iktiensi/ ‘sie bebauen Land,
siedeln’, Ptz. Med. ki-ti-me-na = /ktimenäl "be
baut, besiedelt". hom. &0 ктішєуос ‘wo sich’s gut
wohnt, wohnlich’
?falisk. Іру. seite "verwalt"?
flat. sind, ere “lassen, zulassen, gestatten’,
pönö, -ere ‘hinstellen, hinsetzen, hinlegen”®
ved. Konj. ksesat RV 6,3,1 ‘wird (in Frieden)
wohnen’’
?alat. Konj. siris ‘sollst zulassen”®,
lat. siui ‘habe (zu)gelassen’”
644
Neubildungen: s-Aorist gr. ёкпо(о)о ‘gründete (eine Stadt), besiedelte (Land?
Kausativ ved. Ipv. ksayaya R V 3,46,2;
Inj. ksepayat RV 5,9,7 *(friedlich) wohnen lassen”!!
(R. L.)
bet. (traditionell *Kpei-) = *rk-ei- in der Grundbedeutung “Landbau treiben’ wohl voruridg.
von Set. ‘zeugen’ abgeleitete intr. Aktionsartbildung **rk-eili- > uridg. Wurzelpräs. (vgl.
von *dheg""- tr. ‘verbrennen’ abgeleitetes voruridg. **d"g“*-eili- “durch Hitze hinschwin-
den’ — uridg. Wurzelaor., s. Anm. 2 zu *d"g“*ei-), LIPP 4.8.1.2, 4.8.4.2. und vgl. MAYRHO-
ЕЕК, AnzÖAW 119 (1982 [1983]) 254, MAYRHOFER, Lautlehre 155, GUNNARSSON, NTS 24
(1971) 45-6.
Lautentwicklung im lir. (idg. Ё > iir. palato-alveolare Affrikate č = /ć/ gegenüber *k/k“ “>
iir. präpalatale Affrikate c, s. Anm. 4 zu *k*ek): idg. *rkei-Irki- > iir. *tčai-/tči- > *tšai-Itši-
(postokklusive Affrikatenvereinfachung, s. Anm. 7 zu *k“ek) > indoar. *rsai-/tsi- > ved.
kse-/ksi- (zum indoar. Wandel *rs > ks s. z.B. KURYLOWICZ, Esquisses linguistiques I, Mün-
chen? 1973, 129-30; BURROW, JAOS 79 (1959) 87-8, The Sanskrit Language, London’ 1973,
82, 92-3, 96-7; GUNNARSSON NTS 24 (1971) 38-42; ІРР 4.2. mit weiterer Lut uriran.
*čai-/či- (Č < iir. *tš infolge Monophthongierung homorganer Obstruentengruppen) > av.
sae-ISi-, LIPP 4.8.1.2.
Vgl. NARTEN, YH 175-6, 299°"; HUMBACH, The Gäthäs II 124, 128; KELLENS-PIRART 11 323.
Bzw. ‘urbar’ oder ‘privat’, zur Bedeutung von тук. ki-ti-je-si, ki-ti-me-na s. FOSTER, Minos
17 (1981) 83ff., v.a. 85; DUNKEL, Minos 17 (1981) 19-20, 28 und Lit. bei FOSTER, l.c. 84”;
MAYRHOFER, Lautlehre 154236; CHANTRAINE, DELG 592.
Ve. 243 salues seite “verweilt heil, befindet euch wohl!’, Interpretation und etymologische
Einordnung nach Вих, Kratylos 38 (1993) 86-7; Іру. Pl. mit R(e) wie jav. -Ѓаёга < *tkei-te.
Italisch viell. in rautosyllabischer Position Metathese TK > KT mit Assibilation zu Ks (> s),
daher *rkei- > falisk. sei-, *tki-tö- > lat. situs ‘gelegen, befindlich’, *tki-nH- > lat. sinere
‘lassen’, entsprechend *a"g*"i-ri- > lat. sitis ‘Durst’; s. LIPP 4.10.
Gegebenenfalls *tki-néH- faktitiv ‘siedeln lassen, verweilen lassen’ — ital. *sine- “in Ruhe
lassen’ — lat. sinere ‘lassen’, lat. *po-sine- “ab-lassen, abladen, abstellen’ > pönere ‘hinstel-
len’ oder *rki-neH- — ital. *sine- ‘(Menschen) siedeln lassen, (Menschen bzw. Vieh) verwei-
len lassen’ (— lat. sinere ‘lassen’), mit Übertragung auf Wohnstätten als Sachobjekten "Gel.
te, Hütten) aufstellen’ — lat. *po-sine- > pönere ‘hinstellen’, vgl. lat. situs ‘gelegen, befind-
lich; bestattet” «-- *‘hingelegt, hingestellt’; Lipp 4.10.1.; zum Lautlichen s. Anm. 5. Alternati-
ve Herleitung von sinere, pönere aus Präs. *si-ne/n-h,- “liegen lassen, hinlegen’ zu *sehji-
(R(z) *shji- > *sih,-) mit analogem PPP situs («< *si-tö-) bei LIPP 4.8.1.2. und vgl. 1.*sehjfi)-.
Dagegen nach NARTEN 104 viell. erst innerved. Neubildung.
< Opt. *rkei-s-ih)-s, gem. RIX, FS WATKINS 84.3 jedoch viell. Bildung vom Typ alat. faxim,
d.h. Opt. zu Desiderativ *rkei-s-. Bedeutung entsprechend dem Präs. sinere.
v/u-Perfekt z.T. Ersatzbildung für alten s-Aor., Beispiele bei MEISER, Habil. $167.
<— **machte bewohnt/besiedelt’, faktitiv; sekundär hinzugebildet zu Ipf. Med. *ёктто ‘wurde
bewohnt/besiedelt’ (wozu xTriuevog, s.o. Wurzelpräs.); Aor. &xrıo(o)a sekundär ergänzt durch
Präs. ктїб@ ‘gründe, besiedle’ (ab 5. Jh. v.Chr.) nach dem Muster von &oyıalo)a ` tot
WACKERNAGEL, Unters. 77 und vgl. CHANTRAINE, DELG 592; zur formalen und funktiona-
len Entwicklung des Paradigmas im Gr. LIPP 4.8.1.2.
ЈАМІЅОМ 111-2.
645
*tken-' “einen Schlag versetzen, verletzen”? IEW —
Aorist *tkén-Itkn> [ved. má ksanisthas ‘verletze dich nicht!
gr. hom. ёктоуису ‘wir erschlugen’, ar-Ertato
‘wurde erschlagen”,
[kret. Konj. kata-oxevnı ‘wird töten”,
[gr. Ertavov- (Trag.+) &xavov ‘erschlug’”
Präsens *tkn-neulnu-" ved. (Br.) ksanöti ‘verletzt’
[gr. att. бло-ктєїудш "te
?[an. hnoggva ‘stoßen’!', аһа. hniuwan ‘zerstoßen,
zerquetschen’'?
Neubildungen: s-Aorist gr. Ekreiva ‘erschlug, tötete"?
іе-Ргаѕепѕ gr. ктєіио, (Trag.+) vie ‘erschlage, töte’'*
Perfekt gr. ion. att. @л-#ктоуо, att. кёкоих ‘habe erschlagen’
(R. L.)
*tken- (traditionell *kben-) = *tk-en-, viell. Erweiterung von 1.*tek- ‘die Hand ausstrecken’;
möglich aber auch *rken-, vgl. Anm. 4.
Bedeutung viell. ursprünglich funktionell verteilt: Wurzelaor. (unmarkiert) “einen Schlag ver-
setzen, stoßen’ — Nasalpräsens (semant. transitiv) ‘einen Schlag versetzen mit Auswirkung
auf Objekt’ = ‘verletzen (auch tödlich)’; im lir. und Gr. wurde die Präsensbedeutung lexikali-
siert, іт Сегт. gegebenenfalls die Aoristbedeutung.
*tkn- > Kä) gem. Regel #TK > KI_N (*dkmtöm > *kmtöm), s. MAYRHOFER, Lautlehre 157;
z.T. Erhaltung bzw. Restitution der Anlautgruppe in R(z) */Ёп- nach der paradigmatisch zu-
gehörigen R(e) *rken-.
lir. Lautentwicklung: 1. idg. КУК °: Í > iir. K > c (präpalatale Affrikate) gegenüber idg. Ё > iir.
/&/ = č (palato-alveolare Affrikate), 2. postokklusive Affrikatenvereinfachung (s. Anm. 7 zu
*k#ek) c > ç (präpalatale Spirans) bzw. č > š (palato-alveolare Spirans): Wurzelaor. *rken- >
*tĶan- > *tcan- > *tçan- > indoar. *tšan- (Ѕрігапѕ [ç] ererbtem iir. /š/ zugeordnet) > *tsan- >
ved. ksan- (> ksanisthäs), analog dazu Präs. ksanö- statt *kanó- < idg. *kn-neu- (<
*tkn-nen-) oder Wurzelaor. *rken- > *tčan- > *tšan- > indoar. *tsan- > ved. ksan-, lautlich
ebenso Präs. *rkn-neu- (mit gegebenenfalls analogisch erhaltener Anlautgruppe) > *tënnáu- >
*tšanáu- > indoar. *tsanáu- > ved. ksanó- (zu ts > ks s. Lit. in Anm. 2 zu *rkei-); s. LIPP
4.8.3.2., 4.3.2.1.
Im Zuge der im gr. Wurzelaor. üblichen Durchführung einer starren Basis wurde die R(e)
*kten- durch R(z) *kta- von Exrauev usw. ersetzt, daher hom. 15 -ктоу, 3s ёкто, entspre-
chend 3р ёктау < *e-kta-nt für Extavov < *é-ktan-ont bzw. *é-ktan-ent (< *é-tkn-ent), s.
HARÐARSON 186; GIL, Emerita 32 (1964) 179-80; STRUNK 99 mit Anm. 265; vgl. außerdem
CHANTRAINE, Gramm. Hom. I 380-1, 391; SCHWYZER 740.
Lautenwicklung: Die im Gr. phonotaktisch unzulässige Lautfolge TK ergab 1. durch Metathe-
se KT (*ti-tk-5 > тікто) oder 2. dialektal durch Einschub eines die Aussprache erleichternden
Spiranten TSK > sK (Фуоокец ~ ФиАоктут): Wurzelaor. *tËen-/tËn- > gr. *kten-Ikta- bzw.
gr. dial. *r’ken-Ir’ka- > *sken-/ska- (in kret. -okevmı); LIPP 4.8.3.2., 4.8.9.2.1., 4.9.1.
Kret. кото- oxevņi (Gortyn, Inscr. Cret. IV 41 I 14/15 = GDI 4998 I 14/15 mit Unterschei-
646
10
dung уоп <& und <77>) ist 3s Konj. eines them. Aor. -oxeve-, nicht eines Präs. *oxmvg- <
*sken-ie-, belegt neben dem syntagmatisch damit verbundenen Konj. s-Aor. zapooeı (=
/parösei] zu ларба) mit der bei athematischem Primärstamm bewahrten kurzvokalischen Bil-
deweise (el gegenüber dem bei thematischem Primärstamm regulären langvokalischen
Коп). (Got da hier kein Konj. Präs. vorliegt, ist auch der Ansatz eines them. Präs. kret.
*gxe&vo verfehlt (J. A. H.). Vgl. dazu STRUNK 99 mit Anm. 268.
Wurzelaor. urgr. *rken-/tkn- bzw. *tken-/kn- (#TK > KI_N) > *kten-Iktn- bzw. *kten-/kn-;
3р *é-ktn-ent > *e-ktan-ent > *e-ktan-ont > them. Aor. Extavov, 3p *ё-Кп-епг > *e-kan-ent
— *e-kan-ont > them. Aor. Exavov, vgl. dazu HARDARSON 186; GIL, Le: CHANTRAINE,
Gramm. Hom. 1391.
> *Kn-neulnu-, zum Lautlichen s. Anm. 3; analogische Erhaltung bzw. Restitution von */Ёл-
möglich.
Zur morphonologischen Entwicklung s. Anm. 4. Nicht hierher aav. ayZönuuamna- (s.
1.*g(®hes-).
<= *xta-vo-, analog. Umbildung nach Aor. &xzeıva, W ACKERNAGEL, Unters. 79-80°; FRISK II
33; SCHWYZER 697; CHANTRAINE, DELG 591.
Daneben auch schwach hnyggja nach der 25, 35 hnyggr.
< germ. *hnewwa- ‘stoßen’; dieser Verbalstamm, der traditionell von einer zu *ken- ‘schaben,
kratzen, reiben’ gehörigen Wurzelerweiterung *kn-eu- hergeleitet wird (SEEBOLD 270), ist
nach GUNNARSSON, NTS 24 (1971) 47 aus semant. Gründen zu idg. *tken- zu stellen. Aus
Präs. (*f£n-neu- >) *knnéu- könnte somit, nachdem die morphematische Segmentierung in-
nerhalb des Präsensstammes obsolet geworden war, infolge der Umkehrung des SIEVERS-
schen Gesetzes im Germ. *kneu- > *hneu- > *hneww-a- entstanden sein (mit analogischer
Gemination nach Fällen mit *°VwwV° < *°VuHV°).
Gr. s-Aoristbildung Neuerung zur morphologischen Kennzeichnung des faktitiven Charakters
oder sekundär zum neugebildeten Präsens x zeivw.
Hinzugebildet zum Wurzelaor. *kten- < idg. fen. bzw. *kn- < idg. *kn- (< *rkn-), HARÐAR-
SON 186; FRISK II 33, 1 755; CHANTRAINE, DELG 591, 480.
Y*treH-' ‘schützen’ IEW 1075
Präsens *rreH-ie- ved. träyate ‘beschützt’
jav. Orāiiente ‘schützen’
Aorist *tréH/tréH-s- ved. Іру. trädhvam “beschützt!”
aav. Өгагайт ‘(be)schützt!”
Neubildungen: Perfekt ved. tatré ‘hat beschützt’
2
M.K.)
Außeriir. Anschlüsse sind unsicher, vgl. EW Aia I 679-80.
Und weitere Formen, s. NARTEN 131.
P*reh;-' ‘drehen’
Präsens ?*rreh,-Itrh,- [ahd. draen, ае. örawan ‘drehen’?
2 Aus *þrēa- < *þrē-ja- (germ. Umbildung zum je-Präsens).
*trehju-' ‘aufziehen, nähren’
Präsens ?*tréhju-e- [ahd. triuuit ‘ragt vor, gedeiht’?
Aorist *tréhļultréhju-s- aav. 35 Oraošta ‘nährť
Kaus.-It. *rroh,u-eie- [ahd. trouuen ‘heranwachsen’?
Neubildungen: Perfekt jav. tuðruiiē ‘hat genährt’
Nur germ., wird meist als irgendwie zu *rerh,- ‘bohren’ gehörig betrachtet.
647
IEW 1072
(M.K.)
IEW 1095
(M. K.)
Wegen an. prúór f. "Kraft" (< *truh;-ti-) wohl so anzusetzen; in diesem Fall müßten die For-
men, die *rreu- voraussetzen, auf der Verallgemeinerung des antekonsonantischen Allo-
morphs *rrehu- > *treu- beruhen, aus *rrey- abstrahiert die R(z) *rru- in germ. *bruska-
‘reif’, das dem an. Verbum broskask ‘reif werden’ zugrunde liegt. Vgl. HARDARSON, Skirnir
(Timarit Hins islenska Bökmenntafelags), Vor 1993, 281-2 (rez. MAGNÜSSON).
Setzt verallgemeinertes *rreu- < *treh,u- voraus. Die Bedeutung dürfte auf dem Medium ‘sich
nähren’ — ‘wachsen’ beruhen.
*reh;$- ‘zernagen’
Aorist *tréh;8-Itrh 8- — [gr. payetv ‘zemagen’'
Präsens *treh;g'-e- рг. Säin ‘тегтаре’
*ırhß'-ske- [toch.B tressäm ‘(zer)kaut”?
Desider. ?*rreh;g’/trh;g'-s- рг. mauer ‘werde zemagen’
SCHMITT 153-4.
*traska- in A 3s traskas, В Adj. II traskalye), vgl. HACKSTEIN 35, 178-80.
IEW 1073
(M.K.)
Mit neuer R(z) trag- statt frrög- < *trhy6'-. Nicht hierher arm. aracem "weide, s. KLINGEN-
Urtoch. *rarsk° < *trh( ske als Wurzel lexikalisiert, mit geneuertem Ablaut (auch Konj. V
648
I*treig!-' ‘reiben’ IEW 1071
Präsens ?*tréig"-e- gr. тойо ‘reibe (auf)”
А Lä ET & ç S Se 2
Aorist ?l*trēig"/itréig“-s- gr. zplwaı ‘reiben, aufreiben
Neubildungen: Perfekt gr. тётрілтоп ‘ist (auf)gerieben’
Fientiv gr. Erpißn “wurde (auf)gerieben’
(M.K.)
! Nur gr.; im Auslaut wäre auch *b möglich.
2 Wenn mit lotazismus für *zpeißo bzw. * тоєѓуол; anders kaum erklärbar. Dafür spricht auch
die (früh belegte) R(z) тр.
?*greiK-! ‘verfehlen’ [IEW 1071]
Präsens *rreiK-e- toch.B Konj. trisäm ‘soll verfehlen’
Aorist P*treikltreiK-s- toch.B traiksa ‘verfehlte’?
Perfekt ?*re-tröikltriK- toch. PPP B tetriku, A tatriku ‘verfehlt’
Neubildungen: se-Präsens toch.B triksäm;, A triksenc ‘verfehlen’
Essiv toch.B trikerär ‘ist verwirrt, geht in die Irre”
(M.K.)
' Oder *dhreiG'". (*treiG'"-, *dhreiK- sind strukturell unwahrscheinlich, *dr° ist lauthistorisch
ausgeschlossen), nur toch.; wegen möglicher innertoch. Umgestaltung der Paradigmen sind
die Ansätze unsicher.
Die Wurzelbedeutung läßt eher Wurzelaorist erwarten.
? Dazu Prät. I B trika, A trik, Konj. A trekas.
*rem- “zittern (vor Angst)’ IEW 1092-3
Präsens *trem-/trm- [gr. тоёив ‘zittere, bebe’
[lat. гето, -ere ‘zittern’
Loch A 35 trämäs, 3p tärminc ‘aufgebracht sein,
zittern’!
?alb. tremb erschreckt jmdn., verjagt”
649
Kaus.-It. *trom-éie- gr. тооцёо ‘zittere, bebe’
[umbr. tremitu ‘soll zittern machen"?
Essiv *rm-hjle- [osk. Konj. turumiiad Ve. 6 ‘soll zittern’?
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. тгетїй, (tremti) “aufstampfen; stoßen, niederwerfen;
3a
vertreiben”
(M.K.)
Mit erhaltenem innerparadigmatischem Ablaut träm-/tärm- < *trem-Itym-.
Zu mb vgl. JOKL, Studien 27. Oder wegen der fakt. Bedeutung eher aus dem Kaus.-It.?
Setzt einen Stamm *tremē- voraus, der wegen der Bedeutung kaum etwas anderes als ein
Kausativ mit sekundärer R(e) nach dem Grundverb (wie lat. augere, s. *hzeug-) darstellen
kann.
< *torme-ä-d, s. DUPRAZ, Rev. de philologie 62 (1998) 213-7.
< *‘in Angst versetzen’.
*renk-' ‘drängen’ IEW 1093-4
Präsens ?*rrenk-Itrnk- "air. *-treici ‘verläßt, gibt auf,
mkymr. trenghit, -threingk “vergeht”
[got. Preihan ‘drängen’;
ае. (+) дғіпвап ‘dringen, sich drängen"?
[lit. trenku, (triñkti) “waschen; schelten; schlagen”
Iterativ *rronk-eie- Jurkelt. *rronki- in air. fo-thrucud ‘Waschen’,
mbret. gouzroncquet ‘baden’!
ae. (+) Örengan ‘sich einkeilen, zwingen’
[lit. trankau, trankyti ‘dröhnend stoßen, schütteln,
klopfen’
(М. К.)
Dazu VAdj. *trnk-tó- іп ау. Öraxta- “zusammengedrängt’.
Aus *trnk-e- > *tranke- mit sekundärer i-Flexion, vgl. MCCONE, FS WATKINS 470, 474-5.
Bdtg. ‘aufgeben, verlassen’ «- **wegdrängen’.
< *trankit(i) mit sekundärer i-Flexion wie im Ir.; Bdtg. wohl mit Objektellipse aus ‘aufge-
ben’, vgl. z.B. nhd. schieb ab! ‘geh weg!’, MCCONE, FS WATKINS 470.
Im Got. mit Ablautentgleisung in die i-Reihe übergetreten; sonst im Germ. mit durchgeführter
VERNER-Variante *g, im Nordgerm. mit sekundärem gv.
Daneben auch trenkiü, (treäkti) ‘dröhnend stoßen, werfen, erschüttern’ mit transitivem je-Prä-
sens.
Vgl. PEDERSEN, VKG I 124.
650
1.*trep-' ‘treten, stampfen’ IEW 1094
Präsens ?*rrep-e- apr. er-treppa ‘sie übertreten’
*trp-eie- gr. paré ‘keltere’?
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. ?aruss. (+) treplju, (trepati) ‘schlagen’
(M.K.)
Hierher wohl lat. trepidus ‘trippelnd, unruhig, ängstlich’; morphologisch unklar (Umbildung
eines alten Nasalpräs.?) ist lit. rrempiu, trempti ‘niedertreten, zertreten’. Die Semantik der
Wurzel bedarf ebenfalls noch weiterer Klärung.
< *“trete (Trauben) aus’.
2.*trep- ‘wenden’ IEW 1094
Aorist *trep-Itrp- heth. teripzi, terippanzi ‘pflügen’'
[gr. ётралоу ‘wendete’
Präsens *trep-e- ai. (ер.) trapate “schämt sich”?
gr. трёло ‘wende’
Nat. trepit ‘vertit?
Iterativ ?*trop-éie- gr. poréw "wende"
Neubildungen: s-Aorist gr. трёугол ‘wenden’
Perfekt gr. -TErpantaı ‘ist gewendet’
(M. K)
< *‘Ackerschollen umwenden’, vgl. OETTINGER 229-30, TISCHLER III 331. Lautentwicklung
*trep- > *terép- > *terep- > *térip-,s. MELCHERT, SHHP 130-1.
Auch frühmittelind. Belege; Bedeutung aus *‘wendet sich (schamvoll) ab’ (vgl. gr. év-zoÉzo-
рах ‘schäme mich’, FRISK II 924) s. EWAia I 674.
Nur Paul. Fest. 367, viell. Grammatikerkonstruktion nach gr. oo
Daneben dehnstufig торолсо, wohl neugebildet.
*res- ‘(vor Schreck) zittern’ IEW 1095
Präsens *tr-ne/n-s- lit. -trisù, (-tristi) “unruhig werden?
[aksl. (+) tresọ, (tresti) “schütteln”?
*trés-e- ved. trásati ‘zittert, ist ängstlich’
рг. тоё ‘fürchte mich, еһе vor Schreck’
Prırs-ske- Jav. tərəsaiti, ap. tarsatiy “fürchtet sich’
651
Aorist *trösltres-s- Ived. (ŠB) má trasis “fang nicht an zu zittern!”
gr. Erpeoev ‘zitterte, fürchtete sich’
Kausativ *rros-eie- ved. (AV) träsaya ‘mache zittern!’
jav. Oränhaiiete ‘versetzt in Schrecken’
lat. terreö, -ёге ‘(er)schrecken’®;
[umbr. tursitu “soll jagen”
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. tresiu, (tresti) ‘"herumrennen, läufig sein”
Fientiv lit. triseti “zittern”
(M.K.)
Wenn alt, Bdtg. vom Medium, aber wahrscheinlich eher Inchoativneubildung.
< *'zittern machen’, aus *trns- > *trins- thematisiert; diese Herleitung ist wegen der faktiti-
ven Bedeutung wahrscheinlicher als Kontamination von *trem- und *tres- (VASMER III 146-7).
` Nach NARTEN 130-1 Neubildung.
< *terse- < *trsē-, durch ital. Erstsilbensynkope (in offener Silbe zwischen r und Dental, vgl.
lat. tertius < *trtiio- < *tritiio-) < *trose-.
Vorumbr. aus *//$ё- (mit erst ital. r sonans < *trosē-) unter Einfluß des im Götternamen
Tursa fortgesetzten Nomen actionis *zorsa- f. (< *trs-eh,- ‘Zittern’ oder ‘Abschreckung’, mit
uridg. r sonans) umgebildet zu *torse- (R. L.); es könnte auch eine Kausativneubildung mit
R(z) vom Typ lat. ciere vorliegen.
° Vgl. FRAENKEL 1119-20.
Mit sekundärer К(2) tri$ für Ttirš nach der R(e) *tres; Präs. thematisch trišù.
I*tresk-' ‘ausquetschen, dreschen’ [IEW 1072]
Präsens ?*trøsk-/trésk- [got. (+) briskan ‘dreschen’
lit. treskiu, (trëkšti) “quetschen, pressen’
(M. K.)
! Nur germ. und balt. Ansatz mit *sk wegen lit. šk (vgl. lit. ieškóti < *hyifs)ske-, s. Anm. 5 zu
*h;eis-), nicht ТУК < *sk.
*reud- ‘stoßen’ IEW 1095-6
Präsens *rreud-e- lat. trūdð, ere ‘(weg)stoßen, drängen’
?kymr. cy-thrudd- “ärgern, stören, quälen’'
got. (+) us-briutan ‘schmählich behandeln’,
ahd. -driozan ‘verdrießen’
?alb. tredh “kastriert”?
652
Aorist Pkrröudltreud-s- lat. trüsi ‘stieß, drängte”
Kaus.-It. *rroud-eie- an. (+) þreyta ‘ermüden’,
ahd. drözen ‘abtrünnig machen’
?aksl. (+) truZdo, truditi ‘sich mühen, arbeiten"
(M. K)
Formal auch Kaus. möglich oder Denominativ zu cy-thrudd m. ‘Ärger, Störung’ < *tröud-o-.
wu.
<=- *‘zerstößt’,; vgl. ОЕМІКАЈ 388; OREL 463.
Alter unsicher, da das Perfekt zu früdere nicht anders lauten konnte, vgl. MEISER, Habil. $155
(negativ kondizioniert).
* Eher Denom. zu trud» m. “Arbeit”.
Y*freug-' “trocken werden’ IEW —
Aorist Prrreug-Itrug- gr. Erpvyev- ёЁпрбуӨт Hsch. “wurde trocken’
Präsens ?*trug-sķé- gr. zpvorei‘ önpaiveı Hsch. “macht trocken’
?*trug-éie- gr. тооуєї: Enpaíver Hsch. ‘macht trocken’
(M. K)
1 Verbal nur Hes., vgl. aber zoúyn f. ‘Trockenheit’ und hom. d-zoúygroç ‘was nicht trocken
wird’, s. VINE, долєтоу 62-4. Bemerkenswert ähnlich, doch im Konsonantismus abweichend
ist die Sippe von germ. *drug- ‘trocken’ < *dhrugh-, vgl. ibid. 64°.
*reuH-' ‘“aufreiben, verbrauchen’ IEW 1072-3
Präsens *treuH-e- aksl. (+) -trovg, (-truti) “verbrauchen”
?*truH-ié- Эрг. тойа ‘reibe auf, erschöpfe’””
?ksl. tryjo, (tryti) ‘reiben’?
?*tru-néln-H- [lit. truniù, truneti ‘faulen, modern, уегуеѕеп”?
Aorist ?*treuHltreuH-s- aksl. (+) -tru ‘verbrauchte’
Kaus.-It. ?*rröuH-ie- [aksl. (+) travljọ, traviti ‘aufzehren”
Neubildungen: s-Aorist gr. got “aufreiben, erschöpfen””
Perfekt gr. rerpouaı ‘bin erschöpft’
M.K.)
' Für den Ansatz mit Laryngal spricht neben gr. 0 auch das slav. Paradigma, s. KOCH, MSS 45
(1985) 129-30.
653
Mit na- “егпаһгеп’, mit o- ‘vergiften’, vgl. aruss. truti ‘verbrauchen’, in den modernen slav.
Sprachen häufig ‘vergiften’, zur Semantik s. VAILLANT, RES 22 (1946) 39.
Nur spärlich belegt, häufig nur das Perfekt. Geläufiger тобхо mit dem gleichen Suffix wie in
үлүш, vgl. FRISK II 938.
Erst spät belegt, nach KOCH, Le 130, innerslavischen Ursprungs verdächtig.
Wohl Essivbildung zu einem nicht mehr vorhandenen Nasalpräs. *ггип°.
Könnte auch bel, Neubildung *rröu-eie- zur antekonsonantischen R(e) *rreu- < *treuH- sein.
Falls alt, muß sekundäre *eie-Flexion angenommen werden.
?kfreup-' ‘zerbröckeln (intr.)’ IEW 1074
Präsens *trup-e- lit. trupu, (trupeti) *bröckeln, krümeln (intr.)’
Kausativ *rroup-eie- russ. trupljü, trupit' “zerbröckeln’
Neubildungen: Nasalpräs. lit. trumpü, (trüpti) “bröckeln, krümeln (intr.)’
(M. K.)
|! Nur bel, Vergleich mit gr. тоблт ‘Loch’ > тролі ‘bohre’ wegen des langen о problema-
tisch.
P*tuehz- entfällt, s. *kiehz-
Preuei-' “erschrecken, in Furcht setzen’ IEW 1099
Präsens *ruei-e- aav. OBoi.ahi? Y. 34,11 “erschreckst’,
jav. Ptz. ӨЗайат- “erschreckend”
(М.К.
Nur av.; unklar die Beziehung zu *tueis-, zu dem wohl auch av. Oßa2sah- n. ‘Furcht’ gehört,
das aber semantisch besser zu *гие/- paßt.
2 Für *aiiehi, vgl. LOMMEL, KZ 67 (1942) 14; KELLENS, Verbe 108°.
Im Super, ßaiiastama- V. 2,23; unsicher upäßßaiieiti Vyt. 27.
654
*£ueis-' ‘erregen, erschüttern’ IEW 1099
Aorist Prrueis-/tuis- ved. atvisur RV 10,56,4 ‘sind entbrannt’
[arvisanta RV 8,94,7 ‘sind entbrannt'2
?[gr. Ptz. "отбито Anacr. 49 B. ‘schüttelnd”*
Präsens *rueis-e- gr. oeio ‘schüttle, erschüttere’
Neubildungen: s-Aorist gr. oeloaı ‘schütteln, erschüttern’
Perfekt ved. titvise ‘ist entbrannt, erregt"
(M.K.)
! Im Ved. offenbar Set-Wurzel (VAdj. tvisitd-), vgl. EWAia I 686, іт Gr. dagegen ohne Laryn-
galreflex. Vgl. ved. tvis(i)- f. ‘Erregung, Funkeln’, tvesa- “ungestüm, funkelnd’. Erweiterung
уоп *tuei- ‘erschrecken’, viell. urspr. Desider.?
Zur Problematik der Formen s. KÜMMEL, Perfekt 224-5 mit Lit.
So AHRENS bei BECHTEL, Die griechischen Dialekte, Band 3, Berlin 1924, 202 für alovra
Mss., das aber auch für Ptz. Präs. oeiovr« stehen könnte.
4 Einmal auch faktitiv ‘hat entflammt’; vgl. KÜMMEL, Perfekt 224-5.
*fuek-! ‘sichtbar sein’ IEW —
Präsens *ruk- Stat. heth. dukkari “ist sichtbar, wird gesehen; ist wichtig”?
(M.K.)
Vgl. Wurzelnomen *ruek- "das Sichtbare, äußere Form’ in heth. ruekk(a)-/tukk(a)- c.
‘Körper’; ved. tvác- f. ‘Haut’, vgl. SCHINDLER, BSL 67 (1972) 36-7.
Vgl. SCHINDLER, l.c. 37. Problematisch ist dagegen sowohl lautlich (kk) als auch semantisch
(Grundbedeutung ‘sichtbar sein’) die Verbindung mit *dheugh- ‘treffen’.
0
*tuem- “anschwellen’ IEW 1082
Fientiv *rum-ehjlh;- [lat. tumësco, ere ‘anschwellen’
Essiv *um-hle- [lat. tumeö, Gre ‘geschwollen sein’
[mkymr. 35 tyf(it) ‘nimmt zu, wächst’!
[lit. гдта, (tumeti) “dick werden, вегіппеп’
(M. K.)
Vollstufe nirgendwo belegt, doch ist *reum- nach den Strukturregeln ausgeschlossen.
< *tumiti < *tumeti.
Thematisches Präs. sekundär für *tůmi?
1
H
655
*tuenk-' “bedrängen, einzwängen’ [IEW 1099-1100]
Präsens ?*rtuenk-e- as. (+) thwingan ‘bedrängen’, аһа. dwingan
‘zwingen’
[lit. tvenkin, (tveñkti) ‘dämmen, ѕќаџеп”?
?*tunk-ié- gr. сбтто ‘stopfe voll, belade’
?ahd. (+) -dūhen ‘drücken, drängen"
Kaus Jr ?*ruonk-eie- аһа. dwengen ‘bedrängen’
Neubildungen: s-Aorist gr. сбвоп ‘vollstopfen, beladen’
Perfekt ahd. (+) dwang ‘zwang’
с ч b a H
[toch.B rarwäankau, A tätwänku ‘gezwängt”
(М.К)
*tuenĝ"- wird nur wegen jav. Ößazjaiti ‘gerät in Bedrängnis’ angesetzt, dessen Anschluß (mit
BARTHOLOMAE 798) aber nur unter der lautlich bedenklichen Annahme von *gtsk > iran. zj
möglich ist. Die germ. Formen sind genauso gut mit auslautendem *k vereinbar, s.u.
Mit durchgeführter VERNER-Variante *g wie (außergot.) bei *rrenk-, s.d.
Dazu neugebildet Fientivbildung tvinkstü, (tvinkti) “anschwellen’ < *‘gestaut werden’.
Hierher nach ISEBAERT/SELDESLACHTS, IF 107 (1994) 172-4 (die aber von *ĝ* ausgehen).
< *bunh-ija- < *tuńk-ie- mit verschobenem Akzent, falls hierher.
Vgl. ISEBAERT/SELDESLACHTS, l.c. 172-5.
Arer. ‘aufrühren, erregen, antreiben’ IEW 1100
Präsens *rur-neu/nu- [gr. ó zpüvo ‘treibe an, fordere auf”
*гиёг-е- ved. (KS) tvärate ‘eilt’
ае. Öweran ‘rühren’,
аһа. dweran “aufrühren, aufwühlen’
?*tur-ié- an. byrja ‘schnell fahren, sausen’
M.K.)
Das Germ. spricht gegen auslautenden Laryngal (keine Resonantengemination) und das lir.
nicht dafür, s. GOTÖ 169-702; EW Aia II 685.
*trunue- mit Präverb d. thematisiert aus */ги-пи-; mit Metathese der R(z) *ruy- > *tru-, vgl.
FRISK II 441.
<-- *“treibt sich an’, vgl. GOTÖ 169.
656
*uerH-' ‘fassen’ IEW 1101
Präsens ?*ruerH-ie- lit. tveriñ, (tverti) “fassen, ergreifen; umzäunen;
ausharren”
Kaus.-It. *ruorH-eie- aksl. (+) tvorjo, tvoriti ‘schaffen, machen, tun’
Essiv *urH-h,le- lit. turiù, (tureti) ‘halten, haben’
(M. K)
|! Nurbsl. und in gr. oeıprjf. ‘Seil, Band’, oooóç f. ‘Urne’; vgl. VAdj. *turH-tó- in lit. tvirtas
‘stark, fest’.
2 Kann auch Umbildung einer anderen Präsensbildung bzw. Neubildung sein.
*tuerk-' ‘schnitzen, zurechtschneiden’ IEW 1102
Präsens *ruerk-Iturk- Dav. Oßarasaiti ‘schnitzt, gestaltet’
Aorist *ruörkltuerk-s- aav. ӨВагоғайт ‘habt gestaltet”?
(M.K.)
! Verbal nur iir.; im Ved. nur das Nomen agentis tvästar- m., Name eines Schöpfergottes = av.
ӨВогәйаг- m. “Bildner, Schöpfer’, vgl. EWAia I 685-6; hierher auch gr. ont, до]. dor.
oíp¿ f. ‘Fleisch’ < *tuörk-/*turk-, s. SCHINDLER, BSL 67 (1972) 34. Nach MCCoNE, MSS 53
(1992 [1994]) 99-100 hierher noch *ruorkö- m. ‘Eber’ in air. torc usw., Jav. "Aßarasa-.
2 Für *OBard?düum < *OuarZduam, vgl. BEEKES, Gramm. 34.
657
жепей! “ziehen” IEW 1067
Aorist ?*t"éng"-It"ng"- [aksl. (+) -teže ‘zog’
Präsens ?*rlöng"-It"eng"- [toch.B cenkem ‘sie hemmen”
?*tng"-ié- aksl. (+) геѓо, (tezati) ‘fordern, fragen’
Kaus.-It. *r"ong"-Eie- jav. -Danjaiieiti ‘zieht’
russ. (+) túžiť “anspannen”
Neubildungen: s-Aorist toch.A cankär ‘hemmten’
Nasalpräs. aksl. (+) -tegng, (tegneti) ‘ziehen”
se-Präs. toch.B ranksäm, A tänkästär ‘hemmt’
Perfekt toch.B Opt. tañci “würde hemmen”
Essiv lit. tingiu, tingëti ‘träge sein’
aksl. (+) pri-teZg, -teZati “erwerben, arbeiten’
(М. K.)
Durch Verlust von s mobile aus *sreng"- < *sdhengh-9; der iran. Anlaut *0 ist anders nicht zu
erklären, gegen *rh; spricht z.B. *е in germ. *pinhslö- f. ‘Deichsel’; *g" wegen an. bungr =
lit. tingüs ‘schwer’ < */!nghu-.
Aus ‘nach unten ziehen’ auch ‘schwer sein’.
Offenbar thematisiert mit R(ē), ‘hemmen’ vielleicht aus ‘schwer sein, an etw. ziehen (und so
am Fortkommen hindern)’.
Mit pro- ‘ausstrecken, spannen’, o- ‘umfassen’, Bedeutung des Simplex wohl aus ‘herauszie-
hen’. Vielleicht Imperfektivneubildung zu -tegnpti.
АК]. tožiti ‘bedrückt sein’ (russ. tuZir’) ist wohl eher Denom. von toga f. “Bedrückung’.
Neubildung zum thematischen Aorist, gegenüber russ. tjanut’ mit analogisch restituiertem g.
Setzt athem. Konj. I voraus, der normalerweise Perfekt fortsetzt; beim Optativ wäre aber auch
Fortsetzung des Wurzelaorists möglich.
658
*y-
*yebh.! ‘umwickeln, weben’ IEW 1114
Aorist ?%иёр"-/ир"- heth. wepta ‘webte’'*
Präsens *u-ne/n-bH- ved. unap, aumbhan ‘binden, fesseln’
gr. роѓи ‘webe’?
9*uébh-e- аһа. (+) weban ‘weben, flechten’?
?toch.A wpantär “мебеп”
a
DÉI 7 2 4
?*ubh-ié- [aav. ufiiā ‘besinge’
Kaus.-It. *uobh-éie- ?sogd. (+) w’f- ‘weben’
an. (+) vefja ‘штеп, umwickeln’
Neubildungen: nä-Präs. ved. ubhnäs ‘bindest, fesselst”
Perfekt аһа. (+) wab ‘webte, flocht’
toch.B жара ‘webte’’
M.K.)
Zum Wurzelanlaut s. heth. wep-; zu weiterem vgl. PETERS 71-2; das heth. Verbum huppiye-
‘verschlingen, vermischen’ kann wegen pp und h (gegenüber рг. Oto, nicht Teúecgívo)
nicht hierher gehören, nun auch widerlegt durch heth. wep-. Nach OLSEN, FS Rıx 370 urspr.
*yebh,- mit schon grundsprachlicher Entwicklung zu *uebh-, der Laryngal sei noch in ved.
ubhnä- < *ub"neh,- — *ub-ne-h,- reflektiert (dagegen s.u. Anm. 6).
Vgl. NEU, HS 111 (1998) 59!?; der Wurzelstamm ist wegen des Nasalpräsens vermutlich als
Aorist zu bestimmen.
Viell. eher denom. zu einem *ubh-n- (schwacher Stamm eines Heteroklitikons?); nicht zu ved.
ubhnä-, vgl. Anm. 6.
Oder germ. Neubildung.
Formal möglich auch Präs. III, d.h. *wape- < *ub"-h,ie- (Essiv).
< *‘(Lieder) weben’, BARTHOLOMAE 1346; mit sekundärem f statt tb nach V Adj. *ufta-.
Könnte miran. Ersatzbildung für ein anderes Präsens sein; f statt tb nach VAdj. *uafta-; vgl.
np. baf-, oss. waf-.
Nach bedeutungsnahem sinä- ‘binden’ neugebildet für älteres unäbh- (5.0.), vgl. JOACHIM 49-
50. Die verbreitete Gleichsetzung mit рг. üpaivo ist daher kaum zu halten.
Dazu auch Konj. *wapa- in Inf. wapatsi. Im Westtoch. ist das д des Konj./Prät. verallgemei-
nert, ADAMS, DTB 586.
*yed-' ‘quellen’ IEW 346
Präsens *u-neln-d-? ved. unätti ‘befeuchtet”
659
Neubildungen: Perfekt ved. (AV) ví ūdur ‘haben überschwemmt’*
M.K.)
Verbal nur (noch) iir., weit verbreitet ist dagegen uridg. *uód-r n. ‘Wasser’ usw., dazu s.
SCHINDLER, BSL 70 (1975), 4-5; EWAial 215-6.
Spuren des Nasalpräsens vielleicht auch in Nominalbildungen wie lat. unda f. ‘Welle’, apr.
unds m. ‘Wasser’, vgl. EWAia 1 279.
Nasalpräsens mit faktitiver Bedeutung; intransitiv пиг ví aunat КУ 10,149,2, vielleicht durch
Objektellipse.
Sekundär zum Präsens mit dessen faktitiver Bedeutung, KÜMMEL, Perfekt 129.
*uedh-! “führen” ІЕМ 1115-6, [1116-7]
Präsens *ued"-e- air. fedid ‘führt, trägt, bringt”
got. (+) ga-widan ‘verbinden’
lit. vedü, (vèsti) ‘führen, heiraten (vom Mann)’
aksl. (+) vedo, (vesti) ‘führen’
Aorist *uöd"/ued"-s- ?air. Konj. fess- “führen, bringen’
aksl. ves® ‘führte’
Iterativ *uod"-eie- heth. u-watemi ‘schaffe herbei”
jav. vāðaiieiti ‘führt’
[lit. vadaŭ, vad ýti ‘führen’
aksl. (+) voždọ, voditi ‘führen’
Neubildungen: Perfekt got. (+) ga-wap ‘verband’
3a
air. *-fíd ‘führte’
(M.K.)
Zu жа" vgl. ved. vadhü- f. ‘Braut’, das Verbum ist im Ved. verschwunden, vielleicht in vah-
“fahren, bringen’ (s. *ueg"-) aufgegangen? Ansatz *hjuedih;- (MELCHERT, SHHP 88'°) oder
*uedh>- (FRITZ, Koll. Erlangen 112) wird durch heth. uware- (s.u.) wohl ausgeschlossen, die
Zugehörigkeit von uridg. *hztied-mno- “Brautpreis’ in gr. čv-æeðvoç ‘ohne Brautpreis’, Zä.
va n. Pl., ae. (+) weotuma m. “Brautpreis’ ist daher fraglich.
Die IEW 1116-7 verzeichnete Wurzel 3.*ued*- ‘knüpfen, binden’ ist wohl als ‘zusammenfüh-
ren’ zu deuten - belegt nur im Kelt. und Germ., meist mit Präverb *kom- bzw. *ga-.
Hierher auch präverbiertes air-com-fed- ‘hindern’ und fedan f. ‘Gespann’ usw., die іп IEW
unter 3.*ued"- aufgeführt sind, s.o. Anm. 2.
< *au-uod"eie- nach PEDERSEN, Hitt. 131; LEHRMAN, Diss. 258; gemäß MELCHERT, AHP 134
mit Lit. zu trennen von pēhute- ‘hinschaffen’ (s. *d"eh;-).
Belegt Perfekt 35 :ru-id, 3p :fidetar; *uëd- umgebildet aus *ue-ud-.
660
*ued"h;-' ‘stoßen’ IEW 1115
Aorist *uédhh-Jud'h- ved. ävadhit ‘hat geschlagen, hat erschlagen’?
Präsens *иёа",-/иёатһ- [heth. wizzai ‘drängt, schlägt, stößt”?
[gr. Za ‘stoßend (und wühlend)’*
Ierativ *uðd”h;-ie- рг. @Өёш ‘stoße, dränge”
?[aksl. (+) važdọo, vaditi ‘anklagen, beschuldigen,
verleumden’
Neubildungen: redupl. Präs. heth. wiwidai ‘drängt, schlägt”
(M. K.)
Laryngal wegen ved. vádhis-, *h, wegen gr. @0&є-; gegen Laryngal scheint ved. a-vadhrá-
‘unzerstörbar’ zu sprechen, doch vgl. NARTEN 233%, Laryngallos auch nach GARCiA RA-
MÓN, FS WATKINS 152.
Suppl. Aorist zu hanti ‘schlägt’; zum ¿s-Aorist umgedeutet, daneben auch thematisierter Op-
tativ vadheyam AV, vgl. NARTEN 233-4.
Uməgebildet aus 35 *wezzazzi /wetstsi/ wie ezzai aus ezzazzi ‘ВС, vgl. MELCHERT, KZ 93
(1979) 265-8; man könnte freilich auch Fortsetzung des Wurzelaor. annehmen. Laryngal-
schwund ohne Vokalisierung wohl lautgesetzlich, vgl. MELCHERT, AHP 67.
4 Nur 2x Il; zur Bedeutung vgl. K. Fr. W. SCHMIDT, KZ 45 (1913) 231-5; GARCÍA RAMÓN, FS
WATKINS 152, 154; zur Umbildung aus *uédhh,-nt- MELCHERT, Le 267-8.
Vgl. MELCHERT, Le 268. Aav. vadaiia- ‘schlagen’ (nicht Tvadeiia-) ist jedoch wohl denom.,
s. KELLENS, Verbe 15 mit Lit.
6 Zu *uodh(h,)-éie- umgebildet; Bedeutung von Präverbien beeinflußt, nach VAILLANT Ill 429-
30 urspr. ‘pousser’ und hierher; wird aber auch zu *hzuedH- ‘tönen, sprechen’ gestellt.
Vgl. MELCHERT, Le 265-7.
*yeg-' ‘munter, lebhaft, kräftig werden’ IEW 1117-8
Perfekt ?*ue-uög/ug- Alat. uigeo, -ere “lebenskräftig sein”?
[ahd. (+) wahhen “wach sein”?
Kausativ *uo$-eie- ved. vajdyati ‘spornt an’*
lat. иеред, -ere “erregen”
got. (+) -wakjan ‘wecken’
Neubildungen: naä-Präs. got. (+) -waknan ‘erwachen ”*
(M.K.)
*5 wegen ap. vazarka- = пр. buzurg ‘groß’ (unsicher Anschluß von ved. vajra- = av. vaz-
ra- m. ‘eine Waffe, Donnerkeil’); vgl. WATKINS, HSCP 77 (1973) 195-201 = Sel. Wr. 487-
93. Für den Ansatz *hzueg- bei EWAia II 492, 541; LUBOTSKY 91 gibt es keinen Anhalts-
punkt.
661
Aus altem Zustandsperfekt umgebildet oder viell. doch eher neugebildetes e Präs (WATKINS,
Le 201 = 493)?; mit unklarem і für fe (nach uigil < *uegli- “Wächter’?), wohl begünstigt
durch Homonymenflucht vor uegere.
Die R(o) macht Umbildung von urgerm. *wak-ai- aus einem alten Perfekt wahrscheinlich,
falls nicht mit WATKINS, l.c. 201 = 493 ein Denom. zum Adj. *wakra- anzunehmen ist.
+ Vgl. WATKINS, Le 198-200 = 490-2; JAMISON 89.
Nicht auch intr. = uigēre, s. ERNOUT-MEILLET s.v., nach WATKINS, l.c. 198 = 490 < *uogere
mit *uo > ue auch vor Velar.
Іт Ае. starkes Verb mit Präteritum wöc. Germ. Inchoativbildung zu *wak-ai- ‘wach sein’.
*yeg"- “schweben; fahren" IEW 1118-20
Präsens ?*ueg"-/ug- ved. Akt. Іру. 2d уо/лат, Med. 35 Орг. uhita,
Ptz. úhāna- ‘bringen, fahren’?
zwé e 7 ved. váhati ‘weht, fließt; fährt’®
Jav. vazaiti “fährt; fließt, treibt’
gr. pamphyl. дєхёто ‘soll bringen’
lat. uehö, -ere ‘fahren’
ап. (+) vega ‘bewegen, wägen’
lit. veZu, (veZti) ‘fahren’
aksl. (+) vezg, (vesti) ‘fahren’
alb. vjedh ‘stiehlt’
*ui-ug"-e- [ved. йлаѓі ‘schiebt, rückt”
*ugh-ske- Doch D /wask-/, A wāsk- ‘sich rühren, zucken?
Aorist *ueg"/ueg"-s- ved. ävät ‘hat/ist gefahren’
jav. Konj. uz-uuažat “wird herausholen’?
gr. kypr. Z#e£e ‘brachte’
lat. иёхї ‘fuhr’
ksl. oto-vësta “fuhren ab’*
Kaus.-It. *uog"-eie- ?ved. (Br.) vahayati ‘läßt fahren”?
gr. óyéona "fahre"?
got. (+) -wagjan ‘schütteln, bewegen’
ksl. voZo, voziti ‘fahren’
Neubildungen: Perfekt ved. uvaha ʻhat/ist gefahren’!
jav. vaoze ‘hat für sich hergebracht
an. (+) vá, ahd. wag ‘bewegte, wog’
»12
662
! Eigentlich intr. ‘schweben’, woraus schon grundsprachlich ‘(mit einem Wagen) schweben’
— ‘fahren (intr.)’, dann auch transitiv ‘etwas fahren, (fahrend) bringen’, s. SCHLERATH, SII
20 (1996) 379-87, vgl. auch jüngere iir. Fortsetzer mit der Bedeutung ‘wehen; fliegen; flie-
Ben’.
2 Nur noch relikthaft im RV und einem YV-Mantra, doch kann gegen 11У! aufgrund der
Wurzelbedeutung ‘schweben’ kein ursprünglicher Wurzelaorist vorliegen. Der zugehörige
Inj. könnte in der Ritual-Interjektion var erhalten sein, wenn mit DUNKEL, MSS 46 (1985) 56,
71° als **he drives (conveys by vehicle)’ zu erklären.
3 = ved. väksat; mit ž < *j2" < *g"-s, s. NARTEN 240 mit Anm. 725; zweifelnd KELLENS, Verbe
368' wegen Parallelstellung mit Imperfekten und Injunktiven, doch ist ein Konjunktiv in prä-
teritalem Kontext durchaus möglich, vgl. HOFFMANN, Inj. 244.
4 Vgl. KOCH 289.
Viell. urspr. Konjunktiv des Wurzelpräsens, doch dann sicher schon uridg. verselbständigt.
Іп ved. vah- könnte außer ze äh. auch *ued"- ‘führen’ fortgesetzt sein, wofür besonders die
Bedeutung ‘eine Frau heimführen, heiraten’ spricht; s. jetzt FRITZ, Koll. Erlangen 111-8.
7? Urspr. wohl iterativ *‘bewegt ruckweise’, vgl. Сото 297. Mit Assimilation *иіш > *uuu? in
der Reduplikation.
š Aus dem ske-Präs. neue Wurzel abstrahiert, vgl. HACKSTEIN 197-200.
Neubildung wahrscheinlich.
Seltener Aktiv öy&w, das aber auch die Bedeutung ‘tragen, aushalten’ zeigt und daher minde-
stens teilweise zu *seg”-, s.d., gehören muß, vgl. FRISK II 455-6.
1! KÜMMEL, Perfekt 484-6.
" KÜMMEL, Perfekt 663-4.
Prueg-' ‘weben, knüpfen’ IEW 1117
Präsens *ueg-ie- air. 3s pass. -figther ‘wird gewebt’
Neubildungen: Perfekt air. fáig “webte’
(M.K.)
1 Verbal nur kelt., dazu Nomina wie spätved. vägarä- f. ‘Strick, Fallstrick’ (s. EW Aia II 538-
98), lat. uelum п. ‘Segel, Tuch’ (*ueg-s-lo-), ае. wice m. ‘Docht’, wöcig f. ‘Fallstrick’.
жери! “feucht machen’ IEW 1118
Präsens *ueg*-/ug®- [toch.B Konj. ewkäm ‘wird fließen lassen’?
Desider. *ueg*/ug*-s- [ved. uksáti *besprengt'2
Fientiv ?*ug#-éh/h;,- [lat. auesco, -ere ‘feucht werden"
Essiv Prug*-h,ie- [lat. *диео in йиёпѕ ‘feucht”*
(M.K.)
663
Vgl. gr. úypóç “feucht” < *ugro- < *ug"-rö-, an. vokr ‘feucht’ < *uog"-o-.
Zum Ansatz der toch. Wurzel *auk- und zur Abgrenzung gegen *auks- ‘wachsen’ vgl. HACK-
STEIN 336-48; *auk- wohl urspr. athem. Präs. < *ohj-ug“- mit Präverb und durchgeführter
R(z); im Osttoch. umgebildet zu Konj. VII oknäs, s. HACKSTEIN 347-8.
< *‘will feucht machen’? Anders ist die Stammbildung kaum zu erklären. Nach KIEHNLE
141-84 innervedisch aus faktitivem ‘wachsen lassen’ (zu *hzueks-) umgedeutet; dagegen s.
Сото, Materialien 1993, 124.
Mit problematischem йи- (zur Erklärung vgl. PETERS 64-5), vgl. auch üuidus ‘feucht’,
üuor m. ‘Feuchtigkeit’.
PryeHgt-! ‘anerkennen, respektieren’ IEW —
Präsens ?*ueHg"/uHg"- aav. uzamöhi Y. 46,9 “wir erkennen an’?
ved. ls дру ühe ‘ehre’,
35 Stat. ahe “ist/wird anerkannt’?
(MEI
' Nur iir., zum Ansatz s. INSLER, SII 20 (1996) 169-86; KÜMMEL, Perfekt 488-9; dazu nominal
aav. uzama- “ehrerbietig’, Superlativ av. vāzišta- ‘ат meisten geehrt’, ved. vähistha- “am be-
sten ehrend’; jav. °vāzah-, ved. vähas- п. ‘Ehrung’.
Wenn für *azmahi < *пј"таѕі, KÜMMEL, Perfekt 490.
S. KÜMMEL, Perfekt 488-90 mit Lit. Traditionell als Perfekt zu *h,ueg*”- ‘feierlich sprechen’
gestellt, doch jedenfalls im Ved. besser davon zu trennen. Die 2d ühyäthe RV 4,56,6 (nach
INSLER, l.c. 182-3 mit Lit. hierher) ist allerdings wohl wie Konj. 35 ähyäte RV 1,120,11 zum
Intensivum von vah- ‘fahren’ (*ue$”-) zu stellen, vgl. KÜMMEL, l.c. 490 mit Lit.
(1 .)*ueh,- S. *hueh,-
*ueh,-' ‘sich wenden’ IEW —
Präsens *иёй,-/иёһ- heth. wehzi, wahhuweni ‘sich wenden’?
M.K.)
Vgl. ursl. *vyja f. ‘Hals’ < *uh;-ieh;- ‘Drehung’, s. REINHART, MSS 49 (1988) 97-100.
Vgl. OETTINGER 99-100.
664
*yeh,d"-' ‘durchschreiten’ IEW 1109
Präsens *ueh,d"-Juhzd"- [lat. идао, ere “gehen, schreiten’
[an. (+) vada ‘waten”
Aorist ?*иёһ,а"/иёһ,"-5- lat. -uāsī “ging, schritt”
Perfekt ?*ue-uöh,d"uh,d"- Ian. (+) óð “watete’”*
(M. K)
! vgl. KLINGENSCHMITT 85.
2 Mit analogisch syllabifizierter R(z) *wad- < *иә›1"- für їйа- < Tuh;dh-.
3 Simplex erst bei Tert.; Neubildung möglich.
7 Neubildung wahrscheinlich.
*yeh;g-' "bedecken" IEW 1110
Präsens ?*uųéhĝ-ie- lit. vóZiu, (vóZti) “реп, decken’
(М.К)
1 Auñerbalt. nur in lat. uägina f. ‘Scheide’.
*ueh;f- ‘brechen, zu Bruch gehen’ IEW 1110
Aorist *uehß-Iuh@- ` och A wäkält] ‘zerbrach (intr.)”?
Präsens *uh,ß-neulnu- gr. dyvOuı "mache (zer)brechen’”
Perfekt *ue-uöh5@luh58- Ier. &&ya ‘bin zerbrochen’*
[toch.B Ptz. wawäkau’
Iterativ ?*uohzg-eie- [heth. waki ‘beißt’®
Neubildungen: s-Aorist gr. ёаѓа ‘machte zerbrechen”
toch.A wäkär ‘zerbrachen, spalteten’
se-Präs. toch.A waksant ‘brechend’, B wākstär “unterscheidet sich”?
Fientiv gr. ё@уп "zerbrach"?
Essiv toch.B wokontär ‘zerbrechen (intr.)’
(М.К)
Vgl. gr. dude m. ‘Bruch’, toch.A wakäm n. “Unterschied’ — *‘Abspaltung’; das gr. Perfekt
spricht für fientive Grundbedeutung. Іт Gr. mit erneuerter R(z) *uag- für Tüg- < *uhzg’- nach
R(e) *uag-.
665
< *uh;@'-to, s. HACKSTEIN 132.
Faktitiv; Med. intr. ‘(zer)breche’.
R(e) statt R(o), bei Wurzeln mit *eh; im Gr. regulär.
Dazu wohl auch Konj. B wākam, A wakas, Prät. А wak mit Reduplikationsverlust.
Mit sekundärem kk in 3p wakkanzi, s. MELCHERT, AHP 81 gegen OETTINGER 445.
Zum akt. Präs. mit dessen К(2).
Vgl. HACKSTEIN 128-32.
Eine alte Fientivbildung *uh;g'-Eh,/h,- ist unwahrscheinlich, da kein Bedeutungsunterschied
zum Wurzelaorist besteht; daher wohl Neubildung, oder viell. Umbildung des medialen Wur-
zelaorists?
von с л ь un
Prueh;ß*-" ‘schreien’ IEW 1110
Präsens *yi-uéh huh- Ier. Aor. Zare ‘schrie’
(M. K)
Nur gr., vgl. ул}, dor. @у@ f. ‘Schall’ < *uakh-a-; onomatopoetischen Ursprungs?
Bei Homer Ë und fr ch: mit analogischer R(z) *uak* statt 1"; wegen i-Redupl. wohl urspr.
Präsens.
?*yei(H)-' ‘verwelken’ IEW 1123
Fientiv ?*yi(H)-Ehj/h- “[lat. uiescö, -ere ‘verwelken’?
M.K.)
! Nur lat., daneben *ueis- іп Nominalbildungen wie an. visinn "verwelkt, *uei(H)t- in lit.
výstu, (výsti) ‘welken’, das eine baltische Neubildung darstellt.
Setzt einen Fientiv *uië- voraus.
*ueid- “erblicken’ IEW 1125-7
Aorist *ueid-/uid- lat. uidi “sah”!
[ved. ävidat “hat gefunden’?
[aav. vidat “findet”?
[arm. egit “Тапа”
[gr. eiöov ‘sah, erblickte’, Inf. ¿óg£v
Präsens *иі-пё/п--* [ved. vindäti “findet (heraus)’
aav. уїпазії, jav. vinasti “findet (heraus)”
666
Perfekt *
x<
y
d
id-/uid-”
Kausativ *uoid-eie-
Desider. *ueid/uid-s-
Neubildungen:
s-Aorist
9[агт. gtanem “finde”®
[air. ro-finnadar ‘findet heraus, erfährt’;
[mkymr. (+) gwnn ‘ich weiß’?
ved. véda, vidúr ‘weiß, wissen"
aav. vaeda ‘weiß’, Jav. vidara ‘wissen’
[arm. gitem ‘ich weiß’
gr. olda, iðuev ‘weiß, wissen’
[air. ro-fetar ‘ich weiß’, -fitir “ег weiß’'";
[mkymr. gwyr, mbret. goar “ег weiß’'?
got. (+) wait, witum ‘weiß, wissen’
[apr. waisei ‘du weißt’, waidimai ‘wir wissen’
es У f -n314
aksl. (+) vědě — [vëmb “ich weiß’!
ved. -vedáya- ‘ankündigen’
aav. -uuaēdaiia- ‘zuweisen’
ө SE € 15
air. -foidi* ‘schickt’
ahd. (+) weizen ‘zeigen, beweisen’
SR Se 16
[lat. wisö, -ere ‘besichtigen, besuchen’
aav. fra-uuöizdüm ‘nehmt zur Kenntnis!”
gr. eloato ‘(er)schien, glich’
akrodyn. Wurzelpräs 7
Bicle-Präs H
redupl. Perf.
Essiv35
[alit. véizdmi ‘sehe’, [lett. vieder "schen"
[aksl. (+) Ipv. viZdb ‘sieh!”'
Gen уы 21
aav. vaēdō.dūm "erkennt!"
gr. eidouaı ‘(er)scheine, gleiche
?air. -fiadat “erzählen”
?ае. (+) witan ‘jmdm. etw. vorwerfen”?*
322
ved. vivéda, jav. viuuaēða ‘hat gefunden”?
(lat. uideð, -ēre ‘sehen’
got. (+) witan ‘achten auf, bewachen’
lit. pa-vydžiù, -vydeti ‘beneiden’
doch auch direkt auf ‘erblicken’ beruhen.
4 Nach MEISER, FS RIX 299-301 kommt die Bdtg. ‘finden’ urspr. dem semantisch transitiven
Nasalpräsens zu; dabei ist allerdings problematisch, daß ‘finden’ momentane Aktionsart hat
und man daher einen Aorist erwarten würde.
Jav. auch thematisiert vinda-.
Könnte auch innerarm. Neubildung zum Aorist sein.
d *uind- offenbar zu *uind-na- umgebildet; PEDERSEN, VKG 523.
3
(M. K)
Zum Ansatz eines athem. Wurzelaorists und dessen Fortsetzung im Lat. vgl. MEISER, FS RIX
298-9 (mit LC Habil. $299.
Uriir. Thematisierung wohl wegen teilweiser Homonymie mit *udid-/uid- ‘wissen’ (s. Perf.).
Bedeutung nach MEISER, l.c. 299, vom Nasalpräsens (s. Anm. 4) übertragen; ‘finden’ kann je-
9a
20
21
ER
23
24
24а
25
667
< *uindn-, vgl. SCHRIJVER, BCHP 152-3. Suppletiv zu gwyr "er weiß’ usw., s.u.
Ohne Reduplikation, was bisher nicht befriedigend erklärt ist (ein Versuch bei WINTER, FS
RIX 479-83); ebenso ungeklärt R(e) für R(z) in einzelsprachlichen Formen wie gr. Konj.
eiöw, Ріг. Eidg (dissimiliert *ue-uid- > *ueid- oder alt?) sowie dem gr. Plapf. 1/07, das
SCHRIJVER, HS 112 (1999[2000]) 264-272 mit kelt. *wed-i- іп mkymr. (+) Ipf. gwyöfy)- auf
*yeid-eh,- zurückführt. Relikte verschiedener älterer Bildungstypen?
Hierher auch die Modalformen (Коп). vedat usw.) und Med. vide ‘weiß von sich; ist be-
kannt’, vgl. KÜMMEL, Stativ 101-4; Perfekt 495-8 mit Lit.
Zu den arm. Umbildungen vgl. KLINGENSCHMITT 135.
< *yid-r-, sekundär mit dem Medialkennzeichen *-r- versehen, mit verallgemeinertem <tr> [d]
von der synkopierten 3p *widontor > *w’eöodor > *w’edor > -fetar, vgl. SCHRIJVER, Le, 267
mit Lit.
Nach SCHRIJVER, BCHP 353-4 regulär < *Wiör- < *uid-r- (mit medialem *-r- wie im Аіг.);
dazu 15 vom Nasalpräs. (s.o.), sonst Stamm mkymr. (+) gw® < *uid- (mbret. jedoch gous- <
*uid-s-, SCHRIJVER, BCHP 153-4). Zum Ipf. s.o. Anm. 9.
Mit Aufgabe der alten Perfektendungen und durchgeführter Riol
vědě < *uóid-h;ei, 15 Ind. mit Primärendung (Parontiv), sonst sekundär zum aktiven Wurzel-
präsens umgebildet, Rio) durchgeführt; Inf. vederi mit dem -ё- der Zustandsverben.
Wohl €- *‘ zuweisen’ e *‘zeigen’.
< *‘nach jmdm./etw. sehen (wollen),
Vgl. JASANOFF, Stative 108. Allerdings ist die Akutierung durch WINTERs Gesetz erklärbar
(s. Anm. 1 zu *breg'-), so daß urbsl. *иёіа-/иїа- direkt *ueid-/uid- fortsetzen könnte; mithin
wäre zu überlegen, ob nicht Umgestaltungen des Wurzelaorists vorliegen.
Neulit. veizdZiu, veizdeti, mit zd vom Іру. *u2izdi < *иёіа-а"і.
Sonst nach 3p *ueid-inti > videtv zu vidi-/vide- umgebildet; vidi-/vide- könnte aber auch auf
einer Essiv-/Fientivbildung (s.u.) mit WINTER-gedehnter R(z) *uid- beruhen.
< Konj. Wurzelaor.? Oder Thematisierungen des akrodyn. Wurzelpräsens, das dann grund-
sprachlich sein müßte?
Bdtg. des Stammes уаёаа- umstritten, vgl. SEEBOLD, Sprache 19 (1973) 36-8 mit Lit.; in je-
dem Fall ist als Grundlage ‘wahrnehmen, erkennen’ anzunehmen.
<- * gesehen werden’ bzw. *‘sich sehen lassen’.
Zur Bedeutung vgl. viell. uridg. 1.*beh,- ‘glänzen’ neben 2.*bfehz- ‘sagen’.
Wohl über ‘zeigen’, ‘feststellen’ aus ‘sehen’ (keine Faktitivbildung!); nach SEEBOLD 549 als
‘verfolgen’ zu ае. (+) -witan ‘gehen’ (s. 1.*ueih,-). Erscheint außerdem kontaminiert mit
3.*uel- zu *ul-eid- іп ae. (+) wlitan ‘sehen’, HAMP, IF 87, 1982, 79-81.
lir. Neubildung zu vindá-" ~ vida-' ‘finden’, KÜMMEL, Perfekt 492-5; 657.
Durativ-statisches ‘sehen’ als imperfektive Neubildung zu momentanem ‘erblicken’, vgl.
MEISER, FS Rıx 299-300.
*yeig-' ‘in Bewegung geraten, sich entfernen’ ПЕМ 1130-1]
Aorist *ueig-/uig- ved. mä abhi vikta ‘soll nicht umkippen’
?[toch.B wika, A wik ‘schwand’?
Präsens *uig-e- ved. vijáte ‘bewegt sich, flieht’
khot. bijs- ‘gießen, schütten’
668
Prueig-e-
Perfekt *ue-uöig/uig-
Neubildungen: s-Aorist
se-Präs.
Essiv
jav. vagjant- “schwingend, schleudernd’’
рг. віко ‘weiche’?
ае. (+) wican ‘weichen’
[toch.B Konj. wisäm ‘soll sich fernhalten””
меа. prá vivijre ‘sind losgestürzt’
[ae. (+) wäc ‘wich’
?[toch. Konj. B wikätär, A wekas “wird schwinden’
gr. ei&aı “weichen”
toch.B Іру. pwikso ‘haltet euch fern!”
toch.B wiksenca ‘sich fernhaltend’, A wikäst ‘vermeidest’®
toch.B wiketär, A wikatär ‘schwindet’
(M.K.)
Anschluß von gr. *öfeıy- in o’yvuuı ‘öffne’ (vgl. FRISK I 357) ist wegen eixw problematisch,
das allenfalls *(h;)ueig- erlaubt, nicht aber *h ueig- (s.d.).
vn $ ta W>
Mit sekundàrem a-Suffix (bzw. Set-Charakter); oder Neubildung.
Mit faktitiver Bdtg., Oppositionsaktiv oder von einem Kausativ beeinfluBt?
x für y wohl aus (nichtpräsentischen) Formen mit ks, kt, vgl. FRISK 1 454.
wi? statt Tyi° < *uei? mit analogisch übertragenem w, vgl. HACKSTEIN 134-5. Könnte auch
den Konj. Wurzelaorist fortsetzen.
*ueih;-
Präsens
Aorist
Neubildungen:
Neu zum Präs.
Vgl. HACKSTEIN 136.
Vgl. HACKSTEIN 133-6.
‘sein Augenmerk richten auf, trachten nach’
*ueihr-/uih;-
* u-ueih,luih,-
*ui-neln-h,-
de-Präs.
IEW 1123-4
ved. veti (Іру. vihf) ‘wendet sich zu, trachtet nach,
verfolgt, ...”'
Jav. vaeiti ‘verfolgt’
lat. urs ‘du willst’?
[lit. veja, (vyti) ‘nachjagen, verfolgen”
рг. (ЛЛЕиоа ‘strebe, trachte nach"
[pāli pa-vinati ‘kümmert sich ит”?
9 D ‚5а
?агт. gnam *реһе
ç [7 6
?mkymr. gwyn- ‘plündern
?[aksl. (+) po-vingti “unterwerfen’’
ved. Konj. vesat ‘soll hinterher sein"?
рг. (&)єісато ‘strebte пас”?
Фае. (+) ge-witan ‘weggehen’?
+í un.
5a
669
Perfekt ved. á ... viváya ‘ist herbeigekommen”'!%
?toch.B Prät. waya, Konj. wāyam, A wā- *бїһгеп'!!
(M. К.)
Zur Semantik im КУ vgl. ausführlich W.P. SCHMID, GS RENOU 613-24.
Suppletiv im Paradigma von uelle (s. *uelh,-), die Wurzel auch in in-uitus ‘unfreiwillig’.
Dial. Präs. auch vijù nach dem Prät. vi jaù.
Stamm *ийе- aus Зр *ulientoi < *uiiiientoi < *wi-uih,-entoi abstrahiert, vgl. HARDARSON, FS
Rıx 159-66.
Vgl. W. P. SCHMID, IF 70 (1965) 7-8; 10; vi° statt *vi° nach der antekonsonant. R(z); nach
SCHMID, l.c. 9-10 ist uriir. *udáinati ‘spürt nach, schaut nach’ (ved. vénati, ау. vaēnaiti) aus
*игпагі und *uáiti kontaminiert, doch handelt es sich eher um ein Denom. zu *иаіпа- іп ved.
vená- ‘Späher’ (vgl. Jav. уаёпа- ‘ Nase’), vgl. Сото 298-9.
TICHY, Unterricht; KLINGENSCHMITT 95f. rechnet dagegen mit einem Denom. *gh(e)h,-enah;-
ie-, letztlich zu *g"eh,- ‘gehen’.
Vgl. (mit Vorbehalt) SCHULZE-THULIN 8226.
Wenn nicht mit VAILLANT Ш 231-2 zu -viti ‘winden’.
Vgl. NARTEN 246, die aber (wegen Isoliertheit der Form) Neubildung annimmt; ein Aorist zu
dieser Wurzel hätte im Ved. aber kaum anders lauten können.
Vgl. НАКРАВЅОМ, l.c. 166-7.
Hier anzuschließen nach SEEBOLD 548-50, jedenfalls nicht zu *ueid- “erblicken’.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 453-5.
Vgl. HILMARSSON, GS KLÍMA 99-108, bes. zum Opt. toch.A wāwim.
*yeik-' “eingehen in, eintreten’ ІЕМ [1129], 1131
Aorist *ueik-/uik- ved. ní avisran “haben sich niedergelassen”
Präsens *uik-e- ved. viéáti “tritt ein, läßt sich nieder’
aav. visönt ‘stellen sich bereit”?
Perfekt *ue-uöikl/uik- ved. á vivesa “ist eingegangen (їп)?
?jav. уїишїзе V. 2,4 "bast dich bereitgestellt”?
gr. &oıxe, Du. ёїктоу ‘gleichen, ähnlich sein"
Kausativ *uoik-eie- ved. vesäyati ‘läßt eingehen (in)’
Neubildungen: ske-Präs. gr. dia ‘mache gleich, vergleiche’”
(М.К)
Verbal пиг їїт. und wohl gr. (mit weiterentwickelter Bedeutung, s.u. Anm. 4); nominal ур].
ved. vis- f. ‘Niederlassung’, aksl. уьзьЁ. "Dorf" usw.; *uóik-o- m. in ved. vesa-, рг. оѓкос
‘Haus’, lat. utcus ‘Dorf.
670
Zum s-Aorist aviksata usw. umgebildet, daneben im Aktiv neugebildeter is-Aor. vesis, vesit,
vgl. NARTEN 243-4. Oder sind veś-is, -it (nur 2/3s belegt) verdeutlichend für *ver < *ueik-t
eingetreten und somit Reflexe des akt. Wurzelaorists?
Zur av. Bedeutung vgl. KÜMMEL, Perfekt 658.
% KÜMMEL, Perfekt 499-501.
Für *viuuise, Neubildung wahrscheinlich; KÜMMEL, Perfekt 658 mit Lit.
Bedeutungsentwicklung etwa ‘hinzutreten’ > ‘'nahekommen’ > ‘gleichkommen’. Zu angeb-
lichem reduplikationslosem оѓко vgl. Rıx, MSS 19 (1966) 103-12.
Neubildung zum Perfekt.
2a
?1.*ueik-' “aussieben’ IEW 1128
Präsens ?*ui-ueik/uik- ved. viveksi RV 7,3,4 ‘siebst, trennst’ (?),
vi vivigdhi KS ‘scheide aus!”"?
*ui-neln-k- ved. vinäkti ‘siebt, trennt, unterscheidet’
Iterativ ?*uoik-eie- jav. -уаёсайейі “sondert aus’?
Perfekt ?*ue-uöikluik- ved. vivikvanıs- RV 3,57,1 “unterschieden habend’?
(M.K.)
1 Verbal nur iir., weiteres unsicher, vgl. EW Ата II 577.
la Unsichere Formen, vgl. KÜMMEL, Perfekt 491.
Vgl. KELLENS, Verbe 134", 139; HOFFMANN-NARTEN 63°.
° S. KÜMMEL, Perfekt 490-1. Nicht hierher viveca AV 6,61,2, s. ibid. 504.
2.*ueik-' “überwinden, besiegen’ IEW 1128-9
Aorist *yueik-/uik- lat. uici ‘(be)siegte”
Präsens *ui-ne/n-k- [lat. иїпсб, ere ‘(be)siegen’
*uik-e- air. -fich, -fechad ‘kämpfen’
an. (+) vega ‘kämpfen, töten’
Perfekt ?*ue-uöik/uik- аіг. fich ‘kämpfte’, mkymr. am-uc ‘verteidigte’‘
[got. (+) -waih, an. va ‘kämpfte’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. veikiu, (veikti) ‘arbeiten’,
mit Präverb ‘bewältigen, bezwingen’
(M.K.)
` Heth. huek- *schlachten, töten’ und hunink- ‘verletzen’ besser zu *h ueg- (s.d.), vgl. STRUNK,
Heth. u. Idg. 242-56, dort auch zur Semantik von 2.*ueik-.
671
2 Vgl.MEISER, Habil. 8300.
Zum Britann. (mkymr. amyg- usw.) s. SCHRIJVER, BCHP 156-7.
Durch Analogie zum Prät. im Germ. auch mit R(e): got. weihan ‘kämpfen’ (weniger wahr-
scheinlich aus Nasalpräsens *winha- < *uinke- < *uinek-/uink-) und kontaminiert as. wigan
‘kämpfen’, ahd. ubar-wehan ‘überwinden’.
*yui-uik-, s. THURNEYSEN 435.
*ambi-uoike mit Reduplikationsverlust im Kompositum, vgl. ISAAC 307.
*ueip- in schwingende/zitternde Bewegung geraten? IEW 1131-2
Aorist *иёір-/иір- ved. vipāná- RV 8,6,29 “in Erregung geraten’!
Präsens *ueip-e- ved. vepate ‘zittert, erregt sich’
Jav. -va&panti “werfen (мер)
[got. (+) weipan ‘bekränzen””
?[lit. viepiù, (viepti) ‘(das Gesicht) verziehen’
Perfekt ?*ие-ибір/иір- ved. vivipre ВУ 3,32,4 ‘sind in Erregung geraten’”
Kausativ *uoip-eie- ved. vepäyati ‘schüttelt’
jav. va&paiiant- ‘Unzucht treibend’
an. veifa ‘schwingen, werfen’*
[got. faur-waipjan ‘verbinden’?
Neubildungen: Nasalpräs. lit. уїтрї, (vipti) ‘den Mund aufreißen, ра еп’
(M. K.)
Zwar nur im medialen Partizip belegt, doch wegen der Wurzelbedeutung wahrscheinlich alt.
Faktitives Oppositionsaktiv, vgl. Сото 52-3, 299.
Im Germ. teilweise mit *p (quasi idg. *b), das von einem Intensivum *wipp-ö/ija- übertragen
sein dürfte, vgl. LÜHR 361.
Neubildung möglich, vgl. KÜMMEL, Perfekt 498-9.
Anschluß von got. bi-waibjan ‘umwinden’, ae. w@fan ‘bekleiden’ semantisch schwierig.
SI Я 4
1.*ueis- ‘sprießen, gedeihen’ IEW 1133
Präsens ?*ui-ne/n-s- [lit. visù, (visti) ‘sich fortpflanzen’?
Essiv *uis-hle- [lat. uireð, äre “grün sein’
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lit. veisiu, (veisti) ‘sich vermehren, erzeugen’
(M.K.)
672
з
Vgl. ап. vísir m. ‘Keim, Sproß’, аһа. wisa Ё ‘Wiese’, lit. v(e)islüs ‘fruchtbar’.
Bildungstyp produktiv, Alter unsicher.
1
£
2.*ueis-! ‘fließen’ IEW 1134
x. у 2 Н 2
Präsens *ueis-e- ved. avesan, vesant- ‘fließen’
(M. K)
Vgl. europäische Flußnamen, av. vaēšah- п. ‘Fäulnis’ und vielleicht auch *uis- (0.ä.) *‘Flüs-
sigkeit’ > ‘Gift’ in ved. visd-n., av. viš-/viša- n., gr. Zögm,, lat. иїги$ п. usw., s. EWAia II
563-4; 586.
Nur RV (3x); unsicher ist Zugehörigkeit von vesisas RV 8,75,11; vgl. NARTEN 244-5.
23 .*yeis-' ‘ausführen, zustande bringen’ IEW —
Aorist ?*uéls-/uis- ?ved. viddhi AV 2,5,4 ‘sei tätig, führe aus!”
Präsens ?*ui-ueis/uis- ved. vivesti ‘ist tätig, führt aus, bewältigt”
Neubildungen: Perfekt ved. vivesa ‘hat gewirkt, gearbeitet’
(M. K)
! Nur indoar., vgl. EW Aia lI 585-6.
Mantravariante zu aviddhi ‘hilfl’, das auch hier metrisch besser passen würde; vgl. NARTEN
245-6.
Oder < *vavesti < *ue-uoisluis-.
Prät. ävivesis gehört mit avives zum Präs., s. KÜMMEL, Perfekt 501-3.
*yek- ‘wünschen’ IEW 1135
Präsens *uek-/uk-' ved. vasti, 1р usmasi ‘wünschen, wollen’
aav. vasti, 1р usämahi "wünschen"
*yok-Juek-” heth. wekzi, wekkanzi ‘wünschen, verlangen”
[hluw. waziti ‘verlangt’
рг. Ptz. ёкфу “freiwillig”
*ye-uokluk- [heth. wewakki ‘fordert, verlangt’
?ved. vaváksi RV 8,45,6 ‘willst’
[vivasti RV 7,16,11 "wünscht!
673
Perfekt ?*ue-uókluk- ?ved. vavasür ‘verlangen (nach etw.)
ausw
(M.K.)
Daneben das funktionell unterschiedene akrodyn. Wurzelpräsens, vgl. HARDARSON 62. Nach
EICHNER, MSS 31 (1973) 81; OETTINGER 10027 ist jedoch iir. *ийс-/ис- sekundär aus akro-
dyn. *uäc-/uäc- umgebildet; bei dem häufigen Verb ist aber ein spurloser Verlust der akro-
dyn. Flexion kaum wahrscheinlich (ein solcher direkter und vollständiger Übergang zum am-
phidyn. Typ ist iir. auch in keinem anderen Fall feststellbar).
Iterativ-durative Aktionsartbildung “immer wieder wünschen’ — ‘verlangen’ neben dem am-
phidyn. Wurzelpräsens, vgl. HARDARSON 62.
wek- < *uök-, wekk- < *uek-, EICHNER, Le: OETTINGER 17-8; 100.
< *yek-ie-, MELCHERT, GS COWGILL 198.
*uék-ont- < *uek-at- < *uek-nt-, vgl. HARDARSON 62"°.
Mit Übergang in die hi-Konjug. wegen mit einem Perfekt identischer Stammbildung, OETTIN-
GER 433; ders., Grammatica ittita 229.
Augenblicksbildungen nach JOACHIM 150-2.
Altes Zustandsperfekt nach DI GIOVINE I 332-4; dagegen sind nach KÜMMEL, Perfekt 477-80
alle Formen zu ved. vas- ‘(sehnsüchtig) brüllen’ zu stellen.
*uek!- ‘sagen’ IEW 1135-6
Aorist ?*uék“-luk"- aav. 3s Ipv. йсат ‘soll gesagt werden’?
Я А 2
*y6-uk!-e-' ved. ävocat ‘hat gesagt’
aav. -vaocat ‘sagt’
> 5 = 3
gr. einov, ion. elana ‘sagte’
Präsens *ui-uek!/ukt-* ved. vivakti ‘spricht’
Perfekt *ue-uök*/uk®- ved. vaväca, [uvaca ‘hat gesagt”
Q & „ы ку
aav. Ip vaoxamä "haben genannt’,
Jav. vaoce ‘ist gesagt worden, heißt
?[ahd. gi-wuog “erwähnte”
„5a
(M.K.)
Synchron zum Passivaorist auuäci, väci gehörig, vgl. KÜMMEL, Stativ 148; vielleicht ein letz-
ter Rest des alten Wurzelaorists (s. die folgende Anm.).
Der iterativ-komplexive redupl. Aorist hat wohl schon späturidg. einen Wurzelaor. ersetzt,
vgl. BENDAHMAN 41, 203.
Der athem. Kon). vocati kann sekundär sein, vgl. BENDAHMAN 202.
Mit Dissimilation Sue Ak. > *ue-ik“-, zur urspr. gr. Flexion vgl. BENDAHMAN 40-1 mit Lit.
Gr. Evfoow besser zu 2.* sek“, s.d.
va- nur selten, meist mit innerved. regulärer u-Reduplikation; vgl. KRISCH 19-20 mit Anm.
26. Vgl. KÜMMEL, Perfekt 441-4.
KÜMMEL, Perfekt 658-60.
674
Viell. neues Prät. (nach der 6. Ablautreihe) zu einem aus dem Perfekt entstandenen urspr.
Präs. *waha- (?). Synchron lautet das (suppletive) Präs. giwahanen, -inen, wohl denom. zu
einem *wahna-.
1.*uel-' ‘einschließen, verhüllen’ IEW 1138
Aorist ?*uél-lul- ved. ví āvar ‘hat enthüllt”?
?aav. Konj. ni-uuarani ‘will umschließen”
Präsens *и/-пёи/пи- ved. vrnóti ‘schließt ein”
aav. Konj. varanauuaite “wird einschließen’
[gr. eiA&w “dränge, schließe еіп”?
Perfekt *ue-uöllul- ?ved. vavrivanıs- ‘hemmend’”
gr. *éóAet Рі. P. 4,233 “bedrängte”®
Fientiv *ul-éh//h;,- gr. @Afjvan ‘sich drängen’
Neubildungen: s-Aorist gr. #Асол “drängen, einschließen’”
ne-Präs. ?gr. eiAöuevog ‘sich drängend’
5a
(M. K)
Daneben im Gr. auch Formen, die auf *uel(H Ju-/ulu(H)- weisen (altes u-Pràsens?): Perfekt
eiAoQuaı ‘bin umhüllt’ < ue-ulu(H)- und EAv- in Nominalbildungen wie E&Avzpov “Hülle,
Behälter’. Eine detaillierte Untersuchung aller *uel-Wurzeln wäre hilfreich.
In ved. var- sind wahrscheinlich mehrere Wurzeln zusammengefallen: außer 1.*ие/- wohl
l.*uer- “aufhalten, abwehren’ und wegen der Kompositionsdehnung (z.B. päri-vrta-) auch
(oder vor allem) *Huer- ‘einschließen, stecken, hineintun’; die einzelnen Formen sind schwer
zuzuordnen.
Wie im Ved. ist mit Zusammenfall mehrerer Wurzeln zu rechnen.
Уеа. ürnö- beweist kein *u/H-neu-, sondern ist wohl nur eine Variante *ulneu- mit anderer
Syllabifizierung (analogisch nach ur? vor Vokal?). In solchen Fällen erscheint im Ved. immer
Gr". Anders jetzt LUBOTSKY, FT Erlangen 318-23: Metathese *°i Hur- > *°i uHr- > °y ür- bei
Präverbien auf°i und von dort aus weiterverbreitet; ärnö- dann nur zu *Huer-.
Mit sekundärer R(e), Thematisierung des starken Stammes.
Synchron zum Medium varäya-“ ‘hemmen, aufhalten’ gehörig und somit eher zu 1.*uer-,
s.d., auch zu weiterem. Vielleicht aber ursprünglich *“eingeschlossen haltend’ und letztlich
doch von 1.*uel- oder *Huer-, vgl. KÜMMEL, Perfekt 457-8.
Emendiert für aiöAAeı, sonst nur Med. EeAuaı ‘bin eingeschlossen’ mit sek. R(e).
Faktitive Neubildung (oder Umbildung des Wurzelaor.?).
675
2.*uel-! ‘drehen, rollen’ IEW 1140-2
Aorist *yel-lul- arm. egel “drehte”?
Präsens *uellul-u- arm. gelowm ‘drehe’
"er. EAVcYn ‘тое, krümmte sich"
[lat. voluö, -ere ‘rollen, drehen °°
?[got. wilwan ‘rauben”
Aalb. vjell “übergibt sich”
*ul-neulnu- [gr. eilEw, äol. EAAED ‘drehe, winde’;
[eiA voua ‘krümme mich’?
?*ųi-ul-é- gr. Адо ‘drehe, winde’?
Neubildungen: Iterativ got. walwjan ‘wälzen’, ae. wielwan'”
(M. K)
Urspr. identisch mit 1.*ие/- *einschlieñen'?; im Gr. nicht immer leicht zu trennen.
Vgl. KLMGENSCHMITT 269.
Vgl. KLINGENSCHMITT 234.
Weitergebildet aus s-Aorist &Avo-, der aufeinem Präsens *EAv- beruht?
Ob aus *u/u- oder *uelu-, ist nicht entscheidbar.
Könnte vielleicht als ‘entwenden, wegdrehen’ hierher gehören.
< *yelu-e-? Möglich auch einfach thematisch *uel-e-, so DEMIRAJ 422-3.
Mit sek. R(e) (nach Präs *EAv-?); Aktiv und Medium getrennt thematisiert *uel-neu-e- bzw.
*yel-nu(u)-e-.
9 Neubildung?
Zu einem Präs. *welwa- gebildet, welches vielleicht in got. wilwan ‘rauben’ vorliegt, s.o.
Anm. 6.
= м с ч + ш N —
3.*uel-! ‘sehen, wahrnehmen’ IEW 1136-7
Präsens *иё/-е- air. fil, feil ‘da ist’ < “sieh!”2;
?kymr. gwel- schen?"
(M.K.)
: Vgl. *ul-tu- in lat. uoltus m. ‘Gesichtsausdruck, Aussehen’, got. wulbus m. ‘Herrlichkeit’;
Zuel er. in air. fili, filed ‘Seher’. Außerdem wohl kontaminiert mit *ие!а- zu *ul-eid- іп ae.
(+) wlitan ‘sehen’, HAMP, IF 87, 1982, 79-81.
< *yele, THURNEYSEN 479; vgl. frz. voi-ci, voi-la u.ä.
Anders COWGILL, JIES 1 (1973) 295: aus *uel-i- < *uel-&-, vgl. 35 gwyl < *welir, dazu Prät.
gwelas mit S(z) *-h,-?
676
1.*uelg- ‘sich rollend (?) bewegen’ [IEW 1144]
Präsens *uelg-/ulg- heth. walakzi “(2)”!
[ved. válgati ‘wallt auf, springt’
?*ué-uolgluļg- ае. (+) wealcan ‘rollen; (aus)pressen, drücken”?
(M. K.)
Bedeutung nicht zu ermitteln, die des sekundären Kausativums walganu- ist im Bereich von
‘beschädigen, mißhandeln’ zu suchen, vgl. KIMBALL, MSS 53 (1992[1994]) 81-2; vgl. die ae.
Bedeutung ‘drücken’ und nhd. walken.
Thematisierung von deredupliziertem *(ue-)uolg- zu *uolg-e-.
22.*uelg-' “feucht werden’ IEW 1145
Kausativ *uolg-eie- [lit. valgau, välgyti “essen”
russ. volóžiť “anfeuchten; mit Butter kochen’
Neubildungen: Nasalpräs. russ. (+) völgnur’ ‘feucht werden’
R(e)-ie-Präs. lett. veldzu, velgt ‘waschen, feucht machen’
(M. K)
Verbal nur bsl. (wo denom. Ursprung nicht ausgeschlossen), dazu germ. Nomina wie ahd.
welc ‘feucht’, wolchan n. ‘Wolke’. Vgl. auch 2.*uelk-.
Semantisch von valgis m. ‘Speise, Essen’ beeinflußt, daneben vilgau, -yti “anfeuchten’ mit
R(z) vom Inchoativum vilgstu, vilgt ‘feucht werden’.
1.*uelH-' ‘stark sein, Gewalt haben’? IEW 1111-2
Präsens *и/-пё/п-Н- [air. follnadar "herrscht?
*yelH-dre-” lit. veldu, (veldeti) ‘besitzen, regieren”*
[got. (+) waldan “herrschen”
Aaksl. vlado, (vlasti) "herrschen"?
Perfekt ?*ue-uölHluJH- ` Ian, olla ‘herrschte’’
Essiv *uļH-h,ié- [lat. ualeð, -ёге ‘kräftig sein’
(M. K.)
Die a-Flexion des air. Präsens spricht nach MCCONE 16 für *h;.
Vgl. noch toch.B walo, А wäl ‘König’ < *u/H-fo)nt-, viell. altes Ptz. eines Wurzelstammes,
PINAULT 81-2.
3 Urspr. *ulnə- > *ual-na- > *ualla- > *yall-ā- > *uall-nä-, vgl. MCCONE 15-6 mit Lit.
3a
677
Nach KÜMMEL, Perfekt 472-3 sind die hier aufgeführten Verben vielleicht unter einem An-
satz *Hueldh- mit iir. *(H)uardh- “wachsen, stark werden’ (s. *HueRdh-) zu vergleichen.
Athem. Flexion іт АШ. (velst Daukša) muß sekundär sein; sekundär auch Präs. veldZiu, 35
veldi.
Aus neugebildeter Iterativbildung *ue-uolHd"- umgebildet?
Wie im Germ., oder frühes Lehnwort aus diesem (was sachlich gut möglich wäre)?
Suppl. zu valda; nach SEEBOLD, PBB 89 (1968) 122-5 aus *wall, wullum umgebildet, ähnlich
aschw. valt aus *wall; sonst ist das Prät. im Germ. zum Präs. *walda- neugebildet.
2.*uelH- ‘(sich) wälzen, wallen’ [IEW 1140-3]
Präsens *uelH-/ulH- [got. (+) wulan ‘sieden’!
[lit. veliù, (vélti) ‘walken, wälzen’
*ue-uolH/lulH- [ahd. (+) wallan ‘wallen, wogen’?
?*uélH-de- an. velta ‘sich wälzen”?
Herativ *uolH-éie- [aksl. (+) valje, valiti se ‘sich wälzen"?
Neubildungen: Perfekt an. (+) vall ‘sprudelte, siedete”
(M.K.)
Vgl. LÜHR, MSS 35 (1976) 76-7; *wella- in an. vella ‘sprudeln, sieden’, аһа. wellan ‘wälzen’
ist wohl daraus nach dem Prät. *wall normalisiert.
Vgl. LÜHR, ibid.
Zu germ. *welta- neugebildet Kaus.-It. got. (+) waltjan ‘sich wälzen’, аһа. welzen ‘wälzen’.
val- statt fvol- wohl nach iterat. valjati wegen des sonst homonymen voliti ‘wählen’, vgl.
VAILLANT III 429; denkbar wäre auch eine Übernahme des Langvokals aus Formen mit ante-
konsonantischer Dehnung durch Laryngal, z.B. Wurzelpräsens *uelti < *uelH-ti.
Got. wal mit einfachem / nach Präs. wulan.
*yelh,- “(aus)wählen’ IEW 1137
Aorist *uelhy-/ulh,- ved. av,ri ‘habe gewählt”', Konj. Akt. várat
aav. -varatä ‘wählt’
lat. uolui “wollte”
Präsens *yölh,-/uelh,-” at. uult ‘will’, Konj. uelim®
umbr. veltu ‘soll wählen”
got. (+) wili “will”
alit. velmi ‘wünsche, will’
[aksl. veljo, veliši, (velëti) “wollen; befehlen’’
678
*uļ-né/n-h;- ved. vrnite ‘wählt
aav. vərəntē ‘wählt’
Herativ *uolh,-éie- got. (+) waljan ‘wählen’””
aksl. (+) voljo, voliti “wählen; wollen’
Neubildungen: R(z)-ie-Präs. gr. dor. Ad, Ад ‘will, wünsche’?
Perfekt ved. vavrmähe ‘haben gewählt”
(B. S., M. K.)
Dieser Ansatz folgt dem lir. und Gr., während zumindest im Italischen eher eine Anit-Wurzel
vorzuliegen scheint (die balt. Akzentuierung ist nicht bezeugt). Dies kann aber als sekundär
erklärt werden, s. Anm. 4. Zum Ansatz vgl. auch KÜMMEL, HS 111 (1998) 197-8, 19723.
Mit (v)ur- < *u/h,- noch Орг. vurita, Ptz. uraná-; sonst ist analogisch zu var- “umhüllen’ die
Anit-Form vr- eingeführt, vgl. HOFFMANN, FS KUIPER 6 = Aufs. 248.
Könnte auch Neubildung sein, vgl. MEISER, Habil. $260,9.
Vgl. HARDARSON SA? mit Lit., 88; KÜMMEL, Le 197-8; durch diesen Ansatz werden kom-
plizierte Erklärungen der westidg. Formen (vgl. HARBARSON 84-7) unnötig.
Mit Durchführung des antevokalischen Stammallomorphs der R(e) *ие/-, sekundär halbthe-
matisch: 15 ио/0; vgl. KÜMMEL, l.c. 197-8. Konj. direkt aus Opt. *uelh,-ih,-, ibid. 197.
< *yela-töd mit Restitution von / vor t, falls nicht mit einer anderen Stammbildung zu rechnen
ist, vgl. HARDARSON 85!!! mit Lit.
Alter Opt., als Ind. gebraucht, später meist zum Präteritopräs. umgebildet. Wegen der fehlen-
den Resonantengemination ist mit Einfluß eines Ind. *uela- zu rechnen, oder nach LÜHR,
MSS 35 (1976) 84 mit dem des Prät. *wul-d°; vgl. aber KÜMMEL, l.c. 19725.
Wohl Орг. veli- < *uelh,ih,- zum Präsensstamm umgedeutet (oder Umbildung des Ind. *уе/-
zum i-Präs., vgl. KÜMMEL, Le, 19727 mit Lit.), wozu dann zweiter Stamm auf *-2-.
Fehlende Resonantengemination vielleicht vom Präsens/Optativ *wili-, s.o.
Vgl. (mit Lit.) HARDARSON 83-4 mit Anm. 103-4.
Sekundäre Anit-Form, das Metrum scheint noch *vuvürmahe vorauszusetzen, KÜMMEL,
Perfekt 459-60 mit Lit.
*yelh,b"-' “(durch Rätsel) verwirren’ IEW -
Präsens *uelhyb"-e-” ved. (VS) úpa valhämasi ‘geben als Rätsel auf”?
(M.K.)
S. бото, GS KURYŁOWICZ 365-70; vgl. die Denominativa gr. EAepalpouaı ‘gebe Rätsel auf;
betrüge’ (zu *welh,b*-r), lit. vilbinti “*beschwichtigen; locken’; Erweiterung von *welh,- ‘wäh-
len’, ibid. 368°?
Vielleicht indirekt bezeugt durch den gr. Namen EAeprjvop, s. Сото, Le 369.
bh > h wohl dissimiliert, vgl. Сото, І.с. 367-8 mit Lit.
679
*yelhz-' ‘schlagen’ [IEW 1144-5]
Aorist Pryelhz-Iulhr-” heth. walahzi, walhanzi ‘ѕсШареп”
flat. wellt ‘rupfte, riB’
Präsens *u/-ne/n-h;- Dat, uellö, -ere ‘rupfen, reißen”
Doch A wällästär ‘stirbt
Pruelh;-e- ?[toch.A Konj. wlatär ‘wird sterben" `
Fientiv *ulh;-Eh/lh,- gr. 10у * wurde überwunden, wurde gefangen;
kam um’?
Neubildungen: 5-Аогіѕї toch.A wläs "stark?
ske-Präs. gr. @Аїокоцо“ “werde gefangen’?
(M.K.)
Vgl. NORMIER, K Z 92 (1978/79) 132-4; HARDARSON 208. Falls jedoch das gr. Verbum nicht
hierhergehört, ist auch *h; möglich.
Das Heth. erweist eine Wurzelbildung; wegen der Aktionsart der Wurzel eher Aor. als Präs.
Ob heth. hulle- ‘bekämpfen’ (mit Laryngalmetathese, vgl. NORMIER, l.c. 133-4?) hierherge-
hört, ist unsicher, vgl. KIMBALL, MSS 53 (1992[93]) 79-80!5; andere Beurteilung von walh-
als *(h,)uelh,- bei OETTINGER 264; MELCHERT, SHHP 115.
Zum s-Aorist umgebildeter Wurzelaor. *uela-s-, vgl. MEISER, Habil. $240.
Aus *uolne- mit sekundärer R(e) nach dem Aorist, vgl. MEISER, 1.с.; anders Rıx, GS KURY-
LOWICZ 403.
Mit Suffixersatz *-na- > *-no- und Weiterbildung zu *-n»-sk-, vgl. HACKSTEIN 302-3.
Falls der toch. Konj. III aus them. Stämmen herzuleiten ist (vgl. Anm. 15 zu *genh;-), durch
Einfluß einer them. Bildung ließe sich der sekundäre Anit-Charakter des toch. Verbums gut
erklären.
*ualö- < *ulhz-oh,- (mit Laryngalumfärbung des Suffixes), nicht Wurzelaorist *uJoh;-, s.
НАКРАКЅОМ 208 mit Lit.
Vgl. HACKSTEIN 303.
Neubildung zum Aorist @А@уол.
Pryelk-' ‘feucht sein/werden’ IEW 1145
Kausativ *uolk-eie- air. folcaid ‘wäscht’,
2
mkymr. golch-, 35 gwylch ‘waschen’?
(M. K)
Verbal nur kelt.; vgl. auch die Variante 2.*uelg-.
Ур]. SCHRIJVER, BCHP 114.
680
*uelp-! ‘Hoffnung schöpfen’ IEW 1138
Präsens *uelp-e- gr. éA noua ‘hoffe, erwarte”?
Perfekt *ue-uölp/ulp- gr. EoAna ‘hoffe, erwarte’
(B. S.)
Verbal nur gr., vgl. lat. uolup(e) ‘angenehm’, uoluptäs f. ‘Vergnügen’.
Sekundär ep. auch e&Arouaı durch Einfluß von e£Adouaı, vgl. BEEKES 64. Faktitives Akt.
¿Ane nur Od. 2,91; 13,380.
2
*uemh;- ‘“erbrechen’ IEW 1146
Präsens *uemh,-/umh;- хей. avamit ‘spie aus’, (TS) vamiti ‘speit aus’
[khot. (+) bam- “erbrechen’'
[gr. ёшё®@ “erbreche”
[lat. кото, ere “erbrechen”®
[lit. vemiù, (vemti) ‘erbrechen”?
Aorist P*u&mh,luemh,-s- gr. Eu&ooa “erbrechen”
Desider. ?*uemh)lumh)-s- gr. Еш. gue ‘werde егЫгесһеп”
Neubildungen: Perfekt ved. (ŠB) uvama ‘spie aus’
M.K.)
EMMERICK 93; jav. аии! ... vainti V. 5,1 ist unsichere v.l. für vanta (Lok. Sg. zu vainti- f.?),
vgl. KELLENS, KZ 90 (1976) 93-4 mit Anm. 18; Verbe 14 Anm. 12.
Mit *-ie- erweitert.
Mit durchgeführtem o aus 15 кото < *ието, Зр uomunt < *uemont, vgl. MEISER, HLF $ 60,5.
Innergr. Neubildung möglich.
2a
*uen- ‘überwältigen, gewinnen’! IEW 1146-7
Aorist *uén-lun- ved. Konj. vanate ‘soll gewinnen”
ау. Präs. vanaiti “übertrifft, besiegt”?
Präsens *un-neu/nu- ved. vanöti ‘gewinnt, überwältigt’
[ae. (+) winnan ‘kämpfen, leiden, erlangen’”
Perfekt *ие-ибп/ип- ved. Ip vavanmd ‘haben gewonnen"?
aav. уаопагэ ‘haben gewonnen’”
681
Kausativ ?*uon-eie- ved. (AV) vänayantu ‘sollen gewinnen
7
lassen’
Desider. *ui-un-se- [ved. vivasati ‘möchte gewinnen”
[aav. viuuönghatü ‘soll zu übertreffen suchen”
Neubildungen: s-Aorist ved. Konj. varısat ‘wird gewinnen’
aav. Konj. vanghat ‘soll besiegen’, Inj. vas “übertraf”
(М.К)
Am besten mit СОТО 283-6 von *uenH- *liebgewinnen' (s.d.) zu trennen, jedoch іт Ved. se-
kundär auch Set-Formen nach bedeutungsnahem san'- (s. *senh;-), vgl. NARTEN 23572;
Сото 284%, 285-6.
Dazu sekundär thematischer Opt. vanemä, vgl. Сото 284-5 (mit Lit.).
Vgl. KELLENS 10625; INSLER, Sprache 21 (1975) 18; HARDARSON 119%; wohl vom s-Aor. ins
Präs. verdrängt, unterstützt durch Formen wie Opt. уапаёта (= ved. vanemä, s. Anm. 2).
Nach NARTEN 23572 sekundäre Verdeutlichung von thematischem *väna-, doch spricht
nichts gegen eine alte Bildung, Сото 285-6.
*un-nu- > *wunn- mit Ablautentgleisung, vgl. LÜHR, MSS 35 (1976) 80-1.
Zu trennen von väväna ‘liebt’ (s. *иепН-); KÜMMEL, Perfekt 447, 450-1.
& KÜMMEL, Perfekt 660-1.
Gegen JAMISON 89 wohl so zu interpretieren (nicht zu уап'- ‘lieben’), wofür auch die zwei
AVP-Belege sprechen; ZEHNDER, CFdS 48 (1994) 184.
Set-Form nach sisäsati, s. Anm. 1.
< *иі-иап-ѕа-, mit R(e) nach dem s-Aorist.
Schon uriir. verdeutlichender sa-Konj., s. NARTEN 235; erst av. dazu Inj. vas, vgl. HARDAR-
SON 106, 119.
Pryend-' ‘loben, rühmen’? ПЕМ 76]
Präsens *uend-e- ved. vändate ‘lobt, rühmt’
Jav. vandaeta Y. 10,8 ‘würde loben’
Neubildungen: Perfekt ved. vavanda ‘hat gelobt, gerühmt””
(M.K.)
Nur iir., Zusammenhang mit ved. vad'- < *h3uedH- ‘tönen’ zweifelhaft.
Nach Сото 286°” urspr. ‘Freude empfangen’.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 451-2.
*yend"-' ‘(um)winden’ IEW 1148
Aorist ?*uend*-Iund- toch.B wänträ ‘verhüllt sich (?)”?
682
Präsens *uend"-e- umbr. -uendu ‘soll ... wenden"
got. (+) -windan ‘winden, flechten’
Kausativ ?*uond"-Eie- got. (+) -wandjan ‘wenden’
Neubildungen: па-Ргаѕ. toch.B wäntanam ‘sie umhüllen’
(M. K)
! Für das lir. belegt durch ved. vandhür(a)- “Wagenkorb’, s. EWAia II 503 mit Lit.
Textstelle nicht klar; könnte athem. oder them. Präs. oder Konj. (< Inj.) sein; für Konj. spricht
Inf. wäntsi und das charakterisierte Präs. (s.u.), vgl. KRAUSE, Westtoch. Gr. 127'; Jedenfalls
liegt *undh- zugrunde, wenn nicht *wənt- < *yənt- < *uendh- mit analogischem w.
Vgl. MEISER, Lautg. 76, 168; vielleicht auch veru ohne Pràverb, s. ibid. 183.
?*ueng- ‘(sich) krümmen’ IEW 1148-9
Präsens ?*ueng-ie- аһа. (+) winken ‘zublinzeln, zuzwinkern’'
lit. vengiu, (vengti) "(Gul vermeiden (suchen)’
Iterativ ?*uong-éie- аһа. wenken ‘wanken’
(M. K)
! Im Germ. weitgehend auf Augenbewegung spezialisiert, mhd. (z.T. mit sekundär starker Fle-
xion) auch ‘schwanken’ und ‘mit der Hand ein Zeichen geben, winken’.
*uenH-' ‘liebgewinnen’ IEW 1146-7
Aorist *uénH-lunH- ?heth. wenzi ‘beschläft’”
[ved. Konj. vanáti ‘wird lieben”?
Präsens *uenH-e- ved. vánate ‘liebt, hat Gefallen an’
*unH-ske-" [ved. váñchati “begehrt, wünscht"
Perfekt *ие-ибпН/ипН- ved. vavana “liebt”
Kausativ ?*uonH-eie- [ап. (+) venja “gewöhnen’’
Essiv *unH-h‚ie- an. (+) una ‘zufrieden sein’,
ahd. wonen ‘verweilen, wohnen’
(M. K)
Vgl. GOTO 283-5; dort auch zur Trennung von *uen- “überwältigen, gewinnen’.
Falls mit OETTINGER, Grammatica ittita 242'° Stamm wen- und nicht went- (s. *uenT-); nach
Сото 285% dagegen zu *uen- “überwältigen, gewinnen’.
683
Vgl. бото 284-5; eindeutig Aoriststamm wegen Inj. vanas RV 8,45,23 im Präventivsatz, s.
HOFFMANN, Inj. 87.
Hierher auch das germ. Substantiv *wunska-, wovon denom. *wunsk-ija- ‘wünschen’ in ae.
(+) wiscan.
Statt Tvacchdá- mit analogisch eingeführtem л.
Zur Trennung von vavanmä usw. (s. *uen-) s. KÜMMEL, Perfekt 447-50 mit Lit. Vgl. auch
aav. уйипи$ ‘begierig’, ibid. 661-2.
Mit n statt fnn nach R(z)*wun < *ипН oder überhaupt Neubildung.
X*uenh;-’ ‘setzen, stellen, legen’ IEW —
Aorist *uenh,-/unh;- [alb. ageg. уй ‘setzte, stellte, legte”
Präsens *uenh,-e- alb. vë ‘setzt, stellt, legt’
(M.K.)
Verbal nur alb.; zb nach KLINGENSCHMITT, MSS 40 (1981) 124! wegen gr. ei ‘Lager,
Bett’ < *unh,-ehz-, das er mit Fällen wie eüpeiv< *urh,-e-, £gúpúç < *urh,-u- vergleicht; dort
auch Verweis auf andere Vorschläge.
< *unh;-, vgl. KLINGENSCHMITT, 1.с.; neutosk. vuri.
Pruenk-' ‘sich krümmen, sich biegen’'” IEW 1134-5
Präsens *uenk-e- ved. véñcati ‘wankt dahin, geht wankend’
*unk-ie- ved. уасуйге ‘springt, galoppiert””
aav. vašiietē Y. 44,11 ‘springt hervor
Perfekt ?*ue-uönklunk- ved. vävakre RV 7,21,3 ‘springen/weichen aus”?
(M.K.)
Verbal nur iir., vgl. ае. wöh ‘krumm, verkehrt’ < *uönk-o- (Akzent?!) und ved. vakrd-, mp.
/waxr/ ‘krumm, gebogen’ < *unik-rö-.
Zur Wurzelbedeutung s. KÜMMEL, Perfekt 446.
Bedeutung aus ‘sich zum/beim Sprung krümmen’. Trotz Suffixakzent kein Passiv, wie bei
mriydte ist ausnahmsweise die alte Akzentstelle der ije-Präsentien erhalten.
Dazu nach HOFFMANN-NARTEN 65°° auch jav. vaša- ‘(mit Worten) losspringen’.
? Vgl. KÜMMEL, Perfekt 445-6.
684
PruenT-' ‘beschlafen’ IEW —
Präs./Aor. *uenT-/unT- heth. wenzi ‘beschläft”?
(M. K.)
Nach EICHNER, GS KRONASSER 26%, mit auslautendem Dental anzusetzen (so schon KRO-
NASSER 411), auch weil das Iterativ wansike- aus *wanzike- umgestaltet sein müsse, während
altes *uen-ske- zu Twas(si)ke- geführt hätte. Anders OETTINGER 121 und Grammatica ittita
242! s. auch unter *uenH- ‘lieben’.
Stamm went-, vgl. 3p Prät. wenter, Stamm wen- erst sekundär abstrahiert aus Formen mit
Vereinfachung von *-ntst(s)- > *-nt(s)-, s. EICHNER, Le,
Pryep-' ‘streuen’ IEW 1149
Präsens *uep-e- ved. väpati ‘streut; rasiert”
?aav. vi-uuäpat “verwüstet”
Aorist ?*uëpluép-s- ved. (YV) avapsit ‘hat gestreut’?
Neubildungen: Perfekt ved. uväpa ‘hat gestreut’
Kausativ ved. (YVP) vapayati ‘läßt streuen’
(M. K)
| Nuriir.
2 “rasieren'wohl aus ‘wegstreuen’, vgl. СОТО 289.
3 < жеш auseinander’, д unklar; vgl. KELLENS, Verbe 115-6.
* Alter unsicher.
1.*uer-! “aufhalten, (ab)wehren’ IEW 1160-2
Aorist ?*uér-lur- ?ved. Коп}. várate ‘wird aufhalten’?
?aav. -uuarani “will umschirmen””
Präsens *uer/ur-u- рг. dauer “wehre ab, schütze, rette’*
7*ur-neulnu- Ived. vrnöti ‘hält auf/fern, gebietet Einhalt’
Perfekt ?*ue-uörlur- ?уеа. Plgpf. ävävarit ‘hielt auf‘, vavrivanıs-
‘hemmend’””
[gr. єїрйиол “wehre ab, schütze”
Iterativ *uor-eie- ?ved. varäyate ‘hält auf, Һетт
got. (+) warjan ‘wehren’
(M. K)
685
u-Erweiterung (wohl aus dem u-Präs.) mit semantischer Spezialisierung auf ‘schützen, retten’
in ved. varätha- n. ‘Schutz’, varütär-/värutri- m./f. ‘Schützer(in)’ (und vielleicht urusyari
‘schützt, rettet, befreit’, falls nicht zu urú- “weit’) und gr. Nomina wie &pyuan. “Abwehr,
Schutz’.
Im lir. mit 1.*uel- ‘einschließen’ und *Huer- “einschließen, stecken, hineintun’ zusammenge-
fallen; Zuordnung der Einzelformen wegen semantischer Berührung schwierig. Das mediale
Simplex gehört aber semantisch am ehesten hierher.
Wie im Ved. schwer von 1.*uel- abzugrenzen.
Daneben óóo6@a mit R(z), auch thematisiert Epvouaı und рбоцол. Die R(e) stammt wohl aus
dem Aktiv bzw. Коп). (wegen der Formen mit 50° ist ein akrodyn. Präsens unwahrschein-
lich).
Ist viell. mit vrnóti “schließt ein’ (s. 1.*ие/-) identisch. Zur Variante ürnöti s. unter 1.*uel-.
Auffällige Set-Form (nicht tvavrvänıs-), vielleicht sekundär für *vavrváms- eingetreten; dazu
auch Plgpf. avävarit, das Perfekt des ved. Simplex gehört semantisch zum Medium; vgl.
KÜMMEL, Perfekt 455-59. Langvokalische Reduplikation von *Hwuer- übertragen, oder ist
doch von ursprünglichem ‘einschließen’ auszugehen, also der Wurzel *Huer-?
Neubildung zum u-Präs.?
Ersetzt nachggvedisch in dieser Bedeutung das Nasalpräsens, s. JAMISON 98; KÜMMEL,
Perfekt 457.
5a
6a
22.*uer-' ‘laufen’ IEW —
Präsens ?*uer-/ur- ек. veru, (vert) ‘laufen’?
Kausativ ?*uor-eie- Ш. varau, varyti ‘treiben’
(М.К.)
Nur bsl.; aus dem Slav. nach VASMER I 170-1 hierher aksl. уагјо, variti “zuvorkommen’, russ.
provörnyj ‘flink’ usw.
Unsicherer Ansatz, das lett. Präsens (*uer-ie-) kann auch Neubildung oder Umbildung eines
anderen Präsensstammes sein.
3.*uer-! "beobachten, wahrnehmen’ IEW 1164
Präsens ?*ur-ske- toch.B warssäm, A wräs ‘riecht (intr.)”?
Essiv *ur-hle- [lat. vereor, -eri “fürchten, scheuen”
Neubildungen: R(e)-ie-Präs. lett. veruös, (verties) “schauen, sehen’
Perfekt toch.B Konj. V wra- in Inf. wratsi ‘riechen (intr.)”?
(M.K.)
686
3
Vgl. die Verbalnomina *uor-o- in toch.B were, A war m. ‘Geruch’, germ. *wara- “aufmerk-
sam’ und *uor-Ehz- іп germ. *warö- f. ‘Aufmerksamkeit’. Gr. hom. öpovzarı ‘beaufsichtigen’
` usw. nicht hierher, s. 1.*ser-.
Oppositionsaktiv mit „objektiver Bedeutung“ zum Med. ‘beriechen’ (z.B. B Prät. wärskänte
‘berochen’), vgl. K. T. SCHMIDT, FT Leiden 111-2.
< “ängstlich beobachten’; mit sekundärer R (e).
1.*uerg-' “einschließen, absperren’ IEW 1168
Aorist *uerg-/urg-” [gr. Кург. ka-te-wo-ro-ko-ne /kateworgon!
"hatten eingeschlossen’?
Präsens *uer$-e- gr. ёоуо ‘schließe ein’
Neubildungen: s-Aorist gr. ёра ‘sperrten ein"?
Perfekt gr. #воушоал “bin eingesperrt”
(М.К)
Zum Wurzelansatz und zur Abgrenzung von *hzuerg- ‘wenden’ vgl. TICHY, Onomatop. 286-
8; im Gr. Vermischung mit *h;jÁuerg-, daher auch *euerg- statt *uerg- ‘einschließen’. In No-
minalbildungen erscheint auch Vollstufe II *ureg-: ved. vraja- m. ‘Hürde’, air. fraig f.
"Wand (Gen. frega), viell. auch тук. we-re-ke /wreges/ ‘die Herden/Hürden’, s. TICHY, Le,
286 mit Anm. 163.
jav. varaziian V. 16,2 ist wohl kaum mit BARTHOLOMAE 1378; TICHY, Le 286, 287'65 als
Орг. ‘möchten absperren’ zu deuten, es dürfte 3p Konj. Präs. zu varaziia- ‘machen’ (s.
2.*uer$-) vorliegen.
Meist als them. Aorist aufgefaßt, dagegen von TICHY, Le, 28
Neubildung zum them. Präsens.
Problematisch sind hom. &pyaraı,- то, E&oyaro ‘sind/waren umschlossen/eingesperrt’; am
ehesten wohl doch Perfekt/Plusquamperfekt, die reduplikationslosen Formen sind viell. dem
allgemeinen Schwanken von £&py- und Epy- zuzuschreiben.
7'% als Imperfekt ‘belagerten’.
2.*uerg-' “wirken, machen’ IEW 1168-9
Aorist *uerg-lufg- aav. varəš ‘hast getan”
Präsens *ur$-ie- jav. varaziieiti “tut, macht, handelt’
gr. тук. wo-ze /worzei/ ‘führt aus”
[2050, [few “führe aus, opfere’*
got. (+) waurkjan ‘wirken, machen’?
687
Perfekt *we-uörglurg- jav. уашиагәга ‘hat gehandelt’,
aav. уйииәгә:бї “ist getan worden"?
gr. ёорує ‘hat ausgeführt ®
Desider. ?*uerg/urg-s- aav. Konj. varəšaitī ‘wird machen”
gr. Ep&w, [рео ‘werde ausführen, werde opfern’
Amkymr. agunech ‘könnte tun”
Atoch. *wərksə- ‘wirken’ "
Neubildungen: s-Aorist gr. opeta ča “führte aus, opferte”®
7a
mkymr. gwrith machte”
R(e)-e-Präs. ?[dard. Bashkarik baj- ‘machen’”
mbret. gr(u)eont machen’;
akymr. guragun “laßt uns machen"!
(M.K.)
Die im Gr. und Kelt. auftretende Vollstufe II ist wohl sekundär: gr. *ureg- kann analogisch
sein nach * uß- : *uer$- > *urag- : *uerg- > *urag- ` *ureg- (vgl. umgekehrt myk. *uorg-
statt *urog- nach *uerg-); dagegen wäre bei altem *uy$- : *ureg- > gr. *urag- : *ureg- die
Entstehung von gr. *uarg- : *uerg- unerklärbar; zur Entwicklung von *r іт Gr. vgl. RIX 65.
Zum Kelt. s. Anm. 10. Eine zusätzliche Quelle für Vollst. II könnte viell. das Desider. sein,
falls urspr. *ureg-s-, mit Metathese vor s wie bei *hzleks- : *hzelk- (Th. Z.).
Zu Opt. Ip varazimä statt Tvaraziiama s. HARDARSON 119-20, 123.
Für *urag-ie- mit *uarg- nach der R(e) *uerg-.
Mit sekundärer R(e): Zo < *uerzdö < *uergiö bzw. Oëio < *uregiö, zum scheinbaren
Schwebeablaut s. Anm. 1.
Prät. waurhta usw. nach PPP waurhts < *urg-tö-s, as. wirkian ahd. wirken sind denom. von
werk п. ‘Werk’.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 662-3.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 73-4, 663.
Autonomer sa-Konj. neben dem erhaltenen Wurzelaorist.
Aus *urexs-e- umgestaltet, vgl. ISAAC 334 mit Lit.; im Keltischen wurde *uerg- : *urig- (<
*uerg- : *ur&-) zu *ureg- : *urig- ausgeglichen.
Vorausgesetzt von B warksäl, A wärksal ‘Kraft, Macht, Gewalt’, vgl. HACKSTEIN 78-81. Das
Präs. kann auch Neubildung sein (Ersatz des alten fe Präs nach HACKSTEIN 81).
Ersatz für den Wurzelaor., zum scheinbaren Schwebeablaut s. Anm. 1.
< *urixt < *urigst, mit analogischer R(z), vgl. ISAAC 334-5.
Wenn aus *уағја-, vgl. TURNER, CDIAL 11334. Sonst ist die Wurzel im Indoar. wohl wegen
Homonymie mit vert. ‘wenden’ < *Ayuerg- verloren.
< *yregonti, vgl. mkorn. 15 (g)wrehaf. Zur Vollst. II s. Anm. 7.
Die kymrische Stammform *urag- ist aus *ureg- durch Einfluß von *ag- ‘gehen’ (s. 1.*hze$-)
umgestaltet, vgl. LEWIS-PEDERSEN 336. Außerdem wurde r durch Kontamination mit einer
Entsprechung von air. gnüd macht (s. *Zenh,-) weitgehend durch л ersetzt: 15 kymr. gwnaf
usw.; zu dieser Entwicklung und zu weiteren Formen vgl. ISAAC 333-6.
688
3.*uerß-' ‘scheren’ [IEW 1163]
Aorist *uérĝ-luy ĝ- arm. gerci ‘schor’
Präsens ?*uerg/urg-u- arm. gercowm ‘schere’?
Perfekt ?*ue-uörg/urg- [toch.B warkāre ‘sie schoren”
(М.К)
Vgl. KLINGENSCHMITT 241; VAN WINDEKENS I 559. Nach Adams, DTB 587 vielleicht se-
mantisch spezialisiert aus 2.*uerg- "machen".
Alter unklar.
Mit verallgemeinertem /warka-/ < *werka- — *uor$-.
?*ueR8h-! ‘reißen’ IEW 1163
Präsens *uRg"-e- ved. vrhäti “reißt”?
Neubildungen: Perfekt ved. vavarhä ‘hat gerissen”
(M. K)
1 Nur ved. (in der Überlieferung mit barh- verwechselt, vgl. KÜMMEL, Perfekt 477 mit Lit.);
vielleicht mit */, sonst homonym mit *uer$*- ‘binden’.
Dazu neu Aorist avrksat.
? KÜMMEL, Perfekt 477.
*uer8"- ‘(zu)binden’ [IEW 1154-5]
Aorist Pruerg"-Iurg"- — [aksl. -угёзъ, -vroze ‘band’!
Präsens *urg"-ie- ае. (+) wyrgan ‘erwürgen’
lit. verZin, (verZti) ‘schnüren, einengen’?
?[aksl. (+) -vrozo, (-vresti) “binden”
Neubildungen: R(e)-e-Präs. mhd. er-wergen ‘erwürgen’
alb. z-vjerdh “entwöhnt”*
(M.K.)
Die s-Aorist-Formen wohl sekundär zum thematisierten Wurzelaor. 25, 3s -vrze oder beide
Stämme neu zum Präsens (das aber selbst Neubildung zu einem Wurzelaor. sein kann, s.u.).
Mit R(e) nach dem ée Prät. vgl. STANG, Verbum 123.
Thematisch *vorze- statt fvorZe- wegen Homonymie mit *vorZe- ‘werfen’; oder Neubildung
zum Aorist.
< *‘bindet los’.
689
*uergu-! ‘werfen’ [IEW 1153]
Aorist Pruerg*-Iurg®- [aksl. -vrago ‘warf
Präsens ?*uerg*-e- got. (+) wairpan ‘werfen’?
Neubildungen: R(z)-e-Präs. aksl. (+) угъго, (vrëšti) "werten"?
(M.K.)
Nur durch Ansatz des Labiovelars läßt sich das germ. Verbum anschließen; die übliche Zu-
ordnung des slav. Verbums zu *hzuerg- ‘sich wenden’ ist semantisch zwar möglich, doch
nicht zwingend.
Mit Assimilation *w - K" > *w - p, vgl. germ. *wulfa- ‘Wolf < *wulx"a- < *ulk®o-.
Neu zum Aorist.
*yerH-! ‘heiß sein’? IEW 1166
Präsens *urH- Stat. heth. urani "brennt?
[aksl. (+) уьгігъ, (voreti) ‘sieden’?
*urH-neulnu- heth. warnuzi “läßt verbrennen"
Neubildungen: de-Präs. lit. verda, (virti) ‘kochen, sieden%
(M. K.)
*H = *h, oder *h;, da anatol. nicht erhalten.
Heth. ‘brennen’ und bsl. ‘sieden’ sind nur so zu vermitteln. Hierher (und nicht zu *g#er-)
nach SEEBOLD, FT Wien 446-7 an. (+) varmr ‘warm’.
Dissimiliert aus uräri, zum Heth. vgl. OETTINGER, MSS 34 (1976) 138-140.
Mit dem slav. Stativsuffix -č-/-i- neu charakterisiert.
Neubildung möglich; wa" statt u° durch hyperkorrekte Restitution einer scheinbaren Synko-
ре, vgl. OETTINGER, Le 138.
Inf. ohne d. BAMMESBERGER, MSS 53 (1992[94]) 7-13 rechnet mit einer analogischen Bil-
dung zu einem (unbelegten!) Wurzelaorist *ver- nach dem Vorbild von Präs. *död- zu Aor.
*dö- (s. *deh;-).
*yerh;- ‘sagen’ IEW 1162-3
Aorist *yerh,-Juphj-' pal. werti ‘spricht’, heth. Redepartikel -wa(r)
gr. &oprien “wurde gesagt’?
Perfekt ?*ue-uörhj/urh,- Ier. eipnka ‘habe gesagt”?
690
Desider. ?*uerhllurh)-s- рт. épéw "werde sagen’
Neubildungen: Re)-ie-Präs. gr. eipw ‘sage’!
heth. weriyezzi ‘ruft’
R(z)-e-Präs. ?russ. vru, (vrať) ‘lügen, faseln”
(M. K.)
Aorist gem. OETTINGER 344; die heth. Partikel der zitierten Rede läßt sich am besten aus per-
fektivem ‘sagte’ herleiten; doch ist Wurzelpräsens nicht ausgeschlossen.
2 Umbildung eines passivisch gebrauchten Mediums * spy- oder frühe Neubildung.
3) Mit durchgeführter К(2) und Dissimilation *ue-ur° > *ue-ir°; Neubildung möglich.
4 Nur selten, Präs. sonst suppl. gnuí/Aéyw; st wohl neu zum Futur, vgl. FRISK I 470.
5 Wohl deverbativ zu *wer-; Annahme einer ererbten Bildung findet im Gr. keine Stütze.
$ < *уьго; neu zum (slav. nicht belegten) Aorist? Bedeutungsentwicklung unklar.
*uerp- “hin- und herdrehen (?)'! IEW 1156
Präsens *uerp-/urp- heth. warapzi, war(ap)panzi ‘waschen, baden;
reiben’
?[gr. белто ‘nähe, cke"?
я am, даа. ГА ‚4
[lit. verpiü, (verpti) “spinnen; stochern
[r.-ksl. vorpu, (vorpsti) ‘reißen, rauben’
(M.K.)
! Die Semantik bedarf noch der Untersuchung.
2 Urspr. ‘reiben’, woraus ‘(Hände) waschen’ usw., vgl. OETTINGER 234.
3 Semantisch und formal unklar, könnte auch Anlaut *sr° haben.
4 Zum je-Präsens umgebildet. Vgl. apr. et-wier pt ‘loslassen’, po-wier pt ‘freilassen’.
1.*uers- “abwischen, fegen’ IEW 1169-70
Aorist ?*uers-lurs- [skr. vfše “drosch’'
Präsens *urs-é- alat. uorrö, ere ‘schleifen, fegen’
r.-ksl. vorchu “dresche’
Perfekt ?*ue-uörs/urs- heth. warsi “wischt ab, erntet'2
lat. -uorri ‘fegte, kehrte”
[as. ahd. war(r) ‘verwirrte’*
Neubildungen: R(e)-e-Präs. as. ahd. werran ‘verwirren’?
M.K.)
691
Könnte slav. Neubildung sein; für alten Wurzelaor. spricht aber das slav. Präs. (vgl. STANG,
Verbum 33-4).
Mit der Bedeutung des Aorists; denkbar auch Umbildung eines Iterativs *uors-éie-, vgl. OET-
TINGER 428-9.
Oder < Aorist, wenn für *uerri,; nur in Komposita.
Mit verallgemeinerter VERNER-Variante rr < *rz.
Neu zum Präteritum.
1 .
2.*uers- ‘sich erheben, hoch kommen" IEW 1150-1
Aorist ?*uérs-lurs- ved. á vrsásva *ermanne dich!”
Perfekt ?*ue-uörslurs- ved. vävrsasva ‘ermanne dich!', vavrsaná- ‘sich
ermannt habend’?
(M.K.)
Verbal nur ved., vgl. KÜMMEL, Perfekt 474-7 mit Lit.; vgl. nominal ved. varsman- n. ‘Höhe’,
lit. virsus, aksl. угъсһъ m. ‘Spitze, Gipfel’, nach KÜMMEL, Le 476-7 mit Lit. auch ved.
vfsan-, gr. досту ‘(erwachsenes) Männchen’.
Später zum Präsens umgedeutet; daneben Präs. vrsäyd-
nom.?), KÜMMEL, Le 474-5.
KÜMMEL, ibid.
te
unklarer Bildeweise (urspr. de-
*yert- “sich umdrehen”! IEW 1156-8
Aorist *uert-/uft- ved. avart ‘hat sich gedreht”?
Präsens *uert-e- Med. ved. värtate ‘dreht sich, rollt’
jav. 2р Іру. varatata F. 8 “wendet! (?)”?
gr. ёрро ‘gehe fort’?
lat. uertor, uerti ‘sich wenden, drechen"?
9[аіг. ad-ferta “wendet sich ab”
got. (+) wairban ‘werden’
[lit. verein, (versti) "wenden"
Kausativ *uort-eie- ved. vartäyati ‘dreht, wendet’
air. di-forti- ‘ausgießen’®
got. (+) fra-wardjan ‘verderben’
aksl. (+) vrastp, vratiti se “sich wenden"?
„8a
Perfekt *ue-uórtlurt- ved. vävarta ‘dreht sich, hat sich gedreht’ ”,
á vavärta ‘hat herbeigewendet’®
alat. vorti ‘wendete, drehte (sich)””
692
Neubildungen: 5-Аогіѕї gr. @лб-єроє ‘rih fort
[got. (+) warb ‘wurde’
?[aksl. (+) vroštg, vroteti se ‘sich drechen"!
Du
Nasalpräs. aksl. (+) оЬ-угъпоп se ‘sich umwenden’"
toch.B wärnamane ‘sich drehend’
(M.K.)
Vgl. die Bdtg. des ved. aktiven Aorists und Perfekts, transitive Aktivformen sind sekundäre
Oppositionsbildungen zum (die Intransitivität verdeutlichenden) Medium; im Präsens auch
durativ ‘sich drehen, rollen’.
Aktiver Wurzelaor. bei medialem Präs., gleichbedeutend Mediopassivaorist varti, avrtran >
s-Aorist avrtsata, s. NARTEN 248-9. =
` Hap.leg.; wird auch als 35 Inj. Med. aufgefaßt.
4 < *yert-ie-, vgl. FORSSMAN, FT Wien 186-98.
° Dazu Oppositionsaktiv uertö, -ere ‘drehen, wenden’.
6 PEDERSEN, VKG II 526; vgl. kymr. gwerthu ‘verkaufen’.
7 Орроѕііопѕакііу, zum je-Präs. umgebildet wegen Transitivität, vgl. STANG, Gramm. 356.
3 Vgl. aruss. vorotiti ‘umwenden’.
1 Daneben auch nur im jüngeren RV Med. vavrte, das aber gegenüber dem intr. Aktiv später
wieder zurückweicht; vgl. KÜMMEL, Perfekt 462-5, 467-8.
D Sekundär durch Umdeutung aus dem intr. Perfekt mit á, dazu auch die von HOFFMANN, Aufs.
589-92 einem reduplizierten Aorist zugeordneten Formen, s. KÜMMEL, Perfekt 465-9.
° Mit Redupl.-Verlust in Komposita; danach auch Präs. uortö in der Plautus-Überlieferung.
10 So VAILLANT Ш 387.
H Vgl. FORSSMAN, l.c.
13 Neu zu vroreti.
l.*ues- ‘(Kleidung) anhaben, bekleidet sein mit’ IEW 1172-3
Präsens *wés- Stat. heth. wësta, wessanta “bekleidet sein mit”?
ved. Ipf. avasran RV 4,2,19 ‘waren bekleidet mit”,
väste ‘hat an’
aav. vaste ‘hat an’
А А „4
рг. eiua ‘habe an
?[toch.A Opt. wsimär "konnte mich kleiden’?
Aorist Prußslues-s- arm. z-gec‘aw ‘zog sich etw. an"!
gr. Ecoaı ‘bekleiden’
toch.B wässäte ‘zog an’, A wsänt ‘zogen an’
Kausativ *uos-eie- heth. wassezzi ‘bekleidet’?
ved. vāsáyati ‘bekleidet’
ae. (+) werian ‘kleiden’?
alb. vesh ‘bekleidet
693
Neubildungen: ли-Ргӣѕ.!0 arm. z-genowm ‘ziehe mir an’
gr. Evvöuı ‘bekleide’
ske-Präs. toch.B yäskemträ ‘ziehen sich (ein Gewand) an”'!!
Perfekt ved. vävase ‘hat sich gekleidet”'?
(M. K.)
Außer ved. avasran überall nur mit Medialendungen *-to, *-nto belegt; aber Bedeutung (s.u.
zum Heth., zum Ved. NARTEN 238-9) und Ablaut sprechen für alten Stativ.
2 Zur Zustandsbedeutung vgl. NEU, StBoT 5, 192-3; StBoT o 64; EICHNER MSS 27 (1970)
5-8, 12-7, 34-5; OETTINGER 303.
Kann aus morphologischen Gründen gegen GRASSMANN 1230 (und andere) nicht Aorist zu
vas- ‘aufleuchten’ sein, vgl. KÜMMEL, Stativ 97-9 mit Lit.
Fungiert synchron als Perfekt zu Evvuuaı.
Vgl. B Inf. wastsi mit analogischer Entpalatalisierung des Anlauts.
Zumindest im Arm. und Gr. könnte Neubildung zum nu-Präs. vorliegen.
Vgl. KLINGENSCHMITT 286-7.
Vgl. MELCHERT, SHHP 31-5 gegen OETTINGER 304-6 (*uos-e-).
Got. wasjan mit analog. s.
Urgraecoarm. Ersatz für *uoseie-, vgl. KLINGENSCHMITT 248?
Urtoch. *w'ask’a-/w’ask@- < *wes-(s)ke-, Erweiterung des Wurzelpräsens mit dessen R(e),
vgl. HACKSTEIN 264-70.
2 Vgl. KÜMMEL, Perfekt 481-3.
2.*ues-' ‘(ver)kaufen’ IEW 1173
Aorist ?*ués-lus- ?toch.B wasa, А wäs ‘gab’?
Perfekt *ue-uös/us- heth. wasi “verkauft”
(M.K.)
Nominal weit verbreitet: *иеѕло-, *uosno- ‘Kaufpreis’ іп ved. vasnd- n., arm. gin, gr. @voç п.
(mit denom. @v&ouaı “kaufe’); lat. uenum “Verkauf’; ак]. věno п. ‘Mitgift’.
Suppletiv zu Präs./Kon). ai-/e- (s. 1.*h,ai-). < *was- < *us- mit Bedeutungserweiterung? Das
PPP A wawu spricht allerdings gegen wurzelhaftes -5-.
Bdtg. vom Aorist; oder mit OETTINGER 430 Umbildung eines Kaus.-It. *uos-eie-?
3.*ues-! ‘grasen, weiden, verzehren, essen’ IEW 1171
Präsens ?*ués-/ués-2 ?[heth. wesiyattari ‘weidet’
аг uescor, -i ‘sich nähren”
?[got. (+) wisan ‘schwelgen, sich freuen’*
694
|! Verbal nur schwach bezeugt, vgl. nominal noch air. fess f. ‘Essen’ < *ues-teh>-, an. (+) vist f.
‘Nahrung’ < *ues-ti-, heth. wesi- ‘Weide’, westara- ‘Hirte’, toch.A wäsri ‘Weideland’.
2 Der akrodynamische Ansatz beruht aufdem lat. Langvokal, der auch durch analogische Über-
tragung in Nominalbildungen wie ау. västra- п. ‘Weide’, västar- m. ‘Hirte’ bestätigt wird.
Unklare Weiterbildung mit *-ske-.
4 Мр]. SEEBOLD 562-3. Denkbar ist aber wohl auch Zugehörigkeit zu *wes-a- ‘sein, weilen’ (s.
2.*hzues-),
*uet-
Präsens
Aorist
Kausativ
‘vertraut sein mit’! [IEW 346]
*иёг-е-
?*ué-ut-e-
*uot-éie-
ved. Opt. dpi vatema ‘wären wir doch vertraut mit!’
jav. aipi-uuatahe “bist vertraut mit”?
[air. ferhid “beobachtet; bewacht; (er)wartet””
jav. api-ca “vaotät Yt. 9,26 ‘soll vertraut sein mu?
ved. ápi vätayämasi "machen vertraut mit’
Jav. fra-vätöliötü ‘soll mit etw. vertraut machen’
(M. K)
! Zu Ansatz und Semantik vgl. TicHY, Sprache 26 (1980) 3-48, Сото 280-1; anders THIEME,
FS WELLER, 656-66 = КІ. Schr. 139-49: “anblasen’.
° Vgl. auch parth. frwd- < *fra-vata- ‘Kenntnis erhalten; verstehen’, s. TICHY, Le 4%,
2 Sekundär zum i-Verb umgebildet, vgl. KLINGENSCHMITT bei TICHY, Le,
4 Überliefert (s)aotāt, könnte auch kausativisch sein, vgl. KELLENS, Verbe 33-426,
*ueth,-'
Aorist
Präsens
Perfekt
Iterativ
‘sagen’
Prueth>-/uthz-
* ut-neln-h>-
*yeth,-e-”
?*ue-uóth;luth;-
*uoth;-éie-
stellt werden.
2 Könnte auf *ueth;- beruhen, vgl. ISEBAERT, MSS 55 (1994[95)) 43°, oder < *uotui, analogi-
sche Neubildung zu uoräre nach z.B. tonui : tonäre. Zur Semantik vgl. JOB, Koll. Salzburg
352; RIX, GS SCHINDLER 520: urspr. ueräre, ne ‘sagen, daß nicht”.
IEW-
[lat. негиї ‘verbat”?
air. as: pena ‘bezeugt’?
mkymr. dy-wed- ‘sagen’
[mkymr. dy-wawt ‘sagte’*
alat. иод, -äre > klass. uetāre ‘verbieten’
mkymr. gwad- ‘verneinen’”
M.K.)
Lat. uetāre < *uoth;áie- verlangt *h; und kann daher nicht zur Anit-Wurzel *g“er- (s.d.) ge-
3a
695
< *eks-uet-nä-t(i), vgl. PEDERSEN, МКС II 517.
Nach Кїх, Le 520 setzen lat. werui und РРР uetitum ein Präs. *uetere voraus, das athemati-
sches *ueth;- fortsetzen könnte.
< *uöte < *ueuote.
Bedeutung wohl abgelöst aus obligatorischer Verbindung mit Negation, die später auch weg-
bleiben konnte, wie im Lat. (s. Anm. 2).
*yieh,- “umwickeln, umhüllen’ IEW 1120-2
Aorist *uieh,-uih)- [ved. дууа: ‘hat umhüllt”?
?aav. Іру. уйат Y. 48,7 ‘soll umhüllt werden”?
aksl. (+) -vite ‘wand, wickelte’*
Präsens ?*wi-neln-hy-” air. -fen ‘zäunt ein’
Prueihj-e-® lit. veju, (vyti) “winden’’
?aksl. (+) -vojo, (-viti) ‘winden, wickeln”
*yuih,-ie- ved. vyáyati “umhüllt, legt um” б
a KS sg А 1
lat. uieö, uiere ‘binden, flechten’
Neubildungen: Perfekt ved. vivyathur ‘haben etw. jmdm. umgewickelt’,
Med. vivye ‘hat sich etw. umgelegt’''
(M.K.)
Zum Laryngal vgl. ved. vird- “umhüllt’, Inf. lit. vyti, skr. vu < *uiH-t9; für *h, spricht das
Lat, s. Anm. 10. Früh belegt ist überall nur R(z) oder Vollstufe L die aber sekundär sein dürf-
te, da der ved. Befund für Vollstufe 11 spricht, s. Anm. 2.
Thematisiert aus *vyá-/vy-. Die erst spät bezeugte Wurzelform vyā- könnte zwar sekundär
sein, vgl. Ai. Gr. 1 85, ist aber vermutlich alt, da antevokalisches vy° statt tviy° < *uih,° nur
von einer Vollstufe II übertragen sein kann (s. KÜMMEL, Perfekt 507'°'’); Aorist und Präsens
können jeweils zueinander neugebildet sein.
Nach SCHINDLER 70 (im Anschluß an HUMBACH, Die Gathas II 78) Ipv. mit Endung -gm wie
vi-d-am, °йс-ат; sonst meist als АКК. Sg. eines Nomens viid- bestimmt.
Nur mit Präverbien, Simplex erst später.
Pāli vinati “webt’ ist wegen der Bedeutung wohl Neubildung zu ved. vayati ‘webt’ (s. *Heu-).
e spricht nach MCCONE 11 für *h,, da bei *h, im Air. T-fin < *uini- < *wini-/uina- zu erwar-
ten wäre.
Mit Vollstufe I in them. Bildung wie ved. bháva- zu *b*ueh;-.
Dial. auch vijù = lett. viju (sek. auch vinu, vgl. ENDZELIN 571), wohl nach Prät. vijaw/viju.
Im Slav. auch R(z) möglich, wie sie bei Präsentien zu alten Wurzelaoristen häufig vorkommt.
Neubildung zum Aorist möglich, s. Anm. 2, dort auch zu уу? statt vi y°.
Bei *h, wäre Тиїйге zu erwarten.
Vgl. KÜMMEL, Perfekt 507-8; der schwache Stamm vivy- (nicht viv,y-) spricht für starken
Stamm *vivyä- und damit Vollstufe II der Wurzel, ibid. 508.
696
*yiekt.! “umwinden, umspannen’ ПЕМ 1130]
š Ke 2 ve : 2 H
Präsens *yųi-né/n-k“- [np. gunj- “in sich aufnehmen, Raum gewähren’
flat. uinciö, -ire “umwinden, binden’*
n > 2 S A
?*uik"-é- Iran. махі (+) wic- ‘Raum finden”
PPPE te S BE
Perfekt *we-uiök*/uik®- мей. vivyaca “umfaßt, umschließt, hat Raum für’
Neubildungen: /е-Ргаѕ. дага. kāśmīrī vecun ‘enthalten sein
(M.K.)
Labiovelar unsicher, nur aufgrund des unsicheren gr. Belegs angesetzt.
Auch in gr. (thessal.) ugoe ¢eúġæç Hsch. “angespannt habend’ (n-Infix in den Aorist ver-
schleppt)?
3 Iran. *ui-n-C-(a-), vgl. EW Aia II 590 mit Lit.
i-Flexion wohl zur Unterscheidung von uincere ‘siegen’; k < *k# / С.
“зг *wic-a-, intr. Bedeutung viell. aus dem Medium; vgl. MORGENSTIERNE, Shughni 95-6;
KÜMMEL, Perfekt 505-6 mit Lit.
5 Sekundär auch Präsensformen wie 3d viviktäs RV 3,54,8; 8,12,24; vgl. KÜMMEL, Perfekt
503-6.
6 Setzteinai. (Passiv?) *vicya- voraus, s. TURNER, CDIAL 11694.
?*yieth--' “wanken’ IEW 1178
Präsens *uieth,-e- ved. vyathate ‘wankt’?
Aorist ?*wiéthjluiéth;-s- ved. má vyathisthäs “wanke nicht!’
Kausativ ?*uioth;-éie- ved. vyathayate ‘läßt wanken’
(M. K.)
Nur iir., vgl. EWAia П 591.
? ур]. Сото 300.
*yleik®-' *befeuchten’ IEW —
Präsens *wleik*-/ulik*- toch.A Inf. !yiktsi ‘waschen’
?*uli-nél/n-kt- [lat. pol-lingd, -ere “(Leichen) abwaschen"?
Essiv *ylik#-hle- [lat. /iqueö, -ёге “flüssig sein’
Neubildungen: na-Präs. och D laikanaträ “wäscht sich etw. ab”
se-Präs. toch.B liksan- “wäscht”?
697
Perfekt toch.B laikāte ‘wusch sich etw. ab’,
A Konj. lekas ‘wird waschen’
(M. K.)
Zum Ansatz vgl. HACKSTEIN 122-3 mit Lit.; MEISER, Habil. 8158; *u° wegen air. fliuch
‘feucht’, kymr. gwlith m. ‘Tau’.
Mit sekundärem g für fqu nach z.B. lingo ‘lecke’, s. MEISER, Le,
Zu den toch. Neubildungen s. HACKSTEIN, Le,
Prured-' ‘weich werden/machen’ IEW 1163
Präsens *ured-e- ved. dvradanta RV 2,24,3 “wurden mürbe’”?
(M.K.)
! Unklar, nur iir. und viell. in gr. paöıvög ‘biegsam, schlank’, EW Aia II 595-6; vgl. noch (mit
Schwebeablaut) av. varaduua- ‘weich’, varadusma- ‘weicher Erdboden’.
2 Oder ‘zermürbten (für sich)’, s. Сото 301-2; reimt mit vi-mradate MS ‘ist weich’.
*yreg-' “einer Spur folgen’? IEW 1181
Präsens *ureg-e- ved. vräjant- ‘gehend, wandernd”
got. (+) wrikan ‘verfolgen’,
ae. wrecan ‘drängen, vertreiben, rächen’
*urg-eie- lat. urgeö, -ere ‘(be)drängen’*
Aorist *urëglurég-s- aav. 3p Inj. uruuäxsat ‘sie wandeln’
Kaus.-It. ?*urog-eie- ?ved. (Аг.) vrajayati “läßt wandern”
got. (+) wrakjan ‘verfolgen’
Neubildungen: s-Aorist lat. ursi “(be)drängte’
Perfekt ved. vavräja ‘ist gewandert’
got. (+) wrak ‘verfolgte’
(M.K)
\ Vgl. heth. arki- ‘Spur’ < *urg-i-, s. EICHNER, MSS 31 (1972) 73.
Daraus iir. ‘(auf einem Weg) wandern, gehen’, sonst ‘nachgehen’ > ‘(ver)folgen’ ә ‘be-
drängen’.
Vgl. Сото 300-1.
< ‘verfolgen’; ur? statt Tuor° unerklärt.
Wahrscheinlich Neubildung.
KÜMMEL, Perfekt 508.
au b Q
698
*ureh,-' ‘finden’ IEW 1160
Aorist ?*yé-ur(h)-e-° Ier. єдроу “апа”
?air. -fúar “fand”
Präsens Pruerh-e-” arm. gerem ‘nehme gefangen’
Perfekt ?*ue-uröhjlurh)- Ter. eüonka "habe gefunden’
(M.K.)
! Vgl. PETERS 22; KLINGENSCHMITT 125; BECKWITH, Glotta 72 (1995) 24-30; mit (analogi-
scher) R(e) vgl. air. fo-frith ‘wurde gefunden’ < *-urë-to-.
Mit Laryngalschwund nach Reduplikation, BECKWITH, Le, 27-9. š
*ueu°vorr ohne Dissimilation erhalten, BECKWITH, Le, 26-7.
Mit Vollstufe I in them. Bildung wie ved. bhäva- zu *bhueh>-.
< *ye-ure- mit vor r erhaltenem *ueu° nach BECKWITH, l.c., 26-7; anders PETERS 27.
Vgl. BECKWITH, l.c. 27-30.
л + ыш Hä
*ureh,$- ‘brechen, reißen (intr.)’ IEW 1181-2
Aorist ?*uréh,8-furhi8- gr. ёорпба ‘(zer)riß, brach (tr., selten intr.)”!
Präsens ?*urhĝ-néulnu- рг. pýyvūu ‘(zer)reiße, breche OW
Perfekt *ue-uröhglurh,£- gr. &ppwye ‘ist (aus)gebrochen””
Fientiv ?*urhg-Ehjlh)- — [gr. úr- epoáyn ‘riB auf (intr.)’*
Neubildungen: R(e)-ie-Präs° lit. reZiu, (rëžti) ‘schneiden, ritzen’
aksl. (+) гё2о, (r£zati) ‘schlagen’,
russ. reZu, (гаг) ‘schneiden’
ske-Präs. alb. rreh “schlägt”
(M.K.)
Oder Neubildung zu Präs. длууо, von dem die fakt. Bedeutung übernommen sein ums.
Umbildung eines *urh,-né-8- oder gr. Neubildung?
Mit erneuerter Redupl. statt teip? < *ue-ir° < *ue-ur°.
Mit analogischer R(z) *urag- statt Turëg- < *urhjg-.
Bsl. Neubildung zum Aorist *ur2Z-.
Nach HULD 150 Stamm rrah- < *ura,$-ske- mit analogischer К(2).
с um E oi кю e
699
?*ureh,-! ‘wegnehmen’ IEW —
Aorist *uréh,-lurh,- gr. án- mp ‘nahm weg’, Ptz. ároúpať
M.K.)
| Nur gr.
2 Stamm *иға- mit (wohl sekundärer) Augmentdehnung, vgl. HARDARSON 184.
?*uReiH-' ‘zusammendrücken’ IEW —
Präsens *uRi-neln-H- ved. (MS) vlinati ‘drückt nieder, zusammen”
jav. uruuinaiti- “zusammendrückend”
Neubildungen: s-Aorist spätved. (Sü.) wesis*
(M.K.)
` Mur ir,
2 бекипдаг auch vlinati TB, vgl. HOFFMANN, MSS 24 (1968) 425 = Aufs. 508°.
° S. HOFFMANN, l.c. 39-41 = 506-8.
4 S.NARTEN 252.
*yreik- ‘drehen; einhüllen’' IEW 1158-9
Präsens ?*ureik-/urik- [ae. (+) wrion “einhüllen’
Ш. rišņù, (risti) ‘binden’
*urik-ie- Jav. uruuisieiti “dreht sich, wendet sich’
Kaus.-It. *uroik-6ie- jav. uruuaösaiieiti ‘dreht, wendet’
Yan. reigjask ‘den Kopf zurückwerfen’
M.K.)
! Die Einzelheiten der semantischen Entwicklungen sind unklar, viell. "um etw. herumdrehen’
— ‘umwinden’ — ‘einhüllen/binden’.
700
"pre. ‘drehen, winden’ IEW 1159-60
Präsens ?*ureit-e- ае. (+) wridan ‘drehen, winden’
[lit. rieciu, (riesti) ‘winden, rollen’,
гій, (risti) ‘rollen, wälzen"?
(M. K)
Nur germ. und balt.
Urspr. *reita- ` Prät. *ritā- mit paradigmat. Spaltung, vgl. STANG, Verbum 114.
*uremb- ‘(sich) drehen’ Е IEW 1153
Präsens *uremb-e- gr. бёцВоцоп “umherschweifen’'
тпа. (+) wrimpen ‘rümpfen’
(M.K.)
! < ‘sich herumdrehen’, vgl. дбцВос “Kreisel”.
*yreng-' ‘verdrehen, (ver)biegen’ IEW 1154
Präsens *ureng-e- lat. ringor, ringi ‘den Mund aufsperren’?
?[ksl. regno ‘klaffe”
Kaus.-It. *urong-éie- ае. wrencan ‘drehen’, ahd. bi-renken ‘verrenken’
M.K.)
Dazu viell. auch ved. abhi-vlangá- ‘Schlinge’, abhi-vlägya ‘einfangend’, vgl. EW Aia I 92;
Zusammenhang mit *hjuerg- ‘sich umdrehen’ nicht zu sichern.
< *‘das Gesicht verdrehen’?
= ‘gähne’ < *‘verdrehe das Gesicht’? Sehr fragwürdig.
?*ureng"-} ‘winden, zusammendrehen’ IEW 1155
Präsens *ureng"-e- ае. (+) wringan ‘winden, wringen’,
ahd. ringan ‘sich mühen, kämpfen”
Пи. rengiù, (reñgti) ‘bereiten’, refl. ‘sich
krümmen’
(M.K.)
701
Nur germ. und balt.
Bdtg. vom Medium ‘sich winden’.
Wegen der Zirkumflektierung besser hierher als zu *ureng, vgl. FRAENKEL 719b; YOUNG, HS
103 (1990) 152.
?*urep-' ‘sich neigen’ IEW 1156
Präsens ?*urep-e- gr. PErw ‘sinke, neige mich’
Aorist ?*ureplurep-s- gr. péya ‘sinken’
M.K.)
Nur gr., wegen der Vollstufe II wohl von *yerp- ‘drehen’ abzugrenzen; die Wurzel könnte
dann aber auch *srep- lauten.
PruResk'®-! “abhacken’ IEW 1163
Aorist ?*uRésk”-IluRsk®- [ved. vrksi ‘will fällen”?
Präsens *uRsk®-e- ved. vrscati ‘hackt ab, spaltet’
Neubildungen: Perfekt ved. Іру. 2d vavrktam КУ 6,62,10 ‘hackt ab!”
(M.K.)
Nur indoar., Ansatz fraglich, vgl. EW Aia II 596.
Neubildung möglich, vgl. NARTEN 251 und MSS 14 (1959) 39-44 = КІ. Schr. 1-7.
? Mit regulárem Schwund von s vor kt; s. KÜMMEL, Perfekt 509.
*dhreb-
*(s)kreb-
*gheHb-
*sleh,b-
*seib-
*sleib-
*steib-
*uremb-
*(s)kerb-
*kleub-
*dhreub-
*skab"-
*dhebh-
*óebh-
жоору!
*iebh-
1.*neb"-
2.*пер!-
1.*rebh-
2.*rebh-
*dhrebh-
*ghrebh-
*srebh-
*strebh-
*stebh-
*uebh-
*dheHbh-
*uelhb*-
*oteh,bt-
*gleibh-
Indices
1. Rücklšufiger Index der Wurzeln
*kneib"-
*Reibh-
*dhre ibh-
*of'reibt-
*skreibt-
*k't)sueibh-
*dhel[bh-
1.*dhembh-
2.*d"emb"-
3.*d"emb-
*Semb"-
* lemb*-
*derbH-
*(s)dherbh-
*gerbh-
*(s)kerbh-
*suerbh-
* оі eub*-
*keubt-
*keubh-
*skeub"-
*leubh-
*'ó'leubh-
*sleub"-
*sneub"-
*dhreubh-
*k't)seubh-
*kad-
*mad-
*ëhed-
*əhed-
*hjed-
*h ed-
жр, ed-
1.*h;ed-
2.* hed-
*sked-
*phled-
1.*теа-
2.* med-
*ned-
*ped-
*Red-
*ured-
*sed-
*ksed-
*yed-
*leh,d-
*greh,d-
*keh,d-
*kWeh,d-
*sueh,d-
*hlleid-
*h;eid-
*kh>eid-
*keid-
*skheid-
*leid-
*phleid-
*smeid-
*neid-
*yneid-
*kneid-
*reid-
*dhye id-
*ueid-
*h,ueid-
1.* sueid-
2.*sueid-
3.*sueld-
*bheld-
*meld-
* ,ueld-
*sueld-
*bhend-
*kend-
*skend-
*kend-
1.*skend-
2.*(s)kend-
*splend-
1.*зрепа-
2.*(s)pend-
*K" Rend-
*bhrend-
*ol#hrend-
1.*(s)prend-
2.*(s)prend-
1.*rend-
2.*rend-
*uend-
*Herd-
*skerd-
*kWerd-
*h,merd-
*smerd-
*perd-
*rerd-
*таѕа-
*rasd-
*pesd-
*óheisd-
*h eisd-
*bheud-
*ëheud-
*(s)keud-
*leud-
*pleud-
*meud-
l.*neud-
2.*neud-
*speud-
*treud-
Женд.
1.*(s)teud-
2.*steud-
*ohedh.
* eech.
*Hed"-
*hyuied"-
704
*Hned"- *bherdh- *bheró- *bhre$'- *ureg-
* hned- *derd"- *h,mer $- *(s)reĝ- 1.*seg-
*snedh- *əherdh- L.*uer8- 2.*5еб'- *teg-
*redh- *olNerd"- 2.*uer$- *sreiHĝ'- *(5)teg-
*hired"- *skerdh- 3.*uer$- *phreuH'$- *yeg-
*yed"- *sperdh- *olWegh- *sleh;ĝ'- *NUeg-
*seHd"- *hheud"- *hyneg"- *hzrehjß'- *bhlehog-
*bheh, dh- *d"eudh- *dreĝh- *dħeh;ĝ'- *pleh;g-
*reh,dh- *H end. *seĝh- *sehzĝ'- *spherh;g-
*g'ehzd"- *keudh- *yegt- *teh;ó'- *bhehg-
*g“eh,dh- *keudh- *ueHh- *stehß- ` *Heig-
*leh;d"- */eud"- *bħeh ĝt- *ueh;ë - *bhleig-
*ueh,dh- *hleudh- *leh;ĝ"- *reh;ß'- 1.*peig-
*Kleh;d"- l.*reud"- жнеі б"- *leiĝ'- *spřeig-
*pheid"- 2.*reud"- *Heig"- 2.*peig- l.*streig-
ж għeid"- zt og, *lei@h- *reiß- 2.*streig-
*h;eidh- *maß- *hmeig"- *stelĝ'- *(s)teig-
*hsleid"- 1.* he $- *hhelgh- *(s)keng'- *ueig-
*reid"- 2.* he ĝ- *delĝ”- 1.*tenĝ'- * hue ig-
*əhreidh- *k'5h;e6- *h;emë8"- 2.*tenĝ'- 1.*uelg-
*seidh- *leĝ- *bhenëh- 2.*terĝ'- 2.*uelg-
*oheld"- *reß- *oreng"- 2.*leuß'- *(s)bheng-
*ollleldh. *hreĝ- * gW eRĝh- *peuß'- *ureng-
*Mmeld"- *ueó- *ueRg"- * hte *ueng-
1.*meld"- *bhreh,8 - *bherĝh- *hed"ĝ"- *sueng-
2.*meld"- *urehj$- zer äh. *d'reg"- *erg-
*bhendh- *peh;8- *hjerĝ"- *h,yeĝ"- *sterg-
*h;end!- *ueh;$- журет д^ *ueh,ĝ"- *h;uerg-
*kend"- *leig - *(s)terg"- жер". *mesg-
*/епа"- *b'leió- Tuer éi. *helĝ”- *resg-
*bhlendh- *hleió- * glWhey h- *hleng"- 1.*bteug-
*ohlend"- *sleig- *leĝ'- *bhag- 2.*bheug-
*uendh- *reió- *bhle'6'- *tag- *h eug-
*(s)uend"- *hzmel$- *h,leg'- *bheg- *jeug-
*HueRdh- *selĝ- *sleĝ'- *spreg- 1.*leug-
*(s)leug-
*reug-
*treug-
*streug-
| *(s)teug-
KAN
*mag"-
Sizech,
*leg"-
*regh-
*dreg"-
*steg"-
*derH g"-
*d’reh,g"-
*hzejg-
*steig"-
*delgt-
*Sheng"-
*(s)preng"-
*streng"-
*ureng"-
*tengh-
*bherg"-
*çuergh-
*bheugh-
* d'eu eh,
*leugh-
1.*dhyeugh-
2.*d"reug"-
1.*terg®-
*те[ р".
xh yelg”"-
*bheg!-
*tieg"-
*neg"-
*иери.
*dhei Hei,
*sleh,g"-
*hjmeig“-
Tue (e
*trejg"-
жөө.
*heng"-
*(s)kreng!-
*seng*-
*steng“-
*terg!-
*иегр“-
пери.
*heguh-
*(s Е
*hue gen.
*Knei geh.
*snei geh.
zb elg-
*hlenguh-
*çen Ga
*suen gt-
*lembH-
*skebhH-
*stemb"H-
* h,uedH-
*reudH-
*deH-
*ëheH-
*gieH-
*kieH-
*stieH-
*4"теН-
*peH-
*treH-
*bhseH-
*dueH-
*óhueH-
*kueH-
*jeugH-
*h,eg’H-
*bheiH-
*dheiH-
*SeiH-
1.*leiH-
2.*leiH-
*gleiH-
*h,leiH-
1.*meiH-
2.*meiH-
*пеіН-
1.*ре{Н-
2.*peiH-
*uReiH-
*bhreiH-
*óhyeiH-
*hreiH-
*KreiH-
*kreiH-
*preiH-
*uei(H)-
*sueiH-
*sekH-
*bhelH-
*gelH-
1.*g“elH-
2.*ə“elH-
*kelH-
*kelH-
*skelH-
1.*(s)pelH-
2.*(s)pelH-
*relH-
1.*uelH-
2.*yuelH-
*öuelH-
*suelH-
*peh;lH-
*h,emH-
*/emH-
Zä RemH-
*bhremH-
*ËremH-
*semH-
*temH-
*k()enH-
*menH-
*yenH-
*dhuenH-
*k'uRepH-
*KrepH-
*k#erpH-
*SheRH-
*bħer H-
*ркегН-
*herH-
*herH-
*ker(H)-
l.*kerH-
2.*kerH-
3.*kerH-
*(s)kerH-
*nerH-
*spherH-
705
*uerH-
*tuerH-
*meusH-
1.*het(H)-
*dheuH-
*SeuH-
*oWeuH-
*heuH-
*h,euH-
*gieuH-
*sjeuH-
*sptieuH-
*keuH-
*leuH-
1.*bh]euH-
2.*b"leuH-
*kleuH-
*kleuH-
*пеиН-
*kneuH-
*pneuH-
*sneuH-
1 .*peuH-
2.*peuHl -
*reuH-
1.*bfreuH-
2.*bfreuH-
*dreuHl-
*h;reuH-
*kreuH-
*treuH-
*seuH-
*teuH-
*yed"h,-
*phehr-
706
*krethz-
*reik hz- *uethz-
2.*ieh>- * Selh>- *meith>-
*Де[һ,- *kieh>- *helhz- *menth>-
1.*dehj- *g“elh;- *pieh>- *elh>- * gl! renth>-
2.*deh,- *h;elh,- 1.*keh>- *kelh>- *preuthz-
*d"eh,- *kelh,- 2.*kYehz- * melh- *deulo-
жбер. *(s)kelh;- 1.*leh- *pelhz- *geuh>-
жоор. *k#elh,- 2.*leh>- *selh>- *heuh,-
*eh,- *pelh,- 3.*leh>- *telh;- *skeuh>-
*H ieh- *selh;- *k”lehz- 1.*demh- | *mleuh>-
*k“ieh;- *uelh,- *meh;- 2.*demhz- *teuh>-
*yieh,- *temh,- *пей›- *kemh;- *deh;-
*leh;- *uemh;- *knehz- *Ëremh,- *heh;-
*bhleh;- *ĝenhj- *mnel- *drenh>- *otieh;-
*hleh;- *henh;- *(s)nehz- *senhz- *bhleh;-
*klehj- *kenh;- *(s)pehz- *(s)tenhz- *pleh;-
*pleh,- *(s)penh;- 1.*dreh>- *suenh>- *meh;-
*meh;- *uenh)- 2.*dreh>- *bħerhz- * neh-
*hmeh;- *terh,- *kreh>- *Serhz- *h,neh;-
*smehj- *sterh,- *ureh>- *herh;- *n,ekh;-
*snehj- жиеғћу- 1.*teh>- 1.*kerh>- * otelhz-
*sp'eh;- *h;uerh;- 2.*teh>- 2.*kerh>- *melh;-
l.*reh,- *pethy- *steh>- *merhz - *yelhz-
2.*reh,- *mieuh,- *yehz- *perhz- *h,emh;-
*dreh,- *(s)keuhj- *bhueh;- *terh>- *d"erhz-
жойы}. *reuhj- *d"ueh>- *(s)e“esho- * gterh;z-
1.*hreh;- *seuh;- *hueh>- * heishz- *h,erh;-
2.*hjreh,- *oħrebhz- *kueh- *huathz- *kerh;-
*preh;- *keubh>- жерчи, - *kuath>- *perh;-
*trehj- *(s)kedh>- *bhejh,- *yieth>- *serhs-
*urehj- *bhleudh;- *deihz- *plethz- *terhs-
*seh,- *bheqhh,- *keih>- *meth>- *sterhz-
*hueh)- 1.*beh- *leihz- *knethz- *leuh;-
*kueh;- 2.*b"ehz- *k“reihz- 1.*peth>-
*deih,- *o“eh>- *TerKh>-
*teih,- *h;nehz-
*ueih,-
*seuh;-
2.*peth;-
*meikh,-
1.*ieh,-
*d"alh,-
1.*hjai-
2.* haji-
* ħej-
* olej-
жанне.
*hjei-
*shei-
1.*kei-
2.*kei-
Tibet.
1.*k“ei-
2.*k“ej-
3.*k“ei-
*klei-
1.*me i-
2.* me i-
*smei-
*grei-
*oħrej-
*hrei-
(5) rei-
*duel-
*hzuei-
*tuel-
*gWeH(i)-
*skeH(i)-
*dheh,( i)-
*ĝħehji-
*pehi-
*kreh,(i)-
1.*seh,(i)-
2.*seh,(i)-
*sueh(i)-
*dehx( i)-
*skhehz(i)-
жрећ›(1)-
*reh,(i)-
1.*seh,(i)-
2.*seh{( l)-
*keh;(i)-
*peh;(i)-
*dek-
KITO
* kiek-
*plek-
*nek-
*hnek-
*h,nek-
1.*pek-
2.*pek-
*spek-
zb Re.
*krek-
*prek-
*tek-
жиеќ-
*plehjk-
*sehjk-
*pehk-
1.*deik-
2.*deik-
*Heik-
*hzeik-
шер.
* meik-
*pe ik-
*reik-
*ureik-
ж ueik-
*Hmelk-
*denk-
*h,enk-
*bhRenk-
*derk-
xu erk-
*perk-
*(s)terk-
*tuerk-
*tresk-
*tetk-
*bhreuk-
* seuk-
*hjek-
*tehk-
*stelh,k-
*h erk-
* serk-
*preK-
*treiK-
*slak-
* iek-
*skek-
*lek-
*rek-
*sek-
1.жгек-
2.*tek-
*tuek-
*bhreiHk-
*dheh,k-
*keh>k-
*leh>k-
*plehzk-
* ptehzk-
*pleh;k-
*leik-
*neik-
*seik-
l.*ueik-
2.*ueik-
*phelk-
*helk-
* helk-
* pelk-
*selk-
*telk-
*uelk-
*h;uelk-
*temk-
*h,enk-
*kenk-
*lenk-
*menk-
*renk-
*phrenk-
*trenk-
*uenk-
*kuenk-
*tuenk-
*yerk-
*snerk-
*perk-
*deuk-
*hjeuk-
1.* keuk-
2.* keuk-
*k” euk-
*leuk-
*bhleuk-
*pleuk-
707
*sleuk-
*meuk-
*smeuk-
*peuk-
*bhreuk-
*h,reuk-
* seuk-
1 .*reuk-
2. *teuk-
Ж ек.
ж Ио.
*melk”-
МАШ ЯТ АШ
*uResk”-
Sek.
*ujek!-
1.*pek#-
2.*pek#-
*bhyrek“-
1.*sek“-
2.*sek“-
*tek“-
zuelt.
Seit.
*uleikt-
*selku-
*melk“-
*slenk“-
Sher bü.
*rerk#-
*gel-
ж ghel-
zb, gel-
*h el-
*(s)g""hel-
708
1.*Kel- *kan- 2.*tep- *óar- *pster-
2.*kel- *b'en- *uep- *bhey- 1.*uer-
*kel- *othen- *kuep- *der- 2.*uer-
1.*(s)kel- *h,en- *suep- *d'er- 3.*uer-
2.*(s)kel- *ken- *reh;p- 1.* er- *duer-
*pel- *rken- *sehjp- 2 8'er- *d"uer-
1.*sel- *ken- *kueh,p- 3.*gher- * hyer-
2.*sel- 1.*теп- *deh;p- жечӧћег- *Huer-
3.*sel- 2.*men- *Kieh;p- *h,@'er- *h;uer-
*stel- 3.*men- *keh;p- *hjger- 1.*suer-
1.*uel- *pen- *leh;p- *olWhor. 2.*suer-
2.*uel- *ksen- 1.*leip- * other- *tuer-
3.*uel- *ten- 2.*leip- *h,er- *las-
1.* guel- *sten- *reip- L.*h;er- *Ëuas-
2.*guel- *uen- *kWreip- 2.* her- *bhes-
1.*suel- *d"yen- *steip- 3.* her- *des-
2.*suel- *ël'uen- *yeip- Sher: 1.*g'Whes-
*oent- *hjep- *telp- *ker(H)- 2.*g(Whes-
*ollem- *hep- *uelp- 1.*(s)ker- 1.*hyes-
*h,em- 1.*h;ep- *kuelp- 2.*(s)ker- 2.*hjes-
*jem- 2.*һер- *Катр- *k''er- *h;es-
*kem- *kep- *kK emp- *mer- *jes-
Siem. 1.*(s)kep- * temp- 1.*(s)mer- *kes-
1.*nem- 2.*(s)kep- *(s)kerp- 2.* smer- *kes-
2.*nem- *lep- *ser p- 1.*рег- *les-
*biirem- *klep- 1.*terp- 2.*per- *mes-
1.*drem- *rep- 2.*terp- 3.*per- *nes-
2.*drem- *drep- *uerp- l.*sper- *gres-
*ohrem- *prep- *keup- 2.*(s)per- *h,res-
*g“rem- l.*trep- *leup- 3.* sper- *pres-
*h,rem- 2.*trep- *reup- 1.*ser- *tres-
*trem- *( s)trep- *treup- 2.*ser- *ses-
*tem- *urep- *seup- 3.*ser- l.*ues-
*tuem- *ѕер- *teup- Tier: 2.*ues-
*öhan- 1.*гер- *(s)teup- *ster- 3.*ues-
жге.
*ДеК®у-
*k“els-
*keNs-
*dens-
*h ens-
*tens-
*duens-
*gfters-
*óhers-
Seiler у.
*Hers-
*hers-
(e
2.*kers-
*(s)kers-
*mers-
*ters-
].*uers-
2.*uers-
*h uers-
*deus-
*óeus-
* ghey 5-
*heus-
*h eus-
*th eus-
*kleus-
*meus-
*h;jpeus-
* reus-
*bhreus-
*df'reus-
*kreus-
*Dreus-
*h seus-
1.*teus-
2.*teus-
*uenT-
*sesT-
* oet-
*iet-
1.*het(H)-
2.*h et-
xk Wet-
1.*met-
2.*met-
* gnet-
*ret-
*kret-
*pret-
*uet-
*h;uet-
*skeHt-
*rehjt-
* s)kuehjt-
*h;eit-
*ke it-
*k“eit-
1.*leit-
2.* leit-
* sne it-
*skreit-
*ureit-
*Ëueit-
*kueit-
*(s)pelt-
*h;ent-
*kent-
*pent-
*sent-
*h;uert-
1.*kert-
*(s)kert-
2.*k”ert-
*h mert-
*pert-
*uert-
*jeut-
*dieut-
*skeut-
*leut-
709
*h,leu-
*kleu-
*pleu-
*neu-
*öfineu-
*ksneu-
*pneu-
*5пеи-
*dreu-
1.*dhreu-
2.*dhreu-
*preu-
*sreu-
*streu-
Fseu-
*kseu-
*steu-
* kehu-
*għrehuų-
*trehų-
*deh;u-
*'ë'eh;u-
l.*kehzu-
2.*keh>u-
*Klehu-
*pehzu-
*melhzu-
*deh;zu-
*hheru-
2. Index der rekonstruierten Stammbildungen
Unter dem Bildungstyp werden die Wurzeln aufgeführt, für die die betreffende Stammbildung re-
konstruiert wird; ein Fragezeichen steht vor der Wurzel, wenn die Rekonstruktion entweder der
Wurzel oder der betreffenden Stammbildung für diese Wurzel unsicher ist.
Amphidyna- *h,er8h- *lei8h- 2?*snedh- *dek-
misches Wur- ?* herh- *les- *sneh;- 2*qhelbh-
zelpräsens (la) — "Aert: *melhz- *(s)nehz- *d'eu-
*hers- ?*menH- *sneu- *dheuH-
1.*bfeh,- 1.*hjes- *menth;- *sneuH- 2*бер^-
2.*bleh,- Pr hze hz- *mieuh;,- 1.*репа- 2*ëhreiH-
"bebe: *hzelhz- *mleuh;z- ?3.*s per- жеше ĝh-
?*b"er- *hemĝ"- *mnehz- Prsperg"- *gtelh;-
*b"erhz- *h;emh;- *neg"- *(s)teig- ?*H melk-
*b'eug"- *hzenh,- *pehz( i)- *suenhz- ?*Ниег-
*Беў- *h;enk- ?* perk- *rek!- *hjed-
*b"lehy 23.*h;er- *plehjk- ?*ter- *h,leng"-
1.*b"leuH- *hzerk- ?*plehzk- *rerh;- *h,enk-
EE *hzmel$- N2.*reh,- *terk"- * hymer ĝ-
Jee, *h;neh,- Prreiß- *reuhr- 2?*h;seut-
?*deH- * h yeg- Prreig'- *rkei- *h;uet-
"deih: *h;ueh,- *reudH- ?*treh;- *h;reĝ-
*deuk- *h;uelk- *reuH- *trem- 2*hareiH-
2*dreh,- * hyer- 2*seh;@'- ?l*trenk- *keHs-
?rdueis- 2.*h;jues- Prseid"- *tuerk- *kes-
*dreig"- 21.*h;ed- *sep- 9*ue@h- *kremhz-
*dheiHg"- "beid, 1.*ser- *ueg!. *kelh;-
*d"uehz- *reuH- 2.*ser- PrueH ĝt- 23.*kerH-
*d"meH- ?* heit- *ses- жиећа"- ?* K Юр ed-
a *iebh- 2?*sesT- *ueih,- jiet!
d’yenH- 1.*iehz- *ѕеиН- *uek- *ksneu-
*gieuH- 2.*iehz- *seuh,- l.*uelg- 1.*k“ei-
*ë u elgh- жер зх- *seuk- 2.*uelH- эже}.
*ë!neu- *Kues- ?*seuk- *uemh,- *k#em-
*ў'шеН- 21.*keh;u- *sh;jeu- PruenT- *klieu-
*gerb'- *kel- ?1.*(s)ker- ?2.*иег- 2.*leiH-
?*geR8h- 22 *kftlert- 2.*(s)ker- *yerp- *leuH-
*@'leubh- *kes- *(s)kerH- *yuleik®- 1.*теа-
?* gnet- жер, - *(s)kerp- I*ureik- l*neųuH-
*gres- 2*kreh;- 2*(s)kers- *rep-
?1L*g"elH- Prk()RepH- *(s)keuhr- Akrodynami- ?*sed-
“giger *ksen- *(s)kreb- sches Wurzel- *seik-
de 9*k'ehəs- 3.*kerH- präsens (1b) А
E еп ?* keis- Prsleig- *smei-
*Hers- *k'els- Prsleubt- Prblegt- *steu-
i Ў *dei D
"het: *leid- *smeuk- deih: "reh:ß'-
712
*tetk- 2.*(s)pelH- l.*reh;- Prlas- 22.*bheh;-
?*teup- *(s)penh;- Prrehz(i)- *meh,- *bheid-
Prtresk- *terhz- *seh;- 2.*men- *bheid"-
Zärbe ugi. ?*terhl;- Prsek- Vrmieks- *bheiH-
*uedhh,- 2.*uel- ?1.*sek“- ?%*пеір“- *bherH-
*ueh,- 1.*uer- Prskheid- *nes- *bheud"-
*yek- 23.*uer8- ?*(s)kers- *ped- 1.* beug-
*uelh;,- ?*(s)kreb- *peH- 2.*bħeug-
23.*ues- e-reduplizier- ?*(s)pelt- 1.*per- ?*b’leid-
tes Präsens ?*(s)penh;- *pleh;- 2?*bhleudh>-
Wurzelstativ (1р) P*sptieuH- *preh,- Pr bhleuk-
i Prsten- Prsegt- 2*bhreg'-
mit R(z) (1c) Kark $ D 8
*b'ed'ha,- ?1.*(s)teud- 2.*sek“- *bhreiH-
?*q'eug!- *b'erH- *yek- 1.*sel- . ?*bħrend-
e ?*b'es- ?1.*ųelg- *selh;- *deh;u-
?2.*meiH- Prbfeud- 2.*uelH- *seng!- *delĝ"-
*tuek- 9*bhlenah- *shzeu- P*delgh-
*uerH- *deh;- Athematisches 1.*(s)mer- 2.*demh>-
А А i-redupliziertes ?*spek- *deuhz-
Wurzelstativ Weier Präsens (Ih) *stehy- *dregh-
mit R(e) (1d) Prgeb"- *(s)teig- "*drehz-
*g'eis- Saai *b'er- Pkten- ?*dreuH-
2.*hai- Ke АД ?*terhz- *dueH-
9*h eh 3 Erene Š dens- А ?*teuh,- *dhalh,-
Ss кл ?*ë reiH- ra) Pryehjß- *dhegthh,-
мү Мы, М чк a
(Let, ee CN "zwet: "ag:
Cent, е . "xch "erh
9*|eubh- я £ reng SE *uekt- 91.*dhreu-
*magh- се, | VE 5h а
*steu- SE oe SCH ES Thematisches PrgeuH-
*teih,- hueg’ 8 en i-redupliziertes PrgieH-
GE *h;res- 9% (ће. Präsens (11) *фпеђ-
УС ?*hreyH- *gähyeh,- *óhehji-
= * ies- *Heigt- * gen- xgheis-
u-Präsens (le) *keid- *Hieh,- *neß- очер.
Prphleig- Irkenk- * hyeishz- Prhzeik- Pr ĝħeud-
*dhenhz- 2.*kehzu- ?*h,euH- *peh (i)- 9*ëhreiH-
9*dhuer- 2*kelh;- *hyeisd- *peth;- *'ehzu-
*ŝerhz- ?2.* ker H- ?*h nek- *sed- Prphergh-
* otie- *kes- *h;er- ?*seik- *ge[H-
*kelh;- *kleub- 1.*iehz- *tek- 9* вец!
?*leh;- ?*leid- 2.*iehz- *yegt- 9?*gft)euH-
22.*leh>- "lef. *kehzi)- N2.*yel- 9% gleibh-
*melhz- *melh,- 2*kneth>- *gleiH-
22.*pekt- ?2.*peiH- ?*krethz- Nasal-Infix- 9* grenthz-
жріећ- ?*ре!һ- PrkueH- Präsens (1 К) * għed-
*pster- 1.*per- 3.*k"ej- ab *ohlend"-
?1.*ser- ?* pres- ?*k“jey- Sch * għrebhz-
1.*bfehz-
?* ebreidh-
*g“elhj-
*g“elh;-
*g“erH-
"eich
*Heig-
2*Hieudh-
?*he@ H-
* heishz-
* herH-
* heuk-
*hleudh-
*hzeid"-
*mekhz-
*h,eldh-
*h;emë!-
?* h emH-
*hjemh,-
*h,eng“-
*meuH-
*hleh,-
*h,leiH-
*h,merd-
*h mer ĝ-
Prhanek-
*h;res-
*h;ueg-
*hzuerg-
Prhzuerh;-
Pkhyuied"-
WÉI
*h,erg-
*h;me į ĝ'-
*h;nehz-
*h;neid-
*hreĝ-
*hreiH-
*hzreuk-
* nsleid"-
*ieugH-
*jeug-
Prieut-
Prkeis-
*kemhz-
1.*kerh;-
2.*kerh;-
Prkeubt-
Prkeud”-
PrkeuH-
*klei-
*kleu-
*kreiH-
*kremhz-
*krethz-
*Ëueit-
22.*k(-2eh;-
*kelH-
*kelh;-
1.*kert-
?*keubhz-
*keudh-
?l*kleh;-
9*kneibh-
*kreh,(i)-
2?*KreiH-
*kuas-
?l*k"eis-
же it-
*k''elh,-
*k"erpH-
*k"reihz-
?* legh-
?*leh;-
*leh;p-
?*leid-
*leihz-
Жеки.
1.*leip-
*leud"-
2.*leug'-
*leuH-
?2.*теа-
1.*meiH-
Prmeikhz-
*meithz-
*melk“-
P*menthz-
*merhz-
*methz-
*meuk-
*meusH-
*neik-
*peh;8-
*pehk-
?*peh;lH-
1.*peig-
1.*peiH-
*peik-
*peis-
*pelh,-
*pelh;-
*perhz-
*perh;-
*perk-
1.*pethz-
22.*peth;-
Prpeuß'-
1.*peuH-
*pleh,-
*pleh;g-
*preiH-
*pres-
?* Red-
Prrehjt-
Prreig-
1.*reud"-
Prreug-
*reup-
*seg-
I1.*sehjli)-
1.*sehzfi)-
*seikl-
*sek-
*selk-
Prseng!-
*senhz-
*serk-
zent.
*seuhj-
Prseuh;-
Prseuk-
*(s)g"eshz-
?*shei-
*(s)keH(i)-
Prskerd-
*skheid-
Iskeb"H-
*(s)kedh;-
?*skeHt-
*s)kelh,-
*(s)kerb-
*(s)kert-
9*skeubh-
*skeuh;-
*s)kuehjt-
Irsleg'-
*(s)leug-
*sleuk-
Prsmeuk-
1.*(s)pelH-
Prspfeig-
*spherH-
2*srebh-
9*sregh-
*stehz-
?*(s)teig-
*steigh-
*stembhH-
*(s)ter8h-
*sterhz-
1.*(s)teud-
*(s)teug-
l.*streig-
2.*streig-
*suehzd-
?2.*sueid-
?*sueiH-
*syenhz-
”rreg-
2.*tehz-
*teh,ĝ’-
?*teihj-
*relh>-
*remhy-
*remk-
*rerd-
*rerhz-
*TerKh;-
l.*rerp-
?l*teuhz-
?2.*teuk-
*tres-
?I*treuH-
*uebh-
*ued-
*ueid-
*ueih,-
21] .*ueik-
2.*ueik-
?L.*ueis-
1.*uelH-
*yelh;-
*yelh;-
*yerhz-
?*uiehj-
*yiek!-
P*uleik®-
?*иКеіН-
nu-Präsens
(11)
”*deih,-
*dek-
Prdenk-
*dhebh-
*ghers-
*dheu-
*dheuH-
Prghei-
9% gey-
91 ‚rglWhes-
* gtħer-
1.* hai-
2.*hjai-
*hjei-
?* hjer-
*hjegh-
*h;eid-
1.*Л›ег-
2.*h;er-
?*heigh-
1.*h;ep-
* her-
"teil.
*ken-
*Keihz-
2.*kei-
3.*k“ei-
Tier.
*mehz-
1.*mei-
1.*men-
2.*per-
Prpreus-
*pster-
*seik-
*ses-
7%5ец-
9*spek-
?1.*sper-
23.*sper-
*ster-
?2.* steud-
*ten-
713
714
*ıken-
*uer-
I*uehz p-
].*uel-
2.*uel-
*uen-
?1.*uer-
*uerH-
2?*ureh,ë-
neH-Präsens
(Im)
*ahoihei-
Irrkei-
R(e)-e-Präsens
(In)
*bhag-
*bhedhh;-
2*bhego-
*bħeh di.
2*bheh, б".
2*bheid-
*bheidh-
*bhejih>-
2*bhe|d-
Vrbherdh.
2*bhergh.
*bheru-
*bheudh-
2*bhleh;g-
*bhleig-
?*b'leig-
?*bħlend"-
22.*bhleuH-
*bhrehiß-
*bhremH-
*bhreni-
2*bhRenË-
?].*bhreuH-
*bhueh;-
1.*deik-
*deks-
Ik dekl)s-
?*del ĝt-
*delh;-
1.*demhz-
*der-
?l*derH g'-
2?*deus-
Praregh-
*drep-
*dreu-
?*duer-
*dheguh_
*dheh;6"-
2*qheiH-
9*qher-
2*qheuqh-
2*qhreb-
2*qhrebh-
9*dhreibh-
9*dhreid-
1.*dhreu-
2*qhreub-
22.*dhreugh-
2*dhreus-
*dhuen-
*dhuens-
*óembh-
*genh;-
*Berh>-
PrgeuH-
US rej-
*ëuelH-
*grehjj-
* he isd-
*óhengh-
?2.* her-
*ëheu-
?*ëheuH-
*@ëhuer-
*gem-
?* elef.
?* grenĝ"-
жоор.
?* għe idh-
CHE
* oheld"-
2* чойо.
(Oh
Zeene,
9*gəhrebh.
?* g"reh;d-
?* oħrej-
?* oħreib”-
*oftrem-
9% рй].
*glei-
2.*g"elH-
*очеғН-
* otet-
I*o"rem-
?* ghel-
*olher-
*Heig-
*Heik-
*Herd-
*Hiaĝ-
*HueRdh-
*h,em-
*h,euH-
* neus-
l*hjger-
Zi gthel-
* hleig-
*hjleng""-
*nleud"-
*h,rem-
?*hjųueld-
Prnzed"'gh-
1.*hzeĝ-
*hzegh-
*hzeid"-
*h eisd-
*h el-
жер".
*h,emH-
2?*h,eng"-
1.*het(H)-
I*h euy-
I* heyg-
I*h euH-
WÉI
*h;leks-
*h;leu-
*hzmeig"-
*h merd-
*h;reh,ë-
*h;jseus-
*h;juedH-
*hzueg-
?* hue id-
?* haueis-
*h uer g-
ЖД uers-
Prheigt-
* meiß"-
* nsleid"-
Vriek-
Priekl®s-
*jes-
* iet-
*[еиёН-
*kad-
*Lehzd-
*kehzk-
Prkeid-
1.*kel-
Prkenk-
*ËeNs-
*kep-
*ker(H)-
N2.*kerhz-
*kerhz-
11.*keuk-
272.*keuk-
*klei-
*kleuH-
*kleus-
Pr knethz-
*ËreiH-
Prksed-
*Luenk-
*kagh-
*kan-
2*keit-
Эже.
9% kemp-
PrklWer-
*keud"-
Prkeup-
Prkhzeid-
2*Kieh;p-
Y*kleh,d"-
Pelle ik-
*klep-
9*kneibh-
2*kneid-
2*Knei gth-
Zäiten.
*krek-
Pre) Rend-
*kret-
92*K(0seubh-
*kseud-
*kuathz-
2?*kuelp-
?*киер-
3.*k"ei-
*k“elh,-
*klend"-
*leĝ-
2*|]e@'-
*legh-
*leh,d-
*/eh,g"-
2*|eh,dh-
rleig-
rleig'-
1. *leiH-
*lembH-
*lend"-
Pr lenk-
*lep-
*leu-
Prleud"-
*leuh;-
*leuk-
2.*med-
2.* mei-
meig h.
*meithz-
*meld-
7].*meld"-
272.*men-
*merhz-
*mesg-
?1.*mer-
22.*met-
*meud-
P*mieks-
1.*neb"-
922.*nebh-
2?*ned-
?*neid-
*neiH-
1.*nem-
2.*nem-
*nes-
*neu-
?1.*neud-
Prpehjl-
?*peh;lH-
Y*peik-
1.*pek-
22.*pek-
1.*pek-
?* pelk-
*pen-
?* pent-
3.*per-
*perd-
?* pert-
*pesd-
*peth;-
2.*peth;-
1.*реиН-
Prpleh;k-
*plek-
*pleth;-
*pleu-
I*pleud-
Prpleuk-
?* pneu-
*prep-
*preu-
?* preus-
?*preuth;-
Prrasd-
?1.*rebh-
22.*rebh-
Ji Red.
?*ж*геб-
?*reh;p-
9*Reibh-
Prreid-
*reidh-
*reik-
*reip-
*rek-
?*renk-
*resg-
*ret-
?1.*reudh-
*reug-
?*(s)bheng-
?*(s)d"erb"-
КҮЗ ШЕ
1.*5ер-
*seHdh-
Prsehjk-
*seib-
*seik!-
1.*sek!-
2.* sekt-
3.*sel-
?* selh,-
*selk-
?*semH-
?*seng"-
?*seng"h-
*serp-
*(s)g"hzel-
*skabh-
2*skedh,-
*skek-
?1.*(s)kel-
1.*$Кепа-
2.*(s)kend-
*(s)kenĝ’-
?2.*(s)kep-
9*/(s)kerbh-
Prskerdh-
*(s)kert-
9*skeubh-
*(s)keud-
?Ж($ )К@ке1-
Prskreibt-
?*skreit-
?*(s)kreng!-
?* slak-
?*sleh,b-
*sleh;ĝ'-
?*sleib-
*slenk"-
?*smeid-
1.*(s)mer-
Prsneig"h-
2*sneit-
?*snerk-
*sneubh-
72.*(s)pelH-
72.%(5)репа-
2*(s)penh;-
2.*(s)per-
*sperdh-
*speud-
?*зргер-
*(s)preng"-
?1.*(s)prend-
?2.*(s)prend-
Prsresk-
*sreu-
*(s)teg-
?*(s)teguh-
Prsteib-
?*steip-
*ste igh-
*sten-
*steng"-
*sterg-
?l*sterh;-
Prsterk-
2*strebh-
1.*streig-
?*stremp-
*streng-
*(s)trep-
l*streų-
*streug-
*suehzd-
l.*sueid-
23.*sueid-
Pr sueig"-
1.*suel-
22.*suel-
?*sueld-
?*suelH-
9*(s)uendh-
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1.*suer-
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1.*tenĝ-
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1.*tep-
2.*tep-
?2.*terĝ-
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2.*trep-
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2*uebh-
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2.*ueis-
3.*uel-
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*uremb-
715
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?*urengh-
?*urep-
R(z)-é-Präsens
(10)
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2*deh( i)-
2*derbh-
2*dregh-
2*qheuH-
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?*əhreh;u-
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1.*ieu-
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?*kem-
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1.*kers-
2% keuk-
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1.*leug-
2.*leug'-
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72.*neud-
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1.*seh;(i)-
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716
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*bħleig- *mnehz- И ае18"- 9*Ipuers- *ped-
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?2.*drehz- 2.* hues `
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*des- *prek- ? Шер. > SE 1.*pek!-
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*duei- ?* pres- = А 3 d 9?*h;peus- 2.*peuH-
*dħeh;- *preus- К g Sé PrhreiH- Prpeuk-
*dħenhz- "гер" ЕНЕ Prhreuk- Prpeut-
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ая и Е
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*ĝħehji- ?1.*tep- ma = 21 *kerhz- 22.*reud"-
zéie. *terhz- KC Prkeudh. ?*reug-
*@'eh;dh- 1.*teus- S enh Ç ER kieH- ?*геиН-
оз о E о
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* oten- Pktres- А эжен *seHdh-
*Hieudh- 9?*treug- = iz Я *Кеһур- *sehj-
*Hned’- *ue$h- А Sie eu жр. *ѕеһур-
*hjer- *yenH- = e *keubh- *sekH-
1.*hyes- 3.*yer- Deeg *keup- 1.*sel-
ма Р Minah Prklehj- *sent-
*hyeis- R(z)-ie-Prä- А А Es Eeer? 3 aer,
Prhyeisd- sens (19) = = E 9*kneuH- *serhy-
?* helk- t ве h 9*kreuH- *serk-
12.* het- ?*b'eiH- *grehzb"- Be Prseup-
72. 1 бр Prseu
*n,leu- ?*b'elH *ollem- Ӯ See d ?*(s)g“esh>-
1.*h4es- 2*bhelk- ?* gtħeqh- leih I*shei-
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*jeh>- *b'erĝ- ?*Ніаё- сЕ *sieuH-
2.*iehz Yonah Dës? 1.*leit- SIER
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72.*(s)kel-
2?*ske[H-
*(s)keng'-
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1.*rek-
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2.*tenĝ’-
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?*ueH #'-
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2.*uer$-
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R(e)-ie-Prä-
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Prbheh,-
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*delh,-
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1.*g"er-
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1 ‚*kehz-
Prkiehz-
Prklehzu-
?*kleuH-
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1.*leh;-
23.*|eh;-
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2?*|eut-
?*meh;-
Prpehz(i)-
?1.*per-
?*pleh;-
Prrehz(i)-
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2.*seh,(i)-
*seh;@"-
1.*seh,(i)-
?2.*зеһ›(1)-
?2.*smer-
*s pek-
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?*(s)re@"-
2?*srel-
*(s)tenh>-
?*stieH-
?*sueh,(i)-
1.*tehz-
2.*tehz-
?*treH-
?*tuer H-
*ueg-
"euch:
?*ueng-
R(z)-éie-Prà-
sens (15)
9*bhergh-
21.*bheug-
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*dheh,(i)-
9*dhuen-
*dhuens-
*óhueH-
?* gem-
*Heu-
?*heish;-
I* merk-
?*h;@'er-
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Prkeubt-
N1.*keuk-
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*kueh,-
*keit-
*kleh,-
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I*meikh,-
?*meith;-
*pesd-
9*reh dh-
?*reup-
9*skend-
*sperg"-
*spherh,g-
*(s)teug-
?*sueh;d-
?*terh;-
?| *reus-
1.*ггер-
?*rreug-
*yieh,-
*ureg-
de-Präsens (10)
922.*bhreuH-
9?*kleuH-
72.*uelH-
?*yerH
d*e-Präsens
(lu)
22.*kei-
*kel-
?2.*kers-
9* kieh-
*kreuH-
*k''elh,-
*pleh,-
?*preh,-
*reks-
3.*kerH-
22.*teh,-
1.*uelH-
te-Präsens (1v)
1.*pek-
*plek-
Wurzelaorist
(2a)
*bhag-
*bheg-
9*bhegu-
*bheid-
*bheidh-
*bheih>-
9*bher-
9*bherdh-
*bherh-
9*bhes-
*bheudh-
1.*bheug-
2.*b"eug-
9*bhleid-
2*bhreh,6-
9*bhreku-
2*bhRenk-
9*bhrenk-
9*bhreuÉ-
*bhueh,-
1.*deh,-
?2.*deh;-
*dehz(i)-
*deh;-
?*deh;u-
?*deih;-
1.*deik-
2.*deik-
*dek-
Prdelg"-
2.*demh;-
*denk-
*der-
?*derd"-
*derk-
717
*deuhz-
Prdieut-
1.*drehz-
1.*drem-
?*drep-
*dueH-
*duei-
*dhalh;-
*dheph-
*dhegthh;-
*dheh)-
9*qhelbh-
21 .*dhembh-
*g"enh;-
*dher-
*dher ĝh-
*dherh;-
*Дбеүу.
*dheugh-
*qhgthej-
*dhrebh-
21.*dhreu-
1.*d"reug"-
9*dhuens-
Prdhues-
?* Gelb:
?*ĝemb"-
*ŝenh;-
?* ĝerhz-
*óeus-
*ëneh;-
9*8hei-
921.*ëher-
22.*ëher-
*óheu-
9*ëheud-
* g”eld’-
*gelH-
*gem-
9* g(teubh-
?*gleib"-
1.* guel-
*@hapn-
*ghed-
2*əheHb-
7 ‚g®hes-
Profiheygt-
9%0(0һец s-
*ghrebh;-
718
*ohrehu- *h,nek- *Reihz- Prmeikhz- *reh,dh-
*ət'eh,- ?* hysels- *kelh;- *meithz- Prrehjt-
?* gei- *h,jteu@'- *ken- 1.*meld"- *reik-
*gtelh,- *h;ueg- 32*KJenH- *melh;- *reik(®hz-
*ollem- ?*h,ueis- 2.*kers- Prmelk"- *reip-
*g“erH- *hueks- Prkeubhz- 1.*men- I*reis-
*g-erh;- *h;uerg- *keudh- *mer- *rek-
ж other- *huers- 92*k')hne$- *mers- *rep-
?* ghreh,- 1.*h ues- *krehili)- *methz- *reug-
*Herd- 9*h;uiedh- Prk)RemH- *meud- *reup-
*Hieh,- *helh;- jr k" Rend- *meuk- 2*(s)dherbh-
*Hieudh- *h;er- ?*KrepH- P*meus- *sed-
*Huer- *h;erg- *Luas- *meusH- *seg-
P* HueRd"- *h,neh;- ?*kuehz- Prmieks- - 1.*seg-
1.*hjai- ?* hzpeus- ?* kye it- *neig“- ?* seh-
?* hed- *hsleid’- 2.*К®е1- ?l*neik- 1.*seh(i)-
P*melhz- *h,uathz- 9*k“eis- *nek- Prsehjk-
* hem- *iem- же it- ?%*пегН- *seh,p-
*hep- Pr iet- Stäck. *nes- 1.*seh,(i)-
*her- 1.*ieų- *k#elh,- *neu- *seik-
*h,erH- 22.*ieu- Prktem- 72.*пеиа- *seik“-
2.* hes- *ieu8H- *k“end"- *ped- *sek-
?*hjeu- *jeug- *k“er- Prpeh;$- *sekH-
*heuHl- Prieut- *k#ieh,- *peh;(i)- 1.*sek®-
Ui hyeuhz- *keHs- *k“ieu- ?*peh;lH- 2.*sekt-
* heuk- *kehi)- *k#reihz- ?71.*peiH- 1.*sel-
*h,ger- Prkeis- *legh- *peik- *sel ĝ-
*hleud’- жеше. *leh,- ?* peis- *selh;-
* hned"- 1.*kel- ?2.*lehz- ?1.*pek“- Prselk-
Prhneg"- *kemhz- *leh,d"- *pelh;- *seng!-
*h nek- *ken- Prlehzk- 1.*per- Prseng!h-
l.*h,reh,- *keNs- *leh;p- 3.*per- *senhz-
?l* hrei- 1.*kerhz- 2.*leiH- *perd- I*sesT-
2.*h;e8- 2.*Ëerh;- 2*|eih;- *perhz- ?* sey-
*h eidh- *kerh;- *leik“- *perh;- Prseup-
*n,ekh;- kes- 1.*leip- *perk- *(s)g"eshz-
*n,eld"- Prkeub"- 1.*leit- *peth,- *skheid-
Thelen, ?1.*keuk- 2.*leit- 1.*pethz- 2*skebhH-
?*heng“- *klei- *lembH- 2.*pethz- *(s)kedhz-
1.*hyer- Prkleis- */emb"- *piehz- *skelH-
2.*h;er- *Ëleu- *lend"- *pleh;- *(s)kelh,-
*her H- @knethz- Prleu- *pleh;- 1.*skend-
Prhzes- *kremhz- */eud"- 2*pleth;- 22.*(s)kend-
22.*h;et- ?*kueh;- l.*leug- *pneuH- *(s)kert-
*h;jeuH- zuelt. *leuH- prek- *(s)kueht-
?* hz p'er- *Luenk- *leuk- *pres- *slehzg!-
2*h;leh;- PrkWehzd- Prleut- Prpreus- 71.*(s)mer-
?*hleiH- Prkeh;p- Prma$- *pster- *sneiguh-
2?*h,mert- 22.*keh;u- *meik- Prregh- *(s)pehz-
*(s)penh,-
?1.*sper-
*sperdh-
9*(s)prengh-
2?*sptieuH-
*spherH-
*srebh-
*steh;-
*steigh-
Prstelg'-
*stemb"H-
*(s)tenhz-
*ster-
Zo s)ter äh,
*sterh;-
22.*steud-
*(s)teug-
?*stremp-
*sueh;d-
wi з)иепа"-
*suep-
?l*tehzĝ-
*tek-
?1.*tek-
*relh;-
*telk-
*temH-
?*tem-
*temh,-
*ren-
?*ter-
*terd-
?1.*terg"-
*rerhz-
*rerh;-
*TerKh;-
1.*ter p-
?2.*ter p-
*ters-
ert,
1.*reuk-
*tken-
*treh;ĝ'-
2.*trep-
?*rreug-
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Prphengt-
T*yebh-
*yed"h,-
*ueh;g-
*ueid-
*ueig-
*yeik-
2.*ueik-
*yeip-
23.*ueis-
?*uek"-
?1.*uel-
2.*uel-
*yelh,-
?*uelh;-
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*yenH-
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1.*uer$-
2.*иегё-
3,*uer$-
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?*uergt-
*yerh;-
?1.*uers-
22.*uers-
*uert-
?*ueth,-
*uleh;,-
?*ureh;-
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s-Aorist (2b)
?*bħeh;g-
?*b"eiH-
?*bħer-
*dheh(i)-
*dheh;0'-
Prdheigh-
*dhmeH-
*dhre@h-
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Pröhed-
PröheH-
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9*ëhuer-
*olWeH(i)-
I* ghel-
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*Hiaĝ-
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?*hel-
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*h;erh;-
?*h;eug-
?*h;jeus-
*h,le%'
?*h,leu-
?*h,mel8-
?*h,merd-
?*h mer $-
?* hreh,-
*h ued H-
?*h ueh,-
*h uer-
2.* hues-
1.*h;ep-
?*h;meiĝ"-
*h;neid-
?*hreĝ-
*h;,reuH-
Pijebh-
11 ‚*iehz-
2.*iehz-
*jeh;s-
*jes-
*kent-
Prkep-
Prkleus-
?1.*kehzu-
*kel-
1.*kerH-
9*k(leh;-
9+ ера"-
*klep-
9?*Kneiguh-
Prkrek-
PkkWRepH-
Prksneu-
3.*k“ei-
*leĝ-
*le iĝ-
1.*leiH-
?*lenk-
ЭЖ[ер-
*leuh;-
1.*med-
?*mehj-
*melh;-
2.*men-
?*menth;-
*mieuh,-
*mnehz-
*neiH-
?1.*nem-
2.*nem-
PrneuH-
*peH-
*pehz(i)-
Prpehzu-
1.*pek-
?1.*peuH-
?*pleh;k-
*plek-
*pleu-
9?*pneu-
?*preiH-
?*preh-
*prek-
?* prep-
?*ptehk-
22.*rebh-
1.*reh,-
?*reh,p-
Prreid-
*reudH-
?1.*reud"-
?*reuH-
719
23.*sel-
?*sent-
2.*ser-
?*ses-
*seuhj,-
Prseuk-
Prskabh-
2.*(s)ker-
?*(s)ker H-
?*(s)ker p-
7*(s)keuh,-
Prskreibh-
3.*kerH-
?l*sleh;ĝ’-
*snehj-
?*(s)nehz-
*sneubh-
*spek-
?1.*spend-
2.*(s)per-
23.*sper-
9*sper ĝt-
2?*speud-
I*ls)reg'-
Ieren:
2%(5 )teguh-
*(s)teg-
*stel-
Prsteng!-
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Prsteu-
9*srrebh-
Prstreng-
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1.*suer-
Prrag-
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*temp-
1.*reng’-
?1.*tep-
?2.* terĝ’-
?*tieg*-
*rkei-
?*rreH-
*trehu-
Pr rreigt-
"*treiK-
*tres-
720
?*treud-
?*treuH-
*tuerk-
*uedh-
*ue8h-
2*ueh;qh-
*ueih,-
*hzuelk-
?*иетћ,-
Pruep-
?1.*ues-
?*шіегћ-
*ureg-
?* urep-
Reduplizierter
Aorist (2c)
*dens-
9*qhe i@h-
* gen-
*h nek-
*h elk-
*hznek-
?*kad-
?*kleh;-
I* k Rend-
nek-
?* pelh-
?*(s)tenhz-
Prreh,g'-
Prrem-
?1.*teuk-
zuelt.
Pryet-
P*ureh,-
Perfekt (3a)
9*bhag-
2*bheh,8h-
*bheiqh-
*bheih,-
bhert-
?* bheud-
*bheuqh-
1.*bheug-
*bheugh-
2*bh|eid-
I*bħreĝ-
?*bħreiHk-
*bhueh;-
*deh;u-
*deihz-
*dek-
Prdelg"-
*dens-
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*derk-
Prdieut-
?1.*drehz-
1.*drem-
*dueH-
*duei-
9*qdheHb"h-
*dheiH-
21.*dhembh-
22.*dhembh-
*dhenh;-
*dher-
*dhers-
*qh ghe j-
*dhrebh-
*dhreh;gh-
921.*dhreugh-
*ëenh,-
?* ŝerhz-
?*ĝeųuH-
* eus-
*Sneh;-
2*ëhed-
?* ĝħeh,-
22.*ëher-
2*ëheRH-
9*ëhers-
*@'eh,dh-
* geldt-
*gelH-
Prgem-
P*gleibh-
2% р1еіН-
phan-
Pkghebh.
* għed-
?* għed-
9*ghe|qh-
921.*g(hos-
*ghrebh;-
жоор.
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*g“elh;-
*olem-
*g“erh;-
?* otet-
* g! Sher
жоу.
*Деа!-
*Heik-
*Hmelk-
*Hned"-
2*HueRdh-
1.*hai-
*h,ed-
Prhyek-
2*helk-
*hem-
*hjep-
*hjer-
2?*herk-
*hjeu-
?*реиН-
*heuk-
*h,ger-
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Pehjleng!"-
*n,leud"-
*hned"-
*hrrei-
*h;ed-
2.*heĝ-
*hyeg"-
?*hekh;-
?* hen-
Prhzens-
1.*hzer-
*hnek-
?*hzuei-
* haueks-
Prhzuert-
1 .*hzues-
1.*h;ed-
2.*h;ed-
"bett.
*h;elh,-
*h;er-
*h,peus-
?*hreiH-
*iem-
*iet-
22.*ieu-
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PrkeHs-
?* keid-
zehn.
Prkel-
PrkelH-
*kemhz-
Send.
?1.*kerhz-
21 zept.
*klei-
Prkleis-
kley-
*kremhz-
*kuehy-
1 .*keh;-
2?*keh;p-
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*Ëend-
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22.*kers-
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2*Kieh;p-
Prkuehz-
Prkuelp-
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22.*k“ei-
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Prk#reihz-
Prleg-
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Prleud-
?*leud"-
?2.* ley-
Prleug!-
?*leuH-
?*leuh;-
*leuk-
?* mad-
2.*med-
*meig(Dh.
2.*meiH-
l.*men-
*mer-
*mers-
*meud-
P*mieks-
*mnehz-
1.*neb"-
*nehz-
*neig!-
*neiH-
*nek-
2.*nem-
*nes-
*ped-
*peh38-
*pehzfi)-
1.*peiH-
?*pel-
?* pent-
*perd-
?%регћз-
*perk-
?* pert-
*peth;-
?1.*pethz-
?*pleh;-
2*pleth;-
*pneuH-
2*pret-
9*redh-
Pkregh-
?*rehd"-
?*reid-
*reik-
*reip-
?l*reuh-
9*(s)dherbh-
?*sed-
*seĝt-
He TO
Prsehjp-
*shzei-
*seik-
*sekH-
l.*sek!-
l.*sel-
*selhz-
?* seng"-
*senh,-
?*seuH-
*(s)g"eshz-
Prskend-
?1.*(s)kel-
*(s)kelh;-
?1.*(s)mer-
2.*smer-
?1.*spend-
I*srei Hp-
*steh;-
9*steigh-
?*stemb"H-
*sueh;d-
?1.*sueid-
Prsueld-
PrsuelH-
9*(s)uendh-
?*sueng-
*suep-
Prrehzk-
*tek-
1.*tek-
*telhz-
?*temk-
*ten-
?2.*tep-
?*terh;-
?*TerKhz-
l.*ter p-
*rers-
*reuhz-
Prrieg!-
?l*treiK-
?*ue8-
9?*ueh;dh-
*пеһп;@”-
*ueid-
*ueig-
*ueik-
?1.*ueik-
72.*иеік-
Prueip-
Pruek-
*uek!-
l.*uel-
?1.*uelH-
*uelp-
*uen-
Pruenk-
Il. Tuer:
2.*иегё-
23.*uer8-
?*uerh,-
?].*uers-
N2.*uers-
*yert-
72.*иеѕ-
?*ueth;-
*ulek"-
2?*ureh;,-
*ureh,8-
R(o)-eie-Kau-
sativ-Iterativ
(4a)
*bhag-
*bhegu-
?*bheh,dh-
Prbfehjg-
Ixbeid-
*bhħe idh-
?* bhel ĝt-
?*b'elH-
Prbhen-
*bhengt-
*bher-
?*bħerd"-
*bhergt-
*bherH-
9*bheru-
*bheudh-
?1.*b"eug-
*bheugh-
*bhleß'-
PrbPleid-
PrbHleig-
Pk bhleig-
?*bhlend"-
?* bred-
?* bh Rek-
*bhrem-
?*bħrend-
9*bhreuk-
*bhreus-
*deh;u-
1.*deik-
2.*deik-
*dek-
Trdeks-
deks-
*del ĝt-
9*delgh-
*delh,-
?1.*demhz-
2.*denmh;-
*denk-
*dens-
?l*der-
9?*derHgh-
*derk-
*des-
2?*deuh;-
*deuk-
2?*dieut-
l.*dren-
Prdreu-
Prdueis-
*dhebh-
*dheguh-
*gheigh-
9*qheiHg-
3.*d"emb"-
*d"enhz-
*dher-
Prater gt-
*dheu-
*dhreb-
*d"reh3g"-
9*dhreid-
1.*dhreu-
22.*dhreu-
?*dhreub-
9*dhreus-
*dhuenH-
?* ĝar-
* SembH-
* enh-
*ëerh;-
*óeus-
?*ĝuelH-
Prphei-
*@heis-
Prfheisd-
Prghengt-
1.*g"er-
*óhers-
9*óhuer-
*@'eh,dh-
*@'eis-
I* gley-
Ir g(tBeubh-
?*oeuh;-
9*əleibh-
Irgreng"-
?* għed-
?* għedt-
9*ghe idh-
?* geldt-
I*ghers-
jn ghey ph-
9% eine.
*ghyrebh;-
?*ghreh,d-
?* għreibh-
9*əhrem-
P*gteHd"-
Prgtehzb"-
?1.*g“elH-
жое.
ЭЖ ошер ,-
?* gt'et-
*g"8her-
* gthedh-
жое.
жеше.
?* Heig-
*Herd-
?*Hieĝ-
*Hieudh-
?*Hmelk-
*Ниег-
9*НиеВа"-
*hep-
*n,erg"-
2?*herH-
*hjeuk-
*h,ger-
*hjleig-
*n,leng"-
P*h,leud"-
Zë bute äh,
*h,nek-
*h,rei-
*h,rem-
*hjueg""-
jg еде".
*h,egh-
*hzeid-
*n,ek-
?*h;eKh;-
*hzel-
?*held"-
*hemĝ"-
?3.* her-
*herH-
herk-
*h eu-
ЭЖ) eug-
*h mel ĝ-
*h mer ĝ-
*h merd-
*h;reh/@ë'-
?* hres-
*h seys-
*h;ueks-
*h;uers-
l.*hzues-
2.* hues-
?*h;elh;-
2.*hiep-
*h;er-
2* теё"
*h;neid-
?*h,peus-
*hreg-
Pk iem-
7% ies-
*jer-
22.*ieu-
*ieugH-
Prieut-
721
722
9% kek- *k“els- ?*ned- *selk- *(s)tenh,;-
?1.*kel- ?*k“er- ?*neid- ?l*seng“- ?2.*steud-
*kemhz- ?*k“erpH- *nek- ?*senh;- *streu-
Irken- *k“ieh;,- 2.*пет- *sent- 21.*sueid-
*kenk- *k''ieu- *nes- ?1.*ser- 23.*sueid-
*keNs- Trleg'- Prneu- Prses- l.*suel-
Prkeub"- Жел. *ped- *seuk- 22.*suel-
9*еџа"- *leh;- *pehzk- Prseuk- Prsueld-
71.*keuk- ?*leh;ĝ”- *pehz(i)- *(s)g“esh;- ?*suelH-
*klei- ?*leid- 1.*pek- 9*sked- *(s)uendh-
Prkleis- ?1.*leiH- 22.*pek- ?* skend- ?*suenguh-
*kleu- ?*leik"- 1.*рег- 9*sKerd- *suenh,-
9*Ëneth;- 1.*leip- *peth,- *skheid- *suep-
*krethz- * leis- 2.*peth;- *skek- ?1.*suer-
Prkueit- l.*leit- ?1.*peuH- ?1.* skend- I ?* syer g"-
*kuenk- ?* lek- 2.*peuH- 2.*s)ker- ?1.*tek-
*kues- *lemb’- *piehz- *(s)kerH- *tek"-
?* kamp- *lemH- *pleth;- 2?*(s)keud- *telH-
*kan- */end"- *pleu- *(s)keuh;- 2?*relh;-
?*kehuu- 2?*lenk- ?*pleud- Prskreit- ?*remH-
*kel- *leub"- Pr pleuk- 3.*kerH- *remk-
*kem- ?1.*leug- *prek- ?*sleib- *ren-
Prk'Wemp- *leuhz- ?* pres- Irslenk!- 2.*tend-
2*kenh;- *leuk- 9%*гед"- Prsleyub"- 2.*tenĝ'-
жерд. ?%еир- ?*regh- *smeid- *rens-
22.*kers- ?*masd- *reh,d"- ?].*(s)mer- 1.*rep-
*kes- ?1.*med- Prreid"- *smerd- 22.*tep-
PrkWer- 2.*med- *reig- *smeuk- ?*rer-
*keup- *mehj- *reik- *(s)neh;- 21 Ster eil.
PrkOnyeg- *meig'’h- Prreis- Prsneig!"- I*ter g"-
ke ik- *meik- *reks- *sneub"- *rerk!-
*klep- *meithz- Trrek- *spek- ?1.*rerp-
Prkleub- *meld- *reudH- ?*(s)pelt- 22.*terp-
*Kneig!"- 72.*meld"- *reup- 1.*spend- *rers-
?*kreh,(i)- *melhz- ?*reus- 22.*(s)pend- Prretk-
Prk@öyeip- ?*melh;u- I*(s)d"erb"- ?*(s)penhj- ?*teup-
9% Rend- *melh;- *sed- ?1.*sper- ?1.*teys-
*kret- *melk"- *segh- ?*splend- 2.*teus-
*kreus- 1.*теп- ?1.*seh;(i)- *(s)preng"- *tieg"-
*k"seud- 2.*men- *seHd"- 272.*(s)prend- *trehų-
*ksneu- ?*тепН- 2?*seh;$"- *spherH- *trem-
Pr Osueib"- *menk- *seikl- *srebh- *trenk-
*kuath;- *menth;- Prsek- Prsresk- 22.*trep-
2?*kueh,p- ?* mer- 1.*sek!- ?*sreu- *tres-
?*kuelp- *merh,- 2.*sek"- 9*srebh- *treud-
2.*k"ei- *mers- 1.*sel- *(s)teg- ?*treųup-
3.*k“ei- ?*mes- 2.*sel- *stehz- ?*tųeid-
*k'eit- Pmesg- ?*sel8- *(s)teig- ?*tuenk-
*k“ellu- *mleudh;- *selh,- *steng“- *tuerH-
*theng"-
*uebh-
*uedh-
*ue8-
Tue ai.
?*иеһ-
*ueid-
*yeik-
?1.*ueik-
*ueip-
272.*uelg-
2.*иеіН-
*uelh,-
*hzuelk-
Pruelk-
?*uen-
9*uendh-
?*ueng-
?*иепН-
l.*uer-
72.*иег-
*uert-
l.*ues-
*yet-
*ueth;-
?l*uiethz-
?*ureg-
*ureik-
*ureng-
R(ö)-ie-Kau-
sativ-Iterativ
(4b)
Pr bled-
9*dhebh-
9?*dheuH-
*olWegh-
*jes-
PrkeHs-
*kelhj-
*kenh;-
1.*k“e i-
жие}.
*k“elh;-
22 * pek-
?* pel-
2.* peth,-
Prptehzk-
?l*rek-
*sed-
*(s)g“eshz-
?*skek-
?1.*(s)mer-
?*(s)per-
*suep-
Эжен Н-
*uedhh,-
s-Desiderativ
(5a)
Prbhag-
22.*bheh;-
2*bheid-
?*bħeud"-
1.*bħeug-
*bħleh;-
2*bhueh;-
2.*deh;-
21.*demh,-
2.*demh,-
?1.*drehz-
*dheh;-
Prdteigt-
9%?*qherh;-
Prdheu-
*öheh,-
*öheu-
?* għed-
?* gřreid"-
?* ред!
jn ghreh-
*Ніеһ-
2?*helh;-
PK hrleud"-
21.*h;reh;,-
?* hrei-
2.*heĝ-
?* hyeri-
*h ley-
*h;neË-
Prhzeit-
жр зек“
1.*kei-
22.*kerh,-
Vrkerhz-
Pk kremhz-
*kel-
?* kleub-
Prkuathz-
1.*k"ei-
?3.*k"ei-
?*k-bis-
ше}.
*k''endh-
äer
Prk“reih>-
Prlehzd"-
Prleikt-
72.*med-
2?*meh;-
P*meik-
?*melh;-
Prmeuk-
?%*пер“-
*рећд(1)-
жрегћу-
?* pleu-
*pneuH-
?*reug-
2*sed-
*seĝh-
?*seh;-
1.*sek!-
Prsenhz-
*slehzg"-
?*tag-
Prrek-
2.*tek-
жери.
I*temh;-
?2.*teuk-
2?*rreh,ë -
*ueg!-
*ueid-
?*uemh;-
72.*uer$-
”*uerh;-
Redupliziertes
se-Desiderativ
(5b)
2*bhag-
эже".
3*bhueh,-
2*deh;-
*dek-
72.*demh;-
*q''ebh-
?* o'ei-
?* g“elh;-
*hed-
?l* hei-
?* hep-
?*held*-
*h nek-
22.*h;əues-
*hekt-
жец.
?1.*k“ei-
?2.*k"ej-
23.*k“ei-
keis-
АГА
жер
Prk“reihz-
jiet äi.
22.*leu@'"-
?*meuk-
?* pelh,-
?*perh;-
Prret-
?%*ѕеа-
?%ѕеј-
Prsleig-
rett.
I*tieg"-
*uen-
Intensiv (6a)
1.*deik-
*dek-
?* gelh>-
?* geuhz-
jn ehëier-
l.*kerH-
Prkteit-
Prktek-
?*k"elh;-
9*k“els-
*k“er-
Prleigh-
* neigt-
?l*rej-
723
Fientiv (7a)
*bheud"-
?1.*demh;-
2.*demh;-
Prdregt-
жер".
22.*dhembh-
%?*dheugh-
I*dħreb”-
*qhreubh-
US фегћ-
21.*ëher-
?3.* 8er-
9% grem-
жондер.
*g“iehz-
* g'er-
Urheber:
?*h eid-
?*hend*-
?*h seus-
PrkeNs-
Prkleus-
Prkueit-
9*k(tJ)erd-
2*Kieh;p-
?*kueh,p-
Of WT
1.*leip-
*maĝ-
теі“.
1.*теп-
2.*men-
?* peHs-
*pehz£-
*pleh5g-
* ptehzk-
?*reh;s-
*(s)g“h;el-
?*(s)kedhz-
?2.*(s)ker-
9*(s)kerbh-
9*skeubh-
?*smerd-
3*spherH-
PrsreiHg'-
Prsreu-
Prstel-
22.*steud-
724
*(s)teup-
?2.* sye id-
?*suelH-
?*telH-
*tep-
?2.*terp-
?l*ters-
*tuem-
Pryeg!-
Эже (Н)-
1.*не1-
*uelh;-
?*ureh,8-
Essiv (8a)
9*bher gh.
*bheuqh-
*bhleß'-
?*bhrem-
*dek-
*delgt-
l.*demh;-
2.*demhz-
?*der-
Prdregt-
9*dregh-
*dhers-
*dheugh-
9*dhues-
phan-
23.*ëher-
9*ëhuen-
?*gWerdh-
?*gleibt-
?2.* guel-
9% ebe Hb-
?*əh|endh-
2*gəhre ibh-
Prohrem-
WEP-
GC
?* he H-
*heh;s-
Prmek-
?* hel-
Prnelg"-
9*h,endh-
2.*kel-
*keNs-
Trkes-
Prkleus-
Prkueit-
*kehzp-
?*Ëeubh,-
klenk-
?*Kneig""-
?*kueh,p-
?* kųe it-
?*kuelp-
*k“erpH-
?*leik-
1.*leip-
?* leud-
*mad-
?1.*med-
2.*med-
теі об".
l*melk”-
1.*men-
2.*men-
?3.*теп-
?2.*pe iĝ-
?* perd-
l.*pethz-
?*pleh,k-
?*pres-
*pteh;k-
9*regh-
"reid-
1.*reud"-
9*(s)bheng-
*seiku-
2,*(s)kend-
9*(s)kerbh-
2.*smer-
*smerd-
2].*spend-
?*(s)penh;-
*speud-
2*splend-
9*spherH-
?*sreiH 9-
?*stebř-
1.*(s)teud-
22.*steud-
*(s)teup-
?* ster gi.
?*telH-
?*telh;-
*ren-
1.*tep-
2.* terp-
*ters-
?*teuH-
?* teup-
*trem-
*tuem-
*uerH-
Pryeg!-
1.*ueis-
l.*uelH-
*кепН-
3.*yer-
*uleik"-
3. Index der einzelsprachlichen Wortformen
Verwiesen wird auf die Wurzel, in deren Lemma das Wort bzw. die Form zu finden ist. Diese ist
zwar in der Regel die etymologisch zugrunde liegende Wurzel, das muß jedoch nicht der Fall
sein. Wo dies für die jeweilige Einzelsprache nicht ausdrücklich anders vermerkt ist, werden nur
die in den Lemmata zitierten Formen angeführt. Nicht aufgenommen sind Wörter, die im Lemma
einer nicht zugehörigen Wurzel nur als Beispiele für semantische Parallelen, Analogievorbilder
o.ä. dienen.
Hethitisch
Für den Stammansatz ist jeweils der Stamm
des Präsens Sg. maßgeblich (dabei steht -e-
für Themavokal -e/a-). Bei Wurzelablaut
werden beide Formen angegeben, desglei-
chen bei ungewöhnlichen Stammalternatio-
nen.
а-
аагі-
akk-lekk-
aki; äkkis-
ar-ler-
ari-
ar-
arta-
arr-
ärri-
ara
arae-
araizzi, aränzi-
arai-
ага, ariyanzi-
ariye-
ari yezzi-
ark-
arkatta; arga, ar garu-
ark-
ārki, arkanzi-
arki-
arku-
arkuwanzi; arkutta-
arkuwae-
arnu-
ars-
āraszi, arsanzi-
arske-
araskizzi-
2.*h,ai-
Au P
hek-
*hjer-
*hjer-
*herH-
1.*Л›ег-
Set.
*hyrei-
1.* hreh-
*herg"-
Zerf:
Tier ĝt-
*hjerk#-
*h,erk®-
* hjer-
*hers-
*hjer-
asas-lases-
asäsi-
au-/u-laus-
ял, autti, auszi, uwanzi-
eku-/aku-
ekuzileukzi, akuanzi-
ёрр-!арр-
ерт, appanzi; ёррип-
еригае-
ёѕ-
ёа, ēszi-
ēs-/as-
ēszi, asanzi-
eske-
Eskanzi-
ёа-/аа-
edmi, adanzi-
ha-
hami häsi, häis-
hallanniye-
halina-
halkuessar
hamank-Ihamenk-
hamanki-
han-Ihen-
hani, henir-
hann-
hannari, hannai-
happ-
happaru-
harra-
harrai-
!nark- (har-)
harzi, harkanzi-
?hark-
harakzi, harkanzi-
* h,ehjs-
*hjeu-
Жерїй.
Then:
*jeb"-
*hjeh,s-
1.*hyes-
1.*hyes-
*hjed-
*h;eh;-
*helh;-
*h,leiH-
же] їл.
*h emĝ”-
Zem:
*h;neh,;-
*h,ep-
*h,erH-
*nerk-
"ierg:
726
harkiye- *herg-
har(ak)kiye--
harnant- Ter:
harnau- *h;er-
harnink- *herg-
harnikzi, harninkanzi-
hars- *herh;-
haraszi, hārasta-
has(s)- *heh;s-
hass- *hens-
hāsi, hassanzi-
hāssa-, hassā- *hehjs-
hasekk-, hassik(k)- * hes-
hassu- *h ens-
hat- *hed-
hādu-
hatt- 2.*h>et-
hattari, hattai; hazzikke-, hazziske--
hatk- *hyed"ĝ”-
hatki-
had ganu- *nzed"'g”-
hatku- *hed"ĝ"-
hatuk- *hzteuß’-
hatukzi-
hatuki- *hzteuß'-
hazze- 2.*hzer-
hazzizzi-
henk- (haink-) *h,enk-
hekta, hinga-
henk- *h,enk-
hikzi-
'huek-/huk- *hzueg-
huekzi, hukanzi-
*huek-Ihuk- *hzueß"-
huekzi, hukanzi-
hues-/hus- 2.*hzues-
huiszi, hues-
huett- *h;uet-
huezta-
huettiya- *hzuet-
huittiyati-
hulle- *yelh;-
hunink- *h;ueg-
hunikzi-
huppiye- *uebh-
hurki- * huer ĝ-
hurne- *hzuerh;-
hurnezzi-
huswant- 2.* hes-
huwai-/huya-
huwäi, huyanzi-
huwant-
huwart-
huwartahhi-
ljē-
iēzzi-
2ie-
Iyatta-
iyawa-
iya(u)watta-
inu-
ishai-
ishai, ishiyanzi-
ishuwa-
ishuwanzi-
iskall-
iskallari-
iskar-
iskari-
iskiye-
iskiyanzi
iskuna(hh)-
iskunant-, iskunahhis-
ispai-
ispai-
ispant-
ispanti-
ispar-
ispari, isparanzi-
isparre-
isparranzi-
isparnu-
ispart-
isparzasta-
istalk-
istalakzi-
istalkiye-
istalkiyattari-
istanh-
istantae-
istark-
istarakzi, istarzi-
istarnink-
istuwa-
istuwäri-
it
ganess-
* huei-
*h ueh-
*hzuert-
*H ieh)-
Set.
*h euH-
2.*hjai-
*sh>ei-
*shzeu-
*skelH-
2.*(s)ker-
2.*seg'-
*skeuhz-
*spheh,-
1.*spend-
*spherH-
*spferH-
3.*sper-
*sperd"-
*stelg-
*stelg'-
*steh>-
*stehz-
*sterg"-
*sterg"-
*steu-
*hjei-
*Snehz-
kank-
kanki, kankanzi-
kappilalli-
karaitt-/karitt- c.
kar(a)p-
karpiye-
karpiezzi-
kars-
karaszi-
kartae-
karza, karzanas
kast-/kist- c.
ki-
kitta(ri)-
kikkis-
kikkistari-
kina-
kinanzi, kinaizzi-
kis-
kisa-
kiss-
kiszi, kissir-
kuass-
kuaszi, kuassanzi-
kuen-/kun-
kuenzi, kunanzi,; kwaske--
kuer-/kur-
kuerzi, kuerta-
kuers-/kurs-
kuersun; kursai-
kugursant-
kukkurske-
kukkuraskizzi,
kuwakuwar<as>kimi-
kukus-
kukuszi
kuliya-, kuwaliya-
guls-
gulasmi, gulsanzi-
kunk-
kunkueni-
kurkuriye-
kurkuriyat-
kurske-
kuraski[zzi], kureskanzi-
kuwaliya-, kuliya-
kuwarske-
kuwaraskizzi-
*kenk-
*kep-
* rej-
*ghrebh>-
*oħrebhz-
2.*kers-
2.*(s)ker-
1.*kert-
*(s)g“eshz-
1.*Ёе1-
*óeus
2.*ə“elH-
*k“els-
*kuenk-
*k“er-
Stäer
2.*g“elH-
Tier
727
lae-, la- Sleh-
laizzi, länzi-
lah- 2.*leh;-
lah-
lahu- 2.*leh;-
lahui, lahuanzi-
lag- *leg"-
laki, lagari-
lalukkess- *leuk-
lap- *leh;p-
lapta, lapzi-
lë *leh,-
less- *les-
lessuwanzi, lissanzi-
link- *h,leng"-
likzi, linkanzi-
lilhu(wa)- 2.*leh;-
lip(p)- 1.*leip-
lisae- *les-
lukk- *leuk-
lukta, lukkatta, lukzi-
lukke- *leuk-
lukkizzi, lukkun-
lukkess- *leuk-
lukkesta-
luttäi- *leut-
mai- 2.*теіН-
mai; mi yari-
mall- *melhz-
malli, mallanzi-
mald- 2.*meld"-
mäldi-
marre- *merhz-
marritta, marrattari-
marnu- *mer-
mauss- *mieuh;-
mausta-
memali)- 1.*men-
me&mai-
mer(r)-Imar- *mer-
merta, merir, martari-
mimma- 2.*men-
mimmai, mimmanzi-
mumiye- *mieuh;-
mumiyezzi-
mütae- *mieuh;-
mütaizzi-
nah- *nehz-
nahi, nahzi-
728
nai-/nēa-/ni ye- *neiH-
nehhi, naitti, nāi, nēanzi; nais;
nēari-
nanakuss-, nanankuss- *neg"-
nanakussi ye- *neg"-
neku- *neg"-
nekuzzi-
nekut-: nekuz *neg"-
nēpis- n. 1.*nebh-
ninink- *neik-
ninikzi-
pahs- *pehj(i)-
pahhasmi-
pai- 1.*hjai-
pēhhi, pai, pianzi-
pakkuske- 1.*pek*-
panku- *bhengh-
pappars- *pres-
papparaszi-
parai- *preh;-
paräi, pariyanzi-
parh- *bherh>-
parahzi-
parhanniye- *bherh;-
park- *bher д^.
parktaru-
parkiye- *bher ĝh-
parkiyanzi-
pass- *pehy(i)-
päsi-
padda- *bhedhh;-
paddai-
pēhute- *dħeh;-
piye- *Hieh,-
piyezzi-
рірра- *peH-
pippai, pippanzi-
punuss- *pneuH-
punuszi, punussanzi-
sagai- *sehß'-
sai- Zoch:
sai, siyandu-
saye- 2.*seh,(i)-
säit-
sakk-Isekk- *sekH-
säkki, sakteni-
sakan- 2.*se p-
sakkar, saknas *ker(H)-
säkiye- *seh;@'-
salk-
salkzi-
lsanh-
sanahzi, sanhanzi-
2sanh- (san-)
sanzi, sanhanzi-
sarap-Isarep-
sarapi-
sarhiye-
sarhieddu-
sarnink-
sarnikzi, sarninkanzi-
saru n.
sasnu-
ses-/sas-
seszi, sasanzi-
sesa-
sesd-
seszi, sisduwar-
siye-
siözzi-
sipant-
sipänti-
sissa-
sissatti-
suhha-
suhhai, suhhanzi-
suhmili-
sunna-
sunnai-
supp-
supten, suppa-
suwe-
suwezzi, suwanzi-
dă-
dahhe, dāi, danzi-
dai-
tēhhi, dāi-
tāye-
tāyezzi-
takk-
dākki, takkanzi-
taks-ltakkess-
takkeszi, taksanzi-
damass-Idamess-
damaszi-
tamenk-
tamekzi-
dame-t-, dame-ta(r)
*selĝ-
*senhz-
*(s)nehz-
*srebh-
*serh;-
*serk-
3.*ser-
*ses-
*ses-
*sesT-
*sesT-
2.*hjes, 1.*sehj(i)-
1.*spend-
*sehr-
*shzeu-
1.*mei-
*seuhz-
*suep-
*seuhj-
*dehz-
*dhehj-
1.*tehz-
*dek-
2.*tek-
2.*demhz-
*temk-
1.*demhz-
tanduki-
tapar(-iya)-
tar-
taranzi-
tarre-
tarratta-
tarh-
tarahmi, tarhun (taruh-2? )-
tarhu-
tarhuzzi (taruh-?)-
tarku-
tarukzi, tarkuanzi; tarkuwanzi-
tarna(hh)-
tarnai-
tars-
tē-
tēmi, tēzzi-
tekkuss-
tepnu-
teripp-
teripzi, terippanzi-
tiye- ‘binden’
tiya-
tiye- ‘stehen’
tiyezzi-
tittiske-
tittiskizzi-
tuekk(a)-/tukk(a)-
tuhhae-
tuhussi ye-
tuhussiyezzi-
dukk-
dukkāri-
tuk(kan)zi-
tuske-
tuskezzi-
duwarne-
duwarnizzi-
uye-
uyezzi-
ulae-
ulanun, ulaed°-
ules-
ulesta-
ur-
uräni-
ürki-
uttar
1.*tend-
Kë
*rer-
*terhz-
*terhz-
*terhz-
*terk"-
*TerKh;-
*fers-
*dħeh;-
*deks-
*dhebh.
2.*trep-
l.*deh;-
*steh;-
*d'eh;-
*tųek-
*dhueh>-
*thyeus-
*ruek-
*deuk-
l.*reus-
*dhuer-
*Hieh;-
1.*leiH-
1.*leiH-
*uerH-
*ureg-
*hzuedH-
uwate-
uwatemi-
wakk-
wäki, wakkanzi-
walh-
walahzi, walhanzi-
walk-
walakzi, walganu--
wansike-
-wa(r)
warnu-
warp-
warapzi, warpanzi-
wars-
warsi-
warsa-
warsi ye-
warsi yezzi-
was-
wasi-
wasse-
wassezzi-
watarnahh-
watku-
watkuzzi-
weh-/wahh-
wöhzi, wahhuweni-
wek-/wekk-
wekzi, wekkanzi-
wemiye-
wemi yezzi-
went-
wenzi, wenter-
wep-
wepta-
weri ye-
weri yezzi-
WESS-
westa, wessanta-
wesi-
wesiva-
wesivattari-
westara-
wewakk-
wewakki-
wewida-
wiwidai-
wezza-
wizzal-
729
*uedh-
*ueh;@"-
*uelh;-
1.*uelg-
*uenk-
*uerh,-
*yerH-
*yerp-
1.*uers-
*hpuers-
*hzuers-
2.*иеѕ-
1.*ues-
*h,em-
*uenH, *uenT-
жер!
жнегћу-
l.*ues-
3.*ues-
3.*ues-
3.* ues-
*uek-
*ued”hj-
*ued’h;-
730
zëari *reih,- utar * hued H-
zikke- *d"eh;- ziyarfi) 1.*kei-
zikkizzi-
zinnizzi *reih,- Hieroglyphenluwisch
Paläisch aka- (katta) 1.*/её-
asti 1.* hes-
ahuwānti Жерїй. iyasa- l.*hjai-
hāri, hānta * heh- Ik“isa-/ *duel
hasanti *h;es- ta-i *stehz-
hussinta *hjeus- tamata, tama"ta 1.*demh;-
iska 1.*hyes- шуа! *dheh;y-
kitar 1.*kei- и- * heg-
luki- 1*leug-
lukit l.*leug- Lykisch A -
sūna, sünat *seuh;- А З
sunnuttil- *ѕеић;- adi ел;
wërti *uerh;,- SE š CH Sg
hadi, hade 1.*seh,(i)-
Keilschriftluwisch ei E
еге 1.* hai-
arsyi- *h jers- lati 1.*leiH-
ati *Hieh,- qanti * gtħen-
asta l.*hyes- gastti жоор.
hamsa- *h;ens- sijeni, sijeni, siteni 1.*kei-
hishiyanti *shzei- sttati *stehz-
iti * hei- tadi, tāti *d*eh-
kisā(i)- *kes- telixa *k#elh,-
kuwaliti, kuwalaindu *k&elh,- tideimi *d"ehjli)-
kuwarti *k"er- ttiti 3.*k“ei-
kuwaya- *duei- tubidi *(s)teup-
piha- *bheih;- tuweti Scdbeh,-
piya- l*hjai- waziti *yek-
lawar-, lawarritta *dfyer- xttadi, xttaiti 2.* het-
liluwa- 2.*leh;-
lüwa- 2.*leh>- Lykisch B
mälhüta *melhz- Е
malwammis sel, kikit er
mammalwai *melh>- N
mammannai 1.*men- Lydisch
manäti *mnehz- fakarsed 2.*kers-
nahhuwai- *neh;- kazared- L.*ser-
sai, sätta 1.*sehjli)- sareta- l.*ser-
sassa- 1.*seh/(i)- teju- 1.*tehz-
damasti 2.*demh;-
аца *stehz- Urindoiranisch
titaimi- *dheh,(i)-
düpiti *(s)teup- *ákš(i)- i E
Fonds *dħeh;- *gäj’-I*gáj"- *gWeg"-
D * ер“: mandáuti 1.*теп
731
*maržd *mers- ámatra- *h;jem(H)-
*uqina-, *udinati *yeih,- ат * memh;z-
amisi amänti, ата-; -Amise;
Vedisch und Altindisch ämäyati-
amiträyudh- *Hieud"-
Die Buchstabenreihenfolge folgt dem indi- |
schen System. Bei Verbalwurzeln werden
unter der Wurzel die einzelnen Formen auf-
geführt, durch Semikolon nach Kategorien
ay *mei-
éti yánti, äyate, ѓуаге; іудуа; isant-
isate аіѕап-
2
` ` ` PA E * ы
getrennt, in der Reihenfolge Präsens; Ao- ER hei
rist; Perfekt; Futur; Kausativ; Passiv; Desi- по, (nvati- А
derativ; Intensiv; Verbaladjektiv. Die Rei- ERS ER 1 her-
henfolge der Formen innerhalb einer Kate- 5 rechäti, rnóti; йга!; āra-
gorie ist morphologisch begründet, Formen ar 1 *hzer-
des gleichen Stammes stehen ohne Abtren- е rnosrnvanti; aranta-
nung durch Котта zusammen, Pràverbien аг "her:
sind nicht berücksichtigt. iyarti irte, rnóti rnvánti; ата;
; А äritha-
ee S 3
ámsa henk tar 3.* her-
ákupyant- *keup- К .
mn EE -aryanti-
äksita- d” gei- EE ET
en. Cas? aritár-, arítra- *hreh;-
Se SC 8 arc жег
Б РБЕ EIER” ärcati; arcayas-
SH {че eh ent ard *Herd-
И SEH árdati; rdántu; ardáyati-
Ree d ect ardh *meldt-
Бу У Е PAENT үө SS" rnádhat, rdhnoti, ydhyatām;
anákti ankte; anañja ana jé- EE
еН). ärdhma; апгалё; ardháyati; Irtsa--
a Wi ars *hjers-
atasi- EN,
itandra- l.*rend- 2 a
SS dra r Zo S ars *Hers-
N. sn а eu d
аш i еН) rsáti-
atka- *ment- 3 g o
arh Inelg""-
ad *hjed- RE.
ОЛТУ, А arhati, arhire-
аша anti; adayati- SÉ ER *Heu-
ádhuta- *d"eb"- Ee
Ауга m * h ek"- våyatl; üvur, uta--
оо а SEN 2ау *деи-
ádhvan- *hned"- ‚
А vé-
I *h.enh,- 3 а
RER 2 G av *h;eu-
апігі; ānīt апіѕиг; āna- 4
la | *hzel AE
nala- l- x;
га ВА avadhrá- *uedhh;,-
ándhas- *h;end"- x Ai
RER *HueRdh- avasd- neu-
аппа-уў CG SS *h euH-
e 1 = А йн „аы, ба 2
aa Oe ep ävati; avit ävis-; āva-
пга- ` А
Е ЕНА Ы D (at avisyánt- *h,eu-
E Ke аў *h>ekh;-
apamítya- 2.*mei- EE
Se EM asnäti; аи ахи; й$а; ASayati-
ápavrta-, äpivrta- *Huer- П e
£ А а$ 1.*h;es-
apva- f. Then: GE
ые А ásti sánti; дѕа-
abhikhyá- *k"ek-
abhivlanga-, -vlág ya *ureng-
732
245 2.*hyes-
ásyati; asan, astha-; äsa-
äsinvant- 1.*seh;(i)-
ä-hrayäna- *öfreiH-
ah *Hedh-
аһа ättha āhúr-
äküta- *(s)keuh;-
ākhú- 2.* keh,-
āp *h ep-
apnóti; pat арёуат; pa; ipsati-
äsir-, äsirta- 2.*kerhr-
äs * heh,s-
äste äsina--
äsant- 1.*hyes-
ingayati *Heig-
iks * ек“
iksate; iksäyat-
id *h;eisd-
Ше; ile-
ir Ser:
iráya--
is *Heik-
iseliste iSänd--
uks *nueks, *ueg*-
uksäti-
ugrä- *h eug-
upānáh- *Нпеа"-
иғиѕуагі 1.*uer-
и$й5- 1.*hzues-
йпа- *huehz-
üh s. vah bzw. väh-
ühyät(h)e *ueH äi.
rjú- "heet
еј *Heig-
Ejati; ejayant--
edh * meid"-
indhe, edhate; idhimahi idhänd-;
idhe-
es *h eis-
iccháti; disanta; isäthur isur-
ез *heis(h;)-
isnäti, ísyati, isáyati, isanyá-; isana-
eh *Heig"-
У
аѕе-
ос *h,euk-
ucyasi; uvóca, okivänıs--
öjas- *h eug-
ótu- *Heu-
od s. vad-
оу *һеи$-
бай, usnánt-; osistam; uvosa-
oh The sët.
óhate-
капі *9епН-
canistám, akänisam, сакапа-
kapála- *keh;p-
kom 1.*kehz-
kamp *k“emp-
kampante; kampáyāmi-
kar *k“er-
krnóti krnvanti krnuté skrnve,-
karóti kurmás kurvánti kuru kuruté;
ákar askrta, akarat, äkärsam;
cakára; karayati -te; cíkirsati;
kárikrat-; -skrtá--
‘аг 1.*kerH-
akärisam; carkarmi carkiran-
ка! 3.*kerH-
kiráti -te; akarit kärisat-
агі *(s)kert-
kyntäti; akytas; cakarta-
2kart l.*kert-
krnatti-
kars *kWerk-
krsniyat, kfsyati; cakarsa;
karsäyanti-
kars *k#els-
karsati, krsatu; akrksat, acikrsam;
carkrsat-
kal *kel, 3.*kerH-
kälaya--
kav' *s)keuhj-
kuváte-
kaş *k“els-
késa--
ka 1.*kehz-
kä yamäna-; cake-
käma- 1.*kehz-
kārú- 1.*kerH-
каў *k“ek-
kašate; kāśayati; cäkasiti-
kās *k“ehs-
kāsate-
käs- *k“eh;s-
kubhrä- *keubh-
kulunca- *hzreuk-
krdhú- *skerdh-
krśá- жер
ketú- *keit-
koc ШАШТЫ
-kucant--
kop *keup-
kupyati; kopayati-
krand SÉIS Rend-
krándati; akran, akrän, cakradat
(kradas), cikrada-; cakradé;
äkrandayas-
ктар! *KRepH-
akrpanta, akrpayat; akrapista,
cakrpánta-
krani SUN Rent.
krámati, kramate; ákramit ákramur
akramisam, akranısta; cakräma-
kray' *k#reih>-
krinäti; kritá--
kles е
kliśyate; klesayati-
kvath' *kuath;-
kvathant-; kväthayati-
ksad *ksed-
ksadāmahe; caksadé-
ksádman- *ksed-
зап *tken-
ksanóti; ksanisthäs-
2ksan *ksen-
aksanan, ksanant--
"вау *dhguhej-
ksinäti, ksinómi, ksiyate
äksiyamäna-; ksidhi, ksesta; ksiydte-
Кау *tkej-
kseti ksiyánti; ksesat; ksayáya,
ksepayat-
ksar * gt gher-
ksárati; aksär; ksäraya-, ksälaya--
'ksa *dheguh_
ksäyati-
45а *hek“-
ksáyate-
ksämd- *dheguh-
ksudrä- *k'”)seud-
ksurá- *kseu-
ksep +0 syeib"-
ksipäti-
ksod *k seud-
ksódante ksodanti; áksodayat-
ksódas- WIER
733
ksobh *k')seubh-
ksobhante; cuksubhe-
ksnav *ksneu-
ksnaumi ksnuvana--
khanj *(s)keng'-
khanjati-
khan' 2.*kWehz-
khänati; cakhäna-
khanitra- 2.*k®Wehz-
khá- 2.*k ehz-
"һаа *Kt9eh,d-
khidáti; khat akhatsur; cakhäda-
каа *k hed-
khádati; cakhada-
khed *kWehrd-
khedaya--
khedä- *KWehzd-
клуа ~ kša *ktek-
ákhyat ~ akśat; cakhyatur;
-khyayate; -khyata--
-khyá- *kt'ek-
gábhasti- *oħebhħ-
gabhirá- * oleh bf-
gam *g“em-
gácchati; драп артап gämatfi);
jagäma ájagan; gämaya-
gáya- *g“ieh;-
gar *hger-
Järase, jägrat-; ájigar; jagára;
jăráyanti--
‘ваг *g“erH-
grnäti, járate, gurate; gürta,
gurasva; juguryát; gürtd--
"ваг *gterh;-
girati ~ gilati; garan, garit; јавага-
gardh *olNleld"-
gidhyant-; ágrdhat; jägrdhür-
garh Solle häi.
grhate garhase, grhamahi, garha--
gal 2.*g“elH-
galati-
gav' *geuh>-
Jöguve, joguväna--
еа *g“eh;-
Jígati; аваг, jagāyāt-
291 жө еН()-
gäyati: gäsi, agäsisur, jagau-
gadhá- *g“eHdh-
734
gäh жеше яй.
gähate-
gitä- *olWeHli)-
grha- ж oħerdh-
goh Seilen gh-
gühati; guhas, aghuksat-
granth' *ol®renthz-
grathnäti-
granthi- *gWrenthz-
grabh' *għrebhz-
grbhnäti, grbhāyáti; agrabham
ägrabhit; jagrabha-
gras *ores-
grasate, jagrasita; grāsayati-
grasistha- *gres-
gräma- m. *g"rem-
ghar *olWher.
ghas 1.*g Yhes-
ághas áksan gdha, ághās; jaghása
jaksur; jighatsati-
ghrnoti (Gramm.) * othoy-
ghfsu-, ghýsvi- *glWhers-
ghos жошо.
ghósati; jughosa; gho.sáyati-
ghrä * ghreh-
jíghrati-
ghrána- ШШЕ
caks же.
сазе cäksate, caksata; caksi;
cacáksa caksur; caksayati-
caksus- же.
*cagh- *kagt-
cat *k et-
cátant-; catayati, -te-
canisthat *k')enH-
сапага- 2.*(s)kend-
cam *kt'em-
cämati; cämayati-
lcay 1.*k“ei-
cäyati cäyamäna-, cikési cikyat-;
acäyisanı,; cikäya äciket; cikisate-
сау A Stäer.
cinöti, acet cayat, acaisam,
cayistam; cikäya cikyur; cikisate-
cay 3.*ktei-
cáyate-
саг ~ саѓ *ktelh,-
сага! ~ calati; acārisam; cacara;
cāráyati; carcariti, carcürydmäna--
cart 2.*Kert-
crtáti; cucarta-
cal' s. car'-
citrd- *keit-
‘сег Stef,
cétati, cintayati; dcidhvam cítana-,
асай; cikéta cikitväns-; cetáyati -te;
crkitsat; cékite-
“cet *keit-
cetati; ciketa cikitre; citayanti -te-
cest *@'eis-
cod *(s)keud-
codami; codayami-
cyav *kt''ieu-
cyavante cyávana-, cyävate;
cyávam, cyosthäs, ácuc yavtt;
Cucyuvé; cyävayati-
chad *sked-
chädayati-
chand * skend-
chadáyati; acchān; cacchanda
cacchadyāt; chandayase-
chard *skerd-
chrnatti; chardayati-
chā *skteh(i)-
chyáti-
chäyd- *skeH(i)-
ched * skeid-
chinátti, chidyate chidyáte; chedma
chitthäs, acchaitsit, chitsi, acchidat;
cicchidur; chedayati-
Järhhas- *ĝħeng”-
jágat- *g“eh;-
Jängha- *ëhengh-
jan! *ŝenhj-
jánati, jäyate; jänistäm, ajani,
ájanista, ájijanat; jajäna jajñé;
janayati-
jánitar- *ëenh,-
'jambh *gemb"-
jambhayati-
?jambh *gemb"-
Jambhisat (* jambh-it)-
Jambha- *gembH-
ау жоне].
jayati; jes jitam, ájais jesi; jigäya-
Zon *g“iehz-
jinösi, jínvati-
Ја" *Serhz-
Järanti, jüryati, jürvati; jurätam,
järisur; jajära jujurüs-; jaräyant--
járant-, jurat-, jaranti- *Serhz-
Javas- *ëeuH-
jav! *óéeuH-
Junäti, jávate; jüjwärhs- jüjuvur-
jinv s. 2jay-
jiv *g“ieh-
Jivati-
jivá- *g"ieh;-
/йгпа- ш
Ñ жа гд!
Jeh geig-
Jéhamana--
Jos *&eus-
Josayante, Jusáte; jusänd- jósat, jösi,
ájusat ájusata; Jujösa-
а *Sneh;-
jänäti; jheyäs, ajñasam ajñasthas; -
offi ée
Jya *gieH-
Jinäti, jiyate; ajyäsistäm, jijyáu-
Jray *grei-
jrayati-
jrayas- *Srei-
jvar' *SuelH-
Jvdlati; ajvalit; jvalayati-
tans *tens-
tanısayethe; dtatanısatam?; tatasré-
tak *rek-
takti, takanti--
taks *tetk-
tāsti táksati, taksnoti, taksati;
átaksat ataksan, ataksisur; tatáksa
taksathur taksurltataksür-
täksan- m. *rerk-
tac *temk-
tanakti-
tan *ten-
tanóti; átan, átan, atanat; tatána;
tayáte; -Tänayati-
tan’ *(s)tenhz-
tanyati; tatanat-
tand 1.*tend-
tandate, tandrat-
tap 1.*tep-
tápati, tapyate; atäpsit; tatápa;
tapáyati-
támas- *temH-
735
tami *temH-
tämyati; tamat; tatama; tamayati-
гаг *terhz-
tärati, tarute, tirdti, titrat-,
furayante, türvati; ätärisur, агіта;
titirur, tärdyati-
tarutär- *terhz-
tarka-, tarkaya- *terk“-
tarj *ter ei.
tarjati; tarjayati-
tard *terd-
trnátti; tárdas; tatárda; -tardayati-
tarp 1.*terp-
trmpáti, trpnóti, týpyati; átrpam;
tātrpur tätypänd-, tarpáyati-
tars *ters-
tfsyant-; trsané-, trsat, atitrsama;
tātrsúr; tarsayati-
tarh *ster8h-
trnédhu, trmhät; арат strhanti-;
tatarha-
tálpa- m. *telp-
гау! *teuh-
taviti; tütos; tütäva; -tävit vat--
гауй- 1.*teh;-
títaü- *kiehz-
гиссћуд- 2.*teus-
turá- *terhs-
tuviráva- *h,reuH-
tüsnim *th eus-
-tfp- *klep, 1.*ter p-
tej *(s)teig-
téjate, titigdhi (tiryagdhi tityakti);
tejayati; tétikte-
téjas- n. *(s)teig-
toj *h;teu@', *(s)teug-
tujant-, tujäyant-m tuñjánti tuñjáte,
tu jyáte (tu jete); tutujyät tütujänd--
tod 1.*(s)teud-
tudáti, tundate, tundāná-; tutóda-
tos 1.*teuųs-
tusáyanti-, tusyati; tosayati-
tyaj *rieg®-
tyajämahe; atyäksam; tityäja;
titiksati-
trap 2.*trep-
trapate-
tras *tres-
trásati; trasis; trasaya-
736
tvaks 2.*teuk-
tvaksänd--
tväc- *tuek-
tvar *tuer-
tvárate-
tvástar- *uerk-
tvis(i)- *tueis-
tvesá- *tueis-
tves' *tueis-
atvisanta, átvisur; titvisé; tvişitá--
tsar 3.*sel-
tsárati; atsar; tatsara-
dams *denk-
däsati; dadasvänıs-; дат$ауай;
dandasäna--
dams *dens-
damsáyas-
dämsas-n. *dens-
daks *deks-
däksatä däksate; dadakse;
daksaäyanti-
dáksina- *deks-
dagh *dhegu#hh;-
daghnuyat; dhak-
dabh *dhebh-
dabhnöti; dabhür dabhat; dadäbha
dadámbha; dípsati-
аат 2.*demh,-
dámyata, damayá-, damanyat,
damáyati-
dambh 3.*d"emb"-
dambhäyati-
'day' *deih;-
diyanti-
?day' *deihz-
didyat-; didäya, ädidet-
dar” *der-
drniyat; dárt, dársat; dadára
ааагуйтѕаѕ; darayat daráyant-
däraya-; dardarimi därdarsi
dardirat därdrat--
darbh *derb"-
drbhánti--
darś *derk-
darsam, ädarsma ádršan; dadärsa,
dädrse; darsäyati-
darh *delg"-
dfmhati, dfhya(sva); ädadrhanta-
dal *delh,-
dav *dehzu-
dunöti; dünd--
dasasyati *dek-
jas *(s)g“eshz-
jasyata; jásamāna-, jajastám;
jajāsa; jāsaya-
das *(s)g“eshz-
dásyati; dasat dásamana-, däsit;
dasasväns-; dasayanta, däsayati-
dah *dhegh-
dähati; adhäk; dadha-
Ida *deh;-
dádati; ádāt, ädat; dadáu; ditsati-
24а *deH-
däti- i
KD 1.*deh;-
dyati; dadé-
"dé *deh(i)-
dyáti, dáyate; adat disva-
da *deh;-
dáti; dásati-
dátra- *deH-
das *dek-
айз! däsat däsat-, däsema, dasnöti;
dadäsa dadāśús-, däsvänıs-;
adāśayat-
diks *dek-
diksate-
did *deihz-
durgäha- *olWegh.
düvas- *deh;zu-
düs *deus-
drmh *delg"-
dfmhati; adrmhit; adymhayata-
des 1.*deik-
didestu didista, disant- disamäna-;
ädista, didesa; dédiśat--
deh *dheigh-
dehat dihanti-
dodh *gheud"-
dödhant--
dosa- *deus-
doh *dheug"-
dögdhi duhe duhre/duhate;
adhuksata, adhuksat ädhuksan;
dudöha; dohäyati-
дуо! *dieut-
аубіатдпа- ; dyutänd-, ádyaut,
adyutat; didyóta didyute ádidyutat;
dyotayat-
drapsá- *dhyebh-
dram l.*drem-
dandramyamäna--
drav *dreu-
dravati; dudräva ddudrot dudravat;
dravayanta, drävayati-
ағау *dreuH-
drunäti drünänd--
'drä 1.*drehz-
drätu, drasat dräsit; dadrur
ааағапа--
24ға *dreh,-
ni-drayát draná-; dräsyati-
drapí- *drep-
droh 1.*d"reug"-
drúhyati; druhas druhan; dudróha-
-dvaras- *duer-
dves *dueis-
dvesti-
dhan *dhenh;-
dhánvati; dadhanvánis-; dhand yan-
dhanv *dhenh;-
dadhanvé-
'dhay' *dřeh(i)-
dháyati, dhinoti; dadhúr-
2dhay' *dheiH-
didhyat- didhimas; didhaya
didhima-
dhar *dher-
didhrtam, dhriyáte, dadhrati
dādharti; dhrthas, didhar didharas,
adidharat; dadhára dadhre;
dhäräyati-
dhars *dhers-
dhrsnóti; dhrsánt- dhysatř-, adhrsas
dhrsámana-; dadhársa; adharsayan-
dhav *dheu, *dhenh;-
dhávati, dhávate; adadhavat;
dhāváyat-
dhav' *dheuH-
dhünöti, dhävati, dhuvati, dhuváte;
adhüsata; dudhuve dudhuvita; dó
dhav- düdhot, davidhav--
'dhä ‘setzen’ *dfeh,-
dadhäti dadhati; ádhat adhur,
dhäsur, adhisi adhisata; dadhau;
dhasathas dhäsatha-
737
?dhä ‘saugen’ s. 'dhay-
dhita- *dheiH-
dhuná-iti- *qħyen-
dhūmá- *dřyehz-
dhmā *4'теН-
аһатан; adhmäsanı-
dhrüti-, dhrüt- 2.*d'reu-
dhruvá- 1.*dhreu-
dhvanıs *d'uens-
dhvänisate, dhvasdyati; dhvasán;
dadhvase; dhvanısäyati-
dhvan *gfyen-
adhvanat, dhunayanta-
dhvar’ *dhuenH-
adhvanit; dhvanayit, adhvänayat-
dhvar *d"uer-
dhürvati, dhvärati,; adhürsata,
dhvärisur-
dhvänta- *dhuenH-
nákt- f. *neg"-
naks *h;neË-
náksati; nanaksé-
nad *ned-
nddati; nadayati-
nabh 2.*neb"-
парћаге; nambhayati, nabhayati-
ndbhas- п. 1.*neb"-
nam 2.*nem-
ndmati -te; апап anañsata; папата
nandmas пете; namayati, nämayati-
патаз- 1.*пет-
пау *пеіН-
náyati, ánitām; апаіѕат anait
anesata; ninya-
‘пау *пеиН-
anavan, ndvate, nuvánt-, nauti;
anavista, anūsi anüsata-
“nav *neu-
nauti; nävayet-
'nas *hnek-
aśnóti; änat да náśa-, naksi;
ānáś/- āś-, апатҳа ānaśúr; íyakşati,
ínaksati-
"nas *nek-
nasyati; nesat, nasanti, anaśat;
nanäsa; näsayati-
nas *nes-
näsate, пійзаѓе, ninısata; паѕітаћі-
738
nah *Hned"-
nähyanti; anäha, nanäha; naddha--
nind *h,neid-
nindima-
nej *neig"-
nenikte; nijänd-, апуат anijan,
anaiksit, niksi; ninikta-
‘меа *h;neid-
nidāná-, nindanti; ninidur-
"ned *neid-
nedati-
nod 2.*neud-
nuddte; nutthäs,; nunude-
pac 1.*pek®-
päcanti, pác yate; páksat; papäca,
pece-
pajrd- *peh,ĝ-
ра? *peth,-
pdtati, patäyati; apaptat; paptima;
pätäyati-
pad *ped-
pädyate, píbdamana-; apadran;
papada; padáyati-
pántha-, path(í)- *pent-
рау! 1.*peiH-
pinvire, pinvati -te, páyate; piyäna-,
apipet; pipäya (*pip°) pipye-
"pay *pehji-
piyati-
par l.*per-
piparti, рагуі pärsat(i); pärdyati;
pi par( a)--
ра" 4 *perh;-
prnati; pūrdhí; pupür,vas-
рагїпа$- *pleh,-
parc *perk-
prnäksi, piprgdhi,; pärcas, apräk,
aprkta; рар[суйт paprcyam
paprcänd--
parnd- 2.*(s)per-
pard *perd-
pardate-
parsäna- m. *perk-
paläva- 2.*(s)pelH-
'pav' 1.*реиН-
punáti, pávate; avävisur pavista;
ápupot; pāváyati, paváyati-
2рау' 2.*peuH-
рйуай; apüyit-
pas *spek-
páśyati-
'pa *pehz(i)-
päti; päsati-
"pa *рећі)-
píbati; ара, араз; papdu, pāyáyati-
’pä *peH-
pipite pipänd-; pästa-
päkd- 2.*pek!-
paj *pehz&-
päpaje-
рӣќа-, päSaya- *pehzk-
pingald-, pinga° 1.*peig-
puru- A *pleh;-
pūr (vgl. prā) *pleh;-
püryate рйгуйе; рирйге; pūráya--
pft-, pftana- *pert-
pfsant-, pfsati- *pres-
pes *peik-
pimsdti; piSänd-, pisä; pipesa-
pes *peis-
pinästi; apiksan, apisan; pipesa-
pos *,peus-
púsyati; риѕета; рирбѕа; posayat-
pyä 1.*peiH-
Pyäyate-
praks *perk-
pracch s. pras-
prath‘ *plethz-
präthate äprathatam,; prathänd-,
aprathista, paprätha papräthat
paprathe раргагћапӣ-; prathayat-
pray *preiH-
prinäti; apraisam presat; *pipräya
(pipräyasva) äpiprayam pipräyat
pipriye-
prav *preu-
ргауата; aprosta; pupruve-
pras *prek-
prechdäti; арга! apräksit; papraccha-
prä-siti- 1.*sehjli)-
prä (vgl. pür) *pleh,-
äpiprata, ppnäti, prnáti, püryate
pürydte, apräs aprät; paprä papräu-
priyd-, priyäyd- *preiH-
prusvd- *Dreus-
proth‘ *preuthz-
pröthati-
pros *preus-
prusnuvánti; prusa-
plav *pleu-
plávate; aplosta; pupluve; plavayati-
psa *bhseH-
psatu-
phal' 2.*(s)pelH-
phalati-
phäla- 2.*s)pelH-
banıh *hheng"-
banıhayate-
bandh *bhend"-
арааһпаг; babäandha, bedh-;
abandhayat-
barh *bħelĝh, *bhergh-
barhasva, brňhati; barhit;
babrhāná-; barhaya barhäyas,;
barbrhi-
bahú- *bhen@!-
badh *pftehjd"-
bädhate; babädhe; bädhaya,
abibhatsata; bäbadhe, badbadhe-
brh-, bfhas páti- *bher gh-
brhánt- "bier éi.
bodh *breud"-
budhyadhvamı, bödhati; bodhi bu-
dhánta abodhi abudhran, abhutsi,
bodhisat (*bodhit), abübudhat;
bubodhati bubudhänd-; Боаһауагі-
bradhnd- *bhlendh-
brav' * mleuhz-
braviti bruvanti bruve-
bhaks *bhag-
abhaksayanı-
bhaksd- *bhag-
bhága- *bhag-
bhaj *bhag-
bhájati bhájate; bhäk ábhaksi; ba-
bhája bhe jé; bhājáyati; bhíksate-
bhañj *bheg-
bhanákti; babháñja-
bhan 2.*behz-
bhánati-
bhadrá- *bhend-
bhand *bhend-
bhandate-
bhándistha- *bhend-
bhay' *bheih,-
bhäyate, bibhéti bíbhyat-; bhema,
739
äbhaisma ábhaisur: bibhäya;
bhäyayanti-
bhar *bher-
bibhárti, bhárati, bhárti; bhartám
bhrtám, abhär; jabhära, babhära
babhre-
bhar' *bherH-
bhurántu, bhuranyáti; järbhuriti-
bhav' *bfyehz-
bhávati; ábhūt bhüvat; babhüva;
bhavisyati,; bhävayati; bubhüsant-;
bobhaviti-
bhas *bhes-
bábhasti; bhásat-
bhä 1.*bheh,-
bhäti-
bhiks *bhag-
bhiksate; bibhikse-
bhürja- *bhreh,é-
bhrnati *bherh,-
bhrsta- *b"Rek-
bhed *bheid-
bhinátti, bhidyate ~ bhidyáte; abhet,
abhaitsam, bhitthäs, bibheda-
'bhoj 2.*b"eug-
bhunäkti bhuñjáte; bhojam bhöjate,
bhujema;, bubhujmähe; bhojaya-
2bhoj *bheugh-
bhuját; ábubho jis-
bhranis *hhRenk-
bhraniSate, bhraśyate; bhrasat-
bhrajj *bherdh-
bhyjjáti-
bhram' *bhremH-
bhramasi; bhrämyate,; bhrämaya--
bhray' *bhyeiH-
bhrinánti; bhresate-
bhras KN
bhrāśáyant--
bhrástra- *bher ĝ-
bhrāj *bhreh,6-
bhräjate; äbhrät, ábhraji-
bhräsya- *bFRek-
bhründ- 2.*b'reuH-
majj *mesg-
mäjjati; majjayati-
та! *methz-
mathnäti, mathä уан; mäthit máthat;
mamätha-
740
mad 2.*med-
тада, mamatsi, mädyati; amatsur,
mätsi mätsva mätsat, amädisur;
mamäda mamaddhi; mädäyati, -te-
‘тап 1.*men-
mänyate, manute; dmata ämanmahi,
amamsta; mamnäte; maná уай-
2man 1./2.*men-
ámaman mamanyät mamandhi-
manötar- l.*men-
manth' *menth;-
mänthati, dmanthistäm; manthayati-
mand 2.*med-
mändati,; amandit; mamanda-
‘тау 1.*mei-
тіпбіі; amesta, mimäya-
ma y 2.*mei-
mayante-
máyas- 2.*meiH-
may 1.*meiH-
minäti minänti, miyate; mesi mesta;
mimäya mimitas mimiyät-
mar *mer-
mriyäte; ámrta maranti; mamära,
märäyati-
таг *merhz-
mrnáti mynihi, mynäti; marmartu-
marc *melk“-
mrcyati; mrksista; marcáyati-
marj *h,mer ĝ-
märsti mrjánti, mrñjata; amarksam
amärksis, mrksa-, märjis-; manjur
mämyje; marksya-; marjáyati-
mard *mers-
mrláti, mrláyati-
mardh 1.*meld"-
märdhati ämardhant-; mydhäti-
mars *H melk-
mršáti; mrksata, ámrksat; -
mämprsür-
mars *mers-
mfsyate, mysthäs, mimysas;
mamärsa, marsayanti-
mah *magh-
mahe, mahema-
ma *meh;-
mímite; ámasi masi mahi masva;
mamätur mamé-
mithati- *meithz-
ті$ға- *meik-
mil *meis-
milati-
miv *mieuh;-
mivati-
mätra- *mieuhj-
meks *meik-
meksäayati-
megh *meigh.
meghamäna--
meth' *meith>-
méthati; mithati-; mimetha-
med *masd-
médyati; medáyati- 3
mes *meik-
micchamäna--
mes *meis-
misdti-
meh *h,meig"-
mehati, amiham; ämehayan-
moks *meuk-
möksamäna--
moc *meuk-
muñcáti, mücyate; ämok
ämugdhvam, ámucat, amauk,
muksata; mumöcati mumucmähe;
mümuksamäna--
mod *meud-
тбааге; mudimahi; mumöda;
modayati-
mos *meusH-
musnäti, musayáti; mosis, mösathä-
mna *mnehz-
тапай; amnäsisur-
myak.s *mieks-
myaksa, mimiksa-"; dmyak, amyaksi;
mimyäksa-
mrad *meld-
mradä, mradate; mradayati-
yaks *iek®s-
yaksanta yáksant--
yaksá- n. Siekiäle-
yaj *Hjaĝ-
yájate; ayat ayasta; Dë, yejé;
yajayati; ijyáte-
yat *iet-
yátate yátati; yatāná-; yetire;
yatáyati-
yabh *jebh-
yabhati, yabhyamänä--
yam *jem-
ydechati; ayanıur, áyamsam;
yayantha yemür; yamayanti-
yamá- *iem-
уау 1.*ieu-
yuväti, yaumi ушат; yuvänd-;
yuyuve; уйуа-
?уау 2.*jeu-
yücchati, -yunoti; yavanta уйуаз,
yaus, yävis; yuyávat yuyotu yuyota
(yuyoti), уйуйу-; yävdyati,; dyoyavit,
yoyäava-
yas *jes-
yayastu, yesanti-, yasyati-
lya 1.*iehz-
yäti; ayäsam; yayáu-
2ya 2.“Геһ›-
yänı imahe їуйпа-; yasar-
yac 2.*ieh;-
yácati-
yatár- 2.*ieh>-
yoj *ieug-
yunákti yuñjánti; yó jam ayuji,
áyuksi; yuyujma-
yodh *Hieudh-
yüdhyari; yodhat yódhi yodhaná-,
áyodhit; yuyódha; yodháyati-
ranıh *,leng!"-
ränıhate ränıhati; rarahänd-;
ramhäyati-
raks *h,leks-
ráksati; raráksa raraksaná--
ráksas- *reks-
rac *rek-
racayati-
гасапӣ- *rek-
нај *s)reg'-
rajyate; rajayati-
ај ° */›геў-
rästi rät, räjati, rñjate, irajyáti-
räjju- *resg-
rätha- *rer-
rad *Red-
rádati; raräda-
rabh s. rambh-
rabhas- 1.*reb"-
741
kam *hjrem-
rämate, áramnat; dranista;
rämäyati-
ramb *lembH-
rámbate-
rambh (~ lambh) *lemb"-
rábhate; árabdha; rarabhmá;
rambhayati-
rambha- *]embh-
randh *lend"-
rädhyatu; radham, randhi, randhis;
räradhür rärandhi,; randhäyas-
rändhra- *lend"-
ray *hzreiH-
riyate, rinäti, arinvan-
rayi-Iräy- 1.*reh,-
‘тау! *h,reuH-
ruváti, rauti ru yát, rávate; áravit;
ravayati-
кау! *reuH-
rávat; ravisam ravista-
'ra l .*reh,-
raridhvanı ririhi; dräsata; rarimä-
ra 1.*lehz-
ráyati-
räj- *h reĝ-
rādh *reh,d"-
rädhnöti, rädhyate; arädham
radhat(i); rarädha; rädha yati-
rutá- *reuH-
rudhirá- 1.*reudh-
rekh - lekh *reik h,-
rikha ~ likháti; lekhīs; lilékha-
rec *leik"-
rinákti, rícyate; áraik, rikthās;
rireca; ricyáte; recayati-
rej *hleig-
r&jate réjati; rejäyati-
rep $. lep-
rebh *Reibh-
rébhati; rirebha-
reś ~ leś *reik-
risate ~ liśáte; lilisire-
res *reis-
risyati; resat ridhvam, гіѕа-;
resäyanti-
гећ ~ leh *[еіб"-
rédhi; ririhvdris-; rerihat-, rerihyd--
742
roc *leuk-
röcate (lokete); ғисапа-; ғиғбса;
rocdyati-
гој 1.%/еир-
rujáti; rok, rauk, ruk; ruröja-
rod' *reudH-
rodisi rudanti, ruda-, roda-, árudat;
drodayat-
'rodh *leudh-
гипаааћ; arodham arudhan
aruddha, araut rautsit, arutsi
arutsata, rurodhitha-
2rodh *hleud"-
rödhati, rudhyase-
rop ~ lop *reup-
rúpyati; ropayati-
lumpäti; Ішора; lopayati-
roh *h,leud"-
röhati; áruhat (rühäna- ); ruruhur;
rohäyanti-
röhita- 1.*reud"-
la(m)bh s. rabh-
lay *hzreiH-
alelet; leläya-
llay' l.*leiH-
Іауаге; alesta; Шуе; -lina--
ау *leih;-
Iiyate-
lav' */еиН-
lunäti, lunoti-
las *las-
lasati-
las *las-
lasati-
Іипс *hzreuk-
lulufic--
lekh s. rekh-
lep (~ rep) 1.*leip-
limpáti; alipsata; riri púr-
les s. reś-
leh s. reh-
lok *leuk-
lokayati, lokate-
lobh */ецр'-
lübhyati; lobháyanti--
vakrd- *uenk-
vaks *h,ueks-
üksant-, uksámana- duksat,; duksis;
vavák sa vavaksür vavakse;
vaksayanı, uksayanta-
vac *yek"-
vívakti; ávocat vocati; vavāca,
uväca-
vaj *ueg-
vājáyati-
vájra- *ueĝ-
varic *uenk-
väncati, vacydte, vävakre-
vát жеў.
vat *uet-
vatema; vata yamasi-
vad - *ued-
undtti дипаг; Rdur-
vad' *h;jÁuedH-
vádati; avadisur; ūdima; vädayati-
vadh' *uedhh,-
ávadhit, vadhe yam-
уаайй- *uedh.
van *uen-
vanóti; vanate, vanémá, vámsat;
уауаптӣ; viväsati; vänayantu-
van’ *uenH-
vänate, váñchati; vanas vanáti;
уйуйпа-
уапа *uend-
vandate; vavanda-
vap *uep-
vápati; aväpsit; uväpa, väpayati-
vabh *yeb"-
unap aumbhan, ubhnäs-
vam' *uemh;-
vámiti avamit; uväma-
ау! *ueih,-
véti vihí; vésat; vivdya-
уау! ~ ууй ЫЛЕ
vydyati,; йу уаї; vivyathur vivye; vitd-
var *Huer, | zuel, 1.*иег-
vrnöti, ürnöti, värdyate; var
várate; vavära dvävarit vavrivams-
(*vayyv°); -vrta--
var" *uelh,-
vrnité; ау гі várat vurita uränd-;
vavrmáhe (*vuvürm°)-
varütdr-, varutri- 1.*uer-
уагӣгћа- 1.*иег-
varj *h;juer$-
ávrnak; várk avrjan; удурје-
vart *yert-
värtate; avart varti avftran,
avrtsata; vävarta vavrte; vartäyati-
vardh *HueRd"-
vardhati Ze: vrdhant- vrdhänd-,
avrdhat; vavardha vavrdhúr
(vavrdhate), vardhäyati-
'vars ‘regnen’ *hauers-
varsati; dvarsit, vrsat avrsat;
vävrsvänis- (vavarsvänis-);
varsäyati-
Фуат ‘sich ermannen’ 2.*uers-
vrsäyd-; vrsäsva, vävrsänd-
vävrsasva-
varsman- n. 2.*yers-
varh *ueRg"-
vrháti; avfksat; vavarhä-
valg l.*uelg-
valgati-
valh *yelhjb"-
valhämasi-
vas *yek-
vasti usmäsi, vaväksi, vivasti;
vāvaśúr (?)-
Ivas 1.*ues-
váste avasran; vāvase; vāsáyati-
vas 1.* hues-
uccháti; avas; иуйза; vāsáyati-
'vas 2.*h;jues-
vásati; avatsit; #satur; väsdyati-
vasnd- 2.*ues-
vah Tue äi.
vahati, ñhati; volhám uhita úhana-,
avät váksat; uvāha; vähayati-
а *Аиећ-
vāti; avasit; vavau-
ад *huehz-
väyati; aväsit-
vägarä- Zeg.
váta- *hz4eh;-
vāh жиен ĝt-
ühe-
vähas- *ueH éi.
vähistha- *ueH8h-
vidháva- *huiedh-
ví $- жнеі
vişá- 2.*ueis-
743
virüdh- *hjleud"-
vfka-dvaras- *duer-
-vfdh- * HueRd"-
vfsan- m. 2.*uers-
vec 1.*ueik-
viveksi vivigdhi. vinäkti; vivikvänıs--
vej *ueig-
vijáte; vikta; vivijre-
'ved *yeid-
vindati, ávidat; viveda-
yed” *ueid-
véda vidür védat vidé; -vedáya--
vend-, vénati *ueih,-
vep *uelp-
vepate; уірапӣ-; vivipre; vepäyati-
ves *yeik-
visdti; vesit, aviSran, aviksata;
vivéśa; veśáyati-
véśa- *ueik-
Ives 2.*ueis-
avesan vésant-; yésisas-
"res 3.*yeis-
vivesti avives(is): viddhi; vivesa-
vyac *uiek“-
viviktás; vivyaca (viveca)-
vyath' *uiethz-
vyathate, vyathisthäs; vyathayate-
vyadh *h;uied!-
vídhyati ävidhyat; avyätsur vyatsis;
vividhvänis--
vya s. уау"
vraj *ureg-
vrájant-; vavrá ja; vrajayati-
vrajá- 1.*uerg-
vrad *ured-
avradanta-
vrasc *uResk”-
урса; vrksi; vavrktam-
-vlangá-, -vlágya *ureng-
мау' *uReiH-
vlinäti, vlinäti; vlesis-
Затћѕ *keNs-
Sänısati; dSanısit; Sasarısa;
Sarısaya-
ak жец.
Saknöti; śákat śagdhí; Sasäka;
Siksati -te-
$апК *kenk-
Sankate-
$апКа- *kenk-
Чад xad-
Sasäda; Satsyati-
аа *kend-
śāśadúr säsadre-
sap *kep-
Säpati -te; харга; Sasäpa śepé;
Säpaya--
"ат! “sich abmühen’ *kemhz-
Samnise, Samisva, Samäyd-;
asamanta, asSamisthäs; Sasame
Sasamat-
ат! ‘ruhig werden’ *kemhz-
*$amnan, Sämyati,; ašamit, аата;
Заҳата; Samayati-
"Say 1.*kei-
säyelsete $ёге; Sesan, asayisthäs;
Sasayänd-, SiSye; Sayisyant--
ау 2.*kei-
Siyate-
Sarlsrä 2.*kel-
Sardd- 2.*kel-
Zort 1.*kerhz-
Srnäsi, S{ryate; ašarlt; Sasre
(*Sasar-)-
Särman- 1.*kel-
Sävas- *kuehj-
śáviīra-, Sävistha- *kueh;-
sas *kes-
Sasti Säsati śāstu Säsatu, śásanti;
Sasta-
Sästra- *kes-
5а *keh( i)-
sisati, Syat; áśita; Sasand-; Sitd--
säla- 1.*kel-
säs *ËeHs-
£ássi Säsat-; Sisant- 5іѕатаћі;
Sasäsur-
<45-, Säsa-, 'Sasd-, Säsus- *keHs-
25454- *Les-
śithirá- *krethz-
Simyati, Simyant- *kemhz-
sisira- *LelH-
Sitd-, Sind- *kieH-
Süka- 2.*keuk-
Sukla- 1.*keuk-
śubhrá- *Ëeubh-
ses *keis-
Sinasti, Simsati, $isyeta Sisydte;
sisas, Sisise-
Soc 1.*keuk-
Söcati, Sucäyant-, śúc yati; aSucat,
áśoci; SuSöca; Socaya-
Зоаһ *Ёеџа"-
Sundhati, Ssundhäyati, sudhyati;
Sodhaya-
Sobh *keubh-
Söbhe, Söbhate, Ssumbhata
Sümbhäna-, sumbhäti, sümbhate,
Subhäyati; Subhänd-; Sobhayati-
305 S *h,seus-
Süsyati; Sosayati-
Scand 2.*(s)kend-
caniscadat--
Scandrä- 2.*(s)kend-
Scamnan *kemhz-
Snath‘ *knethz-
Snäthat Snathihi, Snathis-, asisnat
Sisnäthat; Snathayas-
£ya *kieH-
Siyate Siyäte, Syäyati-
Syä- *kieH-
śrath *krethz-
Srathäya-, Srnthati, Sisräthat;
śaśrathe; srathaya--
sraddädhäna- *dheh,-
Sram *kremhz-
Srämyati,; $ramat, asramat,
Sramisma,; Sasramur-
sray *Ëlei-
Srayati -te; äSret, aSrait, $resama;
Sisräya Sisriye áśiśret-
sray *kreiH-
Srindti-
Srav *kleu-
spnöti Spnve Srnvire; áśrot Srötä;
Susräva; Sräväyati-
rg *ËreiH-
$rustí- *kleus-
sres ~ sles *kleis-
Slisyet; Srisat; Sislesa, Slesayati-
Sros *Kleuis-
$rósan; Srösi-
Svanc *Luenk-
Sväncate; Sasvacdi; Svancäyas-
Svas *kues-
Svasiti Suse Svasänt- Susänt-
Susänd-; Svasaya-
Zu *Kuehj-
Sväyati; áśvat; Süsuvur śūśávāma-
Svätrd- *Áueh,-
Svindate *kyeit-
Sver *kyeit-
asvitan Svitänd-, aSvait-
sthyav' * sptieuH-
sthivati ásthivan; asthavisam;
tistheva-
sarhsüde *syehzd-
Isac 1.*sek"-
sí sakti sáścati, sácate; sacimah,
sacāná-, saksat asaksata saksimáhi;
saścur saściré-
2sac *sek-
sascasi dsaScant-; AsaScusi--
saj ~ зай] 1.*seg-
sájati; asakta, азай ji; зазай ja-
sad *sed-
sidati; sádathas, äsadat, sátsi satsat;
sasda; sädäyati-
san' *senhz-
sanóti; ásanat, asanisam sanisat;
sasána sasavänıs- (*зазйу° )-
sap *sep-
sápati; sepur-
say *shyei-
sinäti, sinoti; sisäya siset-
sar 1,*sel-
sisarti; äsarat; sasära sasfvänıs-
sasre; sardyante, saráyati-
sár ga- *selĝ-
sarj *selĝ-
srjáti; asysta srjaná-, asräk, asrksi;
sasärja-
sarp *ser p-
sárpati; srpas, asrpta; sasarpa-
sav *çeu-
sunóti; sutám sotana, asosta; susäva
(susvati ásusuvur); savayati-
"зау *ѕеиН-
süte; sasüva-
25ау *seuh/-
suvdti suvánti, sauti; asavisur;
Susuvé asusot-
745
sas *ses-
sásti sasánti, sasásti/sásasti-
sasd- *sesT-
sah *segh-
sáhate; sahas sahänd ѕаһуата,
saksat asäksi; sasaha sähväms-,
sasähe, sehänd--
sahas- *segh-
sa l.*sehj(i)-
sydti, sat; ѕаудуагі-
ѕаааауопі- *sed-
sadh *seHdh-
sädhati Ze, sídhyati; sādháyati-
säyaka-, -siti- 1.*sehj(i)-
sütu- *seuH-
sátra- *sieuH-
süd *suehzd-
sūdáyati; susüdima süsüda--
sūnú- *seuH-
sūmáya- 1 .*mei-
sürks *suerg"-
sürksatalsürksya--
sec *seik"-
sincati-, siñcát, sécate; ásicat,
asiksi; sisicatur sisicur-
sedh *seidh-
sédhati; sedhis, *asaitsam; sisédha-
sev *shei-
sévate-
skand 1.*skend-
skándati; skán áskan, (á)skān;
caskanda; skandáyati-
skambhá- *skeb’H-
skambh' *skeb"H-
skabhnäti, skabhäya-; skambhur
(skambhäthur); caskámbha-
skav *skeuhz-
skunoti, skauti; -skuta--
skhal‘ *(s)ə“h;el-
skhalate-
stan *sten-
stanant--
stan' *(s)tenh,-
stanáyanti; stanihi stan. astanit-
stambh' *stemb"H-
stabhnäti, stabhäyd-; astambhit;
tastämbha: stabhita-, stabdha--
star *ster-
sırnösi; ástar; tastrire-
746
star" *sterh;-
stynäti; astaris; tastära tistire-
stav *steu-
astaut stumäsi stäve stute, stávate,
stunvanti; astosi, tustuvür
dtustavam, stävayati-
stäydt l.*rehz-
stegh *steig"-
stinnoti stinnuyät; tistighisa--
stend- l.*teh>-
styä *stieH-
styäayatänı-
sthä *steh>-
tísthati; dsthät; tasthäu; sthapaya--
snav *sneu-
snuvanti snauti-
snä *(s)nehz-
snäti; snäpdya--
sneh *sneiguh-
snihyati; asnihat; sneháyat-
spar 1.*sper-
sprnuhi spruavama; dspar,
dspärsam; paspära, spāráya--
spardh *sperd"-
spärdhate; ásprdhran; paspydhe-
sparh *sperg"-
sprhayanti-
spas *spek-
späsayasva; áspasta; paspase-
5ра$- *spek-
spfdh- f. *sperd!-
sphar' *spřerH-
sphuráti; spharis-
sphā *spřehj-
sphäyätai; sphiyate-
sphird- *spheh,-
sphürj *spherh;g-
sphärjati; sphūrjáyant--
smay *smei-
smäyate; sismiyänd--
smar 1.*(s)mer-
smárati; sasmara; smärayati-
syav' Zeien.
sivyati; syütd--
srav *sreu-
srávati; asrausit, ásusrot; susruvur
susrot; srāvayati-
sredh *hsleid”-
srédhati; sridhāna-, sridhat-
svañj *sueng-
sva jante; sasvaje-
svad *sueh;d-
Svddanti; svadayanti; -süde-
svanddratha- * syenhz-
svan *suenh;-
äsvanit, svandyati; svänit-
svap *suep-
sväpiti; svapánt-, ѕуара, sväpsit;
susupur, svapáyati; suptd--
svar 1.*suer-
svärati; dsvär; svaráya--
sväd *suehzd-
svädate- ы
svädu- *suehzd-
sved 1.*sueid-
svedate, svidyati (svidyat);
sisvidänd-; svedayati-
hadati *ëhed-
han жоло.
папі ghnánti, jighnate; jaghäna;
jighärtsati; janghanti ghánighnat--
hay KN
hinöti, háyant-, Jighya-; 4һета
ahyan, ahait ahaisit; jighäya-
ei-
‘раг 1.*'ег-
har yati; harayanta-
"har 2.*g"er-
Айгай; ahrthäs, ahärsam, ahysata;
Jahära*-
һаг *öhteRH-
hrnite; juhürthäs juhuranta
Juhuränd--
'hars *ghers-
hrsyati; јаһгѕапа--
2hars жышуу.
harsate, harsayanti-
hav * hey-
juhóti; ahau sit hosi; Juhvé-
hav' s. hvä-
has 2.*gl®hes-
Jaksat- ~ jäjjhati-, hasati-
‘а *sheH-
jihite, ahäsata-
"hä *gheh,-
Jahäti, Муше; ahäs ahät; jahür;
häsate-
häs ëch:
häsayanti-
hirhs *gheis-
hirhsanti hirhsanti-; Мїйїзїї hirnsista;
jihirhsimd-
hrnäyant-/hyniydmäna- *ëéheRH-
hrdayävidh- *hųuied"-
hed *gheisd-
ähedant- ähedamäna-; jihida
Jihidiré; dhedayant--
heda- *gheisd-
hes * heis-
hinásti híňůsāna- (s. hinis)-
hésas- *gheis-
пау *ëhneu-
hnutas hnuvé; hno.smahai-
hray' *öf'yeiH-
Jihriyat-, -hrayäna--
hvar *öfiyer-
hvärate ~ hvdlati, hürchati, hrunäti,
hvar; hvärayati-
һуа *öfiyeH-
huve hümahe áhūmahi һиуапа-,
hävate, hváyati; ähvatidhuvat,
ahüsata, juhäva; jöhavimi-
Mittelindisch: Päli
кіпагі ж геі -
kharijati *(s)kend'-
kharati, pa-ggharati *ollöher-
jhayati *qdheg!”-
pari-bhuñjati 1.*bheug-
pa-vinati *yeihr-
pasada- *pres-
vinäti *uieh,-
Mittelindisch: Präkrit
uaha (mahärästri) *hjeu-
kināï *k“reih-
khiyai *dhguhei-
jharat *olöher-
ша жаре -
vimdhai *hzuled"-
sinhä-, sineha- *sneig!-
Neuindoarisch: Dardisch
bashkarik baj- 2.*uer$-
kāśmīrī vecun *u iek"
khowär drom- 1.*drem-
747
paSai pu.s- *pres-
Neuindoarisch: Hindi
pädnä *perd-
Nuristani
waigali caräy- *k&elh,-
Uriranisch
*räga- *(s)teguh-
Avestisch
Die Reihenfolge der Buchstaben entspricht
der bei HOFFMANN-FORSSMAN 283; die
Wurzeln werden in streng avestischer Form
angesetzt, in der Regel in der R(e), falls sie
ablauten. Zur Behandlung der Verbalfor-
men s.o. zum Vedischen.
аё *Heigh-
iziiā iziieiti-
laeš * peis-
isaiti; āiš; *iiaēša-
ue? *hyeis(h,)-
гаг, iSiiä, išailant-; аёҳайа--
aoj *h це gi,
ao Joi aogadä-
aojah- * heug-
aii *hjei-
aeiti, уейиї; iieiiən; iša--
auu *h,euHl-
auuami-
auuayha- *h;eur
axš Sekt,
āxšaiia--
ayZönuuanına- s. gah-
ad *Hedh-
абайа-, ada ааагд-
aduuan- * h,ned"-
at.ka- *hzent-
apaosa- *hjpeus-
afsmainiuuant- l.*leu-
Ian *h,enh)-
?auuagn-
lar *her-
йгәт-
2аг 1.*h;er-
arante-
748
Far *h,er-
iiðraiti, iratü; arəšuua; йгайейе-
tar 2.* her-
ərənaot ərənuuainti; йгбї-
arj # elg-
arəjaiti-
ard *meld"-
aradat-
asti- l.*hzet(H)-
аѕраійаода- *Hieudh-
laz 1.* hze ĝ-
azaiti-
а; *h;emë8!-
-āzata-
аѓаохќайаті- *h;ueks-
lah 1.*h,es-
asti həntt; äyhard-
2ah 2.*еѕ-
añhiieiti; as ayhat-
ahu- *h;ens-
at(ə)r- *heh;-
āp *hjep-
араёта; ара-
аһ *h,ehjs-
aste änhäire-
аѕа- *h;enËÉ-
arazi- Ter ëi.
Ərəzu- *hreĝ-
inaoiti *hjei-
is *Heik-
iseliste-
Gd *h eisd-
išasa-
ugra- *h;jeug-
uruuaes *ureik-
uruuisüeiti; uruuaēsaiieiti-
uruuaii *urehz-
игииїпайї- *uReiH-
uruuaj *ureg-
uruuaxšat-
uruxli- 1.*leug-
uzəma- *ueH ĝ'-
ūna- *huehz-
Кап *k(WenH-
caxnarə`
ап 2.*k'Jleh,-
kainti-
kamp *етр-
*kafsan-
'kar *kHer-
karanaon karanaoiti; cördt;
Tcaxrarə-
аг l.*kerH-
käraiieiti; carakaramahi-
Жаг же), 3.*kerH-
karaiieiti-
kart *(s)kert-
kərəntaiti-
karš *k“els-
karsöit karəšənti; karšaiiən; karšta--
kas *k Set -
kasat-
ka А 1.*kehz-
kaiiā; cakus--
kastra- 2.*kKWehz-
karasa- Stiler.
xad *k(Oh.ed-
-хада-
xa- 2.*k()eh;-
xratugüt- Seilen.
xsä * kek-
х50 xsäl; caxse; -xšta-, xsāta--
xšaoðah- *k''Jseud-
xšaob *K-3seubh-
xšufsan-
xša *hek"-
х$айа-; xša--
xšuuaēßaiiat.aštra- *kYsyeib”-
xšnauu *ksneu-
xSnauuisä,; xSnäus,; xSnäuuaiieiti-
xšna *ëneh;-
zänanti zanat zanan-
хага 1.* sueid-
xisat-
-Xaxta- *sueng-
xap *suep-
-shabda-, xafsa-; husxafa;
xabdaiia--
жап *suenhz-
xXanuuainti-
хапа!.сахға- *syenhz-
хаг 2.*suel-
xaraiti; -'haraiiat-
Xara- 2.*suer-
gaoz * ghey gh.
guzaēta-
gaoš ж ошен у.
gūštā, güsata рпўаћииа güsö.düm-
gaiia- * g“ieh;-
gauu * ої ец-
gūnaoiti-
gauua- *ghebh.
ват s. jam-
'gar *,ger-
yrisamna-;, jayära jayäuruuäh-;
gäraliemi-
"gar *glterH-
garante garaömahi-
garz *glWERZN-
garazöi gərəždā, garazaite jigarazat-
gah | .*g(®hes-
gayhanti, gänhant-, ayZönuuamna--
gä *g“ehz-
gäl-
grab *ohrebhz-
garaßnäiti, gauruuaiieiti; grabamı;
Jägarabus(tara)-, jayauruua-
gram *ghrem-
gr'amənt-- e
yZar жонду.
Zgaraiti *yZaran; yžāraiieiti,
yzrādaiieiti; yZara.yZarant--
сай 2.*К®е[-
cinaot cinuuant-, caiiat; Silätä-
сай 3.*K“el-
cikaiiat сікайәп; kaiiaiianta;
cici$anına--
?caes KAL
cinahmi cinasti cišmahi cismaide
cinas cišilan, caēšaētəm caēšəmna-;
cõišt cauuistälcöista; caēšaiign-
' caët *kteit-
cinas cinadamaide; acistā cista
coöidat; *cikaeda° сікіӨВал--
KT *keit-
ciköitaraS-
car Ziel:
caraitl-
caš Stiet.
caste-
саўтап- жие}.
ciköitar- *keit-
ciĝra- *keit-
Пай * glej-
jöiiā jaiiāi-
ай *dhgwhej-
паі, ajiiamna--
749
jaxšuuāh- *(s)g“eshz-
jad ЫЕ
Јаідііеті-
jan *olhen-
Jainti ynanti; jaynat (jaynante);
jJaynuuäh--
Jam (gam) *gl!em-
Jasaiti; jan gman jama-ljima- jamiiät
gaidi jantū; jaymus- jaymat
Jaymiiam; jämaiieiti-
Jarazi- * glWeRgt-
*jah *(s)g“eshz-
jaxšuuāh--
jahi-, jahikā- 2.*g(hos-
jāmāspa- жер".
Jit.aša- *dhguho j-
jiuu * g“ieh;-
juuaiti; }їүаё$а-
taoš 2.*teus-
tuson; taošaiieiti-
tauu *teuhz-
аиий; tütauua-
tac *rek!-
tacinti; -tat.kusi-, tācaiieiti; tixšənti-
tap l.*rep-
tafsat; täpaiieiti-
tan *ren-
гапийа-
tar *rerhz-
*rauruudmä, гаигииаііа-, titarat;
-Öäraiieiti, titäraiia--
гағр *klep, 1 .*terp-
trəfiiāt-
taš *retk-
tāšti лай; tašat; tatašā tarsuuäh--
tasan- m. *tetk-
tāiia-, taiia- l.*rehz-
гаїіи- l.*rehz-
гипа® *rhaeus-
Banj *rheng"-
Oanjaiieiti-
OBaesah- *juei-
OBaii *tuei-
Bot obt ӨВаіѓаѕгәта- (OBaiieiti)-
Baxs 2.*reuk-
OBaxsante ӨЗахўәтпа--
*ӨЗагәва- жЖшегЁ-
ӨВагѕ *ruerk-
OBarasaiti; OBaröfdum-
750
ӨВагјаігі
OBorastar-
Өғаии
Өгаоќга; tudruiie-
Oraxta-
Orah
tərəsaiti; Oränhaiiete-
Orafs-
аай
daidiiat diðäiti; didaiia-
dauu
Öauuata-
daes
аа; daesaiieinti,; da&döist-
daez
diSta, daezaiian-
daxma-
daxs
daxšat; -daxsaiiö-
daxsta-, -daxstar-
daj
da2aiti-
dab
* uenk-
*ruerk-
*trehu-
*trenk-
*tres-
1.*terp-
*dheiH-
*dheuH-
1.*deik-
*dheiĝh-
2.*dhembh-
*dek“’s-
*dek!®s-
*qhe geh.
*dhebh-
dəbənaota; dauuainti-; däbaiieiti
dauuaiieinti-; dißZaidiiäi-
danhah- n.
‘Яаг
*dens-
*der-
*darananti, doranant-; däraiieinti;
darodairiiät-
2
dar
*dher-
diðārəmna; dərəta, darəšt; dadara
dādrē; däraiiat-
dars *derk-
darasam; dädarasa-
darz *delg"-
döraSt, han-daraZanti,; darazaiieiti;
didara?ö-
dars *dhers-
darZnuuainti-
dasina- *deks-
\dä *deh;-
dadäiti,; data; аааа-
24а *d’eh;, *deh+
dadaiti dazdē; dat; dada0a
dadaldaóa; -айһб.айт-
Kë 1.*deh;-
diiatam-
"dä *deh,-
(aibi) dainti-
dasta° *dek-
dah *dens-
didas, didairhe-
dabaz s. baz-
döbäuuaiiat *dhebh-
döjämäspa- жери.
dajit.arata- жаре [-
däng (paiti-) 1.*demhz-
duuaeda- *due i-
duuaeš *dueis-
daibišənti, tbisag"ha, daibišiiant-
tbišiiant; diduuaēša diduuišma;
tbaēšaiieiti-
duuan - *dřuenH-
duugsaiti; duuanaiiat-
duuar *duer-
duuaraiti duärdntä-
duuanman-, dunman- *dhuenH-
draoj 1.*dhreugh-
adrujiiant- druzaiti-
draoman- 2.*d"reu-
drauu 2.*d"reu-
dräuuaiiät-
dranj *dregh-
dražaite; drənjaiieiti;
didrayZö.duiie-
paes *peik-
раёѕәтпа--
раё жреі5-
pišant--
paii l.*peiH-
pinaoiti, pipiiušī- -
pauu 2.*реиН-
puiieti°-
pac 1.*pek“-
pacaiti-
pat *peth,-
pataiti; pataiieni-
pad *ped-
paióiiaite-
panta-/!pa0- *pent-
'par 2.*per-
par anaoiti, päramna--
"par 1.*рег-
fra; päraiieinti-
par *pelh;-
рәгәпе parantelparanti-
paranay'hant- *pleh,-
part *pert-
parətante; pāpərətāna--
pard *perd-
pərəðən-
pas *pehk-
*pasāt; *pasiiāt-
pa *pelb(i)-
päiti раї, paiiðiš-
para- 2.*per-
*pāh ~ piš *peHs-
pišileinti pišiiant--
pərət- *pert-
pəšanā- *pert-
fraoßat.aspa- *preuthz-
Droit *preiH-
frinami friianmahi, frinamna--
frauu *pleu-
frauuänte; fräuaiiähi-
frayrätu- *hger-
frada.sauuah- *plethz-
fradaxstar- *dekös-
fras *prek-
pərəsa parasaite; frasäne, frasi-
fra (- par) *pleh,-
paranä; pafre-
frāiiaoĝa- *Hieudh-
frad *pleh,-
fradat fradante-
fria- *preiH-
baoj 1.*breug-
bunjainti, Бајаг, büjaiiamna-,
bun jaiiāt-
baod *bheudh-
baodant-, būiðiiaēta bniöliamna-;
baodaileiti-
baii *bheih,-
b(a)iientë, baiiente, -Büeiti;
bißiuuäh--
bauu *pfiyehz-
bauuaiti; buuaiti; babuuarə,
buuauua; büsiiant--
baxs *bhag-
baxšaiti baxsaite-
baj *bhag-
bazat; bax$aiti baxštā-
ban *bhen-
+апайәп; banta--
band *bhendh-
bandaiieiti-
751
bar *bher-
baraiti, ?baratü baratu bərətam;
baßrar>a-
"bor *bherh;-
barənt--
barəziš- *bhelgh-
barj *bhergh.
bərəjaiiat, Бәғәјііа-: barajiiastama--
barz *bhergh-
barazaiieni-
bāra- *bħerĝh-
bā 1.*bħehz-
-uuäiti-
baz *bfrengh-
dabgzaiti bazaiti-
baraj- *bhergh-
bərəz-: bars *bherëh-
bərəzant- Sher äi.
braii *bhreiH-
brinanha-
bram *b"remH-
bräsat-
braz *bhreh,ë-
brāzaiti-
паёј * neigt-
naënišeiti-
naed * h,neid-
nista; näist näismi-
naii *пеіН-
naileiti,; паё$а1-
nad *ned-
nadant--
napta- 1.*neb"-
nam 2.*nem-
пәтайе; nāmaiieiti-
'nas *hnek-
näsämä, nasat-
nas *h,neK-
ašnaoiti; asiiät айа; našəmna--
nas *nek-
naslieiti; (а)паѕаг; nənasa;
näßaiian; -nasta--
namah- l.*nem-
niyräire *g“elh,-
maii 2.*mei-
maiiat-
mae0 *meith;-
тїӨпайїїї; moist möidat-
752
таё: *n,meig"-
тіпа mizən, maēzaiti ma&zanti-
maiiah- 2.*теіН-
mati- 3.*men-
Imad ‘messen’ 1.*med-
masata; mäöaiianta-
"mad ‘berauschen’ 2.*med-
тадаіге; "maöaiiay'ha-
Iman 1.*теп-
mainiiente; manta, möyhi masta;
mamne; manaiieiti mānaiiən-
2man 2.*men-
manalian-
тапаоӨгї- 1.*men-
Imar *mer-
miriiete *mer-
"mar 1.*(s)mer-
hi$marant-, maranti -Smara-;
mairiiät; märaiieiti-
marc *melk#-
marancaite; maraxsaite *marəxšāna-
Imard *h merd-
mörandat-
2mard 1.*meld"-
maradaiti-
marz *hzmer$-
marazaiti, maraZdiä-
тага * mers-
mərəzdata-
mazdayho.dum *dheh,-
ma *meh;-
mimadä; maiiänte-
-таба- 1.*med-
miuu *mieuh;-
miuuämahi-
müdra- *mieuh;-
mrauu *mleuh,-
mraomi mruiië-
yaog *ieug-
yunji(n)ti, yujiieiti; yaogat yajan°-
yaod *H ieud"-
уйідііеігі-
yaoz *jeugH-
yaozaiti; yaozaiieiti-
yauu 1.*ieu-
*-jjuuant--
yat *iet-
удїӨәта; yataiieinti-
yam *jem-
yasaiti; -liantä-
yaz *Hiaĝ-
yazaitē-
yah *jes-
yaesiianti-, yaēšənt--
ya 2.*iehz-
yäsaiti-
yütö 2.*ieu-
уаёс l.*ueik-
vaecaiieiti-
vaej *yeig-
уаёјапі--
lvaed - *yeid-
vinasti, vinda-, vaēdō.dūm; vidat,
-uuöizdüm; уіииаёда; -uuaedaiia--
ага *ueid-
vaēdā viöara-
уаёр *ueip-
vaepanti, vaēpaiiant--
vaëna-, vaënaiti *yeihj-
vaes *yeik-
visõntē; viuuise-
vaēšah- 2.*ueis-
ай *ueih,-
vaēiti-
2vaii *uieh;-
viiam-
vaxš *hueks-
uxšiieitīi; vaxšt vaxšəntē; vaxšaiiatō-
vac *uek'-
vaocat, auudci vāci йсат; vaoxəma
vaoce-
vat *uet-
-uuatahe; tvaotat; vātōiiðtū-
vad *uedh-
vaöaiieiti-
vap *uep-
-uuäpal-
vaf *uebh-
ufiiä-
van *yen-
vanaiti vanaēmā; vas vönghat;
уаопагд; viuuönghatü-
vanc *uenk-
vasiiete vaša--
vand *uend-
vandaēta-
?vam *uemh,-
vainti-
‘уар 1. Zuel, 1.*uer-
vərənauuqitë; -uuaräni-
аг *uelh,-
vərəntë; varatä-
’var *Huer-
väuräite-
varc *h;uelk-
varəcainti, *-vərəcinta-
vart *uert-
varətata-
vard *HueRd"-
varədaiti; уагәдаііеѓе-
varaduua-, varadusma- *ured-
varz 2.*uerg-
varaziieiti varaziian; varaS varazimä,
varaSaiti; vauuaraza väuuar 32Ööl-
vas *yek-
vasti usamahi-
vaz KT
vazaiti, -uuqzet; vaoze-
vazra- *ueĝ-
'vah *ues-
vaste-
"Уай l.*haues-
изапї--
аһ 2.*həjues-
vayhaiti-
"уа *houeh,-
väiti-
2а *huehz-
uiiamna-, -ииайеігі-
vdunus- *uenH-
vadaiia- *yed"h,-
västar- m., vāstra- n. 3.*ues-
уй? *ueH éi.
uzamöhi-
väzah-, vazista- жнеН éi.
viš-/viša- 2.*ue is-
vi-mäda- 1.*теа-
гаёс *Jeikt-
irinaxti; raēxšīša; ra&caiieiti-
raetlraed 1.*leit-
-iriĝiieiti; iriri@us- iriritäna-
(iriridäna-)-
гаёг *lei@h-
traerizaite-
753
гаёў *reis-
irišiieiti; ra&sallät-
raoidiia 2.*reud"-
raoiöita- 1.*reud"-
raoc *leuk-
raocint-; raocaiieiti-
'raod *Jeud"-
raodanti; urüraost; raodaiiete-
?raod *hleud"-
raodanti; urüruöus--
’raod *reudH-
urudan; raostä-
raop *reup-
urüpaliieinti-
rauu *h,reuH-
uruuatö-
rauuah- *reuhj-
rad *Red-
rāðaiti-
ram *h,rem-
ramölößam;, ramaiieiti-
raz *h;re8-
razaiti; räzalieite; rāšta--
гаў *reks-
räsaiiente-
rasah- *reks-
rah *h;res-
rarəšiieint; räyhaiion-
ra l.*reh;-
räsainti-; rähi ränhahöi; raire-
"ra 1.*lehz-
raiiant--
rād *reh,qh-
rädat-
гәп] *hjlenguh-
rənjaiti; ranjalieiti-
saēd * skle id-
hisióiiar-
saeni- *kehfi)-
saoc 1.*keuk-
saocint-; Saocallat-
saošiia- *Ëueh,-
saii 1.*kei-
saete sölre-
sairiia- *ker(H)-
sauuah- *kueh,-
sac жо
У ~ уу x x
sasada, saciiārəš, saskuš-;
sācaiiant-; sixšəmna--
754
sad *sked-
5йдайатї--
sah *keNs-
sönghaiti, saXülät-
san *ken-
sənaoiti; sanat-
sand *skend-
saöaiieiti, ses; səndaiian'ha-
sar 2.*kerhz-
sarəntë; sarəšta-
sarəta- *kelH-
5агәд- 2.*kel-
ѕагәда- *kelH-
sä *skeh 2(1)-
siiódüm-
sadre- *Ëeh;d-
sah *keHs-
sasti sähit; sisä-
sauuista- *Luehj-
siiazd *skehzli)-
siiözdüm-
suðu- *keud"-
suš- *kues-
süidiidi *£uehj-
skaraiiatrada- 3.*kerH-
-Skomba- *skeb"H-
scind *(s)kedh;-
scindaiieiti-
scinb *skeb"H-
scinbaiiöit-
-scinbana- *skeb"H-
stauu *steu-
stäumilstaomi -stuiiē -staoite-
'star * ster-
-striieite-
"star *sterh;-
storanäiti, stairliät-
stä *stehz-
histonti; stänhat,; -Sastara -hista;
stäliä-
spar *spherH-
sparat-
sparz *sperg"-
asparazatd-
spas *spek-
hispösa-, spasnudä, spasiid-
spas- *spek-
spa *kueH-
sispata, spaiieiti; spanyhaiti-
snag жле!
snaēžāt-
snad *kneth>-
snadont--
snä *(s)nehz>-
snailät; -5падаііа--
згас *kleis-
srisäiti-
sraos *kleus-
səraošānē-
sraoša- *kleus-
гай *klei-
sirinaoiti (saran°), sraiiata;, srita;
sräraiid- š
srauu *kleu-
surunaoiti, srulie; sraotü sraotä
srauuimä; susruiiē; sräuualiieiti-
začša- жне js-
zaos *деиѕ-
züzuste-
zaii *@hei-
zaiiaiiāmi-
zauu S. zbä-
zauualı- *ӧеиН-
zadah- *ghed-
zan *genh;-
zizanonti zizanat- zizanäiti-, zaileiti-
zanga- *óhengh-
zanb *óembh-
zəmbeaiiaoDəm-
'zar *Berhz-
*azarəsant--
Ier *ëheRH-
zaranaömä, zaranimna-; гагагапа-;
zäraliöls-
zara- 1.* 8er-
zarš *óhers-
zarəšiiaqmna-lzaršaiiamna--
za *ĝteH-
zazäite-
"za *gheh,-
zazäiti, zahit, таёта; zazuuah-/
zazus--
zölzdiSta- *@ëheisd-
ша *BieH-
zināt, zinte; zizi.yus--
zbar * hyer-
zbarənt- zbarəmna--
zba *SħyeH-
zauuaiti, zbaiiā zbaiieiti; zūzuiiana-;
zaozaomi-
zraiiah- *órei-
šaii *rkei-
saeiti šileinti šaēta-
šanman- *ËÉsed-
Draut *k''ieu-
Sauuaite Siiauuäi, -Süsaiti;
Säuuaiieiti-
Sam *k''em-
šamat-
іа *k#ieh,-
tšāiiente; šiiāmā; šiiata--
haēc *seik"-
hincaiti; haēcaiiāt-
һаёа *seidh-
hióat-
haoš *h seys-
haošatae-
һай *sh>ei-
-дһайа; hišāiiā-
"hauu *seu-
hunaoiti *hunuiiäro$, huiiārəš;
häuuaiieiti-
аии *seuH-
hunami hunahi-
’hauu *seuh,-
hunāiti-
hac 1.*sek“-
hišhaxti hišcamaidē, һасайё; һәса
scantū, haxšāi; hācaiieni-
had *sed-
-šhiðaiti; hazdiiāt; -šāðaiieiti-
hap *sep-
hafsi hapti-
han *senhz-
hanät, hayhäna hayhanus--
har l.*ser-
-Sanharatü haraite, -Shauruuaiti-
harz *sel8-
harazaiti-
hah *ses-
hahmi-
hubaöra- *bhend-
huxšnuta- *ksneu-
Altpersisch
Buchstabenreihenfolge nach KENT
755
ахйа 1.* iber.
ajavayam Toilen.
-ataxšata 2.*tek-
-atarayam *terh;-
ada,ham, ada,„ha *keNs-
açarayam *Ëlei-
adaršnauš *dhers-
aduru jiya 1. *dhreugh-
anaya *пеіН-
арі да, арі„[Өа]т *peik-
afuva- f. *hep-
ameriyata *mer-
amanaya 2.*men-
ayauda *jeugH-
ariyäramna- * h,rem-
arsatiy *her-
avajam *hjueg-
asaya *kueH-
-astäyam *stehz-
aši yava *k“ieu-
-ahajam 1.*seg-
ka„tuv 2.# ehz-
kunautiy; акша, kušuvā; caxriyā *k“er-
xšnasatiy * ĝnehz-
-xšnauvaiy *ksneu-
gaudayähay EEN
cašman- жшше}.
Луатпа- *qhgthe j-
tarsatiy *tres-
tunuvant- *teuh-
ба-а- *keNs-
danu[vatiy *dhenh;-
darayamiy *dher-
didiy *dħeiH-
drayah- * rei-
-nāðayatiy *nek-
parsā *prek-
paya- *pehz(i)-
fraisaya(m) * heis(hz)-
Ыуа *bhueh;-
mar,datiy, amar,da *h,merd-
vazarka- *yeß-
šiyāta- *k“ieh;-
Khotanisch
Die Buchstabenreihenfolge folgt dem indi-
schen System (ä = i). Stichwort bei Verben
ist der Stammansatz (nach EMMERICK, falls
756
möglich), darauf folgen gegebenenfalls die
Einzelformen.
ärr- *hleh;-
aljs- *herkt-
is-: IStä *h,eis(h3)-
uysan- *hzenh;-
uysgun- *keudh-
usku j- N euk-
kaśś-: kaśte *kek-
kār-: kārīndä 3.*kerH-
ker-: kerindi 3.*kerH-
khad- ЖКД ed-
khāś- *k hef-
gganih-: gganihäte *neid-
ggän-: ggändä *k“reih;-
ggostä *ohebh-
grantha- *ol!renthz-
jin-: jindä, jändä, jänindä *дб оше.
Лу-: jiye, jitä, jiyāre *qhgthej-
Jis- *jes-
juv-: juväre *Hieud"-
ttanv- *ren-
ttav-: ttaväre l.*rep-
ttäva- © (s)teguh-
ttaus- 1.*tep-
tcäs'-: tcäsä’ri жеб.
15ат- *ktem-
damäte *d"emH-
dals- *delg"-
das- *dek-
did- *dheiH-
dim- 2.*demh,-
-dim-: -dimäte l.*demhz-
diss- 2.*deik-
drjs-: drysde, drjsäre *dreg"-
dai-: daiyä *dheiH-
drem-: dremäte, dramda l.drem-
пуаѕ-: nyaste Stiet.
nyüj- *h euk-
padim-: padimäte ] .*demh;-
panay- *ned-
pasal- *skerd-
pastram j- *streng"-
pastris- *strengh-
pir-: pide *pleh;-
pai- *peh,(i)-
ban-: banäre 2.*bheh;-
bam- *uemh,-
bijs- *ueig-
bid-: bitte
byau-: byaude
brass-: brastä
таа-: maitti
ysan-
ysir-: ysiräre
ysun-
у5йу-: ysüsde
rays-
ггіуѕ-
rrus-: rrustä, rrusindä
rrus-: raustä
vamas-
varrad-
sañ-: sänindi
spal-
spai-: spai ye
-stram j-
-Stri s-
ssis-
'hambujs-: hambusdä
2hambujs-: hambusdä
hatcan-: hatcanäte
hamän-: hamändä
hamäh-: hamättä
hamih-: hamihäte
hasv-: hasvimdä
hüs-
Sogdisch
*'wbs-
үгт
уг уп-
-y$-
-yw'yz-, -Ywšt-, -YWz-
-ywnd-
KP
ör’w-
кВ-
-k'np-
kwn-
kyr-
p'y-
Iseö-/
s()n-
š m-
wt
-xrys-
-у'пр-
*bheid-
* hep-
*bh Renk-
2.*med-
*ŝenh;-
*ŝerhz-
* heu-
* eus-
*h;reĝ-
*hjleig-
*leuk-
1 .*leug-
1.*теп-
*Red-
*ken-
*sperd"-
*spřeh;-
*strengh-
*strengh-
*kleis-
2.*bheug-
ЫА ҮЛЕ
*(s)kedh;-
1.*mei-
*meithz-
*meithz-
*kueh;-
*suep-
*suep-
Siem.
*k#reihz-
жоору.
*olHheygh-
*keudh-
*bheng"-
1.*d"reu-
1.*(s)kep-
*kamp-
*k"er-
3.*kerH-
*pehz(i)-
*keid-
*ken-
*ktem-
*uebh-
*k(WJeik-
*iebh-
zn-
Chwaresmisch
У'2-
Önby-
kncy-
тёў-
perm-
Parthisch
'šnnw
bwj-
bwxs-
draw-
frwd-
-g'w-
-g'y-
gr
-gwnd-
-gw.š-
-gwz-
py;
pd-ms-
o
sn-
tgmdr
-Xr ys-
Mittelpersisch
'k'sl/agahl
bwxs-
bwz-
ёаў-
darr-
daw-
daxšak
а" y-
drün-
-gwë-
Judas
kaf-, kaftan
kršytn'
pašt
SOö-, Sustan
*Senly-
neie äi.
3.*dhembh-
1.*kert-
*fers-
* hırem-
*kleu-
1.*bfeug-
1.*bteug-
2.*d"reu-
*uet-
ele
*geH(i)-
жойо у.
*keudh-
*olWheus-
жойо б.
*pehz(i)-
l.*men-
1.*rebh-
*Ëen-
*tag-
KS
жшше}.
1.*b"eug-
1.*bheug-
Stiet.
*der-
*dheu-
*xdek“” s-
1.*dřrey-
*dreuH-
жерк
2.*jeu-
1.*(s)kep-
*k'els-
*pehzk-
*pehz(i)-
*Red-
жзне тр.
N seud-
vg
vam-
/waxr/
Xz-
хгуп-, xrin-
Neupersisch
757
*(s)teg*-
*uemhj-
*uenk-
жед
*k“reihz-
Reihenfolge nach dem lateinischen Alpha-
bet
āgāh
ālixtan, ālīz-
baf-
buzurg
danidan, dan-
darridan
daxs
das
firib-
gunjidan
Jav-
kasidan
käf-, käftan
larzidan
nawidan
pāš-
rav-
ris-
riy-
supär
sustan
tāb-
tal-
xirām-
гаг-
Balöcı
khaö-
sunant
tus-
Pašto
рё?ап-
wul-
žōw-
Stiet.
*leig-
*yebh-
"nef:
*d"enhz-
*der-
же}.
*deH-
1.*leip-
ТОТА
*Sieufl-
*k"els-
1.*(s)kep-
*h,leiĝ-
*пеиН-
*pres-
1.*reb"-
*reik-
*h;reiH-
2.*(s)pelH-
*k seud-
*temp-
*terd-
*k'uRemH-
*бак-
*kh ed-
*kleu-
2.* teus-
* neh-
*huied”-
*SieuH-
758
Рагаё
айё- *deuk-
jar- *glterH-
tar- *terd-
Suyni
weö- *huied"-
Waxi
Öic- *deuk-
neZyar- * oerh-
wic- *uiek"-
Yaynobi
üfs- *suep-
yaxš- *iek”s-
Ossetisch
Schreibung nach ABAEV; vor dem Schräg-
strich ironisch, dahinter digorisch.
ælvæsyn *bhRenk-
æm-bærz- *bherg"-
berz(®) *bhrehjß-
-bærz- *bherh-
-day *(s)reguh-
dæj- *dheh,(i)-
duc-/doc- *deuk-
fas- 1.*pek-
feliv-Ifelev- 1.%/еѓр-
15-/е5- *Heik-
i-særd- *skerd-
i-veerz- *bhergh-
15-/е5- *He ik-
særd- *skerd-
sid-Ised- Seid.
-syj-/-suj- (r@-) *kuehj-
sy; *kieH-
taj- 2.*teh;-
tær- *terh;-
u-z@l- 1.*g"er-
-verz- Sbler éi.
waf- *uebh-
wæm- *uemh;-
xuj- *%еиН-
zar- * ĝar-
zæl- *ôar-
-zæl-
zæmb-
zærond
Armenisch
1.* 8er-
*ŝemb"-
*óerh;-
Die Reihenfolge ist die des armenischen Al-
phabets; Hauptstichwort ist bel Verben das
Pràsens; hinter diesem steht gegebenenfalls
der Aorist.
laganim, agaw
2aganim, agaw
acem
alewr
aha
atač'em
atam
atbiwr
aman
amanam
ayc“
aytnowm, *aytea-
anicanem, anec
ankanim, ankaw
anc‘anem, anc‘
аск
аѓас
araspel
аѓпет, arari
ařnowm, ari
aroganem
asem
aviwn
ateam
aracem
arawr
arbi
awcanen, awc
bananı, ebac‘
bay, bam, bas
barnam, еБагј barjaw
bekanen, ebek
berem
bowZem
bowcanenı, bowci
gam
gelowm, egel
gerem
gercownı, gerci
*hjeuH-
2.*h;jues-
1.*Л›еў-
*h,leh,-
*peHs-
*selhz-
*hzleh;-
1.*b"reuH-
*h;jem(H)-
*mem(H)-
*heis-
*h eid-
*h;neid-
*seng"-
*dřeg!hh,-
жек
2.*heĝ-
1.*(s)pelH-
1.* her-
2.* her-
*sreu-
2.*hzeg-
*h;jeu-
2.*h;ed-
*treh;ĝ’-
*herhz-
*sreb"-
*h eng-
*urehj-
3.*uer8-
gin
gitem
gnam
808
goy
gtanem, egit
dakow
damban, dambaran
dařnam, darjaw
darbin
diem
dizanem, еаё:
dnem, ed edaw
eker
eki, ekak‘, ekayk'
ekn
ekowl
elanem, eli
em
erg
erdnowm, erdowaw
erewim
ertam; ert'a-
erknčʻ‘im, erkeaw
zgenowm, zgec‘aw
zercanem, zerc
əmpem
ənt'anam, ənt'ac'aw
t'anam, t'ac'i
гакечт, t'ak'eaw
t'ek'em
паат
t'otowm
ijanem, éj
lam
lizem, lizanem, lezowm
linim, etanim, etew
Inownı, elic‘
loganam, logače-
lowanam, lowač‘e-
lowcanem, lowci
lowc'anem, lowc'e-
Isem, lowaw
IKanenı, elik‘
xacanenı, exac
cat, -ow
cicatim
cil
cit, cet
2.*es-
*yueid-
*yeih-
*h ueg-
2.*h,ues-
*ueid-
*dheh;'-
2.*dhembh-
*dher8h-
*d'eHb"-
*dheh,(i)-
*gheig"-
*gheh)-
*gerh;-
Zoe:
*ollem-
1.* guel-
* helh, *pelh;-
1.*hjes-
*h,erk®-
1.+d"reu-
*prep-
*steh>-
*duei-
l.*ues-
*sel$-
*рећз(1)-
2.*peth;-
2.*teh;-
*pteh;k-
2.*tek-
1.*(s)teud-
* telh,-
KÉ
1.*leh;-
*leig"-
*k#elh,-
*pleh,-
*leuh;-
*leuh;-
l.*leug-
*leuk-
*kleu-
zeit,
*k hef-
* elh-
*Selh>-
*Seih-
*Seih-
cnanim, cnaw
kalat
kalaw
kam, ekac‘
kardanı
keam
ket
ketem
klanem, ekowl
Коё'ет
һапес“т, hangeaw
hayim
hayc'em
hanem
hasanem, hasi
hast
harkanem, ehar
harc'anem, eharc'
hecanim, hecaw
henowm, hani
hiwcanim
hiwsem
hown
Jayn
jet
Canac‘en, caneaw
malem
macanim, macaw
теѓапіт, теѓам
mêz
mizem
mnam
mořanam
yařnem, yareay; ari
yenowm, yec'aw
nerkanem, enerk
nstim, nstaw
ořoganem
ownim
owsanin, owsaw
owtem
Čoga-
jeřnowm, jeřaw
jeranim, jeraw
jnem
serem
sxalem
snanim, snaw
sowr
759
*Senh-
2.*guel-
*gelH-
*g“eh;-
*gft)erdh-
*g*ieh;-
1.*g“elH-
1.*g“elH-
1.* guel-
* otet-
*k“ieh,-
*peHs-
*h eis-
*(s)peh;-
*hpnek, *sehjk-
*ses-
*h,erg, 3.*per-
*prek-
*sed-
*(s)penh;-
*ped-
*pek, 2.*tek-
*pent-
*öfiyen-
*ӧһед-
*öneh;-
*melhz-
*maß-
*mer-
*hzmeiß"-
*h;meiß"-
2.*men-
*mers-
huet, Sher:
*ses-
*dueH-
*sed-
*sreur-
*senhz-
*hjeuik-
*hed-
*kuieu-
*olher-
* other-
*othen-
*kerhz-
* (s)g!'hzel-
*ken-
* keh;( i)-
760
sowrb *Ëeubh-
spařnam *spherH-
stanam *steh;-
stipem *steib-
sp'ac'anim, sp'ac'aw *peh;8-
spif *spherH-
sprem 3.*sper, *spřer H-
tam, et (etow-) *deh;-
tani-, tar(a)- *deh;-
tawn *deh;p-
tesanem, etes *dek-
ti *deh;(i)-
town 1.*demh;-
c’elowm, c'elaw *skelH-
ctim *skheid-
planim, plaw *peh;lH-
powk‘ *peuk-
рёет * peuk-
kamem *kem, *k“em-
kerem 2.*(s)ker-
kertem *(s)kert-
k'orem 2.*(s)ker-
Phrygisch
abberet *bher-
абдакєт, оббакғтор *dheh,(k)-
SC *dheh,-
ETITETIKLLEVOG, -TETOVKUEVOUV *teg-
keneman 2.*k ehz-
Mykenisch
a-ja-me-no- *sh>ei-
a-ke-raste *h,@'er-
a-qi-ti-ta *dhguhe j-
а-ғоз- l.*hzer-
de-ka-sa-to *dek-
de-ko-to *dek-
de-me-o-te l.*demhz-
e-e-si 1.*h;es-
e-ke *seĝh-
e-qi-ti-wo-e *dhguho |-
e-qo-te *sengh-
e-re-e 2.*h,reh;-
ka-e-sa-me-no *keNs-
ke-ke-me-no- *kes-
ke-ke-tu-wo-e *ghed"-
ki-ti-je-si bet.
ki-ti-me-na *ıkei-
me-re-ti-ri-ja *melh;-
пе-е-га-жо *nes-
o-ro-me-no 1.*ser-
pe-mo 3.*sper-
qe- ja-me-no- 3.*k“ei-
gi-ri-ja-to *k#reihz-
re-wo-to-ro- *leuh+
te-ke *gheh,-
te-tu-ko-wo-a *dheugh, | *teuk-
we-re-ke l.*uer $-
wo-ze 2.*uer$-
Griechisch
Hauptstichwort ist bei Verben das Präsens,
sofern vorhanden; weitere Formen werden
darunter gegeben, durch Semikolon nach
Kategorien getrennt, in der Reihenfolge Prä-
sens; Futur; Aorist Akt./Med.; Perfekt Akt.,
Perfekt Med.; Aor. Pass. Formen verschie-
dener Stämme der gleichen Kategorie wer-
den durch Komma, solche des gleichen
Stammes nur durch Leerzeichen getrennt.
Go 1.*sehz(i)-
aßAones (kret. Hsch.)-
ayEipw *h ger-
ауёроуто, аурбиғуо, ђуғра-
аукфу *h;enk-
ауп *ueh;@"-
&ууци! *uehzß-
ёаёа; aya; Eayn-
ayopd *h;@'er-
dypa f. *hzĝ'er-
Q&ypéw *hj@'er-
- aypog *hz&’er-
dro *h;jemëh-
drëm: - Nyga-
Gro 1.*Л›еў-
Tyayov, ñq; Ñxa-
ағібо, Ёо (att.) *h;ueid-
&єїр®, обро *h;uer-
aeıpla)-Inpla); -пёреп-
аёо, дёёоноп *hzueks-
Фєроау (Hsch.), &&ponv (hell.) *hzuers-
*Alf)EI® *hzueis-
die, deı, dere (Hsch.), - бегу, din
diov, -ђОЕ-
Фона *Hiag-
do, @бєтол *h,ed-
andav *h ued H-
Gu *h;ueh,-
aioa, aldkouaı *h eisd-
ofgi, aidoyaı *h eidh-
alvyyan 1.*hjai-
- аїрєтос̧ 3.*ser-
aipew 3.*ser-
Т] *meik-
ai * Mueis-
акацаут- *Ëemh;-
@кёролос 1.*kerhz-
акту *keHs-
dkoAoç *mekh;-
ĞAQAKE *h etk-
aAdoyar *h;elh;-
аду *hle%'-
адАғіата *h;leh,-
020220) *h,leks-
@Аёоцол, AAEVOUAL *hzleu-
аЛёрото-
адєтріс *hleh;-
7,020) *hzleh,-
@Аєссоу-
aAdaivo *h,eld"-
@АбӨкто-
akiveıv (Hsch.) *h;leiH-
AAlokoyuaı *yelh;-
EdAwv @А@уол-
аАктў, аАкї *hyelk-
AAAoyaı 1.*sel-
алто (ладто) @Аєто-
ад дока *hleu-
@Афду& * melg!"-
NAyov-
Suopravo *h mert-
Nußpote duapre, äol. außpore-
duda *hmeh;-
- außos *h;jeng“-
aueißo *h,meig"-
aueiyo *h mel ĝ-
ayıeAöeıv (Hsch.) *meld-
QpéÉpõw *h merd-
прероо-
auepyo *h,mer8-
бшп, čun *semH-
диїёол (Hsch.) * hme ig"-
поюс (Hsch.) *h;emh;-
@шотос *meh;-
Gu uorí *meus-
761
avaykn *h,enk-
амаАтос * hel-
á võá vw *sueh;d-
EÜNÖE, @дє; бодото-
Q&võpoðáaæç 2.*demh;-
Äveuog *h;enh,-
Gv0éo *h,end"-
avdnoaı-
уос *h;endh-
@утАос, -OV *h;en-
бууш *senh,-
ђуєсо-
Avaya 2.*h;e8-
@об, KoLdös *haueid-
орол l.*seh(i)-
бцєуоп Ewuev, @сол бсасдо! -
&opov (Hsch. kypr.) *Huer-
орто, Geo * hyer-
QTEIAÉW, aneırn 1.*(s)pel H-
алтдра *ureh;-
QTO- пдссо, - Ouaı *meuk-
*алосВато *(s)g“esh;-
алодрос *ureh;-
@рбоцол 3.*h,er-
араріско 1.* per-
@дикуос, тророу, roca; Gpripei
@рорах; Gpopul X-
*бог@- 3.* her-
&pňýyw *h reh-
Npnga-
Aprıg *merH-
dpto tos l.*hzer-
бркос, dpr&w KT a
apveoyaı *h;res-
Apvvuan 2.* her-
арбуу, ђрото-
@ротроу *h;erh;-
dpóo *hyerhz-
ђросо; dpnpopévn-
dponv 2.*uers-
О, *regh-
Npxov; Np&a-
Goßeotog *(s)g"eshz-
асктӨўс *skehj"-
GOuEVoG *nes-
doraipw *spherH-
ботєифс *stembhH-
areußouan 3.*d"embH-
бтрактос, дтрєктс (*terk#)-
762
@трфуєтос *reug-
drrouan *h>;ent-
Grüß *h;teu@'-
arvgölevog; arügaı, &ruy0eíç-
Oé *hjuedH-
alas *hzuelk-
Ou *h;ueks-
Oo, aikouaı *hzuteks-
Gan *h;jseut-
о®уёо */цеф'!-
70) *Meuis-
-адоол-
Gu *h seus-
ФфӨ!тоу жанре |-
арбоо *hyeus-
dxeiov *hegh-
dxbouaı *h,edho"h.
aywaoönuı (äol.) *h;egh-
Ädyvuuaı *h;egh-
Gout: ticoyov-
doe *hyeg"-
Baivo *glem-
Васкеє; Barnv-
Далдо *g“elh,-
ark. Zëiien, -SEAAw,; Bien ёВАттто,
Водє-, ark. бєАє-; PeßArkeı
BEBinTaı-
Ваілто, Bayaı *oteh,bh-
ЖД *əteh;bh-
pow *pesd-
Йбёссоол-
Bereuva *o®elh,-
Peouaı *o"jeh;-
Вій *g'ei-
ВіВас *gtehz
&Вп; BEBnxe Beßaaoı-
Pıßpookw *gerhz-
ёВраҳ; PeBpwxcs-
BAoBoyuaı * melk"“-
EDAaßev-
Parto *melk®-
EDiawa-
Piooxo *melh;-
HoAoduaı; EBAw (Hsch.), &uoAov;
HEUBAWKE-
poć *gterhz-
Bovkoyaı *g"elh;-
lesb. Go4 ouer, dor. drjAouaı, thes-
sal. Geiiouor, hom. usw. BöAouatı,
pamphyl. BoAeuevus; - PEßovAa-
pov- Avrög
Воёшоо
Bpöuos
yalov
mound
Juge
ёупцє-
yavvraı
yapos
SE
уёАау (lesb.), EyEAaooe-
уёно
уёуто-
уєуётар
yépovr-
yEeloyaı
уєбсасбот-
упӨёа
yEynde-
упр&око
упра; Eyripa-
yñpuç
yíyvouau
EYEVETO, EyEvro, Eyeivarofäol.
(E)yEvvaro, yéyovæ - YEYOLEV-
Yıyvock®
Eyvwv-
Leed
}УАйүол-
Joo)
убиос
Yöugpog
Убос
ypápw
Zog:
ypáw
"mof (kypr.)-
dadvcconaı
болбсоєсӨо
боїууш -ua
баіса; ёболс@иту-
болоо!
#ёбаосото-
Даітор
баіо, баієтол
баттол; ÖEÖNE-
*/euH-
Zorten.
*otrem-
*g'ehzų-
*gem-
*рет-
*Pehy-
*@'eh;u-
*бе[һ,-
*рет-
* епі -
* бегі -
*беиз-
*@'eh,dh-
*Serhz-
*Sar-
*бепһ,-
*ëneh;-
*g’leubt-
WIER
*рет-
*gemb"-
*geuhz-
*gerb"-
*gres-
*deuk-
*deuk-
*deh(i)-
*dehz(i)-
*deh,(i)-
*deh;u-
аку *denk-
öngonuaı ~ ion. Ödgonaı; čarov;
öeönyuaı ~ dor. dedayuevog;
EINXONV-
башули 2.*demh,-
йо]. dauvanı, Autor боца,
Öaudoow; dauavr-, ёарас(о)а;
бёбилиол; #б&итуу, Edaudoanv,
Së ën
dandvn *deh;p-
07,470) *dehzp-
Edaya-
барболтє- *deh;p-
борӨїию *derdh-
ёдробє Edapbov; баббрӨпко;;
-eódo0nv-
бёато *deihz-
dearoı (ark.) бєбитү dEaraı;-
öeofonjroi (ark.), добссото -єтол-
бєібо бєїдшєу *duei-
deloouaı; Öle, Eödeıcev; deilda,
deldoıka, ай. ёбх бёшеєу,
бЕдока-
бєікууш 1.*deik-
ёбєш ө; бєїдЁўөгтол-
dEKouaı, att. grou *dek-
deyartaı EdEyumv бёуцєуос,
ÖEIKVÜUEVOG, ÕEIKÆVÓWVTO; ёкто
ёдєкто, (Eé ato; dEÖEEO
бєдє}үиёуос; ӧғіӛё отоп бєібекто
ӧғідЕато-
бёАкор l.*guel-
Aua 1.*demh,-
ó 1.*demhz-
Eöeıua; бёЁдитутол deöunuevos, dor.
бёдиохтол-
бєдїбє *deks-
ÖEpkonaı *derk-
Eöparkov, ÖpaKEvr-; бЁдоркєу-
бёр *der-
ӧєіро; čepa; ӧёбортол; ёбарт]-
ÖEONÖTNG 1.*demhz-
ÖEÜTEPOG *deus-
бес 1.*deh,-
diönu; Eönoa; бёдєка, éea;
EdEONV-
éw, evo mi *deus-
dene. ÖEUNO--
763
Önjeıg *deh,-
єтє Örjouev-
бос *deihz-
önvea *dens-
біоуєктіс *h,neË--
бдаок@ *dens-
бёбоє, deht, ӛєбаас, dESANKA;
Edanv-
RT l.*drehz-
- Öpdoouası; -Eöpawv, - ópdç-
бїбї *deh,-
ёбока ёбоцєу; dEdoTaı-
бієутол *deih,-
6ieodaı cintar біоіто-
Ai nuer, Souen 2.*ieh>-
dıvam *deih>-
бм, Auto *deih,-
äol. óívvnvreç ÓíVveo-
бїк *deih,-
бок, бок@ *dek-
öpaivo 2.*drehz-
öpdooouan *dreg"-
ёдроб&йиту; бедрауцёуос-
die 2.*drehz-
Zä.
боёло *drep-
боёлто; ӧралфу ао]. öpönwarv,
буумешол *deuh,-
Ów *dueH-
óúvo; Edvv, Edvoa; óéóuKo-
Ko 1.*demh;-
ёйфӨп *seng“, keen gh.
йо; Eao(0)a, єѓаса *hiueh;-
ёуєіро, - ошол *h,ger-
Eypero, үрө; Eypriyopar-
ёукоиёо *kenh-
EYXOS *hneg"-
ёбїкоу 2.*deik-
Eöuevaı *h,ed-
ёбоноп; Enes-
ёдроноу 1.*drem-
- бЁбооцк-
Zä *h,ed-
Eeöva *uedh-
EEAdouaı, EAdoyan *h,ueld-
Eépyo *h,uer8-
cipta-
EEpon, Epon *h;uers-
764
Elouan, ёбєто s. Cw-
ӨЛ), ӨёА® жр gel-
ёбшу *yed"h,-
Silo *seib-
eidouaı *yeid-
EIOOTO-
єїбоу, ієГу *ueid-
cikw *yeig-
cibai-
121460 l.*uel-
eilöuevos; Šoa; "gier, Eeiuaı,
eilvuaı, aAnvaı-
221460) 2.*uel-
244єо (äol.), EiAvouaı, Cie:
EAVOON-
gA ov, Eieiv *selh,-
eluaıs. Evvuuaı-
{шї l.*hyes-
ei "het.
Einov жиек“
etra (іоп.)-
eipyo *hyuerĝ-
Jeton 2.*ser-
-&poaı - єїроп; ёєрто єєриёуоѕ-
237,0) жиегі -
Epéw; єірпка; ёррђӨт-
ErAvov *kleu-
кд00: кАдтє-
Zu *uek-
ёЛафрбс *h leng-
EAdo *helh>-
240; асо; ёАђАатол-
ёЛёуха *hleng"-
die:
EAeivs. Eikov-
EAEALO *hleig-
Лела; EAEALKTO-
EAEUGEPOS *,leud"-
EAepaipouaı *uelhjb"-
EAeprwwp *yelhyb"-
ёЛко *selk-
EIKE; EIREA-
EAnoyaı *uelp-
EINE, EEANQUAIL; ёоАла-
EAUdELV * hleud"-
EAevoouaı; NMAv8ov(hom.), ñA0ov;
EeiANAoUVGE, att. EAMAUVGE-
EADTPOV 1.*uel-
ёё *uemh;-
ELŐ; EUEOAL-
éuoptev (Hsch.) *mer-
ёуєукєѓу *hnek-
EVELKAL; EVIIVOXA, катђуока
(Hsch.)-
Evdetv (dor., ark.) *hned"-
Evrjvode-
ёифрєѓу *dher-
Evicow 2.*sekl-
Evintw; Eviyw; EVEVITE, TIVIRAVE-
Evveno 2.*sek“-
EVIORNOW; EVIOTE-
ёуууш 1 *ues-
ёсоо; eiai- d
Evrünag *reup-
E£- aí petros 3.*ser-
EoıKE, ёїктоу *ueik-
ёїска; olka-
ёлікоороѕ 1.*kers-
ёлоноп 1.*5ек“-
¿youa éoróunv слёсбот-
ёлороу *perh;-
лєларєѓу, NERPWTAL-
Enpidumv *k"reihz-
лріото zplavto-
ёло *sep-
- EONOV-
- ло 2.*зеК“*-
- ONNOW; - ONE-
poet *herh;-
&рбо; NPAGOATO-
ёру 1.*uer$-
-éwor gon (Кург.), gou: ёєрунол
Epyaraı ёёрхато-
Zoe) 2.*uerë-
Cou: Zo. ёорує-
Epeiöw *reid-
Epe Toat; Epmpedartaı-
épeirw *reik-
дрікє, Єрєї&ол; Epmpıyuevog-
Zero *reip-
rpurg, Epirevri, Epeiwaı; - EPNpUte-
боёттоцол *rep-
- прёџоуто-
Epevyoyaı *reug-
Epvyydvw; EPEUGOHAL; ўроуои-
Epe vd 1.*reud"-
EPEÜGAL-
CO
EPERTW,; EpEwaı-
Epé% 0w
Epéw
Eipouaı; Eprioouaı; єрєіоџєу,
EpEodcı-
алб- EPOE-
So
Epyua
Epyuaı
2.*reb"-
*reks-
1.*hıreh;-
*serp-
*uert-
1.*reud"-
l.*uer-
l.*uer-
Got, Epbouaı, рбоцот; Eipuuar-
Epyoyaı
Єрт], Epwéw
épwtáw
&сӨїо
ёскє
ёскєто
Eoti, io?
£zagov
тёӨЛла-
Ereuev, téu vovtæ (Hsch.)
ErAnv
жег, *hjer $"-
*rehjs-
l.*hreh,-
*hed-
1.*hjes-
*sek-
1.*hjes-
1.*d"emb"-
*k“em-
*telh;-
ErAav (dor.), таласса, тёАасса!
(Hsch.); rerinka Terlayev
TerAnóç-
ёторє
eüvn
Sue
єфріско
Elpov; єфрпко-
єђуоцоп
єўкто; Eë nts,
єй
є000-
Exypaov
Zoo.
EXE- NEUKTIG
ёо
ёа; ёаӢхоу-
Eyayov
-Eppvoev (Hsch.)
Ewpeiv
ба- ұрт
deeı
GEODE-
Ceivoyiev (Hsch.)
*rerhz-
*uenhj-
*huehz-
*urehy-
* eg!"
*Meus-
*olirehu-
*peug-
же д^.
*bhag-
1.*b"reuH-
* heer-
*ofhrehju-
*jes-
*(s)g"eshz-
765
Ceúyvvuı *ieug-
Seu. evyuaı,; ёббут-
¿égpupoç m. *iebh-
01405, б@Аос (dor.) 2.*ieh;-
[471730] 2.*ieh;-
бдесоу, боёс, Goaow(Hsch.) *(s)g“eshz-
¿ógos m. *ieb"-
{бууу *ieh;s-
бобоб@Өш (Hsch.); ёбооо-
¿o *gtichz-
Groot, Peouaı-
ex&tw(pamphyl.) *yegt-
Efese(kypr.)-
nyEonaı *seh;@'-
dor. ay&ouaı-
- Tyóç *seh;@'-
доцол *sueh;d-
OTO-
дос *sueh;d-
й50с *sueh,d-
nideog *иіеа"-
NK *sehrk-
oui, ў 2.*h;e8-
nveoa *senh>-
прёца *h,rem-
Vous *reug-
jota *hehjs-
iy, dor. dad *ueh3ß"-
пос, одос 1.*hzues-
0410 *dhalh,-
EdaAov; té0nÀo, dor. EdaAa-
Ө&цДбос, Hayıßew 1.*d"emb"-
Өблто 2.dhembh-
ёӨдоуа; тёдаш иол; etáp-
бароёо *qħers-
тєдоротђкасі-
deivo zeihen.
ёлєфуоу, Zei, ё0єу0у; NEPATaI-
@ ЭУ zëihiueleiäi _
бёроида *olher-
Өєрёсо-
ӨёссасӨбоп *ghed"-
0&00E00aı (Hsch.)-
0éo, Өєїсо *dheur-
Өєбсоцол-
Gen *dřeh;$'-
Ө&ув (dor.), Ө&@сӨ® Өђёотс;
TÉBWK TI-
Өр *ë!'uer-
766
0ño6at жбер (1)-
Өђсото-
Өгүубит *dheiĝt-
Edıyov-
Өијако *dhenh,-
Ebavov; TEOVAUEV-
Böpvuuaı, Odpvvodaı *dherh;-
брйссо *d'reh,g"-
£@oa£a-
Врађо *dhreus-
Ebpavoa; Өраоотёс-
Өрёошол 1.*dhreu-
броёо 1. zdiren-
[20101270] *dhreubh-
бїютрїфёу-
бросок *dherh;-
-G@opéovtrau; ё00роу-
Guten, Gr *dheuH-
Bvvew, 0ÚvO *dheu-
Өроокбос *(s)keuh,-
Өбссєтол *dieudh-
Өбө *dħuehz-
Өбоє-
ТаЛшєуос l.*sel-
ІаАДа 1.*sel-
idoa *h,eis(h2)-
ї@лт® *seng“-
iay(a)- -
їй 2.*h;ues-
GEOQ-
aye *uehĝ"-
ЇбєТҮ$. elôov-
iiw l.*sųeid-
ur *yeih;-
ёғісото-
ow, оноп *sed-
Eleaı,; Zero, ёссол-
inu *H ieh-
ow; EnKa-
ч *seHd"-
ikw *seik-
ikávw, ikvéouæ; IKETO, (če, [¿ov-
aua *selhz-
iAdokouanı, IAdovraı; ІАассоцал;
Іо0ссабцєуос; єѓАпе (Hsch.), 42701,
йо]. 244001, EAlare-
Doc *selh;-
іцєіра 1.*(s)mer-
Uuyog (Hsch.) *uiek"-
lvaAaAıoueva (kret.) *hzleiH-
Dutot: foot *heis(h;)-
lög 2.*ueis-
ѓЁоп (Hsch.) *seikt-
iotávw *stehz-
formt, істоцоп *steh;-
ёстту. EOTNOQ; ёстпка ёстоишєу-
io yw жеб".
Drouet, (fuer *Heig"-
кабардс *krethz-
колуб *ken-
Kalvvuan *kend-
KEKAOTAIL, KEKAÖLLEVOG-
Kaivo *tken-
EKAVOV; kékovæ- `
Kaío l.*kehzu-
ёкпа, EKAVOQ; Ern.
KOAEw *kleh,-
к@Али: (&о1.); #кёкАєто; кЁкАлшол-
KOU vw *kemhz-
EKOLIOV; KEKUNÓG-
KÖLTTO *kamp-
клуб M. *kuep-
кілт *keh;p-
Kapreös m. ‘Frucht’ *(s)kerp-
карл m. ‘Handwurzel’ *k#erpH-
KOTARTITNV *peth;-
Kataoßooaı *(s)g“esh;-
x&a8oı (Hsch.) *keihz-
KE pw 2.*(s)ker-
ёкєроє; ёкарпи-
КЕГТОІ t.* kei-
кєіа-
KEIOV 2.*kehzu-
кёассоп-
кєкібоуто, KEKAÖDV *kad-
Këi io *kel-
кёЛсо; EKEACQLEV-
KEAOUAIL *kel-
кёуто (lak.)-
KEVTÉW *kent-
KEVOQI-
кре OH 1.*kerhz-
KEDÄVWUUL 2.*kerhr-
кєрф, KEPÉOW; EKEPAOT, -крӣсол;
KEKPATOL-
KE ÚBW *keudh-
KÜGE, KEDOAIL; KÉKEVOEV-
ктјбоцоп, кб *kehd-
KEKTIÖQ-
Kä *kehzd-
кпкіс, KOKIG *kehzk-
KnA&o *Ëelh,-
Kñpue 1.*kerH-
Kiövanaı *(s)kedh;-
ёкёбасоо-
кікАтјоко *kleh,-
KI VÉW *Ëeih;-
Kivuuaı; ёктє, Kiato (Hsch.),
- єкійбои-
KÍPVNUL, Kıpvdo 2.*kerhz-
Kkiyávw *għeh;-
Kkixýoouæt; кїйїт, ČKov-
KAaio *Ëleh>u-
EKÄQVOR-
кА *kelh;-
- KAGG, кА@ОО--
KAEI® *kleu-
KAEOUAL *kleu-
KAEW-
кАёлто *klep-
ЁкАєуа-
xAevoöusda (Hsch.) *kleus-
кАімо *klei-
KAlvvo (lesb.); KAıveiv; KA Lat,
KEKAITAI-
KAóvoç *kel-
-кАолёоциоа *klep-
KA *kleuH-
KADO *Klehzd"-
ёкАоса-
куйі *knehz-
кибо), кут *knehz-
EKVNOQ, -EKVAIOQ-
киба *kneid-
ёкисо-
Kito *kneuH-
коёо *(s)keuh,-
KoAetv(Hsch.) *kel-
коцёд *kenhz-
- коиёа) *kenhj-
KÖNT@ 1.*(s)kep-
ёкоуа-
корёуууш *kerh;-
корёо, корёска); KOPÉW;
EKÖPEO(O)Q-
кбоцос̧ *kes-
767
коура f. 2.*kers-
- коорос 1.*kers-
Koyvöciv * heud-
Kpaddov 1.*(s)ker-
Kén ] ‚*(s)ker-
крацВос̧ *(s)kerb-
Ku *krek-
ёкрєёо-
крёлашоп *Ëremh;-
крєи@&ууд1 *Ëremh;-
крєиде, ёкрёноаса~
крёау, крєіау *ËreiH-
KO VI *kremhz-
крли уб *Ëremh;-
KOU Läit *Ëremh;-
Kpivo *krehjli)-
кріиф; ёкріма; KEKPIUEVOG; крітбс-
кротёд *kret-
крођдо *kreus-
KTEOUAIL 1.*rek-
Kri *tken-
- KTEIVUUL, ёкта ČKTØMEV ёктау
-EKTATO, Ektavov, - скєут (kret.),
EKTEIVA, - EKTOVQ-
Ktw KIT
ктішєуос; EKTIO(O)Q-
KVÉW *kuehj-
KVOQHÉVN, KVO ŒI-
кук@со *kuathz-
KUKVOG 1.*keuk-
къо *Ёнаѕ-
KÜCOQI-
Kuëäuer (Hsch.) *keud"-
кӧлто *keub"-
ёкууа-
клр *keubh-
KÕLOG *keNs, 1.*kehz-
Aayáoaı (kret.) *selĝ-
Aayaocaı (Hsch.)-
Aayyóv (EM), даууабо *sleg-
Aaywög *sleg'-
Adkoyaı *slehzg"-
Joie (Hsch.) 1.*lehz-
Aaußavo *sleh,g“-
Anyoyaı; EA(A)aBov, AeraßEodaı;
єіАпфо-
Ad uno *leh;p-
Aavöavei *Jehzd"-
Auger. Anjoeı; EAQGe; ДЛ ӨЕ-
768
А&око *leh,k-
ёДакє; AEINKE-
-A4aoriç, Абрура *lemb’-
Aéyw *leĝ-
Eieda EAEyunv Аёкто-
Aeißo 2.*leiH -
Ағіло *leik#-
Auunavo; Aere: Elınov; AéAourev;
Млєу-
Jeton *leig"-
Аєїбол-
Aeiımuevog *las-
АєЛіхибтєс *leiĝh-
AERO *lep-
Aéwau; - AEREUUEVOG-
Jeiooon *leut-
AEVTOVT- -
Аёуєтол (Hsch.) жер".
Аёёєтоп; Eieda #Аёбото, EAEKTO;
AzAoyuta (Hsch.)-
Лёд, Ад (dor.) *yelh,-
Anyo *sleh/@'-
EAA néa-
Anöetv (Hsch.) *leh,d-
Anmk&v (Hsch.) 2.*lek-
Anna *sleh,g!-
Anvig *las-
Мабќонот *leih;-
Aiaooe; Audodn-
Alyönv *sleig-
Aigeı (Hsch.) *leid-
Arkalouaı *las-
Aivayıaı (Hsch.) *leihz-
Aivdeodcı (Hsch.) *leid-
Ainto 2.*leip-
AEALUUEVOG-
Лісооцол 2.*leit-
Altouaı; Arrgogor.
Ахиад *Jeig"-
Joo *leuh;-
AoEw, Joe, Або; Aoécau;
AEAOVUEVOG-
Avyyavayıevov (Hsch.) *(s)leug-
Aúyoç 2.*leyĝ’-
4060 *(s)leug-
EAvyda-
Айброу, Aöua *leu-
Або *leuH-
EAvoe, Alto; АёЛлнол-
ноба *таа-
набарёс *mad-
иеде *masd-
yalvouaı l.*men-
unva - єитјиато; uEumva; Eudvrv-
yalouaı *mes-
набоцоп (201.); - udo0a0daı-
uaABaKög 1.*meld"-
HÉV 1.*meld"-
нараіию *merhz-
uApvaraı *merhz-
нас&онап *meth;-
ёнаспобцти-
насо, и@тт *maß, *menk-
Euoda,; пёнода Ueuokugut: dudd:
udyoyaı *mag"-
Haxroouaı; ра ymtóv-
uâxoç (dor.) *mag"-
недо, рёдоцол 1.*теа-
нєѓууош, шумои *meik-
nioyo; иєї&@; ёрєёо, Euro;
Euiyrnv-
neipouaı 2.*(s)mer-
Euuope, єўортоп-
иёАбю, HEAÖÖULEVOO *meld-
HELOVA, HEUOUEV 1.*теп-
HEVO 2.*men-
HEVÖ, EUEIVA; HEUEVNKO-
HEDIUVO 1.%(5)тег-
HEPOS 2.*(s)mer-
HEOTÖG 2.*med-
дётроу 2.*met-
undonaı 1.*med-
unoto (Hsch.)-
unvów *mehz-
шуимјско *mneh,-
иуйокєтол; Euvnoa - odumv;
иёпулиол-
ишу 2.*теп-
Hivúóĝw 1.*meiH-
-HUELÖTG, EUEIÖNOA *smei-
uvdoyaı *mnehz-
-пӧсосо, - опот *meuk-
Urne *meus-
ЛЛ) *meus-
EUVOE,; HEUUKE-
TE *mehs-
vaeı *sneu-
vier (Hsch.), væTov-
vaio, VÆLÓHEVOÇ
vdooa-
ийркт
VELKOG
veípet
- ÉVELYE-
VÉLO, - ООП
Eveiua-
veööuaTtog
véoaæt
Nécrtop
л
ёуєрсо; VEVEUKA - VEVEUUAI-
- VÉQEL
- VEVOPEV-
vEpos n.
2]
Eweov; VEŬOQI-
уйир
výpo, vápw
ибо
váz@ (dor.)-
уйш, v
Za (äol.), ибо; Evnoa-
ибо, Мода!
Evıya; уёуїлтол-
vioouaı
Vo
0720)
ибо;
Vuen
vúć f.
vúz1oç
¿£aívo
¿ave rv; iva-
дбдсоаосӨа
Обоооєіс
Оба; déer
ої ууш!
oida, їбиєу
єібо, єібаҳ-
оідёа), о1баа), Of dun
Ofk
oíGouat
*nes-
*snerk-
*neik-
*sneigh-
l.*nem-
l.*demh;-
*nes-
*nes-
*neu-
1.*neb#-
l.*neb"-
*(s)neh;-
*h mert-
жер!!!
*(s)neh;-
*sneh,-
melon.
*nes-
*sneig"-
*neu-
*пец-
*sneubh-
*neg!-
*пер®-
*ksen-
*kseu-
*kseu-
*henk-
*sed-
2.*h;ed-
*deuuk-
1.* ħed-
*ueig-
*ueid-
*h;eid-
*ueik-
*h;eit-
769
оїро *iebh-
oiy véw * h eig-
oiyoyan *heigh-
OKEAAD *kel-
@кєда-
дАёк@ *helh;-
OAEOKE- *h3elh,-
oAıßpös *sleib-
[0),01017.0470) *h;sleid”-
ÖALOBE-
öAAy *h;elh,-
дАєсоа, @Адиту; doe:
duer *h,mei8!-
@ц1бєу-
Ööuvuu *hzemh;-
au oo(o)a-
диддууйи! *h,mer ĝ-
Quop£anewog-
Sup *çenguh-
Ovívmyu, Ovivanaı *|],neh;-
Övnoa, - ÓVNTO @varo - óvauo-
диорол *h;neh;-
Our: бфуос@иту-
Олоіа *h,peus-
дра l.*ser-
дрёуо жЖ/геў-
Оруу; peča; ÖPWPEX atat-
Орёоуто WII
Opıyvaonan *h,reß-
Opí væ, Оріууо (lesb.) *hreiH-
Öp&petaı-
дри *serh;-
дриос 2.*ser-
Ont *h er-
@pto, @рєто, OPOQ; дроро-
дроутоп l.*ser-
дрдаоо, att. друтто *|reuk-
doe, доор ur zc,
доўёоцаа *her8!-
done *hjerĝ*-
Ö00E *h,ek"-
Ö00OUaIL *h,ek“-
Öyouar; dou,
dogpaivouan жошо}.
бофотоцаа; дофрёсдо1-
отруио *ruer-
ойрёо *h>utenrs-
ота *hzuathz-
ойто, оўгосо-
770
Oyéongu Tue äi.
Охо *seĝ"-
Ordea* *h,edhoh-
0x9no°-
лаїа *pieh;-
EnO-
л@АА® *pelh;-
Ennia, лелоАбу-
л@&Ато 1.*sel-
л@у- «урос *h,ë'er-
лассо, латто * s)kuehjt-
ёласо-
mike) *bhendh, *kt'endh-
лооко (е].); reiooyaı: Eradov;
NENOVIR лёлосбє remo0uín-
NOTE *pent-
Z&toç *pent-
Aa, - оноп *pehzu-
ENAVOAR Emeuo nv; mémeurot-
лофА@@@ *bhled-
ла *bheng"-
лёс *pesd-
reidouaı, лєібо *pbheiqh.
ёлғюа, SOU nu. NEMIGELV NETL-
0E0daı,; zgmongiz.
Zeípo l.*per-
ёлғро; NENOPUEVOG; ёлбрту-
лєк тё 1.*pek-
лёк@ 1.*pek-
ёлєёо-
zÀ oç *pelk-
mehe Liw *pelh;-
лёАоцол, gie *k”elh;-
ёлАєто, ёлАғу-
лёуоцо1 *($)репй,-
TÉN *kueh;-
ёласбиту-
лёлоу (©) 2.*реК“-
Zémpatau $. ёлороу-
rrEpdouaı *perd-
- ёлорбєу; лёлорда-
лёрӨ® *bherdh-
ёлєроа, Enpadov-
zépvnui *perh;-
ENEPAO(O)Q-
NEOOW, ай. TETTW 1.*pek“-
ENEWO-
NETÄVVUHL 1.*peth;-
літуђш; ёлётас(0)а; NENTATAL-
лётонол 2.*peth;-
лётошоп; ёлтато, ёлтєто, ErTnv-
730107007) *hheud"-
тоу@&уоцол; MEbCOUAL Ervdöunv;
MENÜBOLTO TETVOUAT-
zent, *peuß'-
- REUKTIG *peuß-
лєфтјсєтоп 1.*bfehz-
ri, av *(s)kuehjt-
anyvoa, - цоп *pehĝ-
ёлпёа; nennye; ёлбүп-
під кошот *pelh;-
aA vo; лАђто; лелАциёмос-
лірлАтш É *pleh,-
ёлАпосо, лАђто-
лінпрпш *preh;-
Ev- ёлрпбоу; ёлрпсо-
rivo *peh;(i)-
mum (Gol 1. ёлоу, mi0, äol. л@б1;
NENWKO - TENOTOL-
-лїл@скоцд1 *kueh;-
лїлр@ск@ *perhz-
пілто жрегћ -
NEOEOHAL, - лтўтпи, ETEOOV, dor.
ENETOV, лёлтако, лєлтєбс/лєлтпос-
лА@@ *plehg-
лА&убол; zÀ&yy0n-
лА@а*, ёлЛобє *pleh;g-
лАђёє-
nAdE, - кӧс *pleh;k-
zÀarúç *pleth;-
лАоФА&@ *bhled-
NIEK® *plek-
ёлАєЁо-
лАё® *pleu-
NAEUO Qua, ÉTAEVOQ-
лАтӨ® *pleh)-
лёлАт]Өє-
- AAN0OW, att. -лАттт@ *pleh;g-
ёлАтёо; (E)nenAnyov; ErAnynv-
TA ÚVO *pleu-
TADO *plehz-
QT- ENIW-
Zmvéo *pneu-
ЁЛУҒЪОЕ-
avv- *pneuH-
билүуто, G@uzmvug; mézmvuooat-
AOÖNVERTNIG жәпе
хобо * guħeqh-
NOLEW, ловора 2. *kteí-
Enoinoe-
Sony *pehz(i)-
- ROLÖG 2.*ktei-
NOAEUOG *pelh;-
лоАёв@ *klelhr-
Ode Tpieh
ломёоцоп *(s)penh;-
лорбёд *hherd"-
лоррбро *bfterhz-
TOTÁOLÆL 2.*peth;-
ллацота (boiot.) *kuehz-
лр *preiH-
лрёло *prep-
ёлрғуа-
Tipo- uadeüg *meth>-
1470110) *piehz-
rTapvuuaı *pster-
ёлтарє-
лтђосо * ptehzk -
dor. лтасоо, ёлтпёа, dor. ёлтаёа-
iere *peis-
лтобу *pieh;-
лтіхо *sptieuH-
ёлтиса-
лт *pteh;k-
лт®ФООО *ргеһ;К-
zóyun f. *peuß-
лторлоАё@ *k'elh;-
лїӨбоиої, -w 2.*peuH-
лї *peuĝ'-
лоАёоциоа *k'elh,-
лра *peh,(i)-
rardonaı 2.*pethz-
Padı vög *ured-
білто *иегр-
1340) *(s)reó'-
бёбол-
240) 2.*иегў-
бё; ёорєва-
Gëuflouor *uremb-
PErw *urep-
PEwan-
дё *sreu-
ёррєооа; EpPÜN-
бђуууш *ureh,8-
ёррпёо; Eppwye; - epp&yn-
ріуёо *srei HB-
Eppiynoa; Eppıya-
771
8068 *reĝ-
poußos *uremb-
pogéw *srebh-
pvgéw *srebË-
б®оцол *serh;-
SO kp.
сос *reuhz-
с&рё, OO" (Gol, dor.) *ruerk-
[0704470] *ruenk-
о@ёоа-
ofiévvuut *(s)g“esh;-
ofiééco, oßroouaı,; Eoßn, Eoßeo(o)a,
dor. абўтє; Eoßnxa, Eoßsouaı;
ofeo0ñvau-
- oßoocaı *(s)g“eshz-
oéfouau *riegt-
oeipn *tuerH-
[01210] *rueis-
*oıövra, 0eloaı-
GEVOUAIL, EOGEVOVTO *k'leu-
oé; ёдоєоа, cúl (Hsch.), &Eoovro
ойто; ёотътол-
Héi
[07140] *kieh>-
or, ойсо; att. - TTAW; Ertnuevog-
ONETO *Kieh;p-
oéonme; oann-
ока *(s)keng'-
Kaipo 1.*(s)ker-
скодіс f. 2.*(s)kel-
ок@АА® 2.*(s)kel-
OKaAUÖG 2.*(s)kel-
oxava (dor.) *skeH(i)-
скілто *skabh-
ёокоцуо-
OXdpıyog, сокор!ф&оцио/ *skreib"-
orcon *skabt-
OKEÖKVVUUL *(s)kedh;-
скібу; Eor&öaoa-
OKEAETÖG *(s)kelh;-
oKEiiouaı *(s)kelh,-
*ск@ААш; - EoKiN, OKNAEIE;
ёокАтка-
скела 2.*(s)kep-
OKENAPVOV 1.*(s)kep-
окёлтоио1 *spek-
скёрато-
скёло 2.*(5)кер-
ский *skeH(i)-
скібу S. OKESAVVUUL-
772
- OKÖOG
CKONEO
скїАА®
ок@о, окотос
cuña
ои
ouopdoöv (Hsch.)
oyLöpbaveg
диф, ou
сид; Eounoa-
coßEw
соё
сорб;
e
ёслосо-
слєіро
ол&р@; ёолғіра-
слёуда)
ONEI Q-
олёо{оцол, - олєрд®
EOREPEALUNV-
слғєђбо
ёолғусо-
oral
Eotada-
[0170770201010]
*(s)keuhj-
*spek-
2.*(s)kel-
*ker( H)-
*smeh;-
*smeh;,-
*smerd-
*smerd-
*smeh;-
*tieg"-
*k“ieu-
*tuerH-
*(s)pehz-
3.*sper-
1.*spend-
*sperg"-
*speud-
*steh3ß'-
*stelh;k-
oraAdlw, oraAdo; EotaAada-
otavöw (kret)
отёор n.
Grën
oteaı-
стғіВо
[0173040]
otov-
oréA Ao
TT
coreußo
OTÉVO
oTepyo
отёр&ол; ёсторуа-
- GTEPEO
*steh;-
*stieH-
*(s)teg-
*steib-
*steigh-
*stel-
*stemb"H-
Zeien -
*sterg-
*sterh;-
отєр@; стєрёсол, стєрђоол, delph.
сторёота-
отёророл
отёрфо$
oreüraı
Grën
EOTEWO-
onßapös
*sterh;-
*(s)d"erb"-
*steu-
*(s)teg®"-
*steib-
ori
Eorida-
стиррбс
отӧриуи
*(s)teig-
*steib-
*sterh;-
оторёууцш, сото®Фууоц: (отрм);
EOTÖDPEOT, ёотроса; EOTPWTOLI-
orpayyög
олрот]уб
стрєўүоиол
стрёро
ёотрєџа; ёстрора-
стоүёо
ёотоуои-
стбуос
ovvveong
сурфєтбс
God Jo, - оол
ёорплЛа; Eopainv-
сфароуѓёороп
- срірауо- -
сфіууд
сфіуёол-
сф)рби
Gro
оўаба; Eoxaoa-
oye
Eoyıca-
одна п.
тау
т@удс (thessal.)
тбЛаута
таЛасоол s. ErAnv-
ravvraı
тауђо; тауйосол-
TAPÉOOW
єётараёо; TETENXA-
т@дбос, tæppéw
TA00W, тбтто)
таѓо; ётаёа-
түү
ётєүѓо-
teivvuaı
тєгубто (kret.); TEloaodaı-
rein
ETEIVO; тЁтотол-
Teipw
*streng-
*ѕе/9'-
*streug-
*streb"-
*(s)teug-
*(s)teug-
1.*neb"-
*suerbh-
*(s)g“h el-
*spherh,g-
*spheig-
*spherH-
*skeh,(i)-
*skħeid-
*stieH-
*tag-
*tag-
*relhz-
*fen-
*dhreh;gh-
*terg“-
*tag-
l.*teng'-
3.*k“ei-
*ten-
*terhj-
tepéoow; ётрпоо, тёрєсоєу (Hsch.);
Tontóç-
тёкрор
жшше}.
тёктаут. *rerk-
TEAOUOV *telh;-
тєАёӨӨ *k“elh;-
тёААоцол, TEAAW (kret.); ётғДоу *k“elh;-
- TEAAO, - TEAAoyaı *telh,-
телна *stelh;k-
тёЛоноп (kret.) *k“elh;-
Teueı *rem-
ETETUE-
TEUVO *remhy-
TAU VO; TEUEW/TEUG,; ёташоу, ErEuov;
тётитүтої; TUNTög-
тёубо 2.*tend-
tévyer (Hsch.) *sten, *stenh;-
тёутоа (kyren.) *k'elh;-
TEVOV *ren-
TEPETDOV *rerh,-
тёрлоиол, тёрло 1.*rerp-
Tomm, тёруат; TPOREIOLEV
ётарлту-
тёрсонол *ters-
Tepi væ t-
TETAYÓV *teh;@'-
Ted *dreug", 1.*reuk-
ётєуёа TETUKOV; TETEUXWG TETUKTAL
тєтєйүөтої-
kO, тўко Steh-t-
Ernee; тётпка; ёт@кт]-
тїйє *kYelh,-
mpew 1.*ktei-
"ok 1.*k"ei-
тт l.*teh;-
тпбо1ос 1.*геЛ›-
тіӨпш, rideuev *a!eh;,-
Ońow; дуєӨғ Zëleueu, ёӨпкє; TEINKA-
TIKT@, - ouaı *rek-
TEEO - оноп; ETEKOV - биту, Ereda;
TETOKE-
Du 1.* kei-
тім, tivouaı 3.*ktei-
тета; ioo тғісонот; Ereıoa, äol.
NEIOQL-
rıraivo *ren-
тпрбоко *terh;-
тро; - Erpw - Ti, ётросто-
To *teih;-
tiw Lier.
тісол; TETIUEVOG, тєтітос TETINUAL
TETINUEVOg-
rAnvaıs. ётАт}у-
zpavıig
Tpaneo
трёпо
трёло)
ётралоу, TpEyaı; - тётралтол-
TPEOD, трёроцоп
ётрофоу, ё0рєуо; тётрофғу;
Erpdonv-
TpExw, тойдо; ёребо
TpEw
ETPEGEV-
тріВо
zpiwaı; тёрілтол; ётрібт-
троиёо
Tponéw
трофс
троуєг
TPÚOKEL; ётроүєғу-
- Tpúyeroç
zpüynf.
zoúzn, tpurda
Oo
тобо
трдосол; Terpuuaı-
тофу®
трхдвоцоп; Tpayelv-
трол@со
- TTÉW S. oi.
Tuyxavo
Erugov, ETÜXNOQ-
TÜKOG
-тдлас̧
тулта
тбулоп; тётолтоп; ётӧлт-
тӧро
бурд
Oe, Gout
Got.
douivn
bpaivo
palvouaı, pyalvo
713
*terhz-
1.*trep-
*trem-
2.*trep-
*qhrebh-
*dhregh_
*tres-
*treig"-
*trem-
2.*trep-
*qhrebh-
*treug-
*treug-
*reug-
*rreup-
*reufl-
*treuH-
Zäre
2.*trep-
*dheugh-
1.*teuk-
*teup-
*(s)teup-
*dhueh>-
*yeg!-
*shizeu-
* Hieud"-
*uebh-
1.*behz-
Epnva; лёртуо, лёрасиол; Epdvnv-
ФаАктс
фаута (Hsch.)
фіаско
фёВопоп
фёуу®
*bhelk-
1.* břeh-
2.*bheh;-
*bheg!-
*(s)bheng-
774
peidouaı
EYEIOAUNV, лєфїбсбӨої-
фёртє
Фё)
фєйу®
*bħeid-
*bher-
*bher-
1.*bħeųg-
фєйгоиол; Epvyov; MEDEUYOL лєрғу-
убтєс, лєриббтєс̧ NEWVYUEVOG-
omui; gow; Epnoa
pláva
2.*bfeh;-
жер“) -
ёфбпу Epdav põáuevoç, Soo.
ФӨєіро, фӨєіронол
* otGħer-
Sol p8éopw, ark. рӨтро, dor. фбоіро,
yeipei (Hsch.); Epdeıpa, -dunv;
-Epbopas, -ёрӨдорка, -Epbapuau;
ёрӨбрту фӨорёутєс-
poi vw
*qh ghe i <
010000, фидои (Hsch.), ууш
(kret.), "ogier (Hsch.); £@8:€v pBing,
Eodıro Oí evos, EpdLoa; Epdıraı
-Epdıro-
piAouueiöng
фіто
фАебєїү
ФАёуд
фАЕбдуЕС
фАёбоу, - ovoç
pAEeı
- EpAEUCGE-
Gin
фАлбауа›
ёфАлдєүу; - лёфАо1бєу-
фАобойивуос
ФАобй
eloo
ФА бє
EPAUE; ёрА исє-
ФА 0600
-pAvvöaveı
gopéw, pyoßeonaı
форё®
PPACOW, фратто
ёфрабо-
фрёар, - ато
фрісоє1
ёррібє; пёфрікє-
tout, фо
*smei-
*b'eiH, *b"uehz-
*bhled-
*bh|e@'-
*bh|ed-
*bhled-
1.*b"leuH-
*hhleig-
*bhleid-
*bhleid-
*bhleudhz -
*bhleudh;-
1.*b"leuH-
*b”leyH-
*bhleudhz-
*bhegu-
*bher-
*ber g", *bhreku-
1.*b"reuH-
*bf'reiHk-
*b"uehz-
ёроу, ёрисо; REPÜATL-
фро
*bħerhz-
accendð, -ere
ф®у® *b'eh;g-
gwsa-
фодєбс *bhueh>-
aiva *ghan-
Хаско; EXAVOV; Kexnvóro-
Дароо 1 zëber-
Zoe: £xdpnv-
хоубамю *ghed-
xeloouaı; Exadov; KEXÖVÖEL,
KEXAVÖEL-
xávoç жап
Togo * ĝħeh;-
2 KAN
Дёсоп; - кёўобе- S
ën *gheu-
ën, yeúo; EYVTO, EYEO, EXeva;
KEXUTAI-
par, X1pos *öheh,-
тшп *öhehji-
Хӧо ж ё" eu-
XPaaon s. Expaov-
mie *għrej-
xpioau-
Zpóntoç *għrem-
yáw *bhseH-
@0éo *ued’h;-
@Ако АКК. *huelk-
@удс, MvEouaı 2.*ues-
Or 1.*ieh; -
po ua *h;reyH-
wpús oba-
Messapisch
klaohi *Ëleus-
Venetisch
doto *deh;-
*horeionte 1.*gher-
tolar; toler *relh>-
vhagste *dheh,(k)-
Lateinisch
abdð, ere *dħeh;-
aboleð, -ere * helh;-
2.*(s)kend-
aceö, Gre
adoleð, -ёге
aduenam
ago, -ere
aiö, als
-alescö, -ere
algeö, -ere
algor
alö, -ere
altäre
ambulö, -äre
amö, -äre
angö, -ere
animus
annus
aperiö, -ire
apiö, -ere
apiscor, -i
aptus
aqua
ara
aräatrum
arceö, Gre
äreö, -ere
arö, -äre
assus
audiö, -ire
aueö, -ere
augeö, Gre
augustus
auspex
bibö, -ere
cadö, -ere
caedö, -ere
caleö, -öre
calö, -äre
calumnia
caluor, -i
campus
candeð, -ёге
canö, -ere
capið, -ere
carð, carnis
carpo, -ere
carro, -ere
carus
caueö, Gre
cedö, cette
careö, Gre
KI
*h el-
* oem-
1.*Л›еў-
2.*h;e$8-
*h el-
*helĝ”-
*nzelg’"-
*h;el-
*h;el-
*h;elh;-
*h;jemh;-
*h,em8"-
*menh;-
1.*met(H)-
*Huer-
*h,ep-
*hep-
*h;ep-
жер”.
*heh;s-
*nerh;-
жег
*hzehjs-
*merh;-
*mehjs-
*hzueis-
*h;eu-
*h eug-
*h eug-
*spek-
*peh(i)-
*kad-
*khzeid-
2.*kel-
*kleh;-
*kelh)-
*kelh,-
*kamp-
2.*(s)kend-
*kan-
*keh;p-
*(s)kerH-
*(s)kerp-
*(s)kers-
1.*keh;-
*(s)keuh,-
*deh;-
*kes-
caströ, -āre
castrum
castus
catus
cella
celö, celäre
-cendö, -ere
сёпѕед, -ere
cernö, -ere
certus
ceueö, -ere
cieö, -ere
ciö, -ere
clepö, -ere
cliens
-clinö, -äre
cloäca
clueö, -ere
cluere (alat.)
cluö, -ere
соерід, ere, соёрї
cohum
collis
colö, -ere
columen
colus
compescö, -ere
conde, -ere
con-flüges
cöniueö, -ёге
cönor, -äri
conquiniscö, -ere
cönsulö, -ere
coquö, -ere
cös
сгёа0, -ere
cremö, -äre
-crepis
crepö, -äre
сгёѕсд, -ere
cribrum
cubö, -äre
сйад, -ere
culmen
cünctor, -äri
-cumbö, -ere
cupiö, -ere
currö, -ere
currus
775
*kes-
*kes-
*kes-
*keh 3()-
1.*kel-
1.*Ëel-
2.*(s)kend-
*keNs-
*krehj(i)-
*kreh,(i)-
*kehju-
*keihz-
*feihz-
*klep-
*klei-
*klei-
ж еиН-
*kleu-
*kleuH-
*kleu-
*hep-
*Ëagh-
*kelH-
Ziel,
*kelH-
*klehd”-
*perk-
*dħeh;-
*bhleuH-
*Kneigth-
*kenh,-
*kuenk-
*selh,-
1.*pek‘-
*keh 3(1)-
*d'eh;-
*kremH-
*KrepH-
*KrepH-
*kerhz-
*kreh,(i)-
*keubh>-
2.*kehzu-
*kelH-
*kenk-
*Keubh>-
*keup-
1.*kers-
1.*kers-
776
custös, -ödis *keud"-
damnum *deh;p-
daps *deh;p-
decet *dek-
decus *dek-
defendöd, -ere *otħen-
deleö, -ere *h;elh;-
destinö, -äre *stehz-
diligö, -ere *hzleg'-
dicö, -ere 1.*deik-
discö, discere *dek-
dispennite 1.*peth>-
dissipö, -äre *seup-
dö, däre *deh;-
doceö, -ere *dek-
doläbra *delh;-
doleö, äre *delh;-
dolö, -äre *delh;-
domö, -āre; domui 2.*demh;-
dormiö, -ire 2.*drem-
dücö, -ere *deuk-
duim *Деһи-
ebrius Thee,
edö, esse; edim *h,ed-
egeö, egere *he@H-
*eges- n., egestas f. *he@H-
emö, ere, em; -empsi *h,em-
Emungö, -ere *meuk-
ед, ire *hjei-
erciscö, -ere *h,erk-
erctum *h,erk-
erügö, -ere *reug-
escit 1 .* hes-
est, sunt 1.*hjes-
excellö, -ere *kelH-
expergiscor, -sci *h,ger-
ехиб, -ere *h,euHl-
faber, fabre *dheHbh-
faciö, ere *dheh,(k)-
/асйд; feci, vhe:vhaked (pränestin.)-
Јао, ere *(s)g“h;el-
farciö, -ire жеи.
faueö, -ёғе *dheu-
Јётіпа *dheh,(-
ferctum *bherß-
feriö, -ire *bħer H-
ferö, ferre *bher-
feram-
ferueö, Gre *bheru-
feruö, -ere
Лао, ere
findd, ere
-fines
fingö, -ere
fio, fieri
Лио, fiuere; figere
flāgitāre, flagitium
*flägö, -ere
fleö, flēre
fligö, -ere
Ло, flare
flös, flöris
flüctus
-flüges
Лио, ere flüxi
Латеп
fodiö, -ere; födi
for, fari
fossus
foue
foueð, -ёге
frangō, -ere
fraus, -dis
fremō, -ere
frendo, -ere
frequëns
frigeö, -ere
fruor, frui
früstra
fuas
fugiö, -ere
für
fuleiö, -ire
fulgeö, Gre
fulgö, -ere
fümus
fundo, -ere
fungor, -i
furö, -ere
füstis
garrire
gaudeö, -ёге; gauisus
gelidus, gelü
gelö, -äre
gemö, -ere
genitor
genunt
gignö, -ere
*bheru-
*hheid"-
* bħe id-
*bheiH-
*2"е[5"-
*bhuehz-
*gfteiH ei.
*bhleh;g-
*bhleh;g-
*bhleh,-
*bhleiß-
*bhleh,-
KAND
*bhleuH-
*bhleuH-
*bileuH-
*bhleuH-
*bhedhh;-
2.*bheh>-
*bheqhh;-
*dheu-
*dhegth.
*bhreĝ-
2.*d"reu-
*bhrem-
жшше п.
* гери.
*sreiH%'-
*bhreuH%'-
2.*d"reu-
*bhuehs-
1.*bfeug-
*bħuehz-
*bħelk-
*bhle%'-
KANN
*dhueh;-
*óheud-
2.*bheug-
*bherh;-
*bheud-
*ĝar-
*gehu-
*@'el-
*@'el-
*gem-
*Senhr-
*Senh;-
*Senh,-
glūbð, -ere
grāmen
granum
grätus, grätes
gremium
-gruö, -ere
gula
habeö, -ere
haruspex
hauriö, -ire
heres
hiö, -äre
hiscö, -ere
horitur
horreö, -ere
hortor, -äri
hortus
hostis
ѓасід, -ere
ianus
icö, -ere
inanis
inciens
incohö, äre
indö, ere
indulgeö, -ёге
induö, -ere
inquit, inque
insece, inseque
insipiö, -ere
in-solens
in-soleö, -ёге
instigäre
intellegö, -ere
intro, -träre
inuitus
Tocus
irrigäre
iubeö, -ere
iungö, -ere
iuuö, -Arel-ere
lämentum
langueö, -ere
lapit
lasciuus
lassus
lateð, -ere
laträre
lauö, äre: lāui
*gleubh-
*gres-
*ëerh;-
*ə“erH-
Жокер.
*ofrehu-
1.*guel-
*öteHb-
*spek-
*h;euts-
"ëch:
Sicht,
Sicht,
1.* 8er-
*Sħers-
1.* 8er-
2.* her-
1 2elbez.
*Hieh,-
1.*ieh;-
KH?
*h;es-
*Ëueh,-
*Kagh-
*dheh,-
*del8h-
*h;jeuH-
2.*sek!-
2.*sek!-
*seup-
*suelH-
*suelH-
*(s)teig-
*h,leg'-
*rerh>-
*yeih,-
* jek-
*reĝ-
*Hieuqh-
*ieug-
*MeuHl-
1. *leh; =
*sleg-
*lep-
*las-
*leh,d-
3.*lehz-
1.*leh;-
*leuh;z-
lauö, -ere
legö, -ere
lēnis
lētum
libare
libet, libens
liceö, -ere
ligäre
lingo, -ere
-lingö, -ere
linö, -ere; litus
linquö, ere
liqueö, -ёғе
lira
lubet, lubens
lübricus
lüceö, -ere
luctäre
lüdö, -ere
lügeö, -ere
lumbus
luö, -ere; lüi
lutum
'madeo, -ёғе
?тааеб, -ere
mando, ere
maneö, -ere; mansi
medeor, -eri
meiö, -ere
memini, -іѕѕе
memor
mentum n.
meö, -äre
merda
mereö, -ere
mergö, -ere
mētior, -iri
metö, -ere
micö, -йге; micui
migrö, -are
-mineö, -ёге
mingö, ere
-miniscor, -minisci
тіпиб, -ere
misceö, -#re
misc (pränestin.)-
mitat
mitis
mittō, -ere
777
*leuh;-
*le$-
*leh;-
*leh;-
2.*leiH-
*leubh-
*leik-
*leig-
*leig"-
*uleik"-
*hzleiH-
*leik"-
*uleik"-
*leis-
*|eubh-
*sleubh-
*leuk-
2.*leuß-
*leid-
1.*leug-
*lend"-
*leuH-
*leu-
*mad-
2.*med-
*methz-
2.*men-
1.*med-
*h meiß"-
l.*men-
1.*men-
3.*men-
2.*mei-
*smerd-
2.*(s)mer-
*mesg-
*meh,-
1.*mer-
*meikhz-
*hmeig!-
3.*men-
*hmeijĝ"-
1.*men-
1.*meiH-
*meik-
*meithz-
2.*meiH-
*meith;-
778
modestus
modus
möles
mölior, -iri
тод, -ere
moneö, -ёге
möns, mont- m.
mora
mordeö, -ere
morior, -i
mulceð, -ëre
mul geð, -ёге
-mungo, -ere
muscerda
mütö, -äre
nanciö
nanciscor, -I
näscor, -ї
neglegö, -ere
neö, nere
піприй
nitor, -i
тий
nix, niuis
nö, паге
посед, Gre
nödus
пдѕсд, -ere
nouäcula
nox f.
noxit
nübö, ere
-nuö, -ere, -nūit
nūtrix, nūtrið, -Ire
occulö. -ere
ödi
ођепао, -ere
oit, (n-Joisi
oleo, -ёге
olö, -ere
ömen
operiö, -ire
oprö, Are
opet, (“рғаеаоріот?)-
opus
orior, -iri
örö, -йге
paciscor, -I
pacunt-
1.*med-
1.*med-
*meh;-
*meh;-
*melh>-
l.*men-
3.*men-
1.*(s)mer-
*h merd-
*mer-
*Hmelk-
*h,mel8-
*meuk-
*ker(H)-
*meithz-
*hznek-
*h,nek-
*беп!-
*hleg'-
*sneh;-
*sneiguh_
*jet-
*sneig!h-
*snej gh-
*(s)neh;-
*nek-
* Hned"-
*Sneh;-
*ksneu-
*neg"-
*nek-
*sneubh-
*neu-
*sneu-
1.*kel-
2.*h,ed-
ebe.
*heit-
1.*hed-
1.* zed-
*h;eh;-
*Huer-
2.*h3ep-
*h,ep, 1.*hzep-
"her:
3.*h;er-
*pehzk-
рапа, -ere
pangö, -ere
par, paris
parentes
parcö, ere: peperci
parið, ere, peperi
parë, -äre
päscö, ere, paul
pateö, Gre
pauiö, -ire
pectö, ere, pexi
рёад, -ere
pellis
-pellö, äre
pellö, -ere
pendeö, -ёге
pendö, -ere
-pennite
penus
percellö, -ere
-periö, -perire
-pescö, -ere
peto, -ere
piget
piger
pingö, -ere
pinsö, -ere
placeö, -ere
plangö, -ere
plectö, -ere; plexi
-pleð, -plēre
pluð, pluit
polleö, -ere
pollingö, -ere
polluö, -ere
pönö, -ere
pöns
populus
porcus m.
poscö, -ere; poposci
praecellö, -ere
praeda
prehendö, -ere
prödöd, -dere
prosper
pruina
pugil m.
pügiöm.
pügnus m.
l.*perh>-
*peh28-
2.*per-
*perh;-
*perk-
*perh;-
*perh;-
*pehz i)-
l.*pethz-
*pieh,-
1.*pek-
*pesd-
* pelk-
*pelhz-
*pelh;-
2.*(s)pend-
2.*(s)pend-
l.*peth;-
* pen-
*kelh>-
*perh;-
*perk-
2.*pethz-
2.*peig-
2.*peiß-
1.*peig-
*peis-
*plehzk-
*plehzg-
*plek-
*plehj-
*pleu-
Spiel
*uleik®-
*jeu-
*rkei-
*pent-
*pelh i
*perk-
*prek-
*kelH-
* g'ed-
* gh ed-
*Деһ;-
*spřeh;-
*Dreus-
*peuß-
*peuß'-
*peuß'-
pungð, ere: pepugi, pupugi
quaerö, -ere
quaesö, -ere
quatiö, -ere
queror, -ї
quiescö, -ere
quietus
rabiö, -ere
rädö, ere
гард, -ere; rapui
reddö, ere
regö, -ere
гётиѕ
геог, reri, ratus
reperiö, -ire
гёрд, -еге
res
restis
rex
-rigäre
rigeö, -ёге
ringor, ringi
rota
rubeö, -ere
ruber
rudö, -ere
-rügö, ere
rumpö, ere, rüpi
runcö, -äre
ruö, -ere
rüs, rüris
saeuus
sägiö, -ire
saliö, -ire
sapiö, -ere
sarciö, -ire
sariö, -ire
satis
scabö, -ere
scannum
scandö, ere, scandi
scateö, -ёге
scatö, -ere
scindö, -ere
sciö, scire
scobis
scribö, -ere
scrobis
-sece
*peuß'-
*heis-
*h eis-
*(s)kueh;t-
*Ëues-
*k'ieh,-
*k“iehj-
1.*reb"-
*rasd-
*rep-
*dheh,-
*hzreß-
2.*hreh,-
2.*reh,-
*perh;-
*reh,p-
l.*rehj-
*resg-
*hzreß-
*reß-
*rejĝ-
*ureng-
*ret-
1.*reud"-
1.*reud"-
*reudH-
*reug-
*reup-
*hzreuk-
*reuH-
*reuh,-
2.*seh;(i)-
*serh;-
l.*seh;(i)-
*skab"-
*skeb"H-
l.*skend-
*skeHlt-
*skeHlt-
*skheid-
*sekH-
*skabh-
*skreib-
*(s)kreb-
2.*sek“1-
Seco, -йге; secui
sedeö, -ёге; sedi
sentiö, -Ire
-seque
sequor, sequi
Isero, -еге; seui
?serö, -ere; serui
ser pō, -ere
sido, ere: sedi
sidus
simpulum
sinö, -ere
siris, siul-
-SIPO s. ѕирӧ-
-sipiö, -ere
sistö, -ere; steti
sitis
situs
söbrius
soleö, -ere
-soleö, -ёге
solum
soluö, ere: solütus
Sono, -äre
sonö, -ere
sonus
sorbeö, -ere
spar go, -ere
speciö, -ere
spernö, ere sprëul
-spernor, -агї
-spex
splendeö, ere
spondeö, -ёге
spönsis, spepondi-
spuö, -ere
stägnum
stercus
sternö, -еге; strāuī
-sternö, -аге
sternuö, -ere
-stigäre
-stinguö, -ere
-stinö, -йге
stipes, stipäre
stö, stare; steti
strepö, -ere
strigäre
stringö, -ere
779
*sekH-
*sed-
*sent-
2.*sek"-
l.*sek*-
*sehj-
2.*ser-
*ser p-
*sed-
2.*sueid-
*seikt-
*tkei, 1.*sehjli)-
*/euH-
*suenh>-
*suenhz-
*suenh>-
жер!
*spherh;g-
*spek-
*spherH-
*spherH-
*spek-
*splend-
l.*spend-
*sptieuH-
*steh;@'-
*(s)terk-
*ster, *sterh;-
*sterhz-
*pster-
*(s)teig-
*steng!-
*stehz-
*steip-
*steh;-
*(s)trep-
2.*streig-
l.*streig, *streng-
780
struö, -ere
studeö, -ёғе
stupeö, -ere
suädeö, -ёғе
ѕийиіѕ
SÜCUS
suffiö, -ire
sügö, -ere
-sulö, -ere
sum, esse
sümö, ere: sümpsi
Suð, -ere
supö, -sipö, -äre
sütus
taceö, Gre
tangö, -ere
tagam, -tigäs-
tätöd
tegö, -ere
temeräre
temnö, -ere
tendö, -ere
teneö, -ere
tetini-
tepeö, Gre
tergö,-ere
terö, -ere
terreö, -ёге
texö, -ere
tingö, -ere
titiö
tollö, -ere
tondeö, -ere
tongere
tongitionem (pränestin.)-
tono, -äre
tonö, -ere
torpeö, Gre
torqueö, Gre
torrens
torreö, -ere
torrescö, -ёғе
träns
-trö, -träre
tueor, -eri
tuli
-tuläs, -tulat, tetuli-
tuor, tui; tütus
trahö, -ere
*streu-
1.*(s)teud-
*(s)teup-
*syehzd-
*sueh,d-
*seuk-
*dhueh;-
*seuk-
*selhj-
Liber:
*h,em-
*sieuH-
*seup-
*sieuH-
* ptehzk-
*teh;@'-
] .*teh;-
*(s)teg-
*temH-
*temh]-
Жеп, 1.*tend-
*ten-
1.*tep-
2.*ter@'-
*terh;-
*tres-
2.* tek-
1 .*reng'-
*teih,-
*telhz-
2.*tend-
2.Меп@-
*(s)tenhz-
*(s)tenh;-
2.*terp-
*terk!-
*ters-
*ters-
*ters-
*terh;-
*terhz-
*teuH-
*telh;-
*teuH-
*dhregh-
tremö, -ere
trepidus
trepit
trüdö, ere
*uccum
tumeö, -ёғе
tumescö, -ere
tundö, -ere
uädö, ere
uägina
ualeö, -ere
uanus
uästus
uegeö, Gre <
uehö, ere
uellö, ere
uelum
ueniö, -ire
uentus
uenus
uereor, -Ēri
uergö, -ere
иегі, ere, uertor, uerti
uortö, uorti-
uescor, -ї
uetö, -йге; uetui
uotð, -äre-
UICUS
uideö, -ёғе; uidi
uidua
uieö, -ere
uiescö, -ere
uigeö, -ёге
uigil
uinciö, -ire
uincö, ere: иісі
uireö, -ere
uirus
uis
uisö, -ere
uiuö, -ere
иїииз
ulciscor, -i
unda
unguen n.
unguö, -ere
uolö, uult, uelim; uolui
uoltus
uoluð, -ere
uolup(e), uoluptës *uelp-
uomö, -ere *uemh;,-
uorö, -äre *glerh;-
uorrö, -ere l.*uers-
иоиед, -ere * eg!"
urgeö, -ёге; ursi *ureg-
ürö, -ere *h)eus-
йог, -I "heit:
üuens *yeg"-
йиёзсод, -ere *ue g"-
Āuidus, йиог *ue gh.
Faliskisch
douiad *deh;u-
fifiked, flifliqod *gheig"-
lecet Sieg,
pe:parali] *perh;-
рірајо *peh;(i)-
porded *deh;-
seite *rkei-
Oskisch
aamanaffed *dħeh;-
aiso- *h eisd-
aiti- 1.*hjai-
akno- 1.*het(H)-
anams *h enh-
aserum 2.* ser-
-bened Zeien.
brateis, bratom *gə“erH-
cadeis *kehd-
comparascuster *perk-
deded *deh;-
deikum 1.*deik-
dicust 1.*deik-
em- *h,em-
Јакғіт, -faret *gfehjk-
factud *dhehjk-
*fefacid *dheh,(k:)-
fifikus *dhe 18.
fufans * bueh,-
fufens *bhuehz-
hafleist *g’heHb-
heriiad 1.* 8er-
hipid * hep-
kahad KAN
kasit *kes-
komparakiuf *perk-
likitud
loufir
meddik-
menvum
-parascuster
patensins
pruffed
umbn[
sent
-serum
5іриѕ
slaagi-
spentud
stait, stahint
tangin-
turumiiad
upsed
Pälignisch
eite
omnitu
Marrucinisch
amatens
Marsisch
pesco
Vestinisch
didet
ošens
Volskisch
sepu
Altumbrisch
face
herusei (hedusei?)
Umbrisch
aitu
akno-
amboltu
alm]pelust
ampentu
781
*leik-
*jeubh-
1.*med-
1.*теіН-
*prek-
1.*pethz-
*dheh,-
1.*Л;ер-
1.*hjes-
2.*ser-
*seh,p-
*sleh,g-
1.*spend-
*stehz-
2.*reng’-
*trem-
l.*hzep-
*hjei-
1.*Л;ер-
*h;jemh;-
*prek-
*deh;-
1.*hzep-
*sehjp-
*d"ehjk-
* gh
8'er-
1.*hjai-
1.*het(H)-
*helhz-
*pelh;-
*pelh;-
782
anstintu
arpeltu
karetu
kanetu
-canurent-
kartu
karu, karn-
-kehes
kumaltu, kumultu, comoltu
dersicust
-douitu, dia
ef
eiscurent
entelust
ententu
façia
fefure
feia
fetu, feitu
fiktu
frehtu
fuia
fuiest
habe, hahtu, habiest, habetu
heriei, heri(s)
heriest
herter, heriiei, heri-
hondu
ier
iuku
menes
peperscust
persnimu
perstu
pisher
poplo
pruseçetu
prusekatu
prusikurent
-seçetu
sent
-sekatu
serselzeřef
sestu
-sesust
-sikurent
-sistu
sonitu
stahitu
*(s)teig-
*kYelh,-
*kleh,-
*kan-
*(s)kerH-
*(s)kerH-
*Kagh-
*melhz-
1.*deik-
*dehzu-
*hjei-
*heis-
*telh;-
*telh;-
*dħeh(k)-
*dhebh-
*dheh,-
*dheh,(k )-
*dheiĝh-
*bher-
*bħueh,-
*bhuehz-
*ë'heHb-
1 zéie
1.*g"er-
*gheud-
*h ei-
*iek-
*menH-
*perk-
*prek-
*perk-
1 .* er-
*pelh,-
*sekH-
*sekH-
*seik-
*sekH-
l.*hyes-
*sekH-
*sed-
*stehz-
*sed-
*seik-
*sed-
*senhz-
*steh>-
stahu *stehz-
-stintu *(s)teig-
tenitu *ren-
Шай *dek-
toco 2.*teuk-
tremitu *trem-
tursitu *tres-
-uendu *uend"-
umtu *h,eng"-
upetu 2.*h;ep-
uřetu * hel-
urust 3.* her-
veltu *uelh,-
vetu - *uendh-
vutu *leuhz-
Südpikenisch
kduíú *kleu-
qupat *keubhz-
Urkeltisch
*borgi- *bher gi.
*karros 1.*Kers-
*kor-i- 3.*kerH-
*laske- *leh;p-
*loski- *leh;p-
*sasio- *sesT-
Keltiberisch
(Neue Transliteration nach MLH IV)
ambitinkounei *dheiĝt-
ambitiseti *d'ejg"-
auðeti, auðanto *deh;-
biðetuð *bheid-
öidonti *deh;z-
esianto *hjei-
ianto *hjei-
-ito *hjei-
kabiðeti *bħeid-, *ö"eHb-
nebintor *bħeiH-
neito *hjei-
robiseti *bheid-
Sistat *steh;-
tatuö *deh;-
гаипеі *deh;-
tiðaunei *deh;-
uerðoniti *dhenh;-
Lepontisch
геги
Gallisch
*brus-
бЕбЕ
delgu
dugiiontiio
EIWPOV
ibetis
іеиғи
orge
moni
pissiiumi, -ppisetu
*prina-, prinas
sesit
soniti
toncslontlo
uediíumí
Alt- und Mittelirisch
*d’eh;-
*bhreus-
*dheh;-
*del8h-
*dheugh-
*perh;-
*реһ;(1)-
*perh;-
"berg:
*menH-
Zeie.
*k'reih;-
*seh,-
*senh>-
*reg-
* eech.
Verben werden in der Regel unter dem Prä-
sens (3s konjunkt, falls möglich) aufge-
führt; weitere Formen gegebenenfalls dar-
unter eingerückt in der Reihenfolge Prä-
sens; Konjunktiv; Futur; Präteritum
ad-ferta
-ägor -digder
-aig, -agat
-acht-
-ail
alr-
-aim
-air
-ara-
-airc
-airser; -arcair-
aircomfed-
-alla
-antar
-ana
anais, -an-
as:pena
asroither
-badi
bag
bagaid
*yert-
*nzeg"-
1.*h;e8-
*h;el-
*h,em(H)-
*h;erh;-
*prek-
* ued"-
* telp-
*h;neh;-
*henh;-
*ueth;-
*streu-
*gueHdh-
* ph sh
b'eh,8"-
*bheh,g"-
783
baid, -bä *gteh,-
-bath-
-baill *gtelh;-
-bela; -béla; -belt-
-bairg жерд!
beg- *bheg-
-biuch, -begar-
-beir, -berat *bher-
birt, -bert-
-ben, -benat *bheiH-
bí, béotar-
-bi, -bíat *bfiueho-
beith, -bé; bieid, -bia; boí -ba,
-batar-
bibdu *bħeud-
bligim *h mel ĝ-
bodar *bheud0-
-boind *bheud"-
-bo; -bobuid-
bolg *hhelgh-
bongid 2.*bheug-
braigim жреб.
-bebraig-
-bria *bhreiH-
*brenaid-
-bronna *bhreus-
-bruinn, -prinn *bhrend-
-bré; -bibuir; -bebarnatar-
bruid *hhreus-
bruinnid *bhrend-
-cain, -canat *Ëan-
cechain-
cain *ken-
cath *kehzli)-
cecht * ка.
-сей 1.*kel-
-cela; -celt-
-ceird 3.*kerH-
-caird-
-chella Tell
cenél *ken-
-cer 1.*kerhz-
cerb *(s)kerbh.
cesaid *kltendh-
-ci, -castar, -cither *kteis-
-cichestar; -cae-
cin, cinad 3.*kt'el-
-cini*, cin- *ken-
784
-cing, cengait *óhengh-
cichis; cechaing-
-cluinethar *kleu-
-cloor -cloathar; -chüale-
crenaid *k#reih>-
-cria, -cíur; -cer, -ciuir-
criathar *krehjli)-
-chrin 1.*kerh;, *krehj(i)-
-chria; -chiuri; -chiuir-
crin l.*kerh;, *krehjfi)-
char *d9euk-
-cuirethar 3,*kerH-
-daim 2.*demh;-
-dama; -didma; -датаіг-
-dair* *gferhz-
-dart-
dál, -däl(a)i *deh;(i)-
-damna 2.*demh;-
-darcar *derk-
-dairc-
denait *dheh,(i)-
dían *deih,-
dí-bairg *hltergh-
difothracc- *trenk-
diforti- *yert-
dingid, -tainc *dhe i8h-
-dloing *delgh-
do:alla *telp-
do:cer 1,*kerhz-
do:dí-men, -tuid-men 1.*me i-
*döid *dehzu-
do:lin *pleh)-
do:ratfa)i *deh;-
-rat-
dringid *dreg"-
eblaid *pelh;-
-eim, -emat *h,em-
-@1-
eirgg *h er ĝt-
-ella *pelh;-
-ell-
epit *bhen-
erc *jyerk“-
ercaid *perk-
-ern* *perh;-
ebarth; ro-ir-
escaid *h>eis-
fedan *uedh-
fedid
fess-; -id, -fidetar-
-fen
-ferta
fess f.
fethid
-fiadat
-fich, -fechad
fich-
fig-
-figther; fäig-
fil
fili, filed
-finnadar
-fetar, -fitir-
fled
fliuch
foaid
-fifea; fiu-
fo:ceird
fofrich
-foídi*
folcaid
follnadar
-forti-
fothrucud
fraig. frega
-fríth
-fúar
-fuirmi
-gaib, -gaibet
gainethar
-genathar; génair-
-gair, -gairet
-geinn
-geir
-gera; -gert-
gelid, -gelt
ge(i)lt
-gleinn
-glen
-gléu, -glia; -gíuil-
-gní, -gníat
-gnin
-рёп-
-воа
-ри-
goíte
gonaid, -goin
geguin; -gignether, -géna-
-greinn
-griastais-
-guid, -guidet
geiss; gaid-
-guirit
-ib, ebait
Jee, -ecait
-апаіс-
il
in:choissig
is, it
ithid
-estar; Jee, diaid-
-láidi
laídid
laigid
less--
laime
-laimethar
lainn
land
-lega
-léici
lenaid
-lenaimm
léssaim
ligim
lilsit; -leluig-
líid
-lin
lín, línaid
-ling, -lengat
-loing
-lil; -lolai g-
loingid, longait
loscaid
-lúaidi
-lugi, -luget
luid, lotar
-maid
-mmemaid-
maraid
-meccim
melid
-melt-
-men
mescaid
uh
Zeien.
*əhreidh-
* gthedh-
* olther-
*peh;(i ) А
*h nek-
*pleh;,-
2.*sek"-
1.*h,es-
*h,ed-
*bhled-
*leid-
*Jegh-
*/emH-
*/emH-
*las-
*/епа"-
*]e@'-
* leikt-
*h;leiH-
*h,leiH-
*pleh;g-
*leiĝ”-
1.*leh;-
*pleh;-
* pleh;-
*h leng-
2.*leuĝ'-
*(s)leug-
*leh p-
*pleud-
*le gh-
*h,leud"-
*mad-
1.*(5)тег-
хр),
*meikh;>-
*melh;-
1.*mei-
*meik-
785
midithir, -midethar 1.*med-
-midair-
-muinethar 1.*men-
náire *nehz-
-naisc, -nascat *Нпеа"-
-nenaisc-
nar *nehz-
ness *hneß"-
-nig, negar *neig!-
-nenaig-
-noí Zuet-
-oi, -oat *h,euH-
-oirg *herg-
-orr, -orat; -ort-
olc *h,elk-
-räidi *rehjd"-
-raig, -regat *h reĝ-
ress-; -racht-
raït 2.*hreh;-
rer(a)is-
-réid, riadait *reidh-
-reith, -rethat *ret-
-ré, -resat-
-ren, -renat *perh;-
-ria; -ríth-
rí *h reĝ-
richt *prep-
-rig, -regat *reiß-
-riris; -rias; -reraig-
-riga, -rega *h,erg"-
rigid, regair *reiß-
-riastar, гігіѕ5; reraig-
*-ringi *reig-
-ringset, ringed. ringthea-
-roind 1.*reud-
roth *ret-
ruidid 1.*reud"-
sadid *sed-
-said, sedait *sed-
-sius; seiss; síasair -Sid-
-saig, segait -segait *seh;@"-
siacht-
sáith l.*sehz(i)-
scailid 3.*kerH-
-scara *(s)kerH-
-ѕсага; scarais, -scar-
sceindid, sceinnid 1.*skend-
-sescaind-
sceirtid* *skerd"-
786
scían
scís
scotha-
scuichid*
-sc; -Scdich-
scurid
-secha
sechithir
seir
ѕет-, -smet
'sennid, -seinn
?sennid, -seinn
serb f.
serg
-sernat
-sera, -sert-
set
-sissedar
-sestar-
slacc
-slig, -slegar
-silis; -selaig-
-sluic*, slocait
sluindid
snaid, -snd
FO-SNAUS-Q-
-snaid*, -snadat
snigid
senaig-
sniid, -sní
-soí
-soa-
-sroither
-suidi
suigid
táid
-talla do:alla
tamnaid
йи
-tech
técht
techtaim
-teich
-1е5; tess; tdich-
-téici
teinn-
tinnes, -teind; -tetaind-
-tella, -talla, do:alla
tescaid
*skeh( i)-
*skehjf-
*skeut-
*skek-
*(s)kerH-
2.*sek!‘-
1.*sek"-
*spherH-
*semH-
*senhz-
*suenhz-
3.*ser-
*suergh-
*sterh;-
*sent-
*stehz-
*slak-
*sle iĝ-
*sleuk-
*splend-
*(s)nehz-
*sned"-
*sneig!"-
*sneh,-
*seuhj-
*streu-
*sed-
*seuk-
1.*tehz-
*relp-
*temh,-
* steh-
*teg-
*temk-
1.*rek-
Ziel).
*temk-
2.*tend-
*telp-
*sekH-
ади
téit, -tét-
tinaid
tlenaid
*-thiuil-
tó, tuae
-toing
-thethai g-
tón
torc
-thracc-
*-1reici
ар
-tuaisi -
*-tuici
-thoicther; -thocad-
-tuigethar
-tuili
-ucci
Altbritannisch
gnat
Altkymrisch
agit
cenetl
-duch
guragun
hedant
hepp
is, hint
prinit
retit, -ret-
Mittelkymrisch
*steig”-
*teihj-
*telh;-
*(h;euts-
*teg-
2.*reuk-
*tuerk-
*trenk-
*trenk-
*(s)teug-
*rhzeus-
*temk-
*(s)teg-
*telH-
* heuk, *hynek-
*ëenh,-
1.*hzeĝ-
*ken-
*deuk-
2.*uer8-
2.*peth;-
Verbformen sind in der Regel, durch Semi-
kolon getrennt, hinter dem Verbalnomen
aufgeführt (sofern etymologisch zugehörig),
u.U. eingerückt in neuer Zeile.
adaw; adaw-
adrawd
adwaen
agunech
amheu; amheuaf
amwyn; amyg-; amuc
-anc-, -angh-
angen
*h euH-
*rehjd"-
*öneh;-
2.*uerĝ-
*seuhj-
2.*ueik-
*h,nek-
*,enk-
anuon
arhos; arhoaf.erhy
barnu; barn-, beirn/barn
bodi; bawd
bwrw; bwrw
caellcaffael; caf, cey
cein
kelu; kel
clywet; clyw-; cigleu
kychwynnu; kychwynn-
kynneu
kynnut
kyscit
kyscoc; kesgyc
deifio; deifyaw
dal(y); deily
dangos; dengys
danuon
dawl, doli
dethol
dianc; diangh-
digoni
digawn, dichawn; digones-
dihol, dehol; dyholy-
dwyn; dygafidygif, dwc
duwch; duc-
dywedwyt; dywed-; dywawt
ehedeg; ehed-
erchi; archaf, eirch; erchis
el, el(h)-
ellwng; ellyng-
estwng
ethol; ethyl
gallael; gallaf, gellit/geill
genni; gannaf
golchi; gwylch
gorugaw; gorug-
gwadu; gwad-
gwahawd,; gwahawd
gwant
gwlith
gwrith
gwybot; gwnn, gwyr, gwÓ-
Ipf. gwyô(y)--
-8упб&и, -вупв
heb
hebrwng; hebryng-
hela, hely; helyaf
-heuaf
*menH-
2.* hues, *ses-
*g“erH-
*gteh;d-
*bher@h-
жень, *keh;p
*ken-
1 ztet-
*kleu-
l.* skend-
*deh;u-
*deh;u-
*Keubh>-
*skek-
*qdheg"h-
*delg"-
*keNs-
*menH-
*dehz(i)-
*delh,-
*hnek-
*kenh,-
*selg-
*deuk-
*ueth>-
2.* peth-
*prek-
*pelh;-
2.*leußß'-
*(s)teug-
*delh,-
*gelH-
А
*uelk-
*reik-
*yethz-
*sed-
жойо.
*uleiku-
2.*uerg-
*ueid-
*óhengh-
2.*sek®-
*hynek-
*selĝ-
*seuhj-
hogi; hyc
-hol; -holy-
llosci
llyncu; Ilync-
mynet
odi; ottid, -yt
regi; reg-
rengi; ranc-
rod(h)oe
rwyg-
rymaw
ryng-
tannu
toi; to-
tremynu
trenghit, -threingk
trew-
tyflit)
tyngh-
-uc
vel; belsit
ystrew-
Neukymrisch
5.0. zum Mittelkymrischen
á; aeth
anhos; anho-
aradr
arlludd
berwi; berw-
blyngu; blyng-
brefu; bref-
brig
bod
bydd-; bônt; bu-
bony
cae
cawdd
cerdded; cerddaf
clyd
cos-
craf-
crwydr
cwydd-
cymysgu; cymysgaf
cythrudd
dryll
edmygu; edmygaf
787
*n,ek-
*selĝ-
*leh>p-
*sleuk-
2.*mei-
*peth;-
*rek-
*h;neK-
*deh;-
*reik-
*h euH-
*h nek-
*ten-
*(s)teg-
2.*mei-
*rrenk-
*pster-
*tuem-
*temk-
2.*ueik-
1.*g“elH-
*pster-
1 .*heĝ-
*sed-
*herhz-
*leųd"-
*bheru-
*bhleuk-
*bhrem-
*bhreiHk-
*bhueh;-
* bten-
*Ëagh-
*kehd-
1.*(5 )ker-
2.*kel-
*keNs-
*(s)kreb-
*krehj(i)-
2.*kei-
*meik-
*treud-
*dhreus-
*meikhz-
788
Dër *spherH- Mittelkornisch
elau, gél жона.
М упи; e yn- Deg iH- dewy, dywy "deg з
gogrynu: gogryn- *kreh,( i)- gwrehaf Peng-
golo(i); golo- *legh- a mel:
ori; gor- *olher-
е k gwan- * ER Altbretonisch
gweled; gwel-, gw yl, gwelas 3.*yel- credam 1.*(s)ker-
gwellt *g'hel- delgim *delg"-
gwerthu *uert- guo-monim 1.*men-
gwledd "held. staer *steh,ĝ’-
gwneud; gwnaf 2.*uer8- strouis *streu-
haidd *sesT-
herw m. 3.*ser- Mittelbretonisch -
-hodd- *çed-
iaith *iek- goar, gous- *ueid-
llynu; llyn-, -Гуп- *hleiH- gouzroncguet *trenk-
Шуо *leißh- grueont, greont 2.*uer$-
medi; med- 1.*met- malaff *melhz-
medr 2.*met- monet 2.*mei-
mygr *meikhy- nezaff *snehj-
-mygu; -mygaf *meikhz- roeg- *reik-
mynydd 3.*men-
-mysgu; -mysgaf *meik- Neubretonisch
naddu; nadd- *snedh- bout: beth: Бер,
nyddu; nydd- ле: brig *bhreiHk-
GC Е deviñ *dheg-"h
odi 2.*pethz- klev- *kleus-
pallu; pall- *k#elh,- Sen *gh|end-
paraf "Her: razh- *rasd-
Раза. *köehs- streuein *streu-
pobi; pob- 1.*pek“- teuzi 2.*teh;-
pybyr "keint.
red- *ret- |
rhathu; rhath- *rasd- Urgermaniseh
rhoddi; rhoddaf *deh+ *böni- *д'шеН-
rhydd *preiH- *br-angija-, *branxt® *hanek-
sarnu; sarn- *sterh;- *br-enga- *h,nek-
talch *telk- *bulta(n)- *bheld-
tarfu ter gt. *deuza- *dhues-
taw *th eus- *drita- *dħreid-
techu; tech- жеи. *dröb(ij)a- *dhrebh-
tewi; taw *th eus- *drug- *treug-
toddi; tawdd 2.*tehz- *dunsta- *dhuens-
ty *reg- *faikna- 2.*peiß'-
tyngu; twng *teg- *fastu- *ses-
-thrudd *treud- *felma- *pelh;-
ys *h ed- *frusta- *preus-
ysgogi *skek- *gai- *għehj-
*gang- : *gung-
WI?
*hangista-
*harbista-
*hl@wa-
* hlütra-
*huzda-
*karö-
*lama-
*lara-, *lat-ja-
*meldi-
*natja-
*neblö-
*rahö-
*rūma-
*sandija-
*sinba-
*sindo-
*skarna-
*skarpa-
*skel-azliz-
*slapa-
*spurnö-/*spurna-
*staba-
*staina-
*stalla-, *stallija-
*standa-; *stöble)
*stifa-
*swaipa-
*rama-
*tēwa-
*ridi-
*töwa, *röwija-, *tOwula-
*turb-
* beuba-
* bihstila-
* binhslö-
* bruska-
* bufti-
*wakai-
*wakra-
*wara-, *warö-
*wippölija-
*wunska-, *wunskija-
Gotisch
afdauidai
agis
-agjan
* hengt-
*ëheH, *għeh-
*kehzk-
*(s)kerp-
2.*kel-
*kleuH-
*keudh-
* ĝar-
*lemH-
*leh,d-
1.*meld"-
* Hned"-
*sneh,-
*regh-
*reuhj-
*sent-
*sent-
*sent-
*ker(H)-
*/s)kerbh-
2.*(s)kel-
*sleh,b-
*spherH-
*srebh-
*stieH-
* szel-
*steh,-
*steip-
*k(0sueibh-
2.*demh,-
*deuhz-
*dehzli)-
*deufiy-
*derbh-
*teup-
*(s)teig-
*teng"-
*trehju-
*teup-
*ue8-
*ueß-
3.*yer-
*yeip-
*uenH-
*dheuH-
*h,egh-
*h.egh-
аһа
aih, aigun
aistand
alands; ol
alhs
alidan; *aljan
-anan*; -on
ansts
-atjan
арпат
aukan
baidjan
bairan
bair gan
balgs
bauan
-baugjan
beidan
beitan
bidjan
bindan
-biudan
biugan
blandan
blesan
bliggwan
brannjan
briggan
brikan
brinnan
brükjan
brunna
bugjan
-bundnan
-daban; -dob
daddjan
-dars
daug
digan
diwan*
-dojan*
-draban
dragan
-drausjan
dreiban
driugan
driusan
erta
Јаһап
789
*hje g-
*Heik-
* h eisd-
* hel-
*helk-
*h;el-
*menh,-
* hnehz-
* hed-
1 *het(H)-
"eng:
*bħeidh-
*bhħer-
*bhergh-
*bhelgh-
*bhueh>-
1.*bheug-
*bheidh-
*bheid-
* gedh-
*bħend"-
*pheudh-
*pheugt-
*bhlendh-
*b!lehy-
2.*ЬМеиН-
жоу.
*h;neË-
Tbireë
*b'reiH, *gher-
*bhreuH$'-
1.*b’reuH-
*bheugh-
*bhendh-
*dheHb"-
*d'eh( i)-
KR
*dheugh-
#dfeigh-
ж d'en-
ж dheuH-
KN
*dfre gh-
*d"reus-
*dhreib’-
2.*d"reug"-
*d"reus-
*Herd-
*pehzk-
790
-fahjan
faianda
faran
farjan
faurhts, faurhtjan
fijan
filhan
-filma
filu
finpan
*flokan, faiflokun
fraihnan; frah
frapjan
freis*
gaggan, gaggida
gairda
-gaisjan*, -gaisips
гатар
gasts
-gaurdans
-geigan
-geisnan*, -geisnodedum
giban
gildan
-ginnan
-gitan
giutan
graban
gramjan
greipan
gretan
grid
hafjan
häahan
haidu
haitan
haldan
hallus
hamfs
hana
hatis
haz jan
-hlaupan
-hlapans
hlifan
hlutrs
hnaiw jan
hneiwan
hölön
2.*pek-
*pehji-
l.*per-
l.*per-
*preK-
*pehji-
*pelk-
*pelh;-
*pleh;-
*pent-
*pleh;g-
*prek-
*pret-
*preiH-
*ëhengh-
*oherdh-
*gheis-
1.*meiH-
1.*gShes-
*gəherdh-
KOR
*óheis-
*ghebh-
*oheld"-
*ohed-
*ohed-
*gheud-
*ohrebt-
*ohrem-
* oħreibh-
желер а-
*ohreidh-
*keh;p-
*kenk-
Zeit.
*keid-
*kel-
*kelH-
*kamp-
*kan-
*kehd-
*kes-
*kleub-
жер, -
*klep-
*kleuH-
*Kneig"*-
*Kneig!"-
12)
*Kelhj-
hors
huljan
hulundi
lairban
*yabjan, lvapip, lvapjands
iddja
ist, sind
itan
jer
Jiuka
Jiukan*
Jukuzi
kaurn
kausjan
keinan
kiusan
kunnan
lagjan
-laibjan
laikan
lais
laisjan
land
*/аиап, lailoun
-laub jan
*-leifan, -laif
leilvan
-leiban
letan
lewjan
liban
-lifnan
ligan
lisan
liudan
liufs
liugan
-Пиѕап
-lükan
mag, magun
maidjan
-тайап, maimaitun
malan
malwjan
man, ga-man
marzjan
mats
matjan
maurnaib
*magt-
*meithz-
1.*meiH-
*melh;-
*melhzu-
1.*теп-
*mers-
1.*med-
1.*med-
1.*(s)mer-
mitan
-mot
munan
-nah (ganah)
-naitjan
niman
-nisan
niutan
08
ogjan
qiman
qiban
ragin
-raisjan
-rakjan
-ғарапа
гарјо
-redan; -rairop
геігап*; -reiraida
-reisan
rikan
rinnan
rodjan
sagqjan
saian
sailvan
sakan
'saljan
"saljan
sandjan
-satjan
sabs
sigis
siggwan
siggan
sitan
siujan
skaban
skaidan
skal
skapbjan
skeinan
-skiuban
slahan
-slaupjan
slepan
slindan
sliupan
*smeitan
1.*теа-
1.*med-
1.*men-
*honek-
*h;neid-
1.*пет-
*nes-
1.*пеиа-
*h,egh-
*heg!-
Zeien.
* otet-
*rek-
*hırei-
*hreß-
2.*reh)-
2.*reh,-
*rehjd"-
*h,reiH-
*hjrei-
*hzreg-
*h;reiH-
*rehd"-
*seng"-
*seh,-
1.*sek"-
*sehzß'-
2.*sel-
*selhj-
*sent-
*sed-
‚tseh;(i)-
*seĝ”-
zeen.
*seng"-
*sed-
*sieuH-
*skab"-
*skheid-
1.*(s)kel-
*skeht-
*skeH(i)-
*skeubh-
*slak-
*sleub"-
*sleh,b-
*n,sleid"-
*sleub"-
*smeid-
snaiws
ѕпеірап
sniwan
sokjan
spaurds
speiwan
spill, spillon
spinnan
-stagqjan
stautan
steigan
stilan
stiggan
stojan
straujan
-swaggwjan
-swairban
swaran
swiltan
-tairan
-tamjan
-tarhjan
tau jan
-taurnan
-teihan
tekan; taitok
-timan
tiuhan
tulgus
bagkjan
bahan
bairko
*-bairsan
-banjan
barf
-baursana
baursjan
-baursnan
beihan
-binsan
brag јап
preihan
priskan
-priutan
bugkjan
bulan
un-agands
us-filma
-wagjan
791
*snejg-
*sneit-
*sneuH-
*seh3$-
*sperd"-
*sptieuH-
l.*(s)pelH-
*(s)penh;-
*steng“-
1.*(s)teud-
*steig"-
*stel-
*steng“-
*stehz-
*streu-
*suenguh-
*suerbh-
1.*suer-
*sueld-
*der-
2.*demh;-
*derk-
*deuhz-
*der-
1.*deik-
*rehzß-
l.*demh;-
*deuk-
*delg"-
2.*reng'-
*ptehzk-
2. *ter’-
*ters-
*ten-
1.*ter p-
*ters-
*ters-
*ters-
*temk-
*tens-
*dhreg”-
*trenk-
*tresk-
*treud-
2.*teng'-
*elhz-
*h;egh-
*pelh,-
Tue ai.
792
wahsjan
waian
-waibjan
-waipjan
wairpan
wairban
wait, witun
-wakjan
-waknan
waldan
waljan
waltjan
walwjan
-wandjan
-wardjan
war jan
wasjan
waurkjan, waurhta
weihan, -waih
weipan-
-widan
wiljan, wili
wilwan
windan
wisan
witan
wrakjan .
wrikan
wulan
wulbus
Urnordisch
haite
tawido
Altnordisch
aka
ala
ann, unnum
arör
auka
ausa
beita
belgja
belja
berja
beygja
bingr
*h2ueks-
*hzuehj-
*иеір-
*ue ip-
*uergt-
*uert-
*yeid-
"ef:
ueg-
1.*uelH-
*uelh,-
2.*uelH-
2.*uel-
*uendh-
*uert-
1.*uer-
1.*ues-
2.*yerg-
2.*ueik-
* ued"-
*uelh,-
2.*uel-
*yend"-
2.* hues-
*yeid-
*ureg-
*ureg-
2.*иеіН-
3.*uel-
*keid-
*dheh,-
1. *h;e$-
*hzel-
* nehz-
* merh;-
*hzeug-
*h;eus-
*bheid-
*bhel8h-
*bħel H-
*bħer H-
*bheugh-
*bhengh-
bjalki
bjóða
bjork
blak
blanda
blekkja
bolginn
breyta
brim, brimi
bringa
br jöta
búa; bjö bjuggum
byggva
bylja
bylr
byrgja
bór m.
deyja
draga
dreita
drepa
dreypa
drífa
dríta
dr jüpa
drygja
duga
dvena
dvina
dyja
dynja
dynr
eikinn
ekla f.
elgiar
фа
falla
feta
Јеуја
Ла
fleygja
fleyta
Лјбіа
fljúga
flóa
fnýsa
frár
frauð
freta
*bħelk-
*bheudh-
*bhrehjö-
*bhleh;g-
*bhlend"-
*bhlehzg-
* phelgh-
2.*b"reuH-
*bhremH-
*bhrenk-
2.*bhreuH-
*bhueh,-
*bhueh;-
*bhelH-
*bhelH-
*bhergh.
*bhueh,-
*dheu-
*dhregh-
*dhre id-
*dhreb-
*dhreub-
*dhre ibh-
*dhre id-
*dhreub-
2.*dhreugh-
*dheugh-
*dh othe j-
жа" othe j-
*dheuH-
*d"uen-
*dhuen-
*Heig-
*he@H-
*nzelg'"-
*mekhz-
*peh;IH-
*ped-
2.*peuH-
*plehjk-
*pleuk-
* pleud-
*pleud-
*pleuk-
*pleh;-
*Dneu-
*preu-
*preuthz-
*perd-
frjósa
froskr
fúinn
fógja
fóra
gan
gana
gat
geta
gína
giósa
gramr
greipa
gyröa
gröta
häfr m.
hagr, hagar
hein
heiti
hemja
hengja
hjarri
hitta
hjüfa
hlaöa
hlaupa
hleypa
hljóta
hlust
hløra, hlør
hnípa
hnita
Imyggja
hnoggru
höl
holfa
holfinn
horfa
horr
hrata
hreifa
hrina
hrokkva
hvelfa
hverfa
hvesa
hofundr
hoggva
höla
*preus-
*preu-
2.*peuH-
2.*pek-
l.*per-
*@'han-
*'han-
*ëhed-
* għed-
*għehj-
*öhey-
*of'ren-
* għre ibh-
*əherdh-
*@ëhreh,d-
*kehp-
жеч.
*Ëeh(i)-
*Ëeid-
*ken-
zent,
2.*kerH-
2.*kei-
*keup-
жер -
*kleub-
*kleub-
*kleuH-
Siet.
*Ëleus-
*kneib"-
*kneid-
*ıken-
*tken-
*Kelh,-
*kuelp-
*kuelp-
*klerpH-
ж{чШе„
1.*(s)Ker-
*k"reip-
*KreiH-
*skreng"-
*kuelp-
*k“erpH-
zuer.
*keh;p-
2.*keh;u-
Stell
illr
kala
kambr
kefja, k(v)efla
kelr
kjösa
klifa
klina
klyfja
kna
knoda
koma
kveöja
kvelia
köfa, kvefa
lágr
leka
lemja
lend
lifa
liggja
lúta
meiða
meita
melja
melta
metja
metta
mettr
miga
mylja
тфіуа
möna
neyta
ndra
óask
ondurr
raki
гатг
rás
rasa
reiða
reig jask
reisa
remja
reyfa
reyrr m.
rif
rifja
793
*helk-
*@%'el-
*óembh-
*g“eh;bh-
*@'el-
*óeus-
* gleibh-
*1еіН-
*@'leubh-
* Snehz-
*onet-
* o“em-
* otet-
1.* gel H-
*oteh;bh-
*leh;ĝ”-
NËT
*lemH-
*lendh-
1.*leip-
*jeg-
*leud-
L.*me iH-
l.*meiH-
*melhz-
*meld-
l.*med-
2.*med-
2.*med-
*h ‚meiß"-
*melhz-
*melhzu-
3.*men-
l.*neud-
*nes-
*h,egh-
* ned"-
*reß-
*rehzli)-
*rehs-
*rehjs-
*reid"-
*ureik-
*hyrei-
*rehzli)-
*reup-
*Feus-
2.*reb"-
*reip-
794
rjóða
rjúfa
róa, rera
rómr
ruö
ryöja
ryja
rökja
roggr
sald
segja
selja
sitja
skakkr
skarpr
skart
skera
skeyta
skil n., skilja
skíta
skjalla
skjéta
skorpinn
skreppa
skunda
skynda
slakr, slakna
slyngva
sløngva
smeygja
smjúga
snara
snúa
snúðr
snýr
snoggr
sofa; svaf
sofna
sparri
spenja
spenna
sperna
sperra
sporna
spraka
sprengja
2 spretta
springa
stefja
1.*reudh-
*reup-
2.* hjrehj-
*rehz(i)-
2.*reud®-
2.*reud"-
*reuH-
*h reh ĝ-
*reuH-
2.*зеһ(1)-
2.*sek“-
*selh;-
* sed-
*(s)kenĝ’-
*(s)kerb-
1.*(s)ker-
2.*(s)ker-
*(s)keud-
2.*(s)kel-
*skheid-
*kleh,-
*(s)keud-
*(s)kerb-
*(s)kerb-
*(s)kueh;t-
*(s)kueh;-
*sleĝ’-
*slenk"-
*slenk"-
*smeuk-
*smeuk-
*snerk-
*sneuH-
*sneuH-
*snei g-
*sneuH-
*suep-
*suep-
*spherH-
*(s)penh;-
*(s)penhj-
*spherH-
*spherH-
*spherH-
*spreg-
*(s)preng"-
2.*(s)prend-
*(s)preng"-
*steb”-
steikja
stinga
stirfinn
stjarfi
strengr
strjúka
strýkva
stynja
støkkva
súga
svar-
svefja
svella, svall
svella (sveldi)
svelta
sverja
svía
svími
svina
sykva, svíkja
sofa
tafn
taka, tók
telgja
tengja
teygja
tøgla
tong
trega
tyggva
una
vaða
valda, olla
varmr
vaxa
vefja
'vega
"vega
veifa
vella
velta
venja
vexa
visinn
vísir
vist f.
vokr
þegja
þekja
*(s)teig-
*stegh-
*(s)dherbh-
*(s)dherbh-
*streng-
*streug-
l.*streig-
* sten-
*steng"-
*seuk-
*suep-
*syelH-
*syel H-
*sueld-
1 *suer-
*sueiH-
suehj(i)-
*sueiH-
*sueig-
*suep-
*deh,p-
*reh;@'-
*delg"-
*denk-
*deuk-
*BieuH-
*denk-
*derg"-
*gieuH-
*иепН-
*ueh,dh-
l.*uelH-
*uerH-
*hzueks-
*uebh-
*ueñh-
2.*ueik-
*иеір-
2.*uelH-
2.*uelH-
*иепН-
*hjueks-
*uei(H)-
1.*ueis-
3.*yes-
*yeg"-
*pteh;k-
*(s)teg-
*
þekkja
þerra
béttr
pbiör
biggja
bid
brefa
breyta
broskask
pruör
bungr
byrja
ósa
Neuisländisch
elgur
hvamısa
hvoma
maka
Neunorwegisch
kvelva
Altschwedisch
boa
dwggia
dia
gä
giælla
knodha
kolder
skiæl n.
valda, valt
væxa
Neuschwedisch (dial.)
hvälva
Altenglisch
acan
andswaru
bacan
bēatan
beafton-
belgan
-belgan
2.*ten@'-
*ters-
*temk-
*reih,-
1.*tek-
2.*teuk-
*(s)trep-
*reud-
*trelyu-
*rehu-
*teng"-
*tuer-
*jes-
жле"
Жер.
*kt“en-
*maß-
*kuelp-
*bhueh;-
*dħeh;(i)-
*d”eh(i)-
*għeh,-
* oħelq*-
*onet-
2.* guel-
2.*(s)kel-
1.*uelH-
*hzueks-
*kuelp-
l.*hzeg-
1.* suer-
*bhehg-
*bheud-
*bhelgh-
*phelgh-
bellan
bendan
beon
blendan
blican
blöwan
borgian
böfia)n
br&ö
bremman
breowan
briesan
brücan
brytan
bügan; beag
byrgan
cennan
ceorfan
сір
cnäwan
cnedan
cuman
cwelan
cwellan
delfan
deorfan
don
агёовап
dwinan
-dygan
еагд
ēode
feolan
-feon
*-fetan, -fat
flean
flöcan
flöwan
freoöan
furh f.
gan
gast
gengan
-ginan
ginian
grētan
grindan
hæteru
hēaf
795
*bħelH-
*bhendh-
*bhueh>-
*bħlend"-
*bhleig-
*bh|eh;g-
*bhergh-
2.*bheh;, *ӧһиеН-
*g“rehj-
*bhrem-
1.*bPreuH-
*bhreus-
*@ëenh,-
*gerbh-
*əleiH-
*öneh;-
*onet-
жое.
1.*g“elH-
1.*g“elH-
*dhel|bh-
*(s)dherbh-
*dRehj-
2.*dhreugh-
*dhgthej-
*dheugh-
* hzer-
*hjei-
*pelk-
2.* pek-
*ped-
*plehrk-
*plehzg-
*plehz-
*preuthz-
*perk-
*għeh,-
*@heisd-
*óheng!-
*ĝħehi-
+grehji-
*öhrehjd-
*o(Hhrend-
*sked-
*keup-
796
helan
helan, h&lan
heorr
hlinian
hlöwan
hlättor
höl
hölian
hön
hratian
-hreddan
hrenian
*hreodan, hread, broden
hridder
hrinan
hwösta
hydan
leccean
leccan
leornian
liccian
linnan
lücan
mäwan
melcan
meldian
meltan
mettian
miscian
murnan
r@c(e)an
r@ran
гёоѓап
ridan
röwan
sceorfan
scort
screpan
scrifan
scrincan
scriðan
scūdende
scūfan
scyndan
sengan
sēoðan
sican
sinnan
slidan
1.*kel-
*kelh;-
2.*kerH-
*klei-
*kleh,-
*kleuH-
*Kelh-
*Kelhy-
*kenk-
1.* s)ker-
*krethz-
*KreiH-
*kreuH-
*kreh(i)-
*KreiH-
*k“ehzs-
*keudh-
*sleh,g"-
же”
*le is-
*leig"-
*leihz-
1.*leug-
*hameh,-
*h mel ĝ-
2.*meld"-
*meld-
2.*med-
*meik-
1.*(s)mer-
*reiß-
*hjrei-
*reudH-
*reid"-
2.*hıreh;-
*(s)kerbh-
*skerd”-
*(s)kreb-
*skreibh-
*skreng“-
*skreit-
*(s)kuehjt-
*skeubf-
*(s)kuehjt-
*sek-
*h seut-
*seuk-
*senh>-
*h;sleid"-
sliefe
slūpan
smeortan
smitan
smūgan
snēowan
specan (sprecan)
spincan
spircan
spornan
spöwan
sprecan (specan)
springan
spyrd
stenan
stincan
sücan
sügan
sulh f.
swapan
swebban
swefan
swelan
swican
switol
tang, tange
-tang (*tingan)
tengan
tiergan, tirgan
ö@nan
-decgan
бёоп; öäh, Öungon
ðicgan
jinan
öräwan
Örengan
Öringan
öweran
w@fan
wawan
wealcan
weotuma
werian
wican
wice
wielwan
winnan
witan
-witan
*sleubh-
*sleubh-
*h merd-
*smeid-
*smeuk-
*5леиН-
*spreg-
*(s)bheng-
*(s)bheng-
*spherH-
*spheh)-
*spreg-
*(s)preng"-
*sperd"-
*sten-
*steng!-
*seuk-
*seuk-
*selk-
*k H sye ibt-
*suep-
*suep-
l.*suel-
MEN
2.*sueid-
*denk-
*denk-
*denk-
*derHg*-
*eihr-
1.*tek-
*temk-
1.*tek-
*teih;-
*trehj-
*trenk-
*trenk-
*uer-
*yeip-
*hzuehr
1.*uelg-
ж ие dt-
1.*ues-
*ueig-
*yeg-
2.*uel-
*yen-
*yeid-
Rick
wlitan
wöcig
моћ
wrecan
wrencan
wridan
wringan
wrion
wyrgan
wyscan
Neuenglisch
bloat
limp
stale
Altfriesisch
blēsza
kēra
neta
Altsächsisch
brengian
dedos
-dögjan
döjan
driogan
drüvön
flökan
Jögian
gehan
ginon
gram
-hellian
kerian
lerian
makon
mengian
-seffe, -söf
scuddian
sögian
stekan
-thengian
thiggian
thwingan
ггевап
werk
*ueid, 3.*uel-
*ueg-
*uenk-
*ureg-
*ureng-
*ureit-
*urengh-
*yreik-
*uerĝ"-
*uenH-
*bhleid-
*/embH-
* stelhzk-
*bhleig-
*geus-
l.*neud-
*h;jneÍË-
*d'eh;-
*gheug"-
*d'eų-
1.*d"reųug"-
*dhreub"-
*pleh;g-
*pehzk-
*jek-
*ghehj-
*ohrem-
1.*kel-
*geis-
*leis-
*тад-
*menk-
*selyp-
*(s)kueh;t-
*seuk-
*(s)teig-
*remk-
1 *rek-
*ruenk-
*dergt-
2.*uerg-
werran
wigan
wirkian
Mittelniederdeutsch
bakken
Mittelniederländisch
bakken
Althochdeutsch
angul
bäen
bägan
backan, bahhan
balko
bannan
bellan
besmo
biben
bläen
blecchen
bluhhen
borgen
pram
bremo
-bulzen
dagen
derren
diggen
donen
dorren
dräen
-driozan
drözen
dühen
dunkön
dwengen
dweran
dwingan
eggen
egida
eisca
eiscon
eiz
ēra
erien
797
l.*uers-
2.*ueik-
2.*uer$-
*bheh;g-
*bheh;g-
*h;enk-
*bheh,-
*bhiehjg"-
*phehg- .
*phelk-
2.*bfeh;-
*bhe[H-
*bhes-
*bhe;ih;-
*bhleh,-
*bhleg'-
*bhleuk-
*hhergh-
*bhrem-
*bħrem-
*bhled-
*pteh,k-
*rers-
1.*rek-
*ren-
*rers-
*rreh;-
*rreud-
*rreud-
*ruenk-
1 *ren’g'-
*ruenk-
*tuer-
*tuenk-
*h ek-
*h;eË-
* е is-
*h,eis-
*heid-
*h eisd-
*merh;-
798
-fehan
fehtan
ferzan
fewen, fouwen
flehtan
-flouwen
forsca, forscön
-frören
furben
gam, gen
geist
-geltan
-репреп
-gezzen
gien
ginen
gingen
-ginnan
gl
glanz, glenzen
grinan
haben
hag
hangen
hantag
heitar
hellan
hinkan
hleinen
hlinen
hlosen
hnegen
hniuwan
hruom
huolen
trarucken
jehan
jesan
-kewen
kiuwan
kleben
kleiban
klenan
kliban
klimban
klioban
-Кпйен
küma
ladan
2.*pek-
1.*pek-
*perd-
1.*реиН-
*plek-
*pleu-
*prek-
*preus-
*prep-
*olteh)-
*gheisd-
*gleld"-
*óhengh-
*ohed-
DECH hij-
"icht
жото", *Heik-
"Een
*gheid"-
*ohlend-
*óhreiH-
*kehzp-
Sech,
*kenk-
*kent-
*keit-
*kleh,-
*(s)kenĝ'-
*klei-
*klei-
*kleus-
*Kneig!"-
*rken-
l.*kerH-
*kelh,-
*reug-
*jek-
*jes-
*geuhz-
*gieuHl-
*gleib"-
*gleib"-
*gleiH-
*gleibh-
*gleibh-
*gleub"-
*дпећ;-
*geuhz-
*k40fehz-
leid
-leisa
leiten
leckön
lernen, lernön
-liban
-lingan
-liohhan
losen
maen
magen
meizzan
melchan
midan
miscen
-monen
mornen
-mullen
mund m.
muoen
näen
negen
nerien
nigan
nuoen
quellan
rad
redan
-renken
retten
rimpfan
ringan
riuten
roten
-rucken
sagen
sal
-seffen; -suob
seihhen
-sengen
sihan
sinnan
scaban
scala f.
-skehan
skerran
scioban
scirbi
scouwön
1 .*leit-
*leis-
1.*leit-
*leiĝ"-
*leis-
l.*leip-
*hjlengt"-
1.*leug-
*kleus-
*hameh,-
*mag"-
1.*meiH-
*h mel ĝ-
*meith;-
*meik-
1.*теп-
].*(s)mer-
*melhz-
3.*men-
*meh;-
*sneh,-
*Kneig!"-
*nes-
*Кпеір?"-
*knehz-
2.*g“elH-
*ret-
*kret-
*ureng-
*kreihz-
*(s)kerb-
*ureng"-
2.*reud"-
1.*reud"-
*reug-
2.*sek*-
2.*sel-
*seh,p-
жуе
*sek-
*seikť-
*senh;-
*skabh-
2.*(s)kel-
*skek-
*(s)kers-
*skeubh-
*(s)kerbh-
*(5)кеић,-
screiten
scrintan
scutten
scurz
sleifen
slifan
slihhan
slingan
slopfäri
slunt
-smeizen
smelzan
smelzen
snat(t)a
-snerahan
sniwit
sorgen
sougen
spaltan
spanan
spannan
spehön
sprehhan
spuoen*
spurt
staben
stan
stehhan
sten
sterban
sticken
stinkan
strang
strihhan
sweizzan
swelgan
swellen
-swellen
swenten
sweran
swinan
swingan
swintan
swizzen
sworga
swuozi
täen*
-telpan
teta, tätun
*skreit-
*(s)kert-
*(s)kuehjt-
*skerd"-
*sleib-
*sleib-
*sleig-
*slenk"-
*sleubh-
*hsleidh-
*smeid-
*meld-
*meld-
*sned"-
*snerk-
*sneig""-
*syerg"-
*seuk-
*(s)pelt-
*(s)penh,-
*(s)penh;-
*spek-
*spreg-
*spřeh;-
*sperd"-
жугер.
*stehz-
*(s)teig-
*steh,-
*(s)dherbh-
*(s)teig-
*sreng"-
*streng-
l.*streig-
1.*sueid-
2.*suel-
1.*suel-
* syelH-
*(s)uend!-
2.*suer-
*sueiH-
Teen ei.
*(5)иепа"-
1.* sueid-
*suergh-
*sueh;d-
*dřeh(i)-
*dhelbh.-
*dhely-
touwen
treffan
тиий
trouuen
wéien
-wahanen. -wahinen, -wuog
wahhen
wahsan
wallan
weban
-wehan
weizen
-welben
welc
wellan
welzen
wenken
werban, werben
werk
werran
winken
wirken
wolchan
wonen
zamön
zanga
zenmen
zihan
zuscen*
Mittelhochdeutsch
bellen, ball
-bliehen
bl@jen
brimmen
dehsen
glinzen
grit
jan
Jöuchen
lecken
limpfen
-queben
reben
tregen, гас
"regen
ricken
rieten
schal
799
*dheu-
*dhreb-
*trehų-
*trehų-
*h;ueh;-
жеи.
*ueß-
*hzueks-
2.*uelH-
*uebh-
2.*ueik-
*ueid-
*kuelp-
2.*ueig-
2.*uelH-
2.*ueld-
*иепр-
*k'erpH-
2.*uerg-
l.*uers-
*ueng-
2.*uer$-
2.*yelg-
*uenH-
2.*demh>-
*denk-
2.*demhz-
1.*deik-
*dehzu-
*bhelH-
*bh|euk-
* bleh-
*bhrem-
2.*tek-
* ohlend-
*ofreid"-
l.*iehz-
*ieuĝH-
2.* lek-
*lembH-
*əteh;bh-
1.*rebh-
*regh-
*regh-
*reig-
2.*reud"-
*(s)kelh;-
800
scharz, scherz
schehen
schrimpfen
sifen
tüzen
vist
walb
-wergen
Neuhochdeutsch
holpern
sprechen
zergen
Mittelniederdeutsch
bakken
klei
slüken
stenen
stönen
swäien
tergen
wrimpen
Mittelniederländisch
bakken
hael
kringhen
sipen
stüken
Neuniederländisch
krengen
Altpreußisch
doalgis
eit
embaddusisi
enterpo
ertreppa
est
etträi
etwierpt
gallintwei
geide
gerdaut
1.*s )Ќег-
*skek-
*(s)kerb-
*seib-
1.*teus-
*pesd-
*kuelp-
* uer oi.
*kleub-
*spreg-
*derHgh-
2.*bheh-
*gleiH-
*(s)leug-
*sten-
*sten-
*suehli)-
*derHgt-
*yremb-
2.*bheh;-
*(s)kelh;-
*greng"-
*seib-
*(s)teug-
*oreng"-
*delgt-
*hjei-
*bhedhh;-
l.*rerp-
1.*trep-
1.*hjes-
*rehzli)-
*uerp-
1.*g“elH-
*gheidh-
*olWerdh-
gieidi
girbin
giwa
gnode
kirdit
küra
lise
meicte
pintis
poieiti
poläikt
polinka
poquelbton
postänimai
powierpt
senrinka
sindats
skellänts
tusnan
tussi-
unds
waidimai, waisei
wertemmai
Litauisch
*għe idh-
*gerbh-
*g“ieh;-
*onet-
*lWerd-
*k“er-
*lehjgt-
*mei 909".
*pent-
*pehfi)-
*Jeik#-
жег.
*kuelp, *kleub-
*stehz-
*uer p-
*renk-
*sed-
1.*(s)kel-
*th;eus-
1 .*reus-
*yed-
*yeid-
*hzuert-
Verben werden unter dem Infinitiv aufge-
führt, darauf folgt das Präsens, gegebenen-
falls nach dem Semikolon weitere Formen,
in Sonderfällen auch eingerückt in eigener
Zeile.
aki
alkas
alkti, alkstu
apkerdZiu (alit.)
arklas
arti, ariü
äugti, дири
austi, audZiu
austi, austa
auti, aunü
badyti, badau
рагі, barù
bausti, baudZiü
bedä
been, Бёри; alit. begmi
belsti, beldZiu
beñgti, bengiü
Берїї, beriü
"bet.
*hzelk-
*h,elk-
Ziler d.
*hzerhz-
*herh;-
*hzeug-
*Heu-
l.*hzues-
*hjeuH-
*bhedhh,-
*bherH-
*bheudh-
*bheh dh-
жери.
*bhel|d-
*bheg-
*bher-
bérzas
bèsti, реай
bezdeti, bezdü
bijoti, bijau
bildeti, bildu
-bilti, -bilstu
bireti, birù
birginti
birti, byrü
bit(i)
blandytis, blandaus
blaskyti, blaskau
blesti, blendZiu
bliauti, bliduju
blisti, bl{stu
blysketi, bl ySkiu
bliäti, bliūnù
blizgë ti, blizgu
blöksti, blaškin
blukti, blunkü
bradyti, bradau
brankä
brasketi, braškiù
braukti, braukiù
breksti, brë kšta
brësti, bredù
brésti, bréstu
briäutis, briáu juos
brísti, brístu
brukti, brukù
budeti, budzin
bügti, bügstu
busti, bundü
büti
buvo; büsiu, büs-
Ciaupti, Eidupiu
dabà
dalgis
dalis
dáigyti
dalyti
dárbas
daryti, darau
daviau, däve
degti, degü
-delbti, -delbiü
déit, dedu, alit. demi, dest(i)
dereti, derin
dereti, derü
*bfirehjß-
*bhedhh,-
*pesd-
*bheih;-
*bheld-
*bhelH-
*bher-
*bhergh-
*bher-
*bhueh;-
*phlend"-
*bhleh;g-
*bhlend"-
„*b"leuH-
*břlend*-
*bhleig-
.*bhleH-
*hhleig-
*bhleh;g-
*bhleuk-
жед".
*bhrenk-
*p'reg-
*bhreuk-
*bhreh,ë-
*bhyedh-
*bhrend-
2.*b"reuH-
*bhrend-
*bhreuk-
*pheud"-
1.*b"eug-
*bheud"-
*bhuehz-
*reup-
*dl'eHb!-
*delg"-
*delh,-
ж "еіНе"-
*delh,-
*derb"-
*dher-
*delzu-
*dhe guh-
*dhelbh-
*dheh)-
*dher-
*dher-
dérgti, dérgiu
diegti, diegiu
dygeti, dygiù
dilti, delu (dilstu, dilu)
dirbti, dirbu
dirgti, dirgstu
dirginti
difti, derù
dirti, diriù
dýžti, dýžiu
dóbti, dóbiu
drapanos
draugas
drebti, drebiü
dribti, drimbü
drjsti, drensü
drizeti, driZiu
drizti, drinzu
druskä
dümti, dumiù
dúoti, diodu, alit. 35 duosti
dürti, duriù
düseti, düsiu
doen, dusü
dvesti, dvesiù
eigä
eiti, einü
alit. elmi; dial. eimu, eitu-
esti, еди; alit. еті
езй, alit. еѕті, esti
gabenti
даугі
galeti, galiù
ganiinti
gardas
gareti, gariü
gaubti, gaubiù
gauti, gaunu
gebeti, gebu; -gebau
gedeti, gedšin
gersti, geidZin
geltu, gelin
gerbti, ger bin
gerdas
gerti, geriu
gesyti, реѕап
-gesti, -genduü
gesti, gestu, alit. gesa
801
*dhreh,g"-
*dheiHg"-
*dheiHg-
*delh;,-
*derb"-
*derHgt-
*derHgh-
*der-
*der-
*qhe i oh.
*dhebh-
*drep-
2.*dhreugh-
*dhrebh-
*dhrebh-
*dhers-
*dre8h-
*dreg"-
*dhreus-
*dhmeH-
*deh;-
*der-
*dhues-
*d"ues-
*dhues-
*nzeig"-
*hjei-
*h ed-
1.*yes-
*oħeþh-
*ohed"-
*gelH-
*ollenn-
*oherd"-
* gher-
жобо р.
*gWeuH-
*əhebh-
*olhod"-
*gheid"-
1.*g"elH-
*gerb".
жбер!
*g"erhz-
*(s)g"esh-
*othedh.
*(s)g"esh;-
giedöti, gíedu, (gie(d)mi, giesti)*g'"eH(i)-
802
gimti, ретй
giñti, gen
ginti, ginù
girdeti, girdžiù
girti, girin
gyti, gyjü
glieti, glejù
göti, göju
graibyti, graibau
grameti, gramů
graZyti, grazau
grebti, grebiu
gresti, grendu
Grein, greZil
griduti, griduju
gridyti, gridiju
griebti, griebin
grieti, grejü
griüti, griųuvů
gróbti, gröbiu
grumeti ‚grumiu
guleti, guliù
gulti, guliù
gvalà
ieškóti, íeškau
ieszku (alit.)-
iešmas
imti, imù; ёте; dial. етй
ìrti, inrülyrü
Irti, iriù
jausti, jaučiņ
жойо.
*glhen-
zeihen.
* oH erqh-
*glterH-
*glich;-
*gleiH-
жоор.
*oħreibh-
*għrem-
*oreng"-
*əhrebh;-
*olührend-
*oreng"-
*għrehu-
* greidh-
*ohreibh-
*ohirei-
*ohrehu-
*ofirebhz-
*ghrem-
2.*guel-
2.*guel-
2.* guel-
*h eis-
* meik-
*h,em-
*h,erH-
2.*hıreh;-
*jeut-
Jauti (jauti), jauju (jaunu, jaunůù) 1.* ieu-
161, јбји
judeti, јиай
Jüngti, jùngiu
Jünkti, jünkstu
Juosti, јиоѕіи; 35 alit. juosti
jùsti, jundu
justi, juntù; jutau
kakti, kanki, 3s alit. -kakti
kálnas
kaltas, kalte
kálti, Кай
kampas
kapöti, kapöju
kannt, Катрі
kàpti, kapu
kařšti, karsiu
káršti, karsiu
l.*iehz-
*Hieud"-
*ieug-
*hjeuk-
*ieh;s-
*Hieud"-
*jeut-
жец.
*kelH-
1.*(s)kel-
*kelh>-
*kamp-
1.*(s)kep-
1.*(s)kep-
1.*(s)kep-
*(s)kers-
*kWerk-
karsti, kárštu
karti, kariq
kasýti
Кази, kasù
kaukas
kauti, kauju м. Кдипи
kedeti, kedu
kedinti, kedinu
kelti, keliù
kepti, Кері
Кериге
keen, kentu u. kenčiù
kifpti, kerpü
kiřsti, kertü
-kirsti, -kirstu
kilti, Куп
klaupti, klaupiü
klausyti
klausti, klausiu
klenkti, klenkiu
kliautis, klidujuos
kli$es
kliáti, КЇїйпй
klóti, kló ju
klubti, klumbù
klupti, klumpa
klusti, klusn
klusineti
knei bti. kneibiù
knìbti, knimbù
knóti, knöju
köseti, kósiu; alit. kosmi, kösti
kraipyti, kraipaŭ
kráuti, kráuju
kreipti, kreipiù
krėsti, krečiù
kreteti
kriausti, kriausiu
krieti, krejü
kristi, krintü
krusti, krušů
küles
kumpti, kumpstü
küpeti, kapu
kürti, kuriü
kusti, kuntu; Китай
kuseti, kušů
kusti, kuštů
kuteti, Кий
жер
2.*kerH-
*kes-
*kes-
x KW euk-
2.*kehzu-
*(s)kedhz-
*(s)kedh;-
*kelH-
1.*рек*-
2.*(з)Кер-
*k'endh-
*(s)kerp-
*(s)kert-
*kWerd-
*kelH-
*kleub-
*kleus-
*Kleus-
жоу).
*kleuH-
жер}.
*kleuH-
жер, -
*kleub-
*kleub-
*Ëleus-
*kleub-
*kneibh-
*kneib"-
*knehz-
*k“eh;s-
*k™reip-
*kreuH-
* И геѓр-
*kret-
*kret-
*kreus-
*kreh,(i)-
*kret-
*kreus-
1.*kehzu-
*kamp-
*kueh,p-
*k“er-
*(s)kueht-
*kyathz-
*kuathz-
*(s)kuehjt-
kvapas m. *kuep-
kvepeti, Куерїй *kuep-
kvépti, kvepiù *kuep-
kvipti, kvimpù *kuep-
laidyti *leid-
läisti, laidZiu (ostlit.) *leid-
laikyti, laikau *le ik-
láukti, ldukiu *leuk-
laupyti, laupo *leup-
lauzti, láužiu l.*leug-
leisti, leidZiu; alit. leidmi *leid-
lökti, lekin 2.*lek-
lemti, Іетій */етН-
lenas *leh-
leñkti, lenkiù *lenk-
lesti, lesü *les-
lidutia, (іди juos *leh,-
Iydeti, lydžiù *leid-
liepti, liepiù 2.*leip-
liesti, liečiù 2.* leit-
líeti, líeju, dial. le jù 2.*leiH-
liezti, liežiù *leig"-
likti, Пеко; 35 alit. liekri, dial. liika *leik!-
limti, limsta *lemH-
lipti, limpü 1.*leip-
lipti, lipù l.*leip-
1511, lendu *lend"-
Гугеті, Гуёій 2.*leit-
linderi, liüdziu *leud-
löti, löju 1.* leh-
lüginti Sleigh.
lugnas 2.*leuß', *leugh-
lüketi, lükiu *leuk-
lupti, lupü *leup-
mageti, magü *mag"-
maisyti, maisau *meik-
maldyti, maldau 2.*meld"-
тайт, malü *mell;-
maälZyti, málžau *h,melë-
mänkyti, mankau *menk-
mäsinti *mes-
mälas 2.*mer-
mäud yti, máudau *mieuh,-
maukti, maukiù *meuk-
mäuti, тдији *mieuh,-
mazgöju *mesg-
megti, megiu *mag"-
melsti, melZiü 2.*meld"-
mesti, тепёій *menth;-
803
mesti, тегй 2.*met-
metas 2.* met-
miegóti, miegù, alit. miegmi *meig h-
míelas 2.*теіН-
mieSti, miešin *meik-
migti, mingù *meig!h-
milZti, melZu * pmelßg-
mineti, тіпій, minejau t.*men-
minkyti, minkau *menk-
miñti, menü 1.*men-
mìnti, minù *menH-
эи, mirštů *mers-
mišti, туй, myStü *meik-
туѓи, теїй, alit. minZu *h,meiß"-
möti, möju *mehz-
mudrüs *meud-
mükti, munkü *meuk-
naudä, naudóti 1.*пеиа-
nerti, neriù *nerH-
nesti, пеўй *h nek, *hanek-
niaüsti, niausiù *neu-
niesti, niedu *h;neid-
-nìkti, -ninkù *neik-
-paršas *perk-
pavójus * yuehz-
peneti, penü *pen-
persti, perdZiu *perd-
perseti, persti *perk-
рети, periü 3.*per-
pesti, pesü 1.*pek-
piauti, piauju *piehz-
piemuö *pehz(i)-
piešti, piesiu *peik-
рїш, рий *pleh;-
pinti, pin *(s)penh,-
pifsti, persu *prek-
pisti, pisü *peis-
Dun, pyjü 1.*peiH-
plakti, plakù * plehzk-
platüs *pleth;-
plaukti, plaukiù *pleuk-
pláusti, piáudziu *pleud-
pláuti, plauju *pleu-
plësti, plečiù *plethz-
plëšti, ріё šiu *plehjk-
plisti, plintu *plethz-
plükti, plunkü * pleuk-
plästi, plüstu *pleud-
praparsas *perk-
804
prästi, prantü
prasyti, prašau
prausti, prausiü
pülti, púolu
püosti/puösti, púošiu
purksti, purskiü
pūsti, рисій
püsti, ритїй
pušis f.
päti, рӣпйіриуй
rägas
räkas
ranka
ràsti, гапай
ratas
raudóti, ráudu; alit. raumi
rausti, rausiù
ráuti, rauju
regeti, regiü
regzti, rezgü
reizti, reiziu
ғејй; rejau
rekles
гёк, rekiü
remti, remiü; rimsta
rengti, гепрій
repliöti
repti, repiu
réptis, ғерійоѕ
rezti, réžiu
reäti, réžiu
riaugeiti, ridugiu, alit. raugmi
riedeti, riedù
riekti, riekiü
riesti, riečiù
rieti, ríe Ju
rikti, rinkü
riäkti, renkü
risti, ritü
risti, rišůù
rizti, ти
rödyti, rödau
rüdeti, rūdžiù
sakyti, sakaŭ
sausas
sauseti, sausiü
sedeti, sedZiu
segti, segü
'sekti, sekù
*pret-
*prek-
*preus-
*peh;lH-
2.*pek-
*pres-
*peut-
*peut-
*peuß'-
2.*реиН-
*regh-
*rek-
*renk-
*redh-
*ret-
*reudH-
*reus-
*reuH-
*regh-
*resg-
*reig-
*rehzfi)-
*regh-
*rek-
*h,rem-
*urengh-
*reh,p-
*rep-
*reh,p-
*hreß-
*ureh,8-
*reug-
*reidh-
*reikt)h;-
*ureit-
*reh,(i)-
*rek-
*renk-
*yreit-
*yreik-
*rejĝ-
*redh-
1.*reudh-
2.*sek*-
*h;seus-
*h seys-
*sed-
*seg-
1.*sek"-
2sëkti, sekù
sèkti, senkù
seleti, selù
sémti, semiù, dial. semn
sesti, sëdu; alit. sedmi
seti, seju
-siaupti, -5іаирій
siausti, ѕіаисій
siauteti, siáutu; alit. 35 siausti
siekti, siekiu
sietas
sieti, siejü, dial. sienù
sijöti, sijóju
sinteti, sinčiù
sirgti, sergü
510511, siuntü
siäti, siuvü, siütas
skàbti, skabü
skabti, skambü
skabyti, skabau
skäidyti, skaidau
skaityti, skaitau
skästi, skantü
skeleti, skeliù, alit. skelü
skelti, skeliù
skersti, skerdZiü
skiesti, skiedZiu
'skilti, skylü
?skilti, skylü
skifbti, skirbstü
skirti, skiriù
skisti, skindü
sköbti, skabiü
skrebeti, skrebü
skrebti, skrembu
skriesti, skrieliu
skrieti, skre jülskrie jù
skubeti, skubü
skübti, skumbü
skurbti, skurbstü
sküsti, skutü
släbnas
släbti, slambü
slėpti, slepiù
sliñkti, slenkù
slýsti, slýstu
slöbti, slobstü
smärdas
smardyti
2.*sek!-
*sek-
3.*sel-
*semH-
*sed-
*seh;-
*seup-
*hjseut-
*h;jseut-
*seik-
2.*seh,( i)-
*shzei-
2.*sehjl(i)-
* sent-
* syer gt-
*h seut-
*sieuH-
*skabh-
*skabh-
*skabh-
*skheid-
*kteit-
*skeHt-
1.*(s)kel-
*skel H-
*skerdh-
*skheid-
1.*(s)kel-
*skelH-
*(s)kerbh-
*(s)kerH-
*skheid-
*skabt-
*(s)kreb-
*(s)kerb-
*skreit-
*(s)k(rei-
*skeubh-
*skeubh-
*(s)kerbh-
*skeut-
*sleh,b-
*slehjb-
*klep-
*slenk“-
*hzsleid"-
*sleh;b-
*smerd-
*smerd-
smaukti, smaukiù
smirdeti, smìrdžiu; smirdejo
smirsti, smirstu
smükti, smunkü
sniegas
snigti, sniegalsniüga, snigo
dial. sniegti-
sótis
spafnas
spausti, spaudZiu
spengti, spengiü
spesti, ѕрепа?ій
speti, speju
spiauti, spiáu ju
spingeti, spingiu
spirgti, spirgstu
spirti, spiriü
splendeii (alit.)
sprageti, spragü
spreägti, sprengiülsprengü
spresti, sprendZiu
sprögti, sprögiu
spädeti, spūdžiù
sraveti, ѕғауій; alit. 35 *sräva
srebti, srebiü
stäbas
stabyti, stabau
stambas
stebeti, stebiü
stebti, stembü
steigtis, steigiutos
stembti, stembü
steneti, stenù
stiebti, stiebiü
stiepti, stiepiü
stipti, stimpü
stögas
stöti, stöju
streigti, streigiü
striegti, striegiu
strigti, stringü
sädyti, sädau
sudrugti
sükti, sukü
suñkti, sunkiü
sanüs
sùpti, supü
süras
surbti, surbiü
*smeuk-
*smerd-
*smerd-
*smeuk-
*sneigt"-
*sneig'"-
1.*sehz( I)-
2.*(s)per-
*speud-
*(s)bheng-
2.*(s)pend-
*spieh,-
*sptieuH-
*(s)b"eng-
*spterh>g-
*spf'erH-
*splend-
*spreg-
*(s)preng"-
1.*(s)prend-
*spreg-
*speud-
*sreu-
*srebh-
*srebh-
*srebh-
*stemb"H-
*stebh-
жугер!
*steig"-
*stemb"H-
*sten-
*steib-
*steip-
*steip-
*(s)reg-
*steh>-
2.*streig-
2.*streig-
2.*streig-
*suehzd-
2.+*d"reug"-
*seuk-
*seuk-
*ѕеиН-
*seup-
*suehzd-
*srebh-
51511, sunsü, sunstü
sutögti
sväidyti, svdidau
svaigfi
svideti, svidü
sviesti, sviedZiu
svilti, svelù (Gem)
svilti, svilu
svisti, svindù
Saleti, šaliù
šálti, ќай
Sanküs
Saukti, Saukiü
Sauti, Saunu u. Sauju
šilti, Silo u. šilstu
ййрїї
Sliaukti, Sliaukiü
šlieti, šlie jù u. Slinü
šlovė
šlúoti, Slavu u. šlúo ju
šókti, šóku
Svaityti, Svaitau
Sveisti, Sveicin
šviesti, Svieciü
Svisti, Svintu
vireri, švitů
tandüs
tankus
tapyti, tapauı
tapti, tampu
taryti, tariultarau
гағргі, tarpstü
tafti, tariù
tasýti, tasau
tašýti, tašaŭ
táukas
taupýti, taupau
tausýtis, tausos
teketi, tekù
tèkti, tenkù
témti, témsta
teñipti, tempiù
tèpti, te pù
teřšti, teršin
testi, tesiü
tylëti, tyliù
ШАП
805
*h,seus-
*tag-
3.* sye id-
ТА
2.*sueid-
3.* sue id-
1.*suel-
1.*suel-
2.*sueid-
*kelH-
*kelH-
*kehzk-
2.*keuk-
*keųuH-
*kerh;-
2.*kel-
2.*kel-
*Kieh;p-
*kleuH-
*klei-
*kleus-
*kleuH-
*kehzk-
*kueit-
*Lueit-
*Lueit-
*kueit-
*kueit-
1.*rend-
*renik-
2.*tep-
2.*tep-
*rer-
l.*rerp-
*rer-
*rens-
zeit,
2.*teuk-
*teup-
1.*reus-
жери.
1.*гек-
*temH-
*temp-
2.*tep-
*( s)terk-
*rens-
*relH-
*relk-
806
tilpti, telpù
tilti, tila
tingeti, tingiu
fingüs
tinti, tina
tinti, t(stu
tiřpti, tir psta
-fogüs
trankyti, trankati
treksti, теи
trempti, trempiù
treti, tremiù
trendeti, tréndu
treñkti, trenkiù
trêsti, tresiù
triñkti, trenkù
-tristi, -trisù
trišėti, trišůù
truneti, truniù
trupëti, trupù
тарі, trumpü
tükti, tunkü
tumeti, tumù
tupėti, tupiù
tūpti, tupiù
turėti, turin
tùščias
tveñkti, tvenkin
tvérti, tveriù
tviñkti, tvinkstù
tvirtas
-ügeti
úosti, vodZiu
vadyti, адап
valgis
valgyti, valgau
varyti, уагай
verkti, veikiù
veislüs
veisti, уеіѕій
veizdeti, veizd£iu; alit. véizdmi
veldeti, veldu; alit. 35 velst
velmi
velti, veliù
venti, vemiù
vengti, vengiu
verpti, verpiu
versti, Veréin
verti, егін
*relp-
*relH-
*theng"-
*theng"-
*remh,-
*ren-
2.*terp-
*tag-
*rrenk-
*tresk-
1.*rrep-
*trem-
*terd-
*trenk-
*tres-
*trenk-
*tres-
*tres-
*treyH-
*treup-
*reup-
2.*teuk-
*uem-
*reup-
*reup-
*uerH-
2.*reus-
*uenk-
*uerH-
*ruenk-
*ruerH-
* heug-
1.* zed-
* uedh-
2.*uelg-
2.*uelg-
2.*uer-
2. *ueik-
l.*ueis-
1.*ueis-
*ueid-
l.*uelH-
*yelh,-
2.*uelH-
*иетћ-
*ueng-
*uerp-
*uert-
*Huer-
veřžti, уег?їй
vèsti, vedù
veiti, veř
-vydeti, -vydžiù
viepti, viepiù
yilbinti
vilgyti, vilgau
vilgt, vilgstu
vilkti, velkü
vipti, мітрӣ
vir$üs m.
virti, verda
vistüs
visti, visn -
vystu
'vyti, gei), vtjan
2yyti, vej, vijan
vöjes, -vőjus
votis
vóZti, voziu
Zébti, žėbiù; Zebmi
Zembti, Zembin
Zengti, Zengin; alit. 35 žengti
Zereti, Zerik
Ziaunos
žydėti
Ziesti, žiedžiņù
žinóti, пай
žióti, Zió ји
-Zysti
žvelgti, Zvelgin
Zveris
Zvilgeti, Zvilgu
Zvilti, Zvyla
-Zvilti
Lettisch
s.o. zum Lit.
bart, baru
bijät, bijäju
bities, bistuos
blaizit, blat zu
blêt, blé ju
bliêzt, bliêžu
brukt, brüku
buôztiês, buôžuos
ciest, cìešu
dábt, dâb ju
"wer äi,
*uedh -
Tue fi.
*ueid-
*yeip-
*yelh,b"-
2.*uelg-
2.*uelg-
*hzuelk-
*yeip-
2.*uers-
*yerH-
1.*ueis-
l.*ueis-
*yei(H)-
*ueihj-
*uiehr-
*h uehz-
* hzuathz-
*uchzß-
*gebh-
*óembh-
*ëhengh-
3.$ter-
*pleuH-
*ëeiH-
*dheig"-
*Sneh;z-
*għehj-
*ёеіН-
ж hl elgth-
*óhuer-
* gh yel gh-
*ëuelH-
*ëhuer-
*bherH-
*bheih;-
*bħeihz-
*bħleiĝ-
*bhlely-
*bhleiĝ-
*bhreuk-
*bheh,8!-
*ktendh-
*dhebh-
daidzit
аёји, de ju
det, de ju
ай, delu
diet, de ju
draüpit
drubazas
drupt, drupu
druska
duset, dusu
dust, dušu
dzest, dzesu; dzesu
dzist, dziestu
zivu
gadit, gadu
айгай, gàidu
gäju
gliebties, gliebjuos
grebt, grebju
grebt, grebju
gremt, gremju
gribet, gribu
griezt, grieZu
gubt, gübu (gubstu)
gümt, айти
Өш, айпи
ieskät, ieskaju
гёг, iemuleimu
уаш
/ети, jemu
kalns
kaltet
kämpt, kàmp ju
klàust
klusêt, klusu
knüst, knūdu
krät, kraju
kriet, kreju
kraut, kran ju
küpet, küpu
ként, küpstu
kvept, kvepstu
kvitet, kvitu
latst, laîžu
laüzt, (ай?и
Іёкаг
lekt, lecu
lidet, lidu
liet, leju
*dhħeiHg"-
*dħeh-
*dheh,(i)-
*delh;-
*deih;-
*d”reub"-
*d'reub"-
*dhreubh-
*dhreus-
*dhues-
*dhues-
*(s)g"eshz-
*(s)g"eshz-
*аЧећ-
*ghedh-
*gheidh-
*g“eh;-
*gleibh-
*ohrebh>-
*gftrebh-
*ohrem-
*ohreib"-
*greng"-
* geub"-
*gent-
*olWeuH-
* h eis-
*hjei-
Siet:
*h ‚em-
*kelH-
*(s)kelh;-
*keh;p-
*kleus-
*kleus-
*kneuH-
*kreh>-
*krehj(i)-
*kreuH-
*kuehp-
*kuehp-
*kueh,p-
*kueit-
Seid.
1.*leug-
2.*lek-
2.*lek-
*leid-
2.*/eiH-
807
likt, 17р. *leik-
lükuöt *leuk-
lùocît *lenk-
Jaüt, {ай}и *leh;-
maļu *melh;-
тай, mañ ju *mieuh;-
mazgäju *mesg-
тёр, тёаги *mag"-
miet, meju (mienu) 1.*mei-
-mirst, -mirstu *mers-
micit, micu *menk-
mit, miju 2.*mei-
mizt, miZu u. miezu *h;meiĝt-
mudrs *meud-
múdétiés *mieuh;-
nada 1.*neud-
net, пети 1.*лет-
niktiés, nikuós *neik-
niru, nirt *nerH-
nf et, nîdu *hzneid-
пети, пети 1.*лет-
рей, peļu 1.*(s)pelH-
peru, pert 3.*per-
pifst, pefdu *реға-
plaüt, рјайји *piehz-
puöstlpuost, puösu 2.*pek-
radit, radu *red"-
raidit *reid"-
raüst, ruodu, dial. rùomu *redh-
rat, ra ju *reh,(i)-
reju, ré ju *reh>( i)-
rudet 1.*reud"-
зак, saku *kehzk-
sauset *h,seus-
50и55 *h,seus-
Siet, sienu *shzei-
sikt, sikstu *sek-
Silts 2.* kel-
sirt, siru 3.*ser-
sits *kent-
skaidit, skaidu *skheid-
skrabt, skrabu *(s)kreb-
skriet, skrejulskrienu *(s)k®rei-
slidet, slidu *h,sleid"-
stier, sleju *Klei-
slist, slistu *h,sleid"-
sluvet, sluv *kleu-
smaida, smaidit *smei-
smards *smerd-
808
smiet, sme ju *smei- *ščeko *skek-
snāt, snāju *snehj- *tbrpe 2.*terp-
spaiglis *spheig- *vyja *yehz-
speru, spert *spherH- *zebe, *zechd *óembh-
sükt, sùcu * seuk-
susêt, susu *hzseus- Altkirchenslavisch
ДИЯ Bee
Oé ee Ё ES Verben werden unter dem Infinitiv aufge-
sviest, svieZu, dial. pa-svied 3.*sueid- Aihepdaranı folgt das Frasensi gegebenen-
RR en GE falls nach dem Semikolon der Aorist. Dies
er ү sueid- gilt auch für alle anderen slavischen Spra-
svist, svistu 2.*sueid- Shen.
Saust, Sausu *h seyt-
škiést, SkieZu *skħeid- alvkati, а{ъёо *h;elk-
šķist, еги жшше. -baviti, -bavljọ - *buehz-
tàuks 2.*reuk- beda *bħehd*-
tèst, tešu *tetk- bëditi, bëzdo *bheidh-
tit, tinu *ten- -bëgngti; -be&gd *bheg!-
tukt, tàku 2.*teuk- beZati, bëZo; bëza *bheg!-
vájét *huehz- biti, bie *bħeiH-
velgt, veldzu 2.*yelg- borati, bere *bher-
vert, veru 2.*uer- blesti, bledo *bhlendh-
vërtiés, veruös 3.*uer- blisk» *bhleig-
viedét *ueid- blosngti *bPleig-
viju *yiehj- bloStati, blošto *bhleig-
ziedet, гіёаи (ziêžu) *geih- bljovati, Ыјијо 1.*bfleuH-
ziest, ziefu *dheigh- bljusti, bljudo *bheud"-
ziet, zeiju *geih- bloditi, blozdo *bhlend"-
zinim, zinit *Sneh;- bojati se, bojo *bheih,-
zobs *óembh- bosti, bodo; baso *bhedhh,-
zvelt, zveļu *óhuer- brati, borjo *bherH-
zvilnét *ëuelH- -bresti, -brëgo *bhergh-
buditi, buZdo *bheudh-
Urslavisch bvdeti, Бъ2а0 *bheudh-
REN Sch -bongti *bheud"-
bego, *bezi- b'eg"- byti. bodo; byste, byše *bhueh>-
*breée *b!renk- byšešt-, byšošt- *bhueho-
*brose "hiren: cvisti, Cvbtg; -Cvble, -cvise *kueit-
*dorZe- *derHgt- čajati, čajo 1.*k'ei-
*driska, *drista *dhreid- desati, češo *kes-
*jogra *Heig- Gen, -дьпо; -Cetd *ken-
*krivd *(s)k-Hrei- иШ 2 stäet,
*ot-jolt)noti. *ot- јыъ *jeut- Xine 2.*ktej-
*modliti 2.*meld"- čisti, ёыо; Siet, *Kk“e it-
уар *mieuhj- -čiti, -čijọ; -čiche, -či *köieh)-
*polchb *pelh,- -Črěti, -Erdpo *(s)kerp-
*porchb *pres- črəpati, črěpljo *(s)ker p-
*poršiti *pres- čuti, ёијо; ču *(s)keuhj-
*snetv *sneit- дать, (dati) *dehz-
*stvdend 2.*steud- dach», dastv-
*suchd, sope *seup-
daviti, davl jọ
-dě
dëjati, dě jo
deti, dë jg
děti, dezdo
dorati, derg
-doba
-dobiti
dobr»
dojiti, dojo
dọti, damọ
-dražiti, -drazo
-drëmati, -drëmljo
drobiti, drobljo
drugo
агъгпоїі
drvZati, drožo
duchati, дио
-duti, -dujo
dvchnpri; -dvSe
dychati, dyso
аутъ
-gasati, -ваўегъ
-gasiti, -gašo
-gasnọti; -gasd
gladv
gledati
-globeti*, -globljo
-globv
gnesti, gneto
-goditi, -роѓао
goniti, gonjo
goreti, gorjo; gorošt-
gosto
grabiti, grabljo; -grëse
grado
grejati se, grëjo; -grë
gresti, gredo
greti, grebo
gron
-8romě
gubiti, gubljo
-gbbati, -gbbljọ
gbnati, Zeno
-ръпоіі
gybati, gybljo
gybnpti
choditi, chozdo
chodv
*dheuH-
*dheh,-
*dheh,-
*dfeh,-
*dheh,-
*der-
*dh'eHbh-
*qheHbh-
жень”
*dheh,(i)-
*d"meH-
*dhrehg"-
2.*drem-
*dhreb-
2.*dhreugh-
*dhers-
*dregh-
*dhues-
*dhueh;-
*dhues-
*dbues-
*d"uehz-
*(s)g"eshz-
*(s)g"esh-
*(s)g"eshz-
*olWeld"-
*ohlend-
*gleib"-
*gleib"-
* gnet-
*ghed"-
* othon-
*olher-
1.* gres-
*əhrebh;-
*gherd"-
* other-
*oħreid"-
*għrebh-
*ohrem-
*gəbreni-
*g()eubh-
ж gV eyb"-
*olhon-
же(ЧецЬі.
ж оер”.
*gft)eubh-
*sed-
*sed-
chudv
imati, jemljo
imeti, ітать
iskati, iskọ, iStesi
iti, idọ
jachati, jado
jad»
-jasati, -Jašo
jasti, jamb; јаѕъ
Јеѕть, soto; bë
jeti, imo; jetv
kajati se, Кајо se
kasati se
kazati, Ка?о
klasti, klado; klas»
klati, koljo; -kla
klecati, kle&o
-kojiti, -kojọ
kopati, kopajo
kosngti se; kose
kovati, kovo u. kujo
krasti, kradp; krad
krotiti, krošto
krotbkb
krogo
-krušiti
kryti, kryjo
kvasiti
kypeti, kypljo; -kypë
-kyseti
-kysnoti: -kyse
llajati. lajo
Majati, lajo
lakati, laco
-laziti, -lazo-
lesti, lego; -leZe, -lego
ležati. leZo; leza
lecha
legati, lëzo
Іёпъ
-lë piti
*|ëtb
-lesti, -lezo
Гесай, le&o
-lešti, -Ieko; -lechd
lijati, lë jo
-liti, Jo: -li
lizati, lizo
-longti; -lope
809
Женд.
*hiem-
*h,em-
*hzeis-
*hei-
1.*ieh>-
*hzeid-
*iehzs-
*h,ed-
1.*h,es-
*hjem-
1.*k"ei-
*kes-
*ktek-
*kYlehz-
* kelh-
KW lenkt-
P Diech
1.*(s)kep-
*kes-
2.*kehzu-
*krehz-
*kret-
*kret-
*skreng"-
*kreus-
*kreuH-
*kuath;,-
*kueh,p-
*kuath>-
*kuathz-
1.*lehz-
3.*leh>-
*h,elk-
*Jegh-
*le g-
*leis-
* leg-
*leh,-
l.*leip-
*leh,-
*lehĝ"-
*lenk-
*lenk-
2.*leiH-
2.*leiH-
*leig"-
l.*leip-
810
-ьрёи, -Iopljo; -Iope
-lopli
ljub
lomiti, lomljo
-ložiti, -ložo
-ločiti, -Io&o
lučiti
logati, lbžọo
-majati, -majo
-manoti
mazati, mažo
-mesti, -meto
metati, тего, mešto
měna
měniti, mënjo
měsiti, më So
-mëti, -тёјо
-me2iti, -mëzo
-mekngti
mesti, meto
mingti
mbnëti, monjo тьпё$е
mleti, meljo; mlechv
mləčati, тїъёо; тїъёа
-mloknpti, -тЇъёе
mləva, mloviti, mlovljo
moliti, moljo
-moriti, -morjo
mošti, mogo
mo£iti, тоёо
motiti, тохто
mrěti, тьго, morjetb; -тгёгъ
moCati, тъёо
-ntoknoti; -mbče
myti, myjo
nesti, neso; nësb
nicati, піёо
-niknoti; -niko
RUE
-nb2noti; -nbze
nositi, похо
-noziti, -noZo
noZb
-nrěti, -пьго; -пгёъ
oči
огай, orjo
oriti, orjo
ostutiti, oštušto
paliti, paljọ
1.*leip-
1.*leip-
ЫДА
*lemH-
*le għ-
*lenk-
*leuk-
*leugh-
*meh-
*meh,-
*maß$-
2.*mer-
2.*mer-
2.* meji-
2.*mei-
*meik-
*meh;-
*meig 9h-
*menk-
*menthz-
2.*mei-
1.*теп-
*melh,-
*melk"”-
*melk-
*mleuhz-
2.*meld"-
*mer-
*mag"-
*menk-
*menthz-
*mer-
*meuk-
*meuk-
*mieuhj-
*hnek-
*neik-
*neik-
*h neĝ-
*hneg"-
MII
*hjneg"-
*hneg"-
*ner H-
* ек“
*h;erh;-
*h,erH-
*ieut-
*pel-
pariti, parjo
pasti, padọ; pado
pasti, paso
pešti, peko
Dër
pěti, po jo
peti, pong; -petb
piti, pijo; pit>
-porati, -реғо
-рьгёгї, -porjo; -porëše
pesati, ріќо
plakati, plačo
-planoti
plach»
plesti, pleto
pleti, plěvo
pluti, plovo; plu
pljovati, pljujo
podoba
pojiti, po Jo
polëti, poljo
роь
-prasiti, -prašo
1*prëti, регогъ
2-prëti se, -рьго; -prëše
-prenoti
presti, predo
-preSti, -prego; -preže
progo
pusto
raciti, гаёо
raditi, raždo
rasti, rasto
rebro
rešti, reko; reče; roci
rějati, rë jo
-rěsti, -rešto; -rëtb
r&zati, rëZo
ringti se
rjuti, revo
roditi, rozdo
-roditi, -roždo
горъ
roko
roka
rušiti, rušo
ruti, гоуо; -FU
rdvati, rove
rydati, ryda jo
2.*(s)per-
*ped-
*pehz i)-
l.*pek!-
l.*peig-
2.*peiH-
*(s)penh;-
*pehfi)-
*spfterH-
*spferH-
*peik-
*plehzk-
*pel-
*pelh,-
*plek-
2.*(s)pelH-
*pleu-
*sptieuH-
KE
*pehjli)-
* pel-
*pent-
*pres-
2.*(s)per-
*spherH-
2.*(з)ргепа-
1.*(s)prend-
*(s)preng"-
*(s)preng"-
*pehzu-
*rek-
*rehjd"-
"her:
2.*rebh-
*rek-
*hzreih-
*reht-
*urehjg-
*h;er-
*h,reuH-
*redh-
*rehjd"-
*regh-
*rek-
*renk-
*reus-
*h;reuH-
*reuH-
*reudH-
ryti, ғујо *reuH-
saditi, ѕа?ао *sed-
selo 2.*sel-
sedeti, 5ё2а0; sedechv *sed-
senb *skeH(i)-
sesti, sedo; sed® *sed-
sesti, sëko; -sëše *sekH-
l sěti/sějati, sëjo; -së Zeeb-
2sëti/sëjati, sëjo 2.*sehj(i)-
-secetd *sek-
-sedzati, -seZdo 1.*seg-
-segnoti 1.*seg-
-seknpti; -sẹče *sek-
-sešti, -sego 1.*seg-
Seštb *sent-
setd l.*h2eg, *keNs, *seng®"-
si 1.*hjes-
skakati, skačo *skek-
skočiti, skočo *skek-
skopiti, skopljọ 1.*(s)kep-
skrobeti, skrobljo, -skrobe *(s)kerb#-
slab» *sleh;b-
slozbkd *sleig-
sluchv *kleus-
slušati, sluša jo *kleus-
sluti, slovo *kleu-
slyšati, slyso; slyša *Ëleus-
smijati, smëjo *smei-
-smraditi, -smrazdo *smerd-
smrado *smerd-
smrodeti, smro2do; -smrodese *ѕтега-
snegb *sneig'"-
-soCiti, -5060 *sek-
speti, spe jo *spřeh;-
ѕрогъ *spfehy-
sta jati, sta jo *stehz-
stati, stang; sta *stehz-
staviti, stavljo *stehz-
stenati, stenjo *sten-
-stignoti, -stiže *steig"-
-stolati, -steljo *stel-
sto Jati, sto Jo *steh>-
-strabiti, -strabljo */(s)dherbh-
strěšti, strěgo *ster g-
-streti, -stbrjol-stbro; -strětv *sterh;-
strišti, strigo 1.*streig-
-stru jiti, -stru jo *streu-
-strogati, -struZo *streug-
-studiti, -stuzdo 2.* steud-
811
stydëti, styZdo; -stydëše 2.*steud-
(-)sungti, sung *keuH-
sušiti, sušo *h seus-
-5ъсһпо, -sochnoti; -ѕъсћъ *h,seus-
-$ъпоцї; -sbpe *suep-
зърай, sppljo, sopiši *suep-
sdsati, sbso *seuk-
-sbš0, -Sbšoti *h,seus-
svetiti zuelt.
-svengti; -svede *(s)uendh-
svbteti (sę), SvBStg; -зуыё se *Ëueit-
-šibati *kYsyeibh-
$ь4ъ, šol», Sostije *sed-
*šteče- *skek-
Stene *ken-
-Sticati *skek-
tajati, tajo 2.*tehz-
taji, tajiti, tajo 1.*tehz-
tatb 1.*tehz-
tesati, tešo *tetk-
tešti, teko; (ëch, жеи.
teti, tepo 2.*tep-
tegnoti; -teZe *teng"-
tezati, tęžo *theng"-
-teZati, -teZo *ıhengh-
toleti, tblë jo *tel H-
toliti, toljo *tel H-
tlěšti, tloco; tlěch», -tlbče *telk-
točiti, točo *tekť-
-toliti, -toljo *telH-
tomiti, tomljo *temH-
-tongti 1.*tep-
-topiti 1.*tep-
toga, tọžiti *tengh-
traviti, travljo *treuH-
tresti, treso *tres-
truditi, truzdo *treud-
trud *treud-
-truti, -trovọ; -tru *treuH-
-trvdzati, trëZo 1.*ter g-
-trognoti, -trože l.*terg®-
tropeti, tropljo; tropëcho 2.*terp-
troti, tbrjoltbro; -trd, -tbre, -torje *terh,-
tuko 2.*teuk-
tokati, točo 1.*teuk-
toknọoti; -toče 1.*teuk-
tošto 2.*teus-
tvoriti, tvorjo *tuerH-
-tvoriti *Huer-
812
tykati
učiti, učo
-uti, -ujọ; -ušę
vaditi, уа?ао
valiti, valjo
valjati
variti
veleti, veljo
ivesti, vedo; уёзъ
2yesti, vezg
védëti, уёаё/уёть
vë Jati, vě jet
veno
-vengti
-vesti, -vezo
vezati, veZo
-veznoti, -veze
viděti, viZdo, vidętv; уі? аь
-vingti
-viti, -УЬЈО; -vilb
vodova
voreti, vorit
VbSb
vlačiti, vlačo
vlasti, vlado
vlěšti, vlëko; -vlecho
voditi, voZde
voliti, voljo
-voriti, -vorjọ
vratiti se, vrašto
-vrësti, -угъто; -угёзъ, -угъте
vrëšti, угъро; -угъдъ
-vrěti, -уьго; -vrëtb
-vrbngti se
vroteti se, vrošto
угъсћъ m.
vyknoti, vykno
zeti, zebo
zijati, 2ёјо
zinoti
zbdati, ziZdo
-zbrëti, -zbr&jo
гьгён, zbrjo; -zbre
znati, znajo; гпасћъ
-zobiti, -zobljo
-zoriti, -zorjo
zobo
2ғъпо
Zedati, ZeZdo
1.*teuk-
*hjeuk-
*h;jeuH-
*yed"h,-
2.*uelH-
2.*uelH-
2.*uer-
*uelhj-
*uedh-
Sie äh.
*ueid-
*hzuehj-
2.*ues-
* s)uend"-
*h,emë8h-
*h;jemëh-
*memgt-
*yeid-
*ueihj-
*шеһ-
*h>yuiedh-
*uerH-
*ueik-
* h;uelk-
1.*uelH-
*hyuelk-
*uedh-
*uelh;-
*Ниег-
*uert-
*uer8h-
Suerg.
*Huer-
*uert-
*yert-
2.*uers-
*hjeuk-
* ŝemb"-
*għeh;j-
*ĝħeh;i-
* dheigh-
Sëerh--
3.*óher-
*ëneh;-
*бер!-
*ŝerhz-
*óembh-
*Berh;-
* gttheqh-
Zedëti, žęždo
želěti
žešti, Zego; Zeie
Zeti, Zunjo
Ziti, Zivo
Zudati, Zido
Zovati, ZiJotb
zlesti, Zledo
zreti, Zorg; -Zrëtb
zroti, ZorjolZoro; -Zrochd
Kirchenslavisch
bresti, bredo
broditi, brozdo
brosnuti
dlobsti, dlobo
Cakati
dreti, аьго; -dre
dysati, dyšo
-grometi, -gromljo
-klekngti
kroiti, krojo
-kovati, -kyjo
-kynoti
-kyvati
тей, тьпо
oditi, о?до
gziti, о2о
рьсһпоп
рьсһотъ
рьгай, pero
plaviti
poklopv
-platiti, -plasto
poditi
prati, porjo
Ikpreti; -pre
2_preti; -ргёгъ
proziti
гевпо
зтёаъ
snovati, snovo
-stegnoti
-strobe
-styngti; -styde se
Suti, sbpo
Sokati, suče-
svepiti se
sypati, sypljo
* gedh-
Kai
*dheguh_
"giel,
*oljehz
*gheidh-
*8ieuH-
*oheldh-
*g“erh;-
*gə“erH-
*bhredh-
*bhredh-
*bhreuk-
*qhelbh-
жек
*der-
*dhues-
*ofirem-
жер
*kreh/(i)-
*keh,u-
*kehju-
*keh]u-
*menH-
*(s)uendh-
*h,emgt-
*peis-
*peis-
3.*per-
*pleu-
*klep-
*(s)pelt-
2.*(s)pend-
1.*per-
2.*(s)per-
*spferH-
*(s)preng"-
*yreng-
*smeid-
*sneuH-
*steg"-
*(s)dherbh-
2.*steud-
*seup-
*seuk-
*seup-
*seup-
813
šiti, šiJo *sieuH- krjatati l.*kert-
tryti, tryjo *treųuH- očutiti, očuču *jeut-
vesti, уе20; -vesta *uegt- prysnuti *preus-
voziti, уо?о *ue8h- rbče- *rek-
zaklepv *klep- sorbati*, sereblju *srebh-
snubiti, snublju *sneubh-
Russisch-Kirchenslavisch ѕоёігі, soču 1.*sek“-
Ke stonati, stonju *sten-
blejati, blë ju *bhleh,- 5 Ме
2 Г. Svbnuti kueit-
bleskv *b"leig- ak; x
N sys tjati, tenu temhj-
briti, brijo *b"reiH- : : *
Ж Я FR trepati, treplju 1.*trep-
-brusiti, -brusu *b"reuk- We *treuH
bysest-, bysost- *bhuell- Ber Ger
dere Ee tyti, tyju *reuhz-
cediti *skleid- er
vorotiti uert-
cvotěti *kueit- к *h euk
GE 3 *(s)ktep- ууёе- neuk-
SERRE > w m S zobb * бер!
E SN SEET SR Zelesti, Zeledu * оће[а"-
golemv *gelH-
gromada *очғет- Russi
ussisch
ludo *leud-
nognoti *meigh- bažíť, bažú *bheh;g-
mlěsti, melzu *h;nel8- Браг *bheugh-
rodeti sja, roždu 1.*reud"- bereza *bhreh;,8-
stereči, steregu *sterg- brykát' *bhreuk-
-ѕъріе- *suep- -brjáknut' *bhyrenk-
гуп, tyju *reuhz- b:det' *pesd-
vorchu l.*uer s- сһуёјаг sja, chve jus’ *sueh,(i)-
vor psti, vorpu *иегр- аёпи *dheh;,-
zvbnju, zvbnëti *óhuen- deërgat' *derHgt-
Zeleti, Zel&jo 1.*g"elH- аёгпиг *derHgt-
Zolderi *olWeldh- doít', doju *dheh,(i)-
dólja *deih,-
Serbisch-Kirchenslavisch dórob *derb"-
; adáť * għed-
-drognoti *der Hei. EE = 2
ЖЫГЫ, Ñ gljader', gljažú g"lend-
socati, SbCQ *seik"- EE * għed!
kytati s *(s)kųueh,t коза Set
$ 2 $ - Ç
Si Ee ; k N gölod *olWeldh-
-tropěti .*terp- BE Y
y x. „О kájat', káju | 1.* kej-
eel, Samgo Sant luč, lueit'sja *leuk-
А ludit', lužú *leud-
Altrussisch пиг *leuH-
bajati, baju 2.*bheh;- Гирїї', lupljú *leup-
beei, bëgu *bhegu- májat', máju *meh;-
-ceresti, -Certe *(s)kert- -mknut *meuk-
de *d'eh;- mólviť *mleuh;-
gajati, ga ju *glWeHli)- ocnür'sja * iet-
goje жое. orát', orü 3.*h;er-
konb *ken- perdét', peržú *perd-
kriti, kronju; -kri *ktreihz- pólomja *pel-
pret', préju *preh,-
814
provórnyj
pryg
pryt
гајаг, гаји
гёрпиг
rézat', rezu
rínut'
skórbnut'
skresti, skrebú
skust, skubü
$га, serú u. serjü
stegär
sterbnut'
-stígnut'
Ston
зиёї’, sučú
Scepa, scepät'. sčepíť
ўра"
terpnút'
tjanút'
topít, topljü
torotoríť
trupít', trupljü
túchnuť
tušíť, tušú
túžiť, tužíť
vólgnut'
volóžiť
vrať, vru
Ukrainisch
bháty
čérsty, ёги
jebátyl jéty, jebü
kojíty, kojú
livýty, livljú
lýkaty
s'káty
snit
tjáknuty
Polnisch
-brzasknad
brzmieć, brzmie
gabad
judzić
kopać, kopię
milknad
2.*uer-
*ргец-
*ргеи-
*rehzli)-
*reip-
*ureh,8-
*h;reiH-
*(s)kerb-
*(s)kreb-
*skeubh-
*Ëer( H)-
*stegh-
*(ç)dherbh-
*steigh-
*sten-
*seuk-
1.*(s)kep-
*k sue ibh-
2.*ter p-
жөлө”.
1.*tep-
*ter-
*reup-
l.*reus-
1.*reus-
*phengh-
2.*uelg-
2.*uelg-
*uerhj-
*bheugh-
2.*(s)ker-
*jeb"-
2.*k'ei-
*leh;-
*sleuk-
*h;eis-
*sneit-
1.*tek-
*bhreh,8-
*bhrem-
*ghebh-
*Hieudh-
1.*(s)kep-
*melk"”-
modlić
mżyć
ріупас
skrobad, skrobię
-strzac, -SIrZEgE
Scieg
-tUSZYĆ, -tusze
Obersorbisch
bać so, Баји
Altcechisch
hrbieti
mzieti
ге
ruditi
sedeti
Cechisch
bzditi
čára, Сагай, Сагат
jet
hoditi
klusati
krsnouti
kvapiti
leviti
тії
octnouti se
pníti, pním
pršeti, prsim
rústi, rostu
řku
smeknouti
snet
-stehnouti
tratofiti
ган, žeru
Slovenisch
diti, dijem
dfpati, dfpljem
drzati, dfzem
dáti, dú jem
kopäti, kopám/kópljem
mazeti, тәгі
moliti
2.*meld"-
*ymeißt-
*pleu-
*(s)kreb-
2.*streig-
*stegh-
1.*reus-
1.*bħehz-
*ghyebh-
*meiglh.
*rek-
*reudH-
*sed-
*pesd-
3.*kerH-
1.*iehz-
*ghedh-
*kleub-
*k erk-
*kueh,p-
*lehy-
*hzmeiß'-
*jeut-
*(s)penh,-
*pres-
"her:
*rek-
*smeuik-
*sneit-
*steg"-
*ter-
*g“erhz-
*dhueho-
*drep-
*derHgh-
*dhueh>-
1.*(s)kep-
*h;meiĝ"-
*melhz-
pazdeti, pazdim
phäti, pšëm
plati, pöljem
-predati
-presti, -predem
smükati, тиди
sräti, serjem
studenac
träpiti
zdenac
Serbokroatisch
bruüsiti
cijediti
Cekati
сіі
dlisti
dirpàt, drpljem u. арат
dřpnuti
gäziti
-göditi
iz-möliti
kljüsati
kresati, kresem
kretati, krecem
kka
läznēm
mäknuti
mariti
mìžâm, mizati
-mòliti
mluviti
öbü
öriti se, öri se
pjevati
plämen
pràm
pfhnuti
pfskati, рЁзКат
prsnuti
sinuti, sinem
sito
stignuti
svànuti
їЁпип
IPZë-
vin
vfše
zdénac
*pesd-
*peis-
*pelh,-
2.*(s)prend-
2.*(s)prend-
*smeuk-
*ker(H)-
2.*sreud-
2.*ter p-
2.*steud-
*bhreuÉk-
*skheid-
жоо.
*(s)keuhj-
*dhelbh-
*drep-
*drep-
жое ah.
*ghedh-
*melh;-
*kleub-
*krek-
1.*kert-
ШУЛ
*leig"-
*meuk-
1.*(s)mer-
*hmeig"-
*melh;-
*mleuhz-
*h;euH-
3.*hzer-
2.*peiH-
*pel-
1.*per-
*pres-
*preus-
*preus-
*skeH( i)-
2.*зей(1)-
*sreigh-
*Ëueit-
2.*terp-
1 .*ter eil.
*uieh;-
l.*uers-
2.*steud-
zebe
Bulgarisch
borsa
mája
Albanisch
ardhur
ageg. arðunë-
bën, bëj
ageg. /раћ!-
Ibie
2bie
-bin
bind
botë
bredh
çan, çaj
gjerr
del, dal; dola
derdh
dergjet
di; dita
djeg
djerg
djerr
do, dua, deš
dredh
dha, dhamë, dhashë
ageg. /бат/-
dhemb
dhez
dhëmb
dhjes, dhjet
end
ep,ap
erdhi
ënj
Ле (Лё); fjeti, ageg. /fjetunë/
ftoh
gardh
gjan
gjanj
gjas, gjet
gjen, gJindet
gjerb
gjesh
ha
815
* бетБ'!-
*bhreuk-
*mehz-
*herĝ"-
1.*bħehz-
* bh er-
*bherH-
*bheiH, *bhueh;-
*bheidh-
*bħuehz-
*bhyedh-
*(s)kedh;-
2.*(s)ker-
*d"alh)-
*gtergt-
*suergh-
*dheiH-
NI
*derHgt-
*der-
*geus-
*dher д^.
*deh;-
* gemb"-
*dhe gh.
zëembh,
*ëhed-
*hent-
*hep-
*hyergh-
*hyeid-
*Klei-
1.*rep-
*əherdh-
*əh|end-
zeihen.
*ghlend-
*ghed-
*sreb"-
*jes-
*hjed, *h;eu-
816
hangra *g“erh;-
ageg. angreh, aalb. megarune-
harr 2.*(s)ker-
hedh *(s)keud-
пед, і; dial. helg *selk-
hjedh *(s)keud-
Јат, Eshteläshte 1.*hyes-
Jep, jap *ер-
kam *keh,p-
kep 1.*(s)kep-
lan, laj *leuh;-
ageg. laa-
len, lej *h,leud", *leid-
lë; la, lashe
lërë; geg. lä-
lidh
lind
lodh
madh
manj
mat, mas
mban
mbin
mbledh; mblodhi
mblon, mbloj
merr, marr
mjel
mot
ndan
ndez
ndjek
nden
ndot
nduk
ngah
ngan
ngre
ngrihet
ngroh, ngrohet
ngjesh
nxej
nxeh
njeh, njoh
pashë, pa
aalb. paae, paa-
perdah, (n-)dava
përkul
përtyp
pi, aalb. pii
*leh,-
*leig-
*h,leud", *leid-
*leh,d-
*masd-
*masd-
*mehj-
*bher-
*bheiH, *b"yeh,-
*leg-
*pleh,-
*merh;-
*h,mel8-
2.*met-
*deh,(i)-
ЫШ
*tekť-
*ten-
жое.
*deuk-
*ə“em-
*o“em-
*h,ger-
*h,ger-
жошо.
*jeh;s-
ж рер.
женер.
*öneh;-
*peHs-
*dehz(i)-
*k“elh,-
*(s)teup-
*pehz(i)-
pjek 1.*pek*-
pjerdh *perd-
plonj *pleh,-
gan; atosk. claanae *Ëlehou-
ge, qeshë *k“elh;-
ageg. cleh, atosk. сіё-
qell Ziel.
geth *khæ id-
quan *kleu-
guhet *kleu-
ra, rashë *rehjs-
aalb. raa. raae-
rjep *rep-
rreh, rrah- - *ureh,8-
rrëfen *ËeHs-
ageg. /Fë-fyen/-
rrjedh *reß-
sjell *k"elh;-
syen *k''ieu-
sheh, shoh 1.*sek!-
shaerr 2.*(s)ker-
shquan 2.*(s)ker-
shgyen 2.*(s)ker-
shpreh *spreg-
shtie *sterh;-
shtir *terh;-
shtjell *stel-
shton. shtoj *stehz-
shtrin, shtrij *sterhz-
shtron, shtroj *sterhz-
shtyp *(s)teup-
ter *fers-
tjerr *terk"-
tredh *treud-
tremb *trem-
thom, thotë, thosha; thashë, tha *ËeHs-
vdes жек.
уеп *Неи, *h,ent-
vesh 1.*ues-
vete; ageg. ve; vo(te) *hel-
vë; vuri, ageg. vñ *uenh;,-
vjedh *uegt-
vjen, vij; erdhi *hjerĝ"-
vjell 2.*yel-
vjerr *hzųer-
zë *ëhuen-
zien жобу.
zvjerdh "uer äi.
Westtocharisch (B)
Verbformen werden unter der nach den
Prinzipien von HACKSTEIN 15ff. angesetzten
toch. Wurzel aufgeführt (in Einzelfällen
kann von seiner Auffassung abgewichen
werden). Die Verbalformen werden nach
Stämmen durch Semikolon getrennt ange-
führt, in der Reihenfolge Präsens; Konjunk-
пу; Präteritum; PP angeführt. Falls zwei
Averbos zu einer Wurzel existieren, stehen
diese jeweils in einer eigenen Zeile.
Jok-/ 1.*h;e8-
āśäm-
laks-I 2.*hyeg-
äksänı-
/ana-! *menh;-
anäassänt-
Гаға-! *h,erH-
orotär, йгат; āra-
ārsäm; oräh-, ari; orasta-
/al-I *h;leu-
lalask-I; älyinträ-
Гаіа-/ *helh;-
alāssäm-
fas-/ s. par--
/а$а-/ *h;eh,s-
osotär; asäre-
äre *h;erh;-
li-l *hjei-
yam-
liya- 1.*ieh3-
іуат-
/епк-/ hnek-
enkastär, entär, enksate-
eprete *pret-
/ег-/ *her-
ersäm, ertär, ersate-
/ai-l 1.*hjai-
qissám; āyu-
laik-I *Heik-
aistär, ekasta-
Jout-/ *ueg!-
ewkäm-
/auks-/ *hyueks-
lauksask°l; auksi--
/Ката-/ * gem-
kamāte-
817
/katk-I *@'eh,dh-
käccäm-
/karpa-! *k#erpH-
kor potär; kar pästa-
/Кәа-/ *(s)kedh;-
катат, kämtam, känta°; Stasta,
ktäte-
/katka-! KWR
kättankäm, kätkanam; Satka-
/Кәп-/ *Benh;-
knastär; kantär, knetär-
/Кәт-/ *ə“em-
känmassäm; Sman-, śanmäm; sem,
kamem; kekamu-
/Кәга-/ 1.*kerh>-
karnässäm; kärnau-
/kor ya-l *kt'reih;-
kärnästär,; kärnätsi; Кйгуйт-
/karsa-l 2.*kers-
kärsanatär; kärsam, Sarsa
/karsta-/ 2.*kers-
karsnam; krästam; karsta
/karska-/ 3.*kerH-
kärskemane; karssa-
/kəl-/ *kel-
kalsäm; kelu, kaltsi; keltsa-
/kala-l *K#elh)-
källässäm; kalam; śala-
/Кә1п-/ *kleu-
kalnem-
/kalpa-! *klep-
kälpāsk-; kallam; kalpa-
/КәГу-/ *klei-
kaltär-
/kalyp-I *klep-
/kəl(y)pəsk-/; kälypi-; kälypäwa-
/kəls-/ *kel-
kalstär, kältsenträ-
/Кә$-/ *s)g*eshz-
kesän; Кѕегӣг; kesasta, kessante-
/kask-I * ghen-
/Ки-/ *ëheu-
Кизйт; kewu; kewwa-
kene *ëhuen-
keme *ëembh-
/Каи-/ 2.*keh;u-
Каизйт; kowäm, Камат; kowsa-
/kauta-! 2.*kehzu-
818
/klawa-/ *kleu-
klowotär-
/klənk-/ *hlengh-
klyeiikträ (klyenktär*); klanktsi-
/klyep-! *klep-
klyepträ-
/klyaus-I zen. *kleus-
klyausäm; klyausa-
/kwa-l *għueH-
kwātär-
Ikwəra-/ *óhreiH, *g"gher-
kwremntär; kurau*-
/kwəsa-! *Ëues-
kwäsnätär; kwäsoyen-
/сәтр-/ *temp-
campäm-
Па-/ s. Itas-, tətta-l-
Itaka-/ *stehz-
täkanı, täka-
Itas-I Kl
tāsem; /tas°/; tessa-
tāś *tag-
/tənk-/ *ћепр!-
сепкет, tanksäm, гайсі-
/tətta-l *dheh,-
tattam-
/təm-l *tem-
tänmastär, стегӣг; temtsate-
tanmässäm-
/tərk-/ *terk"-
*tarka-; tetarku-
йәгКа-/ *TerKh,-
tärkananı, tärkam; carka-
tärkättsa *rerk!-
Itərsk-I *treh;ĝ-
tressäm; trāskalye-
/tola-I *relh>-
tallam; [t]lava-
/təlp-/ *telp-
talptsi
talpässerica-
/talpa-I *telp-
tälpälle-
Itek-, tək-/ *tehĝ-
ceśäm, ceken-; tekäm, taśi; teksa-
/trənk-/ *terh;-
Itrik-/ *treiK-
triksäm; trisäm, traiksa; tetriku-
triketär; trika-
/trenk-I *dreg"-
Itwanka-/ *uenk-
tatwänkau-
/twas-l *d"uehz-
twasastär-
/nak-I *honeh;-
näkstär; näk-; näksate-
/nask-I *(s)neh>-
näskenn-
Inak-I *nek-
nakstär; nketär; neksate-
naksäm; neku, nakäm,; nekasta-
/пәт-/ 2.*пет-
namsäm; nmetär, птег5і; nemar--
Inwa-l *neuH-
ñewetár; пимоугӣг; nawatdi-
/nes-I *nes-
nesau-
Ipask-/ *pehz(i)-
paskenträ-
pake *bhag-
Ipak-I 1.*pek!-
pak.säm, pakstär; pkelñe; pepeku-
/pakw-I 2.*pek!'-
paktär pkw’äntär-
/par-! Ep'er-
paräm; [āssäm, /p-asa-/|-
/рәгКа-/ *bher8h-
parka-
/рәгза-/ *pres-
prantsäm, parsnam; pärsäte-
/рәг$Ка-/ *ргеК-
parskam; präskan-
/pala-/ 1.*(s)pelH-
pällätär; раїатаг; pälatai-
рә! УЛ
palkäm-
?/pəlk-/ *bhleĝ-
pälketär; palyksatai-
palksänı; Ipəlyśə-/; pelykwa-
/palka-I *bhleĝ-
pālkam; palyka-
/palwa-/ *mleuhz-
palwam-
/pik-/ *peik-
ріпкет; paikatär; paiyka-
Гріуа-/ 2.*peiH-
piyam pāyalñe-
/penn-/ *(s)penh;-
рейпагӣг; pännam; рійћа-
/pauta-! *bfeud”-
pautotär; рашоу-
/руаК-/ *piehz-
pyasi, pyäktsi; pyakar-
/prek-I *prek-
preksäm, preku; preksa-
ргетиѕа *bher-
/plak-I *pleh;k-
plak siyem; plāktsi-
/р1и-/ *pleu-
plusäm; plyewän; ple,'salplyewsa-
/manta-! *menthz-
mintanam, mäntam, mäntaññem;
татат; mantäwa-
/marsa-l *mers-
[mälrsetär; märsam; marsa-
/mala-I *melhz>-
mällastär-
/masa-I *meusH-
masa-
/mask-I 2.*mei-
maskässänt-
/maska-! 2.*теп-
mäsketär-
/mit-! *meithz-
maitem, mitentär,; maitam; maitar,
тайат-
/тім”-/ *mieuh,-
miwäm; maiwatsi; maiwäte°-
/musa-l *meusH-
musnätär-
/muska-l *mieuh,-
musketär; muskätsi; muska-
/mely-I *melhzu-
melyem-
maistär *meh;-
lyata-/ *iet-
yototär; уйат; yatate-
/yəs-/ *ies-
yastär
ysissi
/уаза-/ *ies-
yayasau-
Iyask-I 2.*iehz-
yastär-
Гуәҝ-/ ‘gehen’ *meig"-
yku-
819
/уәКа-/ жлеб H.
yüknästär; yäknäntär-
/уәпт-/ *h,em-
yanmacer, уйптаѕкет; уоптӣт;
yonmasa-
/yap-I *iebh-
/yanmask°/; yopu, уорӣт, yapi;
yopsa-
/yuka-! *jeugH-
yuksäm; yuka-
Iyok-I *hjegtt-
yokäm-
/rak-I *hzreß-
raksau, rasäm, reksa-
/rama-I *hrem-
rämnoyem; rämantär,; rämäte-
/ru-/ *reuh,-
rusentär; rewät-
reki *rek-
/rwa-l *reuH-
rwätär-
/lək-/ *legh-
Iyasäm-
/lət-, lənt-! *n,leud"-
lənnásk°; lənn-; lac-
löntask°-
Пәта-! *lembH-
lāmam; lyama-
/lik-/ *uleik"-
liksan-, laikanaträ; laikāte-
llita-/ 1.*leit-
laitontär; laitam; lita-
/litk-/ 1.*leit-
Iyitkässäm,; litku-
llipa-1 1.*leip-
lipetär, lipātär; lipa-
/1иК-/ *leuk-
luksäm; lyuśtär; lyauksa, lauksäte-
Iyuketär; lyuka°-
Ilut-i *h,leud"-
lyutəsk-; Пуисә-, lyute-/; Iyautsa-
lluwa-! *leuH-
lyewetär; lawam; lyuwa-
lyauto *leut-
walo 1.*uelH-
/wak-I *ueh>,@'-
wäkstär-
wokontär; wäkam; wawäkau-
820
мара-/ *uebh-
wapatsi; wapa-
/waya-l *yeih,-
wäyam; waya-
warksäl 2.*uer$-
/waska-l *yeg"-
Iwafs)-I 2.*ues-
wasa-
/Iwant-/ *yend"-
wäntanam; wänträ, wäntsi-
/war-, warsk-/ 3.*uer-
warssän; wrätsi; wärskänte-
/wark-I 2.*uerg-
/warka-I 3.*uer$-
warkäre-
/wart-/ *yert-
wärnämane-
was- 1.*ues-
yäskemträ; wastsi; wässäte-
Zwar 2.*hzues-
wsassäm; wsi--
/wik-/ *yeig-
wikserica, wisäm; pwikso-
wiketär,; wikātär; wika-
were 3 fuer:
/$аї-/ *glieh;-
/$аи-/ *glieh;-
Sawenm-
/sauk-/ 2.*keuk-
Sausäm-
/swa-/ *gieufl-
Suwanı; Suwa, Sawäte-
sai 1.*hjes-
salamo l.*sel-
/ѕәіа-! l.*sel-
saläskemane; sällatsi; saläte-
/salka-/ *selk-
slanktär; sälkam; sälkäte-
/sika-/ *seik-
siknanı, saikam-
/ѕіп-/ 1.#seh,(i)-
/sinəsk°/-
/swa-/ Zeen:
suwan-
/soy-I 1.*5е/(1)-
ѕоует; soyäre-
/5(К)-/ l.*/yes-
star°, skentar°-
/stama-I *stemb"H-
stämamı, Samalscmä°-
Sanmässäm-
/ѕрәта-/ l.*spend-
Späntetär-
/smi-l *smei-
smiyän-
/ѕуа-/ 1.*sueid-
Itsaka-I *dheiH oi.
tsäkam-
Itsak-I *deuk-
tsäksyeric-
2/tsək-I *dhegh-
tsaksäm; tsekär- =
tskastär; tskemar; tseksamai-
Itsama-! 1.*demhz-
tsmetär; tsmāntär; tsama-
tsamst; tsamtsi; tsemtsa-
/Itsara-/ *der-
tsretär; tsralñe; tsrāwa-
/tsəl pa-/ *dhelbh-
tsälpetär, tsälpäre-
tsalpässäm-
Itsika-/ *gfeig"-
tsikale-
/tsuk-/ *deuk-
tsauksä°-
/tsuwa-/ *deuhs>-
tswetär, tsuw'a-
Osttocharisch
ar- "ber:
aräs, aräntär, arsät-
āk- 1.*h;e8-
йКепс°-
ärä- *h,erH-
aratär, āras; ār-
āräs-
äl- *h,leu-
aläs-; alna-: älsät-
äsä- Zeche:
asatär, asas; asds-
i- Ze:
yiñc-
e- 1.*hjai-
esam; em-
ok- *ueg"-
ode,
kam zéien.
kamƏ *óembh-
katk- "g’ch,dh-
käckäc; kaccäre-
kāmā- *gem-
kämatär; kämat-
kärpä- *k“erpH-
kärnas, kār p-
kās- *keHs-
kāsiñň--
kätkā- *dheg!hh,-
ktänkenc, katkat; kcäk-
kän- * enh,-
knästär, knatär-
käm- Zeien.
kumnäs; Smäs-
kärn- 1.*kerhz-
kärnäsmän-
käl- *kel-
kläsmäam-
käla- *k!elh;-
källās; klas°; säl-
käln- *kleu-
kälninic-
kälpä- *klep-
kälpnätär, kälpätär; kälpäte-
käly- *klei-
kälytär-
kärstä- 2.*kers-
kärsnäs,; kärstät
kärsä- 2.*kers-
kärsnäs, krasas; Särs
käs- *(s)g’eshz-
käst; ksalune; kaksänt,; käkso-
kätā- *(s)kedhz-
knās; katar-
ku- *hey-
kus; sosam-
kurä- жобо.
kursamntär; kuro-
ko- 2.*kehzu-
kosam; käwenc; kos-
kotä- 2.*kehzu-
knä- *Sneh;-
knänat; Клаѕӣѕі-
klāwā- *kleu-
klawas-
klänk- *h,leng"-
klänkässi; klänknimäs-
klyos-
klyosnäs°, klyosäs, klyos°-
cämp-
cämpäs,; campär-
ма-, tās-
täse; tä-, 125°; casäs-
2а-, tākā-
tämäs, täkenc; täk-
tapa-
tāsk-
tāskmām-
tāśśi (Pl.)
tänk-
tänkästär; cankär-
täm-
tämnästär; cmatär, tamät-
tämnäs-
tärkä-
tärnās; tarkas; cärk-
tärsk-
trāskas-
tränk-
KIT
tränı-
trämäs, tärmiñc-
trik-
triksenc; tatriku-
trekas; trik-
twānkā-
tätwänku-
twäs-
twäsis-
nas-
nasanı-
näk-
näkästär,; näkäntär, näksät-
näk-
nkäs; ñakäs-
näknästär; nkatar; nakät-
näm-
nämseric-
nu-
nus, пиѕепс-
pañw-
pañwäs; panwar-
pāk
pāt-
patar-
821
*kleu, *kleus-
*temp-
*dřeh-
*stehz-
*deh;p-
*dheh,-
*tag-
*thengh-
*tem-
*terh;-
*treh;ß'-
*terhz-
*dregh-
*ren-
*treiK-
*ruenk-
*d"ueh>-
*nes-
*haneh;-
*nek-
2.*nem-
*пеиН-
*(s)penh;,-
*hra g-
*bhedhh;-
822
päs- *peh(i)-
päsantär-
pak- 1.* pek"-
päksānt, päknästär; pkalune; pakat;
pakku-
pär- *bher-
pärtär-
pärkä- *bhergh-
pärkatär; pärk-
pärs- *pres-
prasar, papärs-
pärskä- *preK-
praskatär-
pälä- 1.*(s)pelH-
pälläntär; pälatär,; pälat-
\pälk- KN
pälkäs-
? pälk- zbhie
pälkse; pläs--
pälka- *bhleg-
pälkāt; pälkāmār-
pik- *peik-
рікіпс; pekatär,; pekat-
potä- *bheudh-
potatär-
prak- *prek-
prakäs; pärkmär; prakäs-
pratim *pret-
pläk- *pleh;k-
pläksät-
plu- *pleu-
ріитат-
mal yw- *melh;u-
malywät-
mäntä- *menthz-
mäntäcär, mäntlune, mäntat-
märsä- *mers-
märsneric; märs-
mäskä- 2.*men-
mäskatär-
mit- *meithz-
metär-
miw- *mieuhj-
mewlune-
musä- *meusH-
musnätär, musät-
muskä- *mieuh;-
muskälune, muskät-
yatä-
yatatär, yätas-
yükä-
yäknästär-
yära-
yärnäs-, yAyruräs-
yärk-
yärksantär, yärksät-
yäs-
ysás
yukä-
yuknäs-
yutkä-
yutkatär- ы
yok-
yoktsi-
yom-
yomnas, yonmäsefc; yomär-
yow-
yowäs-
rake
räk-
raksa°-
rämä-
гатпепс-
ru-
ruseñc-
rwa-
rwatsi-
lät-, länt-
länt-s°; lähcäs, Іайсепс; läc-
lämä-
lamas; Іуйт-
lik-
Iyiktsi; leka.s-
litä-
litantär; letas; līt-
litkā-
litkālune; litko-
lip-
lipñat; lyepäs-
luk-
lukseñc; lyokäs, lyokät-
luwa-
lun[amas]; lawas; lyu-
war
wāk-
wāksant; wäkär, waka[t]-
wākas; wāk-
*iet-
*heßH-
*hyerH-
*herk!-
*jes-
*ieuĝh-
*Hieudh-
"eg!"-
*hem-
жерл.
*rek-
*h;reĝ-
*hrem-
*reuhj-
*reuH-
*h,leudh-
*lembH-
*üleik"-
1.*leit-
1.*leit-
1.*leip-
*leuk-
*leuH-
3.*uer-
Ke
wakam
wā-
wāwim-
wäsk-
wä(s)-
wäs; wawu-
wäp-
wpantär-
wär-
wräs-
!wärk- ‘wirken’
?wärk- ‘sich drehen, neigen
wärksantāñ-
wärksäl
wäl
wäl-
wällästär; wlatär; wläs-
wäs-
wsimar; wsant-
wäsri
wi-
wiyo-
wik-
wikäst-
wikatär; wekas; wik-
swä-
Śwās-
$о-
säweric-
ses
stämd-
stamas; Säm-
salat
särk
säl-
sliñc-
sika-
sikamtär; sekas-
H
sin-
simsenc, simsantär-
sip-
siptär-
su-
swiñc, sūmām-
smi-
smimām-
Та
*ueh>ß- ’rsäk-
*yeihr- tskäs; tskalune; tsakät-
tsänd-
*ueg"- tsnäntär-
2.*yes- tsämä-
Samantär; tsmälune-
*uebh- tsmäs-
tsara-
3.*иег- tsratär, Sral; tsaramäs-
tsälpä-
2.*uer $- Salpatär,; tsälp-
*h,uerg- tsälpästär-
tsuwä-
2.*yer ĝ- tswätär; tswänt-
l.*uelH- tsukä-
*yelh;- tsokam, Suk-
1.*ues-
3.*yes-
*duei-
*yeig-
*ĝieuH-
чеп
1.*hyes-
*stemb"H-
1.*sel-
Ksuergh-
1.*sel-
жей.
1.*sehz(i)-
*seib-
Fshzeu-
*smei-
*deuk-
tsäknätär, tsäksant, tsakar, tskät-
*der-
*drelb"-
*deuh,-
*deuk-